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Forum: Ausbildung, Studium & Beruf Was verdienen die Führungskräfte?


Autor: Del Prado (Gast)
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Ich habe die zweifelhafte Ehre, zum 1.11. dieses Jahres eine 
Führungsposition einnehmen zu dürfen, da ich in einer firmeninternen 
Dikskussion als Freiwilliger bestimt wurde. Konkret soll ich nach 6 
Jahren in der Firma (14 Jahre Berufserfahrung insgesamt) den 
Projekt/Teamleiter einer gemischten Hardware- und Softwaregruppe machen. 
Diese Position ist freigeworden, weil der bisherige Stelleninhaber Mitte 
September die Firma verlassen hat. Mich hat man jetzt ausgesucht, weil 
ich als Senior Developper besagte Erfahrung habe, sowieso schon vielfach 
die Entscheidungen für die Ausgestaltung der Hardware und Software 
getroffen habe und der Älteste in der Abteilung bin. (Sogar 2 Jahre 
älter, als der der Entwicklungsleiter).

Mein Problem:

Vorgesehen war eigentlich ein anderer, etwas jüngerer, der bereits 8 
Jahre in der Firma ist und etwa 12 Jahre Erfahrung insgesamt hat. Er hat 
aber abgewunken, weil er sich gehaltsmäßig verschlechtern würde: Die 
Position entspricht der untersten Funktionsstufe der ersten 
Führungsschicht und die bekommen eine viel geringere Zulage, als die 
erfahrenen Entwickler. Wie ich im Gespräch mit der Personalleitung 
erfahren durfte ist das allgemein so und träfe auf mich auch zu. 
Selbstredend stünde es mir frei mehr zu fordern. Vom Betriebsrat habe 
ich grünes Licht, weil der daran interessiert ist, daß es ein interner 
macht, statt sich wieder einen Quereinsteiger zu holen, wobmit es sehr 
sehr schlechte Erfahrungen gab.

Meine Frage:

Was soll ich jetzt fordern, wenn es eigentlich rückwärts gehen wird? Die 
Argumentation der Firma ist, daß ich dadruch einen bessere Posision 
habe, die dann zu weiteren Positionssprüngen qualifiziert, z.B. 
Gruppenleiter, Unterbateilugsleiter etc, wo man dann wieder weniger 
arbeiten muss und trotzdem mehr bekommt.

Sind Führungsklräfte im Bereich der Elektrotechnik wirklich 
unterbezahlt? Hier scheint es so: 
Beitrag "Was die §-Quatschnasen so verdienen...."

Autor: Del Prado (Gast)
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Ach so: Wir arbeiten hier nach ERA mit Leistungszulagen. Beides zusammen 
gerechnet führt bei mir zu knapp 73.000 im Jahr. Ich habe aber echte 
40h, die nur bei Gleitzeitverschiedbungen ändern - im Jahresmittel 
stimmt es.

Wenn ich die Teamleiterposition annehme, sind es 63.500 plus Zulagen, 
die man aber in den ersten beiden Jahren nicht voll bekommen. Ich rechne 
mit 10% und hätte dann etwa 70.000 wobei erwartet wird, dass man mehr 
als 40h arbeitet (Es wäre dann quasi AT ohme Zeiterfassung).

Ich habe mich mal umgehört, was es so in der Branche derzeit gibt: Ein 
Ingenieur mit etwas Führungserfahrung, bekommt für eine reine 
Temaleiterposition bis zu 75.000. So jedenfalls die Headhunter. Kommt 
das hin? Ich wäre schon bereit, mir den Mehraufwand und Stress anzutun, 
aber im Gehalt will ich eigentlich nicht fallen. (Ich habe 3 kleine 
Esser daheim!)

Autor: Uwe (Gast)
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Wenn der Wechsel nur mit Gehaltsverzicht geht, dann wechsel lieber die 
Firma. Ein Betrieb, in dem solche Verhältnisse herrschen, muss doch 
total bescheuert sein. Da würde ich keine Sekunde zu lang bleiben.

Ich bin echt schockiert über das, was Du da schreibst. Ich kann es kaum 
fassen, dass das möglich ist. Total bescheuert. Schnell abhauen.

Autor: Gast (Gast)
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> DieArgumentation der Firma ist, daß ich dadruch einen bessere Posision
> habe, die dann zu weiteren Positionssprüngen qualifiziert, z.B.
> Gruppenleiter, Unterbateilugsleiter etc, wo man dann wieder weniger
> arbeiten muss und trotzdem mehr bekommt.

Das ist eine Wette auf die Zukunft. Auf der einen Seite muss man auch 
mal ein Risiko eingehen, wenn man weiterkommen möchte. Auf der anderen 
Seite ist es ein unkalkuliertes Risiko, solange man nicht abschätzen 
kann mit welcher Wahrscheinlichkeit man aufsteigt.

Autor: John Schmitz (student)
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Hallo,

die Frage ist, wo willst Du hin ???

Wenn Du Geschäftsführer werden willst und mal einige Jahre 150k€+ in 
Deiner Jaherabrechnung sehen möchtest, brauchst Du Führungserfahrung und 
musst Dich beweisen. Da spielt das Geld für diese "Lehrjahre" keine 
Rolle.

Denn dann sind alle +/- Rechnungen hinfällig, einige Jahre GF und Du 
bist unter dem Strich immer auf der Haben Seite ...!

Ansonsten ist die Entscheidung schwieriger, ich warne aber immer davor, 
kurzfristige Rechnungen aufzustellen: Was am lohnenswertesten ist/war, 
weiss man mit 67 ...!

Und noch ein ganz wichtiger Aspekt: Als Führungskraft der 1. Ebene 
kriegst du noch mit 50+ einen Job ... als Spzialist nimmer !!!!

Spreche aus eigener Erfahrung!

Grüße

Autor: Thomas B. (yahp) Benutzerseite
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Charly Grosse wrote:
> Und noch ein ganz wichtiger Aspekt: Als Führungskraft der 1. Ebene
> kriegst du noch mit 50+ einen Job ... als Spzialist nimmer !!!!
>
> Spreche aus eigener Erfahrung!

... denn du hast beide Wege selbst ausprobiert. Ist klar ;-)

Autor: Del Prado (Gast)
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Im Prinzip steht meine Entscheidung eigentlich fest: Ich werde eine 
Teamleiterposition antreten, nur frage ich mich, ob es in anderen Firmen 
anders ist mit den Gehältern. Hat da einer Zahlen?

Sicher, soll man nicht zu kurzfristig denken, aber ich MUSS ans Geld 
denken und wenn ich mehr Zeit einsetzen soll, muss auch mehr 
rausspringen!

Das mit der Jobsicherheit leuchtet mir schon ein, nur werde ich in 
dieser Firma im Leben kein Geschäftsführer und in anderen auch nicht, 
denke ich mal. Da muss man BWK gemacht haben - ich bin reiner Techniker. 
Da geht es bestenfalls zum Abteilungsleiter im Bereich Technik und die 
arbeiten auch extrem viel und kriegen nur dann mehr Geld, wenn sie 
wechseln, wie mir scheint.

Noch etwas: Hier arbeitet keiner der mit 50+ als Teamleiter eingestellt 
wurde. Alle Team und Gruppenleiter kommen von untern und die meisten von 
intern. Ich laube nicht, daß ich mit 50+ was schon in 15 Jahren der Fall 
sein wird, irgendwo als Teamleiter einsteigen kann.

Autor: Struwwelpeter (Gast)
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Wenn du in die Ebene aufsteigen möchtest, versuch mehr zu bekommen. 
Schaffst Du das nicht, speist Dich Deine Firma also mit einem zu 
niedrigen Gehalt ab (immerhin bist Du ja immer noch "Spezialist", nur 
weil sich die Visitenkarte ändert, wirst Du ja nicht dümmer), dann würde 
ich noch so ein, vielleicht zwei Jährchen bei dem Laden bleiben und dann 
hasta la vista, baby.

Im Lebenslauf macht sich das gut, und Dein Gehalt steht da nicht drin! 
Dann kannst Du ungeniert fordern.

Autor: Ex-Münchner (Gast)
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Das stimmt so nicht, denn es gibt ja immer noch eine Lohnsteuerkarte, 
auf der verzeichnet ist, was man hatte. Das könnte hinterher blöse 
aussehen. Dann müsste man den Job schon zum 1.1. antreten, wobei dann 
das Weihnachtsgeld flöten geht. Ich würde jetzt sofort wechseln und zwar 
in eine andere Firma und dort die 2 Jahre machen (wenn es nur 2 sein 
sollen). So etwas ähnliches habe ich auch gemacht:

Ich war so eine Art technischer Teamleiter, ohne die Position formell 
inne zu haben und bin weg, weil ich in der Firma keine Zukunft mehr sah. 
Es wäre für mich nicht vorangegangen (ich war schon 5 Jahr auf derselben 
Position) und der Firma geht es nicht so dolle. Jetzt habe ich fast 
dasselbe, aber eine deutlich bessere Position und weniger Stress.

Es läuft im Prinzip auf eine Mischung von Projektleiter, Teamleiter und 
Mädchen für alles hinaus: Ich muss sowohl entwicklen, als auch nach 
Asusen vergeben, als auch jüngeren Kollegen die Arbeit zuteilen. Machens 
mache ich selber, manches lasse ich machen, Ich halte den Kopf in und 
die Hand auf. Es ist aber gemütlicher, muss ich sagen.

Autor: Michael G. (linuxgeek) Benutzerseite
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Del Prado wrote:

> Dikskussion als Freiwilliger bestimt wurde. Konkret soll ich nach 6
> Jahren in der Firma (14 Jahre Berufserfahrung insgesamt) den
> Projekt/Teamleiter einer gemischten Hardware- und Softwaregruppe machen.

Toller Titel. Geldmaeszig bekommt man bei uns aber auch nicht mehr als 
jeder andere, teilweise sogar weniger.

Autor: Panzer H. (panzer1)
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Ex-Münchner wrote:
> Das stimmt so nicht, denn es gibt ja immer noch eine Lohnsteuerkarte,
> auf der verzeichnet ist, was man hatte. Das könnte hinterher blöse
> aussehen. Dann müsste man den Job schon zum 1.1. antreten, wobei dann
> das Weihnachtsgeld flöten geht. Ich würde jetzt sofort wechseln und zwar
> in eine andere Firma und dort die 2 Jahre machen (wenn es nur 2 sein
> sollen). So etwas ähnliches habe ich auch gemacht:

Ich kann mich nicht daran erinnern, in den letzten 5 Jahren irgendwas 
Eingetragenes auf meiner LStK gesehen zu haben. Üblich ist doch die 
elektronische Verarbeitung, wo man Anfang des neuen Jahres diesen tollen 
Ausdruck bekommt.

Alternative: Gehe zu Deinem lokalen Bürgeramt, erzähle Du hättest Deine 
Lohnsteuerkarte verschlampt und nimm eine neue mit.

Autor: Anton (Gast)
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>Üblich ist doch die elektronische Verarbeitung, wo man Anfang des
>neuen Jahres diesen tollen Ausdruck bekommt.

Anhand von dem kann der AG trotzdem Rückschließen, was bekommen wurde.

In Österreich ist man da noch a bissl weiter: Dort geht alles 
vollelektronisch: Abgabe und Wiederempfang der Steuer per online - ging 
in 10 Minuten! In Deutschland habe ich den 10fachen Papierkram trotz 
Elster.

>Toller Titel.
Wer gibt schon etwas auf Titel? :-)

>Geldmaeszig bekommt man bei uns aber auch nicht mehr als
>jeder andere, teilweise sogar weniger.

Das habe ich auch schon gesagt bekommen, dass hier die 
Kaderverantwortlichen überhaupt nicht mehr bekommen. Das verwundert mich 
schon, gilt doch Deutschland angeblich als leistungsorientiert. In 
Österreich macht es dagegen einen sehr großen Unterschied: Ist man als 
Ingenieur in einer leitenden Position, bezahlen einem die Firmen oft 
einen Zusatzteil in die Pensionskasse ein, der weder bei der Vergabe 
noch beim Rückbezug später versteuert wird. Die normalen angestellten 
Ingenieure haben das nicht und werden nur knapp über Hilfsarbeiter 
bezahlt (wenn sie noch in Österreich arbeiten :) )

Autor: Panzer H. (panzer1)
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Anton wrote:
>>Üblich ist doch die elektronische Verarbeitung, wo man Anfang des
>>neuen Jahres diesen tollen Ausdruck bekommt.
>
> Anhand von dem kann der AG trotzdem Rückschließen, was bekommen wurde.

Echt? Der neue AG kann auf die Daten im elektronische System 
zurückgreifen,
wo der alte AG seine Daten hin übermittelt hat? Wohin gehen die Daten 
eigentlich? An das Finanzamt?
DAS kommt mir datenschutzrechtlich sehr bedenklich vor??!!
Wundern täts mich aber net wirklich ;-)

Autor: Anton (Gast)
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Ich habe von meinem FA zum Jahreswechsel einen Kleber auf die deutsche 
Lohnkarte erhalten. Mal sehen, wie es dieses Jahr ist.

Autor: Zoe (Gast)
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Ich kenn ja Deine Firma nicht, aber bei denen die ich kenne heißt es:

Projektleiter != Führungskraft.

Führungskraft bedeutet auf jeden Fall disziplinarische Verantwortung, 
die hat man aber als PL nicht, sondern nur als AL aufwärts.

Zoe

Autor: Gast (Gast)
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Status Quo:
40h, 73k per anno.

Teamleider:
50h, 63,5k per anno.

Das ist die falsche Richtung in der Lohnentwicklung. Mach nen einfachen 
Dreisatz. (73k/40h)*50h = 91,25k.

Das ist das Gehalt was Du fodern solltest. Eher noch etwas mehr, um 
Verhandlungsspielraum zu haben.

Überlege auch, Mehrarbeit bedeutet weniger Zeit mit Deinen 3 kleinen 
Essern. Die Zeit die Dir in der Familie fehlt, solltest Du Dir vergolden 
lassen. Die bekommst Du nähmlich nicht zurück.

JustMy2Cents

Autor: Gast (Gast)
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>91,25k
Wenn er das fordert, bestellen die ihm die Leute mit der Zwangsjacke.
Egal, was man in einer Firma machen wird, bei einem Positionssprung geht 
es in den seltensten Fällen um mehr, als 10% hoch.

Autor: Gast (Gast)
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Du vergisst die Arbeitszeit. Der Stundenlohn darf in meinen Augen bei 
einem Positionssprung nicht sinken.

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