Hallo zusammen
Ich möchte eine Analog-Orgel mit Sound Chip vom PC aus und auch von
externen Controllern aus steuern. Die Orgel wurde von mir selbst
erweitert und wird völlig parallel gesteuert. Also Tastenweise. Auch die
Klangeinheiten können per Schalter beeinflusst werden.
Ich möchte mit einer Hardware gerne sowohl einen PC als auch zusätzliche
Hardware ins Spiel bringen. Dazu müsste meine Hardware USB verstehen!
Lösungen für das klassische MIDI gibt es bereits, aber die gehen immer
über das MIDI-Trio mit den Diodensteckern.
Für eine Orgel ist die Schnittstelle aber zu langsam und von der
Eingangsseite her, liefern viele moderne Controller kein 5-pol Midi
mehr. Die haben nur USB-Kabel.
Wie bekomme Ich es hin, mit einem Arduiono oder Raspberry ein System
aufzusetzen, damit Ich einen käuflichen Controller wie von AKAI oder
Roland mit deren mitgelieferten Treibern interpretieren kann?
Wie bekomme Ich es hin, dass Ich von Cubase, einem Audio Editor, über
USB direkt meine Orgel als Ausgabegerät sehen kann?
Christian H. schrieb:> Organist schrieb:>> Für eine Orgel ist die Schnittstelle aber zu langsam und von der>> Wie schnell willst Du die Orgel spielen, dass MIDI zu langsam ist?
Für die Orgel allein reicht klassisches MIDI locker.
Nur wenn man noch zu einigen Instrumenten mehr eine Verbindung
herstellt, kann es durchaus eng werden. Da müsste aber schon die Bühne
mit Gerätschaften voll gestellt werden, die alle über MIDI gesteuert
werden sollen.
In solchen Fällen ist es durchaus legitim, auf MIDI über USB
auszuweichen.
Hallo Christian,
Christian H. schrieb:> Organist schrieb:>> Für eine Orgel ist die Schnittstelle aber zu langsam und von der>> Wie schnell willst Du die Orgel spielen, dass MIDI zu langsam ist?
das Problem mit Orgeln über Midi besteht darin, dass man bei einer
richtigen Orgel viele Register parallel spielt!
Es geht dabei gar nicht um die Geschwindigkeit.
Stell Dir vor, die rechte Hand spielt auf einem Manual mit Registern in
8'', 4'' und 2'' und noch ein paar anderen.
Dasselbe Szenario gelte nun auf für die linke Hand auf einem anderen
Manual.
Dann unterstellen wir mal 4-6 Töne, die insgesamt gleichzeitig gespielt
werden. Diese Töne multipliziert mit 4-6 Registern zum Beispiel, lassen
die Midi-Schnittstelle zum Flaschenhals werden, weil dann 16-36 Töne
gleichzeitig gespielt werden müssten. Man hört dann die Verzögerung.
Einfach mal ausprobieren.
> Stell Dir vor, die rechte Hand spielt auf einem Manual mit Registern in> 8'', 4'' und 2'' und noch ein paar anderen.> Dasselbe Szenario gelte nun auf für die linke Hand auf einem anderen> Manual.
Du koenntest ja pfiffigerweise jedem Manual/Pedal einen extra
MIDI-In/Out spendieren. Dann ist die linke Hand der rechten
nicht im Weg.
Ansonsten gibt es auch "Wrapper" die eine asynchrone
Schnittstelle als Midi-Port behandeln. Je nach Schnittstelle
geht da ja auch wesentlich mehr als 31500.
Sowas habe ich zu meinen "analogen" Zeiten benutzt, um
serielle Mehrportkarten als multiple Midi-Outs an den
Sequenzer zu haengen.
Viel Erfolg!
Organist schrieb:> Wie bekomme Ich es hin, mit einem Arduiono oder Raspberry ein System> aufzusetzen, damit Ich einen käuflichen Controller wie von AKAI oder> Roland mit deren mitgelieferten Treibern interpretieren kann?>> Wie bekomme Ich es hin, dass Ich von Cubase, einem Audio Editor, über> USB direkt meine Orgel als Ausgabegerät sehen kann?
Der Arduino micro hat ein relativ frei programmierbares USB Interface.
Damit und entweder viel Hirnschmalz oder Glück bei der Suche auf Github
könnte man ein USB Midi Interface bauen.
Bei anderen Arduinos hat man keine Chance, da das USB nur ein USB2Serial
Chip ist.
Es gibt Midi mit V-Usb(http://cryptomys.de/horo/V-USB-MIDI/index.html).
Ich würde mir für die verbindung zwischen Orgel und Rechner irgendwas
properitäres basteln das auf deine Orgel angepasst ist (Usb ist nicht
ganz einfach) vieleicht i2c oder nen Uart beides hätte nen Rasperyy Pi
ja und dann auf dem Rechner ne Virtuelle Midi Schnitstelle machen(Jack
Audio Connection Kit) oder Gleich nen Programm schreiben das Midi
empfängt, verarbeitet und an deine Orgel schickt.
Organist schrieb:> Ich möchte eine Analog-Orgel mit Sound Chip vom PC aus und auch von> externen Controllern aus steuern.
Eine echte Orgel mit MIDI... Da brauchst du unter jeder Windlade eine
Menge von Magneten, das kostet alles sehr viel... Da Magneten aber immer
mit gleicher Geschwindigkeit arbeiten, wird Spielergebnis so einer
digitalisierten Orgel sowieso schlechter, als direkt von Spieltisch zu
spielen.
Wenn überhaupt, dann lieber nur ein Werk der Orgel so machen, z.B.
Brustwerk, das paßt meistens am besten für eine Begleitung.
Noch besser ist separate Orgelpositiv zu kaufen.
Peter M. schrieb:> das Problem mit Orgeln über Midi besteht darin, dass man bei einer> richtigen Orgel viele Register parallel spielt!
Warum sollte das ein Problem sein?
Bei Orgeln sind normalerweise Spieltraktur und Registertraktur
voneinander unabhängig. Egal wie viel Register geschaltet, bei einer
Schleiflade öffnet man immer das gleiche Ventil. Bei einer Kegellade ist
alles umgekehrt, aber sowieso: Registertraktur und Spieltraktur sind
voneinander isoliert.
Wie sieht denn deine Erweiterung aus und was erwartet die am Eingang?
µCs mit USB gibt es wie Sand am Meer. Beispiele für Midi gibt es auch.
Damit ist die Verbindung PC-Controller über USB schon nicht mehr auf die
normale Midi-Datenrate begrenzt.
Eventuell ist ja auch Ethernet und OSC eine Option.
Organist schrieb:> damit Ich einen käuflichen Controller wie von AKAI oder> Roland mit deren mitgelieferten Treibern interpretieren kann?
Der Begriff Controller ist ziemlich verwirrend. Von was genau sprichst
du? Nenn mal ein konkretes Beispiel. Wenn dein Gerät USB-Host sein soll,
dann wird es schon schwieriger. Mit einem Raspi kannst du Glück haben,
wenn es Treiber für das Gerät gibt. Wenn es die nur für Osx oder Windows
gibt wird es schon schwieriger, da jeder Hersteller hier sein eigenes
Süppchen kocht.
Maxim B. schrieb:> Eine echte Orgel mit MIDI... Da brauchst du unter jeder Windlade eine> Menge von Magneten, das kostet alles sehr viel...
Ich glaube eher nicht, daß er mit "Analog-Orgel" eine Pfeifenorgel
meint.
Erwin D. schrieb:> google 'controller akai'
Sorry, ich möchte jetzt nicht zählen wie viele verschiedene Controller
aller Art Akai in den letzten 20 gebaut hat. Ich kann auch nicht sagen
ob alle das gleiche USB Treibermodell verwenden. Sollten sie nur als
reines Midiinterface, das ohne gesonderte Treiber in aktuellen OS en
läuft, daherkommen ist es sicher möglich dass es auch unter Linux
(Raspberry) läuft. Eventuell ist dann auch die Entwicklung eines
Hostcontrollers auf einem Corex Mx denkbar. Wenn das Gerät aber
spezielle Treiber unter Windows oder OSX braucht, sieht es ehr schlecht
aus. Deshalb kommt es auf das genaue Gerät an und nicht nur auf
"Controller Akai".
Niklas Gürtler schrieb:> Sollte der Weg dahin führen, ein eigenes USB Gerät mit eigenem Protokoll> zu entwickeln:> USB-Tutorial mit STM32
Ne er möchte ein fertiges Gerät was bisher nur als "Controller Akai"
bekannt ist an seine eigene Hardware anschließen.
temp schrieb:> Ne er möchte ein fertiges Gerät was bisher nur als "Controller Akai"> bekannt ist an seine eigene Hardware anschließen.
Okay... Dann hab ich bei der Anfrage nicht ganz durchgeklickt ;-)
Erwin D. schrieb:> Ich glaube eher nicht, daß er mit "Analog-Orgel" eine Pfeifenorgel> meint.
Dann hat er falsch geschrieben. Digitale Orgel macht man mit Elektronik,
analoge Orgel macht man mit Pfeifen. Das war doch immer so...
Maxim B. schrieb:> Dann hat er falsch geschrieben. Digitale Orgel macht man mit Elektronik,> analoge Orgel macht man mit Pfeifen. Das war doch immer so...
Es gibt auch analoge Elektronik.
Auch damit wurden schon ewig lange Orgeln gebaut.
Nicht alles, was Elektronik ist, ist auch digital :-)
Martin H. schrieb:> eine Analog-Orgel mit Sound Chip
Na, heute baut man in Orgeln alles mögliche ein. Keine Seltenheit ist
FK-Setzer für 4000 Kombinationen, natürlich alles mit Mikrocontroller
gesteuert. So ist IC nicht bestimmend, um welche Orgel die Rede ist.
Erwin D. schrieb:> Es gibt auch analoge Elektronik.> Auch damit wurden schon ewig lange Orgeln gebaut.
Nö.
Auch in 60-er, wo Oktave-Teiler mit diskreten Transistoren gemacht
wurden - auch dann war das digital. Weil ein Trigger zu digitaler
Elektronik gehört, egal MOSFET, TTL, IIL oder einfach mit BC107.
Oder meinte TO einstimmiges Instrument? Diese könnten auch analog
gemacht werden. Ohne Teiler und anderem aus digitaler Elektronik.
Aber das ist keine Orgel. Orgel ist immer mehrstimmig.
Ja, ich kenne elektronische Orgeln aus alten Zeiten. Gleiche Modell:
etwas früher gebaut - mit Divider mit Transistoren, etwas später - schon
mit SN74, aber ansonsten keine Unterschiede.
Damals baute man noch so: 12 LC-Oszillatoren, für jeden Ton, und
Oktavteiler. Eine Orgel, wo separate Oszillator für jede Taste vorhanden
war, habe ich nie getroffen (so könnte eine analoge Orgel aussehen) -
schon allein deshalb, weil man dann saubere Oktaven vergessen sollte,
und unsaubere Oktave hört man viel früher, als falsche Terz oder Quinte.
Aber schon in 70-er hat man das mit nur einem Oszillator und 12 Teiler
gemacht. Z,B, mit SFF5009 oder mit AMI50242.
Peter M. schrieb:> Dann unterstellen wir mal 4-6 Töne, die insgesamt gleichzeitig gespielt> werden. Diese Töne multipliziert mit 4-6 Registern zum Beispiel, lassen> die Midi-Schnittstelle zum Flaschenhals werden, weil dann 16-36 Töne> gleichzeitig gespielt werden müssten. Man hört dann die Verzögerung.
Willst Du jedem Registersatz eigene NoteOn/NoteOff-Befehle spendieren?
Ich hätte das jetzt mit Program Change gemacht.
D.h. NoteOn/NoteOff drückt nur die Tasten der Manuale bzw Pedale, wobei
Du wahrscheinlich eine Geräteadresse pro Bedienfeld brauchst. Das geht
wahrscheinlich noch relativ einfach umzusetzen, bei Wersi ist das
jeweils ein Taster nach -15V.
Zugriegel, Umschalter etc laufen besser über Program Change oder Sysex,
wie beim Keyboard üblich. Die zu midifizieren wird aber sehr aufwendig.
Für Mehrfachumschalter brauchst Du mal Analogschalter und mal Relais,
für die Zugriegel lassen sich nicht immer Steuerspannungen verwenden, da
wären Motorfader angesagt.
soul e. schrieb:> für die Zugriegel lassen sich nicht immer Steuerspannungen verwenden, da> wären Motorfader angesagt.
In der Louvre und in der Pergamon etc. sind meines Wissens nach keine
Motorfader als Zugriegel drin. Ich hab jedenfalls noch nicht gesehen,
daß die Zugriegel motorisch bewegt werden können.
Erwin D. schrieb:> In der Louvre und in der Pergamon etc. sind meines Wissens nach keine> Motorfader als Zugriegel drin. Ich hab jedenfalls noch nicht gesehen,> daß die Zugriegel motorisch bewegt werden können.
Bei einer Orgel, die von vornherein für Fernsteuerung ausgelegt war,
wird man das Schaltungskozept schon so wählen, dass die Potis nur
Steuerspannung führen. Die kann man dann problemlos mit einem DAC
generieren.
Die alten Kisten nutzen aber die Zugriegel häufig direkt als
Spannungsteiler im Audiozweig. Da hilft dann nur der Austausch gegen ein
Digitalpoti oder einen Motorfader.
Maxim B. schrieb:> Eine Orgel, wo separate Oszillator für jede Taste vorhanden> war, habe ich nie getroffen (so könnte eine analoge Orgel aussehen) -> schon allein deshalb, weil man dann saubere Oktaven vergessen sollte,> und unsaubere Oktave hört man viel früher, als falsche Terz oder Quinte.
Und was ist mit Hammond? Das dürfte doch Deine Definition von Analog
treffen. Oder sind Zahnräder auch digital, weil du die Zähne (sowohl der
Tonräder als auch die der Getriebe) zählen kannst (digital = abzählbar
-> lateinisch Digitus = der Finger). Ansonsten gibt es für jeden Ton ein
eigenes Tonrad mit zugehöriger Spule.
Matthias S. schrieb:> Martin H. schrieb:>> Und was ist mit Hammond?>> Oder mit Philips? Da wurden die Oszillatoren mit Glimmlampen realisiert.> Digital?
Ich finde auch, daß alleine eine Teilerkette noch keine digitale Orgel
ausmacht. Denn selbst wenn man die Teiler als digital bezeichnen kann,
dann ist doch oftmals der Rest (Klangbeeinflussung, Filter, Modulatoren,
Hüllkurvenbildung ADSR usw.) eindeutig analog. Auch wenn heutzutage
alles mit digitaler Signalverarbeitung gemacht werden kann, gibt es doch
sehr viele Geräte, wo das alles analog passiert.
Thomas schrieb:> und wieder mal ein thema tot gelabert
Die Hauptsache ist doch, daß du eine unglaubliche Menge zum Thema
beigetragen hast. Was hätte der TO (der sich übrigens von Anfang an
nicht mehr gemeldet hat) ohne dich gemacht? ;-)
Martin H. schrieb:> Und was ist mit Hammond?
Das war eine analoge Orgel, stimmt.
Ich habe zwar keine echte Hammond-Orgel je gesehen. Echte, die rein
mechanisch war.
Ich habe gewöhnlich entweder mit normalen Orgeln zu tun, oder mit
elektronischen. Alle mögliche Baujahre, von 1668 bis heute...
Erwin D. schrieb:> Ich finde auch, daß alleine eine Teilerkette noch keine digitale Orgel> ausmacht.
Die Teiler gehören also nicht zu digitaler Elektronik? Das ist für mich
was neues...
Erwin D. schrieb:> dann ist doch oftmals der Rest (Klangbeeinflussung, Filter, Modulatoren,> Hüllkurvenbildung ADSR usw.) eindeutig analog.
So kann man auch über jede modernste elektronische Orgel sagen, da
mindestens die Lautsprecher sowieso analog arbeiten.
Die Frage ist: Ihrer Meinung nach, wo liegt die Grenze zwischen Orgel
analog und Orgel Digital? Was darf eine voll digitale Orgel analog
machen und warum? Welche Kriterien?
Warum ein Filter macht elektronische Orgel analog, und ein Lautsprecher
nicht?
Selbst wenn irgendwann digitale Lautsprecher erfunden werden, auch dann
ist Übertragung an unsere Ohren analog. Oder wird das irgendwann auch
digital gemacht? Dann noch unseres Gehirn für digitales ersetzen - und
endlich haben wir sie, eine voll digitale Orgel :)
Maxim B. schrieb:> Erwin D. schrieb:>> Ich finde auch, daß alleine eine Teilerkette noch keine digitale Orgel>> ausmacht.>> Die Teiler gehören also nicht zu digitaler Elektronik? Das ist für mich> was neues...
Ich schrieb: "...selbst wenn man die Teiler als digital bezeichnen kann"
Klingt das so, als wenn ich sage, sie wäre nicht digital?
Ich sagte weiter: ...daß ALLEINE eine Teilerkette noch keine digitale
Orgel ausmacht.
Und dann schrieb ich auch noch von den vielen analogen Komponenten, die
überwiegen wesentlich die Teilerkette. Nur weil eine Komponente digital
ist, kann man auf keinen Fall die gesamte Orgel als "digital"
bezeichnen.
Erwin D. schrieb:> Und dann schrieb ich auch noch von den vielen analogen Komponenten, die> überwiegen wesentlich die Teilerkette. Nur weil eine Komponente digital> ist, kann man auf keinen Fall die gesamte Orgel als "digital"> bezeichnen.
Jede elektronische Orgel hat analoge Teile. Anders geht es nicht.
Wenn Ihre Behauptung, analoge Glied macht ganze Orgel analog, wahr wäre,
so sollte das bedeuten: es gibt keine digitale Orgel und es kann auch
keine gebaut werden.
Ich bin anderer Meinung.
Historisch klassifiziert man Musikinstrumente nach Schwingungsquelle.
Saite, Zunge, Luftsäule... Bei einer digitalen Orgel entsteht
Tonschwingung in einem digitalen Kreis. Deshalb ist diese Orgel digital.
Entsteht die Tonschwingung in einem analogen Kreis, so ist die Orgel
analog.
Haben wir unter jeder Taste LC-Oszillator, so ist die Orgel analog.
Bekommen wir Tonfrequenz mit digitalen Teiler, so ist die Orgel digital.
Nachbearbeitung von Klang (Schwellkasten, Filter usw.)war nie für
Klassifizieren von Musikinstrumenten benutzt.
Maxim B. schrieb:> Erwin D. schrieb:>>> Und dann schrieb ich auch noch von den vielen analogen Komponenten, die>> überwiegen wesentlich die Teilerkette. Nur weil eine Komponente digital>> ist, kann man auf keinen Fall die gesamte Orgel als "digital">> bezeichnen.>> Jede elektronische Orgel hat analoge Teile. Anders geht es nicht.> Wenn Ihre Behauptung, analoge Glied macht ganze Orgel analog, wahr wäre,> so sollte das bedeuten: es gibt keine digitale Orgel und es kann auch> keine gebaut werden.
Wenn die wesentlichen Teile analog arbeiten (alle anderen Komponenten
außer die Frequenzteiler) welche den gesamten Klang des Instrumentes
ausmachen, dann ist meine Meinung, daß man dieses Instrument als
"analog" bezeichnen kann. Ohne alle diese Komponenten hat man lediglich
ein paar Rechtecke, die von den Frequenzteilern kommen. Diese würde ich
nicht als den Klang einer Orgel bezeichnen.
Man kann ja nicht mal den Anteil der einzelnen Fußlagen beeinflussen,
weil das ja auch analog passiert. Ohne die Teilerkette jedoch kann man
durchaus analoge Oszillatoren einsetzen (auch wenn das mehr Aufwand
darstellt) und damit den Klang einer Orgel erzeugen. Ohne die analogen
Komponenten (Filter, VCA, ADSR usw...), also nur mit einer Teilerkette,
hast du keine Chance auf einen Orgel-Klang.
Und bei digitalen Geräten (wie zum Beispiel beim Kronos mit seinen 9
verschiedenen Engines) passiert ALLES digital. Der gesamte Klang wird
digital erzeugt. Und das ist der wesentliche Unterschied...
Maxim B. schrieb:> Bei einer digitalen Orgel entsteht> Tonschwingung in einem digitalen Kreis. Deshalb ist diese Orgel digital.> Entsteht die Tonschwingung in einem analogen Kreis, so ist die Orgel> analog.
Jetzt wird es esoterisch... Ist ein 555er analog oder digital? Ist der
klassische kreuzgekoppelte Multivibrator mit zwei Transistoren analog
oder digital? Die Vox Continental verwendet z.B. diese Schaltung
fremdgetriggert als Frequenzteiler in den Tongeneratoren, links oben in
der Schaltung.
http://www.korguk.com/voxcircuits/circuits/continl2.jpg
Ein Wien-Oszillator ist sicher auch für Puristen analog, z.B. der
HP200A.
https://de.wikipedia.org/wiki/HP200A
Wir hatten doch letztens schon so einen Thread, wo sich aus der 555er
Schaltung eines Berufsschülers (?) eine Diskussion über Kirnberger und
Neidhardt ergab, das fand ich sehr erbaulich - wenn ich mich recht
erinere warst Du auch beteiligt, Maxim?
https://de.wikipedia.org/wiki/Kirnberger-Stimmunghttps://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Georg_Neidhardt
Ciao, Martin
Erwin D. schrieb:> Wenn die wesentlichen Teile analog arbeiten (alle anderen Komponenten> außer die Frequenzteiler) welche den gesamten Klang des Instrumentes> ausmachen, dann ist meine Meinung, daß man dieses Instrument als> "analog" bezeichnen kann.
So ein Beispiel:
Eine Geige: man zählt sie zu Saiteninstrumenten, obwohl der Klang von
einer Holzdecke mit allen ihren Resonanzen bestimmt wird.
Warum ist das ein Saiteninstrument?
Noch ein Beispiel:
Akkordeon gehört zu einer Gruppe von Zungeninstrumenten - obwohl die
Zungen, wo ursprüngliche Schwingung entsteht, sehr unharmonischen Klang
geben und erst nach Holzresonatoren (die Filter-Funktion haben) kommt
akzeptable Klang.
Warum zählt Musikwissenschaft Akkordeon nicht zu Blasinstrumenten und
nicht zu Holzinstrumenten, sondern zu Zungeninstrumenten?
Noch ein Beispiel:
Orgel ist ein Blasinstrument - obwohl auf ihre klangliche Eigenschaften
sowohl Material von Pfeifen wirkt (Holz aller Art, Orgelmetall, Blei) so
auch Gehäuse (insbesondere in Form eines Schwellwerkes). Trotzdem gehört
Orgel zu einer Gruppe von Blasinstrumenten, Untergattung
Tastenblasinstrumente...
Also: in erster Linie ist von Bedeutung, wo Schallschwingungen
entstehen. Nachbearbeitung spielt eine untergeordnete Rolle.
Ich habe hier geschrieben, was darüber Musikwissenschaft, genau
Instrumentenkunde, sagt.
Als Amateur dürfen Sie natürlich Instrumentenkunde ignorieren. Ein
Musikamateur bleibt ein Musikamateur, er darf alles, es gibt in
Deutschland keine Audiopolizei :) Nur Profis werden Ihre Aussagen kaum
verstehen...
Erwin D. schrieb:> Hier mal noch was zum Lesen, was meine These stützt.> https://de.wikipedia.org/wiki/Elektronische_Orgel#Vollelektronische_(analoge)_Tonerzeugung
Na, Wikipedia hat natürlich mehr Gewicht, als Instrumentenkunde :)
Einmal habe ich ein Experiment gemacht, auf einer Seite von Wikipedia
(wo über eine Hochschule geschrieben wird) zugefügt: "und sehr bekannte
deutsche Organist < mein Name >". Ich wollte wissen, wie schnell das
gelöscht wird. 5 Jahre noch nicht gelöscht... Also, jeder darf in
Wikipedia beliebige Quatsch schreiben, ob das korrigiert wird oder
nicht, ist eine Lotterie. Deshalb bleibt Wikipedia als Wissensquelle
wohl interessant, aber nicht besonders vertrauenswürdig. Als Argument in
einer Diskussion paßt Wikipedia nicht.
Erwin D. schrieb:> https://de.wikipedia.org/wiki/Dr.-Böhm-Orgel
Hier kann ich nur aus meiner Erfahrung sagen: schlechtere elektrischen
Orgeln als von Dr. Böhm habe ich nie gesehen und nie gespielt. Man
sollte sich stark bemühen, um so wenig für Orgelmusik geeignete
Instrument zu schaffen - von selber ohne Bemühung geht das wohl nicht :)
Ich würde es Ihnen empfehlen, Instrumenten von Ahlborn und von Viscount
kennen zu lernen. Von Ahlborn aus 70-er war ich sehr angenehm
überrascht. Auf einer Viscount übe ich jetzt, wenn in der Kirche zu kalt
ist.
Maxim B. schrieb:> Hier kann ich nur aus meiner Erfahrung sagen: schlechtere elektrischen> Orgeln als von Dr. Böhm habe ich nie gesehen und nie gespielt.
Es ging hier nicht um dein persönliches Empfinden, was die Qualität der
Instrumente betrifft. Es geht hier um die Klangerzeugung. Und die ist
zum Beispiel bei den Böhm-Orgeln analog gewesen.
Und jetzt möchte ich gern diese leidige Diskussion abbrechen. Wir
sollten akzeptieren, daß du ganz spezielle Auffassungen hast.
Insofern trotz alledem morgen einen schönen Feiertag!
Warum warum warum.
Warum sind Erdnüsse keine Nüsse und Erdbeeren keine Beeren, und warum
heißen Berliner (Ballen) in Berlin ganz anders? Und warum ist Sprudel in
Paderborn Limonade, warum sind arme Leute auf dem Papier gar nicht arm.
Fragen, die die Welt bewegen.
Was war nochmal mit Midi?
Erwin D. schrieb:> Und die ist> zum Beispiel bei den Böhm-Orgeln analog gewesen.
Stimmt nicht.
Auch bei diesen Orgeln wurde Tonfrequenz nicht von analogen
Oszillatoren, sondern von digitalen Teiler erzeugt.
Da Musikwissenschaft als Klassifikationsgrund genau Tonerzeugung
benutzt, sind diese Instrumente digital.
Wir nennen ja einen Flügel doch immer noch Saiteninstrument, obwohl von
den Saiten selbst so gut wie keinen Klang gestrahlt wird. Den Klang
strahlt eine Decke aus Holz aus. Sie arbeitet wie ein Filter und wie ein
Lautsprecher, erzeugt selbst aber keinen Ton. Tonfrequenz kommt von
Saiten, das ist maßgebend.
Hast du andere Kriterien als Musikwissenschaft, so ist das deine eigene
Sache, mit Musik hat das nichts zu tun.
Dr. Böhm Instrumente finde ich schlecht aus folgenden Gründen (das wird
wohl jeder Organist zustimmen):
1. schlechte mechanische Eigenschaften von Tasten. Das ist für
Orgelspiel von höchster Bedeutung.
2. fehlt "Orgelintonation", dadurch wird Polyphonie unklar und unsauber.
Zweifellos hatte Herr Dr. Böhm zu wenig Erfahrung mit Orgeln, weil diese
Nachteile zu verbessern, das wäre nicht zu schwer, andere Firmen machen
das ja. Einfach zu wenig Kompetenz.
Stattdessen hat er viel "Spielerei" eingebaut, die nicht unbedingt eine
Orgel haben muß. Das ist in sich nicht schlecht, ein bißchen Mehr
Spielhilfen zu haben - vorausgesetzt, Grundsachen stimmen. Aber das ist
gerade nicht der Fall.
Erwin D. schrieb:> Es ging hier nicht um dein persönliches Empfinden
Ich bin ein diplomierter Organist :) Ich bin als solche in der Kirche
angestellt. Also, meine Meinung ist sozusagen amtlich :) Z.B. ich
bestimme bei uns, was, wie und von welcher Firma an unseren Orgeln
gemacht sein sollte (das wird natürlich von "oben" auch zugestimmt, aber
erste Impuls gebe ich).
Hallo Maxim,
Maxim B. schrieb:> Peter M. schrieb:>> das Problem mit Orgeln über Midi besteht darin, dass man bei einer>> richtigen Orgel viele Register parallel spielt!>> Warum sollte das ein Problem sein?> Bei Orgeln sind normalerweise Spieltraktur und Registertraktur> voneinander unabhängig. Egal wie viel Register geschaltet, bei einer> Schleiflade öffnet man immer das gleiche Ventil. Bei einer Kegellade ist> alles umgekehrt, aber sowieso: Registertraktur und Spieltraktur sind> voneinander isoliert.
ich habe schon einige Messen gespielt, aber die Anatomie einer
Kirchenorgel kenne ich nicht. Mein Hinweis bezieht sich nur auf die
MIDI-Schnittstelle.
Ich behaupte nicht, dass eine Kirchenorgel die lustigen
MIDI-Verzögerungseffekte zeigt, die man hat, wenn man alle Register
zieht.
Bei Vater steht übrigens eine dreimanualige Johannus-Orgel mit doppelt
geschweiftem Pedal im Wohnzimmer.
Maxim B. schrieb:> Auch bei diesen Orgeln wurde Tonfrequenz nicht von analogen> Oszillatoren, sondern von digitalen Teiler erzeugt.
Zitat:
Die „klassische“ Dr.-Böhm-Orgel („nT“-Reihe für niederohmige
Transistortechnik) hat eine analoge Tonerzeugung: Der jeweils höchste
der 12 Halbtöne wird durch den sogenannten „Hauptoszillator“ erzeugt,
die tieferen Oktaven entstehen durch Frequenzteilung im Verhältnis 2:1,
und zwar auf analogem Wege über synchronisierte
Sperrschwinger-Oszillatoren.
Na, ich habe auch überlegt, ob ich mir eine 3-man. kaufen sollte. Aber
wenn man aus eigener Tasche zahlt, rechnet man genauer, als wenn man
amtlich das macht :)
Eigentlich reicht für Üben 2 man. voll aus. Man kann CF und Trio
spielen. 3 Manuale sind für Kirchenorgel gut, da man auf einmal mehr
Möglichkeiten hat, ohne einen Helfer zu suchen. Ich habe auch eine
3-man. Schuke in meiner Hauptkirche.
MIDI-fizieren einer Orgel, das ist interessante Thema...
Es gibt solche Orgeln. Das macht man, wenn man einen zweiten und/oder
beweglichen Spieltisch will. Nicht unbedingt als MIDI, aber mobile
Spieltische macht man natürlich immer elektrisch (oder mit Glasfaser,
das ist übrigens auch elektrisch :) ). Z.B. ich weiß nicht genau, wie
das in Kölner Dom gemacht wurde - man kann dort obere Orgel von dem
Spieltisch einer anderen Orgel spielen...
Am einfachsten geht das natürlich bei einer elektropneumatischen Traktur
(so wie einige Jehmlich aus Dresden). Da Elektromagneten dort nur
pneumatische Relais als Last haben, sind sie nicht so groß wie bei
reiner elektrischen Traktur.
Eine Schleiflade zu elektrifizieren ist komplizierter. Es gibt zwar
(heute eher selten) die Schleifladen, die von Anfang an elektrisch
gespielt sind (ihre Magneten stehen in Windkasten, sie haben keine
Abzüge und keine Pulpeten). Dann ist das leichter. Man muß aber
verstehen: mit Elektrifizieren nehmen wir größte Vorteil einer
Schleiflade weg: die Möglichkeit, Ventile mit Fingerbewegung mit
verschiedener Geschwindigkeit zu öffnen und so den Klang beeinflussen.
Deshalb kann solche Elektrifizierung nur als Hilfe dienen und nicht als
Hauptspieltisch.
Aber egal, MIDI oder einfach 100x Kabel, für jede Taste braucht man
mindestens einen Elektromagnet. Falls Registertraktur mechanisch, auch
für Register (viel, viel stärkere Magnete. Es gibt zwei Varianten:
entweder muß Elektromagnet ganze Zeit unter Strom bleiben, dann wird
Register einfach mit "Strom aus" ausgeschaltet. Oder gibt es auch
Elektromagneten, die nur während der Wirkung Strom brauchen, die haben
gewöhnlich eigene Steuerschaltung. Das alles kann man in Fachhandel
kaufen.
Der Weg von Spieltisch zu Orgel: im Grunde egal wie. Aber warum auch
nicht MIDI, solange das schon zu Standard gehört? Geschwindigkeit: wir
haben 10 Finger und 2 Füße. Somit sollte elektrische Traktur im
schlimmsten Fall 12 Töne gleichzeitig schalten können. Auch wenn immer 3
Bytes übertragen werden, bedeuten 12 Töne lediglich ~12 - 13 ms. Das ist
kaum noch zu hören. Elektromagnete haben vergleichbare oder größere
Verzögerung.
Hallo Maxim,
Maxim B. schrieb:> Somit sollte elektrische Traktur im> schlimmsten Fall 12 Töne gleichzeitig schalten können. Auch wenn immer 3> Bytes übertragen werden, bedeuten 12 Töne lediglich ~12 - 13 ms. Das ist> kaum noch zu hören. Elektromagnete haben vergleichbare oder größere> Verzögerung.
meines Wissens gibt es bei pneumatischen Orgeln so fürchterliche
Verzögerungen vom Drücken der Tastatur bis zum "Anblasen" der Pfeifen.
Multipliziere die obigen 12 Töne mit der Anzahl der Register!
Es bleibt nur bei 12 Tönen, wenn die auf einen Kanal gehen.
Peter M. schrieb:> meines Wissens gibt es bei pneumatischen Orgeln so fürchterliche> Verzögerungen vom Drücken der Tastatur bis zum "Anblasen" der Pfeifen.
Das stimmt, besonders wenn man Orgel zu lange nicht gepflegt hat und
Leder porös wurde. Pneumatik hält grundsätzlich nicht so lange wie
mechanische Schleiflade, war aber deutlich billiger in Herstellung. So
haben wir jetzt etwa wie in Sachsen Reservaten von Pneumatik... Aus
Denkmalschutz darf man sie nicht abreisen, aus Kostengründen nicht
richtig reparieren... Ein Pech...
Peter M. schrieb:> Multipliziere die obigen 12 Töne mit der Anzahl der Register!> Es bleibt nur bei 12 Tönen, wenn die auf einen Kanal gehen.
Falsch. Registertraktur ist von Tontraktur unabhängig. Bei
Registerwechsel arbeiten Tasten nicht, bei Tastendruck arbeiten
Registerzüge nicht.
Lese bitte mindestens Klotz. Dann verstehst du das.
Oder auch Adelung.
Peter M. schrieb:> Multipliziere die obigen 12 Töne mit der Anzahl der Register!> Es bleibt nur bei 12 Tönen, wenn die auf einen Kanal gehen.
Nein. Bei der Orgel stellt man erst die Register ein und drückt dann die
Tasten. Nicht gleichzeitig.
Analog dazu sendest Du über MIDI Program Change-Befehle wenn Du ein
Register verstellen willst und NoteOn/NoteOff-Befehle wenn Du einen
Tasten- oder Pedaldruck auslöst.
Selbst wenn Du alle vorhandenen Register gleichzeitig rausgezogen hast
spielst Du bei einem Tastendruck eine "Note". Daher wird einmal NoteOn
zum drücken und einmal NoteOff zum Loslassen gesendet, mehr nicht.
Hallo soul eye,
soul e. schrieb:> Selbst wenn Du alle vorhandenen Register gleichzeitig rausgezogen hast> spielst Du bei einem Tastendruck eine "Note". Daher wird einmal NoteOn> zum drücken und einmal NoteOff zum Loslassen gesendet, mehr nicht.
das verstehe ich nicht.
Pro Midi-Kanal kann ich doch nur einen Sound auswählen.
Für mehrere Sounds gleichzeitig benötige ich mehrere Kanäle.
Der Note-On Befehl muss dann mehrfach losgeschickt werden, für jeden
MIDI-Kanal extra und daher rühren die Verzögerungen.
> Für mehrere Sounds gleichzeitig benötige ich mehrere Kanäle.
Nicht bei Orgeln mit Registern.
Note on: Alle "eingeschalteten" Register fuer diese Taste erklingen.
Wie die Register ausgewaehlt werden ist dann noch eine andere Sache.
Das ist halt etwas anders als beim Synthie...
Beim Synthie waeren das Aequivalent etwa "gelayerte" Sounds.
Jedem Layer entspricht etwa ein Register bei der Orgel.
Peter M. schrieb:> Pro Midi-Kanal kann ich doch nur einen Sound auswählen.
Genau. Das macht Du beim Keyboard über den Preset und bei der Orgel über
das Registerwerk.
> Für mehrere Sounds gleichzeitig benötige ich mehrere Kanäle.
Mehrere Kanäle bedeutet klassisch mehrere Instrumente. Bei einer Orgel
wird man wahrscheinlich jedes Manual auf einen Kanal abbilden, und die
Pedale auf einen weiteren.
Du kannst doch bei einer Orgel nicht ein a mit der einen
Registereinstellung und gleichzeitig auf dem selben Manual ein C' mit
einer anderen Einstellung spielen? Oder übersehe ich da was ? Die
Einstellungen des Registerwerkes gelten doch immer für das komplette
Manual (bzw Pedal). Damit unterscheiden sich alle zu diesem Zeitpunkt
auf diesem Kanal möglichen Noten nur durch ihre Tonhöhe.
> Der Note-On Befehl muss dann mehrfach losgeschickt werden, für jeden> MIDI-Kanal extra und daher rühren die Verzögerungen.
Der wird genau einmal pro Tastendruck bzw Pedaltritt losgeschickt. Wenn
Du Akkorde greifst (wie heisst das bei Tasteninstrumenten?) dann halt 3x
pro Kanal.
Hallo Kriseninterventionsspezialist,
Kriseninterventionsspezialist schrieb:>> Für mehrere Sounds gleichzeitig benötige ich mehrere Kanäle.>> Nicht bei Orgeln mit Registern.> Note on: Alle "eingeschalteten" Register fuer diese Taste erklingen.>> Wie die Register ausgewaehlt werden ist dann noch eine andere Sache.
Nein, eben nicht. Es geht in diesem Faden um die Midifizierung und nicht
um irgendwelche Stand-Alone-Örgelchen, die kein MIDI brauchen.
Bei MIDI gibt es dann 16 Kanäle und pro Kanal ein Sound (soweit ich mich
an die Konfiguration meines Masterkeyboards erinnere).
Pro Kanal kann ich mit Programm Change ein Register auswählen.
Das ist ein Einmalaufwand, der kostet keine große Zeit.
Der "Note On"-Befehl muss dann aber an jeden Kanal extra geschickt
werden.
10 Finger, zwei Register => 20 Note-On Befehle!
Oder mache ich einen Denkfehler?
P.S. was Joseph Goebel über Traktur schreibt, ist Quatsch.
Damals waren solche Ideen, über eine Multiplexorgel, sehr populär (nicht
nur damals: einmal habe ich eine sehr alte, aus dem 17. Jh. 9-registrige
Orgel mit nur 3 Pfeifenreihen gesehen, als Schleiflade mit
Cancellenschieden gebaut für Transmissionen). Selbst Christhard
Mahrenholz hat einmal eine Orgel (in Göttingen) geplant, die eine
barocke Disposition und eine pneumatische Kegellade hatte! Das war
einfach eine Zeit, wo viel gesucht wurde. Später wurde alles
angemessener, ausbalancierter betrachtet. Als Beispiel: heute ist
allgemein erkannt: macht man eine Kopie einer Barockorgel, so muß sie
auch ursprüngliche Stimmhöhe haben und nicht die heute Standard ist.
Sonst werden Platz- und Querschnittsverhältnisse derart anders, daß
Orgelklang zu wenig mit Ursprung zu tun hat.
So ähnlich war z.B. Grund, warum wie Stalins Ingenieur Tupolew
amerikanische Bomber kopierte, sollte er extra dafür in UdSSR für
Flugzeugbau Zoll-System statt metrischen einführen. Kleine Unterschiede
in Länge und Dicke führten entweder zu ungenügender Festigkeit oder zu
großer Masse, eine Kopie mit dem metrischen System war nicht möglich.
So auch in heutigen Orgelbau. Kegellade gehört zu spätromantischen
Register, Miltiplex ist ein Kind von 1930-er, Schleiflade gehört zu
Barock und zu Gegenwart.
Noch lustiger: ein bekannter Orgelmacher, der historisch arbeitet, macht
oft die Löcher nicht rund, sondern quadratisch. Begründung: in der
barocken Zeit waren die Bohrer nicht so verbreitet, man machte damals
so.
Joseph Goebel ist vor allem wegen Intonieren interessant.
Peter M. schrieb:> Oder mache ich einen Denkfehler?
Ja. So machst du.
Note on - Note off, hier ist ja alles klar.
Pro Kanal ein Werk. Z.B. Pedal = Kanal 2, HW = Kanal 3, OW = Kanal 4
usw.
Registerwechsel = Programm Change
Koppel = auch Programm Change!
Wenn du Koppel benutzt, kannst du natürlich auch in Sendegerät koppeln
und doppelt Note On senden, aber wozu? Viel praktischer ist, Koppel wie
Register zu behandeln. Sendegerät bedient nur die Tasten und die
Schalter: kuckt, was sich geändert hat und schickt entsprechende Info
weiter. Was ein Register ist und was Koppel, das ist schon Kompetenz von
Kontroller, der drin in Orgel steht und Magneten schaltet.
Peter M. schrieb:> Pro Kanal kann ich mit Programm Change ein Register auswählen.
Oder auch mehrere. Oberes Manual: 1/2' zwei Marken raus, 1' drei Marken,
2' eine Marke. Linker Tremulant (Lesley) Vollgas.
> Das ist ein Einmalaufwand, der kostet keine große Zeit.
Genau.
> Der "Note On"-Befehl muss dann aber an jeden Kanal extra geschickt> werden.>> 10 Finger, zwei Register => 20 Note-On Befehle!
Nein. Oberes Manual C gedrückt -- > "Kanal 1 NoteOn C". Und das C
erklingt mit genau den oben vorgenommenen Einstellungen.
> Oder mache ich einen Denkfehler?
Du sendest nicht für jedes Register einen NoteOn-Befehl, sondern für
jede Taste. Die Register werden einmalig eingestellt und bleiben solange
erhalten, bis Du sie wieder verstellst. Egal wieviele Noten Du in der
Zwischenzeit spielst.
Ist doch im interaktiven Betrieb genauso. Da schaltest Du beim Spielen
auch nicht jede Pfeife oder jeden Oszillator einzeln ein, sondern alle
zusammen mit einem Tastendruck. Genau das bildet MIDI ab. Program Change
dreht Knöpfe und legt Schalter um, NoteOn/Off drückt Tasten.
Eine Möglichkeit wäre, Kanäle so zu benutzen:
als Beispiel:
Bit 0 = Pedal,
Bit 1 = HW,
Bit 2 = OW,
Bit 3 = BW.
So ist nur eine 3-man. Orgel möglich. Logik wird aber vereinfacht: wenn
Pedal gespielt wird und HW gekoppelt, wird nicht für Kanal 1 oder 3,
sondern für Kanal 4 gesendet (0x00000011).
So habe ich vor 18 Jahren gemacht, wie ich eine 2-man. elektrische Orgel
MIDI-fizierte.
Hallo soul eye!
soul e. schrieb:> Peter M. schrieb:>>> Pro Midi-Kanal kann ich doch nur einen Sound auswählen.>> Genau. Das macht Du beim Keyboard über den Preset und bei der Orgel über> das Registerwerk.>>> Für mehrere Sounds gleichzeitig benötige ich mehrere Kanäle.>> Mehrere Kanäle bedeutet klassisch mehrere Instrumente. Bei einer Orgel
Beim Keyboard bedeutet es einfach "mehrere Sounds", also Register.
> wird man wahrscheinlich jedes Manual auf einen Kanal abbilden, und die> Pedale auf einen weiteren.
Der Programmwechselbefehl erlaubt aber doch nur ein Programm pro Kanal,
oder?
Wie willst Du dann ganze Registerkombinationen einem Kanal zuordnen?
> Du kannst doch bei einer Orgel nicht ein a mit der einen> Registereinstellung und gleichzeitig auf dem selben Manual ein C' mit> einer anderen Einstellung spielen? Oder übersehe ich da was ? Die
Korrekt. Auf der Kirchenorgel ist das so.
Auf meinem Masterkeyboard, das einen Expander ansteuert, ist das aber
möglich.
Dank Layer-Setup geht das "a" über Midi-Kanal 1 raus, auf das Programm 1
"Klavier" geschaltet wurde, und beim eingestrichenen C fängt dann der
nächste "Layer" an, der alle Tastendrücke auf Kanal 2 schickt und Kanal
2 wurde zu Anfang per Programmwechselbefehl auf x für "Geige"
umgeschaltet.
> Einstellungen des Registerwerkes gelten doch immer für das komplette
Ich weiß leider gar nicht, was "Registerwerk" ist.
> Manual (bzw Pedal). Damit unterscheiden sich alle zu diesem Zeitpunkt> auf diesem Kanal möglichen Noten nur durch ihre Tonhöhe.
Pro Manual auf der physischen Orgel ja. Aber erkläre mir, wie Du dann
innerhalb der MIDI-Spezifikation x Programme für einen Kanal setzt.
> Der wird genau einmal pro Tastendruck bzw Pedaltritt losgeschickt. Wenn> Du Akkorde greifst (wie heisst das bei Tasteninstrumenten?) dann halt 3x> pro Kanal.
Ja, das heißt "Akkorde".
Das geht doch nicht. Pro MIDI-Kanal kannst Du doch nur einmal "Note On"
schicken.
Meinem Eindruck nach ist die MIDI-Spezifikation für die typische
Spielwiese von Keyboards gut, nicht aber für die Ansteuerung von Orgeln.
Wie realisiere ich im MIDI-Protokoll z.B. "Tutti" alle Register gezogen,
und das sind normalerweise mehr als 16! und spiele dann Akkorde?
Mehr als 16 Register gleichzeitig gehen nicht und bei Akkorden mit 10
Tönen gleichzeitig wird MIDI unbenutzbar.
Hallo Maxim!
Maxim B. schrieb:> Eine Möglichkeit wäre, Kanäle so zu benutzen:> als Beispiel:> Bit 0 = Pedal,> Bit 1 = HW,> Bit 2 = OW,> Bit 3 = BW.>> So ist nur eine 3-man. Orgel möglich. Logik wird aber vereinfacht: wenn> Pedal gespielt wird und HW gekoppelt, wird nicht für Kanal 1 oder 3,> sondern für Kanal 4 gesendet (0x00000011).>> So habe ich vor 18 Jahren gemacht, wie ich eine 2-man. elektrische Orgel> MIDI-fizierte.
Wie schaltest Du bei Deiner Lösung Register im Rahmen der
MIDI-Spezifikation ein- oder aus?
Peter M. schrieb:> Pro MIDI-Kanal kannst Du doch nur einmal "Note On"> schicken.
Warum denn?
Es dürfen so viele Noten klingen, wie man will. Besser gesagt, wie
Synthese-Teil ermöglicht. Z.B. 128. Oder auch nur 6. Das hat aber mit
MIDI selbst nichts zu tun.
Übrigens, bei meinem Viscount-Orgelpositiv (auch MIDI-fähig) hat man die
Möglichkeit, Tastatur auf dem beliebigen Punkt zu teilen und die Teile
verschieden registrieren. Manchmal setze ich Teilpunkt auf die obere
Taste und benutze diese Funktion als eine Art FK. Manchmal aber ist das
nützlich, besonders wenn ich eine Geige oder Flöte begleite.
Es gibt auch Funktion, wo tiefst gedruckte Taste noch dazu Baßregister
bekommt. Sie ist aber mit Vorsicht zu benutzen, nur bei einfacher
Begleitung. In der Polyphonie wenn Baß pausiert, wird Tenor dann wie Baß
registriert, was Polyphonie zerstört.
Peter M. schrieb:> Wie schaltest Du bei Deiner Lösung Register im Rahmen der> MIDI-Spezifikation ein- oder aus?
0xcn--Registernummer
Bei Registerwechsel wird natürlich Koppel ohne Betracht, da bei jedem
Werk eigene Register und eigene Registerschalter vorhanden sind.
Nach Reset sind alle Register ausgeschaltet. Schicken wir z.B. c1-01,
wird Register Nr.1 im Werk 1 (z.B. ist das bei uns Pedal) eingeschaltet.
Wird erneut c1-01 geschickt, wird Register Nr. 1 ausgeschaltet. Usw.
Andere Möglichkeit: Befehle Bn-Gruppe zu benutzen. Sie bestehen aus 3
Bytes.
Bn--Registernummer--NichtNull, wenn geschaltet sein muß, und Null, wenn
ausgeschaltet. So sind Bn-Befehle eigentlich bequemer, als Cn-Befehle.
General MIDI - Standard braucht man hier nicht zu halten.
Peter M. schrieb:> Der Programmwechselbefehl erlaubt aber doch nur ein Programm pro Kanal,> oder?> Wie willst Du dann ganze Registerkombinationen einem Kanal zuordnen?
Nein. Program Change bzw Control Change stellt einen beliebigen Schalter
auf einen beliebigen Wert. Das kann die Auswahl des Presets "Piano" beim
Klavier sein, aber auch das Einschalten der Spieltischbeleuchtung bei
der Orgel. Oder halt die Sollwertvorgabe für jeden einzelnen Knopf und
Schalter an der Frontplatte Deines Instrumentes.
Um einen Synthesizer zu programmieren schickst Du ungefähr ein Kilobyte
an PC/CC-Befehlen ("patch") zum Gerät, bevor Du auch nur einen
sinnvollen Ton spielen kannst. Bei MIDI-Orgeln dürfte das ähnlich sein.
> Ja, das heißt "Akkorde".> Das geht doch nicht. Pro MIDI-Kanal kannst Du doch nur einmal "Note On"> schicken.
Doch, Du kannst mehrere NoteOn-Befehle nacheinander losschicken, und
danach erst per NoteOff wieder loslassen. Was dann passiert hängt vom
Gerät ab. Beim Synthi gewinnt die letzte Note, Keyboards sind heutzutage
m.W. polyphon.
> Wie realisiere ich im MIDI-Protokoll z.B. "Tutti" alle Register gezogen,> und das sind normalerweise mehr als 16! und spiele dann Akkorde?
Für jedes Register einen PC/CC-Befehl senden (Register X auf Wert Y).
Danach NoteOn C NoteOn E NoteOn G, dann NoteOff C, NoteOff E, NoteOff G.
Ein Patch für die MIDbox SID (ein Synthesizer mit MOS6581-Chip als
Klangerzeuger) hat 255 bytes. Also werden da 255 PC/CC-Befehle gesendet.
Peter M. schrieb:> Wie realisiere ich im MIDI-Protokoll z.B. "Tutti" alle Register gezogen
Dafür brauchst du kein MIDI-Protokoll. Überhaupt, du bist nicht
verpflichtet, unbedingt alle Möglichkeiten von Standard MIDI zu
benutzen.
Willst du alle Register ziehen, dann schickst du Befehl "Register Ein"
für jedes Register nacheinander. Ein bißchen mehr Sendezeit, als beim
Spielen, hat hier keine Bedeutung. Du kannst Register sowieso nicht so
schnell umschalten wie Tasten drucken.
Und überhaupt: gute Registrierung braucht keine zu oft gemachte
Registerwechsel. Werk-Prinzip. Wenn du etwas zu sagen hast, sage. Hast
du alles gesagt, dann laß den anderen sprechen. Solange du noch zu sagen
hast, brauchst du kein Registerwechsel. :) So funktioniert Orgelspiel.
Je besser man Orgel spielt, um so weniger Registerwechsel braucht man.
soul e. schrieb:> Für jedes Register einen PC/CC-Befehl senden (Register X auf Wert Y).
Der PC (Program change)-Befehl ist kanalbezogen. Und der wählt einen
exklusiven Sound (Programm eben) für den jeweiligen Kanal (maximal 16
oder 15?) aus.
Damit kannst Du nicht mehrere Register (Programm) ein- oder ausschalten,
sondern nur ein Programm aus 128 verschiedenen (oder 127?) auswählen.
> Danach NoteOn C NoteOn E NoteOn G, dann NoteOff C, NoteOff E, NoteOff G.
Ja.
> Ein Patch für die MIDbox SID (ein Synthesizer mit MOS6581-Chip als> Klangerzeuger) hat 255 bytes.
255 Byte Länge für einen Patch (wie Software),
255 Byte Länge für einen Befehl oder was genau?
>Also werden da 255 PC/CC-Befehle gesendet.
Verstehe ich nicht.
Maxim B. schrieb:> Willst du alle Register ziehen, dann schickst du Befehl "Register Ein"> für jedes Register nacheinander. Ein bißchen mehr Sendezeit, als beim
Es gibt keinen "Register Ein"-Befehl in MIDI. Es gibt "Program Change".
Du musst schon erklären, wie Du diesen Mangel umgehen willst.
Fazit
Nach allem was ihr da so beschreibt, wollt ihr Midi-Hardware benutzen,
aber das Protokoll neu definieren.
Das ist dann nicht mehr MIDI.
Zu erkennen ist das, weil ein MIDI-File nicht mehr korrekt abgespielt
werden kann und ein Midi-Editor, wie auch in Cubase enthalten, Eure
Sachen nicht mehr korrekt darstellen und editieren kann. :)
Peter M. schrieb:> Nach allem was ihr da so beschreibt, wollt ihr Midi-Hardware benutzen,> aber das Protokoll neu definieren.
MIDI enthält einiges mehr an Funktionen, nicht nur Preset auswählen und
Tasten drücken.
Der Roland SE-02 ist ein MIDI-Expander, ein Keyboard ohne die Klaviatur:
https://www.roland.com/de/products/se-02/
Das hier ist die zugehörige MIDI Implementation Chart:
https://static.roland.com/assets/media/pdf/SE-02_MIDI_Imple_Chart_eng01_W.pdf
Da stehen alle unterstützten MIDI-Kommandos drin. Um nun einen
bestimmten Klang einzustellen kannst Du von Hand an den Knöpfen drehen.
Oder Du sendest Control Change-Befehle, die bewirken exakt das gleiche.
Auf dem zweiten Blatt steht welcher CC was bewirkt. 0 ist Linksanschlag,
127 ist Rechtsanschlag.
Eine MIDIfizierte Orgel macht es genauso. Da hat jeder Knopf und jeder
Hebel an der Vorderseite seinen CC-Code.
Die Belegung dieser Codes ist gerätespezifisch, daher kannst Du
MIDI-Files nur in der Konfiguration nutzen, in der sie auch angelegt
wurden. Das ergibt sich im ersten Schritt aber schon durch die
Kanalbelegung -- die ist in jedem Studio anders. Cubase et al. können
natürlich mit CC-Codes umgehen und diese auch in Gruppen verwalten --
das sind besagte "patches".
Um auf das obige Beispiel zurückzukommen: um an dem Kästchen alle Knöpfe
richtig einzustellen müssen 56 CC-Codes gesendet werden.
Hallo soul eye,
soul e. schrieb:> Eine MIDIfizierte Orgel macht es genauso. Da hat jeder Knopf und jeder> Hebel an der Vorderseite seinen CC-Code.
Mit dem CC-Befehl kriegt man die Kirchenorgel problemlos midifiziert. :)
Nehmen wir mal an, es gibt maximal 63 Register pro Tastatur/Werk und
drei Manuale.
Manual 1 wird auf Kanal 1 adressiert.
Manual 2 wird auf Kanal 2 adressiert.
Manual 3 wird auf Kanal 4 adressiert.
Pedal wird auf Kanal 8 adressiert.
Register setzen mit CC-Befehl. Jedes Register ist ein Controller, damit
kann man schon mal 63 Register adressieren. Wert 0 heißt dann Register
aus, Wert <>0 Register an.
https://www.zem-college.de/midi/mc_cvm4.htm
Koppelung erfolgt durch Versand der Notenbefehle auf dem Kanal, der der
Summe der betroffenen Kanalnummern entspricht (siehe Vorschlag maxim182
oben).
Mit der Methode gibt es auch keine Überlastung der Schnittstelle mehr.
Maximal müssen 12 Tasten/Pedale gleichzeitig erklingen.
Peter M. schrieb:> Nach allem was ihr da so beschreibt, wollt ihr Midi-Hardware benutzen,> aber das Protokoll neu definieren.>> Das ist dann nicht mehr MIDI.
Was nennst du "MIDI" ?
Du bestimmst ja selber, was welche Kanal und Ereignis bedeutet. MIDI
transportiert lediglich Anweisungen wie "Note Nummer 34 einschalten"
oder "Kontroller Nr. 23 ausschalten". Was ist Note Nummer 34 und
Kontroller Nr. 23, das definierst du selbst.
Na gut, mit Noten ist das mehr oder weniger vordefiniert. Obwohl durch
Kontrollerbefehle auch Zusammensetzung von Noten und ihren Nummer
geändert sein kann. Aber es gibt keinen Grund, hier etwas anders zu
definieren.
Bei Kontroller ist das anders. Wählst du "General MIDI" - dann ist alles
vordefiniert. Dann kannst du aber keine Orgel steuern, du hast dann nur
etwas, was die Japaner für Orgelklang halten :)
Wenn du aber MIDI als solche benutzt, einfach Protokoll, um Noten und
Register zu schalten, dann bestimmst du alles selber.
Hallo Organist
Ich finde deine Frage ausgesprochen interessant, allein schon deswegen,
da ich mich auch sehr mit dieser Thematik beschäftige.
Ich würde mich über eine PM freuen um ernsthaft daran mitarbeiten zu
können.
Mit besten Grüßen
syntimax
syntimax schrieb:> Hallo Organist>> Ich finde deine Frage ausgesprochen interessant, allein schon deswegen,> da ich mich auch sehr mit dieser Thematik beschäftige.> Ich würde mich über eine PM freuen um ernsthaft daran mitarbeiten zu> können.>> Mit besten Grüßen>> syntimax
Er ist nur mal eine halbe Stunde hier gewesen und hat zwei Beiträge
geschrieben. Seitdem hat keiner mehr etwas von ihm gehört.
Tut mir leid...
Standard MIDI reicht vollkommen aus, da nur Note On/Off values gesendet
werden und ggf. Program Change (für die Register). Das schafft MIDI
allemal. Funktioniert mit meiner Wersi Orgel DX300 und einem C64.
Also hier bitte nicht erzählen das MIDI das nicht schafft.
Peter M. schrieb:> Mit der Methode gibt es auch keine Überlastung der Schnittstelle mehr.> Maximal müssen 12 Tasten/Pedale gleichzeitig erklingen.npn schrieb:> Er ist nur mal eine halbe Stunde hier gewesen und hat zwei Beiträge> geschrieben. Seitdem hat keiner mehr etwas von ihm gehört.> Tut mir leid...
Ich war nur einfach geschockt, wie sehr das Thema ausgeartet ist. Hier
wird über allesmögliche diskutiert, nur nicht über die Fragestellung.
Daher nochmal:
1) Ich weiss sehr genau, was mit MIDI geht und was nicht.
2) Die Orgel IST eine elektronische und damit eine analoge. Dass sie
inzwischen digital steuerbar ist, liegt an meiner Elektronik.
3) Ich HABE schon normales MIDI probiert. Ich möchte USB.
4) Ich MUSS USB nehmen, weil die Controller nur noch USB liefern.
5) Es geht nicht nur um AKAI-Controller. ES geht um Masterkeyboards, das
Roli Seaboard und noch eine andere Anwendung.
Ich fange also nochmal an:
Wie bekommt man ein System hin, dass die mitgelieferten Treiber
versteht?
Wie schon gesagt wurde brauchst du einen USB-Mikrocontroller mit der
entsprechenden Firmware, die das MIDI Protokoll versteht.
Oft enthalten die USB-Bibliotheken der Hersteller auch Beispiele für
USB-MIDI, wie z.B. bei Microchips PIC32MX (andere wurden schon genannt).
Es gibt aber auch vorprogrammierte USB Controller, z.B. von
Hobbytronics:
http://www.hobbytronics.co.uk/usb-host-midi
Diese setzen mehr oder weniger serielles MIDI in USB MIDI um.
Wenn du ein Masterkeyboard an deine Orgel anschliessen willst, braucht
sie einen USB Host Anschluss, da Keyboards MIDI Devices sind.
Wenn du deine Orgel an einen PC anschliessen willst, brauchst du einen
USB-Device Controller, da der PC der Host ist.
Im Prinzip das gleiche wie mit MIDI Out und MIDI In, nur nennt sich das
bei USB Host und Device.
Andi
Danke für den link, da schaue Ich mal.
Wegen USB-hoast: Ja, das ist mir klar. Ich dachte auch schon ein ein
Tablet-PC, der den Treiber beherbergt dann das MIDI irgenwie mit einem
C-Programm ausbringen kann. Scheint mir aber umständlicher.
Organist schrieb:> 4) Ich MUSS USB nehmen, weil die Controller nur noch USB liefern.
Dann schließ die Controller über USB an einen PC an, auf dem Cubase
läuft. Und für die Orgel nimmst Du ein Roland UM-One, das setzt auf
Stromschleife um. UART kann jeder 8bit Mikrocontroller
> 5) Es geht nicht nur um AKAI-Controller. ES geht um Masterkeyboards, das> Roli Seaboard und noch eine andere Anwendung.
Oder willst Du den MIDI-Controller direkt an die Orgel anschliessen?
Dann müsste dort ein USB Host implementiert sein und Cubase (oder was
vergleichbares abgespecktes) laufen. Damit bist Du eher in der Liga
Raspi oder Beaglebone unterwegs.
Andi schrieb:> Es gibt aber auch vorprogrammierte USB Controller, z.B. von> Hobbytronics:
So, den habe Ich nun abgefrühstückt.
Un-Supported Devices:
Some Complex MIDI devices use a built-in USB Hub. These MIDI devices are
not supported and will NOT work with our USB Host Boards. You can
determine if your device has a built-in hub by running the free Windows
program USB Tree Viewer. If, when you plug in your MIDI device it
appears as a new Hub plus one or more devices then it will not work.
Genau das ist das Problem.
soul e. schrieb:> Dann schließ die Controller über USB an einen PC an, auf dem Cubase> läuft. Und für die Orgel nimmst Du ein Roland UM-One, das setzt auf> Stromschleife um. UART kann jeder 8bit Mikrocontroller
Ich möchte möglichst keinen PC dazwischen haben und nicht auch noch eine
Software. Ausserdem wäre ein solcher MIDI-Controller wieder
Standard-MIDI und einkanalig. Dann braucht es wieder einen Mapper.
> oder möchtest Du
Ja, Ich möchte den direkt an das Gerät anschließen.
MIr ist schon klar, dass Ich da was programmieren muss. Ich bin aber
ziemlich sicher sicher, dass andere da auch schon dran sind oder waren.
Es gibt ja Projekte genug. Allerdings setzen die meistens in die andere
Richtung um.
> Arduino / Raspberry
Sowas schwebt mir vor. Raspberry mit Windows, Treiber drauf,
App-Software selber schreiben, von Treiber auf die Ports und dann
antreiben.
Ich brauche 4x64 Ports, also Schieberegister mit Latches. Bauen und
antreiben kann Ich die, aber Ich brauche die Brücke "USB -> Port".
Organist schrieb:> MIr ist schon klar, dass Ich da was programmieren muss. Ich bin aber> ziemlich sicher sicher, dass andere da auch schon dran sind oder waren.
da kann ich nur sagen: Träum weiter. Die allermeisten deiner so
genannten Controller haben ihren eigenen Brei an Treibern gestrickt.
Meistens nur für Windows bzw. OSX, sehr selten für Linux. Jeder der
halbwegs klar in der Rübe ist, wird nicht seine Lebenszeit damit
verbringen Low-Level-Treiber für z.B. einen Cortex M4/7 und ein
Nischenprodukt wie diese USB-Masterkeyboards zu entwickeln. Und wenn er
damit fertig ist, sagt der Hersteller: Halihalo wir haben seit heute das
beste Masterkeyboard auf dem Markt mit Treibern die nur noch auf W10
gehen. Die alten gibt es dann aber auch nicht mehr. Das ist doch der
einzige Trick um die Leute zum Neukauf zu animieren. Wie schon weiter
oben gesagt, nimm Hardware die mit einem Raspberry zusammen spielt, die
Kommunikation vom Raspberry zu deinen Instrumenten kannst du so schnell
auslegen wie du willst.
Es wurde ja weiter oben auch schon erwähnt. Du hast genau 10 Finger zum
Spielen und dafür reicht Midi auf alle Fälle. Wenn du der Meinung bist,
du musst bei jeder Taste gleichzeitig auf 10 Kanälen Daten zu deiner
eigenen Hardware senden, hast du entweder Midi oder deine eigenen
Hardware nicht verstanden. Die hast du doch selbst in der Hand und
kannst auf deiner Seite für das gleichzeitige Erklingen der Register
sorgen. Irgendwie verstehe ich dich nicht und die anderen hier irgendwie
auch nicht.
Organist schrieb:> Raspberry mit Windows, Treiber drauf,> App-Software selber schreiben, von Treiber auf die Ports und dann> antreiben.>> Ich brauche 4x64 Ports, also Schieberegister mit Latches. Bauen und> antreiben kann Ich die, aber Ich brauche die Brücke "USB -> Port".
Wenn du das willst kann ich dir nur Ethernet und OSC empfehlen. Nimm dir
einen Controller mit Ethernet und mach die Kommunikation über UDP. Das
schreit förmlich nach OSC. Solange du nicht gleichzeitig You?orn auf der
gleichen Ethernetleitung quälst sollte das absolut keine Timing-Probleme
geben. Vor allem kannst du dann deine ganzen Android und iOS Geräte auch
zum Steuern der Hardware nehmen (TouchOsc). Da hier selbst 10MBit
Ethernet meilenweit von Hardwaremidi entfernt ist, kann man auch über
STM32F103 incl. Wiznet oder Enc28j60 nachdenken. Kostet in der Summe
zwischen 5 und 10€. Was du aber aber unter "4x64Ports" verstehst weißt
du wieder nur alleine.
Wenn es nur um die Register und sonstige Schalter und Regler geht, wäre
ein ESP8266 über WLAN sicher auch eine Überlegung wert.
temp schrieb:> da kann ich nur sagen: Träum weiter. Die allermeisten deiner so> genannten Controller haben ihren eigenen Brei an Treibern gestrickt.> Meistens nur für Windows bzw. OSX, sehr selten für Linux.
Ich würde dann ein device nehmen, das Linux kann. Soweit wäre das noch
keine Einschränkung.
> Es wurde ja weiter oben auch schon erwähnt. Du hast genau 10 Finger zum> Spielen und dafür reicht Midi auf alle Fälle. Wenn du der Meinung bist,> du musst bei jeder Taste gleichzeitig auf 10 Kanälen Daten zu deiner> eigenen Hardware senden
Nochmal: Ich kann rechnen. MIDI kann 3 Bytes je Milliskunde. Mit
Controllerinformationen braucht eine Taste bis zu 6 Bytes, also 2ms. 10
Tasten wären schon 20!
Du hast auch überlesen, dass die Orgel mehrmanualig ist, also 4 zu 40
Töne gleichzeitig erklingen können.
Dieser Sachverhalt IST der Grund, warum alle auf USB gegangen sind. Das
müssten wir nicht mehr diskutieren.
> Wenn du das willst kann ich dir nur Ethernet und OSC empfehlen.> einen Controller mit Ethernet und mach die Kommunikation über UDP.
Einen Ethernet-PHY, einen MAC und das nur um ein Kabel zu bedienen.
Nein. Irgendwie kapieren manche Leute hier nicht, daß Ich nicht die
Aufgabenstellung ändern möchte. Die Aufgabe ist: USB auf Elektronik zu
bringen. Von mir aus ein STM32, wenn er das kann.
Fragen wir also anders herum:
Was kriegt man denn auf das Raspberry PI drauf? Läuft da auch ein Win
CE?
Organist schrieb:> Was kriegt man denn auf das Raspberry PI drauf? Läuft da auch ein Win> CE?
Es gab mal ein embedded Windows 10.
Aber Du wolltest doch ein Linux-taugliches Gerät nehmen. Linux läuft
serienmässig auf dem Pi. Wenn sich das Ding als \dev\Midicontroller
angemeldet hat, kannst Du per C/C++ oder Python drauf zugreifen und die
geeignet verwursteten Daten per GPIO in die Schieberegister stopfen.
temp schrieb:> Die allermeisten deiner so genannten Controller haben ihren eigenen Brei> an Treibern gestrickt.
Das ist zum Glück nicht der Fall; praktisch alle halten sich an den
Standard.
Organist schrieb:> Was kriegt man denn auf das Raspberry PI drauf?
Der ist für die Aufgabe eher nicht geeignet, da er ein USB-Host und kein
USB-Device ist; Du aber willst ein USB-Device haben.
Mit einem USB-fähigen AVR ist das aber umsetzbar; der Atmega32U4
beispielsweise (der auch in manchen Arduinos verbaut ist) genügt, um
beliebige USB-Devices implementieren zu können. Ob der dann auch die
komplette Ansteuerund Deiner Orgel übernimmt oder sich die Arbeit mit
ein, zwei nachgesetzten Controllern teilt, ist erst mal nicht
ausschlaggebend.
Für die Implementierung von USB-Devices gibt es mit LUFA eine recht
umfangreiche Softwarebibliothek, die auch schon grundlegende Funktionen
für die Implementierung von USB-MIDI bietet:
http://fourwalledcubicle.com/files/LUFA/Doc/130901/html/group___group___u_s_b_class_m_i_d_i_device.html
Das meine Ich auch. Es gibt ein klassifiziertes USB-MIDI. Dieses
Protokoll liegt meines Verständnisses nach auf dem eigentlichen
USB-Treiber-System. Was mir eben nicht so klar ist, wie das OS die
Verbindung mit dem Treiber aushandelt und gestaltet.
Letztlich müssen aber irgendwelche EVENTs kommen. Ich verspreche mir
davon geringere Latenzen bei umfangreichen Daten. Abgesehen von den
Effekten des OS sollte die Bandbreite über den Daten erhaben sein. USB
2.0 schafft bruttp 480Mb, also 60kBytes. Ein kurzer Blick über das
Protokoll lässt mich vermuten, dass USB rund 100mal schneller ist, als
normales MIDI. Somit sind die Noten alle innerhalb von 1-2ms und eskommt
nur auf die Treiberlatenzen und des OS an.
Organist schrieb:> USB 2.0 schafft bruttp 480Mb, also 60kBytes.
Die Rechnung ist ... äh, so nicht ganz richtig.
USB-Midi verwendet nur Full-Speed-USB, d.h. 12 MBit/sec. Aber auch damit
lässt sich schon knapp 1 MByte/sec transportieren, d.h. deutlich mehr
als genug.
Mit High-Speed-USB kommt man auf etwa 40 MByte/sec, also fast das
tausendfache, was Du da "ausgerechnet" hast.
Rufus Τ. F. schrieb:> Der ist für die Aufgabe eher nicht geeignet, da er ein USB-Host und kein> USB-Device ist; Du aber willst ein USB-Device haben.
Falsch. Er will ein USB-Device anschließen. Und zwar so, dass man damit
ohne PC diskrete Hardware ansprechen kann. Soviel haben wir immerhin
schon rausgefunden.
Und dazu braucht man einen Host-fähigen Controller mit passendem
Treiber.
Scheint mir eher so, daß der TO ein Midi USB Device basteln will, bei
dem er den Host Treiber der Big Play (AKAI, ROLAND usw.) auf PC Seite
mißbrauchen kann, ohne diesen selber schreiben zu müssen. Da diese aber
sicher ihr eigenes Süppchen kochen und dieses tunlichst nicht öffentlich
dokumentieren, dürfte es recht schwer werden.
Ihr könnt ja mal googeln was die Leute für Probleme haben so ein
Spielzeug wie das Akai LPK25 unter Linux zu benutzen. Da ist nichts
Standard. Höchstens am Ende auf der Applikationsseite. Der Organist will
so was oder was ähnliches an seine eigene Hardware anschließen.
Organist schrieb:> Du hast auch überlesen, dass die Orgel mehrmanualig ist, also 4 zu 40> Töne gleichzeitig erklingen können.>> Dieser Sachverhalt IST der Grund, warum alle auf USB gegangen sind. Das> müssten wir nicht mehr diskutieren.
Mir kommt es so vor als ob du wirklich keinen Plan hast. Willst du
wirklich von einem Keyboard 10 Kanäle gleichzeitig mit der gleichen Note
und nur auf einem anderen Kanal senden? Dümmer gehts nimmer. Noch dazu
wo du den kompltten Rest der Hardware selbst im Griff hast (oder ehr
nicht).
Rufus Τ. F. schrieb:> Organist schrieb:>> Was kriegt man denn auf das Raspberry PI drauf?>> Der ist für die Aufgabe eher nicht geeignet, da er ein USB-Host und kein> USB-Device ist; Du aber willst ein USB-Device haben.
Ich nehm dir die Verwechslung auch nicht übel, der Organist macht es uns
nicht leicht.
Organist schrieb:> Nein. Irgendwie kapieren manche Leute hier nicht, daß Ich nicht die> Aufgabenstellung ändern möchte. Die Aufgabe ist: USB auf Elektronik zu> bringen. Von mir aus ein STM32, wenn er das kann.
Du Schlaufuchs hast uns ja auch noch nicht mal gesagt wie du wieder auf
deine Elektronik kommen willst, wenn du den USB-Host am laufen hast.
Raspberry und Windows und GPIO? Ich denke die Fertigstellung deines
Projektes werden wir hier nicht erleben. Du hast es nicht mal verstanden
einem Viertel der hier Anwesenden deine Problemstellung verständlich zum
machen.
Mikki M. schrieb:> Scheint mir eher so, daß der TO ein Midi USB Device basteln will
Ach falsch. Er will ein käufliches USB-Midi-Device (ein Keyboard o.ä.,
nicht nur ein Standard Midi IO-Interface), für das es häufig nur Windows
oder OSX Treiber gibt, an seine eigene nicht bekannte Hardware
anschließen.
Clemens L. schrieb:> Das ist zum Glück nicht der Fall; praktisch alle halten sich an den> Standard.
Solange sie Class compliancy sind hast du Recht. Aber gerade die
Hersteller der gehobenen Klasse stricken selbst Treiber um ein
Verfallsdatum zu haben der zum Neukauf zwingt.
temp schrieb:> Ihr könnt ja mal googeln was die Leute für Probleme haben so ein> Spielzeug wie das Akai LPK25 unter Linux zu benutzen. Da ist nichts> Standard. Höchstens am Ende auf der Applikationsseite. Der Organist will> so was oder was ähnliches an seine eigene Hardware anschließen.
Bei dem Roli Seaboard könnte er Glück haben. Das ist eigentlich nur eine
Klaviatur, die sollte class compliant sein.
> Organist schrieb:>> Nein. Irgendwie kapieren manche Leute hier nicht, daß Ich nicht die>> Aufgabenstellung ändern möchte. Die Aufgabe ist: USB auf Elektronik zu>> bringen. Von mir aus ein STM32, wenn er das kann.>> Du Schlaufuchs hast uns ja auch noch nicht mal gesagt wie du wieder auf> deine Elektronik kommen willst, wenn du den USB-Host am laufen hast.> Raspberry und Windows und GPIO?
Der Beaglebone hat dafür seine PRUs. Das sind echtzeitfähige
Subcontroller, die können das Bitbanging für die Schieberegister machen.
Hört sich nach dem Einsatzgebiet der Midibox an.
http://www.ucapps.de/
Forum:
http://midibox.org/forums/
Dort nach 'Midification' suchen. Orgeln mit Midi versehen ist dort
mehrfach gemacht worden. Ja, auch Pfeifenorgeln und alte Analogschränke.
temp schrieb:> Ach falsch. Er will ein käufliches USB-Midi-Device (ein Keyboard o.ä.,> nicht nur ein Standard Midi IO-Interface), für das es häufig nur Windows> oder OSX Treiber gibt, an seine eigene nicht bekannte Hardware> anschließen.
Das habe ich den diversen Ausführungen in diesem Thread definitiv nicht
entnehmen können.
Die etwas wirre Formulierung des Threadstarters klingt für mich so, als
ob er einen "Midi-Controller" basteln will, der auf der USB-Seite
USB-MIDI spricht, und auf der anderen Seite seine Orgel ansteuert.
Aber in diesem Thread wurde eh' schon sehr, sehr ausführlich aneinander
vorbeigeredet, mal sehen, was jetzt als nächstes geschieht.
Michael X. schrieb:> Hört sich nach dem Einsatzgebiet der Midibox an.> http://www.ucapps.de/
Nein, hatte Ich schon geschrieben, dass es das nicht ist. Die verwenden
eine Elektronik, um per USB auf eine MIDI-Schnittstelle zu kommen. Das
scheint für Viele verwirrend und sie können es nicht auseinander halten.
MIDI ist nicht gleich MIDI-Trio! Das ist der Standard mit 3 Buchsen, den
keiner mehr benötigt und verwendet.
Rufus Τ. F. schrieb:> Die etwas wirre Formulierung des Threadstarters klingt für mich so, als> ob er einen "Midi-Controller" basteln will, der auf der USB-Seite> USB-MIDI spricht,
Auch nein. Ich schrieb, dass Ich einen Controller kaufen und einbinden
möchte.
Es scheint schwer zu sein mit dem Lesen. Ich habe nicht ohne Grund eine
Zeichnung gemacht.
Angehängt ist das aktuelle device von AKAI. Die liefern nur einen
Windowscontroller, soweit Ich es recherchieren konnte. Schwierig, sich
da reinzuhängen.
Langsam glaube Ich, es ist besser, die Hardware aufzusägen und das
USB-MIDI der Geräte zu umgehen.
Peter M. schrieb:> Maximal müssen 12 Tasten/Pedale gleichzeitig erklingen.
Hast du 12 Füße?
Für Pedal reicht 3 Töne zu haben: es gibt Werke mit Doppelpedal, einen
Tonkanal lassen wir noch für Ausklang, wenn eine Pedaltaste gelassen
wird und eine andere gleich gedruckt. Mehr als 3 gleichzeitig werden nie
erklingen müssen.
Für Manuale reicht eigentlich 10 und sogar weniger, wenn Algorithmus
etwas komplizierter zu machen:
Wenn Befehl "Taste ein" kommt, wird:
1. freie Kanal gesucht.
2. falls alle besetzt, wird Kanal gesucht, welcher Nachklang bedient.
3. erst wenn alle Kanäle besetzt sind und alle für Hauptzeit und nicht
für Nachklang, wird Ton abgesagt.
Unter solchen Umständen reicht es, auch nur 8 klingende Töne pro Manual
zu haben.
Ein Blick auf Orgelliteratur könnte hier hilfreich sein. Es gibt zwar
6-stimmige Werke (ich habe z.B. gestern ein gespielt, mit Doppelpedal),
aber es gibt sehr wenige. Normalerweise kommt man nie über 5 Stimmen.
Meistens 4. Als besondere Genre gilt Triosonate, d.h. 3 Stimmen. Ein
bißchen Überschuss sollte sein - für Nachklang. Aber auch bei dem
6-stimmigen Stück gibt es in Manual nur 4 Stimmen, da 2 Stimmen
Pedalstimmen sind. D.h. mehr als 4 klingende Stimmen - das ist lediglich
Vorrat für Koppeln und für Nachklang.
Maxim B. schrieb:> Peter M. schrieb:>> Maximal müssen 12 Tasten/Pedale gleichzeitig erklingen.>> Hast du 12 Füße?
Nein, aber 10 Finger und zwei Füße.
Was muss man tun, um diesen Satz misszuverstehen?
Und genau deswegen ist 12 ein Maß für die Informationsbandbreite.
Im ungünstigsten Fall wollen nämlich 12 Töne gleichzeitig klingen.
Lustig wird es aber auch, wenn das rechte Pedal gedrückt wird...
Peter M. schrieb:> Nein, aber 10 Finger und zwei Füße.
Willst du immer mit allen Fingern alle Tasten drucken? Oder willst du
Orgelmusik?
Wenn Orgelmusik, dann kucke bitte auf Orgelliteraturbeispiele.
Peter M. schrieb:> Lustig wird es aber auch, wenn das rechte Pedal gedrückt wird...
Ich habe das auch nicht kapiert... Rechte - ist hier f1 gemeint? Ist sie
anders gebaut als e1?
Peter M. schrieb:> Im ungünstigsten Fall wollen nämlich 12 Töne gleichzeitig klingen.
Kannst du mir bitte ein Orgelwerk nennen, wo in einem Manual alle 12
Töne klingen müssen?
> aber 10 Finger und zwei Füße.
Vielleicht hast du das noch nicht verstanden: es ist nur wichtig, wie
viel Töne gleichzeitig in EINEM Werk erklingen. Ein Werk ist völlig
selbständig. Das ist praktisch eine separate Orgel. Sie ist mit anderen
Werken nur durch Koppel und Windversorgung verbunden. Orgelpedal ist
auch ein selbständiges Werk.
Maxim B. schrieb:> Peter M. schrieb:>> Nein, aber 10 Finger und zwei Füße.>> Willst du immer mit allen Fingern alle Tasten drucken? Oder willst du> Orgelmusik?
Nein! Aber das Gerät auf Maximallast dimensionieren.
Die Energieversorgung unserer Republik wird auch auf 78.000MW hin
dimensioniert und nicht auf 40.000MW.
>> Wenn Orgelmusik, dann kucke bitte auf Orgelliteraturbeispiele.
Auf wieviel Tasten gleichzeitig möchtest Du denn das Örgelchen
herunterdimensionieren?
Also bei so einer Kirchenorgel gehen mehr als 10 Tasten gleichzeitig.
So aus dem Kopf hat die Suite Gothique von Leon Boellmann ziemlich viele
Tasten gleichzeitig und auch Doppelpedal.
Erwin D. schrieb:> Was ist am rechten Pedal anders als an den anderen?
Die Hallfunktion führt dazu, dass beim Loslassen des Pedals für ganz
viele Töne gleichzeitig ein Off-Signal kommen muss - nach meinem
bescheidenen Midi-Verständnis.
Peter M. schrieb:> Auf wieviel Tasten gleichzeitig möchtest Du denn das Örgelchen> herunterdimensionieren?
Ich denke, Windversorgung meiner Hauptorgel in der Kirche könnte es auch
nicht schaffen, wenn alle Register und alle Tasten gleichzeitig
erklingen sollten. So viel Orgelwind liefert Gebläse garantiert nicht.
Schon bei viel kleineren Lasten jammert manche Orgel wegen
Winddruckfall.
Peter M. schrieb:> Die Hallfunktion führt dazu, dass beim Loslassen des Pedals für ganz> viele Töne gleichzeitig ein Off-Signal kommen muss
warum für viele? Eine Taste gelassen -> ein Off-Signal gesendet.
Maxim B. schrieb:> Peter M. schrieb:>> Lustig wird es aber auch, wenn das rechte Pedal gedrückt wird...>> Ich habe das auch nicht kapiert... Rechte - ist hier f1 gemeint? Ist sie> anders gebaut als e1?
Nein, ich war unpräzise und bezog mich auf das Hallpedal beim Klavier.
Ich werde den Faden jetzt aber nicht nochmal aufrollen.
Entweder versteht man meine Argumentation, oder man versteht sie nicht.
Am besten sieht man die Effekte in der Kombination Masterkeyboard und
Expander.
Peter M. schrieb:> So aus dem Kopf hat die Suite Gothique von Leon Boellmann ziemlich viele> Tasten gleichzeitig und auch Doppelpedal.
Und wie viel Tasten solltest du gleichzeitig in Manual und wie viel in
Pedal drucken?
Aber bitte nicht addieren: Pedal ist eine Orgel, jedes Manual ist eine
andere Orgel. Sie sollten unabhängig arbeiten. So ist bei normalen
Orgeln.
Unnötige Komplexität ist genauso schädlich wie nicht ausreichende
Komplexität.
Was gleichzeitige Töne betrifft: jeder Organist kann dir sagen, daß es
nicht zulässig ist, wahllos alle Register eines Werkes zu schalten. Nur
die man wirklich braucht, die etwas hörbar in Gesamtbild bringen. Warum?
Ganz einfach: um Windversorgung nicht zu Kollaps zu bringen.
Peter M. schrieb:> Nein, ich war unpräzise und bezog mich auf das Hallpedal beim Klavier.
Was hat Klavier mit Orgel gemeinsam? Ich habe gedacht, hier spricht man
über eine Orgel oder?
Willst du MIDI-Piano bauen, dann brauchst du ganz andere Konzept. Es
gibt keine Klaviere mit Orgelpedal und mehreren Manualen.
Die Orgel als Instrument ist für Polyphonie bestimmt. Das Klavier als
Typ ist in der Zeit entstanden, wo Homophonie herrschte. Deshalb haben
diese Instrumente ganz unterschiedliche Eigenschaften. Sie sind nicht
mischbar.
Peter M. schrieb:> Und genau deswegen ist 12 ein Maß für die Informationsbandbreite.> Im ungünstigsten Fall wollen nämlich 12 Töne gleichzeitig klingen.
Trozdem sind es nur drei MIDI-Kanäle. Oberes Manual, unteres Manual,
Pedale. Auf diese drei Kanäle verteilen sich Deine NoteOn-Events.
D.h. wenn Du im Finale dann noch mit der Nase den dreizehnten Ton
betätigst sind seit dem ersten knapp acht Millisekunden vergangen. Diese
Latenz muss der Hall dann rausreissen.
Wenn die drei Kanäle an drei getrennten Bussen hängen (und der Master
diese simultan bedienen kann) kommst Du auf eine Latenz unter drei
Millisekunden. Das hören nur noch wenige.
soul e. schrieb:> Trozdem sind es nur drei MIDI-Kanäle. Oberes Manual, unteres Manual,> Pedale.
Wieso nur drei? In meiner Hauptkirche habe ich außer Pedal noch
Hauptwerk, Unterwerk und Brustwerk, 3 Manuale plus Pedal. Es gibt auch
größere Orgeln.
soul e. schrieb:> kommst Du auf eine Latenz unter drei> Millisekunden. Das hören nur noch wenige.
Bei einer Orgel ist das generell nicht hörbar.
Ich habe viel Praxis mit Orgelaufnahmen. Bei der Bearbeitung arbeitet
man heute natürlich digital, man kann die Schwingungen auf dem
Bildschirm sehen. 3 ms - das ist nichts. auch 8 ms ist zu wenig für
Wahrnehmen. Theoretisch kann man sie merken, praktisch aber nie.
Hobborganist schrieb:> Michael X. schrieb:>> Hört sich nach dem Einsatzgebiet der Midibox an.>> http://www.ucapps.de/>> Nein, hatte Ich schon geschrieben, dass es das nicht ist. Die verwenden> eine Elektronik, um per USB auf eine MIDI-Schnittstelle zu kommen. Das> scheint für Viele verwirrend und sie können es nicht auseinander halten.>> MIDI ist nicht gleich MIDI-Trio! Das ist der Standard mit 3 Buchsen, den> keiner mehr benötigt und verwendet.
Du hast deren Konzept nicht verstanden. Dort wird ein kleiner ARM als
stand-alone Controller verwendet der die Steuerung übernimmt. Nebenbei
fällt USB to Midi ab, Midi In und Midi-Out sind per default
implementiert. Ich hab vor einem Jahrzehnt mit dem PIC-Vorgänger auf der
Basis gebastelt, das ist eine wirklich feine Sache.
Dieser Akai Controller kann doch alles was du brauchst.
Er hat MIDI Buchsen im 5 pol DIN Format, die mit jedem Controller mit
UART einfach verbunden werden können.
Den Pads, und Fadern kann man MIDI Controller Nummern zuordnen, und für
jede Sektion bestimmen ob sie am MIDI Out gesendet werden soll.
Ausserdem kann er noch per USB mit dem PC verbunden werden, und die USB
MIDI Daten auf die DIN MIDI Buchsen umsetzen.
Für die Standard MIDI Events brauchst du keinen speziellen Treiber, das
ist alles spezifiziert und leicht zu verstehen.
Außerdem wäre es das erste Masterkeyboard was ich kenne, dass beim
Drücken einer einzelnen Taste 16 Midi-On Midi-Off Befehle auf allen oder
auswählbaren Kanälen sendet. Und selbst wenn, ist das etwas was tief im
Setup verankert ist und damit untauglich um schnell mal ein Register ein
oder auszuschalten. Diese Vorgehensweise wie sie der Organist will ist
zu exotisch als das da jemals ein Entwickler dieser Keyboards drauf
Rücksicht nehmen würde.
Das was dem Organisten fehlt ist, ist eine Logik in seinem Instrument
welche die Midi-Befehle eingangsseitig als Tastenbefehle entgegen
nimmt, mit einer internen Patch- bzw. Controllerlogik aufarbeitet, und
an die physikalischen Register der Orgel verteilt. Dann bestimmt es der
Patch welche Register mit einem einzelnen NoteOn Befehl gleichzeitig
erklingen.
Selbst wenn das aus einer DAW angesteuert würde ist es völlig abwegig
die Spuren zu vervielfachen und so zu tun als ob 16 Organisten simultan
und jeder mit einem Register spielt.
temp schrieb:> Außerdem wäre es das erste Masterkeyboard was ich kenne, dass beim> Drücken einer einzelnen Taste 16 Midi-On Midi-Off Befehle auf allen oder> auswählbaren Kanälen sendet.
Ich könnte es mir vorstellen, daß Koppeln so realisiert wird: statt
Umschalten in MIDI-Zielgerät einfach zusätzlich an gekoppelte Werk auch
Befehl geschickt. Aber auch dann hätte es bei allen eingeschalteten
Koppel lediglich 3 Befehle pro eine Taste bei einer 3-man. Orgel. Für 16
Befehle braucht man eine 15-man. Orgel, solche Orgeln gibt es nicht,
auch theoretisch ist Spiel auf einer 15-man. Orgel nicht möglich.
Koppeln braucht übrigens sehr gut durchgedachte Logik. Z.B. was
passiert, wenn bei gedruckten Tasten Koppel ausgeschaltet wird (das ist
in Praxis Normalfall) ?
Langsam komme ich zu der Meinung, daß TO eine Orgel bauen will, ohne
ausreichende Orgelkenntnisse zu haben. Erfolg ist hier eher
unwahrscheinlich.
temp schrieb:> Das was dem Organisten fehlt ist, ist eine Logik in seinem Instrument> welche die Midi-Befehle eingangsseitig als Tastenbefehle entgegen> nimmt, mit einer internen Patch- bzw. Controllerlogik aufarbeitet, und> an die physikalischen Register der Orgel verteilt. Dann bestimmt es der> Patch welche Register mit einem einzelnen NoteOn Befehl gleichzeitig> erklingen.
Hier gibt es ein Problem: will man eine elektrische Orgel bauen, die
wirklich etwas taugt, so sollte man das alles selber machen. Vorhandene
Geräte stammen meistens aus POP-Bereich, wo keine Orgelregister richtig
abgebildet sind. Echte elektronische Orgeln bauen nur wenige Firmen, und
alle ihre Entwicklungen bleiben nicht so frei zugänglich.
Außer eigentlicher Klangfarbe gibt es noch Effekte bei Beginn und Ende
vom Ton. Man kann natürlich das ignorieren, aber je mehr man ignoriert,
umso mehr künstlich wird Orgel klingen...
Maxim B. schrieb:> Hier gibt es ein Problem: will man eine elektrische Orgel bauen, die> wirklich etwas taugt, so sollte man das alles selber machen. Vorhandene> Geräte stammen meistens aus POP-Bereich, wo keine Orgelregister richtig> abgebildet sind. Echte elektronische Orgeln bauen nur wenige Firmen, und> alle ihre Entwicklungen bleiben nicht so frei zugänglich.
Da wir hier in einen Mikrocontrollerforum sind gehe ich davon aus, dass
das der Fall ist. Ansonsten sehe ich auch mehr als Schwarz.
Andi schrieb:> Dieser Akai Controller kann doch alles was du brauchst.
Ja, DER, aber andere eben nicht. Einen MIDI_out im klassischen Sinn
haben immer weniger und den möchte Ich auch nicht haben. Denn dann
könnte mich mich auch hiermit behelfen:
Der "Kenton Midi USB Host" übersetzt das MIDI-USB in langsames MIDI.
D.h. es erfolgt eine Reduktion der Daten, denn USB MIDI kann mehr, als
normales MIDI. Ausserdem ist es langsamer und auf 16 Kanäle beschränkt.
Michael X. schrieb:> Du hast deren Konzept nicht verstanden. Dort wird ein kleiner ARM als> stand-alone Controller verwendet der die Steuerung übernimmt.
Er hat aber keinen vollständigen USB-host implementiert und versteht
folglich das allgemeine MIDI "class compliant USB" nicht. Er versteht
nur, was DIE eingebaut haben. Das ist das Problem.
Maxim B. schrieb:> temp schrieb:>> Außerdem wäre es das erste Masterkeyboard was ich kenne, dass beim>> Drücken einer einzelnen Taste 16 Midi-On Midi-Off Befehle auf allen oder>> auswählbaren Kanälen sendet.
Es geht um MEHRERE Manuale mit mehreren Registern, die gezogen sind, d.h
es erfolgt die Ausgabe auf mehreren Kanälen, zudem spielen 2 Hände und
das Fusspedal und ... es können 2 Personen spielen. Das Schalten erfolgt
wahlweise am USB-Gerät (d.h. er sendet einen Umschaltbefehl, den die
Orgel versteht) oder es erfolgt durch die Doppeltung / Layer-Technik.
Momentan plane Ich mit 4 Manualen+Fuss x 8 Register. Nehmen wir
alternativ 4 Hände + 2 Füsse = 20 Noten x 6 Register: Es ändern sich mit
einem Schlag 120 Noten! Das ist ein Extremfall, aber er wäre das
design-Ziel.
120 Noten sind 360 Controller-Werte (Bytes) und beim normalen MIDI geht
das nicht. Bei Weitem nicht. Es BRAUCHT USB-MIDI - OHNE Flaschenhals
dazwischen, daher sind weitere Vorschläger dieser Art nutzlos.
> Langsam komme ich zu der Meinung, daß TO eine Orgel bauen will, ohne> ausreichende Orgelkenntnisse zu haben. Erfolg ist hier eher> unwahrscheinlich.
Die Orgel ist vorhanden, ausgebaut, tönt und tutet :-)
Die Elektronik, welche aus dem MIDI-Salat die Tasten rausortiert und
schaltet, geht auch. Ist so etwa das was auf der MIDI Seite vertrieben
wird. Stammt ursprünglich mal von Döpfer.
Organist schrieb:> Momentan plane Ich mit 4 Manualen+Fuss x 8 Register. Nehmen wir> alternativ 4 Hände + 2 Füsse = 20 Noten x 6 Register: Es ändern sich mit> einem Schlag 120 Noten! Das ist ein Extremfall, aber er wäre das> design-Ziel.
Sorry aber an dieser Stelle gebe ich auf. Das ist nicht das Designziel
sondern den Fehler im Denkansatz. Auf die Register aufgeteilt werden die
Steuerbefehle in deiner Orgel und nicht auf der Seite das Manuals. Somit
musst du auch nichts mit der Anzahl der Register multiplizieren.
Aber das habe ich und viele andere dir schon ein paar mal versucht nahe
zu bringen. Allerdings hat das bisher nichts geholfen. Du bist so sehr
in dein Denkmuster verfallen, daß du den Wald vor lauter Bäumen nicht
siehst.
Ob man und wo man die MIDI-Informationen teilt und aufbereitet ist
vollkommen egal. Natürlich kannst Du sagen, es geht vom Manual her per
MIDI an die eine Registerbank, wir dort aufgeteilt, weitergeschickt und
dann geht es an die nächste.
Tatsache ist, man hat eine Gabelung und wie bitte sollen dann die
Tonbefehle weitergeleitet werden? Per MIDI? Dann habe Ich doch dasselbe
- nur eben dezentral. Es bleibt dabei, dass die irgendwo dupliziert
werden müssen und die Endpunkte, die MIDI verstehen, sollen nur ihren
jeweiligen Datenstrom bekommen und nicht selber noch sortieren müssen.
Das macht bitte eine einzige Einheit.
Was mich an Deiner Gegenrede auch stört, ist, dass Du beharrlich
versuchst, das Konzept zu ändern, obwohl Du es nicht verstanden hast,
statt einfach die Lösung zu unterstützen. Denn Tatsache ist, dass selbst
bei Aufteilung in der Elektronik "unten" in der Orgel" das Problem
unterschiedlicher Quellen nicht gelöst wird. Wie soll man die
verschalten?
Die klassische Variante arbeitet auch so, dass mehrere Manuale auf einen
Bus gehen (Dr. Böhm, Wersi) gfs auch per MIDI und dann in die
Elektroniken verteilt werden.
MIDI, in der klassischen Weise hat aber das Problem der Bandbreite. Das
muss gelöst werden.
Organist schrieb:> Es geht um MEHRERE Manuale mit mehreren Registern, die gezogen sind
Na und? Ich habe doch schon geschrieben: eine Orgel hat völlig
unabhängige Spieltraktur und Registertraktur.
Taste gedruckt = 1 MIDI-Befehl. Register gezogen = 1 MIDI-Befehl.
Organist schrieb:> MIDI, in der klassischen Weise hat aber das Problem der Bandbreite. Das> muss gelöst werden.
Um eine Orgel zu steuern, reicht MIDI-Geschwindigkeit völlig aus. Warum
suchst du Problem dort, wo kein ist?
temp schrieb:> Sorry aber an dieser Stelle gebe ich auf. Das ist nicht das Designziel> sondern den Fehler im Denkansatz.
Ich bin auch dieser Meinung. TO versteht kaum, wie eine Orgel
funktioniert.
Um eine Orgel zu bauen, egal elektronische oder normale, sollte man
Orgel einigermaßen auch spielen können. Ein paar Jahre Orgelunterricht
vielleicht nehmen. Dann werden manche Fragen von selber gelöst.
Organist schrieb:> MIDI, in der klassischen Weise hat aber das Problem der Bandbreite. Das> muss gelöst werden.
Wenn du eine ganze Bühne voller Instrumente und Effektgeräte hast, die
alle mit MIDI gesteuert werden, dann kannst du in der Tat Probleme mit
der Bandbreite bekommen. Aber nicht mit einer einzigen Orgel!
Die Frage ist doch: Kannst und willst du einen Mikrocontroller
programmieren für die Steuerung der Orgel, oder nicht. Was fertiges das
genau das tut was du brauchst wird es wohl eher nicht geben.
Wenn du also so einen Mikrocontroller hast der die ganze Orgel steuert,
dann empfängt der per MIDI für jede Taste einen Notenbefehl und auch für
jede Registeränderung irgendwelche MIDI-Steuerbefehle. Es ist dann die
Aufgabe des Mikrocontrollers die richtigen Port-Pins für alle gewählten
Register und Tasten anzusteuern um die Ventile zu schalten. Dies geht
intern natürlich viel schneller als die MIDI Übertragung des
Notenbefehls. Die zusätzliche Zeit für die Verteilung kann man
vernachlässigen.
Wenn du mehrere Tastaturen/MIDI Sender an den Mikrocontroller
anschliessen willst, brauchst du auch mehrere MIDI Eingänge, die du dann
zusammenmischst (externer MIDI Merger würde auch gehen).
Wenn du dich mit USB MIDI befassen willst, kannst du natürlich einen
oder mehrere der MIDI Eingänge auch in USB ausführen, aber das ist viel
viel komplizierter und für Orgeln absolut unnötig.
Leute, ihr müsste euch nicht darüber streiten, ob das MIDI der 80er für
Orgeln reicht oder nicht. Das ist berechenbar und hier ausgeführt:
http://www.96khz.org/oldpages/enhancedmiditransmission.htm
Für Klaviere und Orgeln mit Mehr-Finger-Spiel ist es einfach immer
zeitkritisch, gleichzeitig Tastenänderungen zu übertragen und für
heutige mehrstimmige Synthesizer geht es gar nicht. Schon für
mehrstimmige analog gesteuerte Synthesizer früherer Tage ging es nicht
und wer aus praktischer Sicht meint, es ginge dennoch, dem zitiere ich
gerne Oskar Sala, mit dem ich einst die Ehre hatte, das Thema zu
erörtern.
Standard-MIDI hat einfach viel zu viele Einschränkungen, wobei bei
Orgeln mit der (weitgehenden) "on off"-Charakteristik der Tastenantwort
es wohl noch am Ehesten ginge, solange es nur um eine Person geht.
Wenn 2 Personen spielen oder eine Person zu einem Playback spielt,
kommen bis zu 20 Noten gleichzeitig, die beim 80er MIDI wenigstens 15ms
auffächern.
Wieviel soll denn eigentlich gleichzeitig angeschlossen werden?
Normalerweise hat man einen Rechner, 2/3 Keyboards zum Einspielen,
Sequencer, Klangerzeuger zum Ausgeben und möchte alles (inklusive
Arpeggios der Klangerzeuger und Einstellungen) aufnehmen. Kommt noch ein
PC-Sampler hinzu ist man da am Anschlag.
Das einzige mir bekannte Interface, das derzeit mehrere USB hosts
(inklusive PCs) stabil verwaltet, ist das "iConnectivity
iConnectMIDI4+". Kann (abzüglich PC host als Empfänger und Sender) 7
externe USB-Eingänge. Zu nennen wäre gfs noch das iConnectivity mio10,
welches aber angeblich Probleme mit Win64 hat. Beide haben noch eine
Anzahl physischer MIDI-ports.
Das Problem bleibt aber: Man bekommt zwar USB-MIDI rein und kann es auch
aufzeichnen, es kommt aber physikalisch immer nur schnödes MIDI raus. Ob
man da innen dran kommt, um die Daten rauszuziehen, würde Ich
bezweifeln. Man muss über das interne routing die Kanäle splitten und
auf mehreren MIDI-Buchsen-Kanälen ausgeben. Vielen Produzenten scheint
das zu reichen, weil ich dieses Setup so bei Vielen sowohl live als auch
im Studio sehe. Vielleicht reicht das ja für die Orgelanwendung. Das
Gerät hat 4 physische MIDI-Ausgänge.
Jürgen S. schrieb:> Wenn 2 Personen spielen oder eine Person zu einem Playback spielt,> kommen bis zu 20 Noten gleichzeitig, die beim 80er MIDI wenigstens 15ms> auffächern.
Die Frage ist halt, ob irgendjemand das merkt, wenn von 20 genau
gleichzeitig gespielten Noten, ein paar um 10..15 ms verzögert ertönen.
Um so mehr, wenn jede Note, je nach Register noch mehrere Pfeifen
erklingen lässt. Da wird es einfach plötzlich sehr laut, ohne dass man
da viel differenzieren kann.
Bei tiefe Noten dauert doch der Einschwingvorgang der Luftsäule in den
Pfeifen schon mehrere Millisekunden.
Ausserdem wird man bei 2 Spielern wohl auch 2 parallele MIDI
Verbindungen haben, und damit halbiert sich die Übertragungszeit.
Andi schrieb:> Die Frage ist halt, ob irgendjemand das merkt, wenn von 20 genau> gleichzeitig gespielten Noten, ein paar um 10..15 ms verzögert ertönen.
Wenn Anklang 50 ms und mehr dauert, dann sind 15 ms nichts. D.h. gerade
für eine Orgel gibt es Problem nicht.
Es gibt dazu auch unterschiedliche Musik. Wenn Barock mehr zeitkritisch
ist, so bleibt Romantik mehr tolerant, da außer Legato und Staccato kaum
noch was dazwischen liegt, während Barock recht komplizierte
Zeitstruktur hat.
Aber auch für Barock reicht MIDI aus: ich übe oft auf einer Viscount, wo
auch intern alles per MIDI übertragen wird. Ich habe nie irgendein
Problem mit Zeit bemerkt: was Orgelspiel betrifft,bleibt alles wie bei
einer echten Orgel.
Ich möchte noch etwas erinnern, was vielleicht jemand nicht weiß:
Es gibt keine "allgemeine Orgel", die für alles gut geeignet ist. Solche
Orgel kennt Musikgeschichte nicht. Alle Versuche, eine universelle Orgel
zu bauen, scheiterten immer. Jede Orgel ist für ganz genau definierte
Musik bestimmt. Ales anderes kann man zwar auch spielen, aber optimal
wird das nie klingen.
Als Beispiel: man kann wohl auf einer Sauer-Pneumatik auch Cesar Franck
spielen. Das ist keine Straftat. Ebenso ist keine Straftat, auf einer
Cavaillé-Coll-Orgel Bach zu spielen. Aber das sind weder echte Franck
noch echte Bach. Das sind lediglich Arrangements, so etwa wie Bach auf
einem Flügel oder Akkordeon.
Es sieht so aus, TO hat kaum noch darüber gedacht, was er eigentlich
spielen will. Wenn schon Sauer und Cavaillé-Coll erwähnt sind: sie sind
deutlich anders strukturiert (besonders die Französin), als deutsche
Schleiflade so wie wir sie kennen (von Arp Schnitger und bis heute). Das
wird selbstverständlich auch bei MIDI-Imitation von großer Bedeutung
sein.
Maxim B. schrieb:> Andi schrieb:>> Die Frage ist halt, ob irgendjemand das merkt, wenn von 20 genau>> gleichzeitig gespielten Noten, ein paar um 10..15 ms verzögert ertönen.>> Wenn Anklang 50 ms und mehr dauert, dann sind 15 ms nichts. D.h. gerade> für eine Orgel gibt es Problem nicht.
Bei einer Orgel mit weichem Toneinsatz, wie wir es bei Kirchenorgeln
haben, mag es scheinbar egal sein, weil der Zuhörer nicht weiß, wann ein
Ton hätte kommen sollen. Für mich als Techniker sind 10ms aber Welten.
Insbesondere deshalb, weil diese Verzögerung nicht intuitiv, sondern
fehlerhaft auftritt. Nach meinen Verständnis sollte die Elektronik das
Spiel des Musikers nicht verfälschen. Da ist aber der Fall. Die
Argumentation, dass die Musiker die Tasten auch nicht exakt treffen,
lasse Ich nicht mehr gelten, seit ich Pianisten aufnehme und das
nachmessen konnte, wie genau die treffen: Reproduzierbar im Bereich von
unter einer 1ms und das ist auch nachvollziehbar, weil die
Fingerstellung immer dieselbe ist und speziell bei einem Akkord die
Finger faktisch jedesmal gleichzeitig auftreffen. Das kann man selber
auch ausprobieren, wenn man mal mit 3 Fingern auf die Tischplatte
klopft: Sauber ausgeführt hört man nur einen einzigen Schlag. Bewegt man
dann die Finger immer enger zusammen, hört man wie sich der Klang
verändert: Das sind die Überlagerungen der 3 Töne in der Phase in
Anrechnung der Wellenausbreitung im Holz. Das hat mir ein Pianist mal
vorgeführt: In den Aufnahmen konnte man dann die Schwebungen sehen und
die Wellenausbreitung im Klavierholz messen! So genau ist das.
Was Orgelmusik angeht gibt zudem auch Fälle mit steilem Tonanstieg und
wenn man dann einen C_DUR Akkord spielt und das C ist dominanter, als E
und G, weil es etwas früher beginnt, ist das sehr relevant. Benutzt man
klassisches MIDI, gehen pro Ton etwa 1ms verlustig und ein beidhändig
gegriffener Akkord spreizt eben um (8-1) = 7ms auf. Es ist dabei dann
recht egal, ob die Tonerzeugung 50 oder 100ms Latenz hat (was sie ja bei
einer Pfeifenorgel hat, wegen des Luftstroms etc.) - nein, es geht
wirklich um die Gleichförmigkeit der Akkorde!
Ein Ton, der auch nur minimal vor einer Gruppe von anderen ertönt, wird
subjektiv lauter empfunden und dominiert andere, d.h Töne, die eine
Harmonie bilden sollen, sind nicht zusammen, sondern schwimmen.
Gute Musiker hören das, das kann Ich hier ausdrücklich versichern! Ich
habe reichlich Erfahrung mit der Aufnahme von hochkarätigen Musikern -
auch auf internationaler Ebene - und durfte mehrfach lernen, wie genau
dort gehört und gespielt wird. Da reicht ein minimal zu spät gegriffener
Ton in einem Akkord, um den Klang so zu modifizieren, dass er verworfen-
und die Passage wiederholt wird.
Daher wäre mein Anspruch stets, dass die Elektronik keine Modifikation
des Tempos / der Spieltechnik vorzunehmen hat. Klassisches MIDI tut dies
aber.
Andi schrieb:> Wenn du dich mit USB MIDI befassen willst, kannst du natürlich einen> oder mehrere der MIDI Eingänge auch in USB ausführen, aber das ist viel> viel komplizierter ...
So ist es und es ist ungleich komplizierter! Um selber USB-MIDI in
eigener Elektronik effektiv auszuwerten, muss man 1. irgendwo einen
vollständigen USB-host mit implementieren und 2. zwischendrin nicht mehr
untersetzen! Alle Wandler von und zu dem Standard-MIDI scheiden damit
aus. Auch der hochgelobte Kentron USB-host. Der hat zwar USB host, kann
also ein solches "class compliant device" anbinden und verstehen, setzt
aber auf Standard-MIDI um - gedacht, für die vielen Elektromusiker, die
noch "alte" MIDI-Elektronik haben. Es bringt auch nichts, zu probieren,
ein solches Gerät aufzubohren, um sich da mit reinzuhängen, weil die
Performance der Teile auf den langsamen MIDI-Ausgang hin designed wurde
und die CPU-Power nicht reicht, um mehr zu machen.
Für eine adäquate Lösung des Themas hätte auch ich nach wie vor Bedarf
und stehe diesbezüglich (mal wieder) mit einem Hersteller von
Keyboardzubehör in Kontakt. Der will das mit dem BeagleBone machen.
Ausgang ist offen.
In anderer Konstellation läuft das schon und Ich nutze es auch, aber wir
haben ein fertiges Musik-System, welches selber schon USB-MIDI erledigt
und Daten an "mein" System verteilt. Das ist aber nicht open und kann
Ich hier auch nicht weiter diskutieren.
Was Ich sagen kann ist, dass drei mir bekannte Personen / Firmen
Keyboards aufbohren und Zusatzhardware dranhängen und zumindest zwei
davon als favorisiertes System das Medeli 2000 verwenden, welches aus
China stammt und unter mehreren Namen hier in DE vertrieben wird. Das
hat leistungsstarke Prozessoren und erlaubt leicht, sich da reinhängen.
Das taugt aber auch nicht für eine Insellösung der kleinen Art.
Und dies noch als Info für die Nachbauwilligen:
Zwischenzeitlich hatte Ich schon die Idee, das komplett in einem FPGA zu
machen, das habe Ich aber verworfen - es gibt da schon - u.a. in der
Arduino-Welt - eine Lösung:
Das hier ist sozusagen mein Recherchebericht zu dem Thema:
Hier wäre MIDI-LIB Arduino-Projekt:
https://github.com/FortySevenEffects/arduino_midi_library
... mit dem Teensy ...
https://www.pjrc.com/store/teensy36.html
... und drauf ist angeblich "USB MIDI" implementiert, siehe "USBHost_t36
fix USB MIDI fast data input" in der Revisionliste:
https://www.pjrc.com/teensy/td_midi.html
Was damit konkret geht, ist mir aber nicht bekannt. Wäre aber wohl ein
Ansatz. Das board kostet nur $30,-. Wahrscheinlich müsste man die
Software anfassen und von dem implementierten USB-host direkt die
Port_Pins gehen, um von dort aus Seriell-Parallel-Wandler zu treiben,
gfs über I2C oder man nimmt einfache Schieberegister. Kommt drauf an,
was man steuern möchte.
Was man sich aber wohl abschminken kann, ist wirkliche
Echtzeitfähigkeit. Zwar liefert USB2.0 ausreichende Bandbreite aber die
Latenzen der WIN-System-Ebene und Treiberarchitekturen erzeugen dort
unvermeidlichen Jitter und Verzögerung. Das können auch schon mal 50ms
und mehr werden, bis was im Win angekommen ist und weitere 50ms
variieren. Ob der Arduino USB host da schneller ist, darf bezweifelt
werden. Ich lasse mich da aber gerne überraschen.
Rein in der SW-Landschaft sollte es eher schon mit dem RASPI gehen. Hier
ist ein Beispiel, dass sich sehr vielversprechend anhört:
https://stimresp.wordpress.com/2016/02/08/using-a-raspberry-pi-as-usb-midi-host/
Programmieren kann man das Ganze in Python:
http://ajaxsoundstudio.com/software/pyo/
Python wäre gfs interessant, wenn man das MIDI noch musikalisch
verarbeiten möchte und dazu Signalverarbeitung braucht, also z.B.
Anschlags-Modifikation, Dynamik-Kompression oder komplexe Arpeggios oder
mein Algogrythm-Modul, das mathematische Rhythmen erzeugt.
Alternative wäre CSound: Das ist zwar primär für die Audiosynthese, aber
damit kann man auch das MIDI implementieren und prozessieren:
https://de.wikipedia.org/wiki/Csound
Habe Ich mal vor Jahren zusammen mit einem Synthi-Phreak gemacht. Die
erzielbaren Klangergebnisse sind beachtenswert, aber es ist eben
letztlich C und für Synthese nicht effektiv. Ich habe das nicht
weiterverfolgt, da Ich da schon auf der FPGA-Schiene war. Fürs reine
MIDI-Verteilen sollte es aber locker reichen. Das ist ja eigentlich
nicht anfordernd. Ich habe ein weitgehendes MIDI-Protokoll auf meiner
Chameleon (65301) drauf: Mehr oder weniger vollständig in C. Es ist aber
ein 100MHz Prozessor und der macht praktisch nur das!
Hier ist ein konkretes Projekt mit dem RasPi:
Der hier hat ein Korg NANO dran gekriegt und das kann definitiv nur
USB-MIDI. Habe das auch hier rumliegen.
https://github.com/larsks/python-siggen
Allerdings gibt es auch da eher kritische Berichte zum Thema Latenz und
Echtzeit. Wenn der RasPI im Wesentlichen was anders tut, als MIDI-Daten
zu verarbeiten, hat man verloren.
Die USB-Welt ist einfach vom Protokoll und der Verwaltung her hinten und
vorne nicht für Echtzeit gemacht. Das gilt auch für fürs Audio: Selbst
optimierte WIN-Treiber verhindern nicht, dass man mit modernen Keyboards
auch beim Anspielen eines Samplers, der nicht sehr viel Rechnen, sondern
nur abspielen muss, nach wie vor nennenswerte Latenzen bekommen und
nicht in Echtzeit spielen kann.
Mein "MIDI over S/PDIF" ist nach wie vor ungeschlagen. Nach minimal 64
Takten + ein bischen was hat das Endgerät die Daten, d.h. 3 vollständige
MIDI-Bytes in der Zeit von 1-2 Audiosamples. Die weiter vorn diskutierte
beidhändige Akkord-Thematik spielt sich dann im Bereich von 40
Audi-Samples ab, also unter 1ms!
Trotzdem wäre Ich auch daran interessiert, mit einem bezahlbaren System
USB-MIDI in physischen Datenstrom umzusetzen. Ausprobiert habe Ich da
auch schon Tablet-PCs mit MIDI-Router. Sehr effektiv, man hat Optionen
für GUI und alles drin, aber eben keine optimierten Treiber. Da gibt es
massiv Jitter. Geht nur für Controller / GUI.
Ich gehe davon aus, dass man am Ende mit einem open source System am
Weitesten kommt, wenn es gelingt, die USB-Treiberstruktur derart
aufzubrechen, daß man dort direkt Daten in HW ausleiten kann und zudem
dafür sorgt, dass das OS dieser Treiberstruktur die entsprechenden
Resourcen zuteilt. Das System muss also auf geringe Latenz getrimmt
werden und nicht auf Multitasking und hohen Durchsatz.
Jürgen S. schrieb:> Für mich als Techniker sind 10ms aber Welten.
Hier sollte dein Ohr entscheiden. Was nicht gehört wird, gibt es auch
nicht.
Jürgen S. schrieb:> Was Orgelmusik angeht gibt zudem auch Fälle mit steilem Tonanstieg und> wenn man dann einen C_DUR Akkord spielt und das C ist dominanter, als E> und G, weil es etwas früher beginnt, ist das sehr relevant. Benutzt man> klassisches MIDI, gehen pro Ton etwa 1ms verlustig und ein beidhändig> gegriffener Akkord spreizt eben um (8-1) = 7ms auf. Es ist dabei dann> recht egal, ob die Tonerzeugung 50 oder 100ms Latenz hat (was sie ja bei> einer Pfeifenorgel hat, wegen des Luftstroms etc.) - nein, es geht> wirklich um die Gleichförmigkeit der Akkorde!
Theorie klingt schön.
Aber was sagst du über verschiedene Pfeifenanordnungen? Warum haben wir
oft C und E auf einer Seite der Orgel und G auf einer anderer Seite
(sehr verbreitete C-Cs-Anordnung) ? Bei nur 6 Meter Unterschied haben
wir Zeitdifferenz schon ca. 18 ms. Aber alles klingt bestens! :)
Außerdem: niemand und niemals wollte von einer Orgel, dass sie steril
klingt: gerade über solchen Klang sagt man "künstlich" und "nicht
natürlich".
Hast du mal gehört, dass die Pfeifen von selber zueinander kommen? Das
ist Grund für so beliebte Terzanordnung für Pfeifen. Besonders viel
bringt das bei einer ungleichschwebender Stimmung: in allen
gebräuchlichen Tonarten haben wir dann praktisch reine Großterzen.
Wenn man Start einer Pfeife mit Oszilloskop ankuckt - das ist immer
faszinierend: das passiert niemals gleich! Gerade diese kleine
Abweichungen von Theorie machen eine Orgel lebendig. Steril = tot.
Maxim B. schrieb:> Wenn man Start einer Pfeife mit Oszilloskop ankuckt - das ist immer> faszinierend: das passiert niemals gleich! Gerade diese kleine> Abweichzngen von Theorie machen eine Orgel lebendig. Steril = tot.
Die meisten (richtigen) Orgeln haben ja das Problem, dass sie in einer
Kirche stehen. Und Kirchen sind akustisch gesehen eigentlich alle
gewöhnungsbedürftig.
soul e. schrieb:> Die meisten (richtigen) Orgeln haben ja das Problem, dass sie in einer> Kirche stehen. Und Kirchen sind akustisch gesehen eigentlich alle> gewöhnungsbedürftig.
Das ist gerade KEIN Problem. Kirche und Orgel bilden EINE akustische
Einheit. Sie gehören zusammen.
>Aber was sagst du über verschiedene Pfeifenanordnungen?
Das ist eine gewollte Durchmischung der Töne im Raum, die nur eine
statische Verschiebung ausmacht (und keine zufällige) und auch nur dann,
wenn man sehr schräg direkt auf die Orgel schaut. Praktisch sitzt man
von den Pfeifen sehr weit entfernt, sodass der Laufzeitunterschied im
Nahfeld gerade mal reicht, um sie zu lokalisieren. Wir reden da von
weniger als 1-2ms. Im Diffusfeld, also im Kirchenschiff geht das schon
nicht mehr.
Ungeachtet dessen ist es stabiler Zustand und nicht etwa ein munteres
Springen der Pfeiffen. Die 20ms wären so, als ob die Pfeife schlagartig
6m in Deine Richtung spränge.
Ich gebe Dir aber Recht, dass im Fall der Kirchenorgeln mit ausgedehntem
Pfeifenwerk ein derartige diffuses Klangbild entsteht, dass Akzente
schnell untergehen und der MIDI-Jitter klein ist. Das hatte Ich ja auch
schon erwähnt.
Aber: Ich lese im thread Titel etwas von "Analog Orgel". Ich denke da
eher an so etwas wie meine Heimorgel. Die hat elektronisch erzeugte
Töne, die ohne irgendein Attack/Delay direkt auf Tonmaximum gehen. Und
da hört man es, wenn man zwar die Finger starr hält, beim Pressen des
Akkords, aber die Hand etwas schief steht. Das ist eindeutig zu hören,
welche Note da zu früh kommt.
Jürgen S. schrieb:> Springen der Pfeiffen
Ich muß gerade an Heinz Rühmann denken in der Feuerzangenbowle.
"Mein Name ist Pfeiffer, mit drei 'f'.
Eins vor dem Ei und zwei danach."
:-D
Jürgen S. schrieb:>>Aber was sagst du über verschiedene Pfeifenanordnungen?> Das ist eine gewollte Durchmischung der Töne im Raum, die nur eine> statische Verschiebung ausmacht (und keine zufällige) und auch nur dann,> wenn man sehr schräg direkt auf die Orgel schaut. Praktisch sitzt man> von den Pfeifen sehr weit entfernt, sodass der Laufzeitunterschied im> Nahfeld gerade mal reicht, um sie zu lokalisieren. Wir reden da von> weniger als 1-2ms. Im Diffusfeld, also im Kirchenschiff geht das schon> nicht mehr.
Ich weiß nicht, wo du sitzt. Ich sitze normalerweise am Spieltisch und
für mich ist das Bild schon sehr differenziert (aber oft bekomme ich den
Klang erst durch Reflexion von Altar. Trotzdem bleibt alles sehr
differenziert).
Hast du mal gehört, daß bei einer mechanischen Schleiflade möglich ist,
mit verschiedener Berührung von Tasten den Klang viel unterschiedlich
machen (in Ansprache. Aber Ansprache bestimmt im meisten den
Klangcharakter, das ist schon lange bewiesen).
>> Ungeachtet dessen ist es stabiler Zustand und nicht etwa ein munteres> Springen der Pfeiffen. Die 20ms wären so, als ob die Pfeife schlagartig> 6m in Deine Richtung spränge.
In der Kirche (und eine Orgel ist etwas, was in der Kirche steht! )
entstehen so viele Reflexionen, daß kleine zufällige Zeitdifferenzen
eher erwünscht sind als unerwünscht.
>> Ich gebe Dir aber Recht, dass im Fall der Kirchenorgeln mit ausgedehntem> Pfeifenwerk ein derartige diffuses Klangbild entsteht, dass Akzente> schnell untergehen und der MIDI-Jitter klein ist. Das hatte Ich ja auch> schon erwähnt.>> Aber: Ich lese im thread Titel etwas von "Analog Orgel". Ich denke da> eher an so etwas wie meine Heimorgel. Die hat elektronisch erzeugte> Töne
Eine Hausorgel heißt eine kleine Pfeifenorgel, so ca. 7-12 Register, oft
mit 2 Man. und Pedal, die man zum Üben verwendet. Sie klingt trocken und
dadurch sind alle Spielfehler besser zu hören. Deshalb üben so viele auf
einer Hausorgel und nur vor dem Konzert übt man kurz in der Kirche.
Man KANN als eine Hausorgel auch eine elektronische Orgel benutzen, als
Sparvariante (z.B. eine Viscount mit 2 man. kostet weniger als 5 000 €.
Eine brauchbare Hausorgel kann 30-40 000 € kosten). Aber Hausorgel
bedeutet nicht automatisch eine elektronische Orgel. Ich kenne sehr
viele Menschen, sogar Amateuren - Organisten, die eine echte Orgel zu
Hause haben. Und das ist eigentlich kein Wunder: es gibt noch mehr
Menschen, die zu Hause Steinway-Flügel haben, der kann auch 120 000
kosten, trotzdem...
Viele Kirchenorgeln haben zusätzliche bewegliche Spieltisch. Das hilft,
wenn man mit einem Orchester oder mit dem Chor etwas macht. Vor Hundert
Jahren machte man einfache elektrische Traktur und legte dicken Kabel
mit 250 und mehr Leitungen. Heute gibt es verschiedene Varianten, auch
per MIDI. D.h. MIDI bedeutet nicht zwangsläufig, daß der Klang auch
elektronisch entsteht.
Thema ist auch für mich interessant, weil ich auch bastele. Ich habe
aber Interesse um eine elektronische Orgel, die vor allem leicht ist
(nur ein paar Kg) und kann ohne Stromnetz laufen (nicht alle
Friedhofskapellen haben Stromnetz). Auf die Vollkommenheit des
Orgelklanges kann ich damit verzichten, Hauptsache, Polyphonie bleibt
klar und Orgelintonation wird vorhanden (das ist notwendig, um Gesang zu
begleiten). Für solchen Zweck ist ein Orgelpositiv zu schwer (wenn ich
von einem Orgelpositiv denke, habe ich gleich Rückenschmerz)...
Jürgen S. schrieb:> Um selber USB-MIDI in eigener Elektronik effektiv auszuwerten, muss man> 1. irgendwo einen vollständigen USB-host mit implementieren
Kann es sein, daß Du Host und Device durcheinanderbringst?
Leute! Euer Fachwissen & Euren Enthusiasmus in allen Ehren - Aber:
Organist schrieb:> Ich möchte eine Analog-Orgel mit Sound Chip vom PC aus und auch von> externen Controllern aus steuern.
Die Orschel (basierend auf einem Soundchip) hat er und will sie vom PC
und/oder externen Controllern aus ansteuern können - da hilft ihm Eure
'Fachsimpelei' (speziell auch die von Maxim B.) nicht weiter (dieser
mein Kommentar allerdings auch nicht...;-) ). Das Ganze weitet sich
zunehmend in einen Nebenkriegsschauplatz zweier Experten aus...
Rufus Τ. F. schrieb:> Jürgen S. schrieb:>> Um selber USB-MIDI in eigener Elektronik effektiv auszuwerten, muss man>> 1. irgendwo einen vollständigen USB-host mit implementieren>> Kann es sein, daß Du Host und Device durcheinanderbringst?
Nein. Der Host ist das Ding mit der rechteckigen USB Typ A-Buchse, wo
man den Controller einstöpselt. Z.B. ein PC, oder wenn man eben keinen
PC haben will dann ein Dingsbums was sich für den Controller wie ein PC
verhält. Daher muss man einen USB-Host implementieren.
Dieser Host muss zumindest MIDI class compliant USB devices
unterstützen. Dann kann man da sein Keyboard einstöpseln und
Tastendrücke auswerten.
Auf der anderen Seite sitzt etwas, dass die Orgel anspricht. Relais,
Schieberegister, Multiplexer, was auch immer. In den PC würde man zu
diesem Zweck eine National Instruments Multi-IO-Karte reinstecken. Das
Dingsbums wird das über seine GPIOs erledigen.
Für das reine Keyboard würde natürlich eine stinknormale serielle
Midi-Schnittstelle auch reichen, notfalls nimmt man für jedes Keyboard
(Manual) eine eigene.
Denn der ganze irrwitzig-viele-Note-On/Off-Senden-Kram passiert ja nicht
im Keyboard selbst, das teilt ja nur mit, daß eine Taste
gedrückt/losgelassen wurde.
Und so wird das ganze etwas einfacher, dafür ist kein Host nötig.
Ich hatte im übrigen angenommen, daß das ganze Geraffel von einem PC
oder PC-artigen Gerät gesteuert werden soll; es sei mir nachgesehen,
wenn mir der relevante Passus in diesem Thread vor lauter wichtigem
Wortgeschwalle des einen oder anderen verborgen blieb, der den PC
ausschließt.
Rufus Τ. F. schrieb:> Für das reine Keyboard würde natürlich eine stinknormale serielle> Midi-Schnittstelle auch reichen, notfalls nimmt man für jedes Keyboard> (Manual) eine eigene.
Korrekt. Aber
1) ist ihm das zu langsam, und
2) hat das von ihm favorisierte Eingabegerät nur USB.
> Denn der ganze irrwitzig-viele-Note-On/Off-Senden-Kram passiert ja nicht> im Keyboard selbst, das teilt ja nur mit, daß eine Taste> gedrückt/losgelassen wurde.
ja doch, er will ja ganz viele Tasten auf einmal drücken können. Jede
Pfeife soll ihre eine Taste bekommen, damit man dieses doofe
Registerwerk endlich loswird. Und dann soll man die alle mit Händen und
Füßen gleichzeitig und latenzfrei drücken können.
> Ich hatte im übrigen angenommen, daß das ganze Geraffel von einem PC> oder PC-artigen Gerät gesteuert werden soll;
eben dieses will er bauen, und dazu fehlt ihm das Wissen um die
Implementierung des Hostinterfaces. Zugegebenermassen, das rauszukriegen
war nicht einfach.
Rufus ?. F. schrieb:> Jürgen S. schrieb:>> Um selber USB-MIDI in eigener Elektronik effektiv auszuwerten, muss man>> 1. irgendwo einen vollständigen USB-host mit implementieren>> Kann es sein, daß Du Host und Device durcheinanderbringst?
Nein, das ist ja der Punkt. Das bringen viele durcheinander. Die Lösung,
einen PIC, oder was auch immer, dazu zu bringen, als USB-Device erkannt
zu werden, ist mehrfach vorhanden und recht trivial, soweit USB trivial
sein kann. Man selbst hat dann in der Hand, per Controller aus Daten zu
senden oder zu empfangen.
Die Schwierigkeit ist der umgekehrte Weg, dass der USB-"Master" spielen
muss und das komplette Datenhandling - inklusive mehrerer USB-Quellen -
abwickeln muss.
Aber souleye hat die Antwort ja schon gegeben:
Beitrag "Re: Analoge Orgel mit USB-MIDI steuern"
Und auch hier hat er wohl richtig geraten:
soul e. schrieb:> ja doch, er will ja ganz viele Tasten auf einmal drücken können. Jede> Pfeife soll ihre eine Taste bekommen, damit man dieses doofe> Registerwerk endlich loswird. Und dann soll man die alle mit Händen und> Füßen gleichzeitig und latenzfrei drücken können.
So langsam dämmert mir die Anforderung: Bei meiner alten analogen Orgel
geht genau das: Man kann sich mit dem Arm drauflegen und fast alle
Tasten drücken. Daran sind Analogmusiker gewöhnt :-)
Das geht mit normalem MIDI halt nicht. Mit meinem MIDI geht es schon:
Alle Tasten meines Synths können gleichzeitig (Abtastrate 25 MHz / 64)
alle Töne anspielen und auch die Tönen können gleichzeitig innerhalb
eines Samplers erklingen (auch wenn das musikalisch nicht soviel Sinn
macht).
Jürgen S. schrieb:> Bei meiner alten analogen Orgel> geht genau das: Man kann sich mit dem Arm drauflegen und fast alle> Tasten drücken.
Bei einer echten Orgel kannst du das vielleicht mit leisesten Register
machen (ohne tiefen Pfeifen). Aber mit pleno wird so Windversorgung in
Kollaps: auch Pfeifenorgeln sind nur für Orgelmusik berechnet. Da
Winddruck viel niedriger wird als notwendig, bekommt man statt
Orgelklang nur "MJAU!" :) Besonders stark ist dieser Effekt bei
historischen Orgeln, da sie weniger entwickelte Windversorgung haben als
heutigen. Wer nicht weiß: die Orgelpfeifen sind immer nur für ganz
bestimmten Winddruck berechnet. Mit anderem Winddruck werden sie
mindestens nicht mehr stimmen.
Michael W. schrieb:> Organist schrieb:>> Ich möchte eine Analog-Orgel mit Sound Chip vom PC aus und auch von>> externen Controllern aus steuern.>> Die Orschel (basierend auf einem Soundchip) hat er und will sie vom PC> und/oder externen Controllern aus ansteuern können - da hilft ihm Eure> 'Fachsimpelei' (speziell auch die von Maxim B.) nicht weiter
Danke, auch wenn die Ausführungen interessant sind.
Es geht mir wirklich einfach darum, die Quellen über USB zu nutzen. Über
das normale MIDI habe Ich das ja schon probiert. Auch ein USB-Wandler
wurde im Fachgeschäft am Samstag ausprobiert. Es handelt sich um den
Miditech USB MIDI Host. Der liest tatsächlich die viele USB-Controller
aus und gibt ohne PC MIDI aus.
Das hilft mir aber nicht weiter. Ich möchte die Daten direkt haben,
sonst habe Ich ja keinen Vorteil. Immerhin scheinen noch andere so etwas
angedacht zu haben und das sogar schon vor 4 Jahren:
Beitrag "Arduino UNO USB-Host Midi-Keyboard"
Jetzt muss ich die vielen Vorschläge zum Selberprogrammieren sortieren
und durcharbeiten!
Das Tensy war ein guter Tipp! Gefunden habe Ich auf Anhieb diese
Projekte:
http://tomashg.com/?p=1235https://sites.google.com/site/zackzickspages/home/synth-diy/usb-to-cv-interface
Die scheinen aber nur eine Ausgabe vom PC an das Tensy zu machen.
Organist schrieb:> Es geht mir wirklich einfach darum, die Quellen über USB zu nutzen
Eben, und das benötigt die Realisation eines vollständigen USB-Hosts mit
MIDI Implementierung
> Die scheinen aber nur eine Ausgabe vom PC an das Tensy zu machen.
Soweit Ich das eine Projekt verstanden habe, verwendet er einen
USB-MIDI-Controller ohne PC direkt am Teensy. Also muss zumindest eine
rudimentäre Funktion realisiert sein.
Jürgen S. schrieb:> Teensy
Ich habe in der Gruppe nachgefragt: Angeblich unterstützt das Teilchen
tatsächlich MIDI Geräte über USB, wenn sie nach Standard funken, aber es
ist eben doch recht langsam und keine Verbesserung gegenüber einem
USB-2-MIDI-Gerät.
> Eben, und das benötigt die Realisation eines vollständigen USB-Hosts mit> MIDI Implementierung
Welchen Aufwand würde es bedeuten, so einen host in den FPGA zu bringen?
soul e. schrieb:> ja doch, er will ja ganz viele Tasten auf einmal drücken können. Jede> Pfeife soll ihre eine Taste bekommen, damit man dieses doofe> Registerwerk endlich loswird. Und dann soll man die alle mit Händen und> Füßen gleichzeitig und latenzfrei drücken können.
Richtig geraten, wie im realen Leben auch. Drücke ich eine echte Taste
an der Orgel kommt der Klang sofort und nicht nach 10ms oder 100ms. Es
ist eine elektronische Orgel, die nun einmal ganz anders gespielt wird,
als die langsamen schweren Tasten eines Klaviers oder Kirchenorgel, bei
welcher der Ton erst 2 Sekunden nach dem Loslassen zu hören ist.
> eben dieses will er bauen, und dazu fehlt ihm das Wissen um die> Implementierung des Hostinterfaces. Zugegebenermassen, das rauszukriegen> war nicht einfach.
Ich schlage mich nicht um das USB. Das ist die Notlösung, weil es kaum
noch Ausstattung ohne USB zu kaufen gibt. Alles, was so angeboten wird,
hat USB-MIDI. Deshalb muss das USB auch dann implementiert werden, wo
ich es nicht wegen des Tempos brauche, wie bei den Tasten zum Schalten.
Ich hatte mich z.B. bemüht, einen alten Controller aufzutreiben, wie es
ihn von Döpfer gab. Siehe "Regelwerk" oder "Drehbank". Die haben alle
normales MIDI was dafür reichen würde. Schließt man aber was Modernes
an, finde sich nur noch Geräte, die für Computermusik gemacht wurden.
Ableton ist wohl groß in Mode. Und diese Geräte haben alle USB. Nur
noch USB!
Organist schrieb:> Richtig geraten, wie im realen Leben auch. Drücke ich eine echte Taste> an der Orgel kommt der Klang sofort
Ich hatte es ja schon mal erwähnt aber du bist lernresistent. Dein
Konzept setzt einen Kontroller(Tastatur) voraus, der auch beim Druck auf
eine einzelne Taste die gewünschte Anzahl (1-15) Note auf
unterschiedlichen Kanälen gleichzeitig spielt. Diese Konfiguration
sollte auch noch schnell umschaltbar sein. Mit anderen Worten etwas was
du bei normalen Masterkeyboards, die du ja zwingend verwenden willst,
nicht finden wirst.
Du jammerst hier schon eine ganze Weile rum und willst mit
handelsüblichen Geräten etwas abbilden für das sie nicht gemacht wurden.
Zeit also um über das Konzept nachzudenken.
Ich würde jede Wette eingehen, dass du nicht in der Lage sein wirst
(auch nicht mit Hilfe) eine USB-Host für ein Grät mit proprietären
Protokoll in einen Controller zu gießen geschweigen denn in ein FPGA.
Also vertrödle nicht deine Lebenszeit und such dir lieber einen Ansatz
der funktionieren kann.
Organist schrieb:>> Eben, und das benötigt die Realisation eines vollständigen USB-Hosts mit>> MIDI Implementierung> Welchen Aufwand würde es bedeuten, so einen host in den FPGA zu bringen?
Sehr aufwändig mitunter, BTDT. Das Problem ist die Art der
Implementierung und die Kosten. In einer Anwendung wurde ein PHY
verwendet, ähnlich der Konfiguration hier:
http://www.wiki.xilinx.com/USB%20Host%20System%20Setup
Habe ich in einem Testsystem am Laufen. Die konkrete Lösung kann Ich
aber weder im Detail publizieren, noch verteilen. Den USB-Core gibt es
nicht umsonst, sondern muss gekauft werden:
https://www.missinglinkelectronics.com/mle/index.php/menu-products/menu-usb-ehci
Für Altera habe eine ähnliche Alternative, aber auch die profitiert von
einem fertigen Core.
In allen Fällen muss dann auch noch USB-MIDI implementiert werden, bzw
ALSA (siehe den Linuxpfad im link oben). Das gleiche gilt für den
USB-Core auf OC. Ich würde das MIDI und USB - wenn im FPGA - lieber auf
einem Zynq laufen lassen. Das ist pflegeleichter und vom Tempo kein
Verlust.
Die Controller-Lösungen die Ich sehe, haben alle irgendwo ein
Bandbreitenproblem, wenn sie mehrere USB-Geräte abarbeiten wollen.
Für eine reine HW-Implementierung hatte Ich auch die hier erwogen.
http://www.hobbytronics.co.uk/usb-host-board-v2
Mit einer von mehreren firmware optionen wird es u.a. dazu:
http://www.hobbytronics.co.uk/usb-host-midi
(firmware tauschbar)
Das reicht dann parallel für Maus, Keyboard, Playstation-Controller
Joystick, Flash-Speicher und 4 MIDI-Kanäle. Wären 130 britische Pfund
für 8 Bausteine, wenn man nicht ständig umprogrammieren will und nur
eine einzige Lösung braucht.
Damit kann man dann die hier alle betreiben:
http://www.hobbytronics.co.uk/midi-supported-devices
Gelistet werden auch einige Behringer und Novation, die angeblich ein
eigenes Protokoll haben sollen. Was davon dann geht und was nicht, weiß
ich nicht. Die richtig interessanten Touchkey und Roli fehlen schon mal.
Diese arbeiten AFAIK auch über class compliance, müssten also in einem
vollständigen USB-Core abbildbar sein. Allerdings haben die wieder eine
entsprechende Datenrate. Momentan setze ich auf Zynq.
temp schrieb:> Mit anderen Worten etwas was> du bei normalen Masterkeyboards, die du ja zwingend verwenden willst,> nicht finden wirst.
Richtig und deshalb muss es ja selbst gebaut werden.
Jürgen S. schrieb:> So langsam dämmert mir die Anforderung: Bei meiner alten analogen Orgel> geht genau das: Man kann sich mit dem Arm drauflegen und fast alle> Tasten drücken. Daran sind Analogmusiker gewöhnt :-)>> Das geht mit normalem MIDI halt nicht.
Es gibt eine Latenz zwischen erster gedrückter Taste und Letzter. Aber
gehen tut das auch mit dem "alten" Midi. Die Einschränkung war früher
der Klangerzeuger, 16 Stimmen konnte man gleichzeitig nur mit 16 Tasten
bespaßen. Bei einer 5 Oktaven Tastatur hast du dann 61 mal 'note-on',
d.H. dein Klangerzeuger sollte mindestens 61 Stimmen haben um das
wiederzugeben.
Organist schrieb:> http://cryptomys.de/horo/V-USB-MIDI/index.html
Hallo Organist,
mittlerweile findet sich das Projekt auf Bitbucket:
https://bitbucket.org/horo/v-usb-midi
Die ziemlich lange Diskussion, die auch grundsätzliche Dinge von VUSB
wie Timing und Spannungspegel berührt, findet dort statt:
https://forums.obdev.at/viewtopic.php?f=8&t=1352
Ab und an aktualisiere ich das Projekt ein wenig, z.B. läuft es jetzt
auch auf einem ATtiny85-Board, das ist allerdings nur für Einzelpedale,
Master-Volume-Steller oder als einstimmiger CV-Output (Volt/Oktave) per
PWM sinnvoll.
Die Übertragungsgeschwindigkeit ist allerdings systembedingt begrenzt
(USB low speed -> zwei MIDI-Messages pro USB-Frame). Bei Windows bekommt
Du alle 8ms ein Frame, d.h. 250 MIDI-Messages pro Sekunde. Linux pollt
USB alle 2ms, das gibt 1000 MIDI-Messages pro Sekunde.
Ciao, Martin
Organist schrieb:> Und wen es noch interessiert, wir gehen nun zunächst dahin:> https://www.obdev.at/products/vusb/index-de.html
Du hast die einzigartige Gabe hier alles durcheinander zu würfeln. Was
hat das VUSB mit einem USB-Host zu tun an dem du deine Controller
anschließen kannst? Oder hast du dein Konzept jetzt wieder
umgeschmissen? Jedenfalls ist eine Software-USB-Implementation nun
wirklich nicht mehr angemessen. Controller mit Hardware USB (Device)
gibt es wie Sand am Meer und Samples für Midi genügend. Auch preislich
sparst du mit der VUSB-Lösung nichts. Aber wie gesagt du bearbeitest uns
seit 2 Monaten mit der Suche nach einer USB-Host Lösung und präsentierts
hier eine langesame Device Software Implementierung?
Hallo Organist
ich bewundere deine Ausdauer !
( die fehlt mir schon manchmal beim lesen )
Mir ist zu deinem Thema eingefallen,:
von Doepfer gibt es Wandler von MIDI nach Impuls 64.
reicht schon mal für 5 Oktaven.
Was wir brauchen ist ein uC mit mind. 8 und 8 Ausgängen für Multiplex.
Mit einer software für USB nach Impuls.
Das wär nur zur Ansteuerung der Orgel , also nicht bidirektional.
Die Sache mit den latches usw. Habe ich schon entwickelt.
Leider sind meine Programmierkenntnisse noch in den Kinderschuhen, so
das wir noch einen Programmierer bräuchten.
LG
Syntimax
syntimax schrieb:> Was wir brauchen ist ein uC mit mind. 8 und 8 Ausgängen für Multiplex.> Mit einer software für USB nach Impuls.> Das wär nur zur Ansteuerung der Orgel , also nicht bidirektional.
Die Steuerung der Elektronik durch die Tastatur ist schon vorhanden. Ich
möchte das hier tun:
Beitrag "Re: Analoge Orgel mit USB-MIDI steuern"temp schrieb:> Du hast die einzigartige Gabe hier alles durcheinander zu würfeln. Was> hat das VUSB mit einem USB-Host zu tun an dem du deine Controller> anschließen kannst? Oder hast du dein Konzept jetzt wieder> umgeschmissen?
Der erste Schritt wird sein, sich in USB reinzuarbeiten und ein
Empfangsgerät zu bauen, das Daten zu einem Rechner senden kann.
Matthias S. schrieb:> Martin H. schrieb:>> Und was ist mit Hammond?>> Oder mit Philips? Da wurden die Oszillatoren mit Glimmlampen realisiert.> Digital?
Tatsächlich?
Michael X. schrieb:>> Das geht mit normalem MIDI halt nicht.> Es gibt eine Latenz zwischen erster gedrückter Taste und Letzter. Aber> gehen tut das auch mit dem "alten" Midi.
Nun ja, 64 ms sind sicher nicht akzeptabel. Ich hatte dazu im parallelen
"Gleichzeitigkeitsthread" schon was was geschrieben.
Viele unterschätzen den Genauigkeitsbedarf bei Musik. Nur, weil eine Ton
verzögert kommt, heißt das nicht, dass man sich da Varianzen erlauben
darf.
Die Musiker kompensieren das ja auch, wenn sie begleiten indem sie den
Ton passend zum Tempo früher auslösen. Sowohl Kirchenorganisten, als
auch Schlagzeuger müssen ihre Hände wesentlich früher in Bewegung
setzen, um den Takt zu treffen. Beim Schlagzeuger beobachtet man, dass
sie sogar kurz VOR dem Schlag treffen, wenn sie gegatet spielen, weil
die tiefen Frequenzen einige ms brauchen, bis sie aufklingen. Das kann
man als exakt getimed annehmen, so wie Musiker es haben wollen.
Was sie aber nicht wollen, sind zufällige Verzögerungen. Im
Zusammenwirken bestimmter Noten und Akkorde sind früher oder später
auftauchende Noten ein Problem, weil sie den Klang anders bilden.
> Die Einschränkung war früher> der Klangerzeuger, 16 Stimmen konnte man gleichzeitig nur mit 16 Tasten> bespaßen.
Oder aus dem Sequenzer. Das ist nämlich dann das Problem, wenn man nicht
mit MTC arbeitet, aber ein Orchester antreiben möchte.
> Bei einer 5 Oktaven Tastatur hast du dann 61 mal 'note-on',> d.H. dein Klangerzeuger sollte mindestens 61 Stimmen haben um das> wiederzugeben.
Oder mehrere Erzeuger parallel. Und dann kommt wieder das an anderer
Stelle schon beschriebene Problem der zufälligen
Verarbeitungsgeschwindigkeit, der Synchronisation.
Es hängt letztlich am langsamen MIDI und seiner a) geringen Bandbreite
und b) seiner unzureichenden Synchronisation.
Wie man hier lesen kann, ist es auch mit USB nicht automatisch besser:
Martin H. schrieb:> Die Übertragungsgeschwindigkeit ist allerdings systembedingt begrenzt> (USB low speed -> zwei MIDI-Messages pro USB-Frame). Bei Windows bekommt> Du alle 8ms ein Frame, d.h. 250 MIDI-Messages pro Sekunde. Linux pollt> USB alle 2ms, das gibt 1000 MIDI-Messages pro Sekunde.
Jetzt nehme ich mal eines meiner Trance-Stücke mit 12 Spuren und 4-8
MIDI-Echos, also binnen <30ms abgesendeten MIDI-Informationen.
12 Töne am Taktbeginn gleichzeitig mit Controller-Fades und
EQ-Einstellungen, sind 36 MIDI-messages, dank USB im schlimmsten Fall
verteilt auf 18x8 = 150ms. Das wäre es schon gewesen.
Die Bandbreite ist im Mittel 8 Töne mit 12 Echos beim 160er beat mit
32stel Noten, also 40 messages in 50ms - geht also auch nicht wirklich.
Ok, man kann mit MTC spielen und einen Sequencer nehmen um die
Bandbreite voll auszuschöpfen. Aber wenn man ein Gerät bedient, das live
einspielt, wird das nix.
Rolf S. schrieb:> Matthias S. schrieb:>> Martin H. schrieb:>>> Und was ist mit Hammond?>>>> Oder mit Philips? Da wurden die Oszillatoren mit Glimmlampen realisiert.>> Digital?> Tatsächlich?
Schade, dass viele Diskutanten ein Thema nach einer Zeit auflassen und
nicht mehr beteiligen. Das hätte ich jetzt schon noch gewusst, wie man
es hinbekommt, mit Glimmlampen zu oszillieren.
Rolf S. schrieb:> Das hätte ich jetzt schon noch gewusst, wie man es hinbekommt, mit> Glimmlampen zu oszillieren.
Man nutzt deren negativen Widerstand aus. So geht ein Blinker:
1
___
2
+ -----|___|---o-------o------> Sägezahn
3
| |
4
=== Glimmlampe
5
| |
6
- -------------o-------o----
Der Kondensator wird per E-Funktion über den Widerstand geladen, bis die
Lampe zündet. Dann entlädt sich der Kondensator üner die Glimmlampe und
die Spannung fällt so weit ab, bis die Lampe wieder verlischt. Usw...
Der Glimmlampen-Oszillator funktioniert, da di eGL eine Hysterese hat,
Löschspannung < Zündspannung. Auch hat sie eine nichtlinearen
Widerstand: je höher der Strom, desto niederohmiger wird sie.
Man muss nur aufpassen, dass der Ladestrom kleiner als der Haltestrom
ist, denn sonst brennt sie dauernd.
Zum Problem des Organisten:
Ich meine verstanden zu haben:
Auf der einen Seite haben wir einen Eingangsdatenstrom mit
"komprimiertem" Midi (ein NoteOn pro Tastendruck).
Aber er braucht im Endeffekt viele parallele Ausgänge, praktisch einen
pro Pfeife, im Gegensatz zu einer echten Orgel, wo man nur pro Lade ein
Ventil (=einen Ausgang) braucht.
Diese serial-nach-parallel-Wandler gibt es auch mit Midi, jedoch kann
man dafür jedes andere Bus-System verwenden.
Wenn man dafür für alle Wandler einen einzigen Midi-Ausgang nimmt,
könnte es tatsächlich kritisch werden.
Da muss man ausweichen auf:
- mehrere Midi-Ausgänge gleichzeitig (parallel) verwenden.
- Midi mit höherer Baudrate verwenden (2-4-fach sollte die Hardware
leicht können)
- anderes Bus-System verwenden (SPI, Glasfaser...).
Wie die vielen anderen Poster bin ich der Meinung, dass der TO für das
Komprimierte Midi das klassische Midi ausreicht, jedoch nicht für das
dekomprimierte Midi. Diese bisher nicht vorhandene Unterscheidung macht
es ihm und vielen anderen Mitpostern nicht einfach.
Beim dekomprimierten Datenstrom ist er frei, er kann verwenden was er
will. Std-Midi (weil es dafür fertige Hardware gibt) oder was eigenes
(weil es schneller ist).
Wenn er std-Midi verwenden will und es zu langsam ist, muss er
parallelisieren: mehrere Midi-Busse gleichzeitig.
Dafür braucht er einen kleinen µC, der aus komprimiert was schnelles
dekomprimiertes macht.
Einen USB-Host, an den man ein Keyboard anschließen kann und der
komprimiertes Midi ausgibt, scheint es ja zu geben.
Ein Bitte an den Organisten, versuche doch klar, konkret und für alle
verständlich zu erklären, was Du hast und was Du willst.
Ich habe mir schon oft gedacht, dass für genau diese Themen ein eigenes
Unterforum geeignet wäre: Musikelektronik. Ob man reine Audiotechnik,
also Amps und Effekte mit einbezieht oder besser bei Analogtechnik
lässt?
Schwer zu sagen, ich würde im neuen Forum eher digitale Probleme (Midi,
Synthese etc.) sehen wollen.
Musiknotensatz wäre ja auch noch ein Unterthema.
Es sind ja doch einige unter uns, die sich gut in diesem weiten
Spezialfeld auskennen.
eProfi schrieb:> Wie die vielen anderen Poster bin ich der Meinung, dass der TO für das> Komprimierte Midi das klassische Midi ausreicht, jedoch nicht für das> dekomprimierte Midi.
Was genau verstehen wir jetzt unter "komprimiertem" MIDI?
> Diese bisher nicht vorhandene Unterscheidung macht> es ihm und vielen anderen Mitpostern nicht einfach.
An welcher Stelle taucht diese Frage auf?
Ich lese hier nur von 2 Dingen:
1) Die MIDI-Controller, die es heute gibt, haben kein MIDI-Trio mehr
sondern nur noch USB.
Lösung 1: USB-Controller als host an die Elektronik anflanschen und MIDI
implementieren. Erfordert FTTI Chip oder Modul sowie Programmierarbeit
für USB-Stack und MIDI-Aufsatz.
Lösung 2: USB-zu-MIDI-Wandler kaufen und an die Elektronik anflanschen.
Erfordert mehrere solcher Controller wegen der Zahl der benötigten
Eingänge und der Bandbreite. Braucht aber nur Löten und Optokoppler
> Wenn er std-Midi verwenden will und es zu langsam ist, muss er> parallelisieren: mehrere Midi-Busse gleichzeitig.> Dafür braucht er einen kleinen µC, der aus komprimiert was schnelles> dekomprimiertes macht.
Ich wäre fürs Kaufen. Links sind oben gepostet.
Lösung 3: USB-MIDI-Controller wie das Teensy kaufen und an die
Elektronik anflanschen. USB Stack und MIDI sind überwiegend gelöst und
man muss nur noch PINs verbinden. Da bin ich gerade dran.
Lösung 4: USB-Stack auf FPGA als HW Core implementieren und FTTI Chip
treiben. Erfordert Lizenz und Implementierung des MIDI-Aufsatz auf USB
in VHDL. Habe ich bis zu USB host teilrealisiert.
Ich favorisiere das hier:
Lösung 5: Zynq mit fertigem Software Stack für USB als an Elektronik
anflanschen. Braucht nur noch Programmierarbeit in C fürs MIDI.
> Ich habe mir schon oft gedacht, dass für genau diese Themen ein eigenes> Unterforum geeignet wäre: Musikelektronik.
Sofort dabei. Allerdings:
> Ob man reine Audiotechnik, also Amps und Effekte mit einbezieht oder> besser bei Analogtechnik lässt?
Musikelektronik ist eine rein thematische Klassifizierung und keine
technologische, wie "UC", "FPGA" und "Analog". Das gilt z.B. auch für
das neue Forum Fahrzeugtechnik. Ist der o.g. Blinker jetzt
Fahrzeugtechnik, oder doch Elektronik oder gehört er in Digitaltechnik,
weil er diskret blinkt?
> Schwer zu sagen, ich würde im neuen Forum eher digitale Probleme (Midi,> Synthese etc.) sehen wollen.
Das Meiste, was MIDI ist, ist genau genommen Serielles Interface.
Das Meiste, was Synthese ist, ist Schwingkreis und DDS.
Das Meiste, was Filtern ist, ist Analog oder DSP
Man könnte "Musikelektronik" taggen, um threads auffindbar zu machen.
> Musiknotensatz wäre ja auch noch ein Unterthema.
Dafür bekommst Du selbst auf Recording oder im Musikerboard nur wenige
zusammen :-)
Was man mal andenken könnte, wäre, "Microcontroller" und "digitale
Elektronik" zu trennen.
Klaus L. schrieb:> Seit wann "zünden" Glimmlampen?
Seit sie erfunden wurden und oberhalb ihrer Zündspannung betrieben
werden. Aber du stellst dich wahrscheinlich nur dumm, weil Feiertag ist.
Oder ein Leseproblem?
Glimmlampe =! Glühlampe.
Die Lampe hat bis zum Erreichen einer Spannung praktisch keinen
Stromdurchlass.
https://de.wikipedia.org/wiki/Glimmlampe
Alles off topic und schon erklärt:
eProfi schrieb:> Der Glimmlampen-Oszillator funktioniert, da di eGL eine Hysterese hat,> Löschspannung < Zündspannung. Auch hat sie eine nichtlinearen> Widerstand: je höher der Strom, desto niederohmiger wird sie.> Man muss nur aufpassen, dass der Ladestrom kleiner als der Haltestrom> ist, denn sonst brennt sie dauernd.> Zum Problem des Organisten:
Ja, wieder zum Problem der Organisten:
Organist schrieb:> Wie bekomme Ich es hin, dass Ich von Cubase, einem Audio Editor, über> USB direkt meine Orgel als Ausgabegerät sehen kann?
Mit einem Treiber, der dem Audiosystem über die VST-Schnittstelle
mitteilt, dass ein solches USB-System angeschlossen ist. Der Treiber
muss die Möglichkeiten der Orgel, also die Tonerzeugung und die
Drehknopfänderungen empfangen und senden. Dazu gibt es die
USB-Audio-Klasse. Implementiert werden muss ein USB-host, mit MIDI-USB
Protokoll. Das ist aber nicht ohne.
Ich glaube aber auch, dass in beiden Richtungen (oder wenigstens dem
upward-Pfad) normales MIDI reichen sollte. Soviele Daten produziert ein
Controller nun auch wieder nicht. Die erwerbfähigen Controller, die so
allgemein verwendet werden, schaffen das ja auch. Und die meisten haben
eine USB-Schnittstelle, die direkt am Computer arbeitet. Ich würde eher
die anzapfen und es an die Orgel weitergeben.
So toll ist das nicht! Ich habe mit Steinbergs CMCs und auch einem
Vestax 100 gearbeitet, zuletzt auch einen ICON Q im Gebrauch: Die alle
leiden an der angeblichen Echtzeitfähigkeit!
Motorautomation funktioniert prima, wenn man es offline beim Mastering
anwendet und aufzeichnet. Man darf aber nicht probieren, das online zu
verwenden, um die Trackkurven zu zeichnen wie man das "analog" macht.
Das Kompensieren der Delays funktioniert, wenn es überhaupt
implementiert ist, so ziemlich nie exakt und ist ungenau. Man ist immer
hinterher. Schnelle fades werden nicht der Millisekunde zugeordnet, in
der man schneiden wollte. Wenn man Pech hat, werden dank überlastetem
USB-Port manche Befehle nicht angenommen und/oder beim Abspielen die
Faderpositionen nicht mitübernommen. Damit wird das Postprozessing
erschwert, wenn man kleine Änderungen vornehmen will.
Das digitale Arbeiten ist bei weitem noch nicht auf dem Niveau des
analogen Schneidens. Jedenfalls nicht bei USB, PC und Normal-DAW. ICON
hat mit dem Pro X eine neue Serie draussen, die das angeblich verbessern
soll, aber auch da gibt es schon kritische Berichte. Wenn man was
Richtiges will, geht es nur mit Digitalpulten und Konsolen der
SSL-Klasse.
Eine Glimmlampe ist als (tongebender) Oszillator ziemlich fuer den Popo.
Weil hohe Konstanz der Werte nicht erreichbar ist.
Da reicht ein wenig mehr Hintergrundradioaktivitaet, eine etwas
hoehere Raumtemperatur und zu niedriger Luftdruck und der
Oszillator laeuft weg wie nichts.
Also nicht nachmachen Kinners!
Sowas mussten nur die Altvorderen im letzten Jahrtausend in ihre
Instrumente tun, die hatten schlicht nichts besseres.
$$$ schrieb:> Eine Glimmlampe ist als (tongebender) Oszillator ziemlich fuer den Popo.
Das sehen die Meisten wohl ähnlich und meine Nachfrage diesbezüglich
diente auch nur dem Verständnis.
Nicht, dass ich den thread OT führen möchte, aber ...
>Sowas mussten nur die Altvorderen im letzten Jahrtausend in ihre>Instrumente tun,
Wer musste wann soetwas wo hinein tun???
syntimax schrieb:> Leider sind meine Programmierkenntnisse noch in den Kinderschuhen, so> das wir noch einen Programmierer bräuchten.
Darfs dich mal melden!