Instabil wird ein Verstärker dann, wenn die Gegenkopplung auf Grund
einer Phasenverschiebung zur Mitkopplung wird.
Hohe Frequenzen führen zu einer größeren Phasenverschiebung als
niedrige, und eine niedrige Verstärkung erfordert eine stärkere
Gegenkopplung (höhere Schleifenverstärkung) als eine hohe. Bedingt
durch ihre hohe Leerlaufverstärkung neigen Operationsverstärker somit
bei niedriger Gesamtverstärkung zu Schwingungen auf hohen Frequenzen.
Man löst das Problem durch die Frequenzkompensation, bei der einfach
die Leerlaufverstärkung und damit die Schleifenverstärkung für höhere
Frequenzen reduziert wird. Damit wirkt sich bei kritischen Frequenzen
zur Mitkopplung mutierende Gegenkopplung nur noch schwach aus.
Die Frequenzkompensation erfolgt durch einen Tiefpass im
OPV, dessen Zeitkonstante bei vielen Typen mittels eines externen
Kondensators eingestellt werden kann. So kann man wählen zwischen
niedriger Mindestverstärkung und niedriger Grenzfrequenz oder hoher
Mindestverstärkung und hoher Grenzfrequenz.
Bei anderen OPVs ist die Zeitkonstante der Frequenzkompensation fest
eingestellt, damit hat auch die Mindestverstärkung einen festen Wert.
Der LM324 ist bspw. (auf Kosten der Grenzfrequenz) auf eine
Mindestverstärkung von 1 eingestellt. Es gibt aber auch OPVs, deren
feste Mindestverstärkung bspw. bei 10 liegt. Die sind dann zwar
schneller, aber man kann bspw. keinen Spannungfolger damit
realisieren.
Einen OPV auf eine Mindestverstärkung kleiner 1 einzustellen, ist
sinnlos, weil diese besser mit einem Spannungsteiler realisiert.
Brauchst du für deinen Regler eine per Poti einstellbare Verstärkung,
die zwischen einem Wert <1 und einem Wert >1 variiert, kombinierst du
am besten einen Spannungsteiler mit einem OPV, so dass dieser immer
eine Verstärkung >=1 hat.