Kann mir jemand vielleicht ein paar Hinweise geben worauf ich achten
muss, wenn ich für einen extrem breitbandiges Modul
Entkoppelungskondensatoren mit 100nF Kapazität auswählen will. Das soll
eine eher Low-Cost Anwendung werden, daher dachte ich an
Standardbauteile. Was muss ich z.B. nach einem Verstärker beachten, wenn
ich den mit 100nF verbinden als DC Block?
Ich habe bereits welche gefunden, die genau für diesen Frequenzbereich
ausgelegt sind aber extrem teuer sind. Also für die Stückzahlen eher so
um 10€ das Stück liegen.
Mit einem Kerko wohl gleich gar nicht.
Ausser das Layout "macht" mehr daraus.
Die Hersteller haben Diagramme fuer den Impedanzverlauf.
HF-technisch besonders guenstige, mechanisch kleine Kerkos,
degradieren ihre Kapazitaet aber bei zuviel Spannung.
Hallo zusammen, hallo Simon.
Wieviel kHz nach unten! willst du erreichen, dass du 100nF als Koppel-C
ins Auge fasst? Selbst bei 10MHz tuts zur Not noch ein 1nF und > 1Ghz
ist fast alles eh zuviel und zu gross.
73
Wilhelm
Wilhelm S. schrieb:> Hallo zusammen, hallo Simon.>> Wieviel kHz nach unten! willst du erreichen, dass du 100nF als Koppel-C> ins Auge fasst? Selbst bei 10MHz tuts zur Not noch ein 1nF und > 1Ghz> ist fast alles eh zuviel und zu gross.>> 73> Wilhelm
Das Problem ist, dass ich auf ca. 300kHz bis 500kHz runter möchte.
Generell so klein wie möglich im Wert. Bei solchen Cs muß man genaue
Datenblattunterlagen haben. Z.B. ist die "SRF" (Self Resonance
Frequency) zu beachten. Deshalb sollte so ein C so bemessen sein, daß
die untere Frequenzgrenze nicht unnötig tief gelegt wird. Das in Frage
kommende C sollte ein Mikrowellentyp mit den korrekten Abmessungen sein
der auf die in Betracht kommende Mikrostripleitung annähernd drauf passt
ohne weit über zu stehen. Bei den üblichen Mikrowellensubstraten sind
solche Cs meist von 0201 bis 0805 Baugröße, je nach 50Ohm
Mikrostripbreite.
Die SRF sollte idealerweise über die oberste Frequenzgrenze liegen denn
über der SRF Grenze verhält sich das C dann umgekehrt wie eine
Spuleninduktivität. Man beachte, daß in diesen Frequenzbereichen die
physische Länge eines solchen Cs nur einen Bruchteil der Wellenlänge
aufweisen darf. Sollte sich das C unzulässig reaktiv verhalten kann so
ein Teil unter gewissen Quell- und Lastinpedanzbedingungen manchmal auch
unstabil werden und oszillieren.
Als erstes sollte man das Datenblatt des MMIC konsultieren ob der
Hersteller Hinweise zu den in Frage kommenden Kopplungskomponenten und
Ausführung macht. Manche Hersteller schlagen sogar spezifische
Herstellertypen vor. Das ist dann schon ein guter Startpunkt.
Wie tief ist denn die untere Arbeitsfrequenzgrenze?
Typischerweise werden im GHz Bereich kleine C-Werte verwendet. Bei 10GHz
50 Ohm Microstrip werden oft nur ein paar pF als Kopplungs-C verwendet.
Bei geringen Bandbreiten kann man das Kopplungs-C als integraler Teil
einer Mikrostripstruktur ausführen.
Wenn es breitbandig sein soll, finde den größten C-Wert mit einem
SRF>7GHz und lebe damit. Nach unten hin wird natürlich die Anpassung
schlechter werden, führt aber in den meisten Fällen nicht zu einem
Mißerfolg. Im Mikrowellenbereich sind die Grenzen meist fließend und
moderate Verletzung der Theorie führt kaum direkt zu einem Versagen. Man
muß wissen wo man Kompromisse eingehen muß. Mach halt die untere
Arbeitsfrequenzgrenze nicht unnötig tief und merke Dir, daß die Kopplung
nur graduell sich verändert. Voraussetzung ist auch, daß das MMIC über
alle in Frage kommenden reale und imaginäre Impedanzwerte völlig stabil
bleibt.
Es gehört schon einige Erfahrung und Meßmittel dazu um zu einen
brauchbaren Design zu kommen. Wenn Meßmittel fehlen, dann muß man au
etwas Glück vertrauen damit es einigermaßen praktisch funktioniert.
7GHz? 100nF? Hmm ;-)
Für Z über f für Kondensatoren gibts Tools. Beispiel Murata Simsurfing:
https://ds.murata.co.jp/simsurfing/index.html?lcid=en-us
Aber auch Kemet hat sowas.
Was man sieht: Z fällt bis zu einer bestimmten Frequenz (Eigenresonanz),
und steigt danach wieder (induktives Verhalten). Umso kleiner die
Kapazität, umso höher die SRF, umso kleiner die Bauform, selbiges.
Konkrete Beispiele:
0201 100nF: 46MHz
0201 1nF: 470MHz
0201 100pF: 1500MHz
--> Standardbauteil 7GHz 100n? Eher nicht :-)
Also geht man so vor, dass man ein Z über f vorgibt (z.B. tund das
Datenblätter mancher IC), und man schaltet parallel, bis das gewünschte
Verhalten erreicht ist.
Einige Hersteller bieten auch dafür Tools an, Excel Listen und
dergleichen mehr, es gibt auch freie Tools.
Google sagt:
http://www.pdntool.com/
als Beispiel.
Also, frisch ans Werk :-)
Viel Glück mit 7 GHz, du wirst es brauchen.
Was das Layout angeht, das war nicht gefragt. Mein Arbeitgeber hat ein
Tool für Power intigrity Simulationen. Das hat ziemlich viel Geld
gekostet (5-stellig glaube ich), mit dem kann man das Layout simulieren.
> Breitbandig bis 8GHz & lowcost ..
Naja mittlerweile passt das schon.
Sind zwar keine Cent-Artikel, aber Lowcost ist schon machbar.
Zumindest direkt in China.
Und man muesste auch noch differenzieren, ob es "besondere"
Anforderungen an die Welligkeit gibt.
Sehr genau wird dann auch heute noch immer sehr teuer werden.
Aber das wird dann die naechste Salamischeibe :).
Pandur S. schrieb:> Breitbandig bis 8GHz & lowcost ..>> Aha.
Du wirst noch ein paar Aha-Erlebnisse brauchen.
Wir hatten in 10 GBit/sec Glasfaser-Transceivern
ganz normale AVX 100n 0402/0201 benutzt. Auch im Bias-T des
DFB-Lasers. Das hat wunderbar funktioniert bis so ein
Oberschlaumeier das auf "kleiner" optimiert hat. Es gab
pro Über-Nacht-Messung 1-2 Bitfehler die dem Kunden
niemand erklären konnte. Wiederholbar.
Man glaubt kaum, wie lange die 1 oder 0 - Läufe bei
einigen PR-Polynomen werden können.
Und ja, ich weiss wie die Koppelkondensatoren in
PSPL-Messverstärkern aussehen. Lötkunstwerke aus
Monolayers und Cu-Folie auf der Platine. So ein
20 GHz-Teil willst du sicher nicht kaufen.
Ich merke schon die Auswahl wird nicht einfach. Wenn es nur um fixe 7GHz
ginge wäre es ja einfach aber 100nF brauche ich eben für den kHz
Bereich. Es geht hier um 300kHz bis 7GHz. Ich simuliere die
mikrostreufenleitung und einzelne Teile mit open source fieldsolvern
aber nicht das ganze board. Kann ich mir eben nicht leisten ein 5
stelliges tool zu kaufen. Welches tool nutzt du denn, sofern du das
sagen kannst?
> --> Standardbauteil 7GHz 100n? Eher nicht :-)
das kann durchaus gehen. Ich hatte mal 3 Stück 100nF im 0402 Gehäuse als
Abblock-Kondensator verwendet. Der NWA (network analyser) war der
meinung das ginge ganz gut bis 8GHz. Waren "ganz normale"
Keramikkondensatoren (Yaego glaub ich mich zu erinnern.)
Ist natürlich dann vom Hersteller nicht garantiert. Und es muss der
100nF Wert sein!! Die 82nF der Baureihe waren bei hohen Frequenzen
wesentlich schlechter! Offensichtlich wurden die runden Werte die
typisch zum Abblocken verwendet werden besonders auf hohe Frequenzen
optimiert, und die krummen Werte nicht.
Warum das ein Hersteller so macht weiß ich nicht. Das waren damals aber
die eindeutigen Messergebnisse.
Wie breit ist deine (50Ohm?) Leiterbahn? Mache so viele der 0402 oder
besser 0201 nebeneinander drauf dass sie die Leiterbahnbreite abdecken.
Und dann messen.
Wenn das nur ein Hobbyprojekt ist:
Löte einen 15pf und 10n übereinander auf die Streifenleitung in 0402
oder 0603 Baugröße und gut ist und teste es einfach wenn Du die nötigen
Signal Quellen hast. Und wenn es nicht gleich zufriedenstellend
funktioniert versuch verschiedene Kombinationen kleiner und größerer
Werte. Wichtig ist sehr kleine Baugröße. Der kleinere C soll zuerst
eingelötet werden. Auch dem Streifenleitung auf Coaxbuchsen Übergang die
nötige Aufmerksamkeit schenken.
Das überanalysieren ohne die nötigen Meßmitteln und SW führt sowieso zu
nichts. Der Abfall zu niedrigen Frequenzen hin wird sich in Grenzen
halten. Lese das Datenblatt nach unterstützenden Herstellerhinweisen.
Nichts wird so heiß gegessen wie es gekocht wird.
Hättest übrigens auch sagen können um welchen MMIC es sich handelt
Verstärker, Vorteiler, Mischer, Abschwächer...) Diese ganze typische
Salamitaktik verschwendet nur Zeit. Also muß ich vermuten, daß es sich
eigentlich um ein Low-Budget Firmenprojekt handelt ohne große Meßmittel
und SW Budget. Auch gibst Du keine Hinweise bezüglich Aufbauabsichten,
Art des LP Substrat Dielektrikum Dicke. (Auf normalem FR4 mit 1.6mm
Dicke sind 50 Ohm Streifen fast 5mm breit) - Also dünne LP verwenden und
auf dünnmöglichste Streifenbreite kommen. Das kommt auch dem Übergang
MMIC auf Streifenleitung zugute.
Trotzdem, viel Erfolg. Wenn es nur das Kopplungsproblem ist, dann wird
es bald funktionieren.
Jetzt habe ich einen Riesen-Artikel geschrieben mit einer TDR-Messung
im JLC-PCB-Prozess 7628 / 4 Lagen mit Bildern und diese blöde
microcontroller.net-Software zerstört den Originaltext beim Posten
wenn ihr irgendwas nicht gefällt. Eigentlich nicht zum erstenmal.
Mir reicht's für heute.
Gruß, Gerhard
Gerhard H. schrieb:> diese blöde microcontroller.net-Software zerstört den Originaltext beim Posten
Da waren vermutlich Begriffe und Abkürzungen dabei, die zufälligerweise
am PI-Filter hängen bleiben. Musst mal danach suchen und mit ein paar
Sonderzeichen diese zerhacken. Alternativ ginge noch den Text bei
p*aste&bin zu posten und hierher zu verlinken.
Ich würde da einfach einen beliebigen 100nf 0402 oder 0201 Kondensator
nehmen. Wenn es nur um Transmission geht ist das in der Praxis auch bei
den Frequenzen kein Problem. Du kannst dir bei Murata ja Mal das S21
verschiedener Kondensatoren anschaue im online Tool. Kaum Verluste trotz
suboptimaler Impedanzkurve.
Also weil nach dem Prozess und Verstärker gefragt wurde. Es geht um ein
lva-123+ von minicircuits mit einem tcbt-14+ bias Tee. Die Leiterplatte
ist RO4350B mit 0.254mm substratdicke. Leiterbahn für 50ohm ist 0.45mm
coplanar waveguide. 0402 packages bieten also die beste Anbindung.
Wolfgang schrieb:> Nils schrieb:>>> Ich würde da einfach einen beliebigen 100nf 0402 oder 0201 Kondensator>> nehmen.>> Kommt wohl auf die HF-Leistung an ...
Es gibt schon stellen wo es durchaus mal 15dBm sind.
Gerhard H. schrieb:> (...) und diese blöde> microcontroller.net-Software zerstört den Originaltext beim Posten> wenn ihr irgendwas nicht gefällt. Eigentlich nicht zum erstenmal.> Mir reicht's für heute.
Ja, einmal ctrl-A ctrl-C vor dem Absenden kann viel Tipparbeit sparen.
Wobei ctrl-C beim Firefox mittlerweile auch Glückssache ist. Mal
funktioniert es, und mal braucht er explizit Rechte Maustaste -
"kopieren".
Habe in meinen Schaltungen bis 6 GHz zur Entkopplung auch immer normale,
billige Kerkos genommen, typisch NP0 in Größe 0402. (Wenn es
hauptsächlich darum geht DC zu blocken, warum nicht? Bei mir ging es
z.B. um die Verteilung eines LO-Signals auf Streifenleitungen an mehrere
Punkte, nicht um z.B. einen sehr rauscharmen Eingang mit super
Anpassung, wo das Bauelement ein Teil des Anpassnetzwerks war). Eine im
Datenblatt angegebene Selbstresonanzfrequenz, die deutlich unter der
Arbeitsfrequenz lag, hat nie ein Problem dargestellt. Es kam immer noch
genügend Signal am Ziel an und die Anpassung war selten schlechter als
-10 dB.
Simon B. schrieb:> Kann mir jemand vielleicht ein paar Hinweise geben worauf ich achten> muss, wenn ich für einen extrem breitbandiges Modul> Entkoppelungskondensatoren mit 100nF Kapazität auswählen will. Das soll> eine eher Low-Cost Anwendung werden, daher dachte ich an> Standardbauteile.
Wie andere schon schrieben, Standardbauteile sollten hier ausreichen,
sofern es nicht aufs Zehntel-dB ankommt. Anbei der Frequenzgang eines
stinknormalen 0805-Kondensators mit 100 nF und X7R-Dielektrikum in
Thru-Konfiguration. Die Ripple dürften von der Fehlanpassung der
Kondensator-Lötpads an die Leiterbahn herrühren. Insgesamt wird die
Einfügedämpfung kaum größer als 1 dB, selbst beim grobschlächtigen 0805.
Diese Frage taucht hier öfter auf. In
Beitrag "Re: Gibt es billige DC-Block-Kondensatoren für 2,45 GHz?" hatte
ich mal verschiedene 0805-Kpondensatoren vermessen, allerdings nur bis
1,8 GHz. Wie man sieht, sind die auch jenseits der
Serienresonanzfrequenz noch gut als Koppelkondensator brauchbar.
Gerhards Hinweis oben, und auch sein Posting
Beitrag "Re: Gibt es billige DC-Block-Kondensatoren für 2,45 GHz?", sind
lesens- und beachtenswert. Siehe auch diesen Thread:
Beitrag "DC Block Kondensator auswählen".
HFler schrieb:> Sollte sich das C unzulässig reaktiv verhalten kann so> ein Teil unter gewissen Quell- und Lastinpedanzbedingungen manchmal auch> unstabil werden und oszillieren.
Keine Ahnung, was hier genau gemeint ist. Aber ein passives Bauelement
allein ist ganz sicher unter keinen Umständen zu sich selbst erhaltenden
Schwingungen fähig.
HFler schrieb:> Löte einen 15pf und 10n übereinander
Das ist nicht ratsam, weil man sich damit eine Parallelresonanz baut aus
dem 15pF und dem wegen Eigenresonanz induktiv wirkenden 100nF. Ich habe
das beispielhaft für Murata 0402-Bauform simuliert mit S-Parametern von
Murata.
Ein einzelner 100nF funktioniert besser, Ergebnisse ebenfalls angehängt.
Viel Erfolg!
HF-Verbinder schrieb:> Das ist nicht ratsam, weil man sich damit eine Parallelresonanz baut aus> dem 15pF und dem wegen Eigenresonanz induktiv wirkenden 100nF.
Oder man packt einen deutlich größeren Kondensator parallel dazu. Ich
habe mal einen 1µF-0805-Kondensator über den 100 nF-0805 gelötet. Schaut
nicht schlecht aus, damit kommt man gut in den zweistelligen
kHz-Bereich.
Mario H. schrieb:> Wie andere schon schrieben, Standardbauteile sollten hier ausreichen,> sofern es nicht aufs Zehntel-dB ankommt. Anbei der Frequenzgang eines> stinknormalen 0805-Kondensators mit 100 nF und X7R-Dielektrikum in> Thru-Konfiguration. Die Ripple dürften von der Fehlanpassung der> Kondensator-Lötpads an die Leiterbahn herrühren. Insgesamt wird die> Einfügedämpfung kaum größer als 1 dB, selbst beim grobschlächtigen 0805.
Das ist alles ganz plausibel und schön. Aaaaaaaber .....
In einer Schaltung hat man gleich mehrere solcher Koppel-
Kondensatoren drin. Angenommen ich habe eine Kettenschaltung
aus zwei Verstärkern die ich jeweils separat "biasen" muss und
deren Ein-/Ausgänge kein Fremd-DC vertragen. Schon habe ich
mindestens drei Kondensatoren und die Summe des Frequenzgangs
verschlechtert sich bei dieser Anwendung bis 7 Ghz auf
mindestens 3dB bis 3.5dB. Dann kommen noch die Verluste bei
Verkettung durch Fehlanpassung der Verstärker durch miserable
Reflexionsfaktoren, und schon ist man bei einem Frequenzgang
von 5-8 dB. Allein schon einer der besten (vom Frequenzgang
her) HF-Verstärker macht in einem Testaufbau "de-embedded"
alleine bereits 1.5-2 dB Frequenzgang über diesen Bereich.
Da ist man im Gesamtsystem schnell mal bei über 10 dB
angelangt.
Deshalb habe ich immer versucht bereits bei den Koppel-
Kondensatoren auf minimale Verluste zu achten, an einen stink-
normalen 100nF Kondensator habe ich niemals zu denken gewagt.
Daher ist - wenn man nicht einen beliebigen Frequenzgang
bekommen will - den Gedanke an die 100nF Kondensatoren für
10 Euro pro Stück nicht so abwegig. NP0-Kondensatoren sind
nach meiner Erfahrung manchmal ein vernünftiger Kompromiss.
Wie immer gilt für die individuellen Anforderungen: YMMV
Dieter schrieb:> Gerhard H. schrieb:>> diese blöde microcontroller.net-Software zerstört den Originaltext beim Posten>> Da waren vermutlich Begriffe und Abkürzungen dabei, die zufälligerweise> am PI-Filter hängen bleiben. Musst mal danach suchen und mit ein paar
Da kann ich nix mehr suchen; was weg ist ist weg.
Ich glaube, da war ein Bild nicht mehr dort wo es erwartet wurde.
Jetzt kann ich auch noch schnell was zu der TDR-Messung sagen.
In TDR-Einschub des scopes ist ein schneller Generator der einen
200mV-Impuls auf eine Coaxleitung gibt. An der gleichen Stelle
ist ein sampler verbunden mit dem man sehen kann was aus der Leitung
reflektiert wird. Auf dem Weg von Pulsgenerator/Sampler
ist eine genaue 50 Ohm-Leitung bis zur Frontplatte. Die kann man
als Referenz benutzen.
Die Platine wird mit dem SMA-Ende auf den Stecker der Frontplatte
geschraubt. Die Verschraubung ist noch ganz OK, aber bei etwa
800 ps vom Anfang der Spur kommt die Stelle wo der Mittelleiter
mit der Platine verlötet ist. Die Lötstelle ist viel zu groß.
Das Pad ist zu lang und zu breit und dann liegt da noch der
fette Mittelleiter des SMA und das Lötzinn drauf. Der SMA-
Fußstapfen war nicht für Multilayer gedacht, aber ich wollte ja
sehen wie schlimm es wird.
Die Impedanz an dieser Stelle ist viel zu niedrig; das macht
die große Kapazität an dieser Stelle.
Man könnte eine Masse-Aussparung unter dem Mittelleiter machen
um Kapazität zu sparen damit das Pad noch lötbar bleibt.
12 mil ist für eine Lötstelle am Stecker doch recht wenig.
Dann kommt die 50 Ohm-Leitung auf der Platine. Die ist OK; könnte
möglicherweise 1 mil schmaler sein.Ich habe die Leitung in
Alzium 12 mil breit gezeichnet, ausgerechnet hatte ich 11.4 WIMRE.
Kann so bleiben.
Das nächste Ereignis auf der Zeitachse ist der unbestückte SMA-Launcher.
Er ist nicht ganz so schlimm wie der bestückte.
Danach bekommt man die Totalreflexion weil der Microstrip einfach
zu Ende ist.
---
100n NP0-Kondensatoren sind vor allem mechanisch größer.
Ich mag das wenn etwas Verluste da sind. Das macht die ganze
Angelegenheit weniger hippelig. Verstärkung ist billig.
Gruß Gerhard
HF-Verbinder schrieb:> HFler schrieb:>> Löte einen 15pf und 10n übereinander>> Das ist nicht ratsam, weil man sich damit eine Parallelresonanz baut aus> dem 15pF und dem wegen Eigenresonanz induktiv wirkenden 100nF. Ich habe> das beispielhaft für Murata 0402-Bauform simuliert mit S-Parametern von> Murata.
Vor langer Zeit habe ich mal was darüber zu PDF gebracht:
<
http://www.hoffmann-hochfrequenz.de/downloads/experiments_with_decoupling_capacitors.pdf>
(auf harmloseren Frequenzen)
Gerhard
hf werker schrieb:> In einer Schaltung hat man gleich mehrere solcher Koppel-> Kondensatoren drin.
Ja, sicher, 1 dB kann manchmal schon zu viel sein. Ich habe den 100
nF/0805/X7R-Kondensator nochmal mit dem VNA nachgemessen. Der
Kondensator ist dabei nicht de-embedded, es sind insgesamt noch ca. 30mm
GCPWG und zwei SMA-Launcher dabei. Die magentafarbene Kurve ist der
GCPWG mit den SMA-Launchern allein, was schon ca. 0,4 dB bei 3,7 GHz
verschlingt. So schlecht ist der 100 nF-Kondensator tatsächlich nicht.
Das alles nur bis 4 GHz, mehr gibt das Bastellabor nicht her.
Gerhard H. schrieb:> Ich mag das wenn etwas Verluste da sind. Das macht die ganze> Angelegenheit weniger hippelig. Verstärkung ist billig.
Das ist auch meine Erfahrung.
DoS schrieb:> Hammer-Kondensatoren.
Nö, ganz normale.
> Meine gehen immer nur bis 100MHz und sind dann induktiv.
Der gezeigte Kondensator ist auch ab deutlich weniger als 100 MHz
induktiv. Das tut seiner Verwendbarkeit als Koppelkondensator bis in den
GHz-Bereich aber keinen Abbruch.
Nochmal der Hinweis auf
Beitrag "Re: Gibt es billige DC-Block-Kondensatoren für 2,45 GHz?". Die
dort vermessenen Kondensatoren sind de-embedded, d.h. die gezeigten
Impedanzverläufe beziehen sich ausschließlich auf den Kondensator, ohne
Leiterbahnen, etc. Man beachte die magentafarbene Kurve in
https://www.mikrocontroller.net/attachment/488011/100nF.png. Den
Kapazitiven Bereich sieht man auf der Frequenzskala nicht einmal.
> Meine 0805 gehen eine Dekade drunter schon nicht mehr.
Größenordnungsmäßig dürfte die SRF des 100nF/0805-Kondensators in der
Gegend von 10 MHz liegen. Glücklicherweise "geht" er trotzdem.
Mario H. schrieb:> Der gezeigte Kondensator ist auch ab deutlich weniger als 100 MHz> induktiv. Das tut seiner Verwendbarkeit als Koppelkondensator bis in den> GHz-Bereich aber keinen Abbruch.
Genau, er muss nur niederohmig sein.
Oberhalb der SRF niederohmig induktiv ist für diesen Zweck völlig ok,
die DC wird getrennt und die HF nur wenig gedämpft. Im Beispiel "meines"
100nF liegt die SRF auch bei 30MHz.