Billig USB-Schnelllader auseinandergebaut

Gast #1954768
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Ich war mal neugierig was sich hinter so einem USB-Schnelllader für 
99Cent verbirgt.

http://www.amazon.de/Schnelllader-einsetztbar-Netzteil-Ladekabel-Ladeger%C3%A4t/dp/B002TM4RTW/ref=pd_cp_ce_1

Also bestellt, auseinander gebaut und anhängendes Schaltbild 
aufgenommen.

Allerdings verstehe ich die Schaltung nicht wirklich. Kann mir da jemand 
auf die Sprünge helfen?

Auch von dem Hochvolt-Schalttransistor finde ich nirgends Unterlagen.

Grüße
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Persönliche Seite #1956024
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> Allerdings verstehe ich die Schaltung nicht wirklich. Kann mir da jemand
> auf die Sprünge helfen?

Das ist ein Sperrwandler.

T2 ist der Schalttransistor; sowas wie ein MJE13003 (wurde ja schon 
genannt).
Und T1 leitet. wenn an R2 mehr als ca. 0,7V abfallen. Das passiert 
(wegen R2 = 8,2 Ohm) bei ca. 85mA Strom.
R2 liegt in der Emitterleitung von T2. Fließen also mehr als 85mA über 
T2, leitet T1 und entzieht T2 den Basisstrom. T2 schaltet damit ab.
Nun fließt kein Strom mehr über die Primärwicklung vom Übertrager. 
Folglich entstehen an allen 3 Wicklungen Induktionsspannungen.
Die Induktionsspannung in der Ausgangs-Wicklung wird über D3 
gleichgerichtet; das ist dann die Ausgangsspannung. In der "oberen" 
Wicklung auf der linken Seite entsteht natürlich auch eine 
Induktionsspannung. Die ist eher unerwünscht, weil sie sich auf die 
gleichgerichtete Netzspannung aufaddiert und somit die Spannung am 
Kollektor von T2 sehr hoch werden lässt.
Daher muss T2 sehr spannungsfest sein; üblich sind bei Sperrwandlern 
600...800V-Transistoren (ich habe aber auch schon welche mit 
500V-Transistoren gesehen).
Die "untere" Wicklung auf der linken Seite liefert auch 
Induktionsspannung. Und diese dürfte so gepolt sein, dass sie T2 
gesperrt hält.
Sobald sich die magnetische Energie im Übertrager weitgehend entladen 
hat, wird die von dieser Wicklung gelieferte Spannung zu gering, um T2 
gesperrt zu halten. Dann bekommt T2 über R4 wieder genug Basisstrom und 
schaltet durch. Das lässt in der unteren linken Wicklung vom Übertrager 
eine Induktionsspannnug entstehen, die diesmal so gepolt ist, dass sie 
zusätzlichen Basisstrom für T2 liefert. Damit wird nun magnetische 
Energie in den Übertrager geladen.
So lange, bis der durch T2 fließende Strom 85mA überschreitet und T2 
über T1 wieder abgeschaltet wird.

Der Optokoppler liefert T1 Basisstrom und schaltet damit T2 ab, sobald 
der Fototransistor leitet, also die Ausgangsspannnug des Wandlers so 
hoch wird, dass die Optokoppler-LED zu leuchten beginnt.
Gast #1956434
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hat es kommen müssen: Erst kopieren uns die Chinesen, jetzt machen wir 
schon Re-Ingenieuring von Chinaprodukten....Noch ein paar Jahre und 
High- Tech- Produkte sind nur noch Made in China , wir alle Frührentner, 
Harzies oder tot.
Gast #1957296
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Zeige schrieb:
> bitte mal die Leiterbahnseite.

Bitte.

Die Angabe auf dem Typenschild von 1000mA max. Ausgangsstrom ist 
gelogen. Bei einer ohmschen Last von 5 Ohm bricht die Ausgangsspannung 
auf 3,3V zusammen. Bei 10 Ohm bleibt die Ausgangsspannung konstant auf 
5,15V.
Interessanterweise steht auf der Verpackung: max. 500mA output.

Leider bin ich noch nicht dazu gekommen den Trafo zu messen. Morgen :)
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Gast #1957316
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>Ich wundere mich hier, dass es billiger ist nur eine Diode statt einem
>Brückengleichrichter zu verwenden und dafür einen größeren Kondensator
>einzubauen.

Wahrscheinlich ist das alles handbestückt. Mit drei Bauteilen weniger 
lässt sich die Platine wohl schneller bestücken - was mehr Gewinn 
reinfährt wie der große Elko kostet...
Gast #1957495
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Was mir besonders gut gefällt, ist der fehlende Y-Kondensator zwischen 
Primär- und Sekundärseite, auch wenn es vielleicht Einigen aus 
EMV-Gründen nicht gefällt, aber die Gefahr für tote Halbleiter ist 
dadurch deutlich geringer.

Auch von mir ein Danke an den Neugierigen, für die saubere 
Dokumentation.

mfG ingo
Gast #1957557
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Danke schrieb:
> und auch der verwendete Optokoppler hat die nötige
> Spannungs- Sicherheit lt. Datenblatt..

Ok, da werd ich jetzt rot....
Den Typ des Optokopplers hab ich mal einfach so angenommen. Auf dem 
Original steht leider nichts drauf. Die Bauform stimmt aber.
Gast #1958933
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Heute bin ich dazu gekommen den Trafo näher zu untersuchen.
Die Ergebnisse siehe PDF.
Ich habe Sekundär seitig ein Sinussignal mit 5Vss eingespeist. 
Ri-Generator 50Ohm.
Dann die Frequenz so lange erhöht, bis sich das beste 
Übertragungsverhältnis einstellte. Die Spannungen Primär seitig wurden 
mit 10:1 Tastköpfen aufgenommen.
Die Wicklungswiderstände mit einer Pontavi Schleifdrahtmessbrücke 
gemessen.
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Gast #2117156
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Hier noch einmal ein paar Fragen zu diesen Netzteilen.
Habe mir einige recht preisgünstig gekauft. Möchte sie in Verbindung mit 
2,5 Zoll HD an USB Eingängen von Fernseher oder DVD-Player benutzen mit 
bekannten Y USB-Kabeln.
Habe auch schon, wie oben erwänt, nur 0,5A bei 5V herausbekommen.

Leider nehmen meine HD Spitzenströme von 1A auf.
Resultat: ständiges "klappern" des HD-Antriebs.

Wer hat ne Idee, daß man bei statischer 5 Ohm Last 5V rauskriegt.
Ich kenne mich bei Sperrwandlern nicht so aus.
Reduzierung von R4 oder R2 oder beides ??
Gast #2117258
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Neugieriger schrieb:
> Was ich zu SW13003 gefunden habe:
> http://www.007swz.com/sztianbaodidz/products/kaigu...
> Von der Bauform kommt es hin, leider kann ich kein Chinesisch :(

Warum nicht?
http://translate.google.de/translate?hl=de&sl=zh-CN&u=http://www.007swz.com/sztianbaodidz/products/kaiguansanjiguan_1002.html

Die Aussagekraft dieser Seite ist so aber auch nicht viel grösser. :-(
Gruss
Harald
Gast #2117606
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Bernd schrieb:
> Wer hat ne Idee, daß man bei statischer 5 Ohm Last 5V rauskriegt.

Wie du hier Beitrag "Re: Billig USB-Schnelllader auseinandergebaut"
auf den Bildern sehen kannst ist die Wechselspannungs-Gleichrichtung nur 
als Einweg-Gleichrichter ausgeführt. Auf der Leiterplatte sind aber 
Bohrungen für einen Brückengleichrichter. Wenn du die Dioden noch 
ergänzt sollten auch 1A machbar sein.
Gast #2117642
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Die Teile wären ja ganz nett, wenn nicht immer der Elko auf der 
Primärseite nach einem Jahr Betrieb platzen würde...

Und zum Thema EMV-Cs: Neulich hats mir so ein NT nach drei Jahren 
Nichtbenutzung spontan zerlegt, weil der X-Kondensator geplatzt ist 
(vmtl. Feuchtigkeit gezogen). Wäre alles nicht so schlimm, war ja sogar 
eine kleine Keramiksicherung drin. Sogar der Gleichrichter war als 
4er-Brücke ausgelegt. Leider hat die Explosion den "heissen" Teil des 
Sicherungsdrahts an die DC-Seite des Gleichrichters gedrückt und damit 
neben noch mehr Knall auch gleich noch so ziemlich alles an Halbleitern 
ruiniert. Also Totalschaden. Ohne Funkenstörung wäre das nicht passiert 
;)
Gast #2117653
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Georg A. schrieb:
> Die Teile wären ja ganz nett, wenn nicht immer der Elko auf der
> Primärseite nach einem Jahr Betrieb platzen würde...
>
> Und zum Thema EMV-Cs: Neulich hats mir so ein NT nach drei Jahren
> Nichtbenutzung spontan zerlegt, weil der X-Kondensator geplatzt ist

Eigentlich sollte so etwas nicht passieren, da X-Kondensatoren
erhöhten Ansprüchen genügen müssen. Aber auf die Einhaltung der
dazugehörenden Prüfnormen kann man sich anscheinend inzwischen
auch nicht mehr verlassen.
Gruss
Harald
Gast #2117718
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Harald Wilhelms schrieb:

> Eigentlich sollte so etwas nicht passieren, da X-Kondensatoren
> erhöhten Ansprüchen genügen müssen. Aber auf die Einhaltung der
> dazugehörenden Prüfnormen kann man sich anscheinend inzwischen
> auch nicht mehr verlassen.

Das ist aber schon Tradition. Qualmende X2 kenne ich von meinen Apple 
II/III/Lisa (aus den 80ern), von meinen Studioblitzen (da auch als 
RC-Kombination 100nF+100R von RIFA) und von diversen Messgeräten. Die 
Dinger dampfen sogar aus vergossenen Schaffner-Netzfiltern heraus.

Eigentlich ein schöner Fehler. Führt zu einem niedrigen Einkaufspreis 
und ist leicht zu beheben.


Patrick
Gast #2117857
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> Ja schön, nur hat das hier beschriebene Gerät gar keine X-Kondensatoren
> eingebaut.

Je eben, freu dich doch. Kann dir nur noch der Primärelko um die Ohren 
fliegen. Radiohören wird eh überbewertet.
Persönliche Seite #2117965
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Neugieriger schrieb:
> Bernd schrieb:
>> Wer hat ne Idee, daß man bei statischer 5 Ohm Last 5V rauskriegt.
> Wie du hier Beitrag "Re: Billig USB-Schnelllader auseinandergebaut"
> auf den Bildern sehen kannst ist die Wechselspannungs-Gleichrichtung nur
> als Einweg-Gleichrichter ausgeführt. Auf der Leiterplatte sind aber
> Bohrungen für einen Brückengleichrichter. Wenn du die Dioden noch
> ergänzt sollten auch 1A machbar sein.

So ein Quatsch. Man müsste alles neu auslegen um mehr Strom ziehen zu 
können. Den Trafo, den Schalttransistor, die Elkos. Mit drei 
zusätzlichen Dioden ist es nicht getan.
#2118251
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Die Netzgleichrichter ist sicher nicht die Grenze für die 
Leistungsabgabe.
Am ehesten bestimmt der Widerstand R2 ( imax von T2, etwa 15 mA) die 
maximale Leistungsaufnahme. Auch andere Bauelemente (Tr1, D3, T2..) 
könnten Grund für die (Hersteller-?)Angabe von 0,5A sein.

Wahrscheinlich hat der Verkäufer die Streuung dieses Grenzwertes 
ausgenutzt oder nur den Kurzschlussstrom angegebn.
Gast #2120736
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Hallo
Noch mal zu meiner Frage nach der höheren Ausgangsleistung.
Ich habe die Variante mit Grätzbrücke am Eingang und keine höhere 
Ausgangsleistung. Ich habe die statischen Temperaturen am Übertrager und 
am Schalttransistor auf deren Oberfläche gemessen. In beiden Fällen 
weniger als 50 Grad. Auch die Sättigung ist bei dem Übertrager bei der 
Taktfrequenz > 200kHz vermutlich noch nicht erreicht.

Das bedeutet, der Hochlauf des Sägezahns wird weit vor der Sättigung des 
Übertragers unterbrochen.
Damit hören meine Kenntnisse zum Sperrschwinger auf.
Der Transistor T2 müsste etwas länger offen bleiben. Vielleicht die 
Mitkopplung über C2.
Ich weiss es halt nicht.
Wer kennt sich den wirklich gut aus?

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