Motor mit Nebenschluss an der Wechselspannung

Gast #987601
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Hallo Forum,

man liest ja, dass Reihenschlussmotor (=>Universalmotor)
an der Wechselspannung betreibbar ist. Was ist mit dem
Nebenschlussmotor? Bei diesem ändert sich doch auch
beim Spannungswechsel die Richtung vom Erregerfeld,
da die Spule in anderer Richtung vom Strom durchflossen wird.

Seltsamerweise wird nur die Reihenschlussmachine hervorgehoben.
Hat das vielleicht noch einen Grund?

Gruss
Gast #987604
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>Hat das vielleicht noch einen Grund?

Nebenschluss: Beide Wicklungen werden vom selben Strom durchflossen. (in 
Reihe)

Reihenschluss: Beide Wicklungen hängen an derselben Spannung (parallel)
Durch die Wechselspannung kann aber nur ein kleinerer Strom fließen als 
bei Gleichspannung. Somit ist das Erregerfeld einiges schwächer.
Gast #987648
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ah ok verstehe.
es liegt also an der grösseren Reaktanz der Erregerspule,
die dann quasi bei 50Hz viel zu gross ist. Das würde es
erklären.

Die Nebenschluss Erregerwicklungen sind ja aus N-dünnen
Kupferwicklungen gewickelt, wobei N gross ist. Und bei
Reihenschlussmotoren gerade umgekehrt.

Danke
Gast #987764
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Die Induktivitäten von Stator- und Rotorwicklung sind sehr verschieden.
Dadurch fließen die das Magnetfeld erzeugenden Ströme mit 
unterschiedlichen Phasenlagen. Der Nebenschlussmotor wird also im 
ungünstigsten Fall laut brummend rückwärts laufen.
Bei Reihenschluss - zwangsweise feste Phasenbeziehung zwischen Rotor- 
und Statormagnetfeld.
#987902
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Gut gesagt Paul.

Das habe ich aber auch noch nicht gehoert das ein Motor unguenstiger 
weise rueckwaerts laeuft. Scheint eine ganz neue Theorie zu sein.

Aber mal im Ernst.
Der Vorteil einer Reihenschlussmaschine ist das hohe Anlaufdrehmoment.
Und in den meisten Geraeten wo er eingebaut wird ist das gefordert. Also 
Handbohrmaschine , Mixer etc.
Auf der anderen Seite kann man mit ihm auch hohe Drehzahlen erreichen 
die in Antrieben fuer Staubsauger u.s.w. gefordert werden.

Der Nebenschlussmotor hat dafuer konstante Drehzahlen aber nicht solche 
hohen Drehmomente beim Anlauf.

Gruss Helmi
Gast #987909
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"Die Induktivitäten von Stator- und Rotorwicklung sind sehr verschieden.
Dadurch fließen die das Magnetfeld erzeugenden Ströme mit
unterschiedlichen Phasenlagen. Der Nebenschlussmotor wird also im
ungünstigsten Fall laut brummend rückwärts laufen."

Es stimmt, dass die durch die Reaktanzen bewirkten Ströme Anker-Feld 
theoretisch um 90° verschieden sein können, somit geht das erzeugte 
Drehmoment keinesfalls bis "rückwärts", allenfalls bis gegen Null ...

Mann, oh Mann
Gast #1060858
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>Die Induktivitäten von Stator- und Rotorwicklung sind sehr verschieden.
>Dadurch fließen die das Magnetfeld erzeugenden Ströme mit
>unterschiedlichen Phasenlagen.

wenn es reine Induktivitäten (L) wären, dann wären die Spannungen
und die Ströme bei der Nebenschlussmaschine in Phase und
die Systemlage wäre wie im Fall der Reihenschlussmaschine,
bei der durch den gemeinsamen Draht quasi "mechanisch"
dieselbe Phase erzwungen wird.
Das Problem tritt dadurch zu Tage, dass ohmsche Widerstände zu
jedem L in Reihe geschalten sind. Dann ergeben sich Phasenverschiebungen
des Stromes (relativ zur Phase der Spannung, an der beide Wicklungen 
hängen).

Das heisst auch, dass bei grösseren Maschinen dieser Effekt immer
weniger ausfallen würde. (R fast vernachlässigbar relativ zu L)

grüsse, daniel

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