Problem mit Spannung an Mikrofon-Eingang der Soundkarte

OP (Firma: evoid.de) #951170
Hallo,

ich versuche ein Signal über meine Soundkarte aufzuzeichnen. Dazu 
benutze ich zum Testen erstmal ein 0,6V-Dauersignal. Ich habe ein altes 
Miniklinke-Kabel abisoliert und 4 Drähte vorgefunden: 2 dickere und 2 
dünne. Ich habe es nun mit den beiden dickeren versucht: Den einen an 
mein Bezugspotential gewickelt, den anderen an die Stelle mit den 6V in 
meiner Schaltung. In Audacity zeichne ich das Signal auf.

Nun beobachte ich folgendes: Wenn ich den Miniklinke-Stecker ohne dass 
auf ihm Spannung ist einstecke, geht das Signal in Audacity leicht hoch 
und bleibt bei dem Wert. Dann lege ich die Spannung an. Im Moment des 
Anlegens (oder wenn ich einfach am Kabel wackel) geht das Signal hoch 
und fällt direkt wieder auf den Wert, als wenn keine Spannung angelegt 
wäre.

Der Mikrofon-Eingang an sich ist natürlich in Ordnung (getestet). Ich 
habe es auch schon mit den beiden dünneren Kabeln probiert und mit einem 
dünnen und mit einem dicken. Hilft alles Nichts, wenn ich andere 
Kombinationen verwende, geht das Signal noch nichtmal im Moment des 
Anlegens der Spannung hoch.

Was mache ich falsch??
Vielen Dank im Voraus!
Gast
Wenn du mit 'Dauersignal' eine Gleichspannung meinst - das wird nicht 
gehen, denn da ist am Eingang der Soundkarte sicherlich ein Kondensator. 
Also nur für Wechselspannungen brauchbar.

Am Mikroeingang musst du sowieso aufpassen, denn da wird zur Versorgung 
von Elektretmikros auch eine Versorgungsspannung ausgegeben. Besser mal 
mit einem Line-Eingang versuchen. Aber auch der kann kein DC.

>Ich habe ein altes Miniklinke-Kabel abisoliert und 4 Drähte vorgefunden

Vier Drähte sind ungewöhnlich - dein Stecker hat nur drei Anschlüsse. Da 
sind sicher zwei Massen dabei. Bei Kopfhöreranschlüssen muss natürlich 
die Masse für beide Hörkapseln geteilt werden.
Üblicherweise sind am Klinkenanschluss der Tip für den linken Kanal, der 
Ring für den rechten und der Schaft ist der GND. Einfach mit dem 
Ohmmeter mal durchmessen.
OP (Firma: evoid.de)
Erstmal danke für deine Antwort.

HildeK wrote:
> Wenn du mit 'Dauersignal' eine Gleichspannung meinst
Jop das tue ich.

> das wird nicht gehen, denn da ist am Eingang der Soundkarte sicherlich ein
> Kondensator. Also nur für Wechselspannungen brauchbar.
Sicher? Unter dem folgenden Link sehr weit unten auf der Seite findet 
sich so eine Audacity-Aufnahme, wobei das Signal dort nur zwischen 
positiv-konstant und 0 wechselt, und das hat er geschafft aufzunehmen. 
Genau dasselbe habe ich doch eigentlich auch simuliert, indem ich die 
Kabel drangelegt habe an die 0,6V und sie wieder weggenommen habe.

http://www.nue.tu-berlin.de/wer/knoerig/AVR_de.html
Gast
Die Schaltzeiten in der angegebenen Seite liegen bei weniger als 1ms, 
falls die eingeblendete Zeitskala Sekunden anzeigt. Das wird vom 
Mikroeingang gut verarbeitet. Du erzeugst per Hand aber viel längere 
Sugnale und siehst folglich nur den Einschalt- und den Abschalt- Impuls.
Gast
>> das wird nicht gehen, denn da ist am Eingang der Soundkarte sicherlich ein
>> Kondensator. Also nur für Wechselspannungen brauchbar.
>Sicher?
Nein - nicht sicher. Ich kenne ja nicht alle Soundkarten. Es würde mich 
aber trotzdem sehr wundern ...

>Unter dem folgenden Link sehr weit unten auf der Seite findet
>sich so eine Audacity-Aufnahme, wobei das Signal dort nur zwischen
>positiv-konstant und 0 wechselt ...

Meiner Ansicht nach wechselt es zwischen +1 und -1, zumindest wenn es 
über die Soundkarte in Audacity angekommen ist. So wird es jedenfalls 
von Audacity angezeigt in dem Bild 
http://www.nue.tu-berlin.de/wer/knoerig/Elektronik/AVR/Fernsteuerung/SignalSharp1.jpg

Und um lange 0- oder 1-Folgen zu vermeiden kodiert er sogar - Zitat:
'Zur Modellierung wird jedes "0"-Bit der Fernsteuerungssequenz in eine 
"01"-Folge umgewandelt, jedes "1"-Bit in eine "011"-Folge'

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