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Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Amperemeter mir zwei zeigern/Skalen


Autor: jacob (Gast)
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Hallo zusammen,

ich habe neulich ein Amperemeter mit zwei Skalen bzw zwei Zeigern 
gesehen.
Es handelte sich um ein Einbaugerät, das im Steierkasten einer große 
Zentrifuge eingebaut was. Der angezeigte Wert und die Skalenteilung 
waren ungefähr gleich.

Kann mir jemand jagen wozu zwei zeiger,

Autor: Gast (Gast)
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Vielleicht war es ein Schleppzeiger, der bleibt bei dem maximalwert 
stehen.

Autor: Christoph Kessler (db1uq) (christoph_kessler)
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Ich kenne sowas von Stehwellenmessgeräten, der Schnittpunkt der beiden 
Zeiger für vor- und rücklaufende Leistung zeigt das SWR.
Bild z.B. hier:
http://www.mike-botzen.de/other/hp202.jpg

Autor: Wolf (Gast)
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Es kann auch sein, daß:
Der feststehende Zeiger ein einstellbarer MAX-Wert ist, der andere 
bewegliche der momentane IST-Wert, oft wird dabei bei Erreichen des 
Grenzwertes über einen eingebauten Mikroschalter ein Schaltvorgang 
ausgelöst.

Autor: Sebastian Heyn (Gast)
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[OFFTOPIC] STEHWELLENMEßGERÄT, WOW, das letzte hab ich glaub ich vor 
zwölf Jahren in den Händen gehalten, grins [OFFTOPIC OFF]

Autor: jacob (Gast)
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Hallo und Danke soweit.

Also einen Schleppzeiger gibt es da auch. Aber halt zusätzlich noch 
einen zweiten (dritten) Zeiger mit eigener Skala.
Ich mache morgen mal ein Bild.

Grüße
Jacob

Autor: Wolf (Gast)
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Der lustige jacob,
es werden immer mehr Zeiger im Steierkasten.

Autor: jacob (Gast)
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so sieht es aus, das Ding im STEUERKASTEN.

Autor: Tom (Gast)
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> Kann mir jemand jagen wozu zwei zeiger,

Zum gleichzeitigen Anzeigen von zwei Messwerten auf einem Instrument.

Vielleicht haben die zuwenig Platz auf der Frontplatte.

Autor: jacob (Gast)
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Hallo Tom,

es ist aber nur diese eine Zentrifuge angeschlossen und platz währe 
reichlich da. Der Elektriker vor ort konnte mir das Teil auch nicht 
erklären. Der Rote ist ganz klar ein Schleppzeiger. Der Zeiger in der 
Skala von 0 bis 400 ist hier leider schlecht zu sehen, ist aber wirklich 
da.

Autor: Bender (Gast)
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Hab hier so ne komische Anzeige mit 3 Zeigern..Skala von 1-12

Autor: Gast (Gast)
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Wenn der kleine Zeiger auf 10 zeigt und der Mittellange auf 12 dann ist 
es Zeit für Dich ins Bett zu gehen...

Autor: DeBe (Gast)
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Das Amperemeter hat ein Dreheisen- und ein Bimetallmeßwerk. Das 
Dreheisenmeßwerk zeigt den Momentanwert, während das Bimetallmeßwerk den 
Mittelwert über typisch 8 oder 15 Minuten anzeigt (8 oder 15 min müßte 
auch auf dem Instrument stehen). Auf jeden Fall sagt das Sinnbild über 
dem Dreheisenzeichen, daß es sich um ein Bimetallmeßwerk handelt. Wenn 
es interessiert, kann ich einen Ausschnitt aus einem H&B-Elima-Handbuch 
einscannen. Dauert aber etwas.

Gruß

DeBe

Autor: jacob (Gast)
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super,
vielen Dank DeBe. Ich währe sehr an diesem Ausschnitt interessiert.

Gruß

Jacob

Autor: DeBe (Gast)
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So, habe jetzt mal die Seiten eingescannt. Den Text habe ich aber nicht 
auf OCR-Fehler überprüft. Im Anhang ein paar Bilder, Erklärung dazu im 
Text.

Das Bimetall-Meßwerk
Diese Meßwerke haben als eigentliches Meßorgan Bimetallspiralen. 
Bimetall wird durch heißes Aufeinanderwalzen zweier Metalle mit 
verschiedenen Ausdehnungskoeffizienten hergestellt. Wird nun die 
einseitig befestigte Spirale durch den hindurchfließenden Strom erwärmt, 
so hat sie das Bestreben, sich aufzurollen. Die Auslenkung des freien, 
mit dem Zeiger verbundenen Endes ist praktisch der Spiraltemperatur 
proportional. Eine zweite, gegensinnig gewickelte Spirale dient zur 
Kompensation der möglichen Schwankungen der Raumtemperatur. Das große 
Drehmoment dieser Meßwerke gibt die Möglichkeit, daß der Zeiger einen 
zusätzlichen Schleppzeiger mitnehmen kann, der den erreichten größten 
Zeigerausschlag kennzeichnet. Eine plombierbare Rückstelleinrichtung zum 
Verstellen des Schleppzeigers von Hand ist vorgesehen.

Die Bimetall-Instrumente haben als thermische Geräte eine gewisse 
Trägheit, die sie in Verbindung mit dem Schleppzeiger zur Ermittlung von 
Belastungszuständen bzw. zur Überwachung von Stromspitzen geradezu 
prädestinieren. Bei allen Belastungsfragen sind zumeist kurzzeitige 
Überlastungen von geringem Interesse. Vielmehr ist eine gewisse 
Anzeigeverzögerung erwünscht, weil erst länger andauernde 
Belastungsspitzen sichtbar gemacht werden sollen. Die Zeit, die vergeht, 
bis ein gleichmäßig stark fließender Strom eine gleichbleibende Anzeige 
zur Folge hat, ist bei den einzelnen Meßwerken unterschiedlich. Ihre 
Größe hängt vor allem von der Wärmekapazität der Bimetall-Meßwerke ab. 
In der Praxis erwies sich eine Einstellzeit von 15 min als besonders 
zweckmäßig. In einigen Fällen werden jedoch als Einstellzeit auch 8 min 
gewählt, was teilweise mit dem Verwendungszweck oder mit den örtlichen 
Tarifen zusammenhängt. Bild b läßt erkennen, wie sich ein 
Bimetall-Strommesser einstellt, wenn er von einem seinem Endausschlag 
entsprechenden konstanten Strom durch-flossen wird. Absolut exakt läßt 
sich die Einstellgeschwindigkeit durch den geläufigen Begriff der 
Zeitkonstante darstellen. Darunter ist die Zeit zu verstehen, die der 
Zeiger von einem beliebigen Augenblick an während der Verstellung bis 
zum Erreichen der Höchsttemperatur brauchen würde, wenn er eine 
gleichför mige Verstellgeschwindigkeit beibehielte. Bild o gibt die 
bildliche Erklärung. Die Zeitkonstante Ts ist bei allen denjenigen 
Vorgängen von Bedeutung, bei denen sich ein stetiges Anwachsen einer 
bestimmten Größe in Abhängigkeit von der Zeit nach einer 
Exponentialfunktion vollzieht, nach welcher Zeit 63,2% des konstanten 
Endwertes erreicht werden.

Bei den Bimetall-Instrumenten ist also der Zeigerausschlag ein 
untrügliches Maß für die Wärmeentwicklung durch den Meßstrom und darum 
besonders kennzeichnend für den Belastungszustand. Bimetallinstrumente 
haben deshalb als sogenannte Mittelwert-Meßinstrumente Bedeutung 
gewonnen, wobei ihre Trägheit ausgenutzt wird. Das Moment eines 
Bimetall-Meßwerks hängt vom Quadrat des Stromes in der Spirale ab. Es 
zeigt den Effektivwert, der aus der Integration über eine bestimmte Zeit 
entsteht, unabhängig von dessen Kurvenform richtig an.

In manchen Fällen ist es erwünscht, den vom Bimetall-Meßwerk angezeigten 
Werten auch die momentanen Stromwerte (Effektiv-werte) 
gegenüberzustellen, wie sie beispielsweise von Dreheisensystemen 
angezeigt werden. Aus räumlichen Gründen sind oft zwei getrennte 
Instrumente unerwünscht oder gar untragbar. Man fand daher die Lösung 
des kombinierten Strommessers (rechtes Bild). Auf der äußeren Skala 
zeigt das Dreheisen-Meßwerk den Effektivwert an, auf der inneren das 
Bimetall-Meßwerk die Höchstwerte. Das Bimetall-Meßwerk hat auch hier 
wieder den zusätzlichen Schleppzeiger, der vom eigentlichen 
Meßwerkzeiger verschoben wird.

Der stetig wachsende Energiebedarf stellt die Elektrizitätswerke vor 
immer neue Probleme. Eine Unterteilung in der Überwachung der 
elektrischen Übertragungsanlagen, insbesondere in ländlichen 
Versorgungsgebieten, ist daher oft unerläßlich. Nur so können die 
Übertragungsanlagen wirtschaftlich ausgenutzt und die Anlage selbst vor 
Schaden bewahrt werden. Auch in den Wintermonaten hier und dort 
auftretende Energieverknappung zwingt die Kraftwerke zu besonderen 
Überwachungsmaßnahmen. All diese Gründe haben mit dazu geführt, daß mit 
Großabnehmern Spitzentarife abgeschlossen werden, die ihm bei länger 
andauernden Stromspitzen erhebliche Mehrkosten bringen. Zur Erreichung 
einer größtmöglichen Wirtschaftlichkeit ist also auch für die größeren 
Verbraucher eine genaue Kontrolle des täglich auftretenden 
Spitzenbedarfs das Gebot der Stunde.

Schon seit Jahren setzen die EVU zur Überwachung von Netzen, einzelnen 
Netzgruppen, Verteilungsanlagen, Transformatoren, Kabeln u. dgl. diese 
preisgünstigen und robusten Strom-Höchstwertmesser mit Bimetall-Meßwerk 
ein, die sich auf Grund ihres physikalischen Aufbaues für die 
Überwachung des Belastungszustandes besonders gut eignen und sich in 
Transformatoren- und Verteilungsstationen gut bewährt haben. In 
industriellen Großbetrieben sind sie unentbehrliche Helfer geworden. Man 
setzt hier die Bimetall-Strommesser zur Überwachung bestimmter 
Betriebsteile ein, um über diese Meßergebnisse zu einer besseren 
Gleichförmigkeit in der Maschinenbelegung zu kommen. Eine regelmäßige 
Ablesung und die tabellarische Zusammenfassung der Meßwerte über einen 
längeren Zeitraum führen oft zu Erkenntnissen, die als Grundlage für 
wichtige Entscheidungen und Maßnahmen dienen können.
(Aus H&B Elima-Handbuch, 1965)

Gruß
DeBe

Autor: DeBe (Gast)
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Der Anhang ist nicht mitgenommen worden. Hoffentlich nun..

DeBe

Autor: jacob (Gast)
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dankeschön

Autor: Schwurbl (Gast)
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Nein. Der rote Zeiger ist zur Strombegrenzung, man stellt damit also den 
Maximalstrom ein. Der Istwert des Stromes wird somit rein 
thermomechanisch auf einen Maximalwert begrenzt, sobald der Anschlag 
erreicht wird -> Stromquelle, z.B. Ladung von Bleiakkumulatoren.

Autor: Chris (Gast)
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@Schwurbl (Gast)
>Der Istwert des Stromes wird somit rein
>thermomechanisch auf einen Maximalwert begrenzt, sobald der Anschlag
>erreicht wird

Klar, wir begrenzen einen Strom von 200A in einem 96x96mm Gehäuse.
Ne, das ist ein Schleppzeiger. Mit dem schwarzen Drehrad unten rechts 
kannst du den Maximalstromwert wieder zurück setzten.

Autor: eProfi (Gast)
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Der Vollständigkeit halber:
Ich kenne auch ein Leistungsmessgerät (ähnlich aufgebaut wie das o.g. 
SWR-Meter), das mit 2 Zeigern arbeitet.
Der eine zeigt die Spannung, der andere den Strom an.
Am Schnittpunkt der beiden kann man an der darunterliegenden Skala 
(besser gesagt Tabelle) die Leistung ablesen.

Das hat aber mit dem hier gezeigten Gerät nichts zu tun.


n.B. 150A- Zentifuge, dürfte nicht gerade die kleinste sein.
Was wird denn hier geschleudert?

Autor: jacob (Gast)
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hallo eprofi,

es handelt sich um eine Seperationsanlage der Firma Herrneknecht. Die 
Zentrifuge wird benutzt um Feinstanteile ( 1-75 um) aus einer 
Bohrspühlung zu entfernen. Durchsatz 30 bis 50 [m^3/h]!!!

Gruß

jacob

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