Actionspiele per Hirnsensor durch Gedankenkraft steuern

Gast #978338
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Vorsicht, das hat nicht viel mit Gedankenkraft zu tun. Vielmehr fängt 
das Ding Muskelstimulationen und andere Auswirkungen ab. Ansonsten:
http://www.heise.de/newsticker/Gedankensteuerung-fuer-Computerspiele--/meldung/104618


Ich kann mich dunkel an eine Reportage erinnern, in der eine Universität 
mal eine Schnittstelle vorgestellt hat, die tatsächlich mit Gedanken 
bedient wurde. Dazu waren allerdings etliche Ableitungen am Kopf mitsamt 
leistungsfähigem Rechner nötig (--> EEG). Und vielmehr als zwei 
Befehlsmuster konnte man da nicht auseinanderhalten. Das war vor etwa 
nem halben Jahr -- und da soll dann eine zivile Firma so schnell das 
Prinzip zur Perfektion getrieben haben..? Ne, die kochen auch nur mit 
Wasser :-}
#978405
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Aber bei Protesen funktioniert das ja ganz gut, oder? Und da werden ja 
die mV Impulse direkt vom Nerv ausgewertet.
Ist das Messen direkt vom Hirn da so viel komplexer? Klingt jetzt 
vielleicht etwas weit her geholt, aber muss man nicht viel mehr wisssen 
WO man misst als WAS man misst? Denn alles im Gehirn passiert ja immer 
nur in bestimmten Zentren.
MFG
Gast #978449
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Daniel V. wrote:
> Aber bei Protesen funktioniert das ja ganz gut, oder? Und da werden ja
> die mV Impulse direkt vom Nerv ausgewertet.
Vorsicht -- auch da werden meistens Impulse in Muskeln ausgewertet. Der 
Witz bei Protesen ist ja, dass z.B. die Muskeln für die Finger im 
Unterarm sitzen. Die Muskeln "für" den Unterarm sind im Oberarm. Die für 
den Oberarm liegen in Brust und Schulter etc...

> Ist das Messen direkt vom Hirn da so viel komplexer? Klingt jetzt
> vielleicht etwas weit her geholt, aber muss man nicht viel mehr wisssen
> WO man misst als WAS man misst? Denn alles im Gehirn passiert ja immer
> nur in bestimmten Zentren.
Auch das. Messen kann man viel, aber man muss das Gemessene ja auch 
beeinflussen. Dieser Versuch, den ich meinte, da konnte der Proband 
zwischen zwei Zuständen unterscheiden! Ich meine, es gibt im Hirn ja 
nicht den "Jetzt-den-kleinen-Finger-nach-vorne-knick"-Punkt, aus dem ich 
Ströme ableiten kann :-)
Gast #979389
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Jepp, ich komme aus der Branche und kann bestätigen dass das Nepp zu 
sein scheint. Die werten anscheinend elektromyographische Potentiale 
aus, nicht die Schwingungen des EEGs. Es gibt Interfaces die bestimmte 
Steuerleistungen direkt aus dem EEG abgreifen können, das ganze ist aber 
noch recht langsam. Da ist man mit ner normalen Maus schneller. Die 
ganzen erhältlichen Prothesen funktionieren auch nur mit den Potentialen 
von peripheren Nerven etc., nicht mit dem Gehirn. Die Lokalisation von 
Aktivität ist aber zum Beispiel für motorische Aktivität nicht so 
supertoll. Es gibt zwa diesen Homunkulus, die topographische Abbildung 
der meisten Muskeln auf der Hirnrinde, aber das ist relativ grob und 
unspezifisch, da die Bewegung der vielen Muskeln nahezu immer erst durch 
Rückkopplungen mit subkortikalen Gebieten entstehen. Die Rinde selbst 
kodiert eher für übergeordnetere Dinge an der Bewegung als für die 
Potentiale für jeden Muskel bei jeder Bewegung.
An der Stelle sollte man auch anmerken, dass die Elektroden die die da 
zu nehmen scheinen vermutlich gar nicht für EEGs geignet sind, da der 
Kontakt zu schlecht sein dürfte. Die können wahrscheinlich tatsächlich 
nur Muskelaktivität aufsammeln.

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