Hi Leute,
wir sind im aktuell im Jahre 2021 wo es selbstverständlich ist, dass man
fancy Tools wie z.B. CAD-Software mit 3D-view, schnelle USB-Debugger und
gute IDEs für uC Programmierung hat.
Ich frage mich grad aber nur, wie man z.B. vor Windows Zeiten gearbeitet
hat?
Klar hat man ganz früher die Layouts von PCBs oder auch ICs noch
händisch gezeichnet. Was waren denn so die ersten CAD-tools, hat da
jemand noch Bildschirmfotos und wie haben die Entwicklungsumgebungen
früher ausgesehen?
Wäre super spannend wenn Ihr mir mal einen Einblick geben könntet :)
Danke!
Kauf dir die c't DVD.
Titel : Platinen-Layout aus dem Spectrum
Untertitel : Teil 1: Automatisches Entflechten mit Z80
Autor(en) : Florian Sachse
Zeitschrift : c't 8/84, S. 37
Schlagwoerter: Know-how
Das Programm hab ich damals abgetippt. Bestimmt ist daraus spaeter Eagle
entstanden. :-D
Und so hat man z.B den Assemblercode fuer den MCS48 erzeugen koennen:
Titel : MACRO 48
Untertitel : MCS48-Assembler mit dem MACRO 80 schreiben
Autor(en) : Herbert Nabereit
Zeitschrift : c't 8/84, S. 44
Schlagwoerter: Know-how, Assembler
Olaf
Egal schrieb:> Was waren denn so die ersten CAD-tools, hat da jemand noch> Bildschirmfotos und wie haben die Entwicklungsumgebungen früher> ausgesehen?
Kannst du selber:
Das war mein erstes PCB CAD Programm
https://smores.tistory.com/m/810
und nach Mikroprozessoren wie SC/MP und Z80 das mein erster
Mikrocontroller:
https://shrubbery.net/~heas/willem/kmitl/C11evb.htm
Manche andere haben noch früher angefangen.
Ist zwar nicht on topic, aber für mich gabs vor 1990 nichts Anderes als
den C64, was keine Tastatur hatte war für mich nicht mal ein Computer ;)
Hat sich doch einiges geändert seitdem...
Moin,
Ich hab' hier noch ein kariertes DIN-A5 Schulheft rumliegen, wo ich
damals alle Z80 Maschinenbefehle nach Wert des OpCodes sortiert
eingetragen hab'.
Also von 0 = NOP bis 255 = RST 38h; dann noch die mit 2 Byte OpCode.
Das hab' ich dann hergenommen, um auf dem ZX81 Software zu
disassemblieren.
War ne Scheissarbeit, die OpCodes aus "Programmierung des Z80" (Boah,
das hat 50 Mark gekostet, dafuer haett's auch fast 10 Lustige
Taschenbuecher gegeben), wo sie alphabetisch geordnet drinnenstanden, in
das Heft zu uebertragen :-)
Mal gucken, ob ich noch BASIC kann:
10 FOR N=0 TO 100
20 PRINT PEEK N
30 NEXT N
Dann die Ausgabe davon per diesem Heft disassembliert...
Erst spaeter gabs dann ein ZX81 Rom-Listing als Buch, mit Kommentaren,
etc.
Gruss
WK
AutoCAD 3 usw. hatte ich auch unter DOS, allerdings erst auf einem 386er
SX (mein erster DOOM Rechner :-P). Autocad 10 oder 11 waren dann die
letzten ohne Windows, wimre.
Aber natürlich konnte man Z80 und MCS51 mit einem Assembler unter DOS
programmieren - oder mit dem Apple][. War eben mit EPROMs jonglieren.
Allerdings hatte ich für MCS51 ein Board mit IntelHex Loader, das aus
dem RAM Programme laufen liess, eine kleine Eigenkonstruktion.
Angefangen hat's mit ätzfesten Stiften. Dann kamen die Abreibe-Symbole.
Mit denen haben wir jahrzehntelang gearbeitet. Das Ergebnis waren die
Leiterplatten mit den schön geschwungenen Leiterbahnen. Anschließend
ging's mit den ersten CAD-Workstations weiter. Waren Maschinen auf
8-Bit-Basis, meistens mit Z80.
> Wozu braucht man für CAD-Software Windows?
Es gab damals sicher schon CAD-Software fuer Unixworkstation. Aber
so teuer das du das vielleicht bei Sony oder anderen dicken
Firmen gefunden hast, aber sicher nicht bei Privatleuten.
Meine erstes Computerlayout hab ich mit GFA-Draft auf dem Atari ST
gemalt. Als Bild!
Die Vorlagen hab ich mit einem selbst umgefummelten Drucker von einer
PDP11(vom Flohmarkt) ausgeplottet. (HPGL Interpreter in MCS51 Assembler)
Da waren megafette Schrittmotoren drin. Wenn man damit einen Kreis von
ungefaehr 20mm geplottet hat dann hat man die Eigenresonanz der Kiste
getroffen (ich war jung und kannte nur Vollschritt) und mein Papa hat
besorgt an meine Tuer geklopft weil er dachte in meinem Kinderzimmer
materialisiert sich der Teufel persoenlich. :-D
Olaf
> PADS (CAD) von PADS Inc. lief 1991 unter DOS und das ganz hervorragend.
Jetzt wird mir so einiges klar. Erstaunlich das sich diese Software bis
heute gehalten hat.
Olaf
Egal schrieb:> Wäre super spannend wenn Ihr mir mal einen Einblick geben könntet :)
Platinenlayout auf 6809, programmiert in Forth - natürlich mit grünem
Monitor.
Neben Eagle 4 gab es auch noch Orcad.
Eigentlich: Neben Orcad gab es auch Eagle 4.
Die umgekehrt komische Bediendung von Eagle war damals schon
gewoehungsbeduerftig.
An "Platine 64" will ich lieber nicht erinnert werden.
Tomas pk. schrieb:> Eagle lief natürlich noch unter DOS
Das galt auch für andere Entwicklungs Software für 8x51 MCs und auch für
die ersten C Compiler aus dieser Zeit. Also kein Problem. Windows
braucht es dafür nicht.
In den 70ern Leiterbahnen malen mit dem Rotring Rapidograph und
wasserfester Tinte, dann Klebebänder und Klebesymbole (Leymann & Brady),
teilweise im Massstab 4:1 wovon dann ein Reprofilme erstellt wurde,
Protel TRAX (damals Vollschrott), ORCAD, Eagle und heute KiCAD.
Moin,
Hier hatte ich schonmal ein Foddo von einer Platine von mir aus der Zeit
hochgeladen:
Beitrag "Re: Sound auf IC speichern und auf befehlt abspielen lassen"
Da war die Layoutsoftware noch recht analog bei mir:
Autorouter: Karopapier und Bleistift
Dann Karopapier auf Platine mit Tesafilm fixieren und Loecher fuer die
Pins der Bauteile bohren; mit Edding oder aehnlichen Filzstiften die
Leiterbahnen malen, trocknenlassen und dann aetzen.
Ich hatte aber damals schonmal ueberlegt, evtl. mit dem Thermodrucker
vom ZX81 auch Layouts zu drucken und hatte mich noch geaergert, weil
iirc 2.54 mm ungefaehr 7 Pixeln auf dem Thermopapier entsprachen und
nicht 8.
Und auch schon klar war, dass das ein Riesenaufriss wird, bis das auf
der Platine ist.</oppa erzaehlt vom krieg>
Gruss
WK
Dergute W. schrieb:> Da war die Layoutsoftware noch recht analog bei mir:
Ich glaube, er frahzte nicht, wie das Hobbyisten damals gemacht haben,
sondern Profis.
Der müde Joe schrieb:> Dann kamen die Abreibe-Symbole.
.. und Klebebänder von Brady. So etwa 1986 habe ich damit eine
doppelseitige Prozessorkarte geklebt, 6502, 6522, 6532, EPROM, SRAM
(teuer!) und Akkupufferung. In doppelter Größe, der
Leiterplattenhersteller hat die dann auf 1:1 verkleinert.
Eine Firma in der Nachbarstadt hatte schon ein CAD-System in gut
Gefrierschrankgröße, müsste eine kleine VAX gewesen sein. Das Ding
machte Autorouting, aber die Ergebnisse waren unbrauchbar.
1993 wurde dann ein µC von Motorola interessant, den hat mein Kollege in
Eagle auf dem PC layoutet. Schaltungstechnik war nicht sein Ding, aber
er hatte Spaß daran, tagelang am Bildschirm zu malen.
Ein Platinchen, etwa so groß wie ein Arduino-Uno, mit 8 Stellen
LED-Display, das Display kann ASCII und hat einen eigenen
Zeichengenerator. Für das Ding hatte ich in der Prüftechnik diverse
Anwendungen, aber auch zuhause als Küchentimer und in der
Garagentorfernsteuerung. Natürlich alles in Assembler geschrieben.
Au man, hätte man damals schon Arduinos gehabt ...
Damals mit TangoII-PCB plottete ich die Layouts auf dünnen Mylarfolien
im Masstab 1:1 auf einem HP7450A da es 0.2mm Plotterstifte mit richtiger
Zeichentusche und gab. Das funktionierte sehr gut zum direkten
Photoresist belichten und ersparte die Reprokosten und Zeitverzögerung.
Man musste nur die Belichtungszeit etwas verlängern. Aber mit Windows NT
konnte man allerdings Tango nicht mehr benutzen und später gab es dann
auch die speziellen Plotterstifte nicht mehr.
Sobald ich Zugang zu einen IBM 12R Laserdrucker hatte, ging es dann auch
ohne Plotter wieder super weil der Drucker eine sehr gute Tonerdichte
produzierte. Der Photoresist wurde immer einwandfrei belichtet. Mit dem
modernen Brother Laserdrucker geht das leider auch nicht mehr. Für
solche Zwecke waren die alten Drucker wesentlich nützlicher.
Der Fortschritt verursacht regelmäßig gewissen Ärger wenn man
existierende Prozesse am Leben erhalten will. Reprofilmherstellung geht
auch nur noch auf dem Umweg von Photoplotting von PDFs o.ae.
Egal schrieb:> und wie haben die Entwicklungsumgebungen früher ausgesehen?
Kommandozeilencompiler oder -assembler
Die erste IDE, zumindest eine solche mit größerer Verbreitung, dürfte
Turbo-Pascal gewesen sein. Das gab's schon unter CP/M, und der Name
„Turbo“ war Programm, denn das lief um mindestens eine Größenordnung
schneller als das, was man zuvor mit in der Regel Mehrpass-Compilern auf
Disketten so benutzt hat. Noch dazu konnte man zumindest kleinere
Programme (wegen der RAM-Limitierung) direkt in den RAM compilieren, der
zwischen dem Turbo-Pascal selbst (untere Adressen) und dem
Betriebssystem (obere Adressen) noch frei war. Größere Programme musste
man als externe Compilate ablegen und starten, weil dann die
Turbo-Pascal-IDE beiseite gelegt werden musste, um den Speicher frei zu
bekommen.
Platinen habe ich auch alles Mögliche gemacht, was hier genannt wurde:
direktes Zeichnen mit Stiften oder einem dünnflüssigen Spirituslack (von
dem ich wahrscheinlich noch irgendwo einen eingetrockneten Rest habe :),
da war man froh, wenn man es schaffte, zwischen zwei Pins im
2,5-mm-Abstand noch einen Leiterzug kurzschlussfrei hindurch zu routen.
Später Abreibesymbole, funktionierten so la-la. Die Platinen meines
CP/M-Computers sind schon fotomechanisch gemacht, gezeichnet auf
aluminiumverstärktem Karton (normaler Karton ist in Abhängigkeit von der
Luftfeuchtigkeit nicht ausreichend maßhaltig). Allerdings hatte ich
nicht genügend davon, um alles im üblichen Maßstab 2:1 zeichnen zu
können. Der Karton war mit blauer Farbe (die bei der Reproduktion mit
vorwiegend blau empfindlichen fotomechanischen Filmen keinen Kontrast
erzeugte) im 5-mm-Raster bedruckt, was bei dem im Osten üblichen
2,5-mm-Raster und 2:1 dann genau dem Pinraster entsprach. Ich musste
mich mit einem Maßstab von 1,5:1 begnügen, was beim Zeichnen etwas
"Gehirnfasching" verursacht hat, weil jedes zweite Pin dann in der Mitte
des Raster platziert werden musste.
Erste Mikrocontroller (damals im Osten noch "Einchip-Mikrorechner"
genannt, was es eigentlich sehr treffend charakterisiert) waren
Z8-Clones. Die waren nicht schlecht, wenngleich das Design vermutlich
eher nicht tauglich wäre für Compiler, die mit irgendwie in 16er Blöcken
zusammen gefassten RAM-Pages kaum was anfangen können, da die exakte
Zuordnung ja erst vom Linker kommt. Damit habe ich die Ansteuerung für
ein mechanisches Druckwerk (elektromechanische Schreibmaschine) sowie
für drei verschiedene Tastaturen gebaut, die wir unter Kollegen
aufgetrieben und benutzt haben (einmal C64, einmal IBM-PC/II, die dritte
habe ich vergessen).
Erstmal bin ich erstaunt über die Ansammlung von Alten Säcken! :-)
Die das noch kannten.
Gerhard O. schrieb:> Sobald ich Zugang zu einen IBM 12R Laserdrucker hatte, ging es dann auch> ohne Plotter wieder super weil der Drucker eine sehr gute Tonerdichte> produzierte.
Schön. Beruflich und über Gerber war das sicher kein Problem.
Aber privat war das uninteressant.
Die Platinen waren übersichtlich und wurden gemalt.
Mehrere konnte man über das Fotoverfahren machen.
Für mich wurde es erst interessant mit den ersten Tintenstrahl-Druckern.
Mit dem Epson 500 ging das dann prima.
Harald schrieb:>> Wozu braucht man für CAD-Software Windows?>> Kleiner Riss in Deinem Raum-Zeit-Kontinuum?
Es gab viel an Grafikprogrammen natürlich schon unter MS-DOS. Einziger
Haken: für jede Grafikhardware jenseits des bissel Standard-VGA musste
jede von denen dann eigene Hardwaretreiber mitschleppen.
Unix-Worstations hatten damals schon X11 und damit eine
Abstraktionsschicht. Die CAD-Programme der Halbleiterindustrie liefen
über Jahrzehnte auf Workstations von Sun oder HP, die durchaus nicht so
ganz preiswert waren. Es ist keine 20 Jahre her, dass ihnen da PCs mit
Linux den Rang abgelaufen haben, weil man mehr "Bang per buck" heraus
bekam. Zumindest bis vor ein paar Jahren (mittlerweile arbeite ich nicht
mehr in der Branche) waren unixoide Systeme in der Halbleiterei für die
Entwicklung völlig normal. Der typische IC-Entwickler hatte dann einen
Unix-Arbeitsplatz (typisch auf Linux) „zum Arbeiten“ und einen
Windows-Rechner für Word, Outlook und all sowas.
Jörg W. schrieb:> Es gab viel an Grafikprogrammen natürlich schon unter MS-DOS. Einziger> Haken: für jede Grafikhardware jenseits des bissel Standard-VGA musste> jede von denen dann eigene Hardwaretreiber mitschleppen.
Das war aber normal. Und die Auflösung sehr begrenzt.
Auf den Bildschirm passte nicht so viel wie heute.
Es gab aber gerade bei CAD die Alternative als Tablet.
Nein, nicht was man heute darunter versteht.
Die Menüs waren darauf ausgelagert.
Mit der 7-Tasten Maus konnte man da gut arbeiten.
Zum digitalisieren von Vorlagen heute noch unentbehrlich.
Jörg W. schrieb:> Die CAD-Programme der Halbleiterindustrie liefen> über Jahrzehnte auf Workstations von Sun oder HP, die durchaus nicht so> ganz preiswert waren.
Ich habe mal CAD-Maschinenbau Lehrgang gemacht.
Auf SUN Workstation mit 40MHz CPU. Das System war von 1988.
Alles lief flüssig ab.
Außer Finite Elemente. Das dauerte manchmal (Stunden).
Und drucken konnte man auch. Auf dem Flur stand ein Laser in
Schuhschrankgröße.
Eingebleut wurde, erst "Save" zu mchen. Der ganze Kram konnte da beim
Druck abstürzen.
War eine abenteuerliche Zeit.
Obwohl es im Handel schon IBM-PC mit wahnsinnigen 160MHz gab.
michael_ schrieb:> Beruflich und über Gerber war das sicher kein Problem.
Nein. Das war direkter 1:1 Druck vom CAD Programm ohne irgendwelche
Gerber Dateien von zuhause. Das "Malen" mit Tusche auf Mylar machte ich
viele Jahre. Ich hatte dazu eine Parallel Lineal Zeichenplatte wo man
dann mit breiten Tuschehaltern (Kalligraphiefedern) die Bahnen direkt im
rechtwinkligen und 45 Grad Winkel am Brett Lineal zeichnen konnte. Das
ging sehr schnell und sah fast so konsistent wie CAD aus. Für 45 und 90
Grad dienten Plastik Dreiecke. Für die PADs hatte ich eine Schablone mit
allen möglichen Lochformen einschließlich ICs. Ging ziemlich gut.
Waren eigentlich auch schöne Zeiten. Das einzige was ich nicht vermisse
ist das Fehlen von DRC zwischen Schaltplan und Layout. Das war immer
sehr zeitraubend und man fand kaum immer alle Fehler. Da ist CAD
unbestritten ein großer Fortschritt.
In der Lehre machten wir Layouts im Negativ Verfahren wo man nur die
Isolationen um die Strukturen mit Rotring Zeichenstiften anfertigte,
ähnlich wie beim CNC Gravieren. Diese Methode verschwendete sehr wenig
Kupfer.
michael_ schrieb:> Erstmal bin ich erstaunt über die Ansammlung von Alten Säcken! :-)> Die das noch kannten.
Auch alte Säcke sind noch zu irgendeinen Zweck gut;-)
Hallo,
Egal schrieb:> Ich frage mich grad aber nur, wie man z.B. vor Windows Zeiten gearbeitet> hat?
Platinenlayout mit Reibe- b.z.w. Kelbesymbolen, dann auf einem AtariSTe
(und nachher AtariTT) mit Platon, das ganze auf Folien ausgedruckt.
Software für einen ST62 (wenn ich mich richtig erinnere hatte das Ding
32 Byte RAM) auf einem IBM-PC mit dem entsprechenden Assembler und dem
dazugehörigen Programmiergerät entwickelt. Der Test der Software bestand
dann darin das Binärfile in eine EPROM-Version des ST62 zu brennen,
auszuprobieren und im Fehlerfall den Baustein mittels eines
UV-Löschgerätes wieder zu löschen. War die Software fertig, wurde sie in
eine OTP-Version des ST62 gebrannt.
Ich darf gar nicht mehr dran denken.
rhf
Ich habe in den 1980er und frühen 1990er Jahren auch noch die
Abreibesymbole (von Seno, Edding, Brady) benutzt, um meine
Platinenlayouts auf Folie im Maßstab 1:1 zu erstellen. Bei
Polygonflächen hab ich nur die Umrisse damit gemacht und mit
Zeichentusche gefüllt.
Wobei ich Einzelstücke auch oft auf Lochrasterplatine mit Cu-Lackdraht
aufgebaut habe.
Nicht ganz so kunstvoll und in so hoher Packungsdichte wie bei ChaN
(ELM),
aber immerhin bekam ich auf 'ner Eurokarte so mehr unter, als mit einer
selbstgeätzten doppelseitigen Platine.
Z.B. eine Karte mit Z80A CPU, CTC, 2x SIO-0, 2xPIO, 5 Fassungen für
Speicher-ICs (EPROM, EEPROM, RAM) und komplett gepuffertem Systembus.
Zur Software-Entwicklung nutzte ich anfänglich ein CP/M System mit
MACRO-80
für die Firmware meiner Z80-basierten Boards, mit wordstar im
non-document-mode als Editor.
Später (etwa von 1991-1995) dann einen Z80-Crossassembler auf einem
286er PC unter MS-DOS. Zu dieser Zeit nutzte ich meist einen
selbstgebauten EPROM-Emulator mit gepuffertem SRAM, der per Druckerport
geladen werden konnte.
Erst in den 1990er Jahren fing ich auch irgendwann an, Layouts
elektronisch mit EAGLE zu realisieren.
> Erst in den 1990er Jahren fing ich auch irgendwann an, Layouts> elektronisch mit EAGLE zu realisieren.
Damals war es meine Aufgabe als Hiwi an der Uni jeden Tag morgens
die Raubkopien von Eagle von den Rechnern zu loeschen an denen die
Studenten dann spaeter arbeiteten. Und eine Stunde spaeter waren
die wieder neu installiert.
Das erklaert vielleicht wieso Eagle in Deutschland so eine Verbreitung
hat. :)
Egal schrieb:> Ich frage mich grad aber nur, wie man z.B. vor Windows Zeiten gearbeitet> hat?
Eine frühe Demo https://www.youtube.com/watch?v=6orsmFndx_o Praktisch
nutzbar war das sicher noch nicht.
> Klar hat man ganz früher die Layouts von PCBs oder auch ICs noch> händisch gezeichnet.
Gezeichnet und geklebt. https://www.youtube.com/watch?v=7weZ0TNRcuw
Kleben so ab 6:10. Man beachte allerdings auch den Turbo-Radierer kurz
ab 4:40. Damit war man der Boss.
> hat da> jemand noch Bildschirmfotos
He, in den 90ern hatte man für solchen Firlefanz wie Bildschirmfotos
nicht genug Speicherplatz. Da musste man schon mal im Betrieb zwischen
Programm- und Datendiskette wechseln weil Programm und Daten nicht
gleichzeitig auf eine Diskette passten.
> und wie haben die Entwicklungsumgebungen> früher ausgesehen?
Kommandozeile oder, wer der King war, hatte eine Workstation mit ein
paar Megabyte (5 MB, 10 MB) Plattenplatz. Zum Beispiel von HP oder Sun.
Sun hatte mit SunView eine der ersten für Ingenieure auf damaliger
Hardware brauchbaren grafischen Desktop
https://en.wikipedia.org/wiki/SunView für die es für damalige
Verhältnisse brauchbare CAD-Software gab. NAtürlich wahnsinnig teuer.
Bei HP erinnere ich mich mit etwas gearbeitet zu haben dass sich, glaube
ich, Starbase nannte. Dazu ein Tablett mit Stifteingabe und die Tastatur
hatte ein Handrad.
Wer kein Unix auf seiner Workstation hatte der hatte zum Beispiel eine
VAX-Station. Für die gab es sehr viel CAD.
In der Zeit versuchte auch Steve Jobs mit NeXT in den Markt zu kommen.
Ich war damals auf eine Veranstaltung auf der Jobs den NeXT persönlich
vorstellte. Der Mann war ein Showman vor dem Herren. Die ganze
Vorführung extrem durchgeplant und durchgestylet. Wohl gemerkt in den
90ern, wo Computerverkäufer sonst eher wie Gebrauchtwagenverkäufer
auftraten.
Eine andere Traummaschine der Zeit war die SGI Indigo. Für die Zeit
unglaubliche Grafikleistung auf dem Desktop.
So langsam setzte sich auf den Workstations X11 durch. Allerdings in
1001 herstellerspezifischen Versionen und zuerst, im Vergleich zu z.B.
SunView zu zäh und langsam. X11 CDE kam zu spät, war ein
Designed-by-Committee und konnte sich schlussendlich nicht gegen das
aufkommende Windows NT durchsetzen.
oerks schrieb:> Neben Eagle 4 gab es auch noch Orcad.> Eigentlich: Neben Orcad gab es auch Eagle 4.
Wette nich?
In den neunzigern hatte man noch Eagle 2.6
Olaf schrieb:> Das erklaert vielleicht wieso Eagle in Deutschland so eine Verbreitung> hat.
Wie war das? Load Error 95?
Kennt eigentlich irgendwer UltiBOARD?
Die hatten so lustige Werbung mit Menschen als Schachfiguren und so.
Sah man überall, keiner kennts.
Zu DDR-Zeiten habe ich mit Orcad einen Schaltplan erstellt, dann an
einer Grafikstation die Bauteile plaziert, die Netzliste eingelesen und
dann die Gummifäden geroutet. Heraus kam dann ein Lochstreifen, der in
die Fertigung gegeben wurde. Diese machte dann die 2-Lagen Platine ohne
Durchkontaktierungen.
Die Grafikstation hatte ein Digitalisiertablett, d.h. nicht die
Mausbewegungen, sondern die Absolutposition wurde ausgewertet. Der
Hauptrechner war sehr schwach, wenn da mehr als 4 Leute eingeloggt
waren, ging nichts mehr und ich brauchte ~10min, um die Sitzung zu
schließen.
Für den PC mit Orcad gabe es einen Zeitplan, wo man sich rechtzeitig
eintragen mußte.
Leicht oT
Wolfgang schrieb:> natürlich mit grünem Monitor.
Luxus pur. Ich habe mit einer Teletype110 angefangen. Da der
Arbeitsplatz in einem Großraumbüro mit überwiegend Zeichenbrettern war,
gab es sofort Proteste der Kollegen und ich bekam innerhalb weniger
Wochen einen Bildschirm.
Der Centronics Nadel-Drucker brachte mir dann ein Separee ein. Das bekam
schnell den Namen "Affenkäfig" und jemand hängte ein Schild auf
"Vorsicht! Insassen werfen mit Code".
Hallo
Olaf schrieb:> Damals war es meine Aufgabe als Hiwi an der Uni jeden Tag morgens> die Raubkopien von Eagle von den Rechnern zu loeschen an denen die> Studenten dann spaeter arbeiteten. Und eine Stunde spaeter waren> die wieder neu installiert.> Das erklaert vielleicht wieso Eagle in Deutschland so eine Verbreitung> hat. :)
Diesen Satz sollten sich auch heute -alle!- kommerziellen
Softwareanbieter an jede (auch virtuelle) Wand hängen.
So (indem man kreative Kopien indirekt zulässt, Lizenzen eben nicht
personalisiert werden, keine nur noch Abolösungen aufgenötigt werden,
keine Onlineverbindung zu Nutzung des Programms zwingendnotwendig ist)
gewinnt man zukünftige Kunden die dann auch mal tiefer in die Tasche
greifen.
Auch wenn überhaupt nicht mein Gebiet - bei Spielen ("Games") dürfte das
auch so sein.
Aber was ist?! - Adobe PS uws. ist bei mir seid der Abonities ein
absolutes NoGo - echte freie Software, manchmal auch nur Freeware hat
eine potentiellen (im kleinen auch mal bestehenden) Kunden abgezogen...
Und die Abonities und ein unabdingbarer Netzzugang ("gerne" auch mit
Cloudzwang) ist nicht ein Alleinstellungsmerkmal von Adobe...
Mir begegneten die ersten CAD Programme Ende der 60ziger Jahre. Waren
wohl von der UNI Cambridge. Zu der Zeit liefen bei der IBM NC Maschinen
zum Bohren von Leiterplatten. Und in der Firma in welcher ich mein Geld
verdiente wurde ein Programm zum entzerren von Schaltplänen entwickelt.
Die Rechnermieten zu der Zeit im 5 bis 6 stellugen DM Bereich. :-)
Ich kenne Ultiboard ...allerdings nur in einer Demo Version auf Onsite
Unix SYSV R4.2 (das damals auch bei mir zu Hause auf dem Rechner lief).
Nachfragen bei Onsite dazu haben aber Nichts ergeben. Die wußten
irgendwie selbst auch nicht so richtig wie die zu der Demodiskette
gekommen waren.
Anfang der 90er hatte ich an der Uni schon mehrere OrCad Versionen auf
einem EC1834 (schlechter XT Clone) am laufen und das funktionierte doch
recht effizient. (Es gab eine Zeit vor Windows!)
Die höchste Bildschirmauflösung mit OrCad auf dem Ding war wohl 640x400
B/W.
Die Graka konnte zwar 640x480 in IMHO 256 Farben aber dafür gabs keinen
Treiber.
Ich habe Schaltpläne Layouts auf einem Sekonic SPL430 Plotter
ausgegeben, später auch auf Laserjet II
Pille
Stefan ⛄ F. schrieb:> michael_ schrieb:>> Erstmal bin ich erstaunt über die Ansammlung von Alten Säcken! :-)>> Die jüngeren kommunizieren offenbar über modernere Plattformen.
Ich dachte, die "Alten" sind im Usenet!
Gruss Chregu
Hennes schrieb:> So (indem man kreative Kopien indirekt zulässt, Lizenzen eben nicht> personalisiert werden, keine nur noch Abolösungen aufgenötigt werden,> keine Onlineverbindung zu Nutzung des Programms zwingendnotwendig ist)> gewinnt man zukünftige Kunden die dann auch mal tiefer in die Tasche> greifen.
Gerade CadSoft war für nahezu kriminelle Methoden der Lizenzumsetzungen
berüchtigt.
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Eagle_(Software)
Verbreitet war wohl hauptsächlich die 80x100 Demoversion, an der jeder
lernen durfte, wie unbrauchbar die Libraries waren und wie
absturzfreudig das unbedienbare Programm war. Und was wurde draus ?
CadSoft ist Geschichte, die Software wurde verscherbelt. Wenn ich noch
an die PVR Software denke, die vom CadSoft Programmierer stammte, wird
mir klar, warum das so ein Schrott war.
Lediglich die schlechte Unterstützung bei Getber-Export führte dazu,
dass die Leiterplattenhersteller Mitleid bekamen und Eagle-Dateien
direkt akzeptierten.
Hallo zusammen,
ich habe in den 70er Jahren mit Edding auf Platine angefangen; ohne
Bohren, nur Ätzen, Manhattan Style. Ging prima, war aber ein bisschen
gross. Lange Zeit hatten wir im OV einen 'Platinenmann', der für Alle
und Alles zuständig war. ;-)Dann umgesattelt auf selbstbeschichte
Fotoplatten und Layout auf Folie gemalt.
Dann habe ich 'Rule' (DOS Vorgänger von Target) bekommen, dazu einen HP
Tintenfix. Heute nutze ich immer noch Target, aber Platten beschichten
ich schon lange nicht mehr.
Was heisst hier alte Säcke; vom Alter ja, aber doch vom Kopf nicht!
Jeder hier hat doch so seine Gesachichte.
73
Wilhelm
Hi !
Ich habe Ende der 1970er Jahre auf einem Intel MDS System angefangen.
Ausstattung: 2 8Zoll Disketten, TTY, nix Grafik. Programmiert wurde
in PL/M und Fortran unter ISIS.
Später wurde dann CREDIT angeschafft ein Editor.
Mein erster Rechner war selbstgebaut Z80 mit 64K Ram, zunächst mit
Lochstreifen später habe ich eine Platte drangestrickt 5MB fest,
5MB Wechselbar, Gewicht 80Kg. Die wurde dann später ersetzt durch
eine 40MB Festplatte von Quantum (2000DM) + SCSI-Controller 1000DM.
Ich habe dann noch eine Hardware drangestrickt um ISIS laufen zu lassen.
Mein erstes "elektronisches" Layout entstand 1986 auf einem Commodore
8032 mit Grafik-Erweiterungskarte (512x512 Pixel) und einem
Zeichenprogramm ähnlich CorelDraw.
Es gab keine Symbole sondern alle Elemente mussten aus Linien und
Kreisen zusammengesetzt werden.
In der Firma gab es zu dem Zeitpunkt ein Layoutsystem von Jordan aus
Offenbach, das war ein Schreibtisch mit integriertem induktivem
Digitalisierungstablett, einer PDP11 und einem Grafiksubsystem mit 21
Zoll Trinitron Monitor. Kostete im Juli 1985 etwa 150000 DM.
Für die Softwareentwicklung gab es ein Philips PMDS II. Da drin steckte
ein 68000 Unix Rechner mit 5MB Festplatte. Anpassung an die
verschiedenen CPUs erfolgte über Adapterboxen. Mit DataIO 22 Programmer
und Boxen für 8085 und 8051 waren dafür ca. 70000 DM zu berappen.
PMDSII?
Das weckt Erinnerungen. Das war doch so ein "self contained" Rechner mit
Tastatur und Monitor dran? Innen drin Doppeleuropakarten? Unix?
Wir haben an der Uni FG mal ausrangierte Hardware von Motorola in
München geschenkt bekommen, da war das Ding dabei. Es gab aber außer dem
System auf de Platte keine Software dazu und nur sehr wenig Doku. Die
Platte hatte eine Macke, ich habe das Ding durch aufräumen der
Filesysteme wieder zum Laufen gebracht..ist aber im Endeffektauf dem
Dachboden gelandet und mittlerweile sicher im Schrott. Da war auch noch
ein ulkiger Motorola Rechner, irgendwaas mit VersaDos.. den hatte ich
auch wieder zum spielen gebracht.
Des Weiteren gab es eine "Applicon Workstation" von Schlumberger die
sich als MikcoVAX I mit QBUS zu Unibus Bridge und ulkigem
Grafiksubsystem herausstellte..das Ding hat unter NetBSD noch lange FTP
Server gespielt.
Pille
die ersten Layouts hatte ich mit so einem Dalo33 Etch Resist Stift auf
das Kupfer gemalt. Meine zwei Stifte habe ich noch, müssten jetzt so an
die 40 Jahre alt sein. Der Lack ist immer noch flüssig, die kann man
immer noch benutzen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Zuken
Gründung 1976
CR-3000 für Unix zur Leiterplattenerstellung mittels CAD/CAM wurde 1988
veröffentlicht.
CAD/CAM = Computer am Dienstag - Chaos am Mittwoch
Ich habe damals einen Bildschirm dafür gesehen, Vektorgrafik, keine
Pixel.
Für den Apple II gab es soweit ich mich erinnere auch ein
Leiterplattenprogramm. Ich hatte auf dem Atari ST "Platon"
Bei meinem Vater im Architekturbüro haben sie in den 70ern den ersten
Rechner bekommen: Ein Monster von Olivetti. Mehrere Würfel mit
Elektronik an einem gebogenen Spezialtisch befestigt. Volumenmäßig die
Größe einer Waschmaschine und auch ungefähr der selbe Stromverbrauch.
Rechenleistung ungefähr soviel wie ein programmierbarer Taschenrechner
oder ZX80.
Gebootet wurde die Maschine mit einer länglichen Magnetkarte von einer
extra Konsole mit speziellen Tasten für einzelne Maschinenbefehle.
Programm und Datenspeicher waren zwei spezielle Ausreverse
Kassettenlaufwerke in die Compactcassetten mit einer speziellen
Aussparung hinten in der Mitte passten.
An Speicher waren da nur 4 oder 8k RAM vorhanden. Aber ein riesen Cache
in Form eines Laufwerkes mit 1/2" Magnet-Endlosband, welches in
gekapselten Modulen eingelegt wurde. Der Motor zum Antreiben hatte einen
zweistufigen Hochlauf und eine Magnetkupplung um das Band bei
nichtgebrauch zu schonen.
Ein- und Ausgabe für die Anwender geschah mittels der
Fernschreiber-Schreibmaschine Editor 4ST. Das Teil hatte auf dem Wagen
einen Traktorantrieb für Endlospapier im A3 Querformat.
Damit wurden im Wesentlichen Statik und Wärmeschutz berechnet sowie
Ausschreibungen durchgeführt. Der Computerraum - ja es gab einen
speziellen Raum dafür - war nur zur Hälfte mit einem Antistatischen
Teppich ausgelegt. Der war damals sauteuer. Man ging nur in den Raum, um
den Rechner zu starten, die benötigten Eingaben zu machen. Solange der
Rechner rechnete und druckte verliess man den Raum aus
Lärmschutzgründen. Hinterher holte man dann den Ausdruck ab.
Da habe ich als Grundschüler voller Erfurcht vor gestanden.
Mit CAD (Allplan) für die Gebäude ging das erst 1986 los. Mit den ersten
PCs. Der dazu gekaufte 19" Monitor war für damalige Verhältnisse riesig
und hatte noch eine große Tiefe weil die Ablenkung noch nicht so gut
war.
Kommentar vom Kollegen zum DOS-Bildschirm darauf: Da brauche ich ja
nicht mehr hingehen. Das kann ich alles von meinem Platz aus lesen.
Carsten W. schrieb:> Man ging nur in den Raum, um> den Rechner zu starten, die benötigten Eingaben zu machen. Solange der> Rechner rechnete und druckte verliess man den Raum aus> Lärmschutzgründen. Hinterher holte man dann den Ausdruck ab.
Für Ausdrucke zu meinem Z80 Z-1013 hatte ich eine
Typenradschreibmaschine besorgt.
Und ein Interface gebastelt.
Das Ding stand auf einem Kissen auf dem Fußboden.
Da habe ich dann auch lieber die Tür von außen zugemacht.
Selber habe ich dann in den 80ern erst mit einem Apple ][ Clone
angefangen. 1987 kam dann ein Atari ST1040, der später mit einem
PC-Speed und dann mit einem AT-Speed Modul aufgerüstet wurde.
Auf dem ST lief nativ ein CAD-Programm, dessen Name mir leider entfallen
ist. Das war aber eigenlich nur ein spezialisiertes Malprogramm. Zum
Programmieren gab es GFA-Basic mit Compiler. Die µCs habe ich damals
mangels Software zu Fuß programmiert: Hex-Datei von Hand editiert. Dann
mit einem selbstgeschriebenen Disassembler geprüft. Ins EPROM gebrannt,
reingesteckt - ging nicht. Mit einem 20MHz Hameg Zweistrahler wurde
debuggt. EPROMs hatte ich eine Hand voll. Wenn die alle beschrieben
waren, wanderten sie für eine Viertelstunde unter die Höhensonne. (Waren
dann immer schön warm und rochen nach Ozon.)
Später kam der 286. Da lief dann zu Studizeiten Eagle 2.6 drauf. Aber
nur Layout. Schaltplan-Eingabe war zu teuer.
>Ariadne
Genau, für den Apple II
hier Seite 4, für schlappe 550 DM
und mehr als rechte Winkel konnte sie nicht.
Schräge Leiterbahnen mit 45 Grad, das war zu kompliziert damals.
Und immer kostenlos dabei "Das Posthörnchen-Spiel".
"Feindliche Posthörnchen sind in Ihren intergalaktischen Fernmeldebezirk
eingebrochen..."
Damals gab es noch den Kampf zwischen Post und Modembenutzern.
Ach ja, die guten alten Zeiten.
Tagelang Laboraufbauten auf Doppel Europakarten mit Wire-Wrap Technik
aufgebaut und verdrahtet. Je mehr Verbindungen um so mehr bog sich die
Doppel Europakarte.
Falls keine Entwicklungskapazitäten bei uns frei waren, haben wir auch
Extern Entwicklungsmuster fertigen lassen. Den Namen der Technik weiß
ich leider nicht mehr (Multi-Wire?). Die Leiterplatte enthielt auf den
Außenlagen nur Löt-Pads, wenn man die Leiterplatte gegen das Licht hielt
konnte man im inneren ein Gewirr von Drähten sehen.
> und mehr als rechte Winkel konnte sie nicht.> Schräge Leiterbahnen mit 45 Grad, das war zu kompliziert damals.
Etwas später ging auch 45°. Bloss mit der Benutzbarkeit war das so eine
Sache.
> von einer PDP11(vom Flohmarkt)
Guter Flohmarkt
> Die umgekehrt komische Bediendung von Eagle war damals schon> gewoehungsbeduerftig.
Das ist reine Geschmackssache (was zuerst kommt)!
> ... mit einer Erweiterung für Platinen
Es gab/gibt wohl einige Mechanik-CAD-Systeme, die hins. Platinen-Layout
eine Erweiterung haben. Doch kann man das alles vergessen, wenn es nicht
von grundauf für Platinen-Layout gemacht ist.
MCUA schrieb:> Wurde "Ariadne" schon genannt?> Der Autorouter, den "Jeder" benutzen kann
Auf dem PC hiess das Ding dann "Eagle" und wird heute noch von AutoDesk
vertrieben. Der Ariadne-Autor Klaus Schmidinger war einer der Gründer
von CADsoft Computer.
Edson schrieb:> vor 1990 nichts Anderes als den C64
C64 war doch Spielzeug.
1882 DM-V NCR Augsburg als OS- CP/M Control Program for Microcomputers
seit anno 1974 ähnlich DOS. Damit hab ich Layouts erstellt.
DM-5 schrieb:> CP/M Control Program for Microcomputers seit anno 1974 ähnlich DOS.
Um genau zu sein: PC-DOS und MS-DOS sind direkte Nachfahren von QDOS
von SCS, und das war eine 1:1-Portierung von CP/M auf 8086.
DM-5 schrieb:> aber so funktioniert Evolution.
... und Herr Kildall hatte keine Lust, mit IBM abzuschließen ...
Das Leben kann fies sein!
Btw: läuft der Decision Mate tatsächlich noch?
DM-5 schrieb:> Damit hab ich Layouts erstellt.
Auf diesem Bildschirm? Ich kann mir das gar nicht vorstellen, bekamst du
dafür wenigstens genug Schmerzensgeld?
Stefan ⛄ F. schrieb:> Auf diesem Bildschirm? Ich kann mir das gar nicht vorstellen
Das Foto täuscht, das sind immerhin 12" - der Atari SM124 war z.B. auch
nicht grösser.
In einer gut sortierten (UNI)-Bibliothek sollte sich so einiges finden
lassen. Ganz ganz hinten im Gebäude.
Keine Ahnung ob die Funkschau ihre alten Hefte digitalisiert hat oder in
welcher Bibliothek man die noch konserviert finden kann. Der Mittelteil
war recht informativ.
Die alten Elektor gibt’s auf CD/DVD.
Auch die alte Elrad geistert auch noch im Netz herum.
Für mich war jahrelang die Elektronik eine Hilfe und der jährliche Gang
(Fahrt, Stau) zur Hannover-Messe, wo man bei den großen Herstellern noch
Daten- und Applikationsbücher (Kiloweise) bekam.
Da auch nach Debugger und IDE gefragt wurde. Ursprünglich wurde
programmiert in dem man Registerkarte mit dem Binärcode der
Prozessorbefehle gestanzt hat. Debuggen ging natürlich nicht. Wenn es da
einen Fehler gab konnte man die Registerkarte wegschmeißen.
Sebastian S. schrieb:> Auch die alte Elrad geistert auch noch im Netz herum.
Nachdem aus der Sonderbeilage "computing today" eine eigenständige
Zeitschrift c't wurde, gibt es beim Heise-Verlag die Elrad-Hefte auf DVD
für knapp 20 Euro.
https://shop.heise.de/elrad-archiv
Johannes S. schrieb:> die ersten Layouts hatte ich mit so einem Dalo33 Etch Resist Stift auf> das Kupfer gemalt.
Au, ich auch... hat total häßlich ausgesehen, aber super nach giftigen
Lösungsmitteln gerochen. Wenn ich Dalo höre, hab ich sofort wieder den
Geruch in der Nase. Klebstoff schnüffeln ist ja sowas von 2000er...
Wolfgang R. schrieb:> Wenn ich Dalo höre, hab ich sofort wieder den> Geruch in der Nase.
Dann kennst du sicher noch die gelben Bröckchen von Eisen(III)-Chlorid.
Oder Klamotten die von Natriumpersulfat Fleckenweise entfärbt wurden.
Ich habe immer noch ein paar Kilo Eisenchlorid hier liegen, seit Jahren.
Gekauft als es noch Bürklin in Düsseldorf gab (ja, die Pappnasen im
weissen Kittel). Was macht man damit? Ich werde keine Platinen mehr
ätzen. Schadstoffsammlung?
H.Joachim S. schrieb:> Ich habe immer noch ein paar Kilo Eisenchlorid hier liegen> Was macht man damit? Schadstoffsammlung?
Das wäre wohl das einfachste. Du könntest es auch im nächsten
Klärwerk abgeben. Die schütten das säckeweise ins Abwasser.
H.Joachim S. schrieb:> Was macht man damit?
Im Marktforum für aufgerundetes Porto abgeben. Es gibt genügend Leute,
die ihre Platinen noch selbst ätzen.
DM-5 schrieb:> Edson schrieb:>> vor 1990 nichts Anderes als den C64>> C64 war doch Spielzeug.
Ja, aber meins. ;)
> 1882 DM-V NCR Augsburg als OS- CP/M Control Program for Microcomputers> seit anno 1974 ähnlich DOS. Damit hab ich Layouts erstellt.
Julius schrieb:> Da auch nach Debugger und IDE gefragt wurde. Ursprünglich wurde> programmiert in dem man Registerkarte mit dem Binärcode der> Prozessorbefehle gestanzt hat. Debuggen ging natürlich nicht. Wenn es da> einen Fehler gab konnte man die Registerkarte wegschmeißen.Julius schrieb:> Grrr, meinte Lochkarten.
Die große Lochkartenzeit, zumindest meine, endete vor den 1990ern. Und
Binärcode stand da auch nicht immer drauf, sondern meist FORTRAN. Bei
anderen COBOL, ALGOL und ähnliche Hochsprachen.
Das sah grob so aus: Zuerst eine Reihe von Steuerkarten, dann das
FORTRAN-Programm, dann wieder Steuerkarten, dann die Eingabedaten für
das kompilierte Programm. Das war eine Wanne voll Karten die man, wenn
man nicht selber die Berechtigung hatte den Kartenleser zu bedienen,
beim Operator abgab.
Der Operator schob das irgendwann durch den Kartenleser in einen
Supercomputer. Normalerweise fand man am nächsten Tag den Ausdruck in
seinem Fach. Schon auf dem ersten Blick sah man ob was schief gegangen
war. Waren es nur ein paar Blätter, dann hatte man einen Fehler im
Programm und es konnte nicht kompiliert werden.
Assembler ging auch. Man durfte sich mit EBCDIC, 12 Bit langen Bytes
(ja, wir hatten vier Bits mehr pro Byte) und 5 Byte langen Wörtern
vergnügen. Zwei 6 Bit EBCDIC Zeichen passten in ein Byte. Ach ja, und
der Supercomputer hatte keinen Stack. Der Rücksprung aus Unterprogrammen
erfolgte über selbstmodifizierenden Code. Am Anfang eines Unterprogramms
schrieb man die Rücksprungadresse zur Laufzeit in einen Sprungbefehl am
Ende des Unterprogramms. Rekursion war des Teufels.
Es gab auch ein paar vorgefertigte Programme. Oh der Spaß SPICE von
einer Magnetrommel laden zu lassen. Die Modelle und die Schaltung stand
natürlich auf Lochkarten. Daher wird ein SPICE Programm heute noch
manchmal "SPICE Deck" genannt. Mehr als eine Handvoll Bauteile und nur
die Modelle die man wirklich brauchte sollte man nicht auf seinen Karten
haben. Damit war der Supercomputer gut ausgelastet.
Unser Editor:
https://www.lml.badw.de/fileadmin/_processed_/5/f/csm_IBM_card_punch_029_516accb62c.jpghttps://de.m.wikipedia.org/wiki/Datei:Okona-GfhR-IBM-Lochkartenschreiber.jpg
Das Ding rappelte und klapperte und war laut. Einen Stapel Karten rein
oder eine Karte einzeln eingelegt. Ladetaste um die Karte zu lade. Dann
fehlerfrei eine Zeile tippen. Was man tippte wurde sofort in die Karte
gestampft. Vertippt? Karte auswerfen, wegschmeißen und eine neue Karte
schreiben.
80 Zeichen pro Karte. Bei FORTRAN die ersten fünf Zeichen nur für
Zeilennummern oder Kommentare, und nicht länger als Spalte 72. In die
letzten Spalten konnte man eine Kartennummer setzen. Entweder zählte man
mit oder hatte, wie bei der Maschine im ersten Link unter der mittleren
Abdeckung mit dem rechteckigen Sichtfenster, eine Trommel sitzen, die
das Kartenformat vorgab (Tabulator).
Da war nichts mit mal eben schnell ausprobieren. Da hast du deinen Code
vorgeschrieben und fünf mal von Hand kontrolliert und im Kopf
durchgespielt. Dann hast du die Karten gestampft und alle auch fünf mal
von Hand kontrolliert. Mit der Abgabe der Karten begabst du dich in
Gottes Hand und hast am nächsten Tag das Ergebnis gesehen.
Stefan ⛄ F. schrieb:> Dann kennst du sicher noch die gelben Bröckchen von Eisen(III)-Chlorid.> Oder Klamotten die von Natriumpersulfat Fleckenweise entfärbt wurden.
Entfärbt ist eine schöne Beschreibung für Löcher in der Hose :-) das
Zeug hat nicht nur entfärbt.
Hannes J. schrieb:> Mit der Abgabe der Karten begabst du dich in> Gottes Hand und hast am nächsten Tag das Ergebnis gesehen.
Da gab es dann auch hin und wieder mal einen Studentenstreich und der
Ausdruck umfasste 1000 Blatt mit der Aufschrift:
D
i
e
s
e
s
B
l
a
t
t
P
a
p
i
e
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s
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h
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r
m
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e
r
t
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t
> Wenn es da einen Fehler gab konnte man die Registerkarte wegschmeißen.
Das stanzen von 7/8 Bits (also Löcher) in die Lochkarte macht(e) den
Befehl/Zeichen ungültig. S. a. ASCII bei diesem Loch-Code.
MCUA schrieb:> Das stanzen von 7/8 Bits (also Löcher) in die Lochkarte macht(e) den> Befehl/Zeichen ungültig. S. a. ASCII bei diesem Loch-Code.
Nicht ohne Grund steht der Code 1111111 also alle Bits gesetzt bzw. alle
Löcher gestanzt bei den meisten Codes für RUBOUT (EO), gelöscht. Nicht
in der Funktion für Backspace, sonder 'hier stand mal was aber jetzt
nicht mehr'.
Das stammt aus der Lochkarten und Lochstreifenzeit.
Hannes J. schrieb:> Die große Lochkartenzeit, zumindest meine, endete vor den 1990ern.
Wohl eher in den früher 1970ern. Lochstreifen gabs noch etwas länger.
Harald W. schrieb:>> Die große Lochkartenzeit, zumindest meine, endete vor den 1990ern.>> Wohl eher in den früher 1970ern.
FORTRAN-Praktika an Großrechnern wurden hierzulande auch Mitte der
1980er Jahre noch auf die von Hannes beschriebene Weise durchgeführt.
Ich bin da gerade so drum herum gekommen, da unsere Abteilung gerade
frisch einen PDP-11-Clone bekommen hatte. Der war zwar langsamer als
eine richtige PDP-11, aber dafür aus einheimischen Rohstoffen :), musste
also nicht importiert werden (weder aus dem Westen wie eine PDP-11 noch
aus dem Osten wie eine CM-4 (SM-4) – Importe waren immer etwas zäher in
der Beschaffung). Und: da gab's einige Terminals dran, sodass man seinen
Kram interaktiv editieren und testen konnte.
Außerdem waren wir mit einem guten Vorrat an Tapes gesegnet, sodass man
auch als Student schon ein persönliches Tape für die Datensicherung
bekommen konnte. Den Hintergrund dieser „Tape-Schwemme“ hatte ich erst
später erfahren: die waren an Großrechnern der Uni aussortiert worden,
weil sie nicht mehr zuverlässig waren. Da aber die typische Anwendung
auf diesen Großrechnern nur die ersten ca. 10 % des Materials runter
genuddelt hat, wurden die Tapes kurzerhand in unserer Abteilung gekürzt,
eine neue Spiegelmarke drauf gesetzt, und man hatte „Speicher ohne Ende“
– naja, gemessen an damaligen Verhältnissen. ;-)
Harald W. schrieb:> Wohl eher in den früher 1970ern. Lochstreifen gabs noch etwas länger.
War bei uns anders (Ende der 60er). Die Anfänger gab es nur Lochstreifen
(5 Kanal). Wer sich etwas auskannte, trennte die Zeilen mit 10cm "BU".
So konnte man Zeilen rausschneiden und spleissen.
Lochkarten durften nur die Spezialisten verwenden.
Der Rechner war eine Zuse Z22.
Georg G. schrieb:> Der Rechner war eine Zuse Z22.
Naja, der Z22-Röhrenrechner stammt aus den späten 1950ern.
Da hat man sicherlich in den 1970er-Jahren nicht mehr
ernsthaft mit gearbeitet. Vielleicht stammen einige Erin-
nerungen hier im Forum ja auch aus der DDR. Da war man
wohl in der Rechnertechnik mindestens fünf Jahre zurück
gegenüber der Technik in Westdeutschland.
Harald W. schrieb:> mindestens fünf Jahre zurück
Das war an der TU-Braunschweig, nah an der Demarkationslinie, aber
westlich.
An die große ICL kam man als normaler Student nicht dran.
Es mag dich erschrecken: Mit der ollen Zuse konnte man recht gut
arbeiten, besser als mit Logarithmentafeln.
Joachim B. schrieb:> Man war jung und konnte die paar Bytes <64K und das OS fast noch im Kopf> beherrschen.
Und man konnte hexadezimal Kopfrechen. Für die relativen Sprünge vom
6502 musste man den Offset ausrechnen.
Dieter W. schrieb:> Hannes J. schrieb:>> Mit der Abgabe der Karten begabst du dich in>> Gottes Hand und hast am nächsten Tag das Ergebnis gesehen.>> Da gab es dann auch hin und wieder mal einen Studentenstreich und der> Ausdruck umfasste 1000 Blatt mit der Aufschrift:
Das konntest du auch ungewollt hinbekommen. Das erste Zeichen einer
FORTRAN Ausgabeanweisung steuert den Drucker. Eine 1 bedeutet neues
Blatt. Vergaß man das und druckte lange Tabellen mit Zahlen von denen
viele mit 1 begannen ging es rund. Dann wurde der Account gesperrt, es
lag ein roter Zettel im Fach und man musste persönlich beim Operator
antreten.
Harald W. schrieb:> Hannes J. schrieb:>>> Die große Lochkartenzeit, zumindest meine, endete vor den 1990ern.>> Wohl eher in den früher 1970ern. Lochstreifen gabs noch etwas länger.
Ich habe mich nur am Threadtitel orientiert :)
Soul E. schrieb:> Und man konnte hexadezimal Kopfrechen.
Hexadezimal? Oktal und man war der König :)
Hannes J. schrieb:> Oktal und man war der König :)
Oktal fand ich immer hässlich. Aber bei der PDP-11 und ihren
Betriebssystemen war das der Standard. Dann gab's noch "radix-50",
oktale 50 (also dezimale 40) Zeichen, von denen man drei Stück in einem
16-Bit-Wort unter bekam.
Stefan ⛄ F. schrieb:> Die jüngeren kommunizieren offenbar über modernere Plattformen.
Ja und mit moderneren Sprachen:
http://www.chatzeichen.de/chat_abkuerzungen/
Da braucht man dann erstmal einen Reassembler um was zu verstehen.
Die neueste Entwicklung ist dabei die Kommunikation über (aus meiner
Sicht) unverständliche Kurzvideos.
Bandbreite kostet ja nix mehr...
...und es gab auch den Steuerrechner PS2000,
erinnere mich nur da das Teil auch octal programmiert wurde.
Glaube das Teil wurde in Karl-Marx-Stadt produziert.
es wurde der "1 Bit Prozessor" aus TTL Schaltkreisen zusammengestellt,
so habe ich es in der Erinnerung.
Bernd schrieb:> Die neueste Entwicklung ist dabei die Kommunikation über (aus meiner> Sicht) unverständliche Kurzvideos.
Und immer schön laut, damit alle Menschen in der Umgebung unfreiwillig
mit kriegen müssen, wie wichtig man ist. Das ist der neue
Exhibitionismus.
Besonders befremdlich finde ich das mit Ohrwürmern (Airpods) und
Freisprechmikro.
Wenn Leute früher laut (mit sich selber) sprechend durch die Gegend
liefen, hatte das i.a. gesundheitliche Gründe.
Früher wurde man auch blöd angeguckt wenn man mit seiner Armbanduhr
gesprochen hat.
Toll finde ich auch die Freisprechanlagen im KFZ. Ob die Leute wissen
dass sie beim Telefonieren die komplette Kreuzung zudröhnen und man als
Radfahrer daneben jedes Wort mithört?
Ähem, Jungs & Mädels, die dauerhafte Beschwerde über die Jugend (kennen
wir ja schon seit Sokrates) ist nicht Thema dieses Threads.
Bitte diskutiert das woanders wenn ihr meint, dass das überhaupt in das
Themenfeld von mikrocontroller.net passt.
Harald W. schrieb:> Naja, der Z22-Röhrenrechner stammt aus den späten 1950ern.> Da hat man sicherlich in den 1970er-Jahren nicht mehr> ernsthaft mit gearbeitet.
Das Exemplar der FH-Karlsruhe war immerhin bis 1971 in Betrieb:
https://zkm.de/de/werk/zuse-z22
an dieser technischen Entwicklungsgeschichte finde ich besonders
interessant, wie eine Sache auf der vorhergehenden Aufbaut. Man benötigt
komplexe Programme, um komplexe mehrlagige Leiterplatten sinnvoll zu
entwickeln. Und wenn man das dann kann, kann man noch komplexere und
leistungsfähigere Hardware entwickeln und das ganze setzt sich fort.
Auch in der Chip-Herstellung kann man das beobachten. Alles baut
aufeinander auf.
Irgendwann muss diese Entwicklung in eine technologische Singularität
laufen. Bedingt durch die explonentiellen Verläufe liegt diese
vermutlich näher als wir alle denken.
In der Natur kann man diese Verläufe ebenfalls beobachten. Es hat
zunächst milliarden von Jahren nur primitives Leben gegeben, bis dann in
der kambrischen Explosion die Komplexität in einem vergleisweise
winzigen Zeitraum rapide zugenommen hat.
An die Nachwelt: Ich vermute, dass man eines Tages diesen Thread
vielleicht wieder ausgraben wird (digitale Archäologie). Ich möchte
diesen fernen Menschen meine Grüße zukommen lassen. Ich bin vermutlich
längst zu Staub zerfallen, da ich leider nicht in den Genuss der
biokybernetischen Symbiose mit Bewusstseinsinterface gekommen bin und
somit nur eine Lebenserwartung von 80 Jahren habe.
Joachim B. schrieb:>> Dann kamen die Abreibe-Symbole.>> Mit denen haben wir jahrzehntelang gearbeitet.>> und Klebe Rollen habe ich auch noch meine ersten Platinen gemacht,> selbst mit Photolackbeschichtet, selbst belichtet mit "Kryptonlampen"> und selbst entwickelt und geätzt.
Auh ja, 1:1 auf Folie geklebt habe ich auch gemacht und die Platinen mit
Photolack aus der Sprühdoese beschichtet, war recht fehleranfällig.
Ich habe im Neckermann Kaufhaus ein Einzelstück Höhensonne billig
bekommen. Aus Holz einen Ständer, auf dem die waagerecht auflag, Platine
/ Folie mit einer Glasplatte fixiert. Da das zu warm wurde, daneben den
Axiallüfter eines Heizlüfters.
Mit Ätznatron entwickelt, mit Eisendreichlorid geätzt - und Äger mit
Mutti, weil die Flecken aus der emailierten Badewanne nie wieder raus
gingen. Das müsste so etwa Mitte bis Ende 70er gewesen sein
Zuhause hat sich dann irgendwann erledigt, als wir Platinen in der Firma
gepanscht haben. Das kam ein paar Jahre später auch aus der Mode,
nachdem die Firma einen Rahmenvertrag mit einem Leiterplattenfertiger
hatte, Laborplatinen zum Pauschalpreis.
Manfred schrieb:> Ich habe im Neckermann Kaufhaus ein Einzelstück Höhensonne billig> bekommen. Aus Holz einen Ständer, auf dem die waagerecht auflag, Platine> / Folie mit einer Glasplatte fixiert.
Ich habe ziemlich lange mit einer HQL150 belichtet (und auch EPROMs
gelöscht). Das war so eine Straßenbeleuchtungslampe, die hat außen einen
großen Glaskolben mit der Leuchtschicht, drin ist ein kleines
Quarzglasröhrchen mit der eigentlichen Quecksilberdampflampe. Wenn der
äußere Kolben gebrochen war, war die Lampe für ihren regulären
Einsatzzweck Schrott, so ist sie dann mal zu mir gewandert.
Am Anfang noch offen betrieben, einfach die Vorschaltdrossel auf den
Bohrmaschinenständer gelegt, eingeschaltet und schnell das Weite
gesucht. Stank heftig nach Ozon, und wenn man ein paar Sekunden noch mit
der Hand in der Nähe blieb, stank die Haut schon irgendwie. Später habe
ich sie dann in eine Blechkiste gebaut und einen Blech-Drehflügel davor
zum Dosieren des Lichtstroms. Das hat auch die Ozonentwicklung drastisch
reduziert. Hab ich genutzt, bis sie vor ein paar Jahren nicht mehr
zünden wollte.
> Ich habe ziemlich lange mit einer HQL150 belichtet (und auch EPROMs> gelöscht). Das war so eine Straßenbeleuchtungslampe, die hat außen einen
Hey, hab ich auch gemacht. Allerdings mit der 250W version.
Da musste ich zum belichten immer mein Kinderzimmer verlassen und
danach waren dann bestimmt auch alle Muecken tod. :-D
Olaf
Wahrscheinlich verkriechen sich die Mücken auch. :) Ich hatte den
Vorteil, dass meine Bastelecke einen großen Vorhang davor hatte, damit
war man zumindest außerhalb der direkten UV-Strahlung, aber natürlich
nicht außerhalb der Ozonwolke.
Ich habe lange direkt auf die Platine gepinselt. Mit Aufkommen der ICs
wurde das natürlich unpraktikabel. Mit Abreibekram habe ich sehr
gemischt Erfahrungen - ich glaube da gabs im Osten sehr viel
überalterten Kram. Hielt nicht, Mikrorisse etc.
Dann war ich beim ZFTM in Dresden (1982?) und bekam auf Betteln mein
erstes Fläschchen Fotolack (den Geruch habe ich heute noch in der Nase,
so ein dunkelrotes Zeug, aus der IC-Fertigung).
Blieb das Problem UV - der Lack war irgendwie nicht kompatibel mit der
Höhensonne aus der Praxis meines Vaters. Vielleicht lag es auch einfach
an der Belichtungsdauer oder am Entwickeln, keine Ahnung. Die Höhensonne
ist jedenfalls den thermischen Tod gestorben, das gab Ärger:-).
Meine erste fotochemisch hergestellte Platine (Z80) funktionierte
irgendwann tatsächlich. Mit einer zerdepperten HQ-Lampe vom
Schrottplatz, die sollte dort aber eigentlich die Wege beleuchten.
H.Joachim S. schrieb:> den Geruch habe ich heute noch in der Nase,> so ein dunkelrotes Zeug, aus der IC-Fertigung
AZ1350H
Ich habe heute noch was im Keller davon. :-)
Der Lack, der von den Scheiben beim Beschichten runter geschleudert
worden ist, hat offenbar sehr viele Bastler damals beglückt. ;-)
Bei mir wars in den siebziger/achtziger Jahren Kodak KPR. Entwickler und
Photolack stank höllisch. Funktionierte aber sehr gut. Den Photolack
trug ich mit speziellen aufgerollten Wattestreifen auf und dann backte
man die Beschichtung 20m unter IR Heizungsstäbe. Der Vorteil des
auftragbaren Photolack war, daß man auch spezielle Substrate wie z.B.
Rogers Duroid damit beschichten konnte.
Leider habe ich für KPR keine Bezugsquelle mehr. Mit Negativ
Laminierfolie ginge es vielleicht auch. Nur macht die Herstellung der
Negativmasken daheim mehr Arbeit weil Reprofirmen auch nur noch spärlich
zugänglich sind.
Auch die Laminiervorrichtung muß besondere Eigenschaften erfüllen. Der
Fortschritt kann schon recht anstrengend sein wenn man regelmäßig
deswegen immer neue Prozesse ausprobieren muß. Damals funktionierte für
zwei Jahrzehnte alles von A-Z. Danach wurde der Bezug solcher Mittel für
mich zunehmend schwerer.
Seitdem mache ich Spezialsubstratbearbeitung eigentlich nur noch mit der
Eigenbau CNC Graviermaschine. Das hat den Vorteil einer fehlenden
Unterätzung und die Wände der Kupferbahnen sind exakt vertikal und sehr
hoher Genauigkeit der gefrästen Konturen. Allerdings braucht man dann
dafür dann spezielle, teure Flachfräser. Mit den billigen China V
Gravierern braucht man nicht anzufangen weil man die Genauigkeit nur
schwer im Griff hat.
Naja, wir sollen froh sein, normale Leiterplatten heutzutage
erschwinglich beziehen zu können. Das ist halt der Ausgleich fürs
Verlorene vergangener industrieller Epochen.
Manfred schrieb:> Auh ja, 1:1 auf Folie geklebt habe ich auch gemacht und die Platinen mit> Photolack aus der Sprühdoese beschichtet, war recht fehleranfällig.
dummerweise, ja man war jung und unwissend, lernte ich erst später das
es Unterätzungen gibt und das man besser spiegelverkehrt klebt und
belichtet.
Als ich das dann wusste hatte ich nie wieder eine Platine selbst
gemacht.
Olaf schrieb:> Da musste ich zum belichten immer mein Kinderzimmer verlassen und> danach waren dann bestimmt auch alle Muecken tod. :-D
Die Kakeleken im Keller haben überlebt :-)
Aber den ersten Kontakt zu einem Computer, den man angreifen konnte,
hatte ich als Jungstudioso.
Ich glaube, es war ein C-8205 (?).
Habe dazu sogar die Bedienberechtigung.
Da wurde das mit den Hölzchen wegnehmen vorgeführt.
Das Mistding hat immer gewonnen :-(
Danach das erte Programm mit ALGOL.
Ich denke, es war ein D4A.
Mein Programm zur Entladekurve eines Kondensators wurde sogar in
Schul-Biblio übernommen (Brust Klopf).
Aber Löscher im Lochstreifen nachstanzen oder zukleben war normal.
> Die Kakeleken im Keller haben überlebt :-)
Aber so ein offener HQL strahler hilft bestimmt auch gegen Corona-Viren.
Wenn sich das rumspricht dann macht das jeder!
Olaf
Jörg W. schrieb:> Ich habe ziemlich lange mit einer HQL150 belichtet (und auch EPROMs> gelöscht)
Das war auch meine Option.Drossel aber gegen einen Lastwiderstand
getauscht.
Es war glaube ich ein 300 Watt Lötkolben.
Hallo,
ich geb hier auch mal meinen Senf dazu.
Die Computerei begann für mich während der Schulzeit, ende der 70er. Es
gab in der Stadt eine "Station Junger Naturforscher", dort war ein
Matheclub. Als Neuling musste man auf einem SER-2c ein Programm zur
Berechnung einer Quadratwurzel schreiben, was auch funktionierte, um
"richtig" aufgenommen zu werden. (Das war nicht gar zu einfach, weil der
SER nur ganzzahlig dividieren konnte). Falls die berüchtigte
"Überlauf"-Lampe innerhalb von 30 Sekunden aufleuchtete kostete es eine
Runde Cola für alle. Das Programm entstand auf einem Zettel in
Maschinensprache und wurde dann in einen Lochstreifen gestanzt. Wenn man
die Wurzelprobe bestanden hatte, durfte man an den C8205 ran, das war
dann schon ein "richtiger" Computer. 33Bit Wortbreite, mit FIPS oder
GIPS als "Betriebssystem". Schreibmaschine als Ausgabegerät. Ich
erinnere mich noch an eine provisorische Speichererweiterung, wir haben
bestimmte Daten auf dem Lochstreifenstanzer herausgeschrieben und über
eine Umlenkrolle an der Decke am anderen Ende wieder in den Rechner
eingelesen. So hatten wir noch mal ein paar KiloBytes frei im Raum
hängen.
Ich hab dann eine ganze Weile an einem Programm zur Auslegung eines
Flugmodells gewerkelt. (was dann später auch irgendwie geflogen ist).
Mein erster "eigener" Rechner war auch ein Eigenbau. Hatte als AC-1
angefangen, war nie "richtig" fertig, später wurde es dann ein Z-1013
mit allen möglichen Modifikationen und SCP (das CP/M des Ostens).
Die Leiterplatten entstanden damals per Lackstift auf dem KukaBama, mit
EisenIIIClorid oder Ammoniumpersulfat. Der Knackpunkt waren immer die
dünnen Bohrer, die brachen schneller ab, als der "Bastelbedarf"
Nachschub hatte. Leiterplattenlayout geschah zwischen den Ohren.
gero
ich hatte zum Belichten einen Exoten von meinem Vater abgestaubt, waren
damals ganz neu. Habe ewig danach gegoogelt und nichts gefunden weil ich
die Bezeichnung nicht kannte, jetzt habe ich sie gefunden: HPR 125 Watt.
Viel UV, die brauchte ein paar Minuten bis zur vollen Lichtstärke, da
bin ich auch immer aus dem Zimmer gegangen. Die Vorlage mit Pappe
abgedeckt, Belichtungszeit war wimre mit ca. 30 s schon sehr kurz.
Ein paar Exemplare scheint es ja noch zu geben.
http://lampes-et-tubes.info/dlhg/dl240.php?l=ehttp://www.christianjoost.de/109-philips-hpr-125w-high-pressure-mercury-vapor-reprographic-lamp-4056.html
Hallo zusammen.
von Crazyhorse:
...Bürklin in Düsseldorf gab (ja, die Pappnasen im weissen Kittel)
Die Kittel waren zwar etwas schmuddelig, aber ihre Nasen trugen sie
immer höher als jeder Prof, Arzt oder Lehrer. Kaufwünsche ohne die
richtige Bestellnummer oder wohlmöglich noch Fragen stellen. Das wurde
mit dem Blick einer hochgezogenen Augenbraue abgewimmelt. Ich kenne es
von der Kölnerstr. und später vom Wehrhahn. Dann haben Nadler und Arlt
zugemacht und deren 'Spitzenpersonal' hat dann bei Bürklin angefangen.
... und hier wird über Reichelt gemeckert!
73
Wilhelm
Wilhelm S. schrieb:> Die Kittel waren zwar etwas schmuddelig, aber ihre Nasen trugen sie> immer höher als jeder Prof, Arzt oder Lehrer. Kaufwünsche ohne die> richtige Bestellnummer oder wohlmöglich noch Fragen stellen. Das wurde> mit dem Blick einer hochgezogenen Augenbraue abgewimmelt. Ich kenne es> von der Kölnerstr. und später vom Wehrhahn.
Ich erinnere mich. Wie habe ich diesen Laden genau deswegen gehasst!
Traurigerweise ist das so ziemlich die einzige Erinnerung an Bürklin,
die mir geblieben ist.
Ich: Ich hätte gerne 100 mal 10kΩ 1/4 Watt Kohle
Er: Artikelnummer?
Ich: Weiß ich nicht, fragen sie ihren Klapper-Computer.
Er: Ohne Artikelnummer keine Ware. Auf Wiedersehen.
... Ein Tag später ...
Ich: Ich hätte gerne 100 mal Artikel 2412135612
Er: Die sind gerade nicht verfügbar.
Ich: Dann nehmen ich die eben in Metall oder 12kΩ
Er: Artikelnummer?
Ich: Woher soll ich die wissen, glauben sie ich habe den Katalog
auswendig gelernt? Geben Sie mir mal einen, dann such ich die Nummer
heraus.
Er: Den Katalog müssen sie kaufen und an der Warenausgabe empfangen.
Ich denke: Leck mich doch am Arsch! Und gehe Wieder.
> die Bezeichnung nicht kannte, jetzt habe ich sie gefunden: HPR 125 Watt.
High-Pressure? Sind das nicht die Teile die man nur mit Schutzbrille
wechseln darf falls sie explodieren?
Olaf
Stefan ⛄ F. schrieb:
[..]
> ... Ein Tag später ...>> Ich: Ich hätte gerne 100 mal Artikel 2412135612> Er: Die sind gerade nicht verfügbar.> Ich: Dann nehmen ich die eben in Metall oder 12kΩ> Er: Artikelnummer?> Ich: Woher soll ich die wissen, glauben sie ich habe den Katalog> auswendig gelernt? Geben Sie mir mal einen, dann such ich die Nummer> heraus.> Er: Den Katalog müssen sie kaufen und an der Warenausgabe empfangen.> Ich denke: Leck mich doch am Arsch! Und gehe Wieder.
Den Typ hätte ich vor Ort im Laden frisch aufgeschäumt, wäre mir ein
Fest gewesen :-)
Pille
Komisch, den gleichen überheblichen Eindruck wie diese Buerklin Anekdote
bekomme ich auch in Apfelgeschäfte und Handiebuden. Dort wird scheinbar
die Verarschung der Kunden auch auf die Spitze getrieben.
Alles steril in Glasvitrinen vom Kunden getrennt mit Apothekenpreise
versehen ausgestellt und generell unfreundliche und herablassende
Verkäufer. Speziell bei den Äpfelanbietern ist das so.
Finde ich insgesamt gesehen sehr ekelhaft. Was man sich wohl dabei
denkt? Das erlaubt gewisse Rückschlüsse zu ziehen was man dort von der
Klientele Insbesonders und im Allgemeinen denkt.
Geht das nur mir so?
Ich hab Mitte der 80er meine Leiterplatten (TTL-Gräber) zuerst auf
Kästchenpapier entflochten und wenn ich wußte, wieviel Leiterzüge an
einer bestimmten Stelle durch müssen, habe ich auf Millimeterpapier
maßstabsgerecht gezeichnet. Dann wurde das Millimeterpapier auf eine
Fensterscheibe geklebt und durchgepaust, um es spiegelverkehrt zu haben.
Dann wurde ein Sück Leiterplattenrohmaterial zurechtgesägt, das
Millimeterpapier aufgeklebt und die Löcher gebohrt.
Danach wurde das Millimeterpapier, ohne es zu zerreißen entfernt, die
Leiterplatte mit Scheuermilch metallisch blank poliert und anschließend
habe ich mit einer Schreibfeder und lötfähigem Schutzlack, der mit
Kopierstiftmine lila gefärbt war, die Leiterzüge gezeichnet.
Anfangs ätzte ich mit Ammoniumpersulfat, später besorgte ich mir in der
Drogerie Salzsäure und 30% Wasserstoffperoxid.
Als die Chinaplatinen in Mode kamen, habe ich mir vor ca. 6 Jahren
gerade noch rechtzeitig die Premium Hobbyversion von Eagle gekauft, da
ich die vollen 100x100mm nutzen wollte.
Percy N. schrieb:> Ausziehfedern...
Hast du jemals versucht, damit irgend etwas zu Papier zu bringen, ohne
daß sowohl das Papier, also auch die nähere Umgebung als auch man selbst
danach mehr Tuschekleckse als Linien aufwiesen?
Ich hatte das damals alles ausprobiert und diese Dinger (einschließlich
der ganz kleinen am Nullenzirkel) dann für unbenutzbar erklärt.
W.S.
W.S. schrieb:> Hast du jemals versucht, damit irgend etwas zu Papier zu bringen, ohne> daß sowohl das Papier, also auch die nähere Umgebung als auch man selbst> danach mehr Tuschekleckse als Linien aufwiesen?>
Das geht durchaus, wenn man mit ruhiger Hand und der eichtigen Tusche
ans Werk geht. Nervig war aber die lange Trockenzeit mancher Tuschen,
speziell "Etching Ink" für Overheadfolien. Dadurch fiel diese Tusche für
Leiterplatten aus, sofern mehr als ein Trafo, Gleichrichter und
Ladekondensator unterzubringen waren. Oder man hatte sehr viel Zeit ...
> Ich hatte das damals alles ausprobiert
Das beantwortet immerhin meine Frage ;-)
> und diese Dinger (einschließlich> der ganz kleinen am Nullenzirkel) dann für unbenutzbar erklärt.
Die am Fallnullenzirkel waren tatsächlich Mist, zumal die nie im
korrekten Winkel ausgerichtet werden konnten. Aber die wollte man
allenfalls für Pins verwenden, und da waren Durchreibesymbole allemal
die bessere Wahl.
So zwischen 1985-1987 Layout mit Edding direkt auf die Platine gemalt
und dann geätzt.
Dann mit C64 und "Platine 64" experimentiert... war Mist ohne
Laserprinter.
Anfang der 90er dann mit diesem Windows Paint direkt Layouts gemalt,
sogar Zweiseitig. Durchkontaktierungen per zweiseitigen löten der
Bauteile.
Ging mit Laserprinter auf Pergament super gut zu Belichten.
Belichter war eine Sonnenbank...
Seit 1998 bis heute Eagle. Bin ich immer noch zufrieden mit, denn
"Meine" Anforderungen sind gering genug das es immer noch ein vollkommen
ausreichendes Tool ist. Bin bei Version 5.5.0 stehengelieben. Allerdings
ätz und bohr ich das nicht mehr selber seit es soo billig geworden ist
das machen zu lassen.
Im Anhang Eagle Beispiele..
Ich kenne das unter dem Namen Trichterfeder oder Röhrchenfeder. Alles
aus Metall. Konnte man am Zirkel befestigen oder an einem Griffstück für
den "Stand-alone Betrieb". Damit habe ich mit Edding-Tusche meine ersten
Platinen gezeichnet und dann mit FeCl3 geätzt. In Mutters alter
Bratpfanne auf dem Herd in der Waschküche. Einen Moment nicht aufgepaßt
und schon war alles Kupfer weg! Oder beim Bohren ist ein Stück von der
Pertinax-Platine abgebrochen.
Als das in den 80ern bezahlbar wurde, bin ich auf Film und
Anreibesymbole umgestiegen. Und habe die Platinen fertigen lassen.
Später habe ich auf spezielle Folie mit 1/10" umgesattelt.
Und dann kam der Atari ST (s.o.) und später der 286 und Eagle 2.6.
Die PS2000 von Numerik war damals so um etwa 1983/84 meine erste SPS.
Ohne Schulung das erste Programm erstellt,
LE 001
UE 002
TA 001
oder so ähnlich ...
Das wollte aber um keinen Preis der Welt laufen. Komplexeres
funktionierte dagegen. Wie sich später herausstellte war es der
Steuerung schlicht zu kurz, da gab es ein Limit, warum auch immer.
Das Schulungszentrum bei Numerik in Karl-Marx-Stadt war nett, für
damalige Verhältnisse sehr modern und auch die Verpflegung gut ;-)
Meine Platinen habe ich unter MS-DOS mit ELV Easy-PC entworfen. Das war
schon ein sehr fortschrittliches Programm, das ein paar Hundert DM
gekostet hat. Das Problem war nur, dass Mitte der 1990er kaum jemand
einen Laserdrucker hatte, mit dem ich das Layout hätte ausdrucken
können. So habe ich in meinem Wohnort ein kleines Schreibbüro ausfindig
gemacht, bin mit der Diskette hingefahren und der Besitzer hat mir das
Layout ausgedruckt. Es dauerte ca. 10 Minuten bis es aus dem Drucker
kam.
Hier hatte ich es mal angeboten, wollte nur keiner (und ist jetzt aber
weg), daneben eine meiner ersten Platinen, die ich damit entworfen habe:
Beitrag "[V] Layout-Software und Elektronik-Bücher"
Gerhard O. schrieb:> Alles steril in Glasvitrinen vom Kunden getrennt mit Apothekenpreise> versehen ausgestellt und generell unfreundliche und herablassende> Verkäufer. Speziell bei den Äpfelanbietern ist das so.
Einen bereits angebissenen Apfel würde ich sowieso nicht kaufen.
Harald W. schrieb:> Einen bereits angebissenen Apfel würde ich sowieso nicht kaufen.
Ähem – belasst den Thread bitte bei dem, wofür er gedacht war.
Wir brauchen hier nicht noch eine weitere Diskussion, ob Macs, Windows,
Linux, Microsoft, …, großer Mist sind oder nicht.
Dietmar S. schrieb:> Das war> schon ein sehr fortschrittliches Programm, das ein paar Hundert DM> gekostet hat. Das Problem war nur, dass Mitte der 1990er kaum jemand> einen Laserdrucker hatte, mit dem ich das Layout hätte ausdrucken> können.
Das kann sich jemand heute niemand mehr vorstellen.
Dass ordentliche Programme ordentlich Geld gekostet haben.
Wo man wegen der Höhe dann doch verzichtet hat.
Und mich haben Layoutprogramme nicht interessiert, bis es erschwingliche
Tintenstrahler gab.
Ich hatte nur einen Nadeldrucker. Ging nicht.
Laser war nicht in Sichtweite.
Mit dem Tintenstrahler hat es dann Spaß gemacht.
Stefan ⛄ F. schrieb:> Ohne Artikelnummer keine Ware. Auf Wiedersehen.
Ähnlich habe ich das damals bei Conrad erlebt.
Allerdings war es dort unterschiedlich, von problemloser Bestellung über
"Nächstes Mal bitte die Artikelnummern dazuschreiben!" bis hin zu "Ohne
Artikelnummern geht gar nichts!"
Aber wenn letzteres passierte, lagen immerhin ein paar Kataloge auf dem
Tresen.
60/40 schrieb:> Dann mit C64 und "Platine 64" experimentiert...
Auf dem C64 fällt mir noch Elektromat ein, allerdings nur für
Schaltpläne.
Dietmar S. schrieb:> Das Problem war nur, dass Mitte der 1990er kaum jemand> einen Laserdrucker hatte, mit dem ich das Layout hätte ausdrucken> können.
Plotter funktionierten auch sehr gut.
Harald W. schrieb:> Hannes J. schrieb:>>> Die große Lochkartenzeit, zumindest meine, endete vor den 1990ern.>> Wohl eher in den früher 1970ern. Lochstreifen gabs noch etwas länger.
Das erinnert mich an mein Studium in den 70er Jahren.
Etwa 1973/1974 hatten wir unter anderem das Fach EDV.
Eines der Themen war die Programmiersprache Fortran.
Nachdem wir unser Programm händisch in ein Fortran Formular eingetragen
haben, wurden diese eingesammelt und von einem Assistenten in Lochkarten
umgewandelt und damit die Maschine gefüttert.
Besonders spannend war dann das Ausgabeergebnis per Trommeldrucker.
Das war ein Monstrum mit erheblichem Lärmpegel. Die Trommel bestand aus
200 Scheiben und jede einzelne Scheibe enthielt auf dem Umfang alle
Großbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen. Die Trommel rotierte nach
meiner Erinnerung unglaublich schnell.
Die weitere Anordnung war dann Farbband, Papier und Klöppel. Natürlich
200 Klöppel, die jeweils Millisekunden genau zum richtigen Zeitpunkt
zuschlagen mussten, um das richtige Zeichen innerhalb einer Umdrehung
der Walze zu treffen.
Der Ausdruck wurde seinerzeit als 'Tanz der Buchstaben' bezeichnet, weil
der Trefferzeitpunkt der Klöppel nie zu 100% justiert werden konnte.
Soweit zu meiner Erinnerung bezüglich Lochkarten.
Ein Spruch unseres Dozenten ist mir noch heute in Erinnerung:
"Denn das größte Glück auf Erden - ist Lochen und gelocht zu werden"
> Das kann sich jemand heute niemand mehr vorstellen.> Dass ordentliche Programme ordentlich Geld gekostet haben.> Wo man wegen der Höhe dann doch verzichtet hat.
Irgendwie hab ich den Eindruck das sich das damals noch weniger Leute
vorstellen konnten. .-)
Olaf
Es gab damals sogar schon eine komplette Freeware-CD mit Programmen für
DOS 3.11. Ich glaube die hab ich sogar noch herum liegen. ;)
Mir fallen zwar die Namen nicht ein, aber ich hatte Layout-Software für
den C=64 und für den Amiga 500. Das Teil auf den C=64 hatte sogar ein
verdammt guten Autorouter. Hat sich bloß bei mehr als 200 Punkten zu
Tode gerechnet. Was bedeutet : Autorouter starten, Monitor ausmachen und
schlafen gehen.
Nach so 10-24 Std. war dann das Ergebnis da. Leider musste ich das dann
mit den Klebe-Dingern (sieh 3. Foto oben vom " Der müde Joe") auf eine
Kupferplatine rubbeln, ätzen und das war's.
Das war zu der Zeit als ich noch Folien aus den Zeitung ausbelichtet
habe und dann nach gebaut. Einige der Teile haben sogar funktioniert.
Lang lang ist es her.
Nichtverzweifelter schrieb:> CD-ROM schon zu Zeiten von DOS 3.11?
Du wirst es kaum glauben, aber Wikipedia konstatiert, dass die CD-ROM
von Sony bereits 1979 vorgestellt worden ist.
Sicher, massenhafte Verbreitung erlangte sie wohl erst Anfang der 1990er
Jahre, aber da war MS-DOS durchaus noch aktuell – dann üblicherweise
schon in höheren Versionen, aber MS-DOS 3.x war mehr oder weniger der
"kompatible" Standard, die höheren Versionen nicht so dominant. Ist
ähnlich wie CP/M, bei dem 2.2 der Standard war, die 3er Versionen
weniger. Insofern also keineswegs verwunderlich, wenn jemand Freeware
für MS-DOS 3.x da als CD-ROM zusammengestellt hat.
Dinge wie ATAPI-Laufwerke, die man an die P-ATA-Schnittstelle hängen
konnte, kamen erst später auf, aber es gab einerseits natürlich
SCSI-Laufwerke, für die es auch MS-DOS-Treiber gab, andererseits eine
Reihe proprietärer Laufwerke mitsamt eigenen Schnittstellenkarten. Die
"Mitsubishi CD-ROM" sind mir da noch ganz gut in Erinnerung:
https://www.mitsubishielectric.com.au/344.htm
Sieh an, was steht da ganz oben auf der Seite?
"MS-DOS device drivers are available here."
> Klingt ähnlich glaubhaft wie Lochstreifen Mitte der Achtziger Jahre> weiter oben im Thread.
Schade, dass ich die Lochstreifen vom BASIC-Timesharing-System auf der
KRS4201 (war wohl ein Honeywell-Nachbau) aus meiner Studienzeit
irgendwann mal weggeworfen habe, ansonsten hättest du sie dir hier gern
besichtigen können um zu sehen, dass es sowas wirklich noch gab.
Percy N. schrieb:> Nichtverzweifelter schrieb:>> DOS 3.11>> Wann soll es denn ein DOS 3.11 gegeben haben?
Krümelkackerei … er wird wohl ein 3.30 gemeint haben, oder halt
allgemein 3.x.
@Percy, wir widersprechen uns doch gar nicht!
"Ich" habs nicht erfunden (die "Version 3.11")
@Jörg:
Hatte niemand (Sony...), was aber in der ersten Hälfte der Achtziger
Jahre bereits massig in der Schule getauscht wurde: CompactCassetten und
Disketten für C64. Firmen (Schülereltern) hatten bereits IBM-PC und
XT-kompatible mit Harddisk.
Hat denn keiner Mitte der sechziger die Platinen mit Kerzenwachs
beschichtet und die Isolierkanäle mit der Reißnadel freigemacht.
Anschließend Salzsäure.
> Du wirst es kaum glauben, aber Wikipedia konstatiert, dass die CD-ROM> von Sony bereits 1979 vorgestellt worden ist.
Den ersten CD-Brenner den ich gesehen habe war von JVC. Die Software
dazu lief unter DOS. Und das war ein Brenner und zwar so 91 oder 92.
Damals als ein Rohling 15DM gekostet hat. Ich weiss noch wie wir beim
brennen immer gebetet und geschwitzt haben das der Microsoftdreck den
der Saftladen Betriebsystem nennt nicht hustet und mal wieder 15DM
vernichtet.
Das hier war das erste CD-Rom das ich gesehen habe:
https://www.ebay.de/itm/RARE-Mitsumi-CD-Rom-Drive-Laufwerk-CRMC-LU005S-Single-Speed-/113711152096
Und das war schon extrem verbreitet. Jeder hatte das oder das direkte
Nachfolgemodel mit Schublade. Das muss so Mitte 80er gewesen sein.
BTW: Ich kann garnicht glauben das heute einer dafuer echt Geld ausgibt.
Erstaunlich!
Olaf
Hallo,
Jörg W. schrieb:> Du wirst es kaum glauben, aber Wikipedia konstatiert, dass die CD-ROM> von Sony bereits 1979 vorgestellt worden ist.
prinzipiell richtig. Ich habe Mitte 1993 meinen ersten CD-Brenner
gekauft, es gab auf dem Markt 2 Versionen, den Kodak und den Philips
CDD521, im Prinzip baugleich. Preis ca. 6000 DM, Geschwindikeit 2-fach,
Buffer 256kB, SCSI.
Rohlinge gab es in Berlin in einem Laden: Sound-Man-Shop. Mit etwas
handeln bekam ich bei 10 Stück einen Stückpreis unter 30 DM...
Software Easy-CD v??? kostete nochmal rund 2000 DM, Adaptec 1542 usw.
war auch nicht gerade billig.
Rechner war ein 386DX40 mit 16MB Ram und als Datenplatte eine 1GB IBM
SCSI.
Den Fortschrittsbalken beim Brennen konnte und mußte man abschalten, an
der Maus durfte man auch nicht wackeln, ein Buffer unerrun Abbruch und
ein versauter Rohnling waren die Folge...
Es gibt noch eine CD aus dieser Zeit, die ist auch noch fast komplett
lesbar.
Gerade mal gegoogelt, das Mitsumi LU005 war wohl das erste bezahlbare
CD-Laufwerk für PC, müßte am Anfang um die 500 DM gekostet haben.
Lang ist es her...
Gruß aus Berlin
Michael
Olaf schrieb:>> Du wirst es kaum glauben, aber Wikipedia konstatiert, dass die CD-ROM>> von Sony bereits 1979 vorgestellt worden ist.>> Den ersten CD-Brenner den ich gesehen habe war von JVC.
Es ging ja erstmal um CD-ROM, also die industriell gefertigten.
> Die Software> dazu lief unter DOS. Und das war ein Brenner und zwar so 91 oder 92.> Damals als ein Rohling 15DM gekostet hat. Ich weiss noch wie wir beim> brennen immer gebetet und geschwitzt haben das der Microsoftdreck den> der Saftladen Betriebsystem nennt nicht hustet und mal wieder 15DM> vernichtet.
Mein Chef brachte damals ganz spontan so einen Brenner an, und ich habe
viele Abende nach Feierabend damit verbracht, das Teil in FreeBSD zum
Laufen zu bekommen.
Nachdem es lief und noch etwas RAM in die Kiste nachgesteckt worden war,
konnte man damit dann brennen, während man parallel was anderes tat,
ohne dass der Brenner "verhungerte". ;-)
> Das hier war das erste CD-Rom das ich gesehen habe:>> https://www.ebay.de/itm/RARE-Mitsumi-CD-Rom-Drive-Laufwerk-CRMC-LU005S-Single-Speed-/113711152096
Stimmt, Mitsumi, nicht Mitsubishi. Meine Verwechslung …
Das Mitsumi-Laufwerk habe ich auch noch, unter Linux gab es noch länger
einen eigenen Treiber dafür. Im PC musste man dafür eine passende
ISA-Karte einbauen.
Jörg W. schrieb:> Krümelkackerei … er wird wohl ein 3.30 gemeint haben, oder halt> allgemein 3.x.
Gab es überhaupt ein "3.30"? Ein "4.01" ist mir als eiliger Bugfix
bekannt, wie auch später das Gehedder von "6.2" bis "6.22". Aber in der
3er Generation kenne ich nur zweistellige Versionsnummern.
Aber wenn schon Krümelkacken, dann richtig:
"3.11" klingt denn doch arg nach Windows - das war immerhin die am
stärksten verbreitete Version vor '95. Und in dem Zusammenhang glaube
ich auch schon deutlich eher an Freeware-CDs. Im Shareware-Bereich sind
mir da noch Simtel, Nightowl und Pegasus in Erinnerung; selbst für CP/M
gab es entsprechende Sammlungen. Ohne schnelles Internet waren die recht
attraktiv. Allerdings war das nicht vor 1990.
Richtig ist allerdings auch, dass MSCDEX ab DOS 3.1 verfügbar war. Nur
war damals diese Technik noch dermaßen kostspielig, dass eine
Freeware-CD-ROM nicht ins Bild passt.
Jörg W. schrieb:> Es ging ja erstmal um CD-ROM, also die industriell gefertigten.
Genau, um die "Scheiben"! Und die, also die "Software", gab es 1979
nicht. Und als Musik-CD eben erst ab 1983. Und statt Musik drauf mit
Computer-Programmen noch später. Wie eben auch die CD-Rom Laufwerke für
jedermann mit IDE Anschluss.
Philips gab eifrig eine farbige Zeichnung heraus mit dem laseroptischen
Abtastverfahren ihrer Videobildplatte, statt Halbleiterlaser noch ganz
neu mit gasgefülltem Laserrohr...anno 1972. Dieses PR-Foto verwendeten
sie auch noch bei der Vorstellung des gemeinsam mit Sony entwickelten
Audio-CD-Standards.
Christoph db1uq K. schrieb:> Das Mitsumi-Laufwerk habe ich auch noch, unter Linux gab es noch länger> einen eigenen Treiber dafür. Im PC musste man dafür eine passende> ISA-Karte einbauen.
Ich erinnere mich an irgendein Gehühner mit der Soundkarte. Das
Syquest-Lw wollte auch einen eigenen Anschluss; ebenso der Scanner.
Erstaunlicherweise ließ sich QIC-80 am Floppy-Anschluss betreiben. Und
wenn man Glück hatte, lief das sowohl unter DOS als auch Win.
Nichtverzweifelter schrieb:> Wie eben auch die CD-Rom Laufwerke für jedermann mit IDE Anschluss.
SCSI-CD-ROM-Laufwerke gab es durchaus auch "für jedermann" (die waren
auch nicht extrem teuer), und da man bei SCSI einen Bus hatte, ließen
die sich natürlich schon immer parallel zu Harddisk, Tape etc.
betreiben. Ich muss spätestens Mitte 1994 eins besessen haben
(vermutlich schon einiges früher), denn da hat mir Jordan Hubbard einen
pre-Release von FreeBSD 2.0 auf einer CD-R in die Hand gedrückt (die
erste CD-R, die ich gesehen habe - deren Siegeszug kam erst zwei, drei
Jahre danach). Die habe ich auf jeden Fall schon lesen können.
Die Mitsumi-Laufwerke wurden ja auch schon genannt.
IDE war lange Zeit erstmal nur für Harddisks.
> Das Mitsumi-Laufwerk habe ich auch noch, unter Linux gab es noch länger> einen eigenen Treiber dafür.
Das Mitsumi lief sogar bei mir in einer DEC-Alpha weil Linux dafuer
einen Treiber hatte. Man brauchte fuer die Laufwerke auch noch kein
SCSI. Die hatten entweder eine eigene Karte oder konnten an einer
Soundkarte angeschlossen werden.
BTW: Die megateuren Medien die ich damals gebrannt habe sind heute noch
lesbar, hab ich erst vor ein paar Monaten getestet.
Olaf
Nichtverzweifelter schrieb:> CD-ROM schon zu Zeiten von DOS 3.11?
Wie kommst Du auf "zu Zeiten von"? Es war die Rede von einer CD mit
Programmen für DOS 3.11. Womit vermutlich auch eher MS-DOS 3.3 oder
Windows 3.11 gemeint war. Die "Walnut Creek Simtel-20 MSDOS Archive
CD-ROM" kannst Du Dir heute noch bei archive.org runterladen -- da ist
haufenweise alte DOS-SW drauf.
Percy N. schrieb:> Aber wenn schon Krümelkacken, dann richtig:> "3.11" klingt denn doch arg nach Windows
denke ich auch und kam mir sofort bei dieser Zahl in den Sinn!
Jörg W. schrieb:> Stimmt, Mitsumi, nicht Mitsubishi. Meine Verwechslung …
Entweder Mitsumi oder Matsushita (Panasonic).
Beide proprietär, ein CR-562 (Dual Speed) steht noch auf dem Schrank.
Percy N. schrieb:> Gab es überhaupt ein "3.30"?
Ja, DOS identifizierte sich immer zweistellig nach dem Punkt. Ich habe
hier einen Nicht-PC, dessen System sich als "MS-DOS 3.10" identifiziert.
> Aber in der 3er Generation kenne ich nur zweistellige Versionsnummern.
Es gab auch MS-DOS 3.31 für Compaq, was immerhin schon FAT16 kannte. Der
Rest der Welt musste noch warten.
Percy N. schrieb:> Richtig ist allerdings auch, dass MSCDEX ab DOS 3.1 verfügbar war.
Womit dann auch geklärt wäre, dass CD-ROMs zwar sehr teure, aber keine
Raketentechnik mehr war. Oder, dass MS-DOS erst ab 3.10 die
Redirector-API besaß, mit der man sowas erst machen konnte. Mitgeliefert
wurde es aber erst ab MS-DOS 6.
Schlaumaier schrieb:> Es gab damals sogar schon eine komplette Freeware-CD mit Programmen für> DOS 3.11.
Damit dürfte Walnut Creek angefangen haben. Gegründet im August 1991,
als CD-ROM-Laufwerke langsam in Consumer-PCs landeten, insbesondere
durch Soundkarten mit "CD-ROM-Interface" und hierzulande das gute alte
Mitsumi LU005S.
Allerdings war MS-DOS 3.x (3.11 gab es sowieso nicht) da schon etwas
angestaubt, aktuell war zu dem Zeitpunkt bereits 5.0.
Jörg W. schrieb:> Krümelkackerei … er wird wohl ein 3.30 gemeint haben, oder halt> allgemein 3.x.
Prinzipiell ja, aber der bei Schlaumaier/Alexander/Pucki übliche Mix von
Halbwissen, Hörensagen und purer Phantasie verleitet schnell zu
genervten Reaktionen.
Jörg W. schrieb:> SCSI-CD-ROM-Laufwerke gab es durchaus auch "für jedermann" (die waren> auch nicht extrem teuer)
Sie waren schon deutlich teurer als das "IDE"-Zeug für die Soundkarte.
Ich habe ca. 1993 rund 250 DM für ein Sanyo-Schnäppchen ausgegeben, das
leider auch nicht viel mehr taugte - bestimmte SCSI-Kommandos führten
bei leerem Laufwerk dazu, dass sich der ganze Bus aufgehängt hat.
Jörg W. schrieb:> IDE war lange Zeit erstmal nur für Harddisks.
Ja, zumindest offiziell kamen CD-Laufwerke erst 1997 mit ATAPI-4 dazu,
ich meine mich aber zu erinnern, auch davor schon welche benutzt zu
haben. FreeBSD 4.0 (2000 erschienen) hatte dann auch "burncd" für
IDE-Brenner an Bord.
Lutz S. schrieb:> Das Schulungszentrum bei Numerik in Karl-Marx-Stadt war nett, für> damalige Verhältnisse sehr modern und auch die Verpflegung gut ;-)
Da haste wirklich Recht.
Die Verpflegung ausgezeichnet, nur die Unterkunft war bei uns
ein bissel weit vom Schuss.
Nur die Quartierleute welche wir die 14 Tage nicht gesehen hatten,
wurden
am zweiten Tage erzogen.
Hatten am 1. Tage schon die Heizung auf Froststufe gestellt und Regler
arretiert.
Abend haben wir die Bude nicht warm bekommen.
Dafür sehr ausführlich geduscht und Arretierung gelöst,dann den
Heizungssteller abgeschraubt und sichtbar befestigt.
Heizung aber voll aufgedreht.
Nach 2-3 Tagen war alles o.k.
Der Gasverbrauch hatte wahrscheinlich überzeugt.
S. R. schrieb:> Entweder Mitsumi oder Matsushita (Panasonic).> Beide proprietär, ein CR-562 (Dual Speed) steht noch auf dem Schrank.
Da gabs ja dann Soundkarten mit bis zu 3 Pfostenfeld 'Igeln' für
verschiedene Laufwerkshersteller. Hier eine olle Aztech:
https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:ISA-legacy-Soundkarte.jpg
Matthias S. schrieb:> Da gabs ja dann Soundkarten mit bis zu 3 Pfostenfeld 'Igeln' für> verschiedene Laufwerkshersteller.
Vermutlich liegt es daran, dass ich zwar recht frühzeitig ein
(SCSI-)CD-ROM-Laufwerk hatte, aber viele Jahre lang keine Soundkarte –
sowas war mir nie über den Weg gelaufen. ;-)
Jörg W. schrieb:> Vermutlich liegt es daran, dass ich zwar recht frühzeitig ein> (SCSI-)CD-ROM-Laufwerk hatte,
Das ging mir genauso. Ab etwa 1987 war ich für lange Jahre Macuser und
unser erstes SCSI CD-ROM (von NEC) haben wir uns zu dritt geteilt. Mein
Tischlerbrüderchen hat uns dafür sogar ein Case gebaut, damit wir es zu
Mactreffs mitnehmen konnten. Hey, für ein paar Wochen waren wir damit
die Kings :-)
Aber wenn man PCs gebaut hat, sind einem solche Soundkarten mit vielen
Pieksern öfter begegnet.
Matthias S. schrieb:> Aber wenn man PCs gebaut hat, sind einem solche Soundkarten mit vielen> Pieksern öfter begegnet.
So eine wie Diese, oder zählen 2 Pikser nicht.;-))
Al. K. schrieb:> Matthias S. schrieb:>> Aber wenn man PCs gebaut hat, sind einem solche Soundkarten mit vielen>> Pieksern öfter begegnet.>> So eine wie Diese, oder zählen 2 Pikser nicht.;-))
Davon zählt tatsächlich nur einer, der rechte Pikser ist für das
optionale Wavetable-Board.
Hmmm .. schrieb:> Davon zählt tatsächlich nur einer, der rechte Pikser ist für das> optionale Wavetable-Board.
Da haste recht, andere habe ich aber nicht mehr.
Jörg W. schrieb:
[..]
> Schade, dass ich die Lochstreifen vom BASIC-Timesharing-System auf der> KRS4201 (war wohl ein Honeywell-Nachbau) aus meiner Studienzeit> irgendwann mal weggeworfen habe, ansonsten hättest du sie dir hier gern> besichtigen können um zu sehen, dass es sowas wirklich noch gab.
Ich habe vor 2,3 Jahren einen Lochbandleser mit einem AVR elektrifiziert
um noch hobbymäßig interessante Streifen vom KRS4201 und vom MRES
einzulesen, hat funktioniert. Das war Z80 Quellcode der vor der Wende
auf diesen Maschinen cross-assembliert worden ist. Stanzermechaniken
habe ich auch noch, die werfe ich auch mal noch an. Keine Zauberei
ehy...
Betreffs KRS4201.."Honeywell Nachbau" .. hatte ich auch hier und da
schon gehört, hast Du eine Idee von welcher Honeywell Kiste? Ich wurde
von einem Ami mal gefragt, habe nur die Schultern zucken können.
it_depends
Al. K. schrieb:> So eine wie Diese, oder zählen 2 Pikser nicht.;-))
Das ist ja normales IDE, das zählt nicht :-) Nee, die o.a. Aztech hatte
alle 3 proprietären I/Fs: Sony, Mitsumi und Matsushita.
Den Rest hat dann ein Pille-Palle Adapter erledigt, LPT, Seriell, Floppy
und IDE, denn die Mainboards waren ja dumm wie Dosenbrot. Lediglich die
Tastatur konnte man direkt anschliessen.
Wir hatten damals mit Textautomaten der Firma Forster Elektronik
(Landshut) viel Spass. Wenn man die Paritykarte gezogen hatte, konnte
man mit der 'Dupliziere Lochstreifen' Funktion und einer Schleife durch
Leser und Stanzer selbst modifizierende Texte drucken - auf einer
umgebauten Adler Schreibmaschine, die in das massive Büromöbel
eingelassen war. Irgendwann war dann der ganze Lochstreifen mit dem
Korrekturcode durchlöchert. Da gab es zwei Typen von Lesern. Der
'Schnellleser' arbeitete optisch, der normale Leser mit Bürsten.
Hallo,
Heute V. schrieb:> Betreffs KRS4201.."Honeywell Nachbau" .. hatte ich auch hier und da> schon gehört, hast Du eine Idee von welcher Honeywell Kiste? Ich wurde> von einem Ami mal gefragt, habe nur die Schultern zucken können.
wir hatten auch KRS4201, eine Fundstelle im Netz nennt Honeywell
DDP-516.
Gruß aus Berlin
Michael