Wird ein gesperrter Interrupt später bearbeitet

Gast #1907390
Hallo, ich hätte mal eine grundsätzliche Frage, verwende zwar den 
PIC18F4580, sollte aber eine anderen MCUs die gleiche Problematik sein.

Frage:  Wenn ich das GIE = 0 setze, also alle Interrupts sperre, und es 
später wieder freigebe, wird dann eine Interruptanforderung, die während 
der gesperrten Zeit auftrat, nach der Freigabe automatisch bearbeitet ?

Hintergrund:
Ich erzeuge jede 1 ms einen Timer Interrupt, um so mehrere Softwaretimer 
mit einer Auflösung von 1 ms zu erzeugen.
Machmal, wenn z.B. das EEPROM beschrieben wird, dann werden alle 
Interrupts kurz gesprerrt.
Effekt:  Die Timer laufen ca. 50 % zu langsam !

Danke im Voraus.  Dirk
#1907409
DirkF schrieb:
> Hallo, ich hätte mal eine grundsätzliche Frage, verwende zwar den
> PIC18F4580, sollte aber eine anderen MCUs die gleiche Problematik sein.
>
> Frage:  Wenn ich das GIE = 0 setze, also alle Interrupts sperre, und es
> später wieder freigebe, wird dann eine Interruptanforderung, die während
> der gesperrten Zeit auftrat, nach der Freigabe automatisch bearbeitet ?

Das steht im Datenblatt.
Aber üblicherweise ist es so. Ansonsten wären Interrupts Systeme nämlich 
wenig sinnvoll.
#1907411
DirkF schrieb:
> Wenn ich das GIE = 0 setze, also alle Interrupts sperre, und es
> später wieder freigebe, wird dann eine Interruptanforderung, die während
> der gesperrten Zeit auftrat, nach der Freigabe automatisch bearbeitet ?

Das Interrupt-Flag wird gesetzt und bei Ausführen der Interrupt-Routine 
entweder automatisch vom Prozessor oder bei Gammel-Prozessoren 
"händisch" wieder rausgenommen.
Wenn du nun die Interrupts abschaltest, werden nur die Routinen nicht 
abgearbeitet, die Flags werden aber gesetzt. Machst du jetzt die 
Interrupts wieder an, werden die Interrupts nach Priorität abgearbeitet, 
da die Flags noch gesetzt sind.
Problem ist, wenn in der abgeschalteten Zeit mehrere gleiche Interrupts 
auftreten. Hier wird nicht gezählt oder sowas! Bei mehreren 
verschiedenen gehts aber.

mfg mf
#1907482
DirkF schrieb:
> sollte aber eine anderen MCUs die gleiche Problematik sein.

Ein Interrupt muß auf jeden Fall gemerkt werden, sonst würde man 
Interrupts verlieren und damit wären Interrupts völlig nutzlos.


Trotzdem gab es Leute, die so verrückt waren, dieses eherne Gesetz zu 
brechen.
Z.B. der Scenix SX18 hatte weder Interruptflag noch getrennte 
Interruptvektoren für den Timer. Es gab somit keine Möglichkeit, zu 
entscheiden, ob man nun im Timerinterrupt oder im externen Interrupt 
ist.
Resultat: Der Chip ist schnell wieder in der Versenkung verschwunden, 
obwohl er damals mit 100MHz sauschnell war.


Peter
Gast #1907837
An Lothar Miller:

Aber im Datenblatt des PIC 18F4680 wird strensgtens empfohlen, die 
Interrupts zu deaktivieren, wenn man ins EEPROM schreibt.

Das EEPROM schreiben ist im normalen Programm, nicht im Interrupt.

Gruß Dirk.
Gast #1907929
Dirk F schrieb:
> Aber im Datenblatt des PIC 18F4680 wird strensgtens empfohlen, die
> Interrupts zu deaktivieren, wenn man ins EEPROM schreibt.

Hallo,

das ist zwar sicher für das EEPROM, kann aber anderweitige 
Nebenwirkungen haben wie verlorene IRQs. Lässt du andrerseits Interrupts 
zu, musst du selbst sorgfältig drauf achten, dass der Schreibvorgang 
durch nichts gestört wird, z.B. dürfen die ISRs nichts aus dem EEPROM 
lesen.

Interrupts sollte man immer nur für wenige, linear ablaufende 
Maschinenbefehle abschalten, um Auswirkungen auf die 
Interruptbearbeitung von vornherein zu vermeiden. Keinesfalls darf es 
Abschaltungen unbekannter zeitlicher Länge geben, also Vorsicht mit 
Schleifen.

Gruss Reinhard
#1907947
Dirk F schrieb:
> An Lothar Miller:
>
> Aber im Datenblatt des PIC 18F4680 wird strensgtens empfohlen, die
> Interrupts zu deaktivieren, wenn man ins EEPROM schreibt.

Du willst die Interrupts aber wahrscheinlich ja auch nur während des 
tatsächlichen Schreibvorgangs sperren.
Und ich kann mir nicht vorstellen, dass auf besagtem µC das Schreiben 
eines Bytes länger als 1ms dauert.
#1908217
@Dirk F (Gast)

>Aber im Datenblatt des PIC 18F4680 wird strensgtens empfohlen, die
>Interrupts zu deaktivieren, wenn man ins EEPROM schreibt.

Wirklich? Mal schauen.

Nö, du musst mall RICHTIG lesen.

"The write will not begin if this sequence is not exactly
followed (write 55h to EECON2, write 0AAh to
EECON2, then set WR bit) for each byte. It is strongly
recommended that interrupts be disabled during this code  segment."

Die Interrupts werden für eine Handvoll Assemblerbefehle gesperrt, nicht 
für mehrere Millisekunden. Siehe Datenblatt Seite 109. Da kommt kein 
Timer aus dem Tritt.

MfG
Falk

P S Das ist praktisch genauso beim AVR.

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