HF im Weltall

OP #946450
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Hallo allerseits!

Ich hab heute mal eine allgemeine Frage.
Hab gestern im TV eine Doku über die Voyager-Mission gesehen. Dabei 
handelt es sich um eine Raumsonde, die Milliarden von Kilometern von der 
Erde entfernt Fotos schießt und diese an die Erde sendet (vom Uranus und 
Neptun).

Da stellte sich mir eine Frage. Wie ist es möglich, dass diese Bilder so 
weit verschickt werden können? Wieviel Sendeleistung muss da wohl 
dahinter sein. Welche Frequenz wird hier benutzt und wie groß ist da der 
Zeitversatz?
Würd mich echt interessieren...

Wisst ihr da Bescheid, oder kennt ihr Quellen zum Nachlesen?

Vielen Dank für eure Infos!


mfg
der "neugierige" Andy
Gast #946465
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Hallo

Zeitversatz kannst du einfach ausrechnen: Distanz und 
Lichtgeschwindigkeit sind ja bekannt. Derzeit sind es wohl einige 
Stunden.

In der Tat ist es eine grosse Herausforderung, Daten über solch eine 
Distanz zu übermitteln. Man realisiert dies aber nicht primär über 
exorbitante Sendeleistungen, sondern eher durch riesige Empfangsanlagen 
- da werden halbe Radioteleskope verwendet.

Auf der NASA-Webseiten zu den einzelnen Missionen findest du jeweils 
einige Informationen über die Kommunikation.

Gruss
Michael
#946469
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Andreas Posch wrote:

> Da stellte sich mir eine Frage. Wie ist es möglich, dass diese Bilder so
> weit verschickt werden können? Wieviel Sendeleistung muss da wohl
> dahinter sein.

Nicht die Sendleistung ist hier entscheiden, immerhin kannst du in eine 
solche Sonde kein riesiges Kraftwerk einbauen.

In der Sendung wurden auch die verwendeten Antennen gezeigt (das Deep 
Space Network). Die sind halt ein bischen grösser als die übliche 
Satellitenschüssel.
#946596
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Raumsonden wie die Voyager-Serie oder auch  erzeugen ihre elektrische 
Energie aus einem Radionuklidgenerator, der aus der Zerfallswaerme Strom 
erzeugt.

Zum Missionsstart betraegt die Leistung i.d.R. einige 100 Watt, damit 
muessen neben dem Sender auch saemtlich wiss. Instrumente auskommen, 
daneben muss auch noch geheizt werden.

Im Laufe der Jahre laesst die Zerfallsrate natuerlich nach, bei Ulysses 
z.B. haben wir gerade noch 40 Watt.

Das stellt uns vor das Problem, die Treibstoffleitungen nicht mehr 
beheizen zu koennen, so dass das Hydrazin jetzt einfriert und die Sonde 
die Ausrichtung zur Erde verliert.

Mit wiss. Daten war fuer uns (Ulysses/SWICS & Ulysses/KET) aber schon 
vor ein paar Wochen Schluss, da zum einen einige Instrumente zwecks 
Energiesparen abgeschaltet wurden, zum anderen der UHF-Sender fuer die 
Telemetrie zuviel Saft zieht.

Wir reden hier von Datenraten um die 100kb/s zu den besten Zeiten bei 
entfernungen um 1 AU, von Voyager am Rande der Heliospahere kommen aber 
nur noch einzelne Bytes an.
Gast #946672
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Bei so großen Distanzen reduziert man sehr stark die Bandbreite, um so 
die Reichweite zu erhöhen. Da die Bandbreite leider die Bitrate 
beinflusst, benötigt man eine amtliche Quellcodierung, damit die 
Übertragung nicht Jahre dauert.
Welche Algorithmen da verwendet werden, weiss ich allerdings nicht...

Ich bitte um Korrektur, falls ich total daneben liege ;-)

Viele Grüße,
Philip
Gast #946965
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> Bei so großen Distanzen reduziert man sehr stark die Bandbreite

Nein das Gegenteil. Man benutzt Spread-Spectrum-Verfahren. Also eine 
sehr große Bandbreite. Das ist dann sehr störsicher auch bei kleinen 
Sendeleistungen.
Gast #947378
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@xenusion:

Den Voyager-Abschnitt habe ich jetzt durch. Voyager benutzt also eine 
Kombination aus RS und einem Faltungscode. Die Nutzdaten werden zunächst 
mit RS codiert und das Ergebnis wird mit einem Faltungscode (kein Turbo) 
gesichert und dann ausgestrahlt.
Gast #948327
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Das ist richtig. Man kann 1200Baud auf 1MHz verteilen und die Energie 
auf auf dem 1MHz rausblasen. Beim Empfang gewinnt man diesen Faktor 800 
wieder. Man kann die 1200 Baud damit um 29dB aus dem Rauschen ziehen. 
Der Witz an der Geschichte ist, dass die Nutzbandbreite klein gegen die 
Spreitzbandbreite sein muss.
#950259
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Auch mit amateurmäßigen Mitteln lassen sich Signale von weit entfernten 
Raumsonden nachweisen, ein belgischer Funkamateur Freddy de Guchteneire 
ON6UG führt das auf Amateurfunktreffen vor:
http://www.amsat-dl.org/p5a/rosetta.htm
http://www.amsat-dl.org/pic/gallery2/main.php?g2_itemId=6354
natürlich reicht bei so kleinen Schüsseln die Signalstärke nur zum 
Nachweis, nicht zur Demodulation der Bilder.

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