Günstiges Entwicklungsboard für DSP?

Gast #5771740
Ich suche ein günstiges Entwicklungsboard für DSP Anwendungen, um damit 
Erfahrung zu sammeln.
Konkret möchte ich eine Frequenzweiche in einem DSP realisieren, um 
damit eine eigene Lautsprecherbox zu bauen.
Für weiterführende Tipps zum Einstieg in diesen Themenbereich bin ich 
auch dankbar. :)
Gast
FreeDSP wurde ja schon genannt. Das sind im Prinzip ADAU1701 Chips von 
AD die mit dem SigmaStudio programmiert werden. Sie haben zwei AD und 
vier DA Wandler on Board. Wohl die billigste und schnellste Variante. 
Das SigmaStudio kostet nichts, die Chips sind für unter 10 € erhältlich. 
Programmer und Eval-Platine für unter 100 €.
Allerdings ist die Lösung nicht sehr flexibel, da man nur bestehende 
Algorithmen (dafür aber eine große Auswahl) zusammen klicken kann. Das 
geht sehr schnell, ist aber für z.B. Gitarreneffekte, Reverb oder 
Soft-Synths eher nicht brauchbar, für aktiv Boxen (Frequenzweichen, EQs) 
dafür umso mehr.
Gast
Martin schrieb:
> Ich suche ein günstiges Entwicklungsboard für DSP Anwendungen, um damit
> Erfahrung zu sammeln.

Nenn mich blasphemischen Ketzer: Aber ziemlich viel kannst du mit einem 
STM32F4 oder F7 machen. Die haben ziemlich viel Power. Da bist du mit 30 
Euro dabei.
Gast
Ein alter 56002 koennte das ja auch. Braucht aber externen Speicher,

Ich wuerde mir sowas wohl mit einem DSP aus der C5er Reihe von
TI bauen. Z.B. der C5509A hat genug internen RAM und kann von einem
externen Flash booten. Von den Codecs abgesehen, ist die noetige
Aussenbeschaltung ausgesprochen sparsam.
Evalboards mit u.U. aktuelleren C5000 DSPs gibt es bei TI
natuerluch auch.

> ADAU1701 Chips von AD
> ist die Lösung nicht sehr flexibel

Wenn man schon DSP will, dann wenigstens richtig.
Gast
fsdf schrieb:
> Martin schrieb:
>> Ich suche ein günstiges Entwicklungsboard für DSP Anwendungen, um damit
>> Erfahrung zu sammeln.
>
> Nenn mich blasphemischen Ketzer: Aber ziemlich viel kannst du mit einem
> STM32F4 oder F7 machen. Die haben ziemlich viel Power. Da bist du mit 30
> Euro dabei.

Bei DSP ist weniger die nackte Power wichtig, als die (Filter-) 
Entwurfswerkzeuge. Also Codegeneratoren die auch schon mal Frequenzgänge 
berechen und ausgeben, für die die kein Messequipment dafür bereit 
halten.
Gast
Martin schrieb:
> Ich suche ein günstiges Entwicklungsboard für DSP Anwendungen, um damit
> Erfahrung zu sammeln.
> Konkret möchte ich eine Frequenzweiche in einem DSP realisieren, um
> damit eine eigene Lautsprecherbox zu bauen.

Das hier: https://www.hobbyhifiladen.de/wondom-dsp-board

Der Programmer ist etwas wärmemepfindlich - ich lege immer eine 
Plastiktüte  mit Eis darauf, dann funktioniert es :-)
Gast
$$$ schrieb:
>> Bei DSP ist weniger die nackte Power wichtig, als die (Filter-)
>> Entwurfswerkzeuge.
>
> Hat nicht jeder ein Matlab?

Taugt das nglw. vorhandene MATLAB was für das angepeilte Board und 
Applikation? (Codegeneratoren, Simulinkunterstützung, Bedienbarkeit, 
...)
Gast
> (Codegeneratoren, Simulinkunterstützung, Bedienbarkeit, ...)

braucht man nicht fuer:

> eine Frequenzweiche in einem DSP realisieren

Wer DSP lernen will, sollte auch die Filter in Assembler programmieren.
Das macht dem Lernenden dann auch klar, warum er einen DSP genommen hat.
Gast
$$$ schrieb:
>> (Codegeneratoren, Simulinkunterstützung, Bedienbarkeit, ...)
>
> braucht man nicht fuer:
>
>> eine Frequenzweiche in einem DSP realisieren
>
> Wer DSP lernen will, sollte auch die Filter in Assembler programmieren.
> Das macht dem Lernenden dann auch klar, warum er einen DSP genommen hat.

Die Prozessor-Programmierung ist bei der DSP Einarbeitung zweitrangig, 
wichtiger ist das Verständnis für den "Analog-kram" wie Frequenzgang, 
Stabilitätskriterien, rückkopplungseffekte.

Ein Assembler/C-Compiler/XYZ-Programmiergeschiss hilft da nicht im 
geringsten, dagegen die oft kostenlos beigefügte Filterentwurfssoftware 
etc..

Bspw. Sigma Studio: 
https://www.analog.com/en/design-center/evaluation-hardware-and-software/software/ss_sigst_02.html#software-overview
Gast
C. A. Rotwang schrieb:
>> Wer DSP lernen will, sollte auch die Filter in Assembler programmieren.

Bei dem was DSPs heute für Rechenleistung haben und Compiler die gut 
optimierten Code generieren, ist ein Programmieren in Assembler in fast 
allen Fällen nachrangig.

Wichtig ist die Sache auf Ebene der Signalverarbeitung verstanden zu 
haben, den Rest kann man in eine Hochsprache wie C gießen, der Compiler 
macht den Rest.
Gast
> Bei dem was DSPs heute für Rechenleistung haben und Compiler die gut
> optimierten Code generieren, ist ein Programmieren in Assembler in fast
> allen Fällen nachrangig.

Seltsam das die Hersteller dann Libraries bereitstellen, die damit
werben, gerade in Assembler programmiert zu sein.

Mir ist es eigentlich herzlich egal.

Ich koennte so eine Frequenzweiche auch auf einem TMS320C15
laufen lassen. Ihr aber nicht.

> dagegen die oft kostenlos beigefügte Filterentwurfssoftware

Ja. Wenn sie denn was taugt und nicht nur maximalphasendrehende
Cauerfilter kann.
Gast
$$$ schrieb:
> Seltsam das die Hersteller dann Libraries bereitstellen, die damit
> werben, gerade in Assembler programmiert zu sein.
Das ist für die Leute, die Deinen Aussagen glauben schenken.
Weil DSP geht ja nur richtig gut mit Assembler...

> Ich koennte so eine Frequenzweiche auch auf einem TMS320C15
> laufen lassen. Ihr aber nicht.
Schön.
Es gibt sicher einige Hersteller, die nehmen den Mehrgewinn gern mit, 
wenn der Kunde zu einem größeren Derivat greift.
Und sei es, das man mit den Herstellertools bzw. -Bibliotheken nicht die 
Ergbebnisse von handoptimierten Assemblercode erreicht.

Ansonsten: DSP ist tot. Signalverarbeitung macht man heute im FPGA.
Gast
Gästchen schrieb:
> Wichtig ist die Sache auf Ebene der Signalverarbeitung verstanden zu
> haben, den Rest kann man in eine Hochsprache wie C gießen, der Compiler
> macht den Rest.

Das ist leider Unsinn.
Gewisse Spezialitäten wie Rundung, Overflow-Handling usw. kann man nicht 
effizient in C abbilden, dazu kommt man im Endeffekt für die saubere 
Implementierung in DSP-Assembler nicht herum.

In der Praxis ist es meistens so, dass der mit Matlab/float-Arithmetik 
wunderbar prototypierte Ansatz, sobald er in das eigentliche Produkt 
muss, auf die Arithmetik (Fixpoint) handoptimiert werden muss, oder man 
kann sich's leisten und haut mit einem SHARC (floating point DSP) drauf.

Geht schon bei einer einfachen DCT oder Quantisierungsrauschen eines IIR 
los. Sollte eigentlich zur DSP-Allgemeinbildung gehören.

Bernd schrieb:
> Ansonsten: DSP ist tot. Signalverarbeitung macht man heute im FPGA.

Bla bla.
Und dann gibt es Leute, die nach einem 56002-Kern im FPGA schreien, weil 
die handgestrickte Pipeline im dynamischen Wachstum unwartbar geworden 
ist..

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