Hallo,
Ich habe eine alte Transistororgel bekommen und habe einige Probleme
damit. Zuallererst wollte ich die ganzen Elkos tauschen um zu sehen, ob
ich den Problemen damit Herr werde. Die meisten Elkos sind gut
beschriftet. Bei dreien bi ich mir jedoch nicht sicher worum es sich
handelt. Allein die Nennspannung bon 220V kann ich entziffern.
Vielleicht kann mir ja jemand weiter helfen.
Danke,
Korbi
Korbi schrieb:> Zuallererst wollte ich die ganzen Elkos tauschen um zu sehen, ob> ich den Problemen damit Herr werde.
Mit Sicherheit nicht.
Stumpfsinniges Austauschen von irgendwelchen Bauteilen hat noch nie zum
Ziel geführt.
Doch, auch ein blindes Huhn findet manchmal einen Sack mit Weizen.
Die ganzen Kondensatoren und Widerstände kann man messen.
Viel eher habe ich die uralten Transistoren oder FET im Verdacht.
Im ersten Bild, die mit den runden Kuppen fallen gern aus.
"If a part of the tone generator board (an oscillator or a certain
octave divider) is bad, the first thing to do is replace all of the
electrolytic capacitors in that circuit section. It’s not worth spending
time trying to pinpoint exactly which capacitor is the problem because
they only cost a few cents each and it’s better to replace more of them
in the long run. In the shop, we actually replace all of the
electrolytic capacitors in every organ."
"Replacing the power supply capacitors is really a best practice
whenever you’re working on old gear. I consider it mandatory whenever
I’m working on anything over 25 years old."
https://reverb.com/news/diy-vintage-organ-repairs
Korbi schrieb:> "If a part of the tone generator board (an oscillator or a certain> octave divider) is bad, the first thing to do is replace all of the> electrolytic capacitors in that circuit section.
Unsinn. Der war nur zu arm, zu faul zum Durchpiepsen oder einfach zu
blöd, ein Messgerät richtig einzusetzen. Ein LCR Komponententester
kostet gerade mal 8€, so WTF?
Korbi schrieb:> "If a part of the tone generator board
bla bla
Nur weil es ein Depp im Internet veröffentlicht, muß es noch lange nicht
richtig sein.
Man repariert, indem man zuerst Fehlersuche betreibt. Das gilt
gleichermaßen für alte und für neue Geräte.
Alugiesser schrieb:> Korbi schrieb:>> "If a part of the tone generator board (an oscillator or a certain>> octave divider) is bad, the first thing to do is replace all of the>> electrolytic capacitors in that circuit section.>> Unsinn. Der war nur zu arm, zu faul zum Durchpiepsen oder einfach zu> blöd, ein Messgerät richtig einzusetzen. Ein LCR Komponententester> kostet gerade mal 8€, so WTF?
viel Spaß, damit beginnt jetzt der Glaubenskrieg
Andreas B. schrieb:> Stumpfsinniges Austauschen von irgendwelchen Bauteilen hat noch nie zum> Ziel geführt.
spätestens wenn man alle (inkl Platine) tauscht sollte es wieder gehen.
wenn tauschen nicht hilft, tauscht du nur zu wenig.
oder du machst es richtig und misst erstmal kritische Komponenten nach.
Korbi schrieb:> Ich habe eine alte Transistororgel bekommen und habe einige Probleme> damit.
bessere Bilder, modelbezeichnung, Schaltplan, was für Probleme ...
K. S. schrieb:> spätestens wenn man alle (inkl Platine) tauscht sollte es wieder gehen.> wenn tauschen nicht hilft, tauscht du nur zu wenig.
Die Keyboardkontakte (wo meine Fehlersuche anfangen würde) und
Verbindungen hast Du noch beim Austauschen vergessen.
Korbi schrieb:> Hallo,> Ich habe eine alte Transistororgel bekommen und habe einige Probleme> damit. Zuallererst wollte ich die ganzen Elkos tauschen um zu sehen, ob> ich den Problemen damit Herr werde. Die meisten Elkos sind gut> beschriftet. Bei dreien bi ich mir jedoch nicht sicher worum es sich> handelt. Allein die Nennspannung bon 220V kann ich entziffern.> Vielleicht kann mir ja jemand weiter helfen.> Danke,> Korbi
Du hast keinen Plan aber irgendwo gelesen das die Elkos immer schuld
sind.
Mit strukturierter Fehlersuche hat das aber nichts zu tun. Aber tausche
ruhig erst mal alle Elkos um dann festzustellen das dies nicht die
(Haupt-)Ursache der Fehler war.
Ältere Elkos waren/sind oftmals besser und zuverlässiger als viele neue
Produkte. Natürlich gibt es bei den älteren Elkos Kandidaten, wo bekannt
ist das diese oftmals Ausfallursache sind (z.B. die alten DDR
Schneemänner). Aberb es gilt eben nicht generell und man kann es nicht
pauschalisieren.
Mach eine ordentliche Fehlersuche und tausche nicht blind irgendwelche
Bauteile.
Korbi schrieb:> ... und habe einige Probleme damit.
<iro>Das nenne ich mal eine präzise Fehlerbeschreibung</iro>
michael_ schrieb:> Viel eher habe ich die uralten Transistoren oder FET im Verdacht.
Was soll an den Dingern kaputt sein?
Welche Lebensdauer hat denn so ein Halbleiter deiner Meinung nach?
Ich würde gleich komplette Platinen und Kontaktsätze tauschen.
Was ist mit Potis, Trimmern und Steckkontakten?
Ist der Schaltplan vorhanden?
Zeno schrieb:> tausche> ruhig erst mal alle Elkos um dann festzustellen das dies nicht die> (Haupt-)Ursache der Fehler war.
...und dass du drei der neuen falschrum eingebaut hast und nebenher die
Platine zerbraten hast.
Wolfgang schrieb:> michael_ schrieb:>> Viel eher habe ich die uralten Transistoren oder FET im Verdacht.>> Was soll an den Dingern kaputt sein?> Welche Lebensdauer hat denn so ein Halbleiter deiner Meinung nach?
Wenn du die mal in der Hand hattest, würdest du sehen, dass diese
vermutlich per Hand mit Epoxy vergossen wurden.
Ähnlich auch wie bei orangenen russischen Transistoren.
Hatte da schon Ausfälle.
Sind solche. Ich habe hier E101 J-FET.
Beitrag "Re: N-FET E201 Info verzweifelt gesucht"
michael_ schrieb:> Warum greift der Recapper-Wahn nur so um sich?
bei neueren sparsam konstruierten Geräten oder sogar falsch
konstruierten Geräten kann das sinnvoll sein.
Zu oft findet man vertrocknete Kondensatoren verbaut mit 85°C statt
105°C und noch schlimmer gerne neben Kühlkörper und Leistunghalbleiter,
die müssen ja vertrocknen.
Korbi schrieb:> Ich habe eine alte Transistororgel bekommen und habe einige Probleme> damit. Zuallererst wollte ich die ganzen Elkos tauschen um zu sehenZeno schrieb:> Ältere Elkos waren/sind oftmals besser und zuverlässiger als viele neue> Produkte.
Stimmt schon meine 40 Jahre alten Kondensatoren in den Aktivboxen mit
damals +50%-20% Toleranz liegen alle noch zu 100% im Nennbereich der
Kapazität, sogar auf Nennwert!
Aber damals war nicht nur mehr Lametta sondern 220V~ und heute eben
230V~ mit bis zu 10% Überspannung -> 253V~, die DC Werte näherten sich
der aufgedruckten Spannung schon ohne Überspannung, da habe ich lieber
spannungsfestere Kondensatoren eingesetzt 100V statt 63V denn schon bei
230V~ hatte ich 62,9V= am 63V= Kondensator gemessen.
Joachim B. schrieb:> bei neueren sparsam konstruierten Geräten oder sogar falsch> konstruierten Geräten kann das sinnvoll sein.> Zu oft findet man vertrocknete Kondensatoren verbaut mit 85°C statt> 105°C und noch schlimmer gerne neben Kühlkörper und Leistunghalbleiter,> die müssen ja vertrocknen.
Richtig. Bei einem Flachbildschirm von 2016 lohnt "recappen" fast immer.
Zumindest im Bereich des Netzteils.
Bei Geräten aus den '80ern konnte man die Lebensdauer der Bauteile noch
nicht so präzise vorausberechnen, da hat man lieber etwas mehr genommen.
Daher sind die meisten Elkos von damals auch heute noch gut. Defekte
Einzelteile gibt es natürlich immer mal, aber regelmäßige Ausfälle durch
Alterung eher selten. Und durch sinnlosen Bauteiltausch riskiert man
eher Folgeschäden, bzw verursacht einen kräftigen Wertverlust bei
historischer Hardware.
Was definitiv raus muss sind gewisse Serien von SMD-Alu-Elkos aus den
'90ern. Die laufen aus und verätzen die Platine.
> Aber damals war nicht nur mehr Lametta sondern 220V~ und heute eben> 230V~ mit bis zu 10% Überspannung -> 253V~, die DC Werte näherten sich> der aufgedruckten Spannung schon ohne Überspannung, da habe ich lieber> spannungsfestere Kondensatoren eingesetzt 100V statt 63V denn schon bei> 230V~ hatte ich 62,9V= am 63V= Kondensator gemessen.
Dann war die Auslegung aber vorher schon grenzwertig. Bei 220 V waren es
60 V Nennspannung, und bei einem 63 V-Typen sind das dann gerade mal 5%
Derating. 30% dürfen es schon sein.
Korbi schrieb:> und habe einige Probleme> damit. Zuallererst wollte ich die ganzen Elkos tauschen um zu sehen...
Hi,
zuerst würde ich die ominösen "Bonbon"-Kondensatoren tauschen.
z.B.(4-7-3 -> 47nF) Die gaben oft schon in "Kilometern Abstand" vom
Lötkolben den Geist auf.
Wie macht sich eine Fehlfunktion der Orgel überhaupt bemerkbar?
Zuallererst den Widerstandswert der Primärwicklung des Netztrafos
überpüfen.
Die kann schon durchgebrannt sein.
Dann würde ich mit Trenntrafo und angemessenen Schutzmaßnahmen die
Spannungswerte auf Ist/Soll überprüfen.
Dann gibt es hier noch einen Orgelbauerthread:
Beitrag "analoge Orgel reparieren"
ciao
gustav
Der kleine blaue Elko auf Bild 3 könnte dicke Backen haben.
Ansonsten, falls Ge-Transistoren verbaut sind: das Germanium neigt dazu,
über die Jahre Kristallstrukturen zu bilden, die den Transistor
unbrauchbar machen können.
tim schrieb:> Ansonsten, falls Ge-Transistoren verbaut sind: das Germanium neigt dazu,> über die Jahre Kristallstrukturen zu bilden, die den Transistor> unbrauchbar machen können.
nur Germanium?
ich frage deswegen so doof weil ich in besagter Aktivbox mal so ein
spratzen hatte wie bei Kontaktschwierigkeiten oder alte Röhrengeräte.
Ich habe x-mal die Kontakte geputzt an den Steckern gewackelt bis ich
mit dem Oszi und Signalverfolgung auf einen simplen BCxxx gestoßen bin
Silizium, nach Tausch war endlich Ruhe!
Joachim B. schrieb:> Germanium neigt dazu,>> über die Jahre Kristallstrukturen zu bilden, die den Transistor>> unbrauchbar machen können.>> nur Germanium?
Ich denke, Tim spricht die Whiskerbildung an, die bei bestimmten frühen
Bauformen von Ge HF-Transistoren, z.B. OC170/171, nach Jahrzehnten
auftrat und interne Kurzschlüsse verursachte.
Schuld daran war aber nicht das Germanium, sondern der verzinnte
tiefgezogene Metallbecher des Gehäuses.
Dort wuchsen allmählich fadenförmige Zinnkristalle, bis sie den
eigentlichen Transistor erreichten, und weil das Gehäuse als Abschirmung
diente und an Masse lag, gab es dann einen Kurzschluss.
Si-Transistoren hetten andere und eigene Fehlermechanismen, z.B. die
Purple-Plague bei Gold auf Aluminium Bondungen
nachtmix schrieb:> Si-Transistoren hetten andere und eigene Fehlermechanismen, z.B. die> Purple-Plague bei Gold auf Aluminium Bondungen
OK Schwächen in der Bondung erklären das unregelmäßige Spratzen wie
miese Kontakte, war nicht an eine Temperatur oder sonst irgendwelche
Gegebenheiten wie Erschütterungen auszumachen.
tim schrieb:> falls Ge-Transistoren verbaut sindBC209 und BC547 Bestückung deutet daraufhin, das das Dings wesentlich
jünger ist, ich schätze mal, Ende 80er Jahre. Nix Germanium. Aber
'einige Probleme' hilft als Fehlerbeschreibung wirklich nicht weiter.
Hallo
"Ältere Elkos waren/sind oftmals besser und zuverlässiger als viele neue
Produkte."
Wenn ich jetzt bösartig wäre könnte ich als Variation des Beitrags von
michael_(Gast) schreiben:
"Warum greift dieser früher war alles besser Altmänner denken immer mehr
um sich?"
In vielen Anwendungen werden die Elkos ganz anders belastet:
Impulsbelastung durch Schaltnetzteile und sehr ähnliche Anwendungen
waren zur Zeit aus dem diese Platine stammt selten, und wenn dann doch
in Produkten die entsprechend teuer und voluminös waren so das
hemmungslos überdimensioniert werden konnte.
Gerade was Kondensatoren und zwar nicht nur den Elkos der 60er bis 80er
Jahre aus den östlich der Elbe liegenden Teil Deutschlands befindlichen
Teil der heutigen BRD angeht, wurde sehr viel extrem unzuverlässiges
produziert - da gab es nicht nur schon nach wenigen Jahren schon
Ausfälle, nein so mancher nicht Elko hat sich deutlich ausfälliger und
zerstörerischer verabschiedet.
Wobei "Altmänner denken" nicht unbedingt was mit den Geschlecht und den
alter zu tun hat, und auch woanders schlechte Komponenten gefertigt
wurden - aber ich denke das den meisten schon klar sein wird welche
Geisteshaltung und Typen ich mit diesen Beitrag ansprechen will...
Jemand
Matthias S. schrieb:> BC209 und BC547 Bestückung deutet daraufhin, das das Dings wesentlich> jünger ist, ich schätze mal, Ende 80er Jahre.
Viel ehr Mitte der 70er.