Hallo zusammen.
Ich habe mir heute einen IC zerschossen, verstehe aber nicht, warum. Es
handelt sich um einen TLC272CP Dual OpAmp. Ich habe die
Versorgungsspannung (+12V gegen Masse) vom PC Netzteil bezogen (Gelbe
und Schwarze Leitung vom HD Stromkabel).
Hat bisher auch immer wunderbar funktioniert, bis ich heute auf die Idee
gekommen bin, an die gleichen Leitungen einen kleinen 12V Lüfter
anzuschließen. Ergebnis war ein heißer, stinkender und wahrscheinlich
kaputter IC.
Kann mir jemand erklären, was das schiefgegangen ist?
Beste Grüße
Christoph
Ich kann dich nur bestätigen: "Verstehe aber nicht warum"
Der OPV ist sogar kurzschlussfest und so. Das heißt du hättest den
Lüfter theoretisch sogar am Ausgang des OPVs anschließen können und er
hätte davon kalt bleiben müssen.
Das Einzige was sein könnte ist, dass der Lüfter irgendwelche
Spannungsspitzen induziert wobei selbst das unwahrscheinlich ist. Kannst
ja mal mit dem Oszi drübermessen...
/joggl
Es geht aus deinem Beitrag nicht eindeutig hervor, wo du den Lüfter
genau angeschlossen hast (in die Versorgungsleitung oder an den
Ausgang).
Am Ausgang sollte der OP- Amp wie bereits angesprochen kurzschlussfest
sein, und wenn du ihn parallel zwischen die Versorgungsleitungen
geschlossen hast, sollte erst noch weniger passieren, weil die meisten
erhältlichen Lüfter bereits eine Freilaufdiode eingebaut haben. Somit
sollte es mit negativen Impulsen von Induktivitäten kein Problem geben.
Möglicherweise ist hat sich das PC- Netzteil verabschiedet??
Fragen über Fragen ...
LG Gregor
Wobei ein PC-Netzteil mit seinen -zig Ampere und ohne Strombegrenzung
zum "basteln" nicht so optimal ist, bei einem Kurzschluß lösen sich
Bauteile samt Leiterbahnen gerne mal in Rauch auf ;)
Wow, so schnelle Reaktionen! Danke erstmal :)
Also im Detail: der OpAmp (Single Supply) wird versorgt von +12V DC
gegen GND aus dem PC Netzteil. Den Lüfter (Conrad Nr. 189354) habe ich
parallel zum OpAmp geschaltet, also rotes Kabel an die +12 V Leitung,
schwarzes an GND. Ist auch angelaufen, aber der OpAmp hats nicht
überlebt.
PC Netzteil ist noch in Ordnung, sonst könnt ich das hier jetzt nicht
schreiben ;). Hab auch nachgemessen, hat knappe 12 V auf der Leitung.
Was vielleicht noch sein könnte: Hab den Lüfter nur mit den blanken
Kabelenden an die Schraubklemmen mit 12V gehalten. Er ist angelaufen,
dann bin ich abgerutscht, hab aber gleich wieder angesetzt und er ist
weitergelaufen. Er war noch am Laufen als ich ihn wieder angesetzt habe.
Könnte er vielleicht Dynamo gespielt haben und der OpAmp hat
Überspannnung abgekriegt?
Gruß&Dank
Christoph
also eine vermutung hätte ich noch.
der opamp ist in cmos-technologie aufgebaut und bei dieser techik gibt
es einen parasitären thyrister zwischen den -V und +V. da die eingänge
des opv keine schutzschaltung besitzen, können eingangsspannungen, die
negativer sind als die negative betriebsspannung (in deinem fall 0v)
diesen parasitären thyristor zünden und der chip zerstört sich sofort
selbst. kannst du ja mal mit einem cmos-ic ausprobieren, wenn der an den
eingängen keine ableitdioden besitzt un du legst zb -3v an einen
eingang, dann kannst du zusehen, wie der ic sich selbst auslötet :-)
es wäre also wirklich denkbar, dass durch induktion eine negative
spannung an einen der eingänge gelangt ist und futsch isser.
An den Eingängen kann nicht viel passiert sein. OP2 ist unbeschaltet
(brauch ich nicht), OP1 hängt einem DA-Wandler in R2R-Bauweise, der an
den Parallelport angeschlossen ist (ja ich weiß, das ist gefährlich).
Was wäre mit folgender Theorie:
Aufgrund eins im Lüfter eingebauten Elkos wird die GND Leitung
kurzzeitig stark belastet und somit positiver als die Spannung vom R2R
DAC -> Latch Up
es könnte genauso gut durch den unbeschalteten opam sein, da machen die
eingänge ja sowieso was sie wollen :-)
ich denke es war mit hoher wahrscheinlichkeit ein latch-up und da er ein
pc-netzteil zur stromversorgung nutz, war auch genug energie da, damit
der chip sich schön zerstören kann. wenn die stromversorgung so bleibt,
wird er wohl noch mehrere ic ins nirvana schicken.
> PC-Netzteile sind zum Basteln sowieso ungeeignet.
PC-Netzteile sind sehr gut zum Basteln geeignet,
Kursschlüsse aller Art lassen sich sehr leicht und ohne den Einsatz
von Meßmitteln detektieren :-)
-LOL-
Zig Amper dank PC Netzteil, eine induktive Last (parallel zum OP) dran
hängen und sich wundern das ein Low-Power OP brutzelt.
Ich tippe auf Spannungsüberhöhung in der Versorgungsspannung - der
TLC272 kann max 18 Volt ab.
Cool das immer noch PC-Netzteile als Labornetzteile missbraucht werden.
Viel hilft viel (vor allem beim Bauteilegrillen).
Frei nach dem Motto: Ätsch - Meins hat mehr Leistung, das schafft nen
DIL40 Gehäuse in nur 2 µSekunden.
Ob die Massestecker des Lüfterchens sauber Kontakt weitergegeben haben??
Wenn die 0 Volt fehlen hängt das IC an 12V und restlichen Pins
"ersetzten" die 0V. Folgen sind bekannt.
Danke für die vielen Antworten.
Ich nehm das PC-Netzteil der Bequemlichkeit halber, nicht um Leistung zu
haben. Gebe auch unumwunden zu, nicht viel Ahnung von E-Technik zu haben
(hat man sicher schon gemerkt ;) ). Fürs erste werd ich dem Lüfter eine
eigene Versorgung geben, mittelfristig schau ich mal ob und wie ich vom
PC-Netzteil loskomme.
Grüße
Christoph