Kann mir jemand sagen, welchen Zweck dieser goldene Strich in der Mitte
des ICs hat, der nach rechts geht ?
Ich habe vor kurzem auch neuere "Prototypen ICs Gehäuse" gesehen, die
hatten auch diesen goldenen Strich. Da Gold ja nicht gerade billig ist,
wird diese Goldleiterbahn nicht gerade ohne Grund da sein.
Damit wird das Quarzfenster auf Massepotential gebracht. Obwohl
Quarzglas und Keramik nicht leiten, dient das trotzdem zur Vermeidung
von statischer Aufladung.
Danke, das klingt plausibel. Ist die Leiterbahn mit irgendwas verbunden
(z.B. dem Substrat oder sowas?)
>Das abgebildete IC ist übrigens das erste EPROM überhaupt - es hat die>sagenhafte Speicherkapazität von 256 Byte.
Nicht ganz: Es ist nicht das Orginale von Intel, sondern ein anderer
Hersteller. In der unteren Reihe sind ein paar orginal Intel.
Und es hat nur 1kBit, also 128Bytes. Oben sind 1702er mit 256Bytes.
Hmpf, ja.
s/256/128/
Ja, der andere Hersteller war der einzige Second-Source-Hersteller des
1701.
Die Leiterbahn ist vermutlich mit Masse verbunden; das EPROM dürfte der
Urvater des JEDEC-Pinouts sein, also müsstest Du es nachmessen können.
Ich bilde mir ein, das Firmenzeichen von 741 und 723 Linearschaltungen
zu kennen, war wohl irgendwas mit "microcircuits" oder so ählich.
Zu dem Zeitpunkt, als diese Teile hergestellt wurden, hatte ich mit
digital noch nix am Hut, da wurden noch Verstärker, Generatoren und
Regler mit 709, 710, 741 und 748 gebaut.
>Die Leiterbahn ist vermutlich mit Masse verbunden; das EPROM dürfte der>Urvater des JEDEC-Pinouts sein, also müsstest Du es nachmessen>können.
Ich messe keine Verbindung zu irgendeinem Pin.
Im Bereich der Kerbe oben ist ein Loch, das aussieht wie eine
Durchkontaktierung. Vielleicht doch das Substrat intern? Aufmachen
möchte ich das seltene Stück aber nicht.
>Ich bilde mir ein, das Firmenzeichen von 741 und 723 Linearschaltungen>zu kennen, war wohl irgendwas mit "microcircuits" oder so ählich.
Du meinst das IIIL was eigentlich ein MIL ist?
Das ist MicroSystems International:
http://en.wikipedia.org/wiki/MicroSystems_International
IC wrote:
> Du meinst das IIIL was eigentlich ein MIL ist?> Das ist MicroSystems International:> http://en.wikipedia.org/wiki/MicroSystems_International
Stimmt, aber ich hab grad noch mal verglichen - hier ist ja ein IIIIL
drauf, also noch ein "I" mehr. Ist dann wohl doch ein anderer Laden.
Danke für den Hinweis.
Tjy, da sieht man noch jede Leiterbahn.Hab neulich mal die GPU von
meiner hopsgegangenen Geforce2 in heisser H2SO4 aufgelöst, in der
Hoffnung unter dem Mikroskop überhaupt etwas erkennen können. Man sieht
nur noch sehr wenig
Wettbewerb:
Wenn ich mir die groben Strukturen der alten Eproms so ansehe, das
müsste doch auch fast schon mit Tonertransfer Methode und / oder selber
Belichten möglich sein.
Der neue Trend also:
Statt Platinen selber ätzen: Wer schafft das erste IC im Heimlabor
herzustellen ?
(Ich warte schon darauf , dass es die Bungard Fotobeschichteten Wafer
bei Reichelt zu bestellen gibt....)
schlaft gut....
IC wrote:
> Da Gold ja nicht gerade billig ist,> wird diese Goldleiterbahn nicht gerade ohne Grund da sein.
Diese Gehäuse waren (sind) insgesamt schweineteuer, das bisschen Gold
macht da das Kraut nicht fett. Das sind Vielchicht-Keramikgehäuse.
Auf einer inneren Schicht sind dabei die Leitbahnen als Dickschicht-
system aufgebracht. Da sie temperaturbeständig sein müssen (um die
nachfolgenden Hochtemperatur-Prozesse der Keramikverarbeitung zu
überstehen), ist das irgendeine gar nicht so gut leitfähige Paste
mit Wolfram und anderen hoch schmelzenden Metallen drin. Die Pins
selbst sind hart angelötet an der Seite, und um die Leitfähigkeit
zu verbessern, wird abschließend alles vergoldet.
Für die Keramik ist einiges an Know-How erforderlich, damit sie bei
all den Hochtemperaturprozessen trotzdem am Ende noch maßhaltig ist.
Da man klassische EPROMs auf Grund des Quarzglasdeckels nur in
solchen Metall-Keramik-Gehäusen fertigen konnte, war das der
wesentliche Grund, warum teilweise identische Chips als PROMs im
PDIP verpackt worden sind. Dies war für die preiswerte Massenferti-
gung deutlich günstiger.
> Da man klassische EPROMs auf Grund des Quarzglasdeckels nur in> solchen Metall-Keramik-Gehäusen fertigen konnte,
Naja, das klassische "CerDIP"-Keramik-Gehäuse war dann schon einfacher:
Zwei Keramikhälften, eine mit einer metallisierten Fläche, auf die der
Chip geklebt wird, eine mit dem Fenster. Die "Beine" sind ein aus Blech
gestanztes Teil, das auf die untere Gehäusehälfte geklebt wird. Dann
werden die Kontakte des Chips an den Beinchen gebondet; ein oder auch
mehrere Bonddrähte gehen auch zur metallisierten Fläche, auf der der
Chip klebt. Mit einer einfachen Vergussmasse werden nach dem Bonden
beide Gehäusehälften verklebt.
http://www.cpushack.net/images/Packs/CerDIP.jpg
Hier eine Art Schnittzeichnung:
http://global.kyocera.com/application/automotive/product/compo/images/042_07.gif
Diese Variante gab es auch für (nicht-)P-LCC-Gehäuse; EPLDs von Altera
oder auch EPROM-haltige Microcontroller waren in so etwas untergebracht.
Die meisten EPROMs, denen man so begegnet, sind in diesem dann doch
erheblich günstiger zu fertigendem Gehäuse verpackt.
Viel schöner sind natürlich die edlen "side-brazed"-Keramikgehäuse,
unbestritten:
http://www.cpushack.net/images/Packs/CDIP.jpg
In denen wurden übrigens auch andere Bausteine als EPROMs untergebracht.
Hallo,
es wäre doch toll in so einem Gehäuse ein IC auf Röhrenbasis
unterbringen könnte. Vielleicht mit Photoemission statt Glühemision,
beleuchtet durch eine LED.
Und warum benutzt man dann zuweilen diese schönen Edelgehäuse?
Anbei ein Foto von einem AMD9511ADC - ist ein Arithmetikprozessor, wenn
ich nicht irre -- und einem Z80CTC im Keramikgehäuse.
Das Unterteil des CTC-Gehäuses ist auch vergoldet, wie man in der
Index-Aussparung sehen kann.
Das könnte mit der Fertigung zu tun haben. Für die Edelvariante braucht
man nur eine Bondmaschine und einen Lötkolben zum Zulöten des Gehäuses.
Bei der CerDIP-Variante muss man die Vergussmasse, die wohl aus
irgendeinem niedrigschmelzenden Glas besteht, auf die richtige
Temperatur bringen und darauf achten, den Chip nicht zu rösten. Ist zwar
billiger, aber vielleicht nicht sinnvoll in Kleinserien durchzuführen?
Auch könnten die elektrischen Eigenschaften des Edelgehäuses, was
Abschirmung, Kapazitäten etc. betrifft vielleicht etwas besser sein.
Sind aber nur Vermutungen.
Ich glaube mich auch zu erinnern, dass die Edelgehäuse fürs Prototyping
einfacher zu handhaben waren, möglicherweise kann man damit schon
Kleinserien mit Handbonden effektiv herstellen. Wir haben seinerzeit
im Praktikum noch A277 selbst gebondet, ich kann dir aber nicht mehr
genau sagen, was für Gehäuse es genau waren.
Lustige Episode damit: die berüchtigten "soft errors" bei dynamischen
Speichern waren ausschließlich ein Problem dieser Edelgehäuse. Diese
sind dadurch entstanden, dass ein Alpha-Strahlungsteilchen in der Lage
ist, so große Ladungsmengen im Speicherkondensator der dRAM-Zelle zu
zerstören, dass man einen Bitfehler dadurch bekommt. Nun haben
Alpha-Teilchen aber eine sehr geringe Durchschlagskraft und werden
insbesondere von Polymeren komplett absorbiert. (Abhilfe gegen die
soft errors war es dann auch, eine 50 µm Polyesterfolie nach dem
Bonden mit reinzulegen.) Wo aber kamen die Alpha-Teilchen dann her?
Aus der Keramik, die zu einem minimalen Anteil gaaanz schwach
radioaktive Elemente enthält...
Damit ist auch klar, dass Speicher im PDIP-Gehäuse von dieser Art
soft errors komplett verschont bleiben.
Die normale "Vergussmase" besteht aus Epoxid, Siliciumoxidperlchen und
Ruß. Mit Hilfe eines Baumarktes kann das Moldcompound also jeder Bastler
nachmischen. Je nach Anforderungen/Chip in unterschiedlichen
Beimischungen/Größen. Verarbeitet wird das ganze bei max. 150°C...
Dudurch das Ruß eigentlich leitend ist, ist auch der EMV oftmals genüge
getan.