Das Innenleben von Transistoren und Operationsverstärkern

Gast #7532073
Lesenswert?

Korax K. schrieb:

4“ ist eher Ende 80er..

Eben das dürfte der Grund sein, warum man die Last Time Production bei RoodMicrotec eingelagert hat.

Philips hat erst um die Jahrtausendwende richtig aufgeräumt. Bis dahin waren noch einige historische Produktionsstraßen von Valvo/Signetics in Betrieb.

#7532595
Lesenswert?

Nun, das erklärt es wohl...

Interessant ist die Tatsache, dass das Datenblatt 1998 kaum geändert wurde. Es scheint lediglich das Keramikgehäuse entfallen zu sein. Alleine deswegen hätte man keine Wafer einlagern müssen.

Ich vermute, dass ab 1998 ein vollkommen anderer Schaltkreis eingesetzt wurde. Die Datenblattwerte erreicht oder übertrifft der sicherlich, aber bei erprobten Baugruppen, deren Funktion wichtig oder vielleicht sogar sicherheitsrelevant ist, will man natürlich weiterhin das Altbekannten einsetzen.

#7537609
Lesenswert?

Arno H. schrieb:

Das war nicht ganz freiwillig, die Fabrik in Caen ist abgebrannt.

Gesucht und gefunden: Philips hat anlässlich des Feuers in Caen eine extra PDN (Nr51) veröffentlicht.

Arno

Gast #7537632
Lesenswert?

PSB in Böblingen und die Fab in Albuquerque, New Mexico wurden ebenfalls um 2003 geschlossen. Die Produkte von PSB zogen um in die MOS4you Fab in Nijmegen, auf 300 mm-Wafer. Damals habe ich einige Audits mitmachen dürfen.

#7770100
Lesenswert?

Hallo Richard,

ich hatte mich schon über die überragende Bildqualität der letzten Untersuchungen gewundert und war drauf und dran mein Mikroskop zu verkaufen... jetzt ist mir alles klar! Da fehlt jetzt nur noch Auflicht-DIK. Welche n.A. hat dein 100x Objektiv? Für alles über 1 benötigt man Imersion, dafür gibt es besondere Öle. Zur Not geht aber auch dest. Wasser. Das gibt dann noch mal ein Schub in der Auflösung, aber unter 0,2-0,3µm kommt man optisch nicht. Höchstens mit UV, da ist dann bei 0,15µm Schluß.

#7770124
Lesenswert?

Hehe, nein, in letzter Zeit waren es nicht nur Bilder, die mit dem Retro-Objektiv entstanden sind. :)

Die nächsten Pläne wären eine Automatisierung und eine RGB-Beleuchtung. Man darf gespannt sein...

Mein 100x hat eine NA von 0,8. Aber davon erzähle ich dir/euch die nächsten Tage noch mehr, inklusive der zugehörigen Bilder.

Ich denke das Auflösungsvermögen, das ich jetzt habe dürfte ausreichend sein. Klar, irgendwie wünscht man sich immer "mehr", aber wann hat man schon Bauteile mit Strukturbreiten unter 300µm, die auch wirklich im Detail aufgelöst werden müssen. Entweder sind die relevanten Strukturen größer oder die Schaltung ist so groß/komplex und in so vielen Metalllagen versteckt, dass eine detaillierte Analyse fast aussichtslos ist. Natürlich gibt es interessante Ausnahmen wie die Analysen von irgendwelchen Sicherheitsfunktionen auf Mikrocontrollern oder ähnliches, das ist aber dann auch eine Lebensabschnittsaufgabe.

#7893816
Lesenswert?

Jörg W. schrieb:

Keine Frage. Wenn ich mir die heutigen Strukturen da so ansehe, inzwischen sind die Strukturen auf den PCBs schon fast da, wo ein 7400 mal angefangen hat.

In der Tat! Die Strukturen sind noch etwas größer, dafür gibt es Platinen mit 100 Lagen und mehr.

Hp M. schrieb:

Der gleiche Chip wurde -mit reduzierten DC-Spezifikationen- als CA3053 für ZF-Verstärkerstufen verkauft.

Das ist wirklich der gleiche Chip? Man konnte es vermuten, da der CA3053 im selben Datenblatt aufgeführt ist. Ich war mir aber nicht sicher, da er doch eine ganz eigene Bezeichnung hat.

#7904106
Lesenswert?

Roland F. schrieb:

Hallo, Richard K. schrieb im Beitrag #7893816:

dafür gibt es Platinen mit 100 Lagen und mehr.

Im Ernst, 100 Lagen? Wo werden den solche Platinen eingesetzt?

rhf

Ich war mal in einer Schulung zur Herstellung von Platinen und dort hat es geheißen, dass so etwas in Mobilfunk Basisstationen eingesetzt wird.

Wobei ich in Erinnerung hatte, dass es auch deutlich mehr als 100 Lagen sein können. Ganz so extrem scheint es nicht zu sein. 125 Lagen ist wohl aktuell state of the art: https://www.allaboutcircuits.com/news/oki-reaches-new-heights-with-124-layer-pcb/

#7904370
Lesenswert?

Hallo, Richard K. schrieb im Beitrag #7904106:

...und dort hat es geheißen, dass so etwas in Mobilfunk Basisstationen eingesetzt wird.

Interessant.

Richard K. schrieb:

125 Lagen ist wohl aktuell state of the art: https://www.allaboutcircuits.com/news/oki-reaches-new-heights-with-124-layer-pcb/

Unglaublich, das so eine Leiterplatte nur 7,6mm sein soll. Absolut erstaunlich das so was überhaupt funktioniert.

rhf

#7904476
Lesenswert?

Bei diesen Mobilfunk-Basisstationen hieß es damals, dass man großzügig Masselagen zur Schirmung von Signalen einsetzt und den Signalen selbst viel Platz lässt (Leitungslängenanpassung, Impedanzanpassung, großer Abstand für wenig Überkopplung,...). Wenn man dann auch noch buried vias nach Belieben einsetzen kann, ist das Routen vielleicht gar nicht mehr so kompliziert wie es im ersten Moment klingt.

#7931939
Lesenswert?

Richard K. schrieb:

Mal wieder ein RS232-Transceiver, ein Sipex SP3232:

https://www.richis-lab.de/transceiver04.htm

Dem einen oder anderen sind wahrscheinlich die Buchstaben LH aufgefallen. Hier kommt nun die Variante des SP3232 mit den Buchstaben LK:

https://www.richis-lab.de/transceiver05.htm

Ein schönes Beispiel was den Entwickler in freier Natur alles heimsuchen kann.

#7949706
Lesenswert?

Heute mal etwas ganz anderes, ein Herzschrittmacher:
Da sind ja erstaunlich viel Bauteile drinnen. Hertzschrittmacher haben ja ziemlich große medizinische Zulassungshürden. Ich habe einem Interview mit einem 6502 Entwickler habe gehört, einige Herzschrittmacher laufen aus konservativen Gründen mit einem 6502.

Persönliche Seite #7949957
Lesenswert?

Wenn ich dran denke, wieviel Tantals ich schon in meinem Leben austauschte, da bleib ich lieber bei meinem Bio-Antriebsmotor ohne Elektroniksteuerung. (OK, das werden die Stoßstrom-festen sein und großartige Transienten gibts bei Batteriebetrieb auch eher weniger)

Wirklich erstaunlich, wieviel Elektronik da drin ist.

Und alle 5-10J ein neuer OP?!

#7949968
Lesenswert?

Man macht sich sofort Gedanken was alles schief gehen könnte. :) Ich denke da sind schon einige Redundanzen und Sicherheitsfunktionen eingebaut, vielleicht auch eine Stromüberwachung falls doch mal etwas durchlegiert.

Diese nennen wir es Steuereinheit ist soweit ich weiß im Körper eher oberflächlich platziert. Ich vermute daher, dass die OP für den Austausch nicht so kritisch ist.

#7949989
Lesenswert?

Richard K. schrieb:

Diese nennen wir es Steuereinheit ist soweit ich weiß im Körper eher oberflächlich platziert. Ich vermute daher, dass die OP für den Austausch nicht so kritisch ist.

Der Austausch sollte so innerhalb einer Stunde passiert sein, wenn die Elektroden wiederverwendet werden können. In zwei Jahren kann ich mehr sagen, dann ist er fast 10 Jahre drin und hat mich zwei mal gerettet.

#7950239
Lesenswert?

Hallo, Richard K. schrieb im Beitrag #7949968:

Ich vermute daher, dass die OP für den Austausch nicht so kritisch ist.

Ist er auch nicht, das Problem tritt eher hinterher auf, da der neue Defibrillator "angelernt" werden muss. Es kann dann schon einige Zeit dauern bis die richtigen Einstellungen für den jeweiligen Patienten gefunden sind.

Richard K. schrieb:

Diese Teile sind schon wirklich eine tolle Erfindung.

Das stimmt, vor allem erlauben sie den Trägern ein nahezu normales Leben. Bevor es die Dinger gab war es für viele Betroffene eher ein Leben auf dem Drahtseil.

rhf

Moderator Persönliche Seite #7961620
Lesenswert?

Richard K. schrieb:

Man hat sich bei dem Baustein tatsächlich zwei Dies gegönnt.

In früheren BMSen von bq waren es ja auch zwei getrennte ICs.

Ich kann mir gut vorstellen, dass sich höhere Spannungsfestigkeit, die das Analogteil braucht, nicht sonderlich gut mit feinen Strukturen verträgt, die der Controller braucht, um auf eine ansehnliche Packungsdichte zu kommen.

#7961635
Lesenswert?

Jörg W. schrieb:

Richard K. schrieb:

Man hat sich bei dem Baustein tatsächlich zwei Dies gegönnt.

In früheren BMSen von bq waren es ja auch zwei getrennte ICs.

Ich kann mir gut vorstellen, dass sich höhere Spannungsfestigkeit, die das Analogteil braucht, nicht sonderlich gut mit feinen Strukturen verträgt, die der Controller braucht, um auf eine ansehnliche Packungsdichte zu kommen.

Na ja, der Spannungshub ist ja noch moderat (keine 600V, wie bei einem Schaltregler-IC) Man sollte das doch eigentlich auf einem Die hinbekommen, indem man den Logikteil per Silicon on Oxide, was mal für die CMOS B-Serie entwickelt wurde, eine Art Wafer auf dem Wafer nachbildet.

#7962698
Lesenswert?

Abdul K. schrieb:

Wenn ich dran denke, wieviel Tantals ich schon in meinem Leben austauschte, da bleib ich lieber bei meinem Bio-Antriebsmotor ohne Elektroniksteuerung.

Keiner wird so ein Ding ohne Notwendigkeit haben wollen und auch nicht eingesetzt bekommen. Also die Gefahr, dass die ausfallen, die ist sehr gering und noch geringer im Vergleich zum geschädigten Herzen, dass dann wohl viel eher ausfällt.

#7998765
Lesenswert?

Die dicke Metalllage, oft Kupfer, eignet sich gut für Induktivitäten mit hoher Güte. In den anderen Bereichen kann es Abschirmung sein. Man nutzt die Lage aber natürlich auch gerne um Versorgungspotentiale oder andere hohe Ströme zu verteilen.

ADC gibt es nur einen (Umwandlung des "Antennensignals"). DACs sind zwei integriert (Stereo-Audio). Nachdem es offenbar zwei sehr gleiche Schaltungen sind und links zwei "dicke" Leitungen in zwei Bondpads enden, tippe ich stark auf auf zwei DACs mit kleiner Endstufe.

#7998768
Lesenswert?

Oh, das habe ich übersehen! Klar, ADCs sollten es auch zwei sein!

Vielleicht enthält der linke Bereich zwei DACs und der rechte Bereich zwei ADCs. Minimal unterschiedlich sind sie ja.

Leider ist das immer ein Stück weit Spekulation bei den kleinen Strukturbreiten und den vielen Metalllagen...

#7999753
Lesenswert?

Da scheint sich Beken ganz heftig bei Silabs (resp. Skyworks) bedient zu haben. Der Empfänger ist den ersten Silabs One-Chip FM-Empfängern verdächtig ähnlich (Z.B. Si4701 und folgende). Beim Blockschaltbild hat man ein krasses déjà-vu! Wäre sehr interessant, so einen Silabs-Chip von innen zu sehen!

#8004974
Lesenswert?

Zwei Updates habe ich heute für euch.

Hier das Substrat des BK1080:

https://www.richis-lab.de/radio02.htm#sub

Beim RDA5807 wurde mir noch ein Schaltbild zugespielt, dass eine Stand-Alone-Applikation zeigt. Der braucht also keinen steuernden Mikrocontroller. Und auch hier habe ich die oberen Lagen abgetragen, um ein besseres Gefühl für die Schaltung zu bekommen:

https://www.richis-lab.de/radio03.htm

#8009830
Lesenswert?

Christoph M. schrieb:

SSR3-A, ein 24GHz-Nahbereichsradar: https://www.richis-lab.de/radar.htm

Die MCU wäre interessant. Es müsste was aus der Reihe sein: https://www.nxp.com/products/MPC567xK

Wir hatten doch dieses Automotive-Radar. Hier findet ihr nun den speziell speziell für diese Anwendung optimierten Mikrocontroller, den Freescale SC5771:

https://www.richis-lab.de/uC10.htm

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren