Dieser ArtikelBenutzerSuche |
AVR-Tutorial: SchieberegisterAb und an stellt sich folgendes Problem: Man würde wesentlich mehr Ausgangspins oder Eingangspins benötigen als der Mikrocontroller zur Verfügung stellt. Ein möglicher Ausweg ist eine Porterweiterung mit einem Schieberegister. Zwei beliebte Schieberegister sind beispielsweise der 74xx595 bzw. der 74xx165.
[bearbeiten] Porterweiterung für AusgängeUm neue Ausgangspins zu gewinnen kann der 74xx595 verwendet werden. Dabei handelt es sich um ein 8-Bit 3-state Serial-in/Serial-out or Parallel-Out Schieberegister mit einem Ausgangsregister und einem asynchronen Reset. Hinter dieser kompliziert anmutenden Beschreibung verbirgt sich eine einfache Funktionalität: Das Schieberegister besteht aus zwei Funktionseinheiten: Dem eigentlichen Schieberegister und dem Ausgangsregister. In das Schieberegister können die Daten seriell hineingetaktet werden und durch ein bestimmtes Signal werden die Daten des Schieberegisters in das Ausgangsregister übernommen und können von dort auf die Ausgangspins geschaltet werden. Im Einzelnen bedeuten die Begriffe:
[bearbeiten] AufbauHinweis: Die Benennung der Pins in den Datenblättern verschiedener Hersteller unterscheidet sich zum Teil. Die Funktionen der Pins sind jedoch gleich.
Der Baustein besteht aus zwei Einheiten:
Im Schieberegister werden die einzelnen Bits durchgeschoben. Mit jeder positiven Taktflanke(LOW -> HIGH) an SCK wird eine Schiebeoperation durchgeführt. Das Ausgangsregister hat die Aufgabe die Ausgangspins des Bausteins anzusteuern. Durch dieses Ausgangsregister ist es möglich, die Schiebeoperationen im Hintergrund durchzuführen, ohne dass IC Pins ihren Wert ändern. Erst wenn die Schiebeoperation abgeschlossen ist, wird der aktuelle Zustand der Schieberegisterkette durch einen Puls an RCK in das Ausgangsregister übernommen. [bearbeiten] FunktionsweiseAm Eingang SER (Pin 14) wird das gewünschte nächste Datum (0 oder 1) angelegt. Durch einen positiven Puls an SCK (Pin 11) wird der momentan an SER anliegende Wert als neuer Wert für Bit 0, das unterste Bit des Schieberegisters, übernommen. Gleichzeitig werden alle anderen Bits im Schieberegister um eine Stelle verschoben: Das Bit 6 wird ins Bit 7 übernommen, Bit 5 ins Bit 6, Bit 4 ins Bit 5, etc. sodass das Bit 0 zur Aufnahme des SER Bits frei wird. Eine Sonderstellung nimmt das ursprüngliche Bit 7 ein. Dieses Bit steht direkt auch am Ausgang QH* (Pin 9) zur Verfügung. Dadurch ist es möglich an ein Schieberegister einen weiteren Baustein 74xxx595 anzuschliessen und so beliebig viele Schieberegister hintereinander zu schalten (kaskadieren). Auf diese Art lassen sich Schieberegister mit beliebig vielen Stufen aufbauen. Wurde das Schieberegister mit den Daten gefüllt, so wird mit einem LOW-HIGH Puls am Pin 12, RCK der Inhalt des Schieberegisters in das Ausgangsregister übernommen. Mit dem Eingang G (Pin 13) kann das Ausgangsregister freigegeben werden. Liegt G auf 0, so führen die Ausgänge QA bis QH entsprechende Pegel. Liegt G auf 1, so schalten die Ausgänge QA bis QH auf Tristate. D.h. sie treiben aktiv weder LOW oder HIGH, sondern sind hochohmig wie ein Eingänge und nehmen jeden Pegel an, der ihnen von aussen aufgezwungen wird. Bleibt nur noch der Eingang SCL(Pin 13). Mit ihm kann das Schieberegister im Baustein gelöscht, also auf eine definierte 0, gesetzt werden. Die Programmierung eines 74xxx595 Schieberegisters gestaltet sich sehr einfach. Im Grunde gibt es 2 Möglichkeiten:
[bearbeiten] Ansteuerung per SoftwareFür eine komplette Softwarelösung kann das Schieberegister an jede beliebige Port-Pin Kombination angeschlossen werden. Wir wählen die Pins PB0, PB1, PB2 und PB3 um dort die Schieberegisteranschlüsse SER, SCK, SCL und RCK anzuschliessen. Die Programmierung gestaltet sich dann nach folgendem Schema: Die 8 Bits eines Bytes werden nacheinander an den Ausgang PB0 (SER) ausgegeben. Durch Generierung eines Pulses 0-1-0 an Pin PB1 (SCK) übernimmt das Schieberegister nacheinander die einzelnen Bits. Dabei ist zu beachten, dass die Ausgabe mit dem höherwertigen Bit beginnen muss, denn dieses Bit wandert ja am weitesten zur Stelle QH. Sind alle 8 Bits ausgegeben, so wird durch einen weiteren 0-1-0 Impuls am Pin PB3 (RCK) der Inhalt der Schieberegisterbits 0 bis 7 in die Ausgaberegister QA bis QH übernommen. Dadurch, dass am Schieberegister der Eingang G konstant auf 0-Pegel gehalten wird, erscheint dann auch die Ausgabe sofort an den entsprechenden Pins und kann zb. mit LEDs (low-current LEDs + Vorwiderstand verwenden) sichtbar gemacht werden. Der Schieberegistereingang SCL wird auf einer 1 gehalten. Würde er auf 0 gehen, so würde die Schieberegisterkette gelöscht. Möchte man einen weiteren Prozessorpin einsparen, so kann man diesen Pin auch generell auf Vcc legen. Das Schieberegister könnte man in so einem Fall durch Einschreiben von 0x00 immer noch löschen.
Anm.1: Siehe Bitmanipulation [bearbeiten] Ansteuerung per SPI-ModulNoch schneller geht die Ansteuerung des Schieberegisters mittels SPI-Modul, welches in fast allen AVRs vorhanden ist. Hier wird der Pin SCL nicht benutzt, da das praktisch keinen Sinn hat. Er muss also fest auf VCC gelegt werden. (Oder mit den Reset-Pin des AVR's, das mit einer RC Schaltung versehen ist, verbunden werden. Damit erreicht man einen definierten Anfangszustand des Schieberegisters) Die Pins für SCK und SIN sind duch den jeweiligen AVR fest vorgegeben. SCK vom 74xxx595 wird mit SCK vom AVR verbunden sowie SIN mit MOSI (Master Out, Slave In). MISO (Master In, Slave Out) ist hier ungenutzt. Es kann NICHT als RCK verwendet werden, da es im SPI-Master Modus immer ein Eingang ist! Es kann aber als allgemeiner Eingang verwendet werden. Der AVR-Pin SS wird sinnvollerweise als RCK benutzt, da er sowieso als Ausgang geschaltet werden muss, sonst gibt es böse Überaschungen (siehe Datenblatt "SS Pin Functionality"). Dieser sollte mit einem Widerstand von 10K nach Masse, während der Start- und Initialisierungsphase, auf L-Potential gehalten werden. `(SS ist während dieser Zeit noch im Tri-State und es könnte passieren, dass die zufälligen Daten des Schieberegisters in das Ausgangslatch übernommen werden) Je nach Bedarf kann man die Taktrate des SPI-Moduls zwischen 1/2 ... 1/128 des CPU-Taktes wählen. Es spricht kaum etwas dagegen mit maximaler Geschwindigkeit zu arbeiten. Die AVRs können zur Zeit mit maximal 20 MHz getaktet werden, d.h. es sind maximal 10 MHz SPI-Takt möglich. Das ist für ein 74xxx595 kein Problem. Die Übertragung von 8 Bit dauert dann gerade mal 800ns!
[bearbeiten] Kaskadieren von SchieberegisternUm ein Schieberegister anzuschließen genügen also im einfachsten Fall 4 freie Prozessorpins (3 wenn SCL nicht benutzt wird) um weitere 8 Ausgangsleitungen zu bekommen. Genügen diese 8 Leitungen nicht, so kann ohne Probleme ein weiteres Schieberegister an das bereits Vorhandene angeschlossen werden: Das nächste Schieberegister wird mit seinem Dateneingang SER einfach an den dafür vorgesehenen Ausgang QH* des vorhergehenden Schieberegisters angeschlossen. Die Steuerleitungen SCK, RCK und SCL werden parallel zu den bereits vorhandenen geschaltet. Konzeptionell erhält man dadurch ein Schieberegister mit einer Breite von 16 Bit. Werden weiter Bausteine in derselben Manier angeschlossen, so erhöht sich die Anzahl der zur Verfügung stehenden Ausgabeleitungen mit jedem Baustein um 8 ohne dass sich die Anzahl der am Prozessor notwendigen Ausgabepins erhöhen würde. Um diese weiteren Register zu nutzen, muss man in der reinen Softwarelösung nur mehrfach die Funktion Schiebe aufrufen, um alle Daten auszugeben. Am Ende werden dann mit SchiebeOut die Daten in die Ausgangsregister übernommen. Bei der SPI Lösung werden ebenfalls ganz einfach mehrere Bytes über SPI ausgegeben, ehe dann mittels RCK die in die Schieberegisterkette eingetakteten Bits in das Ausgangsregister übernommen werden. Um das Ganze ein wenig zu vereinfachen, soll hier eine Funktion zur Ansteuerung mehrerer kaskadierter Schieberegister über das SPI-Modul gezeigt werden. Dabei wird die Ausgabe mehrerer Bytes über eine Schleife realisiert, mehrfache Aufrufe der Funktion sind damit nicht nötig. Statt dessen übergibt man einen Zeiger auf einen Datenblock im RAM sowie die Anzahl der zu übertragenden Bytes. Ausserdem wird die Datenübernahme durch RCK standardkonform integriert. Denn bei nahezu allen ICs mit SPI wird ein sog. CS-Pin verwendet (Chip Select) Dieser Pin ist meist LOW aktiv, d.h. wenn er HIGH ist, ignoriert der IC alle Signale an SCK und MOSI und gibt keine Daten an MISO aus. Ist er LOW, dann ist der IC aktiv und funktioniert normal. Bei der steigenden Flanke an CS werden die Daten ins Ausgangsregister übernommen. Die Fuktion ist sehr schnell, da die Zeit während der die Übertragung eines Bytes läuft, dazu genutzt wird, den Schleifenzähler zu verringern und zu prüfen sowie neue Sendedaten zu laden. Zwischen den einzelnen Bytes gibt es somit nur eine Pause von max. 6 Systemtakten.
[bearbeiten] Acht LEDs mit je 20mA pro SchieberegisterWill man nun acht LEDs mit dem Schieberegister ansteuern, kann man diese direkt über Vorwiderstände anschliessen. Doch ein genauer Blick ins Datenblatt verrät, dass der 74xx595 nur maximal 70mA über VCC bzw. GND ableiten kann. Und wenn man den IC nicht gnadenlos quälen, und damit die Lebensdauer und Zuverlässigkeit drastisch reduzieren will, gibt es nur zwei Auswege.
Der Trick besteht darin, dass 4 LEDs ihren Strom über das Schieberegister von VCC beziehen (HIGH aktiv) während die anderen vier ihren Strom über GND leiten (LOW aktiv). Damit bleiben ganz offiziell für jede LED 70/4 = 17,5mA. Um die Handhabung in der Software zu vereinfachen muss nur vor der Ausgabe der Daten das jeweilige Byte mit 0x0F XOR verknüpft werden, bevor es in das Schieberegister getaktet wird. Dadurch werden die LOW-aktiven LEDs richtig angesteuert und die Datenhandhabung in der Software muss nur mit HIGH-aktiven rechnen. Achtung! Die Widerstände sind auf blaue LEDs mit 3,3V Flusspannung ausgelegt. Bei roten, gelben und grünen LEDs ist die Flusspannung geringer und dementsprechend muss der Vorwiderstand grösser sein. Ausserdem wird der G Eingang verwendet, um die Helligkeit aller LEDs per PWM zu steuern. Beachtet werden muss, dass die PWM im invertierten Modus generiert werden muss, da der Eingang G LOW aktiv ist. [bearbeiten] Porterweiterung für EingängeEin naher Verwandter des 75xx595 ist der 74xx165, er ist quasi das Gegenstück. Hierbei handet es sich um ein 8-bit parallel-in/serial-out shift register. Auf deutsch ein 8 Bit Schieberegister mit parallelem Eingang und seriellem Ausgang. Damit kann man eine grosse Anzahl Eingänge sehr einfach und preiswert zu seinem Mikrocontroller hinzufügen. [bearbeiten] AufbauDer Aufbau ist sehr ähnlich zum 74xx595. Allerdings gibt es kein Register zum Zwischenspeichern. Das ist auch gar nicht nötig, da der IC ja einen parallelen Eingang hat. Der muss nicht zwischengespeichert werden. Es gibt hier also wirklich nur das Schieberegister. Dieses wird über den Eingang PL mit den parallelen Daten geladen. Dann können die Daten seriell mit Takten an CLK aus dem Ausgang Q7 geschoben werden. [bearbeiten] FunktionsweiseDS ist der serielle Dateneingang, welcher im Falle von kaskadierten Schieberegistern mit dem Ausgang des vorhergehenden ICs verbunden wird. D0..D7 sind die parallelen Dateneingänge. Mittels des Eingangs PL (Parallel Load) werden die Daten vom parallelen Eingang in das Schieberegister übernommen, wenn dieses Signal LOW ist. Hier muss man aber ein klein wenig aufpassen. Auf grund der Schaltungsstruktur ist der Eingang PL mit dem Takt CLK verknüpft (obwohl es dafür keinen logischen Grund gibt :-0). Damit es nicht zu unerwünschten Fehlschaltungen kommt, muss der Takt CLK während des Ladens auf HIGH liegen. Wird PL wieder auf HIGH gesetzt, sind die Daten geladen. Das erste Bit liegt direkt am Ausgang Q7 and. Die restlichen Bits können nach und nach durch das Register geschoben werden. Der Eingang CE (Clock Enable) steuert, ob das Schieberegister auf den Takt CLK reagieren soll oder nicht. Ist CE gleich HIGH werden alle Takte an CLK ignoriert. Bei LOW werden mit jeder positiven Flanke die Daten um eine Stufe weiter geschoben. Wird am Eingang CLK eine LOW-HIGH Flanke angelegt und ist dabei CE auf LOW, dann werden die Daten im Schieberegister um eine Position weiter geschoben: DS->Q0, Q0->Q1, Q1->Q2, Q2->Q3, Q3->Q4, Q4->Q5, Q5->Q6, Q6->Q7. Q0..Q6 sind interne Signale, siehe Datenblatt. Q7 ist der serielle Ausgang des Schieberegisters. Dort Werden Takt für Takt die Daten ausgegeben. Hier wird normalerweise der Eingang des Mikrocontrollers oder der Eingang des nächsten Schieberegisters angeschlossen. Q7\ ist der invertierte Ausgang des Schieberegisters. Er wird meist nicht verwendet. [bearbeiten] SchaltungUm nun beispielsweise zwei Schieberegister zu kaskadieren um 16 Eingangspins zu erhalten sollte man folgende Verschaltung vornehmen. Beachten sollte man dabei, dass
Nachfolgend werden zwei Beispiele gezeigt, welche die Ansteuerung nach bekanntem Muster übernehemen. Nur dass hier eben Daten gelesen anstatt geschrieben werden. Zu beachten ist, dass hier ein anderer Modus der SPI-Ansteuerung verwendet werden muss, weil der Baustein das nötig macht. Das muss beachtet werden, wenn auch Schieberegister für Ausgänge verwendet werden. Dabei muss jeweils vor dem Zugriff auf die Ein- oder Ausgangsregister der Modus des Taktes (CPOL) umgeschaltet werden. [bearbeiten] Ansteuerung per Software
[bearbeiten] Ansteuerung per SPI-Modul
[bearbeiten] Bekannte ProblemeAVR Studio 4.12 (Build 498) hat Probleme bei der korrekten Simulation des SPI-Moduls.
Hardwareprobleme
[bearbeiten] Weblinks
|