[S] Flexible Netzleitung für alten Lampen Federzug

OP #8111818

Für eine 50er Jahre Pendelleuchte mit Federzug suche ich eine flexible Zuleitung die sich in der kleinen Trommel Aufwickeln lässt. Normale 3x0,75 Schlauchleitung geht nicht. Die alte Leitung war Stoff mit zwei Einzeladern. Das gibt's wohl heute nicht mehr. Stoff Leitung von heute ist viel zu dick und hat innen eine normale Schlauchleitung.

Hat jemand eine Idee was da gehen könnte, kostet sowas älteres schonmal repariert?

Hersteller ist erco.

Thomas W. schrieb:

Hat jemand eine Idee was da gehen könnte, kostet sowas älteres schonmal repariert?

Da wirst Du neu nichts finden. Die neuen "Textilkabel" sind alles PVC-Schlauchleitungen mit einer zusätzliche Textilummantelung für die Optik. Durchmesser meist ca. 5,8mm. Vor ca. 10-15 Jahren habe ich mal ein paar Meter bei der Geschäftsaufgabe eines alten Elektrikers bekommen und verbraucht. Zugelassen sind diese m.W. aber nicht mehr.

Es gibt aber noch Flechtmaschinen zum Herstellen der Kabel. https://www.youtube.com/shorts/esAEtMn_LXU

OP

Jörg R. schrieb:

Thomas W. schrieb:

Ich probiere Mal die von Jörg verlinkten mit Füllgarn. Das könnte flexible genug sein.

Welchen Durchmesser hat die Spule?

Das werden so 5-6 cm sein Schlauchleitung und China-gewebekabel gehen überhaupt nicht. Habe heute das ohne PVC, also verteilt bestellt. Mal sehen.

Was noch Probleme macht ist die Mechanik. Neben der Feder sind noch Sperrklinken eingebaut. Mir ist nicht klar, wie diese entriegelt werden. Wenn ich dir Spule aufziehen oder vorspanne hakt es ständig...

OP

Michael B. schrieb:

Thomas W. schrieb:

Hat jemand eine Idee was da gehen könnte

Wenn die Lampe an der Leitung hängt, darf sie nicht an den Elektrokabel ziehen, sondern solche Leitungen enthalten eine zusätzliche Stahlseele. Damit sind die natürlich weniger flexibel. https://www.lampen-ersatzteile.de/3-adrig-mit-Stahlseil

Das macht Sinn, aber kann ich hier nicht anwenden, weil das sich einfach nicht so gut wickeln lässt. Soweit ich gelesen habe ist die Reparatur von so alten Hängelampen mit geringem Gewicht (ich schätze kleiner 2kg) wohl zulässig. Mal schauen ob das bestellte Kabel sich dann überhaupt Aufwickeln lässt.

3-adrige FEP-Flachleitung, 3 × 0,75 mm²
Anbieter: Lampspares, Großbritannien.
Außenmaß: 5,8 × 2,5 mm
Drei parallel liegende Adern
Feindrähtiges, verzinntes Kupfer
FEP-Isolierung und FEP-Außenmantel
Temperaturbeständigkeit bis 180 °C
Angegebene Spannung: 450/750 V
https://www.lampspares.co.uk/3-core-transparent-flat-pvc-clear-flex-0-75mm

LAPP ÖLFLEX FD 855 P – 3G0,75
Außendurchmesser: 6 mm
Leiter: feindrähtig (Extra-fine VDE 0295, class 6/IEC 60228 class 6)
TPE-Aderisolierung
PUR-Außenmantel
Biegeradius bei dauernder Bewegung: 5 × D = 30 mm
Für bis zu 10 Millionen Biegezyklen laut Produktdaten eines Händlers
https://products.lappgroup.com/online-catalogue/power-and-control-cables/power-chain-applications/harsh-conditions-certified/oelflex-fd-855-p.html
https://imager.lapp.com/e/lapp/y94pSMS7-pmON26T3Gh8Yg~~/DBS0027550EN.pdf

Soll die Leitung 2- oder 3-polig sein? Reichen 0,5qmm? Die Leuchtennorm DIN EN IEC 60598-1 (VDE 0711-1) sieht für die äußere Verdrahtung gewöhnlicher Leuchten grundsätzlich mindestens 0,75 mm² vor – auch bei geringer Leistungsaufnahme.

: Bearbeitet durch User

Michael B. schrieb:

Wenn die Lampe an der Leitung hängt, darf sie nicht an den Elektrokabel ziehen, sondern solche Leitungen enthalten eine zusätzliche Stahlseele.

das ist nur für schwere Lampen nötig. Die meisten Hängelampen hängen an normalen Leitungen.

Ist der Umbau auf eine schutzisolierte Fassung möglich? Dann reicht ein 2-adriges Kabel.

OP

Es soll schon ein "hübsches" Kabel mit Stoff außen sein, kein Lapp ;-) 2-polig und 0,5 oder 0,75 spielt eher keine Rolle außer die Vorschriften.

Ich hab bestellt, und schaue weiter wenn es angekommen ist.

Edit: Die Fassung ist eh schon irgendso art Bakelit und der Schirm ist Glas.

Danke !

: Bearbeitet durch User

Thomas W. schrieb:

Was noch Probleme macht ist die Mechanik. Neben der Feder sind noch Sperrklinken eingebaut. Mir ist nicht klar, wie diese entriegelt werden. Wenn ich dir Spule aufziehen oder vorspanne hakt es ständig...

Sei bloß vorsichtig solltest du die Spule öffnen. Da wird eine scharfkantige Feder drin sein, ähnlich wie bei handbetätigten Rolläden oder Spielzeug zum aufziehen.

Thomas W. schrieb:

Was noch Probleme macht ist die Mechanik. Neben der Feder sind noch Sperrklinken eingebaut. Mir ist nicht klar, wie diese entriegelt werden.

Manche dieser Konstruktionen lassen sich nur von oben nach unten einstellen. Um diese wieder nach oben zu stellen müssen die Teile erst ganz nach unten gezogen werden, dann entriegeln die Sperren und es geht wieder aufwärts.

Michael B. schrieb:

müssen die Teile erst ganz nach unten gezogen werden, dann entriegeln die Sperren und es geht wieder aufwärts.

Dann sollte das Kabel die genau dafür nötige Länge haben... Gelegentlich benutzte man auch Gewichte für höhenverstellbare Lampen, wie man bei Manufactum sehen kann. https://www.manufactum.de/esstischleuchte-messing-hoehenverstellbar-a11439/

: Bearbeitet durch User

Michael B. schrieb:

Thomas W. schrieb:

Was noch Probleme macht ist die Mechanik. Neben der Feder sind noch Sperrklinken eingebaut. Mir ist nicht klar, wie diese entriegelt werden.

Manche dieser Konstruktionen lassen sich nur von oben nach unten einstellen. Um diese wieder nach oben zu stellen müssen die Teile erst ganz nach unten gezogen werden, dann entriegeln die Sperren und es geht wieder aufwärts.

Ich denke, eher bei den meisten "Automatik-" Rollos:
Kurzes Stück nach unten ziehen entsperrt die Sperre und sofort wieder bis in die gewünschte Höhe zurücklaufen lassen.
Dann wieder kurzes Stück nach unten und die Sperre ist wieder aktiv.

edit: Aber scheinbar meinen wir beide eh das gleiche,

: Bearbeitet durch User

Was den Umbau der Lampe erleichtern könnte, wäre der Verzicht auf Netzspannung. Dann sind die Anforderungen an das Kabel in Sachen Isolation nicht so streng. Als Leuchtmittel kann man dann irgendwelche 12V-Halogen-Retrofit-LEDs verwenden, und das 12V-Netzteil muss irgendwie in den Deckenbaldachin integriert werden.

Wenn man schon diese zum gefliesten höhenverstellbaren Couchtisch und der Cord-Couchgarnitur passenden Lampen weiterbetreiben will, muss man auch ein bisschen mehr Einsatz zeigen.

Alter ego schrieb:

Michael B. schrieb:

Wenn die Lampe an der Leitung hängt, darf sie nicht an den Elektrokabel ziehen, sondern solche Leitungen enthalten eine zusätzliche Stahlseele.

das ist nur für schwere Lampen nötig. Die meisten Hängelampen hängen an normalen Leitungen.

Erlaubt sind 15N pro mm^2 Kupfer.

https://www.tme.eu/de/katalog/ummantelung_113545/?params=1348:2020682,1617795,2020698,2020664,1997961,2020683,2020710,2173313,1617796,2020699,2020781,2020692,1748286,2020776,2020684,2039487,2020723,2173314,1617797

Es gibt doch diesee Polyester Gewebeschläuche ("Kartoffelnetz"), wie sie an besseren ATX-Netzteilen an den Ausgangskabeln sind. Damit selber seine Kabel machen. Als Einzelader feindrähtige Litze, evntuell mit Silikonisolation, benutzen, da die besonders flexibel sind.

H. H. schrieb:

Da sitzt der Gewebeschlauch aber nur locker über den Adern, das wird mit der Trommel nicht funktionieren.

Den Textilschlauch muß man schon straff ziehen (wie bei einem Kabel Ziehstrumpf) und an beiden Enden mit Schrumpfschlauch an den Adern fixieren, damit er sich nicht wieder "aufplustert"

Gerald B. schrieb:

H. H. schrieb:

Da sitzt der Gewebeschlauch aber nur locker über den Adern, das wird mit der Trommel nicht funktionieren.

Den Textilschlauch muß man schon straff ziehen (wie bei einem Kabel Ziehstrumpf) und an beiden Enden mit Schrumpfschlauch an den Adern fixieren, damit er sich nicht wieder "aufplustert"

Ich bin skeptisch.

H. H. schrieb:

So ein Textilmantel wird über die Leitung geflochten, nicht drüber gezogen.

für kurze Stücke (so 2m) kann man das auch drüberziehen. Die genannten Gewebeschläuche sind zwar nicht so toll, aber die Außenhülle von paracord oder Korsettschnüren eignet sich gut. Das habe ich für Hörer- und Anschlusskabel von alten Telefonen schon öfters gemacht.

Persönliche Seite

Hallo Thomas.

Thomas W. schrieb:

Was noch Probleme macht ist die Mechanik. Neben der Feder sind noch Sperrklinken eingebaut. Mir ist nicht klar, wie diese entriegelt werden. Wenn ich dir Spule aufziehen oder vorspanne hakt es ständig...

Das kenne ich nicht anders......darum hatte ich bei den Leuchten die ich repariert habe, den Federzug komplett ausgebaut und durch etwas fixes ersetzt.

Die einzige Bauform von so etwas, die ich kennen gelernt habe und die zuverlässig funktionierte, war eine alte DDR Konstruktion mit zwei Stahlseilen und separater Stromleitung. An einem Stahlseil mit Wickelmechanismus hing die Lampe, ein zweites Stahlseil betätigte die Sperrklinke, und die Leitung hing in flexiblen Schlaufen daneben.

Wem das Seil für die Betätigung zu weit hinunter hing, konnte es an zwei Hörnchen am Lampenschirm aufwickeln.

Mit freundlichem Gruß:

Bernd Wiebus alias dl1eic

http://www.dl0dg.de

: Bearbeitet durch User

Bernd W. schrieb:

Thomas W. schrieb:

Was noch Probleme macht ist die Mechanik. Neben der Feder sind noch Sperrklinken eingebaut. Mir ist nicht klar, wie diese entriegelt werden. Wenn ich dir Spule aufziehen oder vorspanne hakt es ständig...

Das kenne ich nicht anders......darum hatte ich bei den Leuchten die ich repariert habe, den Federzug komplett ausgebaut und durch etwas fixes ersetzt.

Also keine Reparatur.
Testen lassen sich diese Mechaniken ohne zu grossem Aufwand nur hängend mit der halbwegs richtigen Belastung.
Auf dem Tisch ausgebreitet wird das nichts, wenn man das Gebilde/System nicht wirklich verstanden hat.
Es handelt sich um eine schlaue, aber auch sehr simple Konstruktion.
Anders als schweizer Uhrwerken auch von nur halbwegs feinfühligen Menschen beherrschbar.
Wenn es da wirklich klemmt, etwas Schmierung an den richtigen Stellen könnte helfen.
Sollte sich ein Grad gebildet haben, könnte eine feine Feile gute Dienste leisten, am besten vor dem Fetten..
Wenn man etwas nicht versteht, sollte man manche Dinge ganz einfach lassen.

: Bearbeitet durch User
Persönliche Seite

Hallo Ralf X.

Ralf X. schrieb:

Also keine Reparatur.

Richtig. Selbst wenn sie funktioniert, ist mir diese Technik zu fummelig.

Testen lassen sich diese Mechaniken ohne zu grossem Aufwand nur hängend mit der halbwegs richtigen Belastung. Auf dem Tisch ausgebreitet wird das nichts, wenn man das Gebilde/System nicht wirklich verstanden hat.

Das ist wohl hin zu bekommen. ;O)

Es handelt sich um eine schlaue, aber auch sehr simple Konstruktion. Anders als schweizer Uhrwerken auch von nur halbwegs feinfühligen Menschen beherrschbar.

Ja, ich weiss, kurz anheben, zum entriegeln, und dann vorsichtig nach unten.

Ist mir aber zu feinfühlig. ;O) Vieleicht hat der TO ja mehr Nerv, sich mit sowas rumzuärgern. ;O)

Mit freundlichem Gruß:

Bernd Wiebus alias dl1eic

http://www.dl0dg.de

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