Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik uC's und Elektronik vor 1990


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von Stefan F. (stefanus)


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Al. K. schrieb:
> So eine wie Diese

Da fehlt das Synthesizer Add-On Board von Roland. So ist diese 
Soundkarte doch nur halber Kram :-)

von Harald W. (wilhelms)


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Jörg W. schrieb:

>>> DOS 3.11
>>
>> Wann soll es denn ein DOS 3.11 gegeben haben?
>
> Krümelkackerei … er wird wohl ein 3.30 gemeint haben, oder halt
> allgemein 3.x.

Dos 3.11 war m.W. das erste DOS mit Netzwerkfähigkeit und Ende
der Siebziger/Anfang der Achtziger Jahre üblich.

von Christoph db1uq K. (christoph_kessler)


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>"3.11" klingt denn doch arg nach Windows

speziell "Windows for Workgroups 3.11", zeitgleich mit dem gewöhnlichen 
Windows 3.1, ca. 1992 - 1995. Das erste mit echter grafischer Oberfläche 
war kurz zuvor 3.0, alle davor hatten noch Textbildschirm. Atari, Amiga, 
Mac und andere gab es schon ab etwa 1985, da war Microsoft ein 
Nachzügler.

Damals erklärte ein Finanzamt, Computer mit schwarz-weißem 
Textbildschirm sind steuerlich geförderte Arbeitsgeräte, während eine 
farbige grafische Bedienung typisch für einen Hobbyrechner für zuhause 
sei.

von Percy N. (vox_bovi)


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Harald W. schrieb:
> Dos 3.11 war m.W. das erste DOS mit Netzwerkfähigkeit

Das war DOS 3.1.
Und bestimmt nicht Ende der 70er.

Christoph db1uq K. schrieb:
> Damals erklärte ein Finanzamt, Computer mit schwarz-weißem
> Textbildschirm sind steuerlich geförderte Arbeitsgeräte, während eine
> farbige grafische Bedienung typisch für einen Hobbyrechner für zuhause
> sei.

Nun, für den Vergleich zwischen CGA und MDA dürfte das sicherlichceine 
sachliche Einschätzung gewesen sein. Zu Zeiten der Super-VGAs aber nicht 
mehr; ich erinnere mich an WP Six.O for DOS, das mit zartblauer Schrift 
auf behördenbeige Hintergrund augenschonend daherzukommen versuchte.

: Bearbeitet durch User
von Harald W. (wilhelms)


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Percy N. schrieb:
> Harald W. schrieb:
>> Dos 3.11 war m.W. das erste DOS mit Netzwerkfähigkeit
>
> Das war DOS 3.1.
> Und bestimmt nicht Ende der 70er.

Du hast recht. Es war WIN 3.11.

von Rainer V. (a_zip)


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Dieter W. schrieb:
> Da gab es dann auch hin und wieder mal einen Studentenstreich und der
> Ausdruck umfasste 1000 Blatt mit der Aufschrift

Das war die elegante Variante...die elende war einfach das, was wir 
seinerzeit "Programm Schmierpapier" nannten und wurde meist durch einen 
blödsinnigen Formatierungsfehler erzeugt. Dass man bei Abholung am 
nächsten Tag im Rechenzentrum gekreuzigt wurde, war die eine 
Sache...Termin beim Oberingenieur oder gar beim Institutsleiter war die 
andere... Trotzdem haben mich damals die sogenannten Schnelldrucker 
immer sehr beeindruckt!
Gruß Rainer

von Dieter W. (dds5)


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Rainer V. schrieb:
> Trotzdem haben mich damals die sogenannten Schnelldrucker
> immer sehr beeindruckt!

Ja, die Trommel- oder auch Kettendrucker waren schon echte 
Monstergeräte.

von Hans-Ulrich G. (hans-ulrich)


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Hallo,

Leiterplattenlayout auf Millimeterpapier gezeichnet, kupferbeschichtetes 
Material auf Größe geschnitten, Millimeterpapier darüber gespannt und 
die entscheidenden Punkte "durchgestochen"(markiert).
Die LP wurde vor dem zeichnen gebohrt, 1mm Bohrer waren eine Rarität !!
Kupfer blank geputzt und die entsprechenden Leiterbahnen mit verdünntem 
Elaskon gezeichnet. Elaskon ist ein Mittel zur Unterbodenpflege des Pkw 
aus der DDR.
Es war von Vorteil, daß Fehler weggewischt werden konnten und korrigiert 
wurden. Wenn die Zeichnung richtig getrocknet ist konnte mit verdünnter 
HCL geätzt werden.
Das waren meine Anfänge !
Heute für 3-5 LP im Jahr eine alte EAGLE Student Version

von PFLEGENDE A. (pflegende_a)


Angehängte Dateien:

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War erstaunt, dass bei den vielen gängigen aufgeführten CAD-Programmen 
das Ziegler Urgestein Caddy nicht mit aufgetaucht ist.

Es wurde "irgendwie" wohl auch in die DDR verkauft: Mehrfarb-Plotter, 
IBM-PC/XT, (dann später AT) und ein großes tiefes schweres 
Farbgrafikterminal.

Mir nur in Erinnerung, da die Backups schon damals nicht so jedermanns 
Ding waren. Wohin auch mit den damals "riesigen" 20 MB der Ziegler HD? 
Jedenfalls Crash, Kopfaufsetzer und schlimm, schlimm ...
Der Norton-DiskDoctor war es wohl, der mir damals aus der Klemme 
geholfen hat und ein Wochenende Puzzlespiel die noch übrigen Sektoren 
wieder zusammenzu-"nähen".

Nach der Zieglerinsolvenz lebte das System, verteilt auf div. andere 
Firmen heute noch.

LL:
http://www.caddy.de
https://github.com/MarioRosi/CADdyTools

Datenverarbeitung, GIS von Heyink, Josef (id: 1572)
Unerwarteter Zuwachs - Über 3000 CADdy Anwender in der DDR
Seite: 114

von Roland E. (roland0815)


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Hmmm .. schrieb:
> Al. K. schrieb:
>> Matthias S. schrieb:
>>> Aber wenn man PCs gebaut hat, sind einem solche Soundkarten mit vielen
>>> Pieksern öfter begegnet.
>>
>> So eine wie Diese, oder zählen 2 Pikser nicht.;-))
>
> Davon zählt tatsächlich nur einer, der rechte Pikser ist für das
> optionale Wavetable-Board.

Nein. Rechts ist die IDE-Schnittstelle, oben Mitte der 
Wavetable-Anschluss.

Das dürfte eine der letzten SB16 gewesen sein, da die älteren eine 
properitäre CD-Rom-Schnittstelle hatten. Der IDE kam später.

Gerade mal gegockelt: Ist eine Pro. Das war die letzte Evolution der 
16-Bit-Karten von CTLabs.

von Heute V. (Gast)


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Jörg W. schrieb:
> Michael U. schrieb:
>> wir hatten auch KRS4201, eine Fundstelle im Netz nennt Honeywell
>> DDP-516.
>
> Eine andere H316 :-)
>
> Was auch immer.

..halte ich nicht für das Problem, die Hinweise sind wohl beide richtig, 
weil die PRS4000/KRS4200/KRS4201 nur der Architektur nach "Nachbauten" 
und wohl Befehlskompatibel sind, der verbaute Kram ist wohl etwas 
moderner (TTL) und die Gefäße sind sowieso anders. "Honeywell Series 16" 
ist dementsprechend wohl die "richtige" Angabe.
Console war beim KRS ja auch entweder eine Bedienschreibmaschine SM4000 
(so ein Ding hatte ich mal im Kinderzimmer am Z80) oder später das 
BD4000 bestehend aus Tastatur und Nadeldrucker SD1154 (mit Thyristor 
Schaltnetzteil). Beide Teile hatten SIF1000 als 
Peripherieanschluß..wirds bei Honeywell im Original wohl nicht gegeben 
haben :-) statt dessen ASR33..

PRS4000 (Prozeßrechnersystem) war der Vollausbau, KRS4200 und 4201 
Abrüstvarianten. Für die Robtotron K1630 (die PDP11 aus lokalem Anbau 
die Jörg erwähnte) gab es einen Kartensatz der den KRS4200 hardwaremäßig 
emulieren konnte, Sowas habe ich bei Reinhöfer früher mal ausgegraben, 
dürfte sich im
Rechenwerk in Halle befinden (die haben wohl auch einen KRS). Man konnte 
damit  den Emulator starten und einen KRS emulieren, schneller als das 
Original, auf einer PDP11 langsamer als das Original. Zurück gings nur 
mit Reset.

Das Betriebssystem meines 2. "Homecomputers" wurde auf einem KRS4200 
crossassembliert (nicht von mir) und bezüglich der 
Typenraddrucker-Mechanik die es mal für Bastler zu kaufen gab, habe ich 
früher mal Recherchen in Sömmerda angestellt, auch die Programme für den 
Z80 in einer S6001 wurden auf einem KRS geschrieben. Die 
Quellen(Lochstreifen) waren aber bei meinem Anruf nicht mehr verfügbar, 
sonst hätte ich die bekommen. Ich wollte eine S6001 Elektronik als 
dedizierten Drucker umbauen, ohne Tastaturemulation.
Du hast für diese Mechanik Einchiper-Programme geschrieben Jörg?

Danke,
it_depends

von Christoph db1uq K. (christoph_kessler)


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https://www.caddyeds.de/Support/edvin.frame.de.html
Den Caddy-Betrachter gibt es noch, ich bin aber nicht sicher, ob auch 
Layouts damit funktionieren. Die Schaltpläne vom Anfang der 90er konnte 
ich noch anschauen. Leider wurde alles was Caddy hieß in der Firma 
entsorgt und gelöscht.

von Frank E. (ffje)


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Ich hatte 1980 ein Intel-8080-Gebastell auf doppelseitigen 
160x100-Platinen mit 64k-dyn-RAM, Casetten-Recorder-Speicher, FBAS zum 
TV, Cherry-Tastatur, Self-made-Betriebs-System.
Platinen-Layout auf transparenten Folien mit Abrubbel-Lines und 
Lötaugen.
Die µC-Versuchs-Schaltungen mit 8039(, ist der 8048 mit externem 
Speicher); das Echte hatte dann den EEPROM- oder PROM-Typ.
mfG  fE

von H.Joachim S. (crazyhorse)


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Hans-Ulrich G. schrieb:
> 1mm Bohrer waren eine Rarität !!

Da kaum erhältlich: selber gemacht. Sockelleistenstifte waren aus 
relativ gutem Material und kosteten praktisch gar nichts.
Glühen, schmieden, grob schleifen, härten, fertig schleifen. Habe ich 
sogar welche verkauft von :-), 1 Alumark das Stück.
Für Pertinax völlig ausreichend und deutlich robuster als Spiralbohrer
Das eigentlich schlimme war die "Bohrmaschine" - Piko SM2. Eigentlich 
ein Spielzeug, aber mit dem Futter konnte man 1mm spannen. Ein paar 
Jahre und etliche 1000 Bohrlöcher bin ich damit aber tatsächlich 
ausgekommen.

von PFLEGENDE A. (pflegende_a)


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KRS/ESER MB-data-Transfer war das Thema meiner Diplomarbeit. Da der 
nächste ESER Input eine Zugstunde entfernt war, mit viel Pendlerei und 
demgemäßen auch durchaus erfreulichen Nebeneffekten verbunden.

Deine "Kinderzimmerschreibmaschine" wurde von unseren sehr netten Opis 
mehrmals getötet. Leider waren das Dr.-Karl-KRS-Basic und ich die 
Ursache. Auf dem Basic lief dann der berühmt berüchtigte Biorhythmus. 
Der Output 3fach Sinuskurvenplot über Deine SM4000. Natürlich alles über 
die Punkt Type.
Diese musste dann regelmäßig, da irgenwann davonfliegend, irgendwo 
hinter der Klimatruhe wieder hervorgeholt und heimlich angelötet werden. 
Das war aber dann glücklicherweise nicht mein Part.

Mein Lochstreifen mit dem KRS-Basic aus Dresden von Prof. Karl ist seit 
3 o. 4 Jahren per VCFB im Klanglabor in Berlin (hoffentlich nicht 
verlorengegangen). Eigentlich sollte da eine Sicherheitskopie in München 
gemacht werden. Wenn jemand von den "Klanglaboranten" mitliest: Beste 
Grüße! Das Ziel war eigtl. für den Basic-Interpreter dann, nach der 
Kopieerstellung, Rechenwerk-Halle.

Mich würde sehr interessieren, ob mal jemand den DDP516 Emulator auf 
QEMU zum Laufen gebracht und Erfahrungen damit hat, womöglich gar mit 
der Abarbeitung von KRS-Code. Einen Online Emulator, so wie es einige 
f.d. PDP11 gibt, hab ich für den DDP516 (aka arpanet - Router), noch 
nicht gefunden.

Mit der Literatur zum KRS sieht es ja auch ziemlich mau aus. Allein eine 
Liste der noch lebenden Interessenten und ggf. dort befindl. Unterlagen 
wäre ja schon spannend. In Görlitz oder Zittau an der Fachschule wurden 
in den 70iger o. 80iger Jahren wohl mal recht gehaltvolle 
Arbeitsmaterialien für den KRS erstellt. Leider trotz gelegentlich 
erneuter Recherche nix mehr auffindbar. v.a. Software, wie SOET, DIWA 
etc. Selbst auf der Radeberger Seite ist nur die Hw präsent, womit der 
Verdienst der Akteure dort nicht geschmälert werden soll.

Auch eine Inventur der noch existenten DDR KRT (bspw. KRS im Rechenwerk, 
Dresdner Techniksammlung, Elektromuseum Erfurt (Artefakte) aber da gibt 
es ja noch mehr) wäre sicher ein Projekt, wenn jemand freie Valenzen 
hat.

Downloadadressen oder Links zu Quellen an sich könnte man ja ganz 
einfach in einem pad ablegen:

https://edupad.ch/p/krs

von PFLEGENDE A. (pflegende_a)


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PFLEGENDE A. schrieb:
> im Klanglabor in Berlin

natürlich "Signallabor"!
sorry!
Das Signallabor ist auch wieder mit auf dem VCFB:
https://wiki.vcfb.de/2021/vortraege_workshops

von Heute V. (Gast)


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PFLEGENDE A. schrieb:
> KRS/ESER MB-data-Transfer war das Thema meiner Diplomarbeit. Da
> der
> nächste ESER Input eine Zugstunde entfernt war, mit viel Pendlerei und
> demgemäßen auch durchaus erfreulichen Nebeneffekten verbunden.
>
> Deine "Kinderzimmerschreibmaschine" wurde von unseren sehr netten Opis
> mehrmals getötet. Leider waren das Dr.-Karl-KRS-Basic und ich die
> Ursache. Auf dem Basic lief dann der berühmt berüchtigte Biorhythmus.
> Der Output 3fach Sinuskurvenplot über Deine SM4000. Natürlich alles über
> die Punkt Type.
> Diese musste dann regelmäßig, da irgendwann davonfliegend, irgendwo
> hinter der Klimatruhe wieder hervorgeholt und heimlich angelötet werden.
> Das war aber dann glücklicherweise nicht mein Part.

Das habe ich nicht geschafft :-)
Ich habe zwar auch eine Anzahl von Kalendern mit irgendwelchen 
Mädchenköpfen aus verschiedenen Zeichen (um verschiedene Grautöne 
darzustellen) auf den Dingern raus gehämmert aber davon geflogen ist da 
Nichts. Irgendwie habe ich aber das gesamte Schreibwerk mal ausgetauscht 
gegen Eines das statt deutscher Umlaute eckige und geschweifte Klammern 
bestückt hatte, sehr zum Leidwesen meiner Schwester, die zu der Zeitwohl 
eine Ausbildung zur Sekretärin machte und auf der Maschine schreiben 
übte, sie hat die Kiste danach nicht wieder angefaßt. Das ASCII 
Druckwerk war allerdings deutlich weniger "ausgeklappert" als das mit 
den dt. Umlauten. Der Biorythmus hat mich nicht sonderlich interessiert, 
aber so ein Basic Programm hatte ich wohl auch.
Nachdem ich mal im Betrieb so einen Robotron Monteur nach Ersatzteilen 
gefragt hatte, hatte ich damit keine Probleme mehr. Ich hatte ihm 
erzählt was ich mache und der war so begeistert das er mir das Zeug 
gerne mitgebracht hat.

Mit Punkten Kurven gehämmert haben wir erst an der Uni auf 
Typenraddruckern (SD1152), da waren die abgenutzen Typenräder relativ 
einfach austauschbar.
Privat hatte ich dann mal einen Seriendrucker SD1156 aufgetrieben (aus 
der selben Quelle, ausgesondert im Betrieb), ein Nadeldrucker der mit 
5x7 Nadeln gleichzeitig druckte, statt Kleinbuchstaben Kyrillisch. Ich 
habe dann den U402 Zeichengenerator gegen einen 1702 getauscht, dann 
gabs auch Kleinbuchstaben aber ohne Unterlängen. Sowohl in der SM4000 
als auch im SD1156 werkelte gruselige Elektronik aus U100 Hochvoltmos, 
KME3 und Dioden...

Ich war mal auf Deiner KRS Seite (Pad). Einen polnischen CT1001 
Lochstreifenleser hatte ich auch, war spektakulär wenn der Lochstreifen 
nach dem Ding 1 Meter horizontal in der Luft stand ehe er zu Boden fiel. 
Es gab wohl aber auch noch einen polnischen Leser CT2001 mit 2000 
Zeichen/Sekunde.
Die Stanzermechanik hatte ich aus einem alten Orgautomaten, bis auf den 
Stanzer und den Schreibtisch habe ich Alles von dem Ding weggeschmissen. 
Das Teil war heftig korrodiert, die Germaniumtransistoren rieselten beim 
Klopfen auf den Elektronikeinschub alleine aus der Kiste..
Den Stanzer hatte ich dann mit einer Platine voller D174 mit einer 
synchronen Logik neu elektrifiziert... War ne coole Zeit damals.

Mein Nachbar hat mir dann beim Motorrad putzen und er beim Trabbi 
waschen mal Bescheid erzählt, das die Staatssicherheit wüßte das ich 
einen Computer habe. Auf meine Frage hin warum die sich dafür 
interessieren würden, kam die Antwort: "Du siehst Dir doch die 
Computerausgabe auf einem Fernseher an? Wir haben eine 
Gemeinschaftsantennenanlage, Du könntest da Dein Bild unerlaubter Weise 
einspeisen und Informationen verbreiten.." Auf den Trichter wäre ich 
nicht gekommen, aber ja das hätte sehr wahrscheinlich funktioniert was 
ausreichend war diese Leute zu beunruhigen. Das war noch lange vor der 
Zeit zu der es dann in der DDR mal Heimcomputer zu kaufen gab. Das war 
Alles noch selbst zusammen gelötet.
Mein Nachbar war damals 1. Sekretär der SED Kreisleitung Freiberg.

Wir sind schon wieder so weit, die Weitergabe von Informationen wird 
wieder gleichgeschaltet und unterdrückt.

It_depends

von Stefan F. (stefanus)


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Heute V. schrieb:
> Wir sind schon wieder so weit

Heute st es so: Wenn du deinen Nachbarn beim betrachten von KiPo Video 
erwischt und meldest, bist du ein Held.

Wenn du eine gravierende Sicherheitslücke in einem Internet System 
meldest, dass halb Deutschland betrifft, dann bist du ein Staatsfeind.

Wenn du an einem Wettbewerb zum Finden von Schwachstellen teilnimmst, 
rechne nicht mit der versprochenen Belohnung, sondern mit Knast.

Wenn du Bodenschätze in deinem Garten findest, mache das Loch schnell zu 
und halte die Klappe, falls dir dein Leben etwas Wert ist.

von Heute V. (Gast)


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Stefan ⛄ F. schrieb:
> Heute V. schrieb:
>> Wir sind schon wieder so weit
>
> Heute st es so: Wenn du deinen Nachbarn beim betrachten von KiPo Video
> erwischt und meldest, bist du ein Held.
>
> Wenn du eine gravierende Sicherheitslücke in einem Internet System
> meldest, dass halb Deutschland betrifft, dann bist du ein Staatsfeind.
>
> Wenn du an einem Wettbewerb zum Finden von Schwachstellen teilnimmst,
> rechne nicht mit der versprochenen Belohnung, sondern mit Knast.
>
> Wenn du Bodenschätze in deinem Garten findest, mache das Loch schnell zu
> und halte die Klappe, falls dir dein Leben etwas Wert ist.

Wir haben durchaus ähnliche Ansichten, bis auf Punkt 1. Ich bin der 
Meinung das schon eine Skatrunde aus 3 Nachbarn ausreichend sein kann um 
beim Melden zum Held zu avancieren, echte Straftaten sind dazu nicht 
mehr notwendig.

it_depends

von Carl Mikael B. (Firma: Held der Arbeit) (lochball)


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Georg G. schrieb:

> An die große ICL kam man als normaler Student nicht dran.

In den Siebzigern war der Zugriff auf die ICL unter dem Betriebssystem 
GEORGE mittels FORTRAN auch für Studiker möglich. Allerdings nur im 
Batch-Betrieb mittels Lochkarten. Die Karten konnten man sich unten im 
Altgebäude im Tausenderpack in der Papierfliege besorgen. Dann pendelte 
man oben in aller Ruhe abends bis 22:00Uhr zwischen Kartenstanzer und 
der asthmatischen Einlesestation. Den Ausdruck auf dem Kettendrucker gab 
es auch - wenn das Programm endlich mal fehlerfrei durchlief...

Heute finde ich manche dieser übriggebliebenen Karten in meinen Büchern 
als Lesezeichen versteckt wieder.

von Mike (Gast)


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Ich habe mir Ende der 80er als Student einen Platineneditor in Fortran 
unter Benutzung einer Grafikbibliothek selbst geschrieben. Ich glaube, 
es war PGPLOT. Das Ding lief auf der VAX11/780 meiner Uni. Bedient wurde 
das Progrämmchen mittels Tastaturkürzeln und Fadenkreuz-Cursor. Immerhin 
konnte ich damit doppelseitige Platinen masshaltig entwerfen und auf 
OH-Folie ausdrucken. Da die Terminals nur monochrom waren, wurde die 
Rückseite gestrichelt dargestellt.
Hauptproblem waren dann Belichtung und Ätzen. Immerhin gab es beim 
Conrad damals ein konkurrenzlos billiges Ätzchemikalien-Set, bestehend 
aus zwei Fläschchen Ammoniumpersulfat und einer Flasche Schutzlack. 
Letzterer brauchte zwar extrem lange zum Trocknen und stank penetrant 
nach Wofasept, was seine Herkunft verriet.
Immerhin gelang mir mit dieser Ausrüstung mein erstes funktionierendes 
Z80–Mikroprozessorboard.

von Heute V. (Gast)


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Mike schrieb:
> Ich habe mir Ende der 80er als Student einen Platineneditor in Fortran
> unter Benutzung einer Grafikbibliothek selbst geschrieben. Ich glaube,
> es war PGPLOT. Das Ding lief auf der VAX11/780 meiner Uni.
[..]

Respekt!

It_depends

von Wilhelm S. (wilhelmdk4tj)


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Hallo zusammen,

nur eine Frage:
'Ziegler Instruments' aus Mönchengladbach Wickrath mit der Windmühle vor 
der Tür?

73
Wilhelm

von H.Joachim S. (crazyhorse)


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Mike schrieb:
> Immerhin gab es beim
> Conrad damals ein konkurrenzlos billiges Ätzchemikalien-Set,

Allein daran erkennt man wie lange das her ist :-)

von AC gekoppelt (Gast)


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Egal schrieb:
> wie haben die Entwicklungsumgebungen
> früher ausgesehen?

Lochrasterplatine
oder Platinen bekleben, belichten, ätzen

von Martin P. (mpeg)


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Bastelprojekte und auch kleine Computer mit Fädeldraht hergestellt.
In der Ausbildung Platinen mit einem CAD-System unter VMS erstellt.

von Georg G. (df2au)


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Kalle B. schrieb:
> In den Siebzigern war der Zugriff auf die ICL

Wie reden hier über "damals". In den 70ern war ich schon in Lohn und 
Brot. Waren interessante Zeiten...

von Joachim B. (jar)


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AC gekoppelt schrieb:
> oder Platinen bekleben, belichten, ätzen

du hast Photoresist aufsprühen vergessen, mein erster Verstärker vor 50 
Jahren, da bekam ich kupferkaschiertes Pertinax nur ohne Photolack.
Für die Belichtung musste ich E27 Kryptonglühobst in meine Fassungen 
schrauben, aber das Entwicklungs- und Ätz-mittel bekam man ohne 
Giftschein in jeder Apotheke.

von Georg G. (df2au)


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Joachim B. schrieb:
> Photolack

Neumodischer Kram. Asphaltlack und ein Marderhaarpinsel.

von Gerhard O. (gerhard_)


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Ich deckte meine erste LP als 14 jähriger mit Nagellack ab. Sah dann 
auch dementsprechend verfranzt aus. Aber die Schaltung funktionierte 
trotzdem (AC187/188 NF Verstärker) und die Freude war groß.

Das schönste an der Zeit war damals, daß es kaum 
Chemikalienbeschränkungen gab und so ziemlich alles machen konnte; auch 
als Kind.

: Bearbeitet durch User
von Modulwurst (Gast)


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Kerzenwachs auf Platine und Ritztechnik, das einzig Wahre.

von Percy N. (vox_bovi)


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Modulwurst schrieb:
> Kerzenwachs auf Platine und Ritztechnik, das einzig Wahre.

Oder Kaltnadelradierung.

: Bearbeitet durch User
von Christoph db1uq K. (christoph_kessler)


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>Photoresist aufsprühen
dazu gab es den Tip, die Platine auf einem Plattenspieler rotieren zu 
lassen, damit sich das Positiv20 sauber verteilt.

Die Caddy-Dateien der Firma sind übrigens wieder aufgetaucht, irgendwer 
hatte sie in einen Serverordner namens "Archiv" verschoben. Die Aufräum- 
und Entsorgungswut mancher Kollegen sorgt gelegentlich für unnötige 
Zusatzarbeit.

Apropos Entsorgung - ein Journalistin schrieb mal "mein treu 
entsorgender Gatte" (sie selbst ist eher von Stamm der Jäger und 
Sammler).

>kaum Chemikalienbeschränkungen
Was haben wir gefährlich gelebt, ohne staatliche Fürsorge.

: Bearbeitet durch User
von Ralf S. (ralf_s572)


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Ich hab mitte der 80er mit Caddy gearbeitet. Das Ding hat glaube ich 
5000 DM gekostet. Es gab aber dutzende andere PCB-Programme, deren Namen 
ich gar nicht mehr wusste und die hier schon erwähnt wurden. Eagle gab 
es auch schon. Ich hab mal eine Zeit lang mit Version 1.15 gearbeitet. 
Die war noch mit Turbo Pascal programmiert und die Grafik ging über 
aufgebohrte BGI-Treiber, damit man höhere Auflösungen als 640x350 hatte. 
Der Bedienkomfort war echt eine Erleuchtung. Ich hab dann später in 
einer namhaften Elektrozeitschrift einen Vergleich der Systeme gelesen. 
Eagle wurde da belächelt und als Hobby-PCB abgewertet. Nach fast 40 
Jahren gibt es Eagle immer noch und die anderen Firmen sind pleite oder 
verschwunden.

von Ida O. (keil-er)


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Hier ein paar Links aus dem simtel share+freeware Archiv:


http://ftp.icm.edu.pl/pub/coast/win3/cad/pfwdem10.zip
Protel Demo (Windows 3.0/Windows 3.1)

http://ftp.icm.edu.pl/pub/coast/msdos/cad/qr15r3us.zip
Easy to Use CAD (DOS)

http://ftp.icm.edu.pl/pub/coast/msdos/cad/padslog.zip
http://ftp.icm.edu.pl/pub/coast/msdos/cad/padslib.zip
http://ftp.icm.edu.pl/pub/coast/msdos/cad/padspcb.zip
PADS (DOS)

http://ftp.icm.edu.pl/pub/coast/msdos/cad/microcad.zip
MicroCAD (DOS)

http://ftp.icm.edu.pl/pub/coast/msdos/cad/pcbca110.zip
PCBCAD (DOS)

http://ftp.icm.edu.pl/pub/coast/msdos/cad/easytrax.zip
EasyTRAX Protel (Freeware, DOS)


Hier gibt's noch mehr, nur leider sind die Files dort immer wieder mal 
down, nur der index funktioniert. In dem Fall dann die Dateien einfach 
von obigem .pl-Server holen:
http://cd.textfiles.com/simtel/simtel20/MSDOS/CAD/.index.html


Irgendwo habe ich noch OrCAD und Eagle für DOS. Auf die Schnelle nix im 
Netz dazu gefunden, vielleicht lade ich das die Tage irgendwo hoch.
Eagle 3 oder 4 für Windows 95 habe ich auch noch.

Die 8051 Tools im Simtel Archiv sind auch recht umfangreich und ich habe 
nicht schlecht gestaunt, nachdem ich meinen Einstig mit dem (mega 
teuren) Keil hatte.

von Carl Mikael B. (Firma: Held der Arbeit) (lochball)


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Georg G. schrieb:

> Wie reden hier über "damals". In den 70ern war ich schon in Lohn und
> Brot. Waren interessante Zeiten...

Ja, damals wurde der Lohn am Freitag von der Frau treuhänderisch vom 
Lohnbüro abgeholt, es gab einen Lohnstreifen dazu und das Geld gab es 
noch in der Tüte. Damals nach dem Krieg... :)

von Percy N. (vox_bovi)


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Ida O. schrieb:
> Hier ein paar Links aus dem simtel share+freeware Archiv:

Die simtel-CDs gibt es wimre auch ais ISO zusammen mit anderen Walnut 
Creek CDs auf archive.org.
(auch einzeln ;-))

von Uwe B. (uwebre)


Angehängte Dateien:

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Egal schrieb:

> Was waren denn so die ersten CAD-tools, hat da
> jemand noch Bildschirmfoto

smARTWORK von Wintek, Orcad SDT (Schaltplan, bis heute unerreicht)
Anfangs mit bunter CGA-Auflösung (640x200) dann doch besser Hercules 
(720x348 in schwarz/grün)
Ausgabe auf A3 9-Nadler 2:1, mit Bleistift "retuschiert" und in der 
Reproanstalt auf Film verkleinert.

> und wie haben die Entwicklungsumgebungen
> früher ausgesehen?

Mi-C Compiler von Kersting / Rose für 8051 und Z80, Wordstar und 
Batchdateien.  (Die wichtigsten Wordstar-Shortcuts sitzen heute noch)
Erst auf ITT 3030 und Sharp MZ800 (CPM) dann auf MS-DOS, gleich ein 
286er, "getunt" auf 12 Mhz.

http://oldcomputers-ddns.org/public/pub/manuals/mic_ger_bw.pdf

smARTWORK findet sich im Netz und läuft unter Dosbox.

Uwe

von Manfred (Gast)


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Percy N. schrieb:
> Modulwurst schrieb:
>> Kerzenwachs auf Platine und Ritztechnik, das einzig Wahre.
> Oder Kaltnadelradierung.

Mir beide unbekannt. Es gab für teuer DM einen Lackstift, eine Art 
Filzstift mit flüssiger Füllung, womit ich direkt auf das Kuper gemalt 
habe. War etwas feiner als der Edding-Plakatschreiber.

Von Brady gab es Klebebänder ab 0,5mm Breite, die eigentlich gedacht 
waren, auf Folie Photovorlagen zu kleben. Auch diese waren beständig 
genug, direkt auf Kupfer geklebt und danach in Eisendreichlorid gebadet 
zu werden.

Wenn mir nochmal etwas aus dieser Zeit in die Finger fällt, grauenhaft, 
wie man damals so gebaut hat.

In den 80er-Jahren gab es dann in der Firma auf die Finger und einen 
Rahmenvertrag mit dem Leiterplattenfertiger ILFA, dann war Schluß mit 
selbst panschen und es gab ordentliche Platinen.

Christoph db1uq K. schrieb:
>>kaum Chemikalienbeschränkungen
> Was haben wir gefährlich gelebt, ohne staatliche Fürsorge.

... und haben trotzdem recht lange gelebt. Wir hatten noch kein Internet 
und Facebook, mussten noch selbst denken - kann es da einen Zusammenhang 
geben?

Kalle B. schrieb:
> Georg G. schrieb:
>> Wie reden hier über "damals". In den 70ern war ich schon in Lohn und
>> Brot. Waren interessante Zeiten...
> Ja, damals wurde der Lohn am Freitag von der Frau treuhänderisch vom
> Lohnbüro abgeholt, es gab einen Lohnstreifen dazu und das Geld gab es
> noch in der Tüte. Damals nach dem Krieg... :)

Hast Du Dich da eventuell um ein paar Jahre vertan? Zu der Zeit gab es 
schon Bankkonten und die Elektroniker mussten eher selten vor der Kneipe 
abgefangen werden.

von Percy N. (vox_bovi)


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Manfred schrieb:
> Mir beide unbekannt.
Ja, dieser Google-Ausfall macht manchem zu schaffen.
> Es gab für teuer DM einen Lackstift, eine Art
> Filzstift mit flüssiger Füllung, womit ich direkt auf das Kuper gemalt
> habe. War etwas feiner als der Edding-Plakatschreiber.

Der hieß vermutlich Dalo. Weniger geeignetwar war wohl der 
Kosmos-Laborschreiber. Von Edding gab und gibt es aber auch etwas 
Geeignetes, nur eben nicht in jedem Schreibwarenladen.

von michael_ (Gast)


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Ich habe Platinen gemalt mit einer Röhrchenfeder.
Die gab es mit verschiedenen Durchmesser.
Scripent ging auch, war mir dafür aber zu schade.

Dazu ein eingefärbter Spirituslack.

Aus dem Platinenset (zwei kleine Plasteflaschen).

von Percy N. (vox_bovi)


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Manfred schrieb:
> Hast Du Dich da eventuell um ein paar Jahre vertan? Zu der Zeit gab es
> schon Bankkonten und die Elektroniker mussten eher selten vor der Kneipe
> abgefangen werden.

Bis etwa Mitte der 70er Jahre waren Bankkonten nicht alkgemein 
verbreitet; und erst in jüngster Vergangenheit wurde das Recht auf ein 
Bankkonto für jedermann gesetzlich geregelt. Zumindest in den 90ern war 
es noch ein Ärgernis in der Leistungsverwaltung, dass manche Empfänger 
von Sozialleistungen ausschließlich durch sündhaft teure 
Post-Bar-Anweisungen versorgt werden konnten; dies dürfte sich erst in 
letzter Zeit geändert haben.

Bis vor wenigen Jahren gab es btw auch noch eine Vorschrift in der 
Gewerbeordnung, die die Auszahlung von Arbeitslohn in Gaststätten 
untersagte.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Percy N. schrieb:
> Bis etwa Mitte der 70er Jahre waren Bankkonten nicht alkgemein
> verbreitet

Ernsthaft?

Ich glaube mich zu erinnern, dass mein Vater sein Konto seit den späten 
1960ern oder frühen 1970ern hatte und sein Gehalt da bekommen hat. 
Fragen kann ich ihn nicht mehr.

Als ich 1981 bei der NVA in der Kasse war, hatte praktisch jeder der 
Längerdienenden (also ab Zeitsoldat aufwärts) ein Konto, auf das er 
zumindest den größeren Teil der Dienstbezüge bekam. Die meisten ließen 
sich dann am Zahltag einen kleineren Teil als Bargeld auszahlen. Von 
mehr als 100 Leuten war da eine an zwei Händen abzählbare Anzahl von 
Leuten, die sich alles bar in die Hand drücken ließen.

(Die wehrpflichtigen Soldaten bekamen ihr bissel Wehrsold dagegen bar, 
aber das wird eh gerade so für einen Monat genügt haben.)

von Bernhard S. (b_spitzer)


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landerBart schrieb:
>> https://www.computerwoche.de/a/spea-gibt-version-5-0-von-topcad-frei,1153341
Geil! mit Preisangabe. Damals 39.000DM für das Programm!
Ich habe damals (1992-1996) in meinen HiWi-Jobs und für meine 
Diplomarbeit mit TopCAD mindestens 1m² Platinen layoutet. Das war ein 
tolles Programm. 2 verschiedene Cursor, für Grafik und Menü, das war 
super effizient.
Alles unter DOS, die Firma SPEA hat damals angefangen Grafikkarten zu 
entwickeln, weil für TopCAD nix brauchbares auf dem Markt war. Herr 
Ulrich Seng, Gründer und damaliger Chef von Spea, war Ex-Doktorand von 
unserem Institut und hat beim Festcolloquium zum 80. Geburtstag von Karl 
Steinbuch ein wenig aus dem Nähkästchen geplaudert...

> Der passende Computer 1989 dazu: z.B. ein COMPAQ Deskpro ohne Monitor
> aber mit  85MBytePlatte 2MByteRAM+33MHzCPU:  22490 DM
>            Coprozessor (FPU) extra + 3890 DM
Damals haben PCs noch richtig Geld gekostet... Der notwendige 17" 
Röhrenmonitor war nicht unter 2500DM zu haben, ein Laserdrucker hat auch 
5000DM gekostet.

: Bearbeitet durch User
von Percy N. (vox_bovi)


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Jörg W. schrieb:
> Ich glaube mich zu erinnern, dass mein Vater sein Konto seit den späten
> 1960ern oder frühen 1970ern hatte und sein Gehalt da bekommen hat.
> Fragen kann ich ihn nicht mehr.

Ich erinnere mich aus meiner Schulzeit, dass ich zumindest in den 60ern 
als Exot galt, weil wir Telefon hatten, was damals keineswegs üblich war 
war - das sollte in der DDR mindestens ähnlich gewesen sein.

Aber auch Girokonten waren im Westen - im Gegensatz zu Sparkonten - 
nicht allgemein verbreitet. Mein Vater hatte als Gewerbetreibender 
sowohl Bank- als auch Postscheckkonto, aber allgemein üblich war das 
genau so wenig wie seine Telegrammadresse.

In den 70ern habe ich bei einem Studentenjob bei der Bundespest meinen 
Lohn bar ausgezahlt bekommen; weil ich an einem Zahltag als Letzter an 
die Kasse kam, in Fünf-Markscheinen. Da,es um den Lohn von zwei Monaten 
ging, war das ein ziemlicher Stapel.

Mir ist später in den 80ern in Ostberlin auf einem Postamt aufgefallen, 
dass die DDR-Bürger selbst Kleinstbeträge für ein paar Briefmarken mit 
Scheck bezahlten. Mich hat das damals verwundert. Heute nehme ich mit 
Misstrauen zur Kenntnis, dass die aktuelke Bundesregierung erste 
Schritte unternimmt, das Bargeld abzuschaffen - es lebe die 
Kontrollmöglichkeit!

: Bearbeitet durch User
von Thomas Z. (usbman)


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Bernhard S. schrieb:
>>> https://www.computerwoche.de/a/spea-gibt-version-5-0-von-topcad-frei,1153341
> Geil! mit Preisangabe. Damals 39.000DM für das Programm!
> Ich habe damals (1992-1996) in meinen HiWi-Jobs und für meine
> Diplomarbeit mit TopCAD mindestens 1m² Platinen layoutet. Das war ein
> tolles Programm. 2 verschiedene Cursor, für Grafik und Menü, das war
> super effizient.

Ja damit hab ich Anfang der 90er auch gearbeitet. 2 Schirmlösung mit 
Grafiktablet. Der Kopierschutz war bei uns nicht über Dongles gemacht 
sondern war in den Spea Grakas mit drin. So eine Workstation lag bei 
über 40k DM mit HW und Topcad. Die waren aber 92 schon auf dem 
absteigenden Ast. Als 93 die erste Win Version freigegeben wurde, gabs 
noch eine Werbe Aktion in der Elrad.
Ein Jahr später wurde das Ganze dann an Mentor verkauft und später 
eingestellt. Topcad benutzte den Bartels Autorouter. Oliver hat auch 
durchblicken lassen, dass Mentor das Ding nur gekauft hatte, um an 
seinen Autorouter ranzukommen.

: Bearbeitet durch User
von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Percy N. schrieb:
> In den 70ern habe ich bei einem Studentenjob bei der Bundespest meinen
> Lohn bar ausgezahlt bekommen; weil ich an einem Zahltag als Letzter an
> die Kasse kam, in Fünf-Markscheinen.

Das wäre dir bei mir bei der NVA nicht passiert. :-) Wir haben uns 
vorher um eine vernünftige Stückelung gekümmert, meine Kollegin hatte da 
durchaus Erfahrungswerte, was man da vorab bei der Bank so abheben 
mussten. Dann haben wir einen Nachmittag zu dritt gesessen, für an die 
100 Leute die Tütchen zu befüllen (die wir ihnen natürlich trotzdem 
nochmal vorzählen mussten).

> Mir ist später in den 80ern in Ostberlin auf einem Postamt aufgefallen,
> dass die DDR-Bürger selbst Kleinstbeträge für ein paar Briefmarken mit
> Scheck bezahlten.

Für Kleinbeträge war es nicht unbedingt üblich, aber für etwas größere 
Beträge in der Zeit schon. Einem Freund von mir ist es mal passiert, 
dass er an der Tankstelle 50 Pfennige per Scheck bezahlt hat, weil der 
Tank eigentlich bereits voll war (sah man bei der Schwalbe schlecht), 
aber eben noch paar Tropfen aus der Zapfpistole reinpassten - und er 
dann doch kein Bargeld dabei hatte. Hat den/die Tankwart/in nicht 
gestört, war ihnen lieber, als mit dem Fuffziger nochmal vorbei gefahren 
zu kommen.

von Percy N. (vox_bovi)


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Jörg W. schrieb:
> Für Kleinbeträge war es nicht unbedingt üblich, aber für etwas größere
> Beträge in der Zeit schon.

Bargeldlose Zahlung hat ja durchaus auch ihre Vorteile, für beide 
Seiten, wenn nur diese vermaledeite Kontrollmöglichkeit durch Dritte 
nicht wäre.

Das Thema "teure Bargeldlogistik" wurde hier schon mehrfach 
angesprochen; das Übel ist wohl größer,  als mancher sich das vorstellen 
mag, insbesondere, seit die Banken so ziemlich jede noch so beiläufige 
Dienstleistung in Rechnung stellen, sofern nicht explizit verboten (und 
häufig selbst dann ...).

Bei "unserem" REWE steht neuerdings im Eingangsbereich ein inverser 
Geldautomat; die Kunden können dort Münzen einwerfen und erhalten dafür 
einen Bon, den sie an der Kasse später verrechnen oder auszahlen lassen 
können. Die Kiste dürfte einiges gekostet haben und auch im Betrieb 
zumindest Strom und Aufsicht wie ein. Pfandautomat zu benötigen, scheint 
aber im Vergleich zur Bargeldlogistik des Werttransportunternehmens die 
günstigere Variante zu sein.

Hinsichtlich der Situation in der DDR werde ich den Verdacht nicht lis, 
dass die umöaufende Bargeldmenge gezielt möglichst klein gehalten wurde, 
um die Akkumulation von Wert bei einzelnen Bürgern besser im Blick 
behalten zu können.

Die BRD befindet sich derzeit ja bekanntlich fest im Würgegriff des 
international organisierten Verbrechens, obwohl die 500er Euros bereits 
abgeschafft wurden; in Skandinavien denkt man da weiter und packt das 
Problem radikaler an und zieht die Kupfermünzen aus dem Verkehr; so 
haben dort die Malefizgestslten keine Chance. Am zuverlässigsten 
funktioniert vermutlich der US-amerikanische Weg: dort gibt es keine 
höheren Noten sls 100 USD und bekanntlich nicht das geringste Problem 
mit Kriminellen, weil ja selbst obdachlose Bettler (die es natürlich 
nicht gibt) Kreditkarten akzeptieren.

Jörg W. schrieb:
> Einem Freund von mir ist es mal passiert, dass er an der Tankstelle 50
> Pfennige per Scheck bezahlt hat,

Umgerechnet in konvertible Währung dürfte das rekordverdächtig sein; ich 
habe mich immer köstlich über den Anfang von "The Big Lebowski" 
amüsiert, wo der Dude in Bademantel und Pantoffeln zum Suoermarkt 
schlurft und einen Liter (ok, ein quart ... ) Milch mit Scheck bezahlt.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Percy N. schrieb:
> Hinsichtlich der Situation in der DDR werde ich den Verdacht nicht lis,
> dass die umöaufende Bargeldmenge gezielt möglichst klein gehalten wurde,
> um die Akkumulation von Wert bei einzelnen Bürgern besser im Blick
> behalten zu können.

Dass zu viel Geld da war, war allgemein bekannt, weil es viele Dinge, 
die die Leute sich hätten dafür kaufen wollen, nicht ausreichend zu 
kaufen gab.

Aber ja, die umlaufende Bargeldmenge gering zu halten, war sicher ein 
Ziel: auch dort wusste man, dass das Zeug einfach Geld kostet, und es 
wird nun mal durch das Umlaufen nicht besser. Das ging so weit, dass mir 
mein Finanzchef bei der Armee ausdrücklich empfahl, einen eingerissenen 
Geldschein mit einem Stück Papier hintendrauf statt mit durchsichtigem 
Klebeband zusammen zu kleben (die Seriennummern mussten natürlich gut 
lesbar bleiben) und ihn so zur Staatsbank zu geben, damit sie nicht auf 
die Idee kamen, den doch wieder in Umlauf zu geben. ;-) Er wusste wohl, 
wie geizig man da staatlicherseits war …

Aber alles auf dem grauen bis schwarzen Markt wurde natürlich nicht mit 
Schecks bezahlt sondern mit Bargeld.

von Joachim B. (jar)


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Bernhard S. schrieb:
> die Firma SPEA

shiet Aküfi, dachte ich bei SPEA sofort an
https://www.spea.com/de/

und nicht an Software und Grafikkarten.

Wer denkt bei AVR
Beitrag "Benzin-Generator nachrüsten mit AVR"
an automatic voltage regulation?

: Bearbeitet durch User
von Ralf S. (ralf_s572)


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Thema Autorouter: Ist doch absolut erstaunlich, wie gleich schlecht die 
Autorouter nach 40 Jahren immer noch sind. Manchmal habe ich den 
Eindruck, dass Autorouter von 1985 bessere Ergebnisse geliefert haben, 
als heutige. Bei vielen Projekten wird ein Autorouter gar nicht mehr 
verwendet. Die Designer verwenden höchsten halbautomatische Router, die 
beim Wire-Verlegen helfen und bisschen die anderen Bahnen wegschieben. 
Wenn man mit Impedanzen rummacht, ist ein Autorouter eh passe.

: Bearbeitet durch User
von Percy N. (vox_bovi)


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Jörg W. schrieb:
> Dass zu viel Geld da war, war allgemein bekannt, weil es viele Dinge,
> die die Leute sich hätten dafür kaufen wollen, nicht ausreichend zu
> kaufen gab.

War es wirklich dermaßen schlimm? Unser Kriminologie-Prof vertrat damals 
gern die Auffassung,  in der DDR gebe es zwar deutlichcweniger 
Diebstähle als im Westen, dies liege aber nicht am Mangel vom 
Kapitalismus demoralisierter Elemente, sondern am Fehlen geeigneter 
Beute.

Wie wurde eigentlich der Materialschwund in Betrieben 
durchcausgegliederte sozialistische Produktion statistisch bewältigt - 
Verdunstung? Einen Posten "unklare Fehlbestände" habe ich in keiner 
Statistik gesehen.

Was hätte zB Dein Zahlmeister gegebenen Falles veranlasst?

von M. K. (sylaina)


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Ich hatte meine ersten Schritte mit Maxxon PLP (ja, die, die auch 
Cinema4D gemacht haben) und das steht hier heute noch im Regal. Für den 
Amiga, passte auf 2 3.5" Disketten ;)

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Percy N. schrieb:

> …, dies liege aber nicht am Mangel vom
> Kapitalismus demoralisierter Elemente, sondern am Fehlen geeigneter
> Beute.

Hochpreisige Dinge bzw. Dinge, die man einfach schwer bekam, wären 
sicher geeignete Beute gewesen.

> Wie wurde eigentlich der Materialschwund in Betrieben
> durchcausgegliederte sozialistische Produktion statistisch bewältigt -

Keine Ahnung.

> Was hätte zB Dein Zahlmeister gegebenen Falles veranlasst?

Da ich für die Kasse persönlich verantwortlich war (und da auch wirklich 
niemand anders sich dran vergriff), musste ich die 19,80, die mal 
irgendwann unauffindbar gefehlt haben, aus der eigenen Tasche bezahlen.

Um mal wieder on-topic zu kommen: die Filme für die Platinen meines 
CP/M-Computers sind noch da, habe mal die CPU-Platine eingescannt. Das 
Gekritzeln am Rand war halt original da, damit man den Tusche-Stift 
"einschreiben" konnte und er beim Zeichnen der Vorlage nicht kleckste. 
(Habe beide Seiten mal so gedreht, dass sie übereinander passen im 
Scan.)

: Bearbeitet durch Moderator
von Pille (Gast)


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Interessant das Du 4050 auf der Platine verwurstet hast, naja, bei den 
Taktfrequenzen machte das Zeug ja noch mit...

Pille

von chris_ (Gast)


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Das war meine Prozessorplatine von 1984:
Beitrag "Re: ZX81 plus38 Clone"

Und der Rechner hier auf der rechten Seite

Beitrag "Re: ZX81 plus38 Clone"

war die Entwicklungsplatform für das Monitorprogramm in Z80 Assembler 
mit dem nachher das (nicht mehr existierende) User-Interface aus 
Hex-Tastatur und 7Segmentdisplay angesteuert werden konnte. Als Schüler 
konnte ich mir kein besseres System leisten.

von he4008 (Gast)


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Hier ein Programmer he4008

Features:

EPROMs 2704, 2708, 2716, 2532 , 2564 bis 27512/513 + 48016
Microcontroller: 8741, 8742, 8748, 8749, 8751, 8755

EPROM-Simulation!

Löschlampe :-) => ERASER

Bedienung über Tastatur

RS232



Grüße :-)

von Dieter R. (drei)


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PCB-Layout:

Ende der 70er zu Studentenzeiten handgeklebt auf Rasterfolie, später 
beruflich im Maßstab 2:1, als die Layouts dichter wurden. Highlight war 
dann ein Board im Europakartenformat, bei dem der PCB-Dienstleister das 
Verkleinern vergessen hatte. Sorgte für ziemliche Heiterkeit, leider 
hatten wir keine ICs im 2:1-DIP-Gehäuse zur Bestückung.

Ab ca. 1986 Wintek Smartwork. Keine Ahnung, wo wir das her hatten, 
Direktimport aus USA? Ausgabe war jedenfalls auf Transparentpapier mit 
einem extra dafür angeschafften Pen-Plotter. Smartwork konnte als 
kleinstes Raster 1,27 mm. Wo das nicht ausgereicht hat, habe ich die 
Leiterbahnen im halben Raster von Hand mit dem Rapi dazwischen gemalt.

Das erste wirklich brauchbare Layout-Programm war wenige Jahre später 
PADS-PCB. Das habe ich über etliche Produktgenerationen benutzt, bis ich 
über den grässlichen Umweg mit Intergraph Veribest und einen 
Kurzabstecher zu Bartels BAE bei Altium gelandet bin. Das war dann aber 
schon nach 2000.

: Bearbeitet durch User
von Uwe B. (uwebre)


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Dieter R. schrieb:

> Ab ca. 1986 Wintek Smartwork. Keine Ahnung, wo wir das her hatten,
> Direktimport aus USA? Ausgabe war jedenfalls auf Transparentpapier mit
> einem extra dafür angeschafften Pen-Plotter.

Den A1 Houston-Instruments Plotter (der wie auf dem Bild) habe ich noch. 
Layouts wurden auf mattierter Kunststoffolie mit einer speziellen 
Filmtusche "FL" und Stift mit gekerbter Spitze geplottet. 1:1 Plot ging 
gut zum selberätzen für Prototypen.

Das war aber schon zu EEDesigner-Zeiten.

Uwe

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