Hallo,
ich möchte eine ausgebaute Autobatterie als Spannungsquelle nutzen, aber
verhindern dass diese Tiefenentlädt, wenn man mal nicht dran denkt.
Deshalb suche ich nach einer möglichst einfachen Methode den Stromkreis
zu unterbrechen, sobald die 11V unterschritten werden. Habt ihr Ideen?
Meine wäre eine Zehnerdiode in Reihe mit einem Relais, was haltet ihr
davon und für wie kritisch haltet ihr die Schwingung welche entsteht, da
wenn die Last getrennt wird die Spannung wieder steigen wird, die
Zehnerdiode wieder leitet, und das relais schließt, spannung fällt
wieder, zehner leitet nicht mehr relais öffnet und wieder von vorne.
Eine andere Idee ist im Anhang zu finden, wobei mir diese Schaltung
empfohlen wurde, ich sie aber nicht ganz verstehe und dementsprechend
auch nicht wüsste wie ich sie auszulegen hab. Evtl. erkennt jemand von
euch den Zweck?
Gruß
Luca
Die Schaltung wird wohl funktionieren, hat aber drei Nachteile, die du
bedenken solltest:
a) Sie verbraucht selbst ständig Strom, wird also die Batterie langsam
tief entladen
b) Die Abschaltschwelle hängt von der Temperatur des Transistors ab
c) Wenn die Spannung unter Last mal kurz absackt, schaltet sie auch ab
und dann wieder an. Das kann je nach Last du einer Schwingung führen.
Alle drei Argumente sind in deinem Anwendungsfall vielleicht akzeptabel.
Das kannst nur du wissen, denn du hast uns den Anwendungsfall nicht
mitgeteilt.
Gegen Punkt a habe ich einfachen Tipp: Schließe die Wächter-Schaltung an
den Ausgang des Relais an, so dass sie sich bei leerem Akku selbst mit
abklemmt. Dann brauchst du allerdings einen Taster, um nach dem Laden
manuell wieder einzuschalten oder eine weitere Elektronik, die das
irgendwie automatisiert. Das würde auch die Schwingungen aus Punkt c
verhindern.
Gegen zu schnelles Abschalten in Punkt c könnte ein Kondensator vor dem
Transistor helfen.
Gegen Punkt b) könnte man den Transistor durch einen TL-431 ersetzen.
Aber Achtung: An dem TL-431 fallen ein paar Volt ab, so dass du dann
besser ein 9V Relais nimmst.
Um die Stromaufnahme der Schaltung zu reduzieren, könnte man anstelle
des Relais einen MOSFET Transistor verwenden.
Gibts fertig von KEMO, falls kaufen eine Option ist.
Ansonsten ein LM339, zwei Präzisionswiderstände (10...100K) und ein
LM385-2.5 als Referenz.
Hysterese nicht vergessen, sonst baust du einen schönen Oszillator ;).
Die Widerstände so groß wählen, dass sie die Batterie nicht entladen
wenn die Abschlaltung schon erfolgt ist oder mit einem zweiten Relais
mit wegschalten.
Beitrag #8 und #15 lesen! Da stehen auch die Formeln zur Berechnung. Der
TS912 wäre gut, der LM339 geht aber bei 12V auch und ist einfacher zu
bekommen.
https://www.ledstyles.de/index.php?thread/7483-eine-ganz-banale-unterspannungsabschaltung/
Einfach gehts mit dem schon erwähnten AVR oder für komplette Neulinge
ein Arduino Nano.
VG Paul
Das Detektieren der Unterspannung ist nicht das große
problem, sondern das schalten großer Lasten (Ströme)
bei einer Autobatterie. Für das Detektieren der
Unterspannung nimm einfach eine Komparatorschaltung.
https://www.elektronik-kompendium.de/sites/slt/0311261.htm
Wie groß ist denn der Strom den du maximal entnehmen willst?
Du brauchst dann ein Relais mit kräftigen Kontakten,
und dann soll das Relais ja nicht selbst auch noch
Energie verbrauchen, also brauchst du ein bistabiles Relais.
Um das Problem mit dem Relais zu umgehen mach einfach eine
Signalschaltung die dann bei Unterspannung hupt, die
Batterie klemmst du dann mannuell ab.
Günter Lenz schrieb:> Um das Problem mit dem Relais zu umgehen mach einfach eine> Signalschaltung die dann bei Unterspannung hupt, die> Batterie klemmst du dann mannuell ab.
Genau. Dann freuen sich die Nachbarn in den anderen Gartenlauben.
Günter Lenz schrieb:> Das Detektieren der Unterspannung ist nicht das große> problem, sondern das schalten großer Lasten (Ströme)> bei einer Autobatterie.
Naja es kommt auf den Strom an. Alles unterhalb der Kategorie
"Starterstrom" sehe ich als unproblematisch an. Das gute bei einer
Autobatterie ist, dafür gibt es aus dem Automotivebereich sehr gute
Bausteine die auch direkt Relais ersetzen können und sollen. Grade die
angesprochenen BTS oder auch "ProFets".
Luca schrieb:> Habt ihr Ideen
1. Autoakkusögen es nicht, enzladen zu werden. Das machen die 5 x mit,
dann sind sie kaputt. Sie wollen immer voll aufgeladen bleiben. Zur
Entladung gibt es Traktionsbatterien und Solarakkus, oh Wunder, die sind
teurer.
2. Entladeschutz mit Relais alleine funktioniert nicht weil ein Relais
oft noch bei 20% der Nennspannung halt, aber mit Z-Diode kann es schon
funktionieten. Deine Schaltung allerdings funktioniert gar nicht.
3. Ein Relais, welches anzieht um den Akku abzutrennen, fällt gleich
wieder ab, wenn die Spannung weg ist. So rum geht es also nicht. Das
Rrlais müsste angezogen sein so lange der Akku ausreichend Spannung hat,
es kann sich dann selbst wegschalten. Leider zieht es eingeschaltet
nicht unerheblich viel Strom aus dem Akku.
Also eine blöde Lösung.
Ein bistabiles Relais kann helfen. Aber Tiefentladeschutz ist eine
haufig gestellte Frage, die FAQ hat dazu ein Kapitel:
https://dse-faq.elektronik-kompendium.de/dse-faq.htm#F.21.12
Je nach Maximalstrom den du aus dem Akku entnehmen möchtest (über den du
NATÜRLICH nichts gesagt hast), und je nach dem ob ein Kurzschlussschutz
wünschenswert wäre, würde ich einen MOSFET/protected high side switch an
Szelle des Relais empfehlen.
Luca schrieb:> eine ausgebaute Autobatterie
Dh, sie wurde ausgebaut weil sie den Startstrom nicht mehr bringt, also
schon am Ende ihres Lebenszyklus ist
Luca schrieb:> sobald die 11V unterschritten werden
11V ist die absolute Entladegrenze. Das hält selbst ein neuer KFZ
Starterakku nur ein paar mal aus, dann ist er kaputt. Zumal wenn der
Entladezustand dann auch noch eine Zeitlang andauert, was ich bei der
Aussage vermute:
Luca schrieb:> aber verhindern dass diese Tiefenentlädt, wenn man mal nicht dran denkt.
Du sagst nicht was du damit machen willst aber eine bessere Lösung wäre
wahrscheinlich ein LiFePO4 Akku samt BMS oder wenigstens ein
zyklenfester Bleiakku, aber es darf wahrscheinlich nix kosten.
Paul schrieb:> Hysterese nicht vergessen, sonst baust du einen schönen Oszillator
Das stimmt zwar, aber setzt voraus, dass die Schaltung mit der Hysterese
weiter aus dem Akku versorgt wird.
Georg
georg schrieb:> Das stimmt zwar, aber setzt voraus, dass die Schaltung mit der Hysterese> weiter aus dem Akku versorgt wird.
Einen Tiny im Tiefschlaf bemerkt doch ein Auto Bleiakku gar nicht.
Ist ein Furz, gegenüber der Selbstentladung.
Bei Verwendung eines Mikrocontrollers würde ich mir noch Gedanken
machen, ob und wie man bemerkt, ob er funktioniert. Da könnte man sich
z.B. an Rauchmeldern orientieren.
Stefan ⛄ F. schrieb:> Bei Verwendung eines Mikrocontrollers würde ich mir noch> Gedanken machen, ob und wie man bemerkt, ob er funktioniert.
Also kommt doch Hardware zum Einsatz, z.B. der teure ICL7665. Mit dem
könnte man einen P-FET im Leistungszweig steuern und hätte eine zu
vernachlässigende Stromaufnahme.
Es gibt andere Steine ähnlicher Funktion, die hat MaWin verlinkt:
Beitrag "Re: ICL7665 Alternative?"
Udo S. (urschmitt)
>Dh, sie wurde ausgebaut weil sie den Startstrom nicht mehr bringt, also>schon am Ende ihres Lebenszyklus ist>Luca schrieb:>> sobald die 11V unterschritten werden>11V ist die absolute Entladegrenze. Das hält selbst ein neuer KFZ>Starterakku nur ein paar mal aus, dann ist er kaputt. Zumal wenn der
Immer diese Schwarzmaler mit ihren unqualifizierten/undifferenzierten
Aussagen.
Er wird durch diese sanfte Mißhandlung beschleunigt immer schlechter
werden, geht aber deswegen nicht schon nach einigen <11V-Zyklen einfach
so mal kaputt.
Man darf ihn natürlich nicht in diesem Zustand belassen, sondern sollte
in gleich wieder aufladen, sonst ist der Akku wirklich rel. schnell am
Ende.