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FET
[Bearbeiten] EinleitungFET = Feld Effekt Transistor; allgemeine Bezeichung für alle Typen Der FET ist ein Bauelement, das im Gegensatz zum Bipolartransistor (BJT) mit Spannung und nicht mit Strom gesteuert wird. Die drei Anschlüsse eines FETs werden "Gate", "Drain" und "Source" genannt. Unter Umständen ist ein vierter Anschluß vorhanden, der "Bulk" genannt wird. Normalerweise ist "Bulk" intern mit "Source" verbunden, wenn dies nicht der Fall ist muss diese Verbindung durch den Designer in der Schaltung hergestellt werden. FETs werden hauptsächlich unterschieden in N-Kanal und P-Kanal, sowie "selbst sperrend = Anreicherungstyp" und "selbst leitend = Verarmungstyp". Beim selbst leitenden FET wird der Transistor durch anlegen einer Spannung gesperrt, beim selbst sperrenden FET (Standard) wird der Transistor durch anlegen einer Spannung leitend. Ist die "Bulk" Linie durchgezogen handelt es sich um einen selbstleitenden, bei einer gestrichelten Linie um einen selbstsperrenden FET. Trotz dieser Definition kann man sich darauf nicht zu 100% verlassen. Im weiteren Artikel wird nur mehr der "selbst sperrende" FET betrachtet. [Bearbeiten] Vorteile des FET
[Bearbeiten] Nachteile des FET
[Bearbeiten] Erklärung der wichtigsten Datenblattwerte
Die o.g. Zeiten gelten ausschließlich unter den angegebenen Randbedingungen (Gatewiderstand, Treiberspannung, etc.) und müssen für die eigene Anwendung neu berechnet werden. Achtung: Die Tabelle ist nur für eine Temperatur von 25° C gültig !!
[Bearbeiten] Haupttypen und Gatespannungslevel[Bearbeiten] Unterschied N-Kanal / P-Kanal FETIm Schaltsymbol werden die MOSFET-Typen meist durch die Pfeilrichtung in der Mitte des Symbols (eigentlich "Bulk") vom oder zum Gate unterschieden. Deutet der Pfeil zum Gate hin, handelt es sich um einen N-Kanal-FET, deutet der Pfeil vom Gate weg, um einen P-Kanal FET. Der große Vorteil des N-Kanal FETs (Elektronenleitung) ist, daß er immer niederohmiger ist, als ein gleich großer P-Kanal FET (Löcherleitung). Daher sind P-Kanal Typen bei vergleichbaren Werten auch immer größer = teuerer da weniger Chips auf einem Wafer Platz haben.. Beim N-Kanal FET muss die Gatespannung positiv gegenüber Source sein. Dabei wird der FET dann leitend, wenn die sogenannte "turn-on threshold" die Einschaltschwelle - die auch im Datenblatt genannt ist - erreicht wird. Eine typische Anwendung ist z. B. ein Low Side Schalter. d.h. Source an GND, Drain an die Last, Ansteuerung des N-Kanal FETs mit 12V gleichbedeutend mit 12V ÜBER den Source = GND Potential. Beim P-Kanal FET muss die Gatespannung negativ gegenüber Source sein. Eine typische Anwendung ist z. B. ein High-Side-Schalter. Source an z. B. 400V, Drain an die Last, Ansteuerung des P-Kanal FETs mit 388V also 12V UNTER dem Sourcepotential. Natürlich kann dieser High-Side-Schalter auch mit einem N-Kanal FET realisiert werden, was in diesem Fall eine zusätzliche Spannungsquelle bedeutet, denn der FET wird dann mit 412V eingeschaltet. Beim P-Kanal FET ist diese zusätzliche Spannungsquelle nicht erforderlich. [Bearbeiten] Unterschied Logic-Level / "Normal"-LevelDen meisten FETs ist gemein, daß sie mit einer Spannung von 12..15V angesteuert werden müssen, um den minimalen Einschaltwiderstand nutzen zu können. Diese FETs lassen sich nicht ohne Weiteres mit einem TTL-Pegel von 5V ansteuern. Es gibt jedoch für diesen Anwendungsfall sogenannte "Logic-Level" (LL) FETs, die schon bei einer Gate-Spannung von etwa 4,5V voll durchgesteuert = leitend sind. Einige Kleinsignal-FETs sind schon ab ca. 1,2V voll durchgesteuert. [Bearbeiten] Beispiel zur Bauteiledimensionierung[Bearbeiten] SpannungsfestigkeitDie höchste vorkommende Betriebsspannung + Abschaltüberspannung soll kleiner als ca. 80% der Spannungsfestigkeit des Bauteiles sein. Achtung: Zwischen dem je nach Anwendungsfall erforderlichen Pufferkondensator und dem FET wird es immer eine parasitäre Induktivität geben. Abhängig von Schaltgeschwindigkeit und Induktivität wird im Schaltmoment eine mehr oder weniger große Übrspannungsspitze produziert. Dieser Peak addiert sich auf die aktuelle Versorgungsspannung. Überschlagsrechnung als Beispiel:
Dies bedeutet, daß an der "Induktivität" zwischen Transistor und Kondensator - Aufgrund von Selbstinduktion im Schaltmoment - ein Überspannungspuls von ca. 100V entsteht, der auf die Betriebsspannung aufzuschlagen ist. [Bearbeiten] StromtragfähigkeitIn jedem Datenblatt ist eine Stromtragfähigkeit bei 25°C, und meist noch bei einer höheren Temperatur z.B. 125°C, 150°C oder 175°C Kühlfahnentemperatur angegeben. Dieser Wert ist als ERSTE Entscheidungsgrundlage ausreichend, aber aus der theoretisch abführbaren Verlustleistung errechnet, und
[Bearbeiten] Verlustleistung (Näherung für eine getaktete Anwendung)In einem Transistor treten sowohl beim ein- und ausschalten, als auch während der "ein" Zeit Verluste im Bauteil auf. Diese Verluste führen zu einer Bauteilerwärmung. Die dabei entstehende Temperatur darf die maximal zulässige Bauteiletemperatur nie überschreiten. Bei den ersten Projekten ist zu empfehlen eine (berechnete) Chiptemperatur von ca. 125°C nicht zu überschreiten. Fast alle aktuell verfügbaren FETs nennen im Datenblatt eine Temperatur von 175°C als ihre maximale Chiptemperatur.
[Bearbeiten] On-VerlusteP_on = I_N² * R_DS_on * t_on /T = 30A² * 17mOhm *150µs / 200µs = 11,5W
[Bearbeiten] Schaltverluste (vereinfachter Ansatz) Einschalten:
P_sw_r = 0,5 * U_N * I_N * t_r/T
= 0,5 * 70V * 30A * 500ns / 200µs = 2,6W
(Oder alternativ und genauer, wenn bekannt, P_sw_r = f_schalt * E_on d.h. Schaltrequenz mal Einschaltverlustenergie.
Ausschalten:
P_sw_f = 0,5 * U_N * I_N * t_f/T
= 0,5 * 70V * 30A * 800ns / 200µs = 3,7W
(Oder alternativ und genauer, wenn bekannt, P_sw_f = f_schalt * E_off d.h. Schaltrequenz mal Einschaltverlustenergie.
Die Gesamtverlustleistung beträgt also in etwa 18W. Damit muß ein entsprechender Kühlkörper ausgelegt, und die Chiptemperatur berechnet werden. z. B.:
Unter Berücksichtigung der Tatsache, daß hier viele Vereinfachungen vorgenommen, und die Art der Last nicht beachtet wurde, ist es sinnvoll einigen Sicherheitsabstand zu den zulässigen Maximalwerten einzuhalten, daher ist empfehlenswert die Chiptemperatur auf einen Bereich von ca. 125°C zu beschränken. Darüber sollte der Entwickler wissen was er/sie tut. Des Weiteren ist hier die parasitäre Diode im FET nocht berücksichtigt. wenn während der "off" Zeit ein Strom über die Diode fließt, muß die dadurch zusätzlich entstehende Verlustleistung in die obige Berechnung der maximalen Chiptemperatur mit einfließen [Bearbeiten] TreiberleistungAuch wenn der MOSFET ein spannungsgesteuertes Bauelement ist, muss trotzdem bei jedem Einschalten und bei jedem Ausschalten die Gatekappazität umgeladen werden. Bei eingen wenigen Leistungs-FET muss sogar teilweise mit negativer Spannung am Gate gearbeitet werden, um eine vollständige Sperrung zu erreichen. Diese Umladung muss möglichst schnell erfolgen, um die Verluste im FET während der Umschaltphase zu minimieren. Dazu verwendet man einen Mosfet-Treiber. Da die Gatekapazität nicht direkt im Datenblatt enthalten ist kann man sich mit der Eingangskapazität Ciss behelfen. Im Arbeitspunkt ist die Gatekapazität ungefähr 5x größer als der im Datenblatt für Ciss angegebene Wert. Daher berechnet sich die Treiberleistung wie folgt:
1.Beispiel, kleine MOSFET-Steuerung mit niedriger Leistung und Frequenz.
2.Beispiel, sehr große MOSFET-Steuerung für Induktionsheizung mit sehr hoher Leistung und Frequenz.
Aber Achtung, so ein MOSFET-Treiber hat auch einen Eigenverbrauch der leicht zwischen 0,5 und 1 W liegen kann. [Bearbeiten] Zusätzliche HinweiseDefinition LS- und HS: Low-Side - Schalter, der FET schaltet eine Last gegen GND - auch als LS-Schalter bezeichnet. High-Side - Schalter, der FET schaltet eine Last an die Versorgungsspannung - auch als HS-Schalter bezeichnet. Anregungen oder Fragen bitte per PN an "Powerfreak" Dieser Artikel soll dadurch regelmäßig erweitert und ggf. durch ein FAQ ergänzt werden. [Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Weblinks |