Totale Durchleuchtung beim Elektronikkauf?

OP #8112384

Ich erwerbe regelmäßig Elektronik für private Bastelzwecke und stieß heute auf ein unerwartetes Problem:

Nach der Bezahlung mit Klarna kam nicht nur die Zahlungsaufforderung sondern auch noch eine zusätzliche email mit einem Hinweis:


Hallo Rolf

Ab dem 20. November müssen wir aufgrund neuer EU-Regeln deine Finanzen prüfen, bevor du mit Klarna später bezahlen kannst. So stellen wir sicher, dass deine Einkäufe zu deinem Budget passen.

Die gute Nachricht? Du kannst das schon jetzt in der Klarna App erledigen, in nur wenigen Minuten.

Mach es jetzt, dann bist du beim nächsten Checkout einen Schritt voraus.

  • Dein Einkommen
  • Deine monatlichen Kosten, etwa für Wohnen, Kredite und den Alltag

Ich glaubte erst an SPAM - doch scheint es zu stimmen.

Kann das wahr sein? PAYPAL soll das angeblich genauso betreffen.

Spinnen die bei der EU? Ich glaube es ist Zeit, wieder in die Schweiz zu ziehen!

#8112388

Rolf schrieb:

Ab dem 20. November müssen wir aufgrund neuer EU-Regeln deine Finanzen prüfen, bevor du mit Klarna später bezahlen kannst.

Rolf schrieb:

Kann das wahr sein?

Sicher, denn faktisch war dieses "Später bezahlen"-Zeug schon immer ein Verbraucherkredit, bloss in vielen Fällen ohne die entsprechende Regulierung, wodurch sich viele verschuldet haben - gerade Klarna ist da sehr berüchtigt.

Im Endeffekt gilt dabei dann dasselbe wie schon bisher bei Bankkrediten, Kreditkarten etc.

Ralf X. schrieb:

Quelle?

https://kpmg-law.de/verbraucherkreditrichtlinie-ccd-ii-verschaerft-regeln-fuer-die-kreditwirtschaft/

Beitrag #8112392 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #8112393 wurde von einem Moderator gelöscht.
#8112397

Andreas M. schrieb:

Was hat das mit der EU zu tun?

https://eur-lex.europa.eu/eli/dir/2023/2225/oj/eng

Holger R. schrieb:

Natürlich spinnen die.

Verbraucher vor Kredithaien zu schützen, die es insbesondere unerfahrenen jungen Leuten leicht machen, sich zu verschulden, ist natürlich eine ganz schlimme Spinnerei.

https://www.fr.de/wirtschaft/generation-klarna-jugend-rutscht-gerade-wirklich-in-die-schuldenfalle-zr-93831440.html

#8112398

Ok, wer Kredite aufnimmt, muss gewisse Hürden meistern.
Bei einer einer steigenden Überschuldung insb. junger Menschen, ist es durchaus sinnvoll, gerade Vereinen wie Klarna kräftig auf die Pfoten zu hauen und die völlig freigiebige Kreditvergabe bis Ultimo einzuschränken.

@ TE
Aber was hat das mit Elektronik zu tun?

Beitrag #8112401 wurde von einem Moderator gelöscht.
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Beitrag #8112420 wurde von einem Moderator gelöscht.
#8112447

Das einzige mal wo ich Klarna Probleme hatte, war als ich eine Mahnung bekam, für etwas, was irgendwer unter meinem Namen bestellt hat. War zuvor nie "Kunde oder Nutzer" von denen, ich habe lediglich gewusst, das es die gibt. Die Angelegenheit hat sich nach zwei mal hin und her mailen in Luft aufgelöst. Seit dieser Erfahrung vermeide ich jeglichen Kontakt mit diesem Laden, wissend das sie ihr System noch nicht im Griff haben.

Beitrag #8112451 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #8112454 wurde von einem Moderator gelöscht.
#8112456

Ich finde das gut, dass die Verbraucherkreditregeln verschärft werden. Zu viele überschulden sich.

Besonders perfide ist "Zahlen in 30 Tagen" (als ob sich bis dahin irgendwas großartig ändern würde). Und wer dann nochmal verlängert, zahlt 15+% Zinsen. Das ist nämlich das eigentliche Geschäft hinter dem vermeintlich billigen 0% Zinsen.

#8112463

Wero!
So langsam bieten die Läden diese Bezahlmöglichkeit auch an.
Ansonsten kauf ich halt wo anders, wenn man nur mit den üblichen Datenabsaugern bezahlen kann. Andere Mütter haben auch schöne Töchter.

: Bearbeitet durch User
Beitrag #8112482 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #8112495 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #8112498 wurde von einem Moderator gelöscht.
(Firma: FULL PALATINSK) Persönliche Seite #8112515

Martin S. schrieb:

Ich finde das gut, dass die Verbraucherkreditregeln verschärft werden. Zu viele überschulden sich.

Schärfere Regeln täten bei Alkoholkonsum mal ganz gut.
Da muss das ja auch immer noch jeder selbst wissen.
Und im Quengelbereich an der Kasse immer
hervorragend erreichbar. Sprichwörtlich.

: Bearbeitet durch User
Beitrag #8112516 wurde vom Autor gelöscht.
#8112531

Mich kotzt es an ,weil sich einige verschulden muß die ganze Bevölkerung mit den restriktiven Regeln leben. Ich bin dafür, das das schöne mittelalterliche Schuldturm Prinzip eingeführt wird . Ich hoffe das das bei vielen endlich den Schalter zum Gehirn einschalten wieder einknipst. In Übrigen halte ich das ganze Kreditunwesen für wirtschaftlich schlecht.

#8112536

●Des|ntegrator ●. schrieb:

Uwe schrieb:

Ich bin dafür, das das schöne mittelalterliche Schuldturm Prinzip eingeführt wird .

und gerne auch die Steuerpolitik aus der Zeit

Dem König gehört das Land, er gibt Dir einen Teil davon ab, und als "Pacht" musst Du die Arbeit erst bei ihm erledigen, bevor Du Deinen Acker bestellen / abernten darfst?

Von dem was Du erntest musst Du ihm dann och einen Teil abgeben?

Aus Sicht des Königs sehr einträglich.

Zum einfachen Volk hätte ich damals er ungern gehört...

Beitrag #8112539 wurde von einem Moderator gelöscht.
#8112540

●Des|ntegrator ●. schrieb:

Uwe schrieb:

Ich bin dafür, das das schöne mittelalterliche Schuldturm Prinzip eingeführt wird .

und gerne auch die Steuerpolitik aus der Zeit

Du meinst du musst den Zehnt an die Kirche abdrücken, und wenn der Fürst mal wieder Geld braucht, kommen ein paar seiner Schergen und holen sich von dir was sie kriegen können.

Falls die Burg oder das Schloss ausgebaut werden soll, holen sie dich damit du unentgeltlich mithilfst, um Essen und Trinken musst du dich aber selbst kümmern.

Früher war halt alles besser.

: Bearbeitet durch User
#8112590

Uwe schrieb:

Mich kotzt es an ,weil sich einige verschulden muß die ganze Bevölkerung mit den restriktiven Regeln leben.

Du hast meine vollste Zustimmung! 👍 Einerseits will man Selbstbestimmung und möglichst große Freiheit, dann kommen wieder andere um die Ecke, wollen alle mit gut gemeinten Ratschlägen und wo das nicht hilft, auch Vorschriften steuern.

Ich weis selber sehr gut wann mein Konto leer ist. Das habe ich schon immer gesehen und mich danach gerichtet. Dass ich jetzt wegen einiger weniger, möglicherweise auch einiger die diesbezüglich an der legalen Grenze agieren bei jedem Einkauf die Hosen runterlassen muss kotzt mich ebenfalls an. Blödes Beispiel zur Sache:
Die Kollegin meiner Frau hatten, trotz zweier guter Verdienste ihres Girokontes auf Anschlag im Minus was soweit führte, dass die Bank Gelder nur freigab wen es wirklich fürs Leben notwendig war. Dann vermittelte ein Bankangestellter einen Konsumentenkredit damit das Girokono nicht permanent mit so hohen Sollzinsen belastet wird.
Das Erste was die Schwachmaten gemacht haben war damals(da gabs noch keine Schmierfone) eine teure Videokamera zu kaufen...
Solche Leute kriegst Du nur zur Besinnung wenn sie kein Geld mehr bekommen.

(Firma: FULL PALATINSK) Persönliche Seite #8112624

Thomas M. schrieb:

●Des|ntegrator ●. schrieb:

Uwe schrieb:

Ich bin dafür, das das schöne mittelalterliche Schuldturm Prinzip eingeführt wird .

und gerne auch die Steuerpolitik aus der Zeit

Dem König gehört das Land, er gibt Dir einen Teil davon ab, und als "Pacht" musst Du die Arbeit erst bei ihm erledigen, bevor Du Deinen Acker bestellen / abernten darfst?

Steuern, nicht Besitzverhältnisse.
Dir ist der Zehnt diesbezüglich bekannt?

Beitrag #8112863 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #8112865 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #8112915 wurde von einem Moderator gelöscht.
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Beitrag #8112920 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #8112936 wurde von einem Moderator gelöscht.
#8112946

Rene K. schrieb:

es geht technisch einfach nicht.

Da allerdings scheint mir ein Update deutlich angebracht zu sein.
Die DB wollte auch mal alle, die per Lastschrift zahlen wollten, zur Kontoverifizierung bei einem von 2 halbseidenen Startups zwingen. (auch bei langjährigen Bestandskunden mit demselben Konto > 10 Jahre)
https://www.bahn.de/info/sonderkommunikation-open-banking
https://tink.com/de/produkte/account-check/
https://verimi.de/

Bei denen standen auch solche abartigen Bedingungen drin, die wollten, dass ich denen Zugriff auf meine Kontodaten gestatte. Aber nein sie würden diese Daten nie verkaufen, haben die selbst behauptet. Offensichtlich wollte aber der Grossteil der so gegängelten Kunden das nicht mitmachen.
Auch ich habe dann halt mit Kreditkarte bezahlt - wahrscheinlich wesentlich teurer für die DB.
Nach wenigen Wochen verschwand das wieder in der Versenkung, zumindest für Bestandskunden.

#8112957

Matthias S. schrieb:

Rene K. schrieb:

es geht technisch einfach nicht.

Danke für dieses Zitat, das habe ich in den Unmengen falscher Aussagen nicht mehr wahrgenommen.

"geht technisch einfach nicht" ist völliger Quatsch, mit PSD2 und XS2A sind die Banken sogar verpflichtet, Drittanbietern Zugriff zu gewähren. Inkrafttreten IIRC 2018, letzte Übergangsfristen (auch IIRC) bis 2020. Die Verpflichtung enthält übrigens auch Zahlungsauslösedienste!

Allen Zugriffen muss der Bankkunde zustimmen, einmalig reicht.

: Bearbeitet durch User
#8112972

Rene K. schrieb:

Fakt zwei: Kein dritter (Erster ist die Bank, zweiter bist DU) kann nie auf deine Kontodaten zugreifen, nicht einmal den Kontostand abfragen ohne deine PIN/TAN. Selbst wenn du dies wünschen würdest - es geht technisch einfach nicht.

Rene K. schrieb:

Und außerdem: Ich kann keiner deiner "Quellen" finden, die du anführst -

Lieber Rene, mein Gedächtnis hat mir aber auch so etwas in Erinnerung gebracht. Und mein Google scheint heute zu funktionieren. Bei Suche mit dem Stichwort "Golem" kam sofort dieser Treffer: https://www.golem.de/news/verbraucherschuetzer-warnt-klarna-analysiert-kontoauszuege-seiner-nutzer-2412-191477.html Dort wird auch auf einen Spiegel Artikel verwiesen (den ich wohl mal genießen durfte) sowie die zugrunde liegenden Vorschriften. So ungerne ich Dir auch wiederspreche, aber Dieter scheint (mal wieder) nicht so ganz falsch zu liegen, wie Du es hier darstellst.

#8113040

Thorsten H. schrieb:

Lieber Rene, mein Gedächtnis hat mir aber auch so etwas in Erinnerung gebracht.

Ja, dann sind meine Informationen zum Bankengeheimnis wohl auch veraltet. Okay, aber das ist dann tatsächlich treist.

Wobei ich dazu sagen muss: Das trifft ja nur dann zu, wenn man auf Kredit kauft - also "zahlen in 30 Tagen", "zahlen auf Raten". Davon ab, Klarna nutze ich eh nicht, aber PayPal-Business. Dort gibt es das eben nicht mit Raten und zahlen in 30 Tagen.

: Bearbeitet durch User
#8113046

Rene K. schrieb:

Wobei ich dazu sagen muss: Das trifft ja nur dann zu, wenn man auf Kredit kauft - also "zahlen in 30 Tagen", "zahlen auf Raten"

So ist es. Wer auf Kredit kaufen will, muss halt kreditwürdig sein, und das müssen die Anbieter abprüfen. Wer das nicht will, kauft halt nicht auf Kredit. Wer das nicht kann, muss halt die Hosen runterlassen.

Oliver

Beitrag #8113063 wurde von einem Moderator gelöscht.
(Firma: Hobbytheoretiker) #8113079

Rene K. schrieb:

Wobei ich dazu sagen muss: Das trifft ja nur dann zu, wenn man auf Kredit kauft

Da unterschätzt Du deren "Winkelakrobaten" aber ganz schön.

Eine Vorauszahlung eines Zwischenzahlungsdienstleisters (z. B. Plattformen, die Händlern Umsätze vorab auszahlen, oder Factoring-Anbieter) gilt rechtlich und wirtschaftlich in der Regel als eine Form des Kredits oder einer kreditähnlichen Finanzierung. Ein Stichwort hierzu wäre zum Beispiel "Unechtes Factoring".

Beitrag #8113095 wurde von einem Moderator gelöscht.
#8113188

Rene K. schrieb:

Ja, dann sind meine Informationen zum Bankengeheimnis wohl auch veraltet.

Das gilt weiterhin, sie kommen ja erst an die Daten, wenn Du ihnen aktiv Zugriff darauf gewährst. Neu seit PSD2 ist nur, dass die Banken eine Schnittstelle dafür anbieten müssen.

Davor gab es solche Zugriffe auch schon (bekanntestes Beispiel: Sofortüberweisung - gehört inzwischen auch zu Klarna), allerdings musstest Du den Anbietern dafür Deine Onlinebanking-Zugangsdaten anvertrauen und somit gegen die Nutzungsbedingungen Deiner Bank verstossen.

: Bearbeitet durch User
#8113320

Moritz L. schrieb:

wenn man nur ein Deutschland Ticket abonniert, dessen monatliche Gebühren im Voraus per Lastschrift

Das war wohl der eigentliche Grund für die Einführung der Verifizierung - massenhafte Betrügereien mit geborgten IBANs.
Dass die DB da wiedermal die Variante nutzt, die das Abgreifen von Daten maximal ermöglicht, scheint ja bei denen Geschäftsmodell zu sein - siehe auch die Klage wegen des DB-Navigators, der Alles erstmal nach USA meldet.
https://www.kuketz-blog.de/bahn-vor-gericht-warum-der-db-navigator-ein-fall-fuer-die-justiz-ist/

Denkbar wäre auch einfach, dass der erste Monat mit Überweisung bezahlt wird und ab dem 2. Monat dann das dabei benutzte Konto für Lastschrift genutzt wird.
Aber das wäre für die DB wohl nicht kompilziert genug.

: Bearbeitet durch User
#8113328

Matthias S. schrieb:

Dass die DB da wiedermal die Variante nutzt, die das Abgreifen von Daten maximal ermöglicht

Auf der Website klingt das anders:

"Wir erhalten dabei nur die Information, dass Sie sich erfolgreich angemeldet haben und Ihr Name mit den kontoführenden Personen übereinstimmt.

Wir erhalten keinen Zugriff auf Ihr Bankkonto und keine weiteren Informationen, beispielsweise zu Ihren Umsätzen oder Kontostand."

Quelle: https://www.bahn.de/info/sonderkommunikation-open-banking

Alternativ bieten sie auch noch Foto-Ident (also Herumwedeln mit dem Personalausweis) oder die Nutzung des RFID-Personalausweises an.

Scheint also nur um die Identität zu gehen.

#8113331

Hmmm schrieb:

"Wir erhalten dabei nur die Information, dass Sie sich erfolgreich angemeldet haben und Ihr Name mit den kontoführenden Personen übereinstimmt. Wir erhalten keinen Zugriff auf Ihr Bankkonto und keine weiteren Informationen, beispielsweise zu Ihren Umsätzen oder Kontostand."

Ja, das steht da. Aber sie wollen dazu meine Zugangsdaten vom Onlinebanking haben. Damit haben sie Zugriff auf den Kontoauszug. Ich glaube den Datenkraken nicht, dass sie das nicht weitestgehend ausnutzen.

#8113333

Hmmm schrieb:

"Wir erhalten dabei nur die Information, dass Sie sich erfolgreich angemeldet haben und Ihr Name mit den kontoführenden Personen übereinstimmt. Wir erhalten keinen Zugriff auf Ihr Bankkonto und keine weiteren Informationen, beispielsweise zu Ihren Umsätzen oder Kontostand." Quelle: https://www.bahn.de/info/sonderkommunikation-open-banking

"Wir" steht da für die Bahn. Also:

Die DB kriegt diese Informationen nicht, aber die Tink Germany GmbH, die leitet nur einen Teil der Daten weiter.

Wenn ich eine der beiden Firmen wählen müsste, wo meine Daten hingehen, wäre das die DB.

So geht's an beide. Tink kann alles abrufen, was meine Bank über PSD2 rausrückt (Ob sie das tun, oder nur Datensparsam den Namen abrufen, ob sie die gezogenen Daten löschen oder an Auskunfteien und Werbenetzwerke verkaufen etc => sh. Datenschutzbedingungen der Tink GmbH), die Bahn kriegt nur ein Flag.

Persönliche Seite #8113337

Rolf schrieb:

Ich glaube es ist Zeit, wieder in die Schweiz zu ziehen!

Wie sind die dort Regelungen bei der Bonitätsprüfung dort? Wenn man Paypal nutzen will, wird man auch da nicht drum herum kommen, oder? Oder hat Paypal in der Schweiz andere Regelungen?

Moritz L. schrieb:

Aber sie wollen dazu meine Zugangsdaten vom Onlinebanking haben.

Das sollte man sich gut überlegen! Diesen Bezahldiensten ist nicht zu trauen!

Martin S. schrieb:

Besonders perfide ist "Zahlen in 30 Tagen" (als ob sich bis dahin irgendwas großartig ändern würde).

Die 30 Tage haben aber den Vorteil, dass ich erst die Lieferung bekomme, prüfen kann ob es ok ist und dann gfs stornieren kann. Das hat bei TEMU und ALI schon 2x bestens funktioniert!

Zudem kann ich bei Rücksendung infolge von Nichtgefallen oder einem Weiterverkauf über z.B. EBAY oder direkt kurzerhand die Rechnung privat bezahlen und bekomme auch dort die spätere Erstattung. Damit laufen abgebrochene Käufe und Weiterverkäufe von überzähliger Elektronik nicht über das Geschäftskonto und verursachen doppelten Steuerschreibaufwand ohne einen Nutzen. Gerade bei den kleinen Elektronikteilen bei TEMU und Alibaba hat sich das bestens bewährt.

Da besonders TEMU neuerdings immer gesplittete Teil-Lieferungen macht und die Rechnungen oft nicht mit den eingezogenen Buchungen übereinstimmen, ist es von großem Vorteil, die Rechnung in Teilen zu zahlen: Ich drucke dann einfach die Rechnungen so aus, wie sie sind und zahle diese beiden Beträge explizit. Die Summe stimmt dann bei Klarna und auch bei TEMU und ich habe Rechnungen über exakt die überwiesenen Beträge. Wenn da ein privates Teil drin ist, geht das auch sehr gut. Man zahlt einfach den privaten Anteil vom Privatkonto. Auch die MWST, die man aus dem Auslannd ziehen kanm, ist durch Teilbetragsüberweisung leichter zu managen, indem man 2 Beträge macht.

Vor allem kann ich bei den Überweisungen zu der anonymen Klarna-Nummer die Bestellnummer von EBAY oder TEMU hinzufügen, die auf der Rechnung steht. Damit stimmt die Zuordnung für die Steuer automatisch. Zu aller letzt bietet sich um die Jahreswende damit die Chance, Beträge ins andere Jahr zu verschieben oder durch Vorabzahlung in alte zu ziehen.

Die ÜWs selber zu gestalten, ist zwar aufwändiger, aber für geschäftlich Tätige oft besser. Abbuchungen laufen immer unkontrolliert irgendwann mit irgendeinem Text.

: Bearbeitet durch User
#8113340

Εrnst B. schrieb:

Die DB kriegt diese Informationen nicht, aber die Tink Germany GmbH, die leitet nur einen Teil der Daten weiter.

Ich war bisher davon ausgegangen, dass man einem Drittanbieter gezielt bestimmte Dinge (Stammdaten, Kontobewegungen, Auslösen von Transaktionen) erlauben kann und er dafür ein Access Token o.dgl. erhält.

Wenn ich damit falsch liege und wie bei der alten (AGB-widrigen) direkten Weitergabe der Zugangsdaten immer Vollzugriff möglich ist, stimme ich Dir voll und ganz zu.

#8113341

Moritz L. schrieb:

Aber sie wollen dazu meine Zugangsdaten vom Onlinebanking haben.

Das glaube ich nicht. Das man das Konto per Zugangsdaten verifizieren muss, ist normal. Das machen andere Dienste auch. Die Daten bleiben aber bei Dir bzw. der Bank, und kommen nicht zum Dienstleister. Das ist vergleichbar mit dem Secure-3D-Verfahren bei Kreditkarten. Das ist m.W. sogar EU-Vorschrift.

: Bearbeitet durch User
#8113343

Εrnst B. schrieb:

Die DB kriegt diese Informationen nicht, aber die Tink Germany GmbH, die leitet nur einen Teil der Daten weiter.

Bei der anderen DB kann man etwas dazu nachlesen:
https://meine-daten.deutsche-bank.de/sofunktionierts.html

"Ein externer Anbieter erhält nur die Daten von Ihnen, die Sie ihm explizit für den konkreten Service zur Verfügung stellen. [...] Die Deutsche Bank ermöglicht lediglich Zugriff auf die Informationen, die die Anwendung für den konkreten Anwendungsfall benötigt. Beispielsweise wird bei der Altersprüfung lediglich Auskunft erteilt, ob derjenige die entsprechende Altersgrenze erfüllt. Weder Alter noch Geburtsdatum werden übermittelt."

Mich würde aber nicht wundern, wenn nur ein grober Rahmen vorgegeben ist und jede Bank das im Detail anders handhabt.

: Bearbeitet durch User
#8113352

Hmmm schrieb:

Mich würde aber nicht wundern, wenn nur ein grober Rahmen vorgegeben ist und jede Bank das im Detail anders handhabt.

Bei der PSD2-Schnittstelle gibt es zwei Zugriffsstufen:

  • AISP (Konto-Informations-Dienst): Salden und Transaktionen abrufen
  • PISP (Zahlungsauslöse-Dienst): Überweisungen ausführen

Keine Ahnung, ob eine Bank davon überhaupt abweichen DARF und will.

Könnte mir vorstellen dass es direkt Abmahnungen hagelt, wenn eine Drittanbieter-Banking-App über PSD2 weniger Kontoauszug sehen kann als vorgeschrieben.

#8113354

Εrnst B. schrieb:

Bei der PSD2-Schnittstelle gibt es zwei Zugriffsstufen

Nein, da gibt es auch mehr, wenn auch nicht so eng eingegrenzt wie bei der obigen (wohl DeuBa-eigenen) Schnittstelle. Hier die wohl überwiegend verwendete XS2A-Schnittstelle der Berlin Group:

https://docs.klarna.com/open-banking/v2-consent-and-ais/

Access rights: "accountDetails, balances, transactions, trustedBeneficiaries, ownerName, owner, psuName"

Sofern die Bank es ermöglicht, sollte man also gezielt festlegen können, dass der Anbieter nur die Daten zum Kontoinhaber bekommt, ohne Salden und Transaktionen.

Bringt natürlich nur etwas, wenn (wie bei der Bahn) nur die Identität geprüft werden soll - ein Datensammler wie Klarna, der die Transaktionen für die Bonitätsprüfung nutzen will, ist damit nicht abzuspeisen.

#8113357

Was hiermit durch die Hintertür erreicht werden soll, ist ziemlich klar. Den Zugriff auf Kontodaten, die sie so wahrscheinlich niemals bekommen können. Merz ist ja besonders daran interessiert, wie man seit seiner Wahl sehen kann. Sie wollen gerne ausloten wie viel beim Bürger zu holen ist. Und dieses "Holen" hatte es damals nach dem Krieg (so in den fünfziger Jahren) schon einmal gegeben. Da das aber nicht so einfach ist solche Gesetze durchzusetzen oder neue zu bringen, versucht man es eben so.
Dem ganzen wird der Anschein gegeben, dass das quasi Gesetz ist und man müsste da mitmachen. Nur sind Verordnungen keine Gesetze und auch schon oft hinterher gerichtlich gekippt worden. Also ohne Gerichtsbeschluss bekommen die gar nichts.
Und so sehr ich es schätze mit meinem Konto durch PayPal vom Internet entkoppelt zu sein, so schnell kann ich es lassen.

: Bearbeitet durch User
#8113358

Frank O. schrieb:

Was hiermit durch die Hintertür erreicht werden soll, ist ziemlich klar. Den Zugriff auf Kontodaten, die sie so wahrscheinlich niemals bekommen können. Merz ist ja besonders daran interessiert, wie man seit seiner Wahl sehen kann.

Du kannst Deine Schwurbler-Phantasien wieder einpacken. Behörden haben schon ewig die Möglichkeit, automatisiert Stammdaten abzufragen, bei Bedarf bekommen sie dann auf Anfrage auch die Transaktionen.

Das hier ist eine reine Drittanbieter-Schnittstelle, bei der Zugriffe bewusst durch Kunden freigegeben werden - eben als saubere Alternative zu dem früher praktizierten Verfahren, dass der Drittanbieter direkt die Zugangsdaten für Dein Onlinebanking bekommt.

#8113359

Hmmm schrieb:

bei Bedarf bekommen sie dann auf Anfrage auch die Transaktionen.

Nicht ohne Gerichtsbeschluss und wenn doch, dann ist das ungesetzlich.
Ist schon klar, man ist Schwurbler, Aluhutträger oder Coronaleugner und die regierenden sind alles nur unsere lieben Freunde.

: Bearbeitet durch User
#8113361

Bezugnehmend auf den Beitrag von Thorsten, ( Beitrag "Re: Totale Durchleuchtung beim Elektronikkauf?" ) in dem erwähnt wird, dass Klarna zugriff auf die letzten 30 Tage Kontobewegung bekommt ist wohl die SEPA-Bezahlmethode bei ebay auch ein Schuss ins Knie der Konsumenten.
Hab das letztens gemacht um ohne Paypal zu zahlen, jedoch erst bei der endgültigen Abwicklung realisiert, dass das über einen Dienstleister namens Riverty abgewickelt wird...
Es wird Zeit, dass Wero bei den Portalen Vorschrift wird!

: Bearbeitet durch User
#8113362

Frank O. schrieb:

Nicht ohne Gerichtsbeschluss und wenn doch, dann ist das ungesetzlich. Ist schon klar, man ist Schwurbler, Aluhutträger oder Coronaleugner und die regierenden sind alles nur unsere lieben Freunde.

Wenn Du nicht als Schwurbler gelten willst, kannst Du ja mal erklären, wie "die Regierenden" die PSD2-Schnittstelle dafür nutzen könnten, um illegal an Deine Transaktionsdaten zu kommen. Meinst Du, die schicken Dir eine Phishing-Mail, damit Du ihnen Zugriff auf Dein Konto gibst?

Deiner Logik nach wäre auch jede genormte Onlinebanking-Schnittstelle (HBCI, FinTS) nur dafür da, um "durch die Hintertür" an Deine Kontodaten zu kommen.

#8113363

Es ist halt nur eine Schnittstelle... es kommt darauf an, was darüber gemacht wird.

Der eine ruft damit seine Umsätze für seine Buchhaltung ab, und freut sich dass es einen Ersatz für das abgeschaltete HBCI gibt, und das auch noch mit sicherer Authentifizierung, und es für alle Banken funktioniert.

Der andere ärgert sich, weil ein übergriffiger Zahlungsdienstleister oder Identitätsfeststellungs-Dienst da nebenbei Kontoumsätze für Bonitätsberechnung und Werbeprofile abgreift.

Deshalb: Überleg genau, wem du den PSD2-Zugriff auf dein Konto erlaubst.

#8113369

Εrnst B. schrieb:

Der andere ärgert sich, weil ein übergriffiger Zahlungsdienstleister oder Identitätsfeststellungs-Dienst da nebenbei Kontoumsätze für Bonitätsberechnung und Werbeprofile abgreift. Deshalb: Überleg genau, wem du den PSD2-Zugriff auf dein Konto erlaubst.

Genau! Und dass da niemand dein Gehalt abfragen kann und darf, dafür muss gesorgt werden.
Vor allem nicht freiwillig Zugriff auf Daten erteilen, auf die sie kein Anrecht haben.

#8113373

Frank O. schrieb:

Und dass da niemand dein Gehalt abfragen kann und darf, dafür muss gesorgt werden.

Warum?

Wenn ich will dass ich mein Gehalt auf meinem Konto in meiner Onlinebanking-Software sehen kann, dann soll der Staat das verbieten?

Was verboten werden sollte ist, dass eine Firma sagt: Wir brauchen die Authorisierung nur zur Prüfung deines Namens, und dann doch mehr Daten abrufen. Ach hey, das ist ja schon verboten.

#8113403

Frank O. schrieb:

Was konstruiert du da

Die Schnittstelle ist die selbe.

Frank O. schrieb:

Und dass da niemand dein Gehalt abfragen kann und darf, dafür muss gesorgt werden.

"niemand" schließt eben den Kontoinhaber mit ein.

Und "böse" von "guten" Zugriffen unterscheiden, ist nicht so einfach...

PSD2 versucht das dadurch anzugehen, dass die App/Software Bafin-Zertifiziert sein muss, und der Kontoinhaber explizit zustimmen muss.

Was wäre dein Plan?

#8113413

J. S. schrieb:

Wie sind die dort Regelungen bei der Bonitätsprüfung dort? Wenn man Paypal nutzen will, wird man auch da nicht drum herum kommen, oder? Oder hat Paypal in der Schweiz andere Regelungen?

Was hast denn Du nun wieder für Probleme? Man kann doch Paypal ohne Verknüpfung zu einem Bankkonto in D nutzen, indem man Geld auf das Paypalkonto überweist. Das geht doch derweil per SEPA-Echtzeitüberweisung instant.

Persönliche Seite #8113414

Michael L. schrieb:

Was hast denn Du nun wieder für Probleme?

Ich habe keine Probleme. Lies nochmal meine Antwort.

Ich hatte hinterfragt, ob es in der Schweiz anders ist. Die Antwort des TE steht aus.

Man kann doch Paypal ohne Verknüpfung zu einem Bankkonto in D nutzen, indem man Geld auf das Paypalkonto überweist.

Das ist jedem bekannt, geht aber ebenfalls am Tenor meiner Aussage vorbei. Ich bezog mich ganz konkret auf den Vorteil des verspäteten Zahlens - also die Option des Kredits.

#8113417

Rolf schrieb:

Mach es jetzt, dann bist du beim nächsten Checkout einen Schritt voraus.

Dein Einkommen Deine monatlichen Kosten, etwa für Wohnen, Kredite und den Alltag

Sofern alle Kunden den gleichen Text bekommen haben, hast Du uns eine "Kleinigkeit" direkt darunter verschwiegen, die den Grossteil der Diskussion überflüssig gemacht hätte:

"Du brauchst keine Dokumente oder Passwörter. Wir verwenden diese Angaben nur, um deine Einkäufe mit Klarna zu beurteilen."

Demnach ist das also eine reine Selbstauskunft ohne Zugriff auf Dein Konto.

Quelle mit dem ungekürztem Text: https://www.mimikama.org/klarna-budgetcheck-bankkonto-eu-regeln/

(Firma: Hobbytheoretiker) #8113467

Zum Teil bezieht sich alles auf: Ab dem 20. November 2026 gelten neue gesetzliche Vorgaben durch die EU-Verbraucherkreditrichtlinie. Wobei hier wieder die nationalen Umsetzungen als Verordnungen für die Banken interessant wären (EZB, EBA, BaFin).

Bei geschickter Fragestellung sind jedoch auch die Regeln für die Banken mit in der KI-Antwort verwertet. Nach diesen Infos müssen die Banken für die strengere Kreditprüfung einige Daten einholen, für die nicht weiter gefragt werden muss, weil das ein "Muss" ist (Schufa und Banken). D.h. die Daten müssen geholt werden, nach einem Kriterienkatalog bewertet werden und entsprechend dem Ergebnis (darüber hinaus erfolgt keine Datenspeicherung) weiter verfahren werden.

Nach der KI werden Grunddaten der letzten 90 bis 365 Tage abgerufen. Wer etwas für 500 Euro über den Service bezahlt, dessen Kontotiefstände in den Zeioträumen über diesem Wert lagen, wird nicht befürchten müssen, dass weitere Daten eingeholt werden. Datenschutz Prinzip der Datensparsamkeit --> Grundsatz der Datenminimierung.

: Bearbeitet durch User
#8113492

Rolf schrieb:

Bezahlung mit Klarna

Das würde ich mir gut überlegen! Jede Bezahlung mit Lastschrift, "In bis zu 30 Tagen bezahlen", Teilzahlungen, Ratenzahlung und Klarna Card geht an die Schufa und dein Score fällt. Wer jetzt das Mahul aufraist und labern möchte: erst recherchieren! Z.b., deren Website.

(Firma: Hobbytheoretiker) #8113573

Moritz L. schrieb:

Das glaube ich nicht. Wer seine Kredite ordnungsgemäß begleicht, ist kreditwürdiger als jemand, der keine Kredite in Anspruch genommen hat.

So war es in USA und ist anscheinend noch so. "Paying off your credit card balances frequently is an excellent habit that directly protects and optimizes your U.S. credit score."

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