Am unscharfen Ende Deiner Abbildung (wo man das Wort "Abnahmegruppe" erahnen kann) sind ein paar Stempel untergebracht; vielleicht haben die ja eine Aussagekraft. Der Kondensator unten links hat auf der Rückseite vielleicht auch einen Datecode.
Ist die Rückseite des Rahmens komplett unbeschriftet?
Da0 der Hersteller deutsch ist, ist recht offensichtlich; Siemens hat bis Anfang der 80er Jahre so etwas produziert ("System 300"), aber der bestand dann afaik aus deutlich feineren Ferritringen (um die Speicherdichte zu erhöhen).
Siemens hat bis Anfang der 80er Jahre so etwas produziert ("System
300"), aber der bestand dann afaik aus deutlich feineren Ferritringen
(um die Speicherdichte zu erhöhen).
Und 1986 hatte ich es mit einer BS2000 von Siemens zu tun. Da war ein 300 MBit Laufwerk wesentlich größer als eine Waschmaschine. Aber ich glaube nicht das man dort noch Kernspeicher einsetzte.
aus. Auf dem Metallrahmen in der Ecke steht VV275.
Vorne am Rand "Abnahmegruppe" und dann eingestanzt 12003.
Von den Modulen waren ursprünglich wohl zwei zusammengschaltet, das Gesamtmodul war also rechteckig, deswegen auch an zwei Ecken die Löcher, damit waren sie über kleine Bleche miteinander verschraubt und elektrisch verbunden.
BS2000 ist ein Betriebssystem. Die Maschinen hießen anders.
Für uns war es immer die BS2000 Maschine den Schulungen sprach man auch so davon. Aber das ist Schnee von gestern. Kurz danach fing es mit UNIX Maschinen an. Die machten schon etwas mehr Spaß.
Für uns war es immer die BS2000 Maschine den Schulungen sprach man auch
so davon. Aber das ist Schnee von gestern.
Ich sag nur EM-DÜ!
Allerdings ist die Historie der Siemens-Großrechner durchaus sehr interessant, insbesondere im Vergleich zu anderen ähnlichen Systemen, wie z.B. IBM System/370 und System /390. Irgendwie hatte ja jeder Konkurrent eine mehr oder weniger genaue IBM-Emulation. Bei Siemens kommt auch nicht hinzu, dass die schon recht früh mit Fujitsu zusammen an verschiedensten Rechnern arbeiteten. Die später verwendete Bezeichnung bzw. das gemeinsame Tochterunternehmen Fujitsu ist ja auch ein entsprechendes japanisches Kofferwort.
Damals(tm) beschäftigte ich mich auch etwas mit BS2000, auf einer Siemens H90.
Das von Harald erwähnte Siemens System 300 hat jedoch mit den klassischen Großrechnern nichts zu tun, sondern ist eine Prozessrechnerfamilie, deren erste Vertreter mit Kernspeicher ausgestattet waren. Später wurde jedoch auf normales DRAM gewechselt. Ich hatte mal aus der Serie eine R10VH, die ich aber mangels Datenträgern und zugänglicher Dokumentation nicht erfolgreich in Betrieb nehmen konnte.
War vor 14 Tagen im Nixdorf Museum. Die meisten Dinge kamen mir doch noch sehr bekannt vor. Vor allem die großen Lochkartendrucker und -leser. War bei uns in der Firma damals großes Kino. Und für die CNC Maschinen wurden Lochstreifen gedruckt. Zuweilen mit grandiosem Ergebnis.
Und klar, Plattenstapel, und Magnetkernspeicher, und und und .....
Ja, das HNF ist wirklich sehenswert. Wir waren im diesem Frühjahr dort und hatten leider nur eine halben Tag Zeit. Das reichte bei weitem nicht aus. Daher haben wir schon für 2027 einen weiteren Besuch geplant und auch schon eine Hotelübernachtung gebucht, damit wir gleich früh morgens ins Museum gehen und dort den ganzen Tag lang herumlaufen können.
Natürlich ist dort auch sehr viel Blabla für eher wenig technikaffine Besucher zu finden, aber das gehört natürlich dazu, wenn man große Bevölkerungsschichten ansprechen will. Interessant fand ich beim ersten Besuch, wie viele unterschiedliche Ausführungen der Enigma es gab und dass die Maschinen teilweise sogar nachgebaut wurden (Japan?).
Salü
Falls noch nicht bekannt,ist nur wenig bedeutender Hinweis. Im unteren Link ist so eine Kernspeichermatrix abgebildet, auch mit „Abnahmegruppe“ ect, Copyright von Media Archaeological Fundus at Humboldt University, Berlin (Media Studies) Der Verfasser des Artikels ist Kurator beim Fundus. Vielleicht wissen die beim "Medienarchäologischer Fundus" mehr, weiss nicht.
bei ebay steht (scheinbar) so ein 4004er Speicherwürfel in komplett für 1200Euronen drin. Fand ich als quadratisches ungeheuer interessant zu sehen, hab mit dem Verkäufer nichts zu tun und sehe den Preis recht "sportlich".
Zuerst dachte ich an NCR (National Cash Register), die in Augsburg ein großes Werk mit 5-7000 Mitarbeitern hatten.
Hersteller dürfte Telefunken sein. ChatCPT meint:
Dafür sprechen mehrere Indizien:
Die TR4-Speichertechnik: Ein Dokument der TU München zeigt ausdrücklich einen Magnetkernspeicher der Telefunken TR4 aus dem Jahr 1969. Die dort angegebene Organisation ist 4 × 4 KBit.
Department of Computer Science
Entwicklung der Speichertechnik: In einer historischen Abhandlung über die TR4 wird ausdrücklich erwähnt, dass Hans-Otto Leilich bei Telefunken das Labor E5 mit der Entwicklung von Ferrit-Ringkernspeichern leitete.
Deutsche Nationalbibliothek
Deutsche Fertigung: Die Entwicklung und Fertigung der Rechnertechnik wurde 1962 von Backnang nach Konstanz verlegt. Dort wurden über 30 TR4-Anlagen gebaut.
Deutsche Nationalbibliothek
Das Vergleichsmodul: Das im Forum verlinkte Bild wird ausdrücklich als TR4-Speicher bezeichnet.
Vielleicht ja als Vergleich interessant: Kernspeicher von ca. 1978, Hersteller Ampex (Core Type 3241855-10, Made in Hong Kong).
Das markierte Feld enthält 1024 Bit, eines der rechteckigen Felder also 4096 Bit. Insgesamt (8 x 5 + 4 x 3 + 4 x 5) * 4096 Bit, also 294912 Bit. Die sind für den Rechner, in dem das Modul verbaut ist (Nixdorf 8870/2), als 16k x 18 Bit ansprechbar, wobei 2 Bit davon Parity sind.
Normalerweise ist der Kernspeicher mit einer Metallplatte abgedeckt.
Von den Modulen waren ursprünglich wohl zwei zusammengschaltet, das
Gesamtmodul war also rechteckig, deswegen auch an zwei Ecken die Löcher,
damit waren sie über kleine Bleche miteinander verschraubt und
elektrisch verbunden.
Irgendwo hörte ich, dass junge Frauen in Indien Ferritkernspeicher gefädelt haben. Ein Nachteil der Ferritkernspeicher war, das die Daten nach dem Auslesen wieder neu in den Speicher geschrieben werden mußten. Vorteil war, dass die Daten auf magnetischer Basis gespeichert wurden und nach Abschalten der Spannung erhalten blieben.