Lötzinn Felder oder Stannol

OP #8109370
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Moin,
Ich will vernünftiges Lötzinn kaufen und kann mich mittlerweile überhaupt nicht mehr entscheiden. Je mehr Datenblätter und Forenbeiträge ich lese, desto unübersichtlicher wird das Ganze. Dabei ist es eigentlich nur Draht …

Zur Auswahl stehen Sn96,5Ag3Cu0,5 oder Sn99,25Cu0,7Ni0,05 mit Germaniumzusatz, dazu Sn60Pb40 oder Sn63Pb37 für Reparaturen.

Ich löte THT, SMD, Kabel und Stecker, viel Audioelektronik.

Wer hat Felder und Stannol selbst verglichen? Bei Felder schwanke ich zwischen Clear und Ultra-Clear, bei Stannol zwischen Kristall 400, 600, 611 oder anderen Flussmittelsystemen.

Was merkt ihr tatsächlich bei Benetzung, Spritzen, Rückständen und Nachlöten? Reicht ein halogenfreier Draht plus Zusatzflussmittel für schwierigere Stellen?

Bitte möglichst genaue Serie und Legierung nennen. Ich suche echte Verarbeitungserfahrungen – ich möchte endlich wieder löten statt Datenblätter lesen.

LG

Moderator Persönliche Seite #8109375
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Mag sein, dass es da marginale Unterschiede gibt, ich würde das nicht überbewerten. Sofern du nicht gerade irgendeinen ISO900x-Prozess bedienen musst, in dem es exakt definiert sein muss, löte einfach wieder statt Datenblätter zu lesen.

Privat nehme ich, was auch immer auf dem Basteltisch gerade liegt mit passendem Durchmesser. Da gibt es Felder, Stannol und sicher auch noch andere.

In der Firma nehme ich auch einfach die passende Rolle aus der Kiste ohne drauf zu schauen, was es ist.

Zusätzliches Flussmittel braucht man häufiger, das ist wichtig.

#8109398
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Leider muss man sagen, dass die etablierten Hersteller aus der guten alten verbleiten Zeit ziemlich Federn lassen mussten. Die meiner Meinung nach mit Abstand besten Rezepturen kommen heute aus Japan - Koki, Almit und Genma wären hier zu nennen. Ich würde mir für die Reparatur von Altgeräten nach einer Rolle Stannol HS10 (60/40) oder vergleichbar schauen. Gerne irgendwelche Reste für den Anfang zum Testen, 1 Kilo hält ewig und drei Tage. Ich habe hier eine Rolle von 1999, es ist keinerlei Verschlechterung des Fließverhaltens feststellbar.

Für moderne bleifreie Sachen würde ich Genma NP-303 empfehlen, das ist für "normale" Handlötunge das beste Lot das ich kenne.

#8109408
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Verbleit besser 63/37, wobei der Unterschied gering ist. Im Sinne von Haltbarkeit hält eine Rolle ewig, das Zeug altert nicht. Zumindest solange es trocken gelagert wird. Im Sinne von Verbrauch: mit einem Kilo komme ich ca fünf Jahre lang aus. Da muss jeder selber abschätzen, wieviel er lötet und wie lange er das noch tun wird.

Bleifrei nimmt man besser SAC05 oder SAC07 als SN99. Reinzinn lötet sich wie Kaugummi, das muss man sich nicht antun. SAC mit gutem Flussmittel fließt fast wie Bleilot.

#8109526
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Stefan W. schrieb:

Für moderne bleifreie Sachen würde ich Genma NP-303 empfehlen, das ist für "normale" Handlötunge das beste Lot das ich kenne.

Ist das nicht eine Lötpaste?

Wie auch immer, merke kaum Unterschiede, nehme auch gerade was greifbar ist. Oft Bleilot, die Rollen reichen mir ewig. Letzteres ist >25 Jahre alt.

Habe neulich erstmals mit Stencil und Föhn Lötpaste verarbeitet, das hat mit Felder Sn96,5Ag3Cu0,5 Korngrösse 4 perfekt funktioniert. Das teure Zeug muss in den Kühlschrank, also bleifrei.

: Bearbeitet durch User
Moderator Persönliche Seite #8109658
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Gerald B. schrieb:

Beim bleifreien Lötzinn mit Ni + Ge sollen die Lötstellen glänzend sein, wie beim verbleiten Lötzinn.

Manche glänzen, manche nicht – nur: wen interessiert's? Das mit den glänzenden Lötstellen bei Sn/Pb war doch nur deshalb wichtig, weil man auf diese Weise Erschütterungen während der Erstarrung erkennen konnte, die die Qualität der Lötstelle beeinträchtigt hätten. Das geht halt bei den bleifreien Loten so nicht mehr. Stört aber auch nicht wirklich, wenn man löten genug geübt hat, funktioniert es auch ohne diese einfache Qualitätskontrolle.

Auch mit SAC-Loten können schön glänzende Lötstellen entstehen, aber eben auch nicht alle.

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