Hallo, ich hätte mal eine grundsätzliche Frage, verwende zwar den
PIC18F4580, sollte aber eine anderen MCUs die gleiche Problematik sein.
Frage: Wenn ich das GIE = 0 setze, also alle Interrupts sperre, und es
später wieder freigebe, wird dann eine Interruptanforderung, die während
der gesperrten Zeit auftrat, nach der Freigabe automatisch bearbeitet ?
Hintergrund:
Ich erzeuge jede 1 ms einen Timer Interrupt, um so mehrere Softwaretimer
mit einer Auflösung von 1 ms zu erzeugen.
Machmal, wenn z.B. das EEPROM beschrieben wird, dann werden alle
Interrupts kurz gesprerrt.
Effekt: Die Timer laufen ca. 50 % zu langsam !
Danke im Voraus. Dirk
DirkF schrieb:> Hallo, ich hätte mal eine grundsätzliche Frage, verwende zwar den> PIC18F4580, sollte aber eine anderen MCUs die gleiche Problematik sein.>> Frage: Wenn ich das GIE = 0 setze, also alle Interrupts sperre, und es> später wieder freigebe, wird dann eine Interruptanforderung, die während> der gesperrten Zeit auftrat, nach der Freigabe automatisch bearbeitet ?
Das steht im Datenblatt.
Aber üblicherweise ist es so. Ansonsten wären Interrupts Systeme nämlich
wenig sinnvoll.
DirkF schrieb:> Wenn ich das GIE = 0 setze, also alle Interrupts sperre, und es> später wieder freigebe, wird dann eine Interruptanforderung, die während> der gesperrten Zeit auftrat, nach der Freigabe automatisch bearbeitet ?
Das Interrupt-Flag wird gesetzt und bei Ausführen der Interrupt-Routine
entweder automatisch vom Prozessor oder bei Gammel-Prozessoren
"händisch" wieder rausgenommen.
Wenn du nun die Interrupts abschaltest, werden nur die Routinen nicht
abgearbeitet, die Flags werden aber gesetzt. Machst du jetzt die
Interrupts wieder an, werden die Interrupts nach Priorität abgearbeitet,
da die Flags noch gesetzt sind.
Problem ist, wenn in der abgeschalteten Zeit mehrere gleiche Interrupts
auftreten. Hier wird nicht gezählt oder sowas! Bei mehreren
verschiedenen gehts aber.
mfg mf
DirkF schrieb:> sollte aber eine anderen MCUs die gleiche Problematik sein.
Ein Interrupt muß auf jeden Fall gemerkt werden, sonst würde man
Interrupts verlieren und damit wären Interrupts völlig nutzlos.
Trotzdem gab es Leute, die so verrückt waren, dieses eherne Gesetz zu
brechen.
Z.B. der Scenix SX18 hatte weder Interruptflag noch getrennte
Interruptvektoren für den Timer. Es gab somit keine Möglichkeit, zu
entscheiden, ob man nun im Timerinterrupt oder im externen Interrupt
ist.
Resultat: Der Chip ist schnell wieder in der Versenkung verschwunden,
obwohl er damals mit 100MHz sauschnell war.
Peter
DirkF schrieb:> Machmal, wenn z.B. das EEPROM beschrieben wird, dann werden alle> Interrupts kurz gesprerrt.
Das würde ich ändern, denn es ist nicht nötig. Du kannst ja einfach das
Busy-Flag abfragen. Oder findet die EEPROM Schreiberei gar in einem
Interrupt statt?
An Lothar Miller:
Aber im Datenblatt des PIC 18F4680 wird strensgtens empfohlen, die
Interrupts zu deaktivieren, wenn man ins EEPROM schreibt.
Das EEPROM schreiben ist im normalen Programm, nicht im Interrupt.
Gruß Dirk.
Dirk F schrieb:> Aber im Datenblatt des PIC 18F4680 wird strensgtens empfohlen, die> Interrupts zu deaktivieren, wenn man ins EEPROM schreibt.
Hallo,
das ist zwar sicher für das EEPROM, kann aber anderweitige
Nebenwirkungen haben wie verlorene IRQs. Lässt du andrerseits Interrupts
zu, musst du selbst sorgfältig drauf achten, dass der Schreibvorgang
durch nichts gestört wird, z.B. dürfen die ISRs nichts aus dem EEPROM
lesen.
Interrupts sollte man immer nur für wenige, linear ablaufende
Maschinenbefehle abschalten, um Auswirkungen auf die
Interruptbearbeitung von vornherein zu vermeiden. Keinesfalls darf es
Abschaltungen unbekannter zeitlicher Länge geben, also Vorsicht mit
Schleifen.
Gruss Reinhard
Dirk F schrieb:> An Lothar Miller:>> Aber im Datenblatt des PIC 18F4680 wird strensgtens empfohlen, die> Interrupts zu deaktivieren, wenn man ins EEPROM schreibt.
Du willst die Interrupts aber wahrscheinlich ja auch nur während des
tatsächlichen Schreibvorgangs sperren.
Und ich kann mir nicht vorstellen, dass auf besagtem µC das Schreiben
eines Bytes länger als 1ms dauert.
Dirk F schrieb:> Aber im Datenblatt des PIC 18F4680 wird strensgtens empfohlen, die> Interrupts zu deaktivieren, wenn man ins EEPROM schreibt.
Jetzt fällt mir wieder ein, warum ich diese PIC-Dinger nicht mag... ;-)
Oder soll damit nur ein Doppelzugriff auf das EEPROM-Datenregister
während des Schreibens verhindert werden?
@Dirk F (Gast)
>Aber im Datenblatt des PIC 18F4680 wird strensgtens empfohlen, die>Interrupts zu deaktivieren, wenn man ins EEPROM schreibt.
Wirklich? Mal schauen.
Nö, du musst mall RICHTIG lesen.
"The write will not begin if this sequence is not exactly
followed (write 55h to EECON2, write 0AAh to
EECON2, then set WR bit) for each byte. It is strongly
recommended that interrupts be disabled during this codesegment."
Die Interrupts werden für eine Handvoll Assemblerbefehle gesperrt, nicht
für mehrere Millisekunden. Siehe Datenblatt Seite 109. Da kommt kein
Timer aus dem Tritt.
MfG
Falk
P S Das ist praktisch genauso beim AVR.