Hallo zusammen,
befinde mich gerade im Bewerbungsprozess und frage mich, was man als
realistisches Einstiegsgehalt angeben kann ohne zuviel zu fordern bzw.
sich unter Wert zu verkaufen. Die ganzen Gehaltsstatistiken im Netz
basieren ja alle auf älteren Daten, also wie sehen die aktuellen
Einstiegsgehälter aus? Befidnet sich jemand in einer ähnlichen Situation
und hat erste Erfahrungen gesammelt?
Zu meiner Person:
E-Technik Studium an (Elite-)-Uni, zügig mit gutem Abschluss (Diplom),
Auslandspraktikum, HiWi im Automobilbereich, somit erste Praxiserfahrung
Möchte in der Automobilbranche arbeiten, sprich Hersteller oder
Zulieferer im Süden Deutschlands.
Freue mich auf Eure Antworten.
Gruß Tom
stell dir erstmal eine andere Frage:
Was willst du machen?
- Hardware
- Software (Entwickler oder Architekt)
- Testingenieur
- Leitung
- Vertrieb
- Einkauf
- Teamassistent ( ok dafür gibt es eher junge hübsche Mädels :-) )
alles andere ist zu pauschal
JL
Die RWTH Aachen hat (übrigends auch wie Darnmstadt) inzwischen den Ruf
verloren, den sie mal hatten. Das sind reine Bildungsfabriken geworden,
wo die Studenten nur noch durchgeschleust werden. Da wird viel in die
Forschung investiert und die Lehre kommt zu kurz! Die Anstrengungen der
Unis, zur Elite zu gehören, führen leider noch viel stärker in diese
Richtung.
>Möchte in der Automobilbranche arbeiten, sprich Hersteller oder>Zulieferer im Süden Deutschlands.
Die Hersteller findest Du im Netz. Die stellen aber keinen ein. BMW
lässt fast 40% seiner Entwicklungen im Elektroniksektor extern machen.
Die Zulieferer zahlen schlecht. Da hast Du Dir keine gute Branche
ausgesucht.
>Schau mal auf die AUDI-Seite was die alles suchen. Bei Zulieferen kommst>Du auch schnell unter...dürfte also kein Problem sein
Die Audi suchen auch nur junges williges Entwicklungsvolk, das wenig
verlangt. Damit kommt man natürlich tatsächlich gut unter - auch bei den
Zuliefereren.
Ich darf euch versichern: Ich kenne dort die Konditionen! (Deshalb
arbeite ich ja nicht mehr dort).
Mir reicht es eben nicht, einfach nur irgendwie "unter zu kommen".
In den jetzigen Zeiten klappt das noch gut, in einer niedrigen
Ingenieurposition einigermassen Arbeit und Brot zu haben, aber was, wenn
die Zeiten wieder schlechter werden ?
In der Autobranche werden die Zeiten seit Jahren kontinuierlich
schlechter.
Die Glotze behauptet auch, daß es einen Fachkräftemangel und sinkende
Arbeitslosenzahlen gibt. Den Deutschen - speziell den deutschen
Fachkräften - müsste als also stetig besser gehen. Warum nur habe ich
den Eindruck, daß die Glotzenaussagen geschönt sind ?
Die Glotze behauptet ja auch noch so einige weitere "Wahrheiten" wie das
Funktionieren des Parlamentarismus, die Sicherheit der Rente und die
Ungefährlichkeit von Nanopartikeln, obwohl diese noch garnicht
untersucht ist.
In China behauptet die Glotze, daß die Menschen in einem super tollen
Land leben mit einer sehr fürsorglichen Regierung.
Applikation/Versuch:
naja dann ist es eher Hersteller und nicht Zulieferer
beim Zulieferer geht es mehr in Richtung Funktionstests und Validierung.
Wer da gut ist wird gesucht, aber nicht immer entsprechend bezahlt. Kann
aber ein sehr trockener Stoff sein, der oftnals intuitives
Herausarbeiten von Testfällen erfordert. Ausserdem geht auch vieles in
Richtung Testautomation, bei dem man sich einbringen kann.
Und zur Applikation:
90% der Arbeit ist eher Handwerk denn wirkliche Entwicklung oder
ingenieurtechnisch herausfordendes Neuland. Es ist eine Grossindustrie
bei der es meist darum geht so billig wie möglich Massenware zu
produzieren.
JL
Die Situation bei den Zulieferern ist doch die, dass sie von ihren
Kunden ausgepresst werden. Manche Firmen nehmen wirklich jeden Auftrag
an (obwohl sie nicht unbedingt müssten) und ruinieren sich damit selbst
(untereinander) die Preise. Das bekommt natürlich auch das Personal zu
spüren. Das heisst dann längere Wochenarbeitszeit ohne Lohnausgleich,
Wegfall von Boni und ggf. Weihnachtsgeld usw. Glaub nicht, das dort
alles Gold ist, was glänzt.
Die ganze Auto-Industrie punktet bei den Absolventen doch nur, da sie
ein Produkt haben das jeder kennt. Wer möchte denn nicht seinen Kollegen
erzählen können, dass man gerade an einem streng geheimen Projekt XY
arbeitet oder massgeblich an der Entwicklung eines Sicherheitssystems
das nun vom renomierten Hersteller "Fahrmichhin" eingesetzt wird.
Erzähl mal jemandem, dass du massgeblich an der Entwicklung eines
Küchengerätes beteiligt warst. Das beeindruckt niemanden.
Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass die Zulieferer nicht schlecht
aber auch nicht top bezahlen. Manchen sind die Ingenieure scharenweise
davongelaufen (nicht unbedingt wegen dem Geld), die suchen nun natürlich
neue.
Also: Im Automobilbau wird auch nur mit Wasser gekocht.
Noch eine Anmerkung: 90% der "Entwicklungsarbeit" besteht aus
Projektmanagement, also Papierkram. Zulieferer überwachen, deren Arbeit
kontrollieren, Termine überwachen, Meetings mit BWLern (wo noch ein paar
Cent herauszuquetschen sind)... Das Entwickeln ist auch nicht so lustig
wie man es sich vorstellt. Es zählt nicht die beste Lösung sondern die
billigste, die gerade noch ihren Zweck erfüllt. Dein BWLer wird dann zu
dir kommen und alles genau erklärt habe wollen. Und obwohl er keine
Ahnung hat wird er dir Verbesserungsvorschläge machen.
Um mal eine Antwort auf Deine Frage zu geben:
(Hörensagen): Audi zahlt für Absolventen 55 k€ / Jahr.
Ich werde zum demnächst beim Stern in Sifi anfangen.
Als Trainee gibts erst ne Pauschale, und nach nem halben Jahr liegst Du
bei 51 k€/Jahr bei 35 Std/Woche.
Nennt sich dann ERA 13 (von 17) plus Zulagen und übertariflichem Anteil.
Die Chancen auf nen Job im Automotive-Sektor stehen gut, wenn nicht sehr
gut! - Nehmt mal den Kopf aus dem Sand und hört mit diesem Pessimismus
auf...
Grüße,
Hendrik
Mir ist bei meinen Bewerbungen folgendes aufgefallen:
1. Im Studium war mein Ziel nicht unter 36 k€/Jahr zu verdienen.
Rechnerisch 3000 Brutto/Monat sind ne runde Summe.
2. Zum Ende des Studiums zeichnete sich durch meine Kommilitonen ab,
dass 40-42 k€/Jahr (im Raum Hamburg) gezahlt werden.
3. Bei meinen Bewerbungsgesprächen habe ich immer pauschal 45 k€/Jahr
als Wunschgehalt angegeben, mit dem Hinweis, dass es sich um meine
Verhandlungsbasis handelt. - meine Gesprächspartner verzogen bei 45 k€
keine Miene. "Klingt realistisch", war meist die Antwort.
Selbst bei "Seelenhändlern" werden 45 k€/Jahr gezahlt - meist bei 37,5
Std/Woche. Evtl. gibts ein paar Tage Urlaub weniger pro Jahr.
Mein Tipp:
Versteif Dich nicht zu sehr auf´s Gehalt. Der Job und die Firma müssen
zu Dir passen! Die großen Konzerne zahlen eh alle nach Tarif - und nach
ERA gibts da wenig bis keinen Spielraum. Es werden NUR die Anforderungen
des Jobs gewertet - ob Du an der RWTH oder in Hintertupfingen studiert
hast, wirk sich aufs Gehalt ÜBERHAUPT NICHT aus.
Den Vorteil der RWTH kannst Du AUSSCHLIESSLICH im Bewerbungsvorgang
ausspielen - also nur um die für die Einstellung zu qualifizieren...
Bei Mittelständlern schaut die Sache evtl. anders aus - aber da habe ich
leider keine näheren Kenntnisse.
Gruß,
Hendrik
P.S. Deine Gehaltsforderung muss immer zum Gesamtpaket passen. Also WAS
hast Du studiert, WO hast Du studiert, Note, UNI/FH, Praktika,
Auslandseinsatz.
P.P.S. Nur zum vergleich: Ich bin 26, FH - 1,8, zahlreiche Praktika bei
nahmhaften Automotive-Konzernen, KEINE Auslandspraxis
@Hendrik:
Mich wundert nicht, dass du 45k als Absolvent bekommst, da du ja wegen
deiner Automotive Praktika kein klassischer Einsteiger bist.
Allerdings zahlt Audi keine 55k für Absolventen, vor allem bekommst du
manche Zulagen erst, wenn Du ein paar Jahre im Unternehmen bist. In den
ersten beiden Jahren wirst du wohl eher unter 50k sein.
Ich kann Automotive auch nur empfehlen, das Gehalt im Vergleich zu
anderen Branchen ist überdurchschnittlich, auch wenn manche hier das
niedrige Gehalt beklagen.Schaut mal auf andere Branchen..
@Chris
Lass ihn doch in eine Firma gehen und 55k fordern. Wenn sie dumm tun,
dann sagt er einfach "Hey, ich komme von der Elite-Uni Aachen! Da ist
das schon die untere Grenze". Mal schaun ob die dann loslachen.
Meine mal gehört zu haben, Aachen sei gar keine Uni sondern eine TH...
Realistisch sind eher 45k und weniger.
Also ich weis nicht wo ihr herkommt. Aber Aachen hat einen sehr guten
Ruf ueber ganz Dtl. und auch im Ausland. FHler bekommen ja locker
flockig 45k nach dem Abschluss in der Automobilbranche... (Meine Freunde
sind alle von FH in Stgt und in der Automotive Brachne gelandet)
55k :-)
Möglich bei 40h/Woche + 13 Monatsgehalt + Urlaubsgeld +
Leistungsbeurteilung >15% vom Monatsbrutto
Also ich kann aus meiner Erfahrung sagen, dass man als Absolvent i.d.R
mit einer Einstufung in ERA9 - ERA10 rechnen kann.
Automotive: Ich war bei einem
- OEM - super Job gute Bezahlung
- Zulieferer - bekommt den ganzen Druck vom OEM ab => Zeitdruck, ständig
Stress, schlechtes Betriebsklima
Elite-Uni ich bekomm nen Würgereiz bei dem Wort.
Südbayrischer OEM zur DA.
Die entlassen aber lieber Ingenieure als dass sie welche einstellen. Man
kann auch jetzt noch bei einem OEM arbeiten allerdings nur wenn man bei
einem dieser unzählig vielen Dienstleister arbeitet.
40h Vertrag ist zur Zeit gar nicht so unüblich für Absolventen, hält
sich aber die Waage mit 35h.
Und auch mit ERA9 kommt man locker auf ein Jahresgehalt von 43k bei
35h/Woche.
Aber mal ehrlich, 55k bei 35h/Woche als Einstiegsgehalt? Ok, vielleicht
nach der ersten Leistungsbeurteilung (nach 3 Monaten) und Einstufung in
die nächsthöhere Gehaltsstufe. Aber doch nicht als Einstieg...
@Stefan: Ja, das stimmt. Vor allem die Firma mit den drei Buchstaben..
;-)
Hauptsächlich werden halt Ingenieure im Bereich Hybridentwicklung, etc.
gesucht.
Für Informatikertätigkeiten (Elektrik, Elektronik) werden hautpsächlich
externe eingestellt.
55k liegt ja auch nicht mehr weit entfernt vom Maximum im tariflichen
Bereich bei einer 35h Woche.. Ich denke, dass die wenigsten deutlich
über die 15% Leistungszulage kommen. Dafür gibt es dann ja AT.
Also um das Ganze auf den Punkt zu bringen.
45k bei 35h/Woche sind realistisch und kann man fordern. Egal ob FH, TH,
TU, UNI oder dieses Elitedings... Bei ERA erfolgt die Bezahlung nach der
Tätigkeit, bzw diese "wert" ist.
Klar, es gibt Ausreißer nach oben. Es gibt aber auch Ausreißer nach
unten.
>Für Informatikertätigkeiten (Elektrik, Elektronik) werden hautpsächlich>externe eingestellt.
Exakt! dort braucht man halt die Guten!
>Elite-Uni ich bekomm nen Würgereiz bei dem Wort.
Dito! Ein Unding! Wenn sich das tatsächlich druchsetzt, will keiner mehr
an eine normale Uni, weil er gebrandmarkt ist. Dort gehen dann die
Studentenzahlen zurück.
@Stefan: 45k kann man bei einem OEM mit Sicherheit fordern. Die
Dienstleister, Zulieferer haben meistens aber kein ERA bzw. sind nicht
tarifgebunden. Aber über 40k kann man dort auch leicht fordern. Ob man
es dann bekommt, ist die andere Frage..