Halli Hallo,
ich verwende momentan in einem Projekt ein paar 74HC4051er 1:8
Multiplexer und hätte dazu eine kurze Frage. Das Ding wird verwendet um
jeweils 5V von VCC auf die Ausgänge durchzuschalten. Ich nutze effektiv
allerdings nur die ersten 6 outputs und die letzten beide ignoriere ich.
Bin mir nun unsicher ob ich die ungenutzten Ausgänge floaten lassen soll
oder auf VCC hängen? Nach GND binden wäre ja kontraproduktiv, dann hätte
ich in jedem Durchlauf zweimal kurz eine Kurzschlussparty, oder?
Danke im Voraus!
Jocobes
Jocobes S. schrieb:> Das Ding wird verwendet um> jeweils 5V von VCC auf die Ausgänge durchzuschalten. Ich nutze effektiv> allerdings nur die ersten 6 outputs und die letzten beide ignoriere ich.> Bin mir nun unsicher ob ich die ungenutzten Ausgänge floaten lassen soll> oder auf VCC hängen?
Der 74HC4051 ist ein Analogmultiplexer. Er hat keine expliziten
Ausgänge. Der Chip arbeitet Bidirektional, man kann auch 1 von 8
Signalen (Y Pins) auf „Z“ schalten.
> Nach GND binden wäre ja kontraproduktiv,
Dann lege sie über >10k auf GND.
Benötigst Du die Analogschalter?
Jocobes S. schrieb:> Bin mir nun unsicher ob ich die ungenutzten Ausgänge floaten lassen> soll oder auf VCC hängen
Ungenutzte Ausgänge kann man eigentlich immer unbeschaltet lassen.
Obwohl der 4051 eigentlich keine Ein- bzw. Ausgänge hat. Aber wenn du
ihn so verwendest, daß der gemeinsame Anschluß der 8 Analogschalter auf
Vcc liegt und 6 der 8 anderen Anschlüsse zu je einer Last führen, dann
kannst du die beiden anderen einfach unbeschaltet lassen.
Stell dir das Ding wie einen Drehschalter mit 8 Stellungen vor.
Super, danke für die raschen Antworten! Stimmt schon das der keine
Ausgänge hat, nur betrachte ich ihn so, damit ich mir mit dem erklären
leichter tu. ;)
Gut ich hätte sie gefühlsmäßig eh unbeschaltet gelassen. Dachte mir nur
vielleicht ist es wenn das Ding sehr schnell schaltet störungsmäßig
irgendwie günstiger wenn nicht auf einen pin geschaltet wird der floatet
sondern einen der am selben Potential liegt.
Axel S. schrieb:> Aber wenn du> ihn so verwendest, daß der gemeinsame Anschluß der 8 Analogschalter auf> Vcc liegt und 6 der 8 anderen Anschlüsse zu je einer Last führen, dann> kannst du die beiden anderen einfach unbeschaltet lassen.>> Stell dir das Ding wie einen Drehschalter mit 8 Stellungen vor.
Drehschalter?
Last?
An einem CMOS-Analogschalter?
Eher nicht so, oder?
Das Teil hat so um 100 Ohm im Schalter, da sollte man gar nichts mit
schalten was nicht hochohmiges Signal ist.
Auch wegen der Leistung...
Ich komm auf denn Chip weil ich, aus einem mir nicht emrh ganz bekannten
Grund, davon noch ein paar in einer Kiste bei mir gefunden habe. ;)
Aber wenn ich einen Docder verwende ändert das ja nichts daran, dass ich
auf die unbenutzen "Ausgänge" trotzdem auch die 5v schalte. Mir ist
schon klar, dass ich kein Problem haben sollte wenn ich die pins einfach
floaten lasse, ich habe mir nur eben überlegt, rein theoretisch, ob es
einen unterschied macht ob ich die Ausgänge gegen VCC leg, weil ich
vielleicht irgendwelche parasitären Kapazitäten bei den nicht
verbundenen Pins habe und die dann jedesmal ein bisserl einen Strom
ziehen? WIe gesagt rein theoretisches Interesse hier :)
Bei dem 4051 handelt es sich um analoge Schalter, da ist es z.B. bei
Audosignalen sinnvoll, die Ausgänge ein wenig "zu biasen", sonst ploppts
oder man hört Übersprechen.
Am Digitalsignal muss man das nicht, da die Ausgänge "offen" oder "Z"
sind und nur geringe parasitäre Kapazitäten vorliegen.
Wenn Z festliegt, kannst du natürlich die Ausgänge auch auf das gleiche
Signal legen, nutzt nix, schadet nix.
Der digitale Multiplexer hat reine TTL-ausgänge, d.h. da ist immer H
oder L, nur eben das H vom Eingang/Selektor kommt, wohingegen L vom
Eingang kommt oder "nicht selektiert" bedeuten kann.
Da musst du nicht nur die Ausgänge nicht abschließen, da solltest du es
nichtmal.
Was für Signale schaltest du?
Ausgänge "biasen" heißt dann vorspannen auf ein Potential, oder wie kann
ich mir das Vorstellen?
Ah I see, also wäre es wirklich sinnvoller einen digitalen Muxer zu
verwenden vermutlich. Is notiert für die Zukunft.
Ich schalte damit Bipolartransistoren die mir jeweils die Kathode eins
7-Segment displays nach Masse scahlten.
Jocobes S. schrieb:> Aber wenn ich einen Docder verwende ändert das ja nichts daran, dass ich> auf die unbenutzen "Ausgänge" trotzdem auch die 5v schalte.
Das sind aber Digitalausgänge, die schalten niederohmig auf GND oder 5
Volt, da floatet nichts.
> Mir ist schon klar, dass ich kein Problem haben sollte wenn ich> die pins einfach floaten lasse, ich habe mir nur eben überlegt,> rein theoretisch, ob es einen unterschied macht...
Nicht nur theoretisch. Die Pin-Kapazität gibt es ja wirklich und die
muss beim ersten Einschalten auf 5 Volt aufgeladen werden. Dabei bleibt
es dann aber, sie wird ja nur von Leckströmen entladen. Also das sollte
nun wirklich nicht stören.
Dann gibt es Kapazitäten zwischen den Digitalsignalen, die den Schalter
steuern, und dem Analogpfad. Darüber wird bei jedem Schaltvorgang ein
wenig Ladung eingekoppelt (charge injection). Wenn die Y-Pins offen
sind, fließt die über Z nach 5 Volt und erzeugt einen Spike. Wenn beide
angeschlossen sind, verteilt sich die Ladung, die Hälfte fließt nach 5
Volt und die andere Hälfte, nun ja, nach 5 Volt. Außerdem reden wir von
einem Effekt, der vielleicht bei empfindlichen Analogschaltungen stören
würde.
Aber jetzt kommt's. In offene Pins wird gerne etwas eingekoppelt. Der
Strom fließt über die Eingangsschutzdioden nach 5 Volt und erzeugt dort
eine kleine Störung. Wenn die Pins angeschlossen sind, wird direkt in
die 5 Volt eingekoppelt. Böse Menschen könnten das als Vorteil für
offene Pins werten. Allerdings fließt ein Teil des Stroms "quer" durch
die Schutzdioden und kommt bei den benachbarten Y-Pins wieder raus
(injection current effect). Das könnte im Extremfall deine Verbraucher
an diesen Pins stören. Deswegen gibt es die 74HC4851, bei denen der
Effekt deutlich kleiner ist.
Jetzt bin ich aber froh, dass ich doch noch etwas gefunden habe ;)
Jocobes S. schrieb:> Ich schalte damit Bipolartransistoren die mir jeweils die Kathode eins> 7-Segment displays nach Masse scahlten.
Das hat jetzt zwar nichts mit den unbenutzten "Ausgängen" zu tun, aber
wie sieht die Schaltung zu den Transistoren aus?
Denn dein "Dekoder" ist ja ein Analog-Multiplexer, und die
abgeschalteten "Ausgänge" sind hochohmig. Dadurch könnten die
Transistoren durch Restströme und Eingekopplungen leicht angesteuert
werden. Daher wäre hier ein Ziehwiderstand nach GND ganz sinnvoll. Ob
nun unbedingt nötig ist eine andere Frage...
Bauform B. schrieb:> Jetzt bin ich aber froh, dass ich doch noch etwas gefunden habe ;)
Ui sher cool, danke für die detailierte Antwort! Ich werd mal riskieren
und schauen ob ich es mit dem 4051er hin bekomm.
Dietrich L. schrieb:> wie sieht die Schaltung zu den Transistoren aus?
Das habe ihc mir noch nicht überlegt, meine Bipos sind noch nicht
angekommen. Das mit dem Pulldown ist eigentlich eine gute Idee. Ich denk
ich werds mal aufbauen wenn sie die sind und mir anschauen ob sie
Probleme machen.
Danke euch allen für die informativen und konstruktiven Antworten, habt
mir sehr geholfen!
Jocobes S. schrieb:> Ich schalte damit Bipolartransistoren die mir jeweils die Kathode eins> 7-Segment displays nach Masse scahlten.
Da bist du mit einem Decoder deutlich besser und sinnvoller aufgestellt.
Wenn du den OE nicht nutzt, sind alle Ausgänge fix auf Potential und du
brauchst keinen Pulldown an der Basis.
Jocobes S. schrieb:> Ausgänge "biasen" heißt dann vorspannen auf ein Potential, oder wie kann> ich mir das Vorstellen?
Yep.
Im Audiofall z.B. auf das 0V-Potential des Audiosignals. Digital wär's
wahrscheinlich GND.
Jocobes S. schrieb:> Ich komm auf denn Chip weil ich, aus einem mir nicht emrh ganz bekannten> Grund, davon noch ein paar in einer Kiste bei mir gefunden habe. ;)
Na ja, man sollte passende ICs für die Anwendung auswählen.
Jocobes S. schrieb:> Aber wenn ich einen Docder verwende ändert das ja nichts daran, dass ich> auf die unbenutzen "Ausgänge" trotzdem auch die 5v schalte. Mir ist> schon klar, dass ich kein Problem haben sollte wenn ich die pins einfach> floaten lasse, ich habe mir nur eben überlegt, rein theoretisch, ob es> einen unterschied macht ob ich die Ausgänge gegen VCC leg, weil ich> vielleicht irgendwelche parasitären Kapazitäten bei den nicht> verbundenen Pins habe und die dann jedesmal ein bisserl einen Strom> ziehen? WIe gesagt rein theoretisches Interesse hier :)
Die Ausgänge eines digitalen wie dem 74HC238 ICs floaten nicht. Entweder
haben die H oder L, Jens M. schrieb dass ja schon. Unbenutzt bleiben die
einfach offen.