Standard-ELKOs sind genau für den Einsatzzweck in
Gleichrichterschaltungen (50/60Hz) vorgesehen, wo die Last einen mehr
oder weniger konstanten Wert besitzt. Für dieses Einsatzgebiet sind sie
völlig ausreichend.
Anders sieht es bei hochenergetischen und impulsförmigen Belastungen
aus. Dort werden dem ELKO hohe Impulsströme in womöglich hoher
Wiederholrate (bei Frequenz bis möglicherweise in den MHz-Bereich
hinein) abverlangt. Dort würde sich dann der höhere Innenwiderstand bei
den Standard-ELKOs durchaus bemerkbar machen, indem sich der ELKO
höchstwahrscheinlich sehr stark erwärmt. Dies wird mit Sicherheit zu
einer Verkürzung der Lebenserwartung führen, wenn nicht sogar schon nach
relativ kurzer Zeit zu einem 'Abblasen' über das 'Sicherheitsventil'
(bei größeren ELKOs einer meist dreistrahligen Perforation im 'Deckel',
die dann aufplatzt) und damit der Zerstörung des ELKOs.
Bei induktiven Lasten, die direkt am Netzteil hängen, ist im Einzelfall
zu entscheiden, ob wirklich die etwas teureren Low-ESR-Typen absolut
notwendig sind - schaden können sie aber auf keinen Fall. Da
Induktivitäten Ihrer Ursache (eben dem Anstieg des Stromes, der durch
sie hindurchfliessen möchte) entgegenwirken, entsteht ja kein starker
impulsförmiger Anstieg des Stromes, sondern, je nach Induktivität, ein
eher gemächlicher (mehr oder weniger linearer) Anstieg. Daher ist für
die Verlustleistung, die im Innenwiderstand des ELKOs umgesetzt wird,
das delta-I, also die Größe der Stromänderung, interessanter. Da viele
Schrittmotoren über integrierte Schaltungen (z.B. L296) angetrieben
werden, die die Strangströme auch noch mittels einer höher getakteten
PWM-Frequenz erzeugen, liegt das delta-I für die Sieb-ELKOs im Netzteil
noch in Bereichen, wo nicht unbedingt Low-ESR-Typen zum Einsatz kommen
müssten.