110V mit 50Hz sinnvoll

Gast #972636
Hallo.

Für einen ggf. anstehenden Geräteverkauf in die USA benötige ich 
Informationen hinsichtlich der Netzverträglichkeit. Meine 
Gerätekomponenten lassen sich bei 110V/60Hz betreiben. Eine Nachbarfirma 
hat einen Laborplatz mit 110V/50Hz an dem ich mein Gerät aufbauen und 
testen könnte. Wie steht es nun mit den 50Hz? Laufen Geräte an 
110V/50Hz, wenn sich auch an 110V/60Hz laufen?
Es handelt sich um folgenden Geräte:
-Inkubationshaube (mit Gebläsemotor)
-Peristaltikpumpe
-PC
-TFT-Monitor
-Netzteil.

Ein Test ist erforderlich, wenn ich bei der Installation in den USA 
keine bösen Überraschungen erleben will.

Grüße
Marcusius
Gast #972669
Bei Wechselstrommotoren ist bei 60Hz mit etwas höherer Drehzahl zu 
rechnen.

Wenn es nur ein Lüfter ist, dann wäre das sicher harmlos. Wenn die 
Drehzahl jedoch genau stimmen muß, hilft z.B. eine Riemenscheibe 
geeigneten Durchmessers. Evtl. hilft auch eine passende USV das Problem 
zu umgehen.

Besser ist jedoch, wenn man überall Netzteile hat, die man NIE 
umschalten muß!

Man sollte jedoch auch daran denken daß bei 110V ein höherer Strom als 
bei 230V fließt (Sicherung?).
Gast #974681
Regel:

Motor bei gleicher Spannung an 60 statt 50 Hz: Drehmoment ist
5 Sechstel, Drehzahl ist 6 Fünftel der Typenschildangabe
=> funktioniert.

Ist der Motor jedoch für 60 Hz gebaut, wird er bei Betrieb mit 50 Hz und 
gleicher Spannung mehr Strom ziehen ( Eisen geht mehr in die
Sättigung ), dann hilft wohl nur

=> ausprobieren !

Gruss
Gast #976741
Hallo Marcusius,

ohne Details über die genauen Geräte läßt sich da nur mutmaßen.

Die von "Nixwisser" genannte Motordrehzahländerung gilt nur bei der 
Asynchronmaschine. Ein Universalmotor (Gleichstrommotor im Nebenschluß) 
wird keine andere Drehzahl aufweisen. Für die Pumpe gilt dasselbe wie 
für den Motor.

Bei PC und TFT-Motitor schau bitte mal auf die Typenangabe. Da steht 
bestimmt was zu (oft sind die Geräte für beides ausgelegt).

Das Netzteil hast Du auch sehr ungenau definiert. Die Handyladegeräte 
(Schaltnetzteile) laufen sehr häufig mit 110V/60 Hz.

Wenn Du sichergehen willst, besorgst Du Dir eine Frequenzumrichter, mit 
dem Du aus den 60Hz 50 Hz machst. Dann kannst Du auch gleich auf 230V 
umrichten.


Gruß,
  Michael
Gast #977959
Mit

"Ist der Motor jedoch für 60 Hz gebaut"

meinte ich natürlich eine Asynchronmaschine, hätte ich sagen müssen.

Die Drehzahländerung gilt ebenfalls für eine Synchronmaschine, falls die 
notwendige Felderregung noch vorhanden ist.

---

Ein Universalmotor ist eine DC-Maschine mit Feld und Anker im 
Reihenschluss ( nicht Nebenschluss ), die auch an Wechselstrom 
funktioniert; und bei gegebenem Lastmoment mit zunehmender Netzfrequenz 
etwas geringere Drehzahl hat als an Gleichspannung.

Gruss
Gast #979594
"(nennt sich Kompensation in der Obstkiste)"

Da sage noch einer, es gäbe kein nachhaltiges Wirtschaften !

Viele Grüsse mit mindestens 50 Hertz !-
Gast #979598
Hallo,
>
> Ein Universalmotor ist eine DC-Maschine mit Feld und Anker im
> Reihenschluss ( nicht Nebenschluss ), die auch an Wechselstrom
> funktioniert; und bei gegebenem Lastmoment mit zunehmender Netzfrequenz
> etwas geringere Drehzahl hat als an Gleichspannung.
ja, richtig. Mein Fehler.


Gruß,
  Michael
Gast #1001408
So, ich bin es 'mal wieder. Vielen Dank für all' eure Kommentare.
Der PC lässt sich umschalten. Montitor kann mit 110/60 betrieben werden. 
Die Pumpe funktioniert ebenfalls bei 110/60. Die Inkubationshaube hat 
einen Trafo. Das heißt der Gebläsemotor, läuft mit 12V oder so ähnlich.
Mein Netzteil, hat ebenfalls einen Trafo, der 110/60 verträgt.

Alle Geräte sind also 110V/60Hz tauglich. Was mich im Moment nur 
interessiert, ist das Verhalten der Geräte bei 110V und !50Hz!, nicht 
60Hz. Denn unter diesen Bedingungen könnte ich die gesamte Anordnung 
testen. Spielen die 50Hz eine Rolle oder nicht?

@oszi40:

Höherer Strom bei 110V? I=U/R. I proportional U. Nach meinem Verständnis 
sollte der Strom kleiner werden. Oder habe ich da einen Denkfehler?

Grüße
Marcusius
Gast #1001481
Um die gleiche LEISTUNG bei halber Spannung zu erreichen braucht man den 
doppelten Strom. P=U*I
Deshalb ist die 110V-Trafowicklung manchmal etwas dickerer Draht und die 
Sicherung etwas stärker. Ein Auge auf die Sicherungen kann nie schaden!

Besonders WICHTIG ist der Blick auf die Spannungseinstellungen wenn 
Geräte wieder an 230V angesteckt werden!!! Da habe ich schon Berge 
defekter Netzteile gesehen, weil einer vergssen hatte, den 
Spannungsumschalter einzustellen.
Ob 50 oder 60Hz dürfte keinen Totalausfall zur Folge haben. Ob jedoch 
die Motordrehzahlen stimmen, kann ich mit der Glaskugel nicht 
beurteilen.

Bei der Auslieferung würde ich deshalb auf jeden Fall alle Stecker gut 
einpacken und mit 110V beschriften WENN sie schon auf 110 geschaltet 
sein sollten.

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