Hallo,
Immer werden die Widerstandswerte mit Toleranzen angegeben... Nun sag
das aber nix über die Normalverteilung aus. Wie ist den die
Standardabweichung eines 1% Widerstandes bzw wieviel Prozent müssen
innerhalb der +-1% liegen?
Gibt es darüber Literatur? Im Internet wird man nicht schlau und auf den
Datenblättern steht auch nix.
Danke im Vorraus für die Hilfe
Grüsse terri
Die Angabe sagt, dass alle Widerstaende auch innerhalb dieses
Toleranzbereiches liegen. Wie die Verteilung ist, dass ist wohl kaum
festgeschrieben. Das wird sich auch von Hersteller zu hersteller
unterscheiden.
Was du beachten solltest: kaufst du zwei Widerstaende aus der selben
Produktionsserie, werden beide den gleichen Fehler aufweisen. Es ist
also nciht so, dass ein Widerstand 9k und der andere 11k, wenn auf
beiden 10k draufsteht. Sondern beide werden eher 9k oder 11k haben. Das
liegt daran, dass bei einmal eingestellter Produktionslinie die
Toleranzen untereinander sehr gerung sind. Wird die Produktionslinie
dann einmal neu eingestellt, weil zwischendurch ein anderer Wert
produzieret wurde, kann sich der Widerstandwert zum vorherigen dann doch
unterscheiden.
Man kann also nicht einfach sagen "ich nehm einfach mehrere
Widerstaende, dann gleichen sich die Toleranzen schon aus". Das geht
wenn man 1000 Stueck verschiedener Hersteller nimmt. Kauft man aber bei
Reichelt 10 Widerstaende, bekommt man wahrscheinlich 10, die
hintereinander produziert wurden, und somit (fast) gleich sind.
Tim
Die Widerstande werden hergestellt und erscheinen gleichverteilt ueber
einen Bereich. Dann wird jeder gemessen, die 1% kommen jeweils ins 1%
Koerbchen, Was da nicht reinpasst passt vielleicht als 5%er oder sonst
als 10%er. Daraus folgt, dass ein 5%er die 1%er nicht enthaelt. Die
Verteilung hat in der Mitte jeweils ein Loch.
Hallo,
das kann ich gar nicht glauben das jedes billige SMD-"Widerständchen"
durchgemessen wird... das wär doch echt vielzuviel Aufwand oder?
Sitchproben ja aber alle? Ich hab mir jetzt einfach ein Gauskurve über
den Bereich gelegt und festgelegt das es 6Sigmal sind also 99,99999xxx
% der Rs sind in dem Toleranzbereich.
Würde mich aber über eine zitierbare Quelle freuen ;-)
Grüße Terri
> ...also 99,99999xxx % der Rs sind in dem Toleranzbereich.
So viele werden es vermutlich nicht sein.
Ich bilde mir ein, mal was von einem AQL von 0,65% gelesen zu haben, da
kann das Datenblatt aber sicher mehr darüber aussagen.
Die Variante der Selektion habe ich auch schon mal gelesen. Aber in wie
weit das stimmt, und ob das nur Hersteller x, aber nicht Hersteller y
macht, ist wie so oft unklar. Wenn Du es wirklich wissen willst musst Du
wohl mal bei dem Hersteller Deiner Widerstände nachfragen. Der wird aber
sicher wissen wollen wozu Du wissen musst wie die die
Wahrscheinlichkeitsverteilung der Werte aussieht ...
Viele Grüße,
Martin L.
Hallo,
Tim schrieb:
> Was du beachten solltest: kaufst du zwei Widerstaende aus der selben> Produktionsserie, werden beide den gleichen Fehler aufweisen. Es ist> also nciht so, dass ein Widerstand 9k und der andere 11k, wenn auf> beiden 10k draufsteht. Sondern beide werden eher 9k oder 11k haben. Das> liegt daran, dass bei einmal eingestellter Produktionslinie die> Toleranzen untereinander sehr gerung sind. Wird die Produktionslinie> dann einmal neu eingestellt, weil zwischendurch ein anderer Wert> produzieret wurde, kann sich der Widerstandwert zum vorherigen dann doch> unterscheiden.
Das habe ich auch schon öfters gehört. Kennt ihr hierfür Literatur oder
sogar "zitierbare" Quellen?
Das wird je nach Hersteller und Lieferquelle vollkommen unterschiedlich
sein. Die High-Tech Hersteller können R, L und C heutzutage auf den
Punkt genau produzieren. Das war früher anders. [Bei Halbleitern haben
wir leider immer noch die großen Toleranzen.]
Bei billigen Produktionen in Fernost kann es dann aber ganz anders
aussehen und man muß wohl auch bei Dumping-Preisen mit Specs leicht
außerhalb des Datenblatts rechnen. Wenns überhaupt ein lesbares
Datenblatt dazu gibt und die Ware nicht gleich als 'Weiße Ware'
gesammelt weiterverkauft wird.
Heutzutage muß man sich also genau überlegen, wen man als Lieferant als
geeignet ansieht! Das ist eine Frage des Preises und der Erfahrung.
Auch, wieviel persönliches Risiko man bereit ist einzubringen.
So als Tipp: Nimm Widerstandsnetzwerke 1206. Da sind die Widerstände
schön gleich.
Hallo,
ich habe mal eine grössere Menge Z-Dioden selektiert (so 500 bis 1000
etwa). Aus dieser Erfahrung und einigen mit Widerständen kann ich eines
sagen: normalverteilt sind die Werte ganz sicher NICHT. Es gibt
"Nester", z.B. findet man unter 100 St. 40 nahe bei einem Wert, 30 bei
einem anderen, und der Rest sind kleinere Häufungen oder Einzelwerte. Es
kann auch sein, dass bestimmte Wertebereiche überhaupt nicht vorkommen.
Mathematisch sehe ich keinen Grund dafür, dass sich das bei grösseren
Proben so ausgleicht, dass die bekannte Glockenkurve entsteht. Es gibt
auch keinen physikalischen Grund dafür, da es sich ja immer um eine
manipulierte Verteilung handelt: wenn der Hersteller 5%ig normalverteilt
fertigt (ist eh schon fraglich) und durch Messen 1% selektiert, so sind
alle Werte zwischen + und -1% etwa gleich wahrscheinlich, m.a.W. die
Verteilung ist ein Rechteck.
Mehr lohnt sich dazu nicht zu sagen - Messen ist angesagt und für
Fehlerfortpflanzungsrechnungen ist nur der Worstcase von Interesse. Der
Anwender will ja nicht wissen, ob sein Gerät mit 68% Wahrscheinlichkeit
richtig misst, er will das garantiert haben. Ich habe noch nie mit
Normalverteilungen gerechnet, sondern immer nur mit maximalen
Abweichungen.
Gruss Reinhard
Das Problem ist ja auch, daß die aktuelle Abweichung sich mit der Zeit
verändern kann. Also ein R mit z.Zt. genau 10k kann in einem Jahr 10,1k
haben. Schaut mal die DB's bei Reichelt durch - die "normalen" R's
können nach 1000h ganz anders sein ....
So ganz kann man sich auf die Toleranzen aber auch nicht verlassen. Ich
hatte letztens zwei 42.2kOhm Metallschicht-Widerstände mit 1% Toleranz
von Reichelt, die beide nur ~32kOhm hatten.
Entweder hat da die Qualitätssicherung des Hersteller gepennt oder die
wurden mit den falschen Farbringen markiert.
Und natürlich merkt man sowas ja erst, wenn man die Dinger schon verbaut
hat und die Schaltung nicht funktioniert...
Vielleicht hast du die auch nur überlastet und aus gelben Farbring wurde
braun...
Oder was ich auch schon hatte: Leergewordene Batterie im
Billig-Multimeter.
Meine Erfahrung: Vergeßt Farbringe, allerhöchstens zur schnellen
Orientierung gut, und dann das Multimeter benutzen.