Hallo, ich habe hier gerade einen Schrittmotor aus einem alten Drucker
ausgebaut, er funktioniert auch (macht kleine Schritte, wenn ich
abwechselnd Spannung an die 4 Kontakte anlege).
Was ich nicht verstehe ist die kleine Schrittweite. Ich hab mich mal
belesen bei
http://de.wikipedia.org/wiki/Schrittmotor
Da steht etwas von einer Schrittweite von 3,6 bzw. 1,8 Grad. Wieso so
klein? Wie geht das mit 4 Kontakten? Ich hab mir dann einen angebotenen
Link angeschaut, den verstehe ich, aber da ist der kleinste
(Halb-)Schritt 45 Grad?
http://de.nanotec.com/page_static__schrittmotor_animation__de.html
Klärt mich mal bitte auf :-)
Die Animation sagt schon sehr viel aus.
Vergleich jetzt mal die Grafik mit den vier Spulen von Nanotec mit dem
Foto vom Wikipedia. Du wirst sehen, dass die Spulenwicklungen sehr viel
komplizierter sind als auf dem Schema. Dadurch kann eine genauere
Auflösung erreicht werden. Und dann gibt es noch bei der Animation
rechts unten die Modi "Halbschritt" und "Vollschritt".
Das heißt du kannst den Rotor zwischen zwei Spulen positionieren um noch
mehr Schritte zu bekommen.
Die Aussage 3.6 bzw 1.8° ist sehr "interessant". Es gibt Schrittmotoren
mit Schrittauflösung weit unter 1°!
/hannes
Ok, auf dem Foto sind mehr als 4 Spulen. Aber wie kommt mein Motor dann
mit 4 Anschlüssen aus? Oder hat so ein Motor dann soviele Anschlüsse wie
Spulen? Nee, geht ja auch nicht.. ?
Der Stator wird von Spule zu Spule weitergereicht. Deswegen hängen viele
Spulen parallel.
Das führt aber auch dazu, dass ein Schrittmotor, wenn man ihn zu schnell
ansteuert oder er mit der Last nicht klarkommt, springen kann. Dann ist
er genau um 4 Schritte versetzt zur Sollposition.
Das Stichwort hilft mir nicht so richtig weiter in meiner
Vorstellungskraft. Also ok, man kann mehr als 4 Spulen haben. Ich
beziehe mich auf den zweiten Link. Also sagen wir 8 Spulen, zwischen
jeder abgebildeten noch eine. Wie kommt man dann mit 4 Kontakten aus
bzw. wie sind die 4 zusätzlichen Spulen dann angeschlossen?
Wenn doppelt soviele Spulen, zyklisch verschaltet, aufeinanderfolgen,
läuft das Drehfeld halb so schnell, ergo ist der Schrittwinkel halb so
gross:
Beispiel Synchron-Drehstrommotor:
2-polig d.h. Polpaarzahl=1 hat 3 Spulen => 1 Periode des Wechselstroms
bewirkt 360° Umdrehung,
4-polig d.h. Polpaarzahl=2 hat 6 Spulen => 1 Periode des Wechselstroms
bewirkt 180° Umdrehung,
usw. usw.
Schrittmotor hat eben noch grössere Polpaarzahl.
>Das ganze funktioniert hauptsächlich deshalb, weil die beiden>Rotorpole um eine halbe Zahnteilung gegeneinander verdreht sind.
Das benoetigt man um das Rastmoment wegzumachen, wenn man Mikroschritte
fahren will.
Also ich stell mir mal den Rotor wie im Link oben mit 2 Magneten vor,
der von den Spulen angezogen wird. Die Spulen (wieviele auch immer) sind
immer abwechselnd angeordnet, und im Rotor oder in den Spulen ist ein
kleiner Versatz, so daß die Magnetfelder nicht genau gegenüber sind
(sonst wäre nicht klar, in welcher Richtung sich der Motor dreht). Im
Prinzip gäbe es jetzt viele mögliche Stellungen für den Motor (wo er
stehen bleiben würde), aber er dreht sich nur bis zur nächstliegenden,
da diese im Moment die stärkste Anziehungskraft ausübt - richtig?
Step wrote:
> stehen bleiben würde), aber er dreht sich nur bis zur nächstliegenden,> da diese im Moment die stärkste Anziehungskraft ausübt - richtig?
Er dreht sich immer so, dass die Feldlinien möglichst wenig durch Luft,
sondern mehr durch das Eisen gehen (und somit die Feldlinien den kürzest
möglichen Verlauf nehmen). D.h., der effektive Luftspalt wird minimiert.
Und der Luftspalt ist dann minimal, wenn Rotor- und Statorzähne
fluchten.
3374 wrote:
> Der Witz des Schrittmotores ist dass er innen einen Pol weniger hat als> Aussen...
Finde ich gar nicht so witzig. Das ist aber nur ein Aspekt...
> Das benoetigt man um das Rastmoment wegzumachen, wenn man Mikroschritte> fahren will.
Aber nicht nur. Den Versatz hatten Schrittmotoren schon, als die Leute,
die das Microstepping erfunden haben, noch in die Windeln geschissen
haben.