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Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik DCF77 von Reichelt, mal wieder


Autor: Florian (Gast)
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Hallo zusammen,

sorry, ja, schonwieder ein DCF77 Post. Aber ich bin kurz vor dem 
verzweifeln.

Also, folgendes. Habe ein DCF77 Modul von Reichelt. "VCC" an 5V, "GND" 
an GND, "Ein" frei gelassen wie im Datenblatt beschrieben, "DCF" an Pin 
von Mikrocontroller ohne irgendwelche Transistoren, Pullups oder sonst 
irgendwas, also genau so wie im Artikel "DCF77-Funkwecker_mit_AVR" auf 
dieser Seite beschrieben (für das Reichelt Modul, nicht für das Conrad 
Modul). Zwischen GND und VCC hängt vor dem Modul noch ein 100 nF 
Keramikkondensator als Abblockung.

Das Teil funktioniert auch. Nach ca. 3 Sekunden fängt meine Status LED 
an zu blinken, alle Parity Checks laufen gut durch und ich kann die Zeit 
dekodieren.

So, jetzt mein Riesenproblem, von dem ich mir nach ca. 5 Stunden 
rumgedebugge im Code fast 100% sicher bin, dass es ein Hardware Problem 
ist. In der gleichen Schaltung sitzt noch ein Schieberegister mit 8 LEDs 
dran und ein MAX7219 mit acht 7 Segment Anzeigen. Jetzt passieren ganz 
kuriose Dinge. Wenn alle LEDs aus sind (d.h. in meinem Fall alle Outputs 
des Schieberegisters auf Low), dann funktioniert alles. Sind ein paar 
von den LEDs aus, völlig egal welche, dann funktioniert das DCF77 Modul 
nichtmehr. Sind dagegen alle LEDs aus, aber die 7 Segment Anzeigen an, 
dann funktioniert es z.B. wieder, aber nur wenn die Anzeigen vom MAX7219 
auf niedrigster Stufe gedimmt sind, mache ich sie (z.B. per Taster) 
heller, dann hört die LED sofort auf zu blinken.

Ich bin wirklich am verzweifeln. Ich fürchte, dass hier vielleicht 
irgendwo ein Kondensator fehlt (Schieberegister, DCF77, Atmel, MAX7219 
haben jeder jeweils einen 100nF Kerko, Spannungsversorgung (7805) hat 
auch genug). Hat jemand irgendeine Idee was das sein könnte? Ziehen 
das Schieberegister und die 7 Segment Anzeigen vielleicht zuviel Strom 
oder sowas? Der 7805 ist übrigens einer von den "großen", nicht diese 
kleinen. Davor hängt ein 12V Netzteil.

Das Modul selbst ist an dem mitgelieferten Kabel und liegt ca. 3 cm weg 
von dem Rest der Schaltung. Das Modul scheint sehr robust, selbst wenn 
ich es direkt neben meinen Laptop lege oder die Hand drüber halte habe 
ich noch Empfang.

Vielen Dank schonmal

Gruss
Flo

Autor: Falk Brunner (falk)
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@  Florian (Gast)

>Also, folgendes. Habe ein DCF77 Modul von Reichelt. "VCC" an 5V, "GND"
>an GND, "Ein" frei gelassen wie im Datenblatt beschrieben, "DCF" an Pin

Dann hast du ein anderes MOdul. PON muss auf GND gelegt werden, sonst 
ist das Modul ausgeschaltet.

http://www.mikrocontroller.net/articles/DCF77-Funk...

>Das Teil funktioniert auch. Nach ca. 3 Sekunden fängt meine Status LED
>an zu blinken, alle Parity Checks laufen gut durch und ich kann die Zeit
>dekodieren.

Wo ist dann das Problem?

>heller, dann hört die LED sofort auf zu blinken.

Da spuckt dein Digitalteil EMV-Dreck.

>auch genug). Hat jemand irgendeine Idee was das sein könnte? Ziehen
>das Schieberegister und die 7 Segment Anzeigen vielleicht zuviel Strom
>oder sowas?

Es sind die schnellen Umschaltpulse.

>Das Modul selbst ist an dem mitgelieferten Kabel und liegt ca. 3 cm weg

Ist nicht soo viel.

Hast du auch den 1K Ohm Widerstand in der Versorgung des Moduls drin? 
GGf. mit grösseren Werten experimentieren, so bis 10K. Auch kann man 
manl 1..10uF direkt am Modul probieren. Viel Einfluss könnte ach die 
Verkabelung haben, eine wilde Klingeldrahtorgie strahlt viele Störungen 
ab. Masse beachten. Und an jedem IC 100nF dicht angeschlossen.


MFG
Falk

Autor: Florian (Gast)
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Hallo Falk,

ja, wie gesagt habe ich das Modul von Reichelt, der Artikel hier auf der 
Seite bezieht sich in erster Linie auf das von Conrad. Im Datenblatt von 
dem Reichelt Modul steht ausdrücklich, dass "Ein" (einen mit PON 
beschrifteten Port gibt es bei diesem Modul garnicht) nicht beschaltet 
werden soll.

Das Problem ist, dass mein DCF77 Modul nur dann funktioniert, wenn ich 
den anderen Kram, den ich in der Schaltung auch brauche (z.B. die 
Anzeigen für die Uhrzeit) nicht benutze. Das ist nicht so toll :-)

Was für schnelle "Umschaltpulse" und was ist EMV-Dreck?

Einen 1K Ohm Widerstand oder sonst irgendwelche Widerstände habe ich 
nicht am Modul, habe gelesen, dass das nur bei den Conrad Modulen nötig 
ist.

Was meinst du mit "Masse beachten"? Und ja, ich habe hier eine "wilde 
Kupferlackdrahtorgie", das lässt sich aber nun nichtmehr ohne 
Nervenzusammenbruch korrigieren.

100 nF ist wie gesagt schon da vor jedem IC.

:-(

Gruss
Flo

Autor: Alexander Sewergin (agentbsik)
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Das Modul muss mind 30 cm oder noch mehr vom anderen Teil entfernt sein.

Ich habe eine Nixie Uhr, bei der der Empfänger ca 1m entfernt ist, weil 
die Uhr sonst garnicht funktioniert.



Gruß Alex

Autor: Robert Knipp (mr_insanity)
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>>Ich habe eine Nixie Uhr, bei der der Empfänger ca 1m entfernt ist, weil
>>die Uhr sonst garnicht funktioniert.

Sorry, falls die Frage blöd ist, habe das nur gerade zufällig gelesen 
und mich mit dem Thema DCF77 noch nicht beschäftigt.
Wie funktioniert denn das bei Funkuhren die man ganz normal im Laden 
kauft? Da ist ja alles in einem Gehäuse verbaut und man muß keine 
externe Antenne anschließen o.ä. und es funktioniert auch.

Autor: Rufus Τ. Firefly (rufus) (Moderator) Benutzerseite
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> Wie funktioniert denn das bei Funkuhren die man ganz normal
> im Laden kauft?

Die enthalten keine LED-Anzeigen, die nämlich verbrauchen ganz erheblich 
mehr Strom als LC-Displays, was beim Schalten die EMV-Probleme erzeugt, 
die Du in Deiner Schaltung hast. Außerdem werden sie nicht als 
"Kupferlackdrahtorgie" aufgebaut ...

Autor: Florian (Gast)
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Habe es gerade auch noch einmal mit Batterie statt Netzteil versucht. 
Gleiches Problem. Daran sollte es also nicht liegen. Was tun?? :(

Autor: Christian R. (supachris)
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Florian wrote:
> Habe es gerade auch noch einmal mit Batterie statt Netzteil versucht.
> Gleiches Problem. Daran sollte es also nicht liegen. Was tun?? :(

Odentliche Leiterplatte verwenden, den Multiplexer ordentlich abblocken, 
Spannung filtern usw. eventuell Abschirmblech benutzen.

Autor: Florian (Gast)
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Hallo Christian,

sorry, ich bin Anfänger. Könntest du das eventuell etwas erläutern? Was 
genau heißt "ordentlich abblocken", Spannung filtern und was genau ist 
ein Abschirmblech?

Gruss
Flo

Autor: Gast (Gast)
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Schließ das Modul doch mal mit einem guten Meter Leitung an und lege es 
von deiner Schaltung weiter weg...

Autor: Christian R. (supachris)
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Naja, direkt an den MAX Abblock-Kondensatoren, am besten sehr 
niederohmige Keramik-Cs in verschiedenen Werten. in die 
Spannungsversorgung am besten noch eine Spule rein. Die Werte muss man 
ohne Messtechnik und Simulation halt probieren. Die Spannungsversorgung 
des DCF-Moduls mit Spule und Kondensator abkoppeln (Tiefpass-Filter). 
Eventuell falls möglich, die Frequenz des MAX verstellen, dass sie nicht 
in der Nähe der 77,5kHz liegt. Sowas erfordert entweder viel Erfahrung 
oder viel Probieren. Abschirmbleche gibts zum Einlöten in die Platine, 
um empfindliche Baugruppen vor Einstrahlung zu schützen, oder eben 
Stötstrahlung zu unterbinden. Aber bei einem Lackdrahtaufbau hat das 
alles keinen Sinn. Die Masse sollte außerdem flächig auf der Platine 
sein.

Autor: Florian (Gast)
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Hallo Christian,

danke nochmal für deine Antwort. Das ist mein erstes Lochraster Projekt, 
bisher habe ich alles auf Steckbrett aufgebaut. Ich entnehme deine Post, 
dass Kupferlackdraht wohl eher suboptimal ist. Warum? Ich fand den 
bisher sehr angenehm, weil er so schön dünn ist und wenig Platz 
wegnimmt. Aber ich gebe zu, dass mein Board von unten sehr chaotisch 
aussieht. Was benutzt man denn normalerweise sonst so? Normale dünne 
Kupferkabel mit Kunststoffisolation?

Spulen habe ich leider momentan nicht hier. Habe lediglich noch ein paar 
Kondensatoren (1µF, 10µF, 100nF, 33pF ist glaub ich alles was ich da 
hab). Werde damit morgen mal mein Glück probieren und den Empfänger an 
einen Meter geschirmtes Kabel weit weg von allem anderen hängen. Hoffe 
das bringt was.

Ansonsten habe ich hier im Forum noch Dinge gelesen wie "Diode vor VCC 
vom DCF77" oder "GND an Heizung" (wtf?), etc.. Werde ich morgen auch mal 
in Ruhe testen.

Der blöde Empfänger hat mich für heute genug gefrustet.. Gute Nacht :-)

Autor: Jadeclaw Dinosaur (jadeclaw)
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Ich denke mal, daß die Displaysteuerung über die Versorgung in den 
Empfänger reinrotzt. Da hilft nur ein Widerstand in die 
Versorgungsleitung und empfängerseitig 10 - 100µF parallel zur 
Versorgungsspannung. Den Empfänger weiter weglegen kann auch helfen. Was 
aber auch geht, nur einmal am Tag synchronisieren, dafür das Display 
ausschalten, und den Rest des Tages die Uhr auf interner Zeitbasis 
laufen lassen. Was die Lackdrahtverdrahtung anbelangt, nicht irre machen 
lassen, wegen der typisch hohen Impulsströme bei einer Multiplex-Anzeige 
gibt es bei einer geätzten Leiterplatte die gleichen Probleme. Da hilft 
nur Sieben der Empfängerversorgung und Abstand zum Gerät. Ist das mit 
dem Abstand nicht möglich, dann muß das Display eben für den täglichen 
Abgleich abgeschaltet werden.

Gruß
Jadeclaw.

Autor: Falk Brunner (falk)
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@Jadeclaw Dinosaur (jadeclaw)

>laufen lassen. Was die Lackdrahtverdrahtung anbelangt, nicht irre machen
>lassen, wegen der typisch hohen Impulsströme bei einer Multiplex-Anzeige
>gibt es bei einer geätzten Leiterplatte die gleichen Probleme.

Nanana. Das kann man so überhaupt nicht sagen. Ein geätzte UND halbwegs 
gescheit layoutete (wie sagt man das eigentlich sauber in Deutsch?) 
Platine strahlt um Grössenordungen weniger ab als ein 
Klingeldrahtverhau.

> Da hilft nur Sieben

Sieben tut man Sand. Versorgungsspannungen werden gefiltert ;-)

> der Empfängerversorgung und Abstand zum Gerät. Ist das mit
>dem Abstand nicht möglich, dann muß das Display eben für den täglichen
>Abgleich abgeschaltet werden.

Wenn alle Stricke reissen.

MFG
Falk

Autor: Andreas (Gast)
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Hallo,
ich hatte ähnliche Probleme, als ich das DCF77 Modul am STK500 betrieben 
habe (Anschluss wie von dir beschrieben).
Das Problem ist die sehr schwache Treiber-Leistung des DCF77 
Signalausgangs und die hohe Empfindlichkeit bei Spannungsschwankungen.
Ich habe es folgendermaßen gelöst:
- die Versorgungsspannung habe ich unmittelbar am Modul über eine Diode 
geleitet und anschließend mit einem 10uF Elko stabilisiert
- das Signalpin habe ich auf einen MOSFET (BS170) geleitet und damit 
verstärkt (die resultierende Signalinvertierung habe ich mit einem 
weiteren Transistor kompensiert aber per Software ist es auch möglich)

Ergebnis:
Der Zeitempfang ist jetzt super stabil.

Autor: Michael U. (amiga)
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Hallo,

zur Not mach es eben ähnlich wie die Funkwecker.
Werte den DCF77-Empfang irgendwann nachts um 2 Uhr aus und schalte Deine 
LED-Anzeigen während dieser Zeit einfach aus...

Und bei der nächsten Version machst Du dann alles viel besser. ;)

Gruß aus Berlin
Michael

Autor: Pete K. (pete77)
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Kann es sein, dass der ATMega in Reset geht, weil die LEDs so viel Strom 
an den Ports ziehen, dass die Spannung einbricht ?

Autor: Falk Brunner (falk)
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@Pete K. (pete77)

>Kann es sein, dass der ATMega in Reset geht, weil die LEDs so viel Strom
>an den Ports ziehen, dass die Spannung einbricht ?

Dann würde auch das LED-Muxen nicht funktionieren.

Autor: Jadeclaw Dinosaur (jadeclaw)
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@Pete K.: Es funktioniert ja, nur der DCF-Empfang ist weg.

@Falk: Ich bin mir, was das Verhalten anbelangt, ziemlich sicher, daß 
der meiste Schmodder über die Versorgung einströmt. Das deckt sich auch 
mit meinen Erfahrungen: LED richtig hell per Multiplex und der DCF tut 
keinen Piep mehr, mit gescheiter Siebung (100 Ohm in Serie und 470µF 
parallel zum Empfänger) kann ich bis auf ca 10cm an das Display ran. 3 
cm ist aber auch was knapp, da würde auch ein geätztes Layout nichts 
verbessern, da würde wahrscheinlich nur eine mit Empfängermasse 
verbundene Blechabschirmung zwischen Display und Empfänger helfen.

@Florian: Ich würde jetzt systematisch vorgehen: Empfänger von der Uhr 
weglegen, ungefähr 'nen halben Meter oder mehr, geht es dann bei voll 
aufgedrehtem Display, den Empfänger in ein Extra-Kästchen setzen und gut 
sein lassen, geht es immer noch nicht, dann wie von mir und anderen 
vorgeschlagen, die Kombination Widerstand/Diode und Elko in die 
Versorgungsleitung setzen. Ich habe es mir mittlerweile angewöhnt, bei 
meinen Konstrukten die Empfänger immer separat zu setzen, geht halt im 
Stahlbetonbau nicht anders, da muß man sich einen Platz suchen, wo es 
dann zuverlässig geht, ohne daß andere Geräte da reinrotzen.

Gruß
Jadeclaw.

Autor: Florian (Gast)
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Hallo Jadeclaw,

Danke für deine Tipps! Ich habe jetzt dem MAX7219 einen zusätzlichen 
22µF und einen 33pF Kondensator verpasst wie auch dem Schieberegister 
noch einen 22µF. Ausserdem hat der DCF77 nun zwischen VCC und GND neben 
dem 100nF der vorher schon da war ebenfalls noch einen 22µF und vor dem 
VCC vom DCF77 Modul noch eine Diode (1N 4148 von Reichelt, mit Kathode 
zum VCC vom DCF77).

Ergebnis: Wenn ich den MAX7219 auf voller Helligkeit laufen lassen, 
blinkt die LED trotzdem weiter.

Aber: Es kommt nur Mist raus. Sie blinkt sehr unregelmäßig und ich kann 
kein Signal dekodieren, höchstens mal ein Minuten-Frame oder so, aber 
nie alle Daten (Parity Fehler).

470µF habe ich leider nicht da, das größte was ich habe ist 22µF und 
davon auch nur noch wenige. Ich werde nun erstmal probieren einen 100 
Ohm Widerstand in Reihe zu meiner verbauten Diode zu setzen (so war das 
doch gemeint, oder?) und dem Modul etwas mehr Abstand verschaffen.

Was meinst du mit "Schmodder über Versorgung"? Die Versorgung des DCF77 
oder die gesamte Versorgung der Platte? An letzterem sollte es nicht 
liegen, da es mit einer Batterie ebenfalls nicht vernünftig tut, und da 
sollte die Spannung ja "stabil" sein, oder?

Was genau bewirkt es, wenn man die GND Leitung meines Boards an die 
Heizung hängt? Klar, das ist dadurch irgendwie "geerdet", aber was genau 
bedeutet das und wie wirkt sich das (theoretisch) auf meine Schaltung 
und den Empfang aus?? (P.S.: Es spielt keine Rolle ob der ISP Adapter 
(der ja durch den PC geerdet sein sollte) angeschlossen ist oder nicht)

Viele Grüße
Florian

Autor: Falk Brunner (falk)
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@Jadeclaw Dinosaur (jadeclaw)

>@Falk: Ich bin mir, was das Verhalten anbelangt, ziemlich sicher, daß
>der meiste Schmodder über die Versorgung einströmt.

Da wäre ich mir nicht so sicher.

> Das deckt sich auch
>mit meinen Erfahrungen: LED richtig hell per Multiplex und der DCF tut
>keinen Piep mehr, mit gescheiter Siebung (100 Ohm in Serie und 470µF
>parallel zum Empfänger)

So einen Riesenkondensator will man dort aber nun wirklich nicht. Dann 
lieber 1K oder mehr und weniger C. Bei 100uA max. kann man sich das 
leisten.

> kann ich bis auf ca 10cm an das Display ran.

Naja, schon mal ein gewichtiges Argument.

> 3 cm ist aber auch was knapp, da würde auch ein geätztes Layout nichts
>verbessern, da würde wahrscheinlich nur eine mit Empfängermasse
>verbundene Blechabschirmung zwischen Display und Empfänger helfen.

Würde. Konjuktiv. Sollte man mal genauer prüfen ;-)

@Florian (Gast)

>22µF und einen 33pF Kondensator verpasst wie auch dem Schieberegister

Die 33pF sind hier zwecklos, man braucht da was im Bereich 10..1000nF. 
Die 22uF reichen einmal pro Schaltung, dann aber etwas grösser. Pi mal 
Daumen 1uF/mA.

>VCC vom DCF77 Modul noch eine Diode (1N 4148 von Reichelt, mit Kathode
>zum VCC vom DCF77).

Die Diode bringt wenig.

>davon auch nur noch wenige. Ich werde nun erstmal probieren einen 100
>Ohm Widerstand in Reihe zu meiner verbauten Diode zu setzen

Probier auch mal 1k oder mehr.

>Was meinst du mit "Schmodder über Versorgung"? Die Versorgung des DCF77
ja.

>bedeutet das und wie wirkt sich das (theoretisch) auf meine Schaltung
>und den Empfang aus??

Praktisch kaum.

MFG
Falk

Autor: Florian (Gast)
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Hallo Falk,

warum bringt die Diode wenig? Eine Diode generell bringt hier wenig oder 
die, die ich benutzt habe bringt wenig?

1K Widerstände habe ich leider keine, nur 10K, aber das ist vermutlich 
zuviel. Oder?

Gruss
Flo

Autor: Jadeclaw Dinosaur (jadeclaw)
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Florian wrote:
> Hallo Jadeclaw,
>
> Danke für deine Tipps! Ich habe jetzt dem MAX7219 einen zusätzlichen
> 22µF und einen 33pF Kondensator verpasst wie auch dem Schieberegister
> noch einen 22µF. Ausserdem hat der DCF77 nun zwischen VCC und GND neben
> dem 100nF der vorher schon da war ebenfalls noch einen 22µF und vor dem
> VCC vom DCF77 Modul noch eine Diode (1N 4148 von Reichelt, mit Kathode
> zum VCC vom DCF77).

> Ergebnis: Wenn ich den MAX7219 auf voller Helligkeit laufen lassen,
> blinkt die LED trotzdem weiter.
> Aber: Es kommt nur Mist raus. Sie blinkt sehr unregelmäßig und ich kann
> kein Signal dekodieren, höchstens mal ein Minuten-Frame oder so, aber
> nie alle Daten (Parity Fehler).
Das zeigt, daß er jetzt schonmal Empfang bekommt, sprich die Störungen 
auf der Versorgung wohl sogut wie weg sind. Hier dürfte aber wohl 
nochwas direkt in die Antenne einstrahlen.

> 470µF habe ich leider nicht da, das größte was ich habe ist 22µF und
> davon auch nur noch wenige. Ich werde nun erstmal probieren einen 100
> Ohm Widerstand in Reihe zu meiner verbauten Diode zu setzen (so war das
> doch gemeint, oder?)
Richtig. So war es gemeint.

>  und dem Modul etwas mehr Abstand verschaffen.
Das auf jeden Fall auch probieren.

> Was meinst du mit "Schmodder über Versorgung"? Die Versorgung des DCF77
> oder die gesamte Versorgung der Platte? An letzterem sollte es nicht
> liegen, da es mit einer Batterie ebenfalls nicht vernünftig tut, und da
> sollte die Spannung ja "stabil" sein, oder?
Eben nicht. Jede Stromversorgung, egal ob Netzteil oder Batterie hat 
einen gewissen Innenwiderstand. Wird nun eine Last zugeschaltet, fällt 
an diesem Innenwiderstand eine Spannung ab. Die fehlt dann an den 
Klemmen. Bei einem Leuchtdiodendisplay, welches im Multiplexbetrieb 
läuft, passieren diese Einschaltvorgänge mehrere hundert mal pro 
Sekunde. Mit dem Ergebnis, daß man diese Schaltfrequenz auf der 
Versorgung hat. Und damit auch auf der Versorgungsleitung des 
Empfängers. Der den Rotz dann verstärkt und sich selbst dadurch dicht 
macht. Ich nehme mal an, das Empfängerversorgung und Restschaltung am 
selben Regler hängen. Damit kommen die Störsignale aus der 
Displaysteuerung auch beim Empfänger an, deshalb die Sache mit 
Diode/Widerstand und Kondensator, damit das nicht in den Empfänger 
kommt.

> Was genau bewirkt es, wenn man die GND Leitung meines Boards an die
> Heizung hängt? Klar, das ist dadurch irgendwie "geerdet", aber was genau
> bedeutet das und wie wirkt sich das (theoretisch) auf meine Schaltung
> und den Empfang aus?? (P.S.: Es spielt keine Rolle ob der ISP Adapter
> (der ja durch den PC geerdet sein sollte) angeschlossen ist oder nicht)
Garnichts. Der Empfang wird dadurch nicht besser. Es würde nur etwas 
bewirken, wenn die Störungen über die Netzleitung einströmen würden. Nur 
hast du selbst schon festgestellt, daß die Störungen aus dem Gerät 
selbst kommen. Damit ist das dann nutzlos. Kann man sich also sparen.


Gruß
Jadeclaw.

Autor: Falk Brunner (falk)
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@Florian (Gast)

>warum bringt die Diode wenig? Eine Diode generell bringt hier wenig

Ja, generell bringt sie wenig, weil sie nur negative Störsignale 
abblockt. Positive knallen praktisch ungefiltert durch (Gleichrichter).

>1K Widerstände habe ich leider keine, nur 10K, aber das ist vermutlich
>zuviel. Oder?

Mal rechnen.

U = I * R = 100µA * 10K = 1V

Hmm, sollte gerade noch passen. GGf zwei oder drei parallel schalten.

MFG
Falk

Autor: Florian (Gast)
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Hallo,

Danke nochmal für eure ausfühliche Hilfe. Der Empfänger hängt nun an 
einem etwa ein Meter langen alten 4 adrigen ISDN Kabel weit weg von 
meinen Monitoren und dem bösen MAX7219. Jetzt scheint alles zu 
funktionieren (ohne Tiefpass).

Trotzdem würde ich gerne eure "Pi mal Daumen" Werte gerne rechnerisch 
nachvollziehen. Jadeclaw sagte ich soll 490 µF und 100 Ohm benutzen. Das 
ergibt eine Grenzfrequenz von

 1 / (2  PI  470 * 10^(-6) * 100) Hz = 3.38799 Hz

Ist meine Rechnung korrekt?

Wo ist da der Zusammenhang zu den 77.5 kHz vom DCF77? Beim Tiefpass ist 
es doch so, dass Werte ÜBER der Grenzfrequenz abgedämpft werden, also 
hier alles was "schneller" als 3.38 Hz ist. Ich verstehe aber nicht 
woher eure Werte kommen. Zumindest laut Rechnung würde 22µF und 1 Ohm 
ebenfalls ausreichen, um eine Grenzfrequenz unterhalb von 77 kHz zu 
bekommen.

Viele Grüße
Florian

Autor: Falk Brunner (falk)
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@ Florian (Gast)

>Ist meine Rechnung korrekt?

Ja.

>Wo ist da der Zusammenhang zu den 77.5 kHz vom DCF77?

Direkt gar keiner ;-)

> Beim Tiefpass ist
>es doch so, dass Werte ÜBER der Grenzfrequenz abgedämpft werden, also
>hier alles was "schneller" als 3.38 Hz ist.

Ja.

> Ich verstehe aber nicht
>woher eure Werte kommen. Zumindest laut Rechnung würde 22µF und 1 Ohm
>ebenfalls ausreichen, um eine Grenzfrequenz unterhalb von 77 kHz zu
>bekommen.

Es geht nich darum, die 77,5kHz zu dämpfen, die kommen über die Antenne 
und nicht über die Stromversorgung. Es geht um die Störimpulse, welche 
entstehen, wenn dein LED-Multiplexer schaltet. Bei 4 Stellen und 100 Hz 
"kracht" es mit 400 Hz alle 2,5ms. Das gibt im ungünstigsten Fall einen 
nahezu "idealen" Rechteckimpuls. Der hat, Fouriertransformation sei 
dank, sehr viel Oberwellen, also Energie bei N*400Hz bis in den MHz 
Bereich hinein. Wenn dieses Störspektrum nun per Versorgung in den DCF77 
Empfänger kommt, dann "schüttelt" es den sehr empfindlichen Analogteil 
durcheinander.
Und weil eben die Multiplexfrequenz so niedrig ist, muss auch die 
Grenzfrequenz des Tiefpasses so niedrig sein.

Wie du aber selber gemerkt hast, kann man an ZWEI Stellen etwas 
bewirken.

An der Störquelle. Mit ein paar ELKOs an den MUX-ICs wird die 
Störaussendung geringer.

Mit einem Filter am empfindlichen Bauteil wird die Wirkung der Störung 
geringer.

MFG
Falk

Autor: Florian (Gast)
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> entstehen, wenn dein LED-Multiplexer schaltet. Bei 4 Stellen und 100 Hz
> "kracht" es mit 400 Hz alle 2,5ms. Das gibt im ungünstigsten Fall einen

D.h. ich kann einen beliebigen Tiefpass benutzen, dessen Grenzfrequenz 
deutlich kleiner als 400 Hz ist? Oder woher bekomme ich nun die 
idealerweise zu verwendenden R und C Werte?

Autor: Stefan Wimmer (wswbln)
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Falk Brunner wrote:
>
> ... Ein geätzte UND halbwegs gescheit layoutete (wie sagt man das
> eigentlich sauber in Deutsch?)


"entflochtene"

:-)

Autor: Falk Brunner (falk)
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@ Florian (Gast)

>D.h. ich kann einen beliebigen Tiefpass benutzen, dessen Grenzfrequenz
>deutlich kleiner als 400 Hz ist?

Im Prinzip ja.

> Oder woher bekomme ich nun die idealerweise zu verwendenden R und C Werte?

Aus Randbedingungen. Der Widerstand sollte einerseits so gross wie 
möglich sein (tau=R*C), andererseits so klein wie möglich, um den 
Spannungsabfall nicht zu gross werden zu lassen. Dort muss man einen 
Kompromiss finden. Oder eine Spule nehmen ;-)

>> ... Ein geätzte UND halbwegs gescheit layoutete (wie sagt man das
>> eigentlich sauber in Deutsch?)

>"entflochtene"

Ohje, da ist ja noch grauseliger. Kleiner Wettbewerb gefällig?

Wir suchen ein wohlklingendes, aber dennoch sinnvolles DEUTSCHES Wort 
für layouten.

MFg
Falk

Autor: Stefan Wimmer (wswbln)
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Falk Brunner wrote:
>>"entflochtene"
>
> Ohje, da ist ja noch grauseliger. Kleiner Wettbewerb gefällig?
>
> Wir suchen ein wohlklingendes, aber dennoch sinnvolles DEUTSCHES Wort
> für layouten.

...Moment mal!  Nicht plötzlich die Spezifikation ändern!
Von "wohlklingend" stand da oben nichts!  :o)

Autor: Florian (Gast)
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>> D.h. ich kann einen beliebigen Tiefpass benutzen, dessen Grenzfrequenz
>> deutlich kleiner als 400 Hz ist?
>Im Prinzip ja.

Hat die Diode, die ich nun verbaut habe, nicht auch selbst einen 
Widerstand, so dass ich im Grunde bereits einen Tiefpass gebaut habe? 
(Diode + 22µF Elko)

Da momentan alles funktioniert werde ich erstmal keinen Widerstand 
einbauen. Never change a running system :-)

Autor: Falk Brunner (falk)
Datum:

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@Florian (Gast)

>Hat die Diode, die ich nun verbaut habe, nicht auch selbst einen
>Widerstand,

Ja, aber der ist recht klein, so um die 10 Ohm.

> so dass ich im Grunde bereits einen Tiefpass gebaut habe?
>(Diode + 22µF Elko)

Nicht wirklich. Du hast eine Einweggleichrichtung. Dadurch werden die 
negativen Störpule durch die Diode abgeblockt.

MFG
Falk

Autor: Peter Dannegger (peda)
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Florian wrote:
> Danke nochmal für eure ausfühliche Hilfe. Der Empfänger hängt nun an
> einem etwa ein Meter langen alten 4 adrigen ISDN Kabel weit weg von
> meinen Monitoren und dem bösen MAX7219. Jetzt scheint alles zu
> funktionieren (ohne Tiefpass).

Ja, nur so ist es richtig.

Du kannst filtern bis Du schwarz wirst, es nützt rein garnichts.
Nur die räumliche Entfernung hilft.
Durch das Multiplexen fließen einfach zu hohe Ströme und die koppeln in 
die Ferritantenne ein und übersteuern den Empfänger.

Weil ich aber unbedingt den Empfänger mit ins Gehäuse setzten wollte, 
schalte ich um 3:13Uhr den MAX für ~3min ab und empfange dann. Danach 
läuft der AVR als Quarzuhr weiter.


> Trotzdem würde ich gerne eure "Pi mal Daumen" Werte gerne rechnerisch
> nachvollziehen. Jadeclaw sagte ich soll 490 µF und 100 Ohm benutzen. Das
> ergibt eine Grenzfrequenz von

Wie gesagt, vergiß es.


Peter

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