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Forum: Platinen Anleitung zur chemische Verzinnung von Platinen


Autor: Daniel P. (polzi)
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Hallo,

ich habe diese Wochenende ein wenig recherchiert. Ich möchte meine 
geätzten Platinen in zukunft verzinnen und bin über diverse Angebote bei 
conrad.de, octamex.de und watterott.com gestolpert, allerdings empfand 
ich die engebotenen Sets als zu teuer.

Zudem scheinen die Zinnbäder sehr schnell alt zu werden (etwa ein halbes 
Jahr Haltbarkeit). 15€ einfach vergammeln zu lassen scheint mir doch 
unnötig, un wenn man dann schon anfängt, die Chemikalien aufzuteilen und 
nur ein drittel anzusetzen, kann man das doch auch eleganter.

Jedenfalls habe ich nun ein "Rezept" für diese Zinnbäder gefunden. Ich 
möchte anderen Hobbyisten nun auch ermöglichen kostengünstig an 
verzinnte Platinen zu kommen. In Produkten namhaften Herstellern 
(räusper...bung...räusper...ard) seien die gleichen Chemikalien zu 
gleichen Teilen enthalten. Ich übernehme allerdings keine Garantie, das 
das auch wirklich funktioniert.


Grundsubstanzen:

Schwefelsäure (H2SO4) 96%

Thioharnstoff

Zinn(II)Chlorid (Dyhydrat oder so ähnlich habe ich jetzt mal bestellt, 
ob das funktioniert, poste ich dann noch. Allerdings habe ich kein 
Zinn(II)-Chlorid gefunden, dass nicht hydriert ist, gab nur nach 
pentahydrat)

Die Substanzen sollten zumindest "rein" sein, also keine technischen 
Stoffe. Ausserdem kann man auch "p. A." und "analyserein" nehmen.


Anleitung:
750ml Wasser vorlegen (Schon mal in das Behältniss kippen)
28g Schwefelsäure zugeben (LANGSAM!!!)
50g Thioharnstoff zugeben
5g Zinn(II)-Chlorid zugeben

Je nach Konzentration der Schwefelsäure und Ansatzmenge müssen die 
Mengen natürlich abgestimmt werden.


Und jetzt kommt natürlich der Clou: Zu bestellen bei: 
www.omikron-online.de. Zugegeben, sieht etwas verkifft aus mit den 
ganzen Blumen, aber das Angebot an Chemiekalien ist nicht ohne. Der 
Thioharnstoff könnte allerdings Probleme bereiten. Abgabenverordnung und 
so. Eventuell über ein Gewerbe bestellen.

Ich persönlich habe 25g Zinn(II)-Chlorid, 100ml Schwefelsäure und 3x50g 
Thioharnstoff bestellt. Für nur 27€. Da bleiben dann noch 10g 
Zinnchlorid über und man kann nochmal safig sparen.


Wenn jemand noch Fragen, Anregungen oder sonstwas hat nur her damit. Ich 
hoffe ich konnte jemanden ein wenig helfen.


Viele Grüße

Polzi

Autor: Gast (Gast)
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Ich seh da nur nicht, wo die Ersparnis sein soll?

Außerdem ist es auch strittig, ob die chemische Verzinnung überhaupt was 
bringt. Siehe auch 
[[http://www.bauer-leiterplatten.de/html/chemisch_zinn.html]]. Aus 
persönlicher Erfahrung kann ich das negative Urteil leider nur 
bestätigen.

Autor: Torsten (Gast)
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@Daniel
Im http://www.progforum.com/ gefunden ?

Ich habe es selber ausprobiert: bei mir funktionierte es einwandfrei.
Allerdings war die Haltbarkeit der Chemikalie von mind. einem halben 
Jahr Wunschdenken.

Autor: ganz Gast (Gast)
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Chem Verzinnen mag ja nachteile haben, aber gerade eine Seite als 
objektive Referenz anführen, die ganz klar für ihre eigene Schäse 
Werbung macht und damit ALLES andere schlecht darstellen muss, ist 
natürlich bischen unseriös.

Autor: Marc Seiffert (euro)
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Also sur-tin von bungard halte ich mittlerweile ein halbes Jahr in einem 
luftdicht verschlossenem Glas, gelagert unter normalen 
"Kellerbedingungen". Funktioniert immernoch einwandfrei. Lösung in einer 
nicht 100% luftdichten Plastikbox (diese Süßigkeitenboxen für Kioske) 
scheidet nach ein paar Tagen bis Wochen weisliches Zeug am Boden ab, 
wird unbrauchbar. Ergo fülle ich einfal immer wenn ich ein paar Platinen 
ätze ein bisschen von dem Zeug um und bin glücklich.


Die Seite von Bauer scheint Meinungsbezogen sehr einseitig zu sein. Ich 
verzinne alle meine Leiterplatten und mal davon abgesehen dass das 
Kupfer nun nicht mehr oxidiert lötet sich die Leiterplatte einwandfrei 
und ich habe bisher nie "mysteriöse Ausfälle" gehabt. Mal davon ab, 
wieso soll reines Zinn das Kupfer der Leitplatte anders angreifen als 
LötZINN ?

Autor: Stephan Watterott (Firma: Watterott electronic) (welectronic) Benutzerseite
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@Daniel Polz
Soviel billiger ist es aber auch nicht, wenn man vom Bungard Sur-Tin 
ausgeht.
Das Conrad Glanzinn 529338 ist nur für 1,0l Lösung,
das Octamex Zinn (Hersteller unbekannt) für 1,5l Lösung und
das Bungard Sur-Tin für 2,5l Lösung.

Und hier noch ein Link zum Thema chem. Zinn:
http://www.multipcb.de/download/multipcb-chemisch-zinn.pdf

Autor: Marc Seiffert (euro)
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Die Aussage von Bauer:

> Unter unserer partiellen Reinzinnschicht befindet sich eine
> Diffusionssperre von ca. 02 - 0,4 µ, die ein eindiffundieren des Zinns in
> das darunter liegende Kupfer für lange Zeit sicher verhindert. Dadurch
> wird ein exzellentes Lötverhalten auch über mehrere Jahre gesichert, so
> dass die Leiterplatten längere Zeit problemlos gelagert werden können.
> Die Schichtstärke unseres Zinns beträgt min. 10µ. Die Oberfläche der
> Pads ist absolut plan und somit für die SMD Bestückung bestens geeignet.
> Ein spezieller Fluxer wie bei chemisch Zinn wird hier nicht benötigt.

zusätzlich die Meinung gegen chemische Verzinnung:

>Die Schichtstärke beträgt allerdings nur zwischen 0,8 und1,2 µ.

hier mal die Gegenmeinung aus dem Bungard-Blatt zu Sur-Tin:

> Lassen Sie die Platine nun bitte in die
> Schale mit Verzinnungslösung gleiten.
> Die Zinnabscheidung auf dem Kupfer
> setzt sofort ein und ist nach etwa 2-3 Minuten
> abgeschlossen. Die chemische Reaktion
> ist selbstbegrenzend, die maximal
> erzielbare Schichtdicke beträgt etwa 5μm.

> Die Lötbarkeit ist auf der frischen Zinnschicht
> am besten. Besonders bei feuchter
> oder durch Chemikaliendämpfe belasteter
> Umgebungsluft kann es nach wenigen Tagen
> passieren, daß die Zinnschicht wieder
> anläuft. In diesem Fall kann die Platine
> einfach noch einmal in die Verzinnungslösung
> gelegt werden.


Ich glaube das sollte helfen hier ein wenig die Meinungen differenzieren 
zu können ;)

P.S.: Sur-Tin von Bungard kostet 12,53€ excl. MWST zzgl. Versand

Autor: Stephan Watterott (Firma: Watterott electronic) (welectronic) Benutzerseite
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@ Marc Seiffert
Bungard Sur-Tin 12,49 Euro zzgl. Versand

Autor: Marc Seiffert (euro)
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gefällt mir ^^ hab zwar noch ein "set" im keller als ersatz liegen sowie 
nen liter von der suppe in funktionsfähigem zustand aber ich finds 
erstaunlich, dass sur-tin mittlerweile auch extren, also nciht nur von 
bungard verkauft wird. ich hab dort direkt bestellt eben weil es sonnst 
nirgendwo zu kaufen war.

Autor: Иван S. (ivan)
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Hallo Daniel,

> Jedenfalls habe ich nun ein "Rezept" für diese Zinnbäder gefunden. Ich
> möchte anderen Hobbyisten nun auch ermöglichen kostengünstig an
> verzinnte Platinen zu kommen.

Ich schließe mich Deiner gerne an, hier die "russische Methode", die 
aber genauso gute Ergebnisse erzielt:

In einen halben Liter warmen Wasser werden rund 10g Ätznatron (NaOH) 
gelöst. Nun gebe man ungefähr 3g Zinnchlorür (ZnCl_2) zu und 
homogenisiere das Gemisch (=umrühren). Das Verzinnungsbad ist 
einsatztbereit.

> Zinn(II)Chlorid (Dyhydrat oder so ähnlich habe ich jetzt mal bestellt,
> ob das funktioniert, poste ich dann noch. Allerdings habe ich kein
> Zinn(II)-Chlorid gefunden, dass nicht hydriert ist, gab nur nach
> pentahydrat)

Das Dihydrat besagt nur, daß am ZnCl_2 zwei Kristallwasser gebunden 
sind. Auch kristallwasserfreies ZnCl_2 . 0 H_2O wird immer bestrebt 
sein, aus der Luft Feuchtigkeit aufzunehmen.

> Die Substanzen sollten zumindest "rein" sein, also keine technischen
> Stoffe. Ausserdem kann man auch "p. A." und "analyserein" nehmen.

Ach, technische Qualität reicht vollkommen. Das ist im allgemeinen >98% 
rein. P.A. und analysenrein ist übrigens das selbe, P.A. steht für 
per/pro analysis. Diese Qualität kostet entsprechend, Reinheit im 
allgemeinen mindestens 99,995%.

Autor: Klaus (Gast)
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>hier die "russische Methode"

Ich glaube nicht, das das funktioniert.
Es wird von diversen Leuten schon seit Jahren nach einem Ersatz für
den als Komplexbildner dienenden, aber gesundheitlich bedenklichen
Thioharnstoff gesucht. Ohne Ergebnis. Wenn es einfach mit NaOH und 
Zinnchlorid ginge, wäre das schon längst als sensationelle neue
Verzinnungsmethode durch alle Foren gegangen.

Autor: Иван S. (ivan)
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Klaus wrote:
> Ich glaube nicht, das das funktioniert.

Chemie ist keine Sache des Glaubens oder der Religion.

> Es wird von diversen Leuten schon seit Jahren nach einem Ersatz für
> den als Komplexbildner dienenden, aber gesundheitlich bedenklichen
> Thioharnstoff gesucht.

So arg ist Thioharnstoff doch nicht, schon mal mit Tetra gearbeitet? :-)

> Ohne Ergebnis.

Ich habe mal gehört, daß es angeblich auch mit Dextrose als Komplexator 
gehen soll. Inwieweit diese Information jedoch stimmt kann ich nicht 
beurteilen.

> Wenn es einfach mit NaOH und Zinnchlorid ginge, wäre das schon längst als
> sensationelle neue Verzinnungsmethode durch alle Foren gegangen.

Daß im alkalischem kein Komplexbildner benötigt wird ist weder neu noch 
sensationell. Mein Rat, frei nach Prof. Hademar Bankhofer: "Probieren 
Sie es einfach einmal aus."

Viel Erfolg, Iwan

Autor: Klaus (Gast)
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>So arg ist Thioharnstoff doch nicht

Immerhin gilt er als krebserregend und umweltgefährlich.

Das beantwortet aber immer noch nicht die Frage, warum die Methode mit 
NaOH + Zinnchlorid nirgendwo auch nur erwähnt wird.

Autor: Michael H* (Gast)
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> Immerhin gilt er als krebserregend und umweltgefährlich.
Das ist dein Toastbrot auch =)
http://de.wikipedia.org/wiki/Acrylamid

SCNR

Autor: Michael Bauer (Gast)
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Hallo,mein Name ist Michael Bauer von Bauer-Elektronik:-)
Wenn Sie mal unsere Leiterplatten testen wollen,haben wir ein wie ich 
finde,sehr günstiges Angebot: 1dm² Leiterplatte dk,Aktivzinn 35µ mit 
Lötstopplack für 40.-€ inklusive Mehrwertsteuer.Mehr unter 
www.bauer-leiterplatten.de.Viele Grüsse,Michael

Autor: Michael H* (Gast)
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Stell das doch am besten hier rein:
Platinenhersteller

Autor: Michael Bauer (Gast)
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Vielen Dank:-)

Autor: Karl (Gast)
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Hat nun schon mal jemand die "russische" Methode probiert? Ich hab mich 
mal in anderen Foren umgehört, aber niemand wollte so recht glauben, das 
es so einfach gehen sollte.

Autor: Andi (Gast)
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Hier ist auch kurz die Rede von der "russischen" Methode.
http://www.lautes-klassenzimmer.de/forum/printtopi...

Autor: Andi (Gast)
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Autor: Gast (Gast)
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mmh, und was bitte versteht man unter: "bis zur deutlich alkalischen 
Reaktion" ?

Autor: Andi (Gast)
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Werde mal, wie oben beschrieben 10g Ätzn. und 3g Zinn 2 Chlorid 
nehmen....

Autor: AC/DC (Gast)
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Warum verzinnt hier keiner mit Lötpaste aus dem Baumarkt (bei den
Kupferrohren und Fittingen zu finden)? Mit einem Heißluftpistole
dürfte sich das leicht bewerkstelligen lassen. Chemisch Zinn
ist zu problematisch, teuer, unbeständig und beim Löten verdampft
das Zeug sofort wieder.
Mit Lötlack läßt sich die Lötbarkeit auch hervorragend verbessern
und das auf Dauer.

Autor: Blackbird (Gast)
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>>Warum verzinnt hier keiner mit Lötpaste aus dem Baumarkt (bei den
>>Kupferrohren und Fittingen zu finden)?

Weil die Zinnschicht nach ein paar Wochen nicht mehr lötfähig ist.

Blackbird

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