Hallo Hilde,
HildeK schrieb:> Habe vor vielen Jahren (ca 1980) mal einen solchen Geradeausempfänger> für DCF-Empfang gebaut. Als Filter verwendete ich einen 77,5MHz Quarz,> extra geschliffen für diesen Zweck (es gab damals eine Firma namens> Wuttke). Der Quarz ist zwar 5cm lang, aber die Filtereigenschaften waren> hervorragend.
Volltreffer bei der Suche im WWW... Ich bin auf der Suche nach genau so
einem Quarz. Und ich habe, ungefähr zur gleichen Zeit wie du, ziemlich
genau das selbe gemacht, wie du: Einen Geradeausempfänger für
DCF-Empfang. Als Filter verwendete ich einen 77,5 kHz Quarz, extra
geschliffen für diesen Zweck (es gab damals eine Firma namens Wuttke).
Der Quarz ist zwar 5cm lang... Das war ja nicht billig. Dazu 13
Nixie-Röhren und einen Haufen 74LSxx.
Jetzt wollte ich auch wieder einen solchen Empfänger bauen, aber nicht,
um die Uhrzeit zu empfangen, sondern um die 77,5 kHz als Referenz für
eine 10 MHz PLL-Schaltung zu verwenden. Und so wollte ich dich fragen,
ob du zufällig deinen Quarz noch hast und abgeben kannst.
Kaufen kann man die nicht, schleifen lassen vielleicht, aber wohl kaum
zu erträglichen Preisen, und Stimmgabelquarze scheinen mir herzlich
ungeeignet für diesen Zweck. Der Empfänger soll möglich schmalbandig mit
dem einen Quarz sein. Wenn die Sekundenpulse nur noch schwach
ausgebildet wären, Größenordnung 1 Hz Bandbreite, wäre das sehr
vorteilhaft. Aber das wäre wohl zu viel verlangt.
Ralf Berres hat es ja offensichtlich noch erheblich aufwändiger
getrieben. 300 DM für 4 Quarze - ich glaube, das passt zu dem, was ich
bezahlt habe. Aber 6 Hz tiefer passt bei mir nicht.
Ich habe meinen Quarz noch, aber der läuft seit über 40 Jahren in meinem
DCF77-Empfänger auf dem Wohnzimmerschrank - den werde ich niemals
schlachten(!). (Den Empfänger, nicht den Schrank.)
Die 77,5k - 10MHz-PLL ist schon fertig, ich betreibe sie, indem ich
meinen DCF77-Empfänger anzapfe. Dafür geht seit einigen Wochen ein Kabel
quer durch das Wohnzimmer... Das soll weg...
Und vielleicht hat ja noch jemand so ein Teil. Wir waren offensichtlich
nicht die Einzigen, die das gemacht haben.
Bin gespannt.
Grüße, DZDZ
Der Zahn der Zeit schrieb:> Quarz für schmalbandiges DCF77-Filter> Ich habe meinen Quarz noch, aber der läuft seit über 40 Jahren in> meinem DCF77-Empfänger - den werde ich niemals schlachten(!).
Für normale DCF77-Empfänger werden solche Filterquarze
nicht mehr benötigt. Du kannst dort problemlos einen
anderen Empfänger einbauen. Mit einer Zwischenplatine
am besten so, das Du das jederzeit zurückbauen kannst.
Dann hast Du Deinem eigenen Filterquarz frei für Deinen
Referenzempfänger.
Gibt's mittlerweilen für 2Euro20 bei diversen Händlern. Sind halt
mittlerweilen etwas kleiner geworden, wie alle moderneren Quarze.
FT243-Gehäuse ist out of date!
Der Zahn der Zeit schrieb:> Hallo Hilde,
HildeK bitte! :-) - ich bin nicht weiblich ...
Der Zahn der Zeit schrieb:> Jetzt wollte ich auch wieder einen solchen Empfänger bauen, aber nicht,> um die Uhrzeit zu empfangen, sondern um die 77,5 kHz als Referenz für> eine 10 MHz PLL-Schaltung zu verwenden. Und so wollte ich dich fragen,> ob du zufällig deinen Quarz noch hast und abgeben kannst.
Tja, ich habe nur einen und er läuft nach wie vor in meiner DCF-Uhr.
Brauche ich also noch und kann ihn nicht weggeben! Tut mir leid!
Da geht es mir genauso wie dir :-).
Der Zahn der Zeit schrieb:> Der Empfänger soll möglich schmalbandig mit> dem einen Quarz sein. Wenn die Sekundenpulse nur noch schwach> ausgebildet wären, Größenordnung 1 Hz Bandbreite, wäre das sehr> vorteilhaft. Aber das wäre wohl zu viel verlangt.
Die Bandbreite konnte man schön mit einem normalen Trimmpoti - als Last
geschaltet - einstellen. Meine Uhr läuft so mit 10-15Hz BB, weniger ist
auf Kosten des Signalpegels auch möglich. Ob 1Hz noch brauchbar geht,
habe ich nie ausprobiert, da sind ja die mir wichtigen DCF-Pulse fast
weg.
Helmut -. schrieb:> Gibt's mittlerweilen für 2Euro20 bei diversen Händlern. Sind halt> mittlerweilen etwas kleiner geworden, wie alle moderneren Quarze.
Ich bin mir nicht sicher (habe es nie getestet), ob die genauso gut als
Filterquarz verwendbar sind. Hat da jemand Erfahrung?
Hallo Hilde K,
einen solchen Quarz kann ich dir anbieten. Hatte vor Jahren eine
Schaltung aus der Funkschau Sonderheft Nr.: 34 mit Erfolg nachgebaut.
Einen einzigen Quarz 77.5 KHz habe ich noch.
Falls noch Interesse besteht, PN an mich.
Beste 73
HildeK schrieb:> HildeK bitte! :-) - ich bin nicht weiblich ...
Sorry - aber das Missverständnis hat sich aufgedrängt.
HildeK schrieb:> Ich bin mir nicht sicher (habe es nie getestet), ob die genauso gut als> Filterquarz verwendbar sind. Hat da jemand Erfahrung?
Ich halte es für ziemlich ausgeschlossen, dass sie gut geeignet sind,
deswegen schrieb ich oben:
> und Stimmgabelquarze scheinen mir herzlich> ungeeignet für diesen Zweck
Diese Quarze, die mir hier mehrfach an's Herz gelegt werden, haben einen
Serienwiderstand von ca. 50 kOhm (nicht 50 Ohm, sondern 50 kOhm!), und
wie man da einen anständigen Filter von machen soll, wäre mir
schleierhaft.
Die Serienresonanz nehmen und die Parallelkapazität gegenphasig
kompensieren? Ich gehe davon aus, dass die Resonanzfrequenz auch für
diese Quarze für Parallelresonanz spezifiziert ist, also fällt dieser
Ansatz wohl ohnehin flach.
Parallelresonanz bei 15 pF Lastkapazität - mit sehr hoher Impedanz
einkoppeln (und dabei dann wieder für die Weitab-Selektion die
Parallelkapazität bei der Einkopplung kompensieren)? 15 pF entsprechen
bei 77 kHz ca. 100 kOhm, und um eine eine hohe Güte des Schwingkreises
zu erreichen, sollte die Einkopplung mit dem 10^2- bis 10^3-fachen (10
- 100 MOhm) erfolgen. Nein, da glaube ich nicht dran. Damit lässt sich
nicht erreichen, was mit einem normalen (5 cm langen) Quarz erreichbar
ist.
Es gibt allerdings Empfänger ICs, die mit solchen Quarzen arbeiten. Ich
bin da skeptisch... (Die haben auch nur einen Dekoder-Ausgang, aber
leider keinen für den Träger, deswegen sind sie für mich ohnehin nicht
interessant.)
Für Oszillatoren sind die Stimmgabelquarze natürlich gut geeignet: Ihre
extrem geringen Ströme sind in Batterie-Uhren wichtig.
Nebenbei: Solche Quarze habe ich, und dass die bei DigiKey nicht sehr
teuer und lieferbar sind, hatte ich auch schon herausgefunden. Nein, so
uninformiert bin ich nicht.
DZDZ
Bodo M. schrieb:> Hallo Hilde K,> einen solchen Quarz kann ich dir anbieten. Hatte vor Jahren eine> Schaltung aus der Funkschau Sonderheft Nr.: 34 mit Erfolg nachgebaut.> Einen einzigen Quarz 77.5 KHz habe ich noch.> Falls noch Interesse besteht, PN an mich.>> Beste 73
Nicht Hilde K sondern HildeK - ich bin ja fast froh, nicht alleine
darauf herein gefallen zu sein ;-)
Aber ich war es, der so einen Quarz gesucht hatte. Er müsste dann im
HC6-Gehäuse mit mehreren cm Länge sein. Eine PN kann ich dir schicken.
Vor Jahren? Meine DCF77-Empfänger war auch durch einen Funkschau-Artikel
initiiert, aber das war vor Jahrzehnten - vor 1980 oder so, und es war
kein Sonderheft.
VY73
DZDZ
Hallo DZDZ,
wahrscheinlich weißt Du es und es geht Dir ums Prinzip, falls nicht: Mit
Oszillatordisziplinierung durch GNSS (GPS, Galileo etc.) fährt man heute
meist besser, besonders wenn man nicht in direkter Nähe von Mainflingen
wohnt. Die Ausbreitungszeit schwankt bei Langwelle mehr als beim
Sichtkontakt zu den Satelliten.
Hallo HildeK,
kann passieren.
Also der Quarz hat folgende Abmasse:
Breite 18.2mm
Höhe 44.2 mm
Dicke 8 mm
Ich versuche mal 2 Bilder anzuhängen.
Beste 73
Bodo M. schrieb:> Hallo HildeK,> kann passieren.
Kein Problem. Ich weise nur gelegentlich darauf hin.
Nicht ich suche den Quarz, sondern "Der Zahn der Zeit" sucht ihn. Ich
habe einen in Betrieb - es war die nur Frage, ob der bei mir übrig ist.
ZF schrieb:> Hallo DZDZ,>> wahrscheinlich weißt Du es und es geht Dir ums Prinzip, falls nicht: Mit> Oszillatordisziplinierung durch GNSS (GPS, Galileo etc.) fährt man heute> meist besser, besonders wenn man nicht in direkter Nähe von Mainflingen> wohnt. Die Ausbreitungszeit schwankt bei Langwelle mehr als beim> Sichtkontakt zu den Satelliten.
Ja, ich weiß es. Solche "Gerätchen" (GPS-DO) gibt's fertig zu kaufen,
und die müssen nicht unbedingt mehr kosten, als ein individuell
geschliffener Quarz. Und dass sie eine bessere Referenz als DCF77
liefern, habe ich durch meinen Aufbau auch erfahren: Die Sekunden-Pulse
kommen mit einer nicht vernachlässigbaren Phasenverschiebung an
(zumindest aus meinem Empfänger), die für eine Referenzfrequenz in
meinem Rahmen sich mit endlicher Lock-In-Zeit nur begrenzt ausregeln
lassen, aber noch erträglich sind. Mit GPS wäre noch viel "Luft nach
oben". Es geht mir, zumindest zum Teil, tatsächlich um's Prinzip.
Deinen Hinweis hier finde ich wichtig, denn ich empfehle nicht, meinen
Weg zur Erzeugung einer Referenzfrequenz zu gehen.
DZDZ
Hallo Der Zahn der Zeit ,
wer lesen kan ist stetz im Vorteil! Sorry.
Die Abmasse und die Bilder des Quarzes habe reingestellt.
Wenn du an dem Quarz noch Interesse hast, PN an mich.
Beste 73
Bodo M. schrieb:> Wenn du an dem Quarz noch Interesse hast, PN an mich.
Die müsste bei dir schon angekommen sein.
Ich bin "positiv überrascht", dass sich hier 3 weitere Personen
eingefunden haben, die vor langer Zeit das selbe - oder fast das selbe -
wie ich mit solchen Quarzen gemacht haben. Eine schöne Erfahrung!
Hattest du deinen schleifen lassen, oder gab es den damals irgendwo ab
Lager?
Nebenbei, nicht so wichtig: Hast du technische Daten dazu, insbesondere
die spezifizierte Parallelkapazität?
Hier auch mal ein Bild von meinem "Zeitempfänger" (es ist nach meiner
Definition keine Uhr). Das waren noch Zeiten...
DZDZ
Hallo Der Zahn der Zeit,
zu deiner "Uhr" toll, dass war noch Technik!
Diese Quarze habe ich so gegen Anfang der 80 Jahre gekauft. Da hatte ich
noch nicht so viel Ahnung was Parallelkapazität und Co. so bedeuten. Ich
hatte nur das Projekt aus der Funkschau vor mir und wollte das
nachbauen. Alle Bauteile bestellt und aufgebaut. Erster Aufbau 6 von 10
Punkten! Zweiter Aufbau war ok und lief einwandfrei. Zu meinem heutigen
Bedauern war es für mich damals nicht so wichtig was das Fotografieren
anbelangte.Tja, was soll's.
Aber deinen Aufbau mit Röhren, echt gut. Hast du ein Bild von der
Vorderseite, mit laufender Uhr? Gibt es Unterlagen zu deiner Uhr?
Beste 73
Unterlagen habe ich nicht mehr. Ich müsste wenigstens mal die
Empfänger-Schaltung (das Board an der Seite) heraus zeichnen. Und damals
ging es mir genauso wie dir: Keine Ahnung von Parallel- und
Serienresonanz, Bürdekapazität, Ziehbereich... Es hat aber funktioniert,
und das tut es immer noch. Nach wenigen Jahren alle Nixies ausgetauscht
und schätzungsweise 3 x die Elkos im Netzteil...
Bild von soeben. Der Oszi hat da oben auf dem Wohnzimmerschrank seinen
Stammplatz, weil ich damit hin und wieder die Empfangsstörungen
analysiere (noch ein Problem bei der Verwendung von DCF77 als Referenz).
Und mit dem Tastkopf zapfe ich das 77,5 kHz-Signal für meine PLL ab.
Hat noch jemand den Funkschau-Artikel von damals?
Der Zahn der Zeit schrieb:> sondern um die 77,5 kHz als Referenz für> eine 10 MHz PLL-Schaltung zu verwenden.
Da gab es mal einen Schaltungsvorschlag, die 10MHz auf 77,5kHz herunter
zu teilen und damit einen Quarz zu ziehen. Taugt nicht wirklich, weil
die Kurzzeitstabilität des Trägers nicht so toll ist. Seriöse
Schaltungen arbeiten mit dem 1Hz-Signal und integrieren über viele
Stunden.
>> (es gab damals eine Firma namens Wuttke).>> Der Quarz ist zwar 5cm lang,>> aber die Filtereigenschaften waren hervorragend.
Und kostete bescheidene 57 DM, habe ich in Erinnerung.
HildeK schrieb:> Die Bandbreite konnte man schön mit einem normalen Trimmpoti -> als Last geschaltet - einstellen.
Kam der Widerstand nicht parallel dran, der Quarz war als
Reihenschwingkreis geschaltet.
> Meine Uhr läuft so mit 10-15Hz BB,
Genau diese 15Hz wurden damals empfohlen. Eine geringere Bandbreite
erhöht die Zeitabweichung, wobei die PTB 'Abweichung' ja sehr eng
ausgelegt hat.
Harald W. schrieb:> Für normale DCF77-Empfänger werden solche Filterquarze> nicht mehr benötigt.
Der Küchenuhr ist das egal. Ansonsten habe ich bei modernen Superhets
mit schneller Regelung ein heftiges Phasenjittern des Rechtecksignals
gesehen, was bei dem klassischen Geradeausempfänger nicht auftritt.
-----------
Die Funkschau-Schaltung samt Beschreibung sollte ich noch im Regal
haben. Ich hoffe, dass die Tage dazu komme, die zu scannen.
Manfred schrieb:> Kam der Widerstand nicht parallel dran, der Quarz war als> Reihenschwingkreis geschaltet.
Der Quarz war in Reihe zum Signal, also Serienschwingkreis. Das Poti war
dann am Ausgang des Quarzes als Last geschaltet. Je niederohmiger, desto
schmalbandiger.
Der Zahn der Zeit schrieb:> Jetzt wollte ich auch wieder einen solchen Empfänger bauen, aber nicht,> um die Uhrzeit zu empfangen, sondern um die 77,5 kHz als Referenz für> eine 10 MHz PLL-Schaltung zu verwenden.
Moin,
ist das heute überhaupt noch sinnvoll, DCF als Ref. zu nutzen? Ich hatte
an diversen Stellen gelesen, dass DCF mittlerweile den Träger
pseudophasenmoduliert. Ist das dann nicht kontraproduktiv?
Ich hatte nämlich ebenso vor, meinen alten Geradeausempfänger irgendwann
umzustricken, weil ich noch zwei dieser Quarze "geerbt" habe..
Für sachdienliche Antworten schon mal Danke.
Der Zahn der Zeit schrieb:> Hat noch jemand den Funkschau-Artikel von damals?
Es gibt wohl mehrere Leihbüchereien, die auch solche alten
Hefte archiviert haben.
Michael M. schrieb:>> Moin,> ist das heute überhaupt noch sinnvoll, DCF als Ref. zu nutzen? Ich hatte> an diversen Stellen gelesen, dass DCF mittlerweile den Träger> pseudophasenmoduliert. Ist das dann nicht kontraproduktiv?
Nein, es ist nicht mehr sinnvoll.
Ich habe (weil ich ne Macke habe?) sowohl DCF-basiertes (das teure
FA-Teil) als auch ein GPS-basiertes (Eigenbau) und zum Schluss dann ein
Rubidiumnormal im Regal.
Das GPS läuft seit Jahren 24/7 durch und ist quasi meine
Werkstattreferenz. Als jch in diesem Thema gebaut habe, habe ich die
alle gegeneinander antreten lassen. GPS und Rubidium waren über Stunden
wie eineige Zwillinge, das DCF ist ständig gewandert. Dabei in Summe
zwar auch +/- 0, doch ständig hin und her.
Wenn es denn gerade läuft. Bei den ganzen Schaltnetzteilen im Haus,
setzte es immer wieder mal aus. Nachts war am besten. (logisch)
> Ich hatte nämlich ebenso vor, meinen alten Geradeausempfänger irgendwann> umzustricken, weil ich noch zwei dieser Quarze "geerbt" habe..>> Für sachdienliche Antworten schon mal Danke.
Lass es und bau oder kauf notfall eine der inzwischen angebotenen GPS
Referenzen.
Old-Papa
Manfred schrieb:> Und kostete bescheidene 57 DM, habe ich in Erinnerung.
Ja, mit 13% MWSt. und Versandkosten hab ich das selbe bezahlt (1980).
Manfred schrieb:> Kam der Widerstand nicht parallel dran, der Quarz war als> Reihenschwingkreis geschaltet.
Im Anhang meine Schaltung von damals - die heute noch arbeitet.
Eigenentwicklung, einzig der Teil zwischen T5 und T6, der Demodulator,
war aus der Funkschau abgekupfert. Durch den großen Elko kann der rund
10dB Signalschwankungen abfangen und demoduliert noch korrekt.
Old P. schrieb:> Lass es und bau oder kauf notfall eine der inzwischen angebotenen GPS> Referenzen.
Wenn du das primär aus rein kommerziellen Aspekten siehst, wenn du
möglichst schnell eine zuverlässige und genaue Referenz brauchst, stimme
ich dem voll zu.
Wenn du aber andere Motivationen hast, z. B., dich als Hobby mit der
Technik im Detail befassen oder etwas Eigenes auf die Beine stellen
willst, dann mach' es genau so! Deshalb tue ich das auch. Mich
interessieren hier verschiedene Teillösungen, die ich ggf. anderswo
einsetzen will. Da bringt mir eine Kauf von etwas Fertigen _überhaupt
nichts_. Und bei aller Zweitklassigkeit der Lösung: Sie reicht bei mir.
Gerade so eben. Einen GPS-DO kaufe ich später vielleicht dennoch.
Wenn es keine Hobby-Bastler mehr geben würde, die Sachen machen, die man
auch fertig kaufen würde, wenn alle nur noch Fertiges (aus China) kaufen
würden, dann würde es bald schlecht um technisch qualifiziertes Personal
in Deutschland stehen. Noch schlechter, als es im internationalen
Vergleich jetzt schon ist, noch schlechter, als jetzt schon an
Hochschulen geklagt wird. Dort wissen Maschinenbau-Anfänger (zu) oft
nicht mal mehr, was Rechtsgewinde oder M3 bedeutet. Kann man ja alles
fertig kaufen - muss man nicht selber schrauben.
Es gibt (gute) Einkäufer und es gibt (gute) Konstrukteure bzw.
Entwickler. Beide sind wichtig. Vor letzteren habe ich mehr Respekt. Und
ich halte sie für wichtiger. Aber die fallen nicht vom Himmel.
DZDZ
Old P. schrieb:> Nein, es ist nicht mehr sinnvoll.
Danke für die Antwort; nun liegt es an mir, eine Entscheidung zu fällen,
BEVOR ich anfange, umzustricken...
Manfred schrieb:> Da gab es mal einen Schaltungsvorschlag, die 10MHz auf 77,5kHz herunter> zu teilen und damit einen Quarz zu ziehen. Taugt nicht wirklich, weil> die Kurzzeitstabilität des Trägers nicht so toll ist. Seriöse> Schaltungen arbeiten mit dem 1Hz-Signal und integrieren über viele> Stunden.
Wäre das Integrieren eine machbare Lösung? Welche Genauigkeit ließe sich
damit erreichen? Gibt's Erfahrungs-/Messwerte?
Der Zahn der Zeit schrieb:> Jetzt wollte ich auch wieder einen solchen Empfänger bauen, aber nicht,> um die Uhrzeit zu empfangen, sondern um die 77,5 kHz als Referenz für> eine 10 MHz PLL-Schaltung zu verwenden.
welche Stabilität und maximale Abweichung von der 1MHz Sollfrequenz
strebst du denn an?
Ich hatte damals unzählige Lösungen aufgbaut und ausprobiert. Auch
Bauanleitungen aus Funkschau Elrad Elektor und wie die Zeitschriften
noch alle heisen.
Ralph Berres
Ralph B. schrieb:> welche Stabilität und maximale Abweichung von der 1MHz Sollfrequenz> strebst du denn an?
Mit einer PLL ist meine Abweichung von 10 MHz im Mittel genauso groß wie
die Genauigkeit der Atom-Uhr (war es eine Caesium-Fontaine?) der PTB. Im
Mittel heißt: Es gibt Schwankungen. Und Signalausfälle.
Ich arbeite bzw. spiele seit längerer Zeit mit VCXOs mit weitem
Ziehbereich (Dazu gibt's andere Threads hier), und denke über rein
digitale DCF-Uhren nach (nur eine Doppel-Antenne, dahinter direkt ein
2-Kanal-ADC und den Rest macht ein FPGA - kein Empfänger, kein
Verstärker). Gedankenspiele - dabei wird es wohl bleiben.
Der Auslöser war der Bedarf an einer genaueren Frequenzmessung meiner
VCXOs als es mein unkalibrierter HAMEG 8021 erlaubte. Also wollte ich
"mal auf die Schnelle" mit (m)einem VCXO und dem vorhandenen DCF77
Zeitempfänger eine 10 MHz-Referenz zum Kalibrieren machen. Um es so
hinzubekommen, wie es jetzt läuft, war es nicht so trivial, wie einen
GPS-DO zu kaufen und ich habe erheblich mehr gelernt und Erfahrung
gesammelt, als wenn ich was Fertiges gekauft hätte. Die PLL ist auf
Leiterplatte, einen passenden Empfänger wollte ich jetzt noch als
I-Tüpfelchen dazu machen.
Da graust es jedem Einkäufer, der weiß, wo man schneller etwas Besseres
fertig kaufen kann.
Die Schwankungen beruhen auf ganz kleinen Phasensprüngen im 77,5
kHz-Signal bei den Sekundenimpulsen. (Eine Phasenmodulation, die oben
vermutet wurde, beobachte ich nicht.) Diese Phasensprünge bewirken bei
der Frequenzmessung mit 10 Sekunden Torzeit eine Schwankung von ca.
+/-0,3 Hz, das sind +/-0,3 * 10^-7. Das ist ein kleiner Bruchteil der
Grundgenauigkeit des HM8021, vollkommen zur Kalibrierung ausreichend,
aber sichtbar. Langsamere Schwankungen, z. B. durch unterschiedliche
Ausbreitungsbedingungen, kann ich unter diesen Umständen natürlich nicht
mehr identifizieren.
Du hattest doch auch den Bandfilter mit 4 Quarzen gemacht - wie hat das
geklappt?
DZDZ
DCF77 war früher(tm) mal geeignet, um ein Frequenznormal zu bauen. Es
gab da sogar einen Bausatz von ELV, welcher einen Geradeausempfänger mit
etlichen TCA440/A244D mit unterschiedlichen Regelzeitkonstanten
realisiert, um die Amplitudenmodulation aus dem Signal zu entfernen.
Ein 10 MHz XO wurde dann per PLL an die Trägerfrequenz angebunden.
Heute ist diese Methode nicht mehr zu gebrauchen, da Wetterdaten für
Wetterstationen phasenmoduliert auf dem Signal übertragen werden. Diese
Pseudo-Phasenmodulation heißt so, weil die Langzeitstabilität der
Trägerfrequenz sich nicht wesentlich ändert, aber dafür die
Kurzzeitstabilität erheblich und diese ist nun einmal entscheidend für
die Genauigkeit einer relativ kurzen Messung.
Mein derzeitiges Frequenznormal ist auch ein DCF77-Normal, allerdings
als Superhet-RX aufgebaut. Der 10 MHz OCXO (Isotemp) wird per PLL an den
Sekundenimpuls des Signals angebunden. Egal wie die Phase des Trägers
nun ist, die Amplitudenmodulation erfolgt hochgenau. Der Nachteil dieser
Lösung ist eine recht lange Rastzeit von mehreren Minuten bis zu einer
Stunde, aber das Teil lässt man schon aufgrund des Quarzofens dauerhaft
durchlaufen.
Fertige GPSDOs sind billiger!
Viele Grüße!
Sven
Der Zahn der Zeit schrieb:> Diese Phasensprünge bewirken bei> der Frequenzmessung mit 10 Sekunden Torzeit eine Schwankung von ca.> +/-0,3 Hz, das sind +/-0,3 * 10^-7.
das ist etwa das was man mit einer analogen PLL mit DCF77 erreichen
kann.
Aber auch nur dann wenn der Mars die richtige Konstellation zum Venus
hat und obendrein Vollmond ist.
Der Zahn der Zeit schrieb:> Du hattest doch auch den Bandfilter mit 4 Quarzen gemacht - wie hat das> geklappt?
Das bandfilter hat hervorragend funktioniert. Siehe
http://df6wu.de/Bauanleitungen%20Messtechnik/DCF-Frequenznormal/
Wie ich das Projekt 1994 gestartet habe, hatte ich mit unglaublich
vielen Schwierigkeiten zu kämpfen.
Unter anderem mit sehr viel HF_Müll in der Nähe der 77,5KHz. Die 5te
Oberwelle der Zeilenfrequenz des analogen Fernsehens war nur 625Hz
entfernt, und hatte bis zu 40db höhere Pegel erzeugt als das eigentliche
DCF77 Signal.
Ein einpoliges Filter hatte bei mir nur eine weitabselektion von knapp
30db.
Stimmgabelfilter wurden durch das Störsignal hoffnungslos übersteuert
und es entstanden Phasenmodulationen im Filter.
Deswegen war bei mir ein Ladderfilter mit 4 Quarzen entstanden, mit 10Hz
Bandbreite und einer Weitabselektion von über 80db.
Die eigentliche PLL hatte ich Anfangs auch analog lösen wollen. Doch die
Regelzeitkonstante von fast 3 Stunden war mit analogen Bauelemente nicht
realisierbar. Diese Regelzeitkonstante benötigt man aber wenn man wie
ich es anstrebte eine Stabilität von 10exp-9 erreichen wollte. Das
funktionierte letztendlich nur mit eine digitalen Regelschleife.
Die PLL kann aber nur die Langzeitstabilität garantieren. Die
Kurzzeitstabilität muss der zu disziplinierende Quarzofen selbst
bereitstellen.
Und so ging es von Rückschlag zu Rückschlag weiter, bis es letztendlich
ein gut 1000 DM teures Projekt geworden ist, welches heute noch läuft.
Ralph Berres
Hab hier noch einen Funkschau-Artikel von 1991: DCF77-Synchro-Oszillator
ud aus der Design&Elektronik von 1990: Atomzeit für Ihren PC (mit 8751).
Wenn's interessiert, jage ich's mal durch den Scanner!
Der Zahn der Zeit schrieb:> Old P. schrieb:>> Lass es und bau oder kauf notfall eine der inzwischen angebotenen GPS>> Referenzen.> Wenn du das primär aus rein kommerziellen Aspekten siehst, wenn du> möglichst schnell eine zuverlässige und genaue Referenz brauchst, stimme> ich dem voll zu.
Nun, meine GPS-Referenzen habe ich bisher alle selber gebaut (ja, es
waren mehrere), doch es gibt inzwischen wohl auch Bausätze (die meinte
ich mit kaufen)
> Wenn es keine Hobby-Bastler mehr geben würde, die Sachen machen, die man> auch fertig kaufen würde, wenn alle nur noch Fertiges (aus China) kaufen> würden, dann würde es bald schlecht um technisch qualifiziertes Personal> in Deutschland stehen.
Der Zug ist leider schon in voller Fahrt.
Ich zumindest bau vieles noch selber, wenn es Zeit hat und sinnvoll ist.
Z. B. habe ich Bauanleitungen für DSOs auf der Festplatte, dennoch habe
ich mir zwei gekauft (und eins umgebaut, Thread hier im Forum), weil
sinnvoller. Ich habe auch mal ein DMM gebaut (komplett mit Gehäuse usw.)
das liegt irgendwo, weil Fluke und Konsorten danach kamen ;-)
Also, Du hast mich offenbar falsch verstanden ;-)
Old-Papa
Sven L. schrieb:> Fertige GPSDOs sind billiger!
so ist es.
Der von SDR-Kits kostet keine 200 Euro und funktioniert mindestens
genauso gut wie mein damals gebauter DCF77 Frequenznormal.
Nur waren solche Geräte damals unerschwinglich teuer, genau wie
Rubidiumfrequenznormale ( welches übrigens kein Primärnormal ist ).
Ralph Berres
Von der Auswertung der Sekunden-Impulse halte ich wenig. Man ignoriert
77499 Schwingungen, mit denen man viel schneller viel präziser eine
Phasenabweichung bestimmen kann.
Problem dabei, zumindest bei mir: Die Amplitudenschwankung. Mein
nächster Schritt wäre, die PLL während der Sekunden-Impulse und noch ein
bisschen danach zu disablen, so dass mir pro Sekunde ca. 50000
Phaseninformationen mit dem gleichen Phasenrauschen zur Verfügung
stehen, wie die eine, die alle Sekunde ausgewertet wird. Aber was ich
jetzt habe, ist gut genug. Mit der Auswertung der Sekunden-Impulse
müsste man 50000 Sekunden messen, bis man die Phase genauso gut bzw.
genau ge- bzw. ermittelt hat.
Die Störungen durch den früheren Röhren-TV habe ich durch genaue
Ausrichtung der Antenne in den Griff bekommen. Bei den Störungen durch
den jetzigen LCD-TV, der mit CCFLs arbeitet, geht das nicht. Nach dem
Einschalten läuft einer der CCFL-Wandler nach dem anderen durch die 77,5
kHz - nach ca. 1/4 Stunde sind sie alle durch und habe ich wieder
Empfang.
Ralph: Ein enormer Aufwand (und Erfolg) bei dir, Gratulation!
Ja Sven, fertige GPSDOs sind billiger, das wissen wir doch alle. Aber
darum geht es doch gar nicht. Phasenmodulation kann ich definitiv nicht
erkennen, und ich müsste sie sehr deutlich sehen.
Sven L. schrieb:> Heute ist diese Methode nicht mehr zu gebrauchen, da> Wetterdaten für Wetterstationen phasenmoduliert auf> dem Signal übertragen werden.
Die Modulationsfolge ist so gewählt, dass der resultierende
Phasenfehler über eine Sekunde gemittelt (!) gleich Null
ist.
Denkt hier eigentlich jeder, dass die Typen von der PTB
völlig bescheuert sind?
> Diese Pseudo-Phasenmodulation heißt so, weil die> Langzeitstabilität der Trägerfrequenz sich nicht wesentlich> ändert,
Sie ändert die Langzeitstabilität überhaupt nicht.
> aber dafür die Kurzzeitstabilität erheblich und diese> ist nun einmal entscheidend für die Genauigkeit einer> relativ kurzen Messung.
???
DCF77 liefert, grob geschätzt, 10^5 Trägerpulse je Sekunde.
Man muss also etwa 10^4 Sekunden warten, damit man mit der
Auflösung überhaupt in die Nähe der Region 10^-9 kommen kann.
10^4 Sekunden sind knapp drei Stunden.
Die offiziell empfohlenen PLL-Zeitkonstanten für hochwertige
DCF77-Empfänger liegen im Bereich einiger Stunden (abhängig
von Tag oder Nacht). Auf dieser Zeitskala ist die Phasen-
modulation völlig irrelevant.
Egon D. schrieb:> Die Modulationsfolge ist so gewählt, dass der resultierende> Phasenfehler über eine Sekunde gemittelt (!) gleich Null> ist.
Die PLL läuft bei mir mit 2,5 kHz, nicht mit 1 Hz. 77,5 kHz/31 und 10
MHz/4000. Und ich könnte Phasen-Abweichungen im Bereich ab ca. 200 ns,
bezogen auf eine Frequenz, die über mehrere Sekunden die gemittelte
Phase wiedergibt, deutlich erkennen.
> Denkt hier eigentlich jeder, dass die Typen von der PTB> völlig bescheuert sind?
Nein. Aber denkt hier einer, ich wäre es? Oder ist die Phasenmodulation
< 200 ns?
> DCF77 liefert, grob geschätzt, 10^5 Trägerpulse je Sekunde.> Man muss also etwa 10^4 Sekunden warten, damit man mit der> Auflösung überhaupt in die Nähe der Region 10^-9 kommen kann.
Prinzipiell nein. Kennst du nur Frequenzzähler oder auch reziproke
Frequenzzähler? Theoretisch reicht ein Trägerpuls für beliebige
Genauigkeit. Dass der Unterschied zwischen Theorie und Praxis hier sehr
groß ist, ändert nichts an der Aussage.
> Die offiziell empfohlenen PLL-Zeitkonstanten für hochwertige> DCF77-Empfänger liegen im Bereich einiger Stunden
Wäre interessant. Link?
Manfred schrieb:> Die Funkschau-Schaltung samt Beschreibung sollte ich noch im Regal> haben.
Da ist der Artikel von 1974, steckt als Fotokopie seit 24 Jahren in der
Plastikhülle und hat etwas Schärfe eingebüßt.
Der Zahn der Zeit schrieb:> Egon D. schrieb:>> Die Modulationsfolge ist so gewählt, dass der resultierende>> Phasenfehler über eine Sekunde gemittelt (!) gleich Null>> ist.>> Die PLL läuft bei mir mit 2,5 kHz, nicht mit 1 Hz. 77,5 kHz/31> und 10 MHz/4000. Und ich könnte Phasen-Abweichungen im Bereich> ab ca. 200 ns, bezogen auf eine Frequenz, die über mehrere> Sekunden die gemittelte Phase wiedergibt, deutlich erkennen.
Äähh... und?!
Das beweist nur, dass die von Dir gewählte Regelzeitkonstante
für die Verwendung als Normalfrequenz VIEL zu klein ist.
>> Denkt hier eigentlich jeder, dass die Typen von der PTB>> völlig bescheuert sind?>> Nein. Aber denkt hier einer, ich wäre es?
Nein, wieso denn?
Nochmal auf Anfang: Hier kursierte die Behauptung, DCF77 sei
wegen der Phasenmodulation des Trägers als Normalfrequenz
untauglich.
Meine Aussage dazu war: Das ist nach meinem Kenntnisstand
falsch, denn die Modulationsfolge wurde so gewählt, dass sich
die voreilenden und nacheilenden Phasen bereits innerhalb einer
einzigen Sekunde ausgleichen. Der mittlere Phasenfehler bei
Integrationszeiten, die deutlich größer als eine Sekunde sind,
ist somit Null.
Davon völlig unberührt ist die Tatsache, dass der Funkkanal
selbst Phasenfluktuationen verursacht, zu deren Beseitigung
man u.U. noch deutlich länger mitteln muss.
>> DCF77 liefert, grob geschätzt, 10^5 Trägerpulse je Sekunde.>> Man muss also etwa 10^4 Sekunden warten, damit man mit der>> Auflösung überhaupt in die Nähe der Region 10^-9 kommen kann.>> Prinzipiell nein.
Aber praktisch doch -- denn das Problem am Funkkanal sind
die schwankenden Ausbreitungsbedingungen und die dadurch
hervorgerufenen Phasenfluktuationen.
> Kennst du nur Frequenzzähler oder auch reziproke> Frequenzzähler?
Irrelevant. Reziproke Zähler sind nur bei kurzzeitstabilen
Signalen anwendbar, aber genau das ist der Funkkanal eben
nicht .
> Theoretisch reicht ein Trägerpuls für beliebige Genauigkeit.> Dass der Unterschied zwischen Theorie und Praxis hier sehr> groß ist, ändert nichts an der Aussage.
Doch -- denn das hat nichts mit dem Unterschied von Theorie
und Praxis zu tun, sondern damit, dass eine Messmethode, die
kurzzeitstabile Signale erfordert, nicht für Signale anwendbar
ist, die nicht kurzzeitstabil sind.
>> Die offiziell empfohlenen PLL-Zeitkonstanten für hochwertige>> DCF77-Empfänger liegen im Bereich einiger Stunden>> Wäre interessant. Link?
Leider keiner. Stand in einer alten PTB-Broschüre (pdf); die
habe ich auf die Schnelle aber nicht wiederfinden können.
Nachtrag:
Egon D. schrieb:>>> Die offiziell empfohlenen PLL-Zeitkonstanten für hochwertige>>> DCF77-Empfänger liegen im Bereich einiger Stunden>>>> Wäre interessant. Link?>> Leider keiner. Stand in einer alten PTB-Broschüre (pdf); die> habe ich auf die Schnelle aber nicht wiederfinden können.
"Zeit- und Normalfrequenzverbreitung mit DCF77", auffindbar
bei der PTB über Google.
Wolfgang schrieb:> Gebhard schrieb:>> Keinen gefunden. Bitte einen Link auf einen Händler.>> z.B. http://www.andyquarz.de/> Fragen kostet nichts.
Vorher ins Google "Andyquarz" eingeben auch nicht, es gab da mal
Probleme.
Old-Papa
Manfred schrieb:> Da ist der Artikel von 1974, steckt als Fotokopie seit 24 Jahren in der> Plastikhülle und hat etwas Schärfe eingebüßt.
Manfred, vielen Dank! Das war jetzt sehr hilfreich! Ich habe mich damals
(1974/5) relativ eng an die vorgeschlagene Schaltung gehalten. Sie
wieder zu haben, kann mir jetzt irgendwelche Eingriffe deutlich
vereinfachen. Ich sollte z. B. wenigstens den damals mit wenig
Hintergrundwissen "irgenwie auch" gemachten Quarzfilter optimieren.
Egon, wir werden uns niemals gegenseitig überzeugen können. Es lohnt
sich nicht, wenn wir uns daran abarbeiten.
Andyquarz scheint ein guter Tipp zu sein. Unter 1,5 MHz immerhin auf
Anfrage.
Der Zahn der Zeit schrieb:> Egon, wir werden uns niemals gegenseitig überzeugen können. Es lohnt> sich nicht, wenn wir uns daran abarbeiten.
Sorry wenn ich es sagen muss. Egon hat aber zu großen Teilen recht.
Das waren genau die Erfahrungen die ich 1992 auch machen musste, wie ich
meine Kiste gebaut habe. Ich hatte dabei sogar noch Hilfe durch einen
Rohde&Schwarz Mitarbeiter, welcher mich auf manche Probleme aufmerksam
gemacht hat, und mir auch Lösungswege aufgezeigt hat.
Ralph Berres
Der Zahn der Zeit schrieb:> Egon, wir werden uns niemals gegenseitig überzeugen> können. Es lohnt sich nicht, wenn wir uns daran> abarbeiten.
Ich weiss zwar nicht einmal, in welcher konkreten Frage
wir unterschiedlicher Meinung sind, aber offenbar kann
man nicht alles haben.
Nun ja.
Hi Ralph,
es geht nicht um einzelne Punkte, in dem er recht hat, vielleicht nur
weil wir aneinander vorbei reden und uns missverstehen. Das alles
auseinander zu sortieren geht mir zu weit. Im Gespräch unter 4 Augen
ließe sich das alles klären, wir würden uns einig werden, aber hier
führt das nur zu erhöhtem Adrenalinspiegel. Das hasse ich.
Grüße, DZDZ
Darf ich Euch auch noch ein paar Bilder meines DCF77-Empfängers aus dem
Jahr 1975 zeigen ?
Auch bei mir wurde das Projekt durch den Funkschau-Artikel von 1974
ausgelöst.
Ein Ansatz mit Quarzen im Empfangsfilter schied aber damals wegen deren
Preis
aus. Zudem sollte das Gerät auch für den Schweizer Normalfrequenz-Sender
HBG
auf 75 kHz funktionieren. Es musste also ein anderes Konzept her. Nach
vielen
Versuchen erwiesen sich schmalbandige Filter mit geschalteten Kpazitäten
als
brauchbare Lösung. Im Schaltbild filter.png sieht man wie ich das damals
realisiert habe. Der Vorteil war, dass die Filter-Mittenfrequenz
lediglich
durch Umschaltung der Taktfrequenz eingestellt werden konnte. Die dafür
notwendigen 8-fachen Taktfrequenzen (600 und 620 kHz) habe ich aus dem
lokalen
10 MHz-Oszillator wie folgt erzeugt: 10 MHz herunterteilen auf 500 kHz
und 200 kHz;
Ausfiltern der 3. Harmonischen von 200 KHz ergibt 600 kHz (dient als
Filtertakt
für 75 kHz); Teilen der 600 kHz auf 120 kHz; Mischen der 120 kHz mit 500
kHz;
Herausfiltern der 620 kHz.
Gruss,
Kurt
Old P. schrieb:> Hmmmm, lies mal hier:> Beitrag "Wo kann man Schwingquarze kaufen"> Aber vielleicht ist er ja wieder im Lot.
Da musst du schon ein paar mehr Argumente bringen. Ein Einzelfall, der
sich auch unbekannten Gründen gezofft hat - omg.
Es geht um keine Lebensentscheidung, sondern um Größenordnung 20€
Wolfgang schrieb:> Da musst du schon ein paar mehr Argumente bringen. Ein Einzelfall, der> sich auch unbekannten Gründen gezofft hat - omg.> Es geht um keine Lebensentscheidung, sondern um Größenordnung 20€
Das kann ja sein, doch auch in Radio- und Funkforen hatte ich damals
einiges darüber gelesen. Ich hoffe für ihn, dass inzwischen alle
Probleme behoben sind.
Old-Papa
Der Zahn der Zeit schrieb:> Ralf Berres hat es ja offensichtlich noch erheblich aufwändiger> getrieben. 300 DM für 4 Quarze - ich glaube, das passt zu dem, was ich> bezahlt habe. Aber 6 Hz tiefer passt bei mir nicht.
Die 6Hz tiefer kommen daher das bei einen Ladderfilter die
Mittenfrequenz nachher um etwa die halbe Bandbreite höher ist als die
Serienresonanz des einzelnen Quarzes. Die Erfahrung musste ich damals
auch erst machen. Ich wuste es einfach nicht vorher. Mit dem ersten
Quarzen bei genau 77,5KHz war die Mittenfrequenz des Filters eben 6Hz zu
hoch und die 77,5KHz lag genau am unteren Ende der Durchlasskurve.
Die Fa. Quarztechnik Daun, bei der ich die 4 Quarze habe herstellen
lassen, waren dann so kulant, und haben mir die Quarze kostenlos auf die
6Hz tiefere Frequenz umgeändert, und auch die Messprotokolle für die 4
Quarze wieder beigelegt.
Kann man alles unter Bauanleitungen bei df6wu.de nachlesen.
Ralph Berres
Kurt M. schrieb:> Darf ich Euch auch noch ein paar Bilder meines DCF77-Empfängers aus dem> Jahr 1975 zeigen ?>> brauchbare Lösung. Im Schaltbild filter.png sieht man wie ich das damals> realisiert habe. Der Vorteil war, dass die Filter-Mittenfrequenz> lediglich> durch Umschaltung der Taktfrequenz eingestellt werden konnte. Die dafür> notwendigen 8-fachen Taktfrequenzen (600 und 620 kHz) habe ich aus dem> lokalen> 10 MHz-Oszillator wie folgt erzeugt: 10 MHz herunterteilen auf 500 kHz> und 200 kHz;> Ausfiltern der 3. Harmonischen von 200 KHz ergibt 600 kHz (dient als> Filtertakt> für 75 kHz); Teilen der 600 kHz auf 120 kHz; Mischen der 120 kHz mit 500> kHz;> Herausfiltern der 620 kHz.>
Hast du noch andere Filterelemente im Signalweg drin oder ist das eine
Comb-Filter alles (Mal abgesehen von der Selektivität der Antenne und
bestimmt einigen LC-Bandpässen)?
Welche Bandbreite hat das Comb-Filter und wie weit weg wohnst du von
Mainflingen?
Gefällt mir.
Abdul K. schrieb:
> Hast du noch andere Filterelemente im Signalweg drin oder ist das eine> Comb-Filter alles (Mal abgesehen von der Selektivität der Antenne und> bestimmt einigen LC-Bandpässen)?
Ja, ausser der abgestimmten Ferritantenne sind im Vorverstärker 2
Bandfilter aus gekoppelten Schwingkreisen.
> Welche Bandbreite hat das Comb-Filter und wie weit weg wohnst du von> Mainflingen?
Die Bandbreite eines Comb-Filters beträgt etwa 60 Hz, aber es sind 2
identische Filter kaskadiert. Das dürfte die Gesamtbandbreite auf etwa
die Hälfte reduzieren.
Die Luftlinie aus der Uhrenmetrolpole Biel zu DCF77 sind etwa 340 km und
zu HBG 110km. Jetzt wohne ich in einer Distanz von 710 km von
Mainflingen
entfernt. Da habe ich damit (und mit allen anderen Funkuhren) grosse
Empfangs-Probleme. Aber nicht so sehr wegen der Distanz, sondern wegen
der
elektromagnetisch verseuchten Umgebung in unserem Haus.
Gruss,
Kurt
Kurt M. schrieb:> Da habe ich damit (und mit allen anderen Funkuhren) grosse> Empfangs-Probleme. Aber nicht so sehr wegen der Distanz, sondern wegen> der elektromagnetisch verseuchten Umgebung in unserem Haus.
Ich habe mir so eine "Wideband Activ Small Magnetic Loop"-Antenne
gebaut, siehe
https://www.lz1aq.signacor.com/docs/wsml/wideband-active-sm-loop-antenna.htm
- seitdem geht LW/MW/KW deutlich besser. Die Loop ist ein Draht, der
läuft hier einmal ums Fenster rum und ist eigentlich zu groß
dimensioniert, so dass bei KW oberhalb von 20 MHz Schluss ist. Dafür
geht z.B. DCF77 gut.
Was das Thema Frequenznormal mit DCF77 angeht habe ich in den letzten
Wochen mal einen Doppelsuper-Ansatz probiert: Antenne -> 1. Mischer auf
5 MHz -> 200 Hz breites Crystal Ladder Filter -> 2. Mischer zurück auf
77.5kHz -> Verstärker mit OpAmps -> 1 Bit-Quantisierer
(Nulldurchgangsdetektor mit Komparator) -> Digitale PLL im FPGA.
Die ganze analoge Signalverarbeitung ist nix besonderes, der erste
Mischer ist ein MC1496, der zweite ein SA612. Ein großer Teil der
Verstärkung wird über LC-Schwingkreise direkt an den Mischer-Ausgängen
realisiert, den größten Teil steuern aber die OpAmp-Stufen nach dem 2.
Mischer/Tiefpassfilter bei. Der Komparator sieht aktuell ein verstärktes
Signal mit mehr als 9V p-p (bzw. 2.5V p-p bei Trägerabsenkung).
Nachgeregelt wird mit dem Aufbau ein 10 MHz OCXO, das ist so ein
Isotemp-Teil, die man vor einigen Jahren mal billig auf Ebay bekommen
hat. Der OCXO lässt sich mit 0-5V um 1ppm (10Hz) einstellen.
Im FPGA wird der 10MHz-Takt vom OCXO auf 100 MHz vervielfacht. Daraus
leite ich über einen NCO einen 77.5kHz-"VCO"-Takt ab, der zusammen mit
dem externen DCF77-Referenzsignal aus dem Komparator in einen auf dem
FPGA realisierten digitalen Phasenkomparator geht. Der macht eigentlich
nichts anderes als den Abstand der steigenden Flanken von NCO-Takt und
DCF77-Referenz in Einheiten von 10ns (=1/100MHz) zu messen. Mit diesen
Ergebnissen füttere ich die digitale PLL-Regelschleife, die man zwischen
unterschiedlichen Zeitkonstanten umschalten kann.
Hinter der Regelschleife sitzt im Moment ein Pulsweitenmodulator (im
FPGA) mit RC-Tiefpaßfilter (außerhalb des FPGA) als DAC, die - ähem -
"Referenz" dafür kommt aus einem TL431. (Ein ordentlicher 16 bit DAC
liegt hier schon rum, ist aber noch nicht im Einsatz.)
Im FPGA ist ein RS232-Transmitter implementiert, über den sendet der IC
ein mal pro Sekunde ein paar Statusinformationen, aus denen sind die
angehängten Bilder erstellt. Dazu ein paar Kommentare:
"Messreihe 1": Die blaue Kurve ist die über 1s gemittelte
Phasenabweichung von NCO gegen die DCF77-Referenz in Nanosekunden (linke
y-Achse.) Die rote Kurve ist die DAC-Spannung in Volt (rechte y-Achse.)
Die grauen Linien zeigen in Etwa die Zeitpunkte, an denen ich die
Zeitkonstante der PLL raufgesetzt habe. Wenn das passiert, springt die
Spannung am DAC und die PLL muss erstmal wieder nachregeln. (Gegen das
Springen muss ich mir noch was einfallen lassen.)
Mit der kleinsten Zeitkonstante der PLL liegt die 3dB-Bandbreite der PLL
bei ca. 500 Sekunden. Im Bild sieht man, dass die PLL etwa 1500s
braucht, um die Phase von NCO gegen die DCF77-Referenz einigermassen
auszuregeln. Das gewackel an der DAC-Spannung kommt hauptsächlich vom
Proportionalteil der Regelung und sieht erstmal wild aus, man muss sich
aber klar machen, dass die vielleicht 80mV hin und her bei der
DAC-Spannung gerade mal 160 ppb in der Frequenz des OCXO bedeuten.
Mit größer werdenden Zeitkonstanten der PLL wird dann auch das Gewackel
kleiner. Am Ende der Messung, nach knapp 2 Stunden (7132 Sekunden),
liegt die 3dB-Bandbreite der PLL bei 2600 Sekunden und das Gewackel am
DAC sind nur noch 10mV, das sind 20 ppb bezogen auf den 10 MHz-OCXO.
Im aktuell "langsamsten" Modus der digitalen PLL wäre die 3dB-Bandbreite
größer als 120000 Sekunden, dazu hätte ich die Integrationszeiten aber
mit meiner aktuellen Implementierung im FPGA noch 7 mal hochschalten
müssen. So lange habe ich die Messung aber nicht laufen lassen.
Allerdings ist genau das der spannende Punkt, nämlich: Wie verhält sich
das System bei wirklich langen Zeitkonstanten?
Im Bild "Messreihe 2" habe ich übrigens die PLL-Zeitkonstante nochmal um
eine weitere Stufe hochgesetzt, da sieht man dann in der Tat, dass sich
die DAC-Spannung mit jeder Vergrößerung der Zeitkonstante etwas
beruhigt. Die beiden Signal-Störungen (Peaks bei ca. 9000s bzw. 11680s)
regelt die PLL auch relativ schnell aus (dazu aber unten mehr.) Für
diese Messreihe habe ich aber auch den analogen Teil der
Signalverarbeitung nochmal etwas verbessert - mehr Verstärkung vor dem
Komparator. Man sieht, dass das die Schwankungen der mittleren
Phasenabweichung deutlich verringert hat. In den letzten 200 Sekunden
der Messreihe 2 liegt die DAC-Spannung im Mittel bei 2,37529V (min:
2.37207, max: 2.37847, Standardabweichung: 1.37mV.) Max-min sind hier
nur noch 12 ppb bezogen auf die 10MHz vom OCXO.
Insgesamt finde ich diese Ergebnisse recht ermutigend, wobei aber wie
gesagt die echten Langzeittests noch ausstehen. Da ich über keine
alternative Frequenzreferenz (Ribidumnormal o.ä.) verfüge dürfte es
schwierig werden, da genaue Aussagen zu treffen. Nur gegen das
empfangene DCF77-Signal zu testen ist eine Krücke und erlaubt zwar ein
Gefühl, aber keine präzise Aussage.
Ein paar Anmerkungen noch zu meinen Beobachtungen mit dem Aufbau und dem
Thema im Allgemeinen:
Mit dem 200 Hz breiten Quarzfilter bleibt zwar noch ein Teil der
Phasenmodulation des DCF77-Signals übrig, aber nicht genug, um das
Auszuwerten. Auf dem Oszilloskop sieht man das DCF77-Signal gegenüber
dem NCO im FPGA jittern, man sieht da sogar sehr schön, dass der Jitter
für 0.1/0.2 Sekunden während der Pegelabsenkung verchwindet und dann für
0.9/0.8 Sekunden einsetzt, sowie dass die 59. Sekunde ganz ohne
Phasenmodulation vom Sender ausgestrahlt wird.
Das dritte Bild im Anhang ist ein Histogramm über die im FPGA gemessenen
Phasenabweichungen zwischen dem NCO und der DCF77-Referenz, wobei jeder
Bin im Histogramm 100ns breit ist. Interessant finde ich die
Dreiecksform, die ich mir bisher nicht wirklich erklären kann. Würde die
Phasenmodulation das Quanzfilter besser passieren, dann würde ich
eigentlich zwei ausgeprägte Peaks links und rechts von der Mitte
erwarten.
Man sieht auch im Histogramm, dass die Phasenabweichungen ziemlich breit
streuen (das Histogramm zeigt einen Bereich von -1µs bis +1µs). Aus der
Phasenmodulation alleine würde man bei perfektem Empfang +/- 466ns
erwarten. Ich vermute dass das alles mit Unzulänglichkeiten in der
analogen Signalverarbeitung zu tun hat - im FPGA läuft alles zeitdiskret
mit 10ns-Schritten ab, das, was ich beobachte, liegt da aber um den
Faktor 200 bzw. 46 drüber.
Aus irgendeiner Quelle meine ich mich erinnern zu können, dass die
Bandbreite des DCF77-Signals mit Phasenmodulation bei 1.3kHz liegt. Dann
wäre mir intuitiv klar, dass mein 200Hz breites Quarzfilter nicht dazu
taugt, die Phasenmodulation zu rekonstruieren.
Generell habe ich den Eindruck, dass das Quarzfilter in diesem Aufbau
ein neuralgischer Punkt ist: Mit dem LO für den ersten und zweiten
Mischer muss man die Mittenfrequenz des Filters schon um 10 oder 20 Hz
genau treffen. Liegt man weiter daneben, dann beobachtet man eine AM des
DCF77-Signals (nicht die Sekundenpulse, sondern ein schnelleres
Gewackel.) Ich denke das Stichwort ist die PM-to-AM-Conversion. Aktuell
kommt das LO-Signal aus einem HP3325A-Synthesizer, später wäre da eine
DDS angesagt, da die LO-Frequenz (aktuell 5075.765 kHz) doch recht krumm
ist. Es stellt sich nun halt die Frage nach den Auswirkungen eines
Phasenrauschens der LO-Frequenz.
So schön und so ermutigend ich den aktuellen Aufbau und seine Ergebnisse
jetzt zwar finde, frage ich mich dennoch, ob ein anderes
Schaltungskonzept nicht sinnvoller wäre. Der analoge Teil schön und gut,
ein DCF77-Signal zu filtern und auf einige Volt peak-peak zu verstärken
wäre eigentlich ein schöner Demonstrator für Schulen oder sonstwas, und
die Signalpegel sin goß genug um damit leicht einen
Sekundenpulsbasierten DCF77-Dekoder zu bauen. Die digitale PLL im FPGA
ist in diesem Konstrukt auch ne nette Spielerei, zumindest macht mir das
Spaß.
Besser wäre vermutlich aber ein SDR-ähnlicher Ansatz, so wie andere
Schaltungen das machen: Antenne -> Antialiasingfilter -> Verstärker ->
ADC -> FPGA oder DSP.
Vielleicht mag ja noch der eine oder andere hier seine Meinung kundtun
zu dem was ich hier geschrieben habe. Würde mich freuen.
Grüße, Stephan.
Stephan M. schrieb:> Wie verhält sich das System bei wirklich langen Zeitkonstanten?
Ich denke, das gibt Probleme, wenn es zu kurzzeitigen
Empfangsausfällen z.B. durch Blitzschlag kommt.
Hallo Harald,
Harald W. schrieb:>> Wie verhält sich das System bei wirklich langen Zeitkonstanten?>> Ich denke, das gibt Probleme, wenn es zu kurzzeitigen> Empfangsausfällen z.B. durch Blitzschlag kommt.
Stimmt, im Moment gibt es da keinen "Schutz" dagegen (siehe Meßreihe 2.)
Das Problem halte ich aber für lösbar: Pulslänge des
DCF77-Referenzsignals messen und PLL "anhalten" wenn diese nicht den
Erwartungen entspricht.
Bei den großen Zeitkonstanten macht es der PLL nix aus, wenn die
Phasendifferenz eines NCO/DCF77-Flankenpaarrs um einige 1000 oder 10000
Zyklen Zeitversetzt verarbeitet wird. Auf diese Weise würde ich den
PI-Regler in der PLL nur dann mit neuen Phasendifferenzwerten füttern,
wenn z.B. 10000 DCF77-Signalzyklen vorher und nachher korrekt empfangen
wurden.
Stephan.
Stephan M. schrieb:> So schön und so ermutigend ich den aktuellen Aufbau und seine Ergebnisse> jetzt zwar finde, frage ich mich dennoch, ob ein anderes> Schaltungskonzept nicht sinnvoller wäre.
Ja, m.M.n. ....
Warum empfängst du nicht einfach geradeaus? Oder ist dir das zu popelig?
ZWEI Mischstufen, sprich ZWEI LOs mit deren Abweichungen und
Phasenrauschen (Jitter)....
Wenn die beiden aus einem Rub.-Normal abgeleitet wären, könnte ich das
Konzept noch verstehen, aber....
Was erwartest du denn von einem Doppelsuper? Etwa, dass die
Unzulänglichkeiten der LOs und Mischer außen vorbleiben?
Kurt M. schrieb:> Die Luftlinie aus der Uhrenmetrolpole Biel zu DCF77 sind etwa 340 km und> zu HBG 110km
HBG gibts nicht mehr. Ebenso OMA50.
MSF60 läuft wohl noch, ist aber für stabile Verhältnisse zu weit weg.
https://de.wikipedia.org/wiki/Zeitzeichensender
Er schreibt, dass er von 77.5 KHz auf 5 MHz raufmischt und auch wieder
runter, dann heben sich sich Frequenzfehler genau auf, weil es 2* der
gleiche Oszillator ist.
Wenn das Delay durch das Filter 0 wäre, dann würde sich auch das
Phasenrauschen rausheben; das könnte für tiefe Frequenzen durchaus
trotzdem zutreffen wenn das Filter sorgfältig zentriert ist.
Das Gerede von Phasenmodulation etc ist sowieso weitgehend sinnfrei
weil man Integrationszeiten über Stunden braucht; für alles was
schneller ist, ist man der Qualität seines Quarzofens ausgeliefert.
Das gleiche gilt für's Phasenrauschen; für gutes Phasenrauschen auf
77.5 KHz kann man sich rein garnix kaufen. Selbst wenn der Träger
auf 77.5 KHz in astraler Schönheit stahlt: Auf 775 KHz ist er schon
20 dB schlechter, und auf 7.75 MHz hochmultipliziert sind es schon
40 dB schlechter.
Ein ordentlicher Quarzoszillator ist damit nicht mehr zu beeindrucken;
dem kann man mit sowas nur noch den langfristigen Trend vorgeben.
Für mich habe ich das erst mal mit einem Lucent Z3811A/Z3812A GPS mit 2
MTI-260-Öfen (Redundanz) gelöst; Rubidium ist nicht besser; höchstens
zur Überbrückung, wenn GPS ausfällt. Integration über Tag/Nacht der
Langwelle bleibt mir auch erspart. Ich brauche die Redundanz nicht
wirklich; wenn die Öfen tatsächlich langfristig phasenstarr sind
(nie danach gesehen) Könnte man sie zusammenkombinern für besseres
Phasenrauschen.
Gruß, Gerhard
Stephan M. schrieb:> Im FPGA wird der 10MHz-Takt vom OCXO auf 100 MHz vervielfacht. Daraus> leite ich über einen NCO einen 77.5kHz-"VCO"-Takt ab, der zusammen mit> dem externen DCF77-Referenzsignal aus dem Komparator in einen auf dem> FPGA realisierten digitalen Phasenkomparator geht. Der macht eigentlich> nichts anderes als den Abstand der steigenden Flanken von NCO-Takt und> DCF77-Referenz in Einheiten von 10ns (=1/100MHz) zu messen.
Die Verzehnfachung passiert natürlich vollkommen jitterfrei....?
Ich denke, dass ich mich nicht allzuweit aus dem Fenster lehne und sage,
dass eine aperiodische Teilung "sauberer" zu realisieren ist.
______
@ Gerhard: Stimmt, hatte ich irgendwie verdrängt, dass es nur einen LO
gibt.
Das Gerede von PM... Ich habe es nicht angestimmt; aber jetzt:
Für meinen Geschmack ist dieses Konzept nicht gemacht, so nebenbei.
Wenn ich während der PM von DCF Samples für den Phasenvergleich ziehe,
dann MUSS ich es eben ständig tun, um per Mittelung wieder auf "0" zu
kommen.
Ich würde eher eine 1 PpS-Lösung vorziehen, und zwar zum Zeitpunkt, wenn
der 77,5-Träger NICHT P-moduliert, also in der Amplituden-Absenkung.
Gruß Michael
Michael M. schrieb:> Ich würde eher eine 1 PpS-Lösung vorziehen, und zwar zum Zeitpunkt, wenn> der 77,5-Träger NICHT P-moduliert, also in der Amplituden-Absenkung.
Das ist die schlechtestmögliche Lösung. In der Absenkung ist das
S/N am übelsten und die Signalenergie von 59/60 der Zeit wirfst du
überhaupt weg.
In einem früheren Leben habe ich mal den gleichen Fehler gemacht und
gedacht, dass mehr Selektion besser ist. Dem ist nicht so wenn man
dabei auch Signalenergie verliert.
Ich habe an einem Ranging-System für einen Fernseh-Sat gearbeitet.
Da wurde ein Analogträger vom Boden über den normalen Transponder
geschickt und an anderen Stellen am Boden wieder empfangen. Das
geht einfach so als "Parasit" 20 dB unter dem normalen MPEG-Datenstrom.
Funktioniert im Prinzip wie GPS, nur umgekehrt: Die Standorte auf der
Erde sind bekannt, die genaue Position des Satelliten ist gewünscht.
Damit es genau wird, wertet man natürlich die Trägerphase aus. Die
ist aber nicht eindeutig weil sie sich alle paar cm wiederholt.
Also wird das Sendesignal BPSK-moduliert mit einem Pseudo-Noise,
wie bei GPS. Die Lauflänge des PN ist so lange, dass man eindeutige
Verhältnisse hat. Man muss halt das Sendemuster mit dem
Empfangsmuster korrelieren. Wo das Maximum ist, dort ist auch
der Anfang des PN-Rahmens und der 1pps ist am Anfang des
"richtigen" Rahmens. Die PN-Folge wird halbe-halbe früh/spät
moduliert, so dass sich das über einen Rahmen aufhebt.
Das funktioniert bestens.
Ich habe dann die Beobachtung gemacht, dass das System umso
schlechter funktioniert hat, je besser mein Modulator wurde
und je mehr ich die Empfänger-Bandbreite schmaler gemacht habe.
Im Nachhinein war's dann klar: Ein ordentliches BPSK-Signal
hat überhaupt keinen Restträger und die Costas- oder
Squaring loop lebt dann ausschließlich von der Energie in den
Seitenbändern. Wenn das Signal nicht moduliert ist, dann
ist das der Costas/SQ-Loop genauso recht.
Man bekommt jedenfalls einen wunderbar rekonstruierten Träger.
Gruß, Gerhard
Boahhh! ;-P
Viele Hasen sind des Igels Tod! ;-))
Zufallsgenerator, Rahmensyncronisation,
Trägerückgewinnung...
Wozu braucht man so ne genaue Zeit?
Wollt Ihr Euch auf nen Frequenzhopper
draufsyncronisieren?
mfg
Michael M. schrieb:> Ja, m.M.n. ....> Warum empfängst du nicht einfach geradeaus? Oder ist dir das zu popelig?
Nein, zu popelig ist mir das nicht. Ich wollte einfach das
Zweifach-Super-Schaltungskonzept mit Quarzleiterfilter mal ausprobieren
und war gespannt, wie sich das verhält.
Die Motivation für dieses Konzept ist ja, dass man ohne Spezialquarze
auskommt. Andererseits erreicht man mit diesen Filtern im MHz-Bereich
halt keine Bandbreiten im Bereich von ein paar Hz, sondern eher von ein
paar hundert Hz. Was dabei rauskommt habe ich hier dargestellt.
Gerhard H. schrieb:> Er schreibt, dass er von 77.5 KHz auf 5 MHz raufmischt und auch wieder> runter, dann heben sich sich Frequenzfehler genau auf, weil es 2* der> gleiche Oszillator ist.
Richtig, erster und zweiter Mischer verwenden die selbe LO aus dem
selben Oszillator.
Michael M. schrieb:> Stephan M. schrieb:>> Im FPGA wird der 10MHz-Takt vom OCXO auf 100 MHz vervielfacht. ...>> Die Verzehnfachung passiert natürlich vollkommen jitterfrei....?
Nein, natürlich nicht. Über lange Zeiträume mittelt sich das aber raus.
Anders wäre es natürlich, wenn die Frequenzvervielfachung im DCM des
FPGA nicht sauber arbeitet, und z.B. den Takt um 10.000001 vervielfacht
statt um 10.000000. Das wäre dann ein systematischer Fehler der sich
nicht rausmittelt. Da vertraue ich aber auf den FPGA (ohne es jetzt
recherchiert zu haben.)
> Ich denke, dass ich mich nicht allzuweit aus dem Fenster lehne und sage,> dass eine aperiodische Teilung "sauberer" zu realisieren ist.
Warum? Was ist der Vorteil davon?
Michael M. schrieb:> Das Gerede von PM... Ich habe es nicht angestimmt; aber jetzt:> Für meinen Geschmack ist dieses Konzept nicht gemacht, so nebenbei.> Wenn ich während der PM von DCF Samples für den Phasenvergleich ziehe,> dann MUSS ich es eben ständig tun, um per Mittelung wieder auf "0" zu> kommen.>> Ich würde eher eine 1 PpS-Lösung vorziehen, und zwar zum Zeitpunkt, wenn> der 77,5-Träger NICHT P-moduliert, also in der Amplituden-Absenkung.
Mit der Phasenmodulation des DCF77-Signals ists doch das selbe wie mit
dem Jitter des hochskalierten Takts im FPGA - im langfristigen Mittel
hebt sich das raus.
Gerhard H. schrieb:> Das Gerede von Phasenmodulation etc ist sowieso weitgehend sinnfrei> weil man Integrationszeiten über Stunden braucht; für alles was> schneller ist, ist man der Qualität seines Quarzofens ausgeliefert.
Was das rausmitteln angeht: ja, verstehe ich auch so.
Ich wollte halt wissen, ob das Signal hinter dem 200Hz-Quarzfilter noch
"genügend" phasenmoduliert ist, um die Zeitinformation daraus zu
dekodieren. Ist es aber nicht. (Ich bin hier kein Experte, der sich
sowas schnell mal mit Papier und Bleistift herrechnet - daher habe ich
es halt mal ausprobiert. Das selbe gilt auch für den Effekt
PM-to-AM-conversion - funktioniert alles gut, wenn Filter und LO sauber
abgestimmt sind; wenn nicht, dann klingelt das Signal hinter dem Filter
so stark dass der Komparator die Nulldurchgänge nicht mehr sauber
erkennt.)
Grüße, Stephan.
> Wozu braucht man so ne genaue Zeit?> Wollt Ihr Euch auf nen Frequenzhopper> draufsyncronisieren?
Es ging mir lediglich darum, dass es kontraproduktiv ist, wenn man
Signalenergie wegwirft, entweder durch übertriebene Selektion, oder
gar weghören während 98% der Zeit.
Die Zeit muss man so genau wissen, weil z.B. kleine Länder nur
einen einzigen Parkplatz im geostationären Orbit haben, aber gerne
mehr als einen Sat. Die sind dann quasi auf Rufweite und man muss
sehr genau wissen, wo und wohin sie sich bewegen.
Die Sollposition wird aktiv gehalten und das kostet Treibstoff.
Minimale, optimierte Bewegungen entscheiden normalerweise
über die Lebensdauer des Sats.
3 nsec Laufzeitungenauigkeit sind eben 1 Meter Positionsfehler.
Das ist viel, wenn man m/s ausrechnen will.
Gruß, Gerhard
Stephan M. schrieb:>> Stephan M. schrieb:>>> Im FPGA wird der 10MHz-Takt vom OCXO auf 100 MHz vervielfacht. ...Stephan M. schrieb:>> Ich denke, dass ich mich nicht allzuweit aus dem Fenster lehne und sage,>> dass eine aperiodische Teilung "sauberer" zu realisieren ist.>> Warum? Was ist der Vorteil davon?
Der Phasenvergleich wird aufgrund niedrigen Jitters exakter... ^^
Den Herrn Bangert (r.i.F.) und seine Ausarbeitung kennst du?
http://ulrich-bangert.de/AMSAT-Journal.pdf
Hast du ein Blockschaltbild vom FGPA?
Michael M. schrieb:>>> Ich denke, dass ich mich nicht allzuweit aus dem Fenster lehne und sage,>>> dass eine aperiodische Teilung "sauberer" zu realisieren ist.>>>> Warum? Was ist der Vorteil davon?> Der Phasenvergleich wird aufgrund niedrigen Jitters exakter... ^^
Das ist schon klar. Bringen tut das bei meinem Aufbau aber nichts.
Die Phasenmodulation des DCF77-Signals beträgt +/- 13°. Bezogen auf die
Nulldurchgänge des Signals sind das +/- 466 ns. Mit einem Filter für das
DCF77-Signal gibt es nun zwei Möglichkeiten:
Entweder ist das Filter schmalbandig genug (wenige Hz), um die PM
vollständig zu entfernen. Hier sehe ich ein, dass die Reduktion von
Jitter sinnvoll ist und etwas bringen kann.
Oder aber das Filter ist nicht schmalbandig genug, so dass die PM oder
Reste davon übrig bleiben. So ist das mit meinem 200 Hz
Quarzleiterfilter. Das DCF77-Signal selbst jittert hinter dem Filter so
stark, dass man das leicht mit einem Oszilloskop sehen kann. Siehe dazu
auch das Histogramm in meinem Post weiter oben. Hier muss die PLL den
Jitter ausmitteln.
Der Jitter um den es hier gerade geht ist hausgemacht. Zu dem dazu kommt
aber noch ein systembedingter Effekt, nämlich dass die Phase des
DCF77-Signals am Empfangsort zeitlichen Schwankungen unterworfen ist. In
der PTB-Publikation "Zeit- und Normalfrequenzverbreitung mit DCF77" ist
das in Bild 10 auf Seite 11 veranschaulicht: die Phase wandert
abends/nachts um mehr als 1µs. Ich stelle mich nach meinen Überlegungen
auf den Standpunkt, dass die PLL beide Effekte durch hohe Zeitkonstanten
rausmitteln sollte und das auch tut (unter der Voraussetzung, dass der
OCXO auf allen relevanten Zeitskalen stabil genug ist.)
Michael M. schrieb:> Den Herrn Bangert (r.i.F.) und seine Ausarbeitung kennst du?> http://ulrich-bangert.de/AMSAT-Journal.pdf
Das habe ich schon mal gesehen, kann mich aber an den Inhalt nicht mehr
erinnern. Ich schaus mir an.
Michael M. schrieb:> Hast du ein Blockschaltbild vom FGPA?
Ist angehängt.
Zum Verständnis: Im FPGA läuft alles synchron zum internen 100MHz-Takt,
der durch x10-Vervielfachung aus dem 10 MHz OCXO gewonnen wird. Daraus
ergeben sich natürlich weitere Jitter-Quellen, z.B. durch das
einsynchronisieren des DCF77-Referenzsignals vom Komparator oder auch am
Ausgang des NCOs.
Grüße
Stephan
Stephan M. schrieb:>> Den Herrn Bangert (r.i.F.) und seine Ausarbeitung kennst du?>> http://ulrich-bangert.de/AMSAT-Journal.pdf>> Das habe ich schon mal gesehen, kann mich aber an den Inhalt nicht mehr> erinnern. Ich schaus mir an.
Es ist m.E. wirklich hilfreich, auch zwischen den Zeilen... ;-
> Michael M. schrieb:>> Hast du ein Blockschaltbild vom FGPA?> Ist angehängt.
Danke dir.
> Zum Verständnis: Im FPGA läuft alles synchron zum internen 100MHz-Takt,> der durch x10-Vervielfachung aus dem 10 MHz OCXO gewonnen wird. Daraus> ergeben sich natürlich weitere Jitter-Quellen, z.B. durch das> einsynchronisieren des DCF77-Referenzsignals vom Komparator oder auch am> Ausgang des NCOs.
Ja, ich denke auch, es sind in der Hauptsache systematische Ursachen.
So schön deine Idee ist (das schmale Q-Filter zu umghehen), so viele
Gefahren lauern hinter allen Ecken :-)
U.Bangert schreibt (sinngemäß) z.B.: ..."Selbst Synchronteiler (im
aperiodischen T.) sollte man nicht allzu großen Temp.-Schwankungen
aussetzen"...
Stephan M. schrieb:> Das DCF77-Signal selbst jittert hinter dem Filter so> stark, dass man das leicht mit einem Oszilloskop sehen kann.
Deswegen meine Idee (auch wenn Gerhard -sicherlich mit Recht- etwas
"dagegen" hat, 98% nicht zu nutzen :-) ), nur die Phasen ohne Pseudo-PM
auszuwertenn. Auf die Idee, die 59. bzw. 60. Sekunde dazu zu benutzen,
war ich offengestanden selbst noch nicht gekommen, wie schön... Da hätte
ich dann 100% Trägeramplitude, um etliche zig Ph.-Vergleiche
anzustellen.
Nebenbei: Ich habe in meiner (grad neu entstehenden) Bastelbude heute
eine ca. 30 Jahre alte DCF-Uhr (Elrad oder so??, k.A.) wieder in Gang
gesetzt. Trotz Massivbauweise ohne Fenster hat sie tags konstanten
Empfang, und das bei 450km Entfernung bis Mainflingen mit einer
superwinzigen Ferritantenne...
Das lässt hoffen :-)
Gegen die Tageszeit bedingten Abweicheungen hilft leider nichts außer
a)Mitteln oder b)Speichern und "Aussitzen", wenn der Mutteroszillator
stabil genug ist.
Dafür -gesamt gesehen- sind deine Ergebnisse qualitativ relativ gut.
Kannst du nicht mal vllt. leihweise an ein R-Normal gelangen, um die
Genauigkeit zu überprüfen?
Gruß, Michael