Ich glaub' ich hab noch einen von einer Telefunken TR4.
Nur Stahlrahmen, Draht und Kerne. Keine Elektronik.
Im Deutschen Museum haben die, glaube ich, noch eine TR4.
Wenn die kein Interesse haben, dann wäre das Ding zu haben,
Porto oder so.
Ich muss langsam hinter mir aufräumen, Mist, schon wieder
Arbeit.
Ich habe auf der TR4 Fortran 4 und Spice 2G6 gelernt.
Diese Platine (ca 38x38cm²) hängt seit mehreren Jahrzehnten bei mir im Flur zum Dachboden an der Wand (ja, da sind Spinnweben drauf, abwischen wollte ich nicht; und ist dunkel, deshalb die miese Bildqualität).
Sind afaik 128k-Worte (keine Ahnung wie breit ein Wort ist), aus einem alten Nixdorf-Rechner. Ich bezweifel, dass die noch funktioniert - über dem Speichermodul selbst (die hellgrüne Platine) war ursprünglich noch ein Metallkäfig. Eine zweite, im Ursprungszustand, müsste noch im Rechner selbst drin stecken - der fliegt irgendwo auf dem Dachboden rum, zwar trocken aber Außentemperaturen. Aber selbst wenn die noch funktionieren würden, stell ich mir die Ansteuerung ziemlich aufwendig (ohne Schaltplan fast unmöglich) vor.
Edit: der Server hat das Bild runterskaliert, original war 3200x3200.
Hab mal nachgezählt (im Photo eine Vergrößerung eines der 8x8 Blöcke): jeder Block besteht aus 4 x 16 Ringen x 64 Zeilen, also 256 16-Bit-Worte. Die gesamte Platine also 8x8x256 = 16384 Worte a 16 Bit oder 32kByte.
Hab mal nachgezählt (im Photo eine Vergrößerung eines der 8x8 Blöcke):
jeder Block besteht aus 4 x 16 Ringen x 64 Zeilen, also 256
16-Bit-Worte. Die gesamte Platine also 8x8x256 = 16384 Worte a 16 Bit
oder 32kByte.
So eine 32k Speicherplatine hatte ich auch. Irgendwo aus einem Schrottcontainer gezogen. Ist leider ein Ratscher drauf, also ein paar Kerne fehlen/sind defekt. Beim Eintritt in den Ruhestand hab ich sie im kleinen Elektronikmuseum meiner Dienststelle zurück gelassen.
Was ich mich frage, wie wurde sowas hergestellt? Wie wurden die Drähte dadurch gefädelt?
Wenn jemand das selber machen will: Es gibt einen Verrueckt... Enthusiasten aus Finnland, der 32Bit-Speicher selbst gebaut hat (da kann man jedes Bit mit Namen ansprechen):
Für die TR 440 könnte das zeitlich passen. Die wurden in den 80ern abgeschaltet. Nicht zuletzt, weil der Ersatz von den hohen Wartungskosten finanziert werden konnte.
Ferrit-Ringkerne sind doch in jedem Schaltnetzteil.
Schlechte Idee. Die Ferritringe für Speicher sind aus speziellem
weichmagnetischem Material, welches sich ummagnetisieren lässt. Darauf
kommt es an!
Nicht ganz weichmagnetisches Material, eine gewisse Remanenz
ist zum Speichern eines Bits nötig.
Die Ferrit-Kerne im Schaltnetzteil sind eher weichmagnetisch,
da ist Remanenz eher schädlich (->Verluste)
Ich habe auf der TR4 Fortran 4 und Spice 2G6 gelernt.
Wie lange war die TR4 denn im Einsatz? Spice 2G6 kam ja erst 1983 raus.
Das muss dann wohl 2G4 gewesen sein. Der 8080 war noch neu, ich habe
damals einen Crossassembler dafür auf der TR4 geschrieben, mit
Lochstreifenausgabe. Spice pflegte auf dem Hobel sehr schön zu
konvergieren wegen den 48 Bit reals & 96 bit doubles. Besser als
später auf meinem ersten AT unter Interactive Unix und dem popeligen
Fortran das es da gab. Mein 2G6-Handbuch stammt dann wohl aus dieser
Zeit.
An eine TR440 bin ich nur für Batch-Jobs drangekommen. Sah aber
chic aus. An die TR4 durften wir nachts noch selber ran, wenn
die bezahlten Operators zuhause waren.
Telefunken-Computer Konstanz und irgendein KKW waren der Tod der AEG.
Aber selbst wenn die noch funktionieren würden, stell ich mir die
Ansteuerung ziemlich aufwendig (ohne Schaltplan fast unmöglich) vor.
Hört sich nach einem interessanten reverse-engineering Projekt an! Im worst-case Fall kann man ja noch die X-/Y-Treiber und die Sense-Leitung über was selbst gebasteltes bedienen. Interessanter wärs trotzdem über die originale Elektronik.
In den Archiven zu alten Rechnerarchitekturen finden sich mitunter
Details bis runter auf die Transistortechnik, teils auch direkt
Schaltpläne.
Selbst verstaendlich findest Du die Unterlagen fuer z.B. die PDP-X (z.b. auf Bitsavers.org, fuer die PDP-1 blueprints: http://bitsavers.org/pdf/dec/pdp1/blueprints/). Heute (2024) ist es ein wenig schwierig Ringkerne mit hoher Remanenz zu finden.
Ich hatte mal meinen 8k x 16bit Speicher unter die Kamera gelegt. Ich hatte nur die Speicherkarten aus der PDP11 herausgenommen, wenn man die Platine anguckt sieht man, dass irgendwie Transistoren fehlen (Hystere mit TTL-Kompatibilitaet glaubt ich nicht so richtig). Das alte Lineal auf dem dritten Photo zeigt die Groesse.
In den letzten Tagen habe ich ein wenig nach Ferrit-Kernen aus magnetischen hartem Material gesucht und nichts mehr gefunden. Irgendwie ist die Zeit fuer die Kernspeicher zu Ende.
Der Bausatz ist leider nicht mehr verfuegbar, aber wenn man Ferritkerne
findet, kann man das schoen selber bauen.
Schau mal auf
https://www.core64.io/buy
dort wird aktuell ein anderer Bausatz angeboten.
Es ist auch ein Video verlinkt, welches nicht nur den Bauprozess zeigt, sondern auch noch ein wenig Hintergrundwissen liefert:
https://youtu.be/7K6Qu-mNDms
wenn man die
Platine anguckt sieht man, dass irgendwie Transistoren fehlen (Hystere
mit TTL-Kompatibilitaet glaubt ich nicht so richtig).
Braucht es auch nicht. Dafür gab es Leseverstärker wie z.B. den
7520/21/22/23/24/25 bzw. äquivalente Typen aus dem Osten (z.B. D122).
Es sind viele 74XX und ein paar 7353 auf dem Board. Das koennten Verstaerker sein. Zudem war der Speicherbus von der PDP getrennt vom I/O-Bus, so eine Art eigener Cage.
So weit brauchst Du nicht gehen: Fuer das Kleingeld benutze ich immer eine Filmdose (Kleinbild, je nach Waehrung PanF/HP5/FP4 :-). Die jungen Damen an der Kasse finden die Dose immer lustig, wissen aber nicht mehr was das ist.
Kurz: Es gibt Zeilen- und Spalten-Leitungen, die angesteuert werden und eine diagonal durchgezogene Leseleitung, die bei dieser xy-Koordinate je nach Magnetisierung des Kerns einen winzigen Impuls abgeben kann. Der wird dann über den Leseverstärker der jeweiligen Ebene zu einem digital brauchbaren Impuls geformt.
Arbeitsweise der Ferritkernspeicher 1976 von Ing. Rolf Wahl aus Zella-Mehlis anbei ausführlich als pdf
Kurz: Es gibt Zeilen- und Spalten-Leitungen, die angesteuert werden und
eine diagonal durchgezogene Leseleitung, die bei dieser xy-Koordinate
je nach Magnetisierung des Kerns einen winzigen Impuls abgeben kann. Der
wird dann über den Leseverstärker der jeweiligen Ebene zu einem digital
brauchbaren Impuls geformt.
Arbeitsweise der Ferritkernspeicher 1976 von Ing. Rolf Wahl aus
Zella-Mehlis anbei ausführlich als pdf
Für Speicher mit Wortorientierung (also einer gewissen Bitbreite) gab es dann erst noch den vierten "Inhibit" Draht, der dann wieder etwas Gegenfeld erzeugt hat. So konnte man die Zeilen- und Spaltentreiber für die ganze Wortbreite gemeinsam benutzen, und hat beim Schreiben dort wo eine "0" (oder auch "1", je nach Konstruktion) sein sollte das Feld mit der Inhibit-Leitung wieder geschwächt.
Später wurde dann die Sense-Leitung als Inhibit mitverwendet.
Ich habe hier ein paar 7481, die mit unter den ersten SRAMs waren, 16bit(!):