Hallo,
also um mal den "benutze die Such-Funktion"-Posts zuvorzukommen, ich
habe gesucht, und falls ich wirklich etwas übersehen haben sollte:
sorry !
Alles was ich gefunden habe hilft mir nicht wirklich weiter und/oder ist
veraltet und/oder die Posts sind sich uneinig...
Also mein Problem liegt darin das ich nicht weiß ob ich den L293D
benutzen kann bzw. ob es da was besseres/anderes gibt.
Ich baue ein Auto ( von mir aus auch Roboter, aber im Moment hat es
nicht mehr als 4 Räder an einem Holzbrett :) das ich per AVR ( ATMega8 )
steuern will.
Ich habe 4 Motoren von denen immer 2 parallel laufen.
( der Conrad Link: http://www.conrad.de/goto.php?artikel=229020 )
Falls der Link nicht mehr geht habe ich die wichtigsten Daten
rausgesucht:
Abgabeleistung: 8.9 W
Leerlaufstrom: 0.10 A
Nennspannung: 12 V/DC
Spannungsbereich: 4 - 18 V/DC
Ich habe schon versucht mit Transistoren zu arbeiten, habe es aber nicht
geschafft, anfangs aufgrund Hardware Schwierigkeiten, aber am Ende ist
mir dann aufgefallen das es damit nicht funktionieren kann.( und es wäre
mir auch Recht wenn ich ohne auskommen würde ).
Das Ganze System läuft mit 5V Betriebsspannung ( per Spannungsregler vom
9V Block ).
Alle Schaltungen sind von diesem Board hier nachgebaut. Hauptsächlich:
AVR-Tutorial: Equipment.
Die Motoren sollen jetzt an einen 2. 9V Block angeschlossen werden( vllt
auch jedes paar an einen, aber das sollte ja egal sein, oder?).
Jetzt habe ich halt mal gesucht und diesen Treiber-IC(L293D) gefunden,
da ich aber weder wirklich weiß was das ist und wie es funktionier, noch
ob es mir hier helfen kann, weiß ich eben nicht.
Wäre nett wenn mir das mal einer erklären könnte.
Geschwindigkeitsregelung wäre sehr gut, aber wenn es nicht anders geht
würde mir auch einfach Vor- und Rückwärts reichen.
Danke schon mal für eure Antworten und denkt immer daran: ich baue sowas
zum 1. Mal und es wäre nett wenn ihr das ausführlich und verständlich
erklären könntet.
MFG
Jann Schulte
Prinzipiell kannst du diese Treiber verwenden. Für Vorwärts-/
Rückwärtsansteuerung von vier Motoren brauchst du zwei dieser ICs.
Da der Motor 1,74A bei maximalem Wirkungsgrad zieht, wäre zu überlegen,
treibermäßig gleich eine Klasse höher einzusteigen. Das wäre bspw. der
L298 mit 2A Dauerstrom (L293: 1A, L293D: 0,6A). Auch hier kannst du zwei
Motoren an ein IC anschließen. Der L298 ist auch besser geeignet, wenn
du mit dem Mikrocontroller die Motorströme messen möchtest, da die
unteren Enden der H-Brücken nicht mit GND verbunden, sondern getrennt
herausgeführt sind, so dass man hier einen Shunt anschließen kann.
Da sowohl der L293[D] als auch der L298 Enable-Eingänge haben, kannst du
die Motoren durch Anlegen eines PWM-Signals auch unterschiedlich schnell
laufen lassen. Wenn du allerdings alle vier Motoren unabhängig
voneinander steuern möchtest, brauchst du einen Mikrocontroller mit
mindestens vier PWM-Generatoren. Der ATmaga8 hat, glaube ich, nur drei
davon.
Und wie blub schon angedeutet hat: 9V-Blöcke liefern erstens zu wenig
Strom und werden von den vier Motoren schneller leergesaugt als du
hinschauen kannst ;-)
da du ja immer zwei Motoren parallel antreiben willst, würde theoretisch
ein L293D reichen. Da musst du aber wirklich mal sehen, ob das mit
deinem Strom hinkommt.
Bei dem L298 aufgepasst: Der hat (soweit ich weiß) keine internen
Freilaufdioden. Die solltest du dann noch extern vorsehen.
Allgemein ist der Ansatz einen fertigen Treiber für die Motoren zu
verwenden schon sehr sinnvoll.
Die L298 haben keinerlei Schutzeinrichtungen oder sonstiges. Also immer
schön aufpassen, dass der Strom und Temperatur nicht zu hoch werden.
Da die Dinger mit Transistoren arbeiten, verlierst du an einer Brücke
ca. 1,4 V und am Messwiderstand nochmal etwas. Also bleiben von den 9 V
schon nur noch ca.7 V übrig, mit denen der Motor angetrieben wird. Ist
zwar etwas mühsam aber evtl. findest du auch eine Vollbrücke auf
MOSFET-Basis. Da sind die Spannungen an den Schaltern viel kleiner und
auch der Innenwiderstand ist sehr viel kleiner, so das viel weniger
Verlustleistung in Wärme umgesetzt wird. Die neueren ICs haben meisst
auch interne Überstrom und Übertemperaturabschaltungen. Ist manchmal
auch ganz praktisch.
Wenn so ein Motor mal blockert und dann 2A zieht ist aus mit dem
L293D...
Ich wär da vorsichtig. Gerade zum Basteln ists immer schön wenn noch
gute Reserven da sind. Geht ja doch öfter mal was schief...
Danke erstmal an alle!
also ich hab jetzt mal den L298 angedacht, aber der hat ja auch "nur"
2A, gibts da nochwas größeres, oder reicht der dann?
Was wäre dein ein "neuerer IC", also z.B.?
> also ich hab jetzt mal den L298 angedacht, aber der hat ja auch "nur"> 2A, gibts da nochwas größeres, oder reicht der dann?
Der nächstgrößere wäre ein L6205. Der hat ebenfalls zwei H-Brücken und
kann 2,8A Dauer- und 7,1A Spitzenstrom. Die beiden H-Brücken können
parallelgeschaltet werden, um den Strom auf das Doppelte zu erhöhen.
Dann gibt es noch den VNH2SP30. Das ist eine einzelne H-Brücke mit 30A
Dauerstrom.
Immer noch nicht genug? Man kann solche H-Brücken natürlich auch diskret
mit vier fetten MOSFETs aufbauen, dann geht noch einiges mehr.
Zu hohe Ströme tun aber auch den Motörchen nicht so gut ;-)
Also eine H-Brücke ist sehr billig zu realisieren.
Wenn man eine Platine ätzen kann solltest du dir 4 N und 4 P-Kanal
Mosfets holen und die mit Treibern (z.B 4 Stück komplementär) da hoch
löten.
(und entsprechend verbinden)
Hier im Forum findest du alles nötige, such mal nach "H-Brücke oder
Stepper Motor".
Das beste daran ist ja dass man einfach ein paar Mosfets (je 10-80A)
parallel schalten kann um die Leistung zu erhöhen.
z.B. bei Reichelt:
- IRF 5210 = P-Kanal 40A/100V 1.15eur
- IRF 3710 = N-Kanal 57A/100V 0.89eur
Es gibt da natürlich noch Mosfets die 1/3 davon kosten und nicht so viel
Power haben, aber die großen halten länger und du kannst dann mal einen
richtig großen Schrittmotor oder zwei DC-Motoren mit dem Board
ansteuern.
Also ich denke mal ich nehme den L289, weil der hat max. 3A und die
Motoren ziehen bei Volllast 2A also müsste das ja reichen :)
Jetzt wäre nur noch die Frage wie ich da was anschieße, und wie das mit
der Geschwindigkeitsregelung funktioniert, wäre nett wenn das nochmal
jemand erklären könnte. Danke!
MFG
Jann
Als PWM-Eingang verwendet man übrigens den Enable-Anschluss. Steht da so
direkt nicht drin.
Du solltest auf jeden Fall noch einen Kondensator dicht an den
Motortreiber setzen, der die Betriebsspannung puffert. Ist für den
PWM-Betrieb sehr sinnvoll.
Am besten einen low ESR Elko mit ca 100µF je Motortreiber. Kann auch
bisschen kleiner sein denk ich.
Mfg