Spule extrem für kurze Zeit belasten?

OP #988674
Lesenswert?

Hallo,
habe grade fix mal ne Frage: Wenn man eine Spule hat die man mit sagen 
wir dem 1000 Fachen der normalen höchst Spannung versorgt würde sie 
vermutlich zimlich schnell heiß werden und schmelzen oder so.
Was passiert nun wenn man die Spule aber nur für einen Bruchteil einer 
Sekunde mit dieser Leistung belastet?
Wäre das Magnetfeld dann ungefair 1000 mal so stark? Oder würde die 
Spule erst garnicht dazu kommen das Feld aufzubauen bevor sie kaputt 
geht?
Wenn das funktioniert, könnte man das nicht für ein EMP benutzen?
Gast #988703
Lesenswert?

> der normalen höchst Spannung versorgt
> mit dieser Leistung belastet

Spannung != Leistung
sieh dir mal die Grundlagen ET an.


>das Feld aufzubauen
Das Magnetfeld ist direkt proportional zum Strom. Der Strom ist 
proportional zum Integral der Spannung über der Zeit.
Gast #988725
Lesenswert?

kannst du denn in der spule einen so extrem hohen stromanstieg überhaupt 
erreichen? du müsstest vermutlich eine immens hohe spannung anlegen um 
gegen die induktivität solch einen anstieg zu erreichen, dann gibt es 
überschläge durch den lack, der kern wird gesättigt, .....
OP #988732
Lesenswert?

Matthias Lipinsky wrote:
>>Spannung~Leistung ;)
>
> Das stimmt auch nicht.
>
> Bei Schaltnetzteilen gilt: Spannung ~ 1/Strom
>
> Bei ohmschen Widerständen gilt: Spannung² ~ Leistung
Ähhh, hast Recht, hab nicht nachgedacht ;)

>...dann gibt es überschläge durch den lack...
Meinst du quasi Kürzschlüsse innerhalb der Spule?

Hab ja nun wie ihr gemerkt habe von der Materie nicht ganz so viel 
Ahnung...
Aber wenn die Induktivität den Stromfluss "verringert" dann wird doch 
auch nicht so viel Leistung "erzeugt" und es entsteht nicht so viel 
Wärme, folglich hält die Spule ja auch länger, oder?
Gast #988764
Lesenswert?

Ich kenn Leute, die nehmen eine Spule mit 10 Windungen um einen 4mm 
Dorn, eine Luftspule, und pulsen die. Stromanstiegszeit 20us auf 300A 
mit einem schnellen Schalter, der 300V von einem Kondensator schaltet. 
Der Strompuls ist nur einige 10us lang.
OP #988786
Lesenswert?

>Ich kenn Leute, die nehmen eine Spule mit 10 Windungen um einen 4mm
>Dorn, eine Luftspule, und pulsen die. Stromanstiegszeit 20us auf 300A
>mit einem schnellen Schalter, der 300V von einem Kondensator schaltet.
>Der Strompuls ist nur einige 10us lang.
Aha, 10 Wicklungen nur?
Und was kann das Teil dann?


>Du willst nicht zufällig eine Coilgun basteln? ;)
Ich will überhaupt nichts, habe genug Projekte um die Ohren ;) War nur 
ne Frage die mich mal interessiert hat.
Gast #988824
Lesenswert?

Nein. Ein Ionentriebwerk muss die Ionen nur beschleunigen. Man kann 
Ionen beschleunigen, in einem Magnet um eine Kurve druecken, dabei wird 
nach Massen getrennt und nachher kann man wieder abbremsen anstelle auf 
eine Flaeche klatschen zu lassen.
#989271
Lesenswert?

@Autor: Uhu Uhuhu (uhu)

>Nach dem Prinzip funktionieren EMP-Bomben,

Ja, nur dass dort atomare Sprengladungen verwendet werden.

> mit denen die Amis z.B die
>Elektrizitätsversorgung in Belgrad und Bagdad lahmgelegt haben.

Jaja, die lieben Urban Legends ;-)
Wohl mal wieder zuviel "Operation Broken Arrow" angeschaut?

Die Bomben zum lahmlegen der E-Versorgung sind WESENTLICH einfacher und 
unspektakulärer.
Nämlich einfaches Graphitpulver, das kriecht in jede Ecke und jeden 
Winkel und kriegt man nicht mehr los. Womit so ziemlich alles 
Hochspannungsanlagen auser Kraft gesetzt sind.

Mfg
Falk
Gast #989392
Lesenswert?

EMP Bömbchen benutzen Hochspannungskondensatoren die dann mit 
handelsüblichem Bummsfallera blitzartig zusammengepresst werden.
Und was passiert wenn man z.B. die Platten eines Plattenkondensators 
blitzartig aufeinander zuschießt ?
#994227
Lesenswert?

E = 1/2 CU²

U = Q/C

Halbiere ich die Kapazität durch mehr Plattenabstand, so verdoppelt sich 
die Spannung. Da die Spannung aber quadratisch in die Energiebilanz 
eingeht, wird die gespeicherte Energie verdoppelt.

Oder habe ich auf die Schnelle einen Denkfehler drinnen?
#994253
Lesenswert?

@ Matthias,

Ich bin davon ausgegangen, dass man die Platten einen geladenen (Daher 
ergibt sich eine Spannung an den Anschlüssen) Kondensators in kurzer 
Zeit (zB. mittels Sprengstoff) auseinanderbringt. Dadurch sinkt die 
Kapazität des Kondensators (Siehe Formel Plattenkondensator). Durch das 
Sinken der Kapazität steigt die Ladespannung des Kondensators. Durch die 
größere Spannung ergibt sich eine entsprechend größere gespeicherte 
Energie, welche der Arbeit entspricht, welche zum Auseinanderbringen der 
Platten aufgebracht wurde. Diese Energie entspricht letztlich einem 
Anteil der Explosionsenergie (chemische Energie) des Sprengsatzes

Wo ist bitte der Denkfehler?

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren