Travel Rec. (travelrec) wrote:
>Das Dumme ist, daß der Schaltplan für einen unsymmetrisch gespeisten
>Verstärker ist. Suche Dir einen Mikrofonvorverstärker-Schaltplan mit
>symmetrischer Speisung des OVs. Das Netz ist voll davon.
Da ist doch nichts Dummes dran!? Die Änderungen des besagten Planes sind
minimal - nur Pin 4 an -VCC!
ohno (Gast) wrote:
>Dynamisches Mikro ohne Spannungsversorgung einfach an GND und IN
>anschliessen.
Richtig! Das ist der einfachste Wege.
Das Mikrofon ist ein dynamisches Mikro, der Aufbau ist vergleichbar mit
dem eines Lautsprechers (bewegte Spule im Magnetfeld). Es benötigt keine
Versorgungsspannung - deshalb musst du den R6 entfernen. Solltest du es
aber bereits direkt (ohne Vorwiderstand) an 5V oder mehr angeschlossen
haben, dann hoffe, dass es diese Prozedur unbeschadet überstanden hat!
Der R6 ist nur notwendig, wenn das Mikro ein Elektret ist.
Und ein Kondensatormikro gibt es nicht um 5€. Außerdem braucht man da
üblicherweise deutlich mehr Spannung - normal sind 48V über die
Phantomspeisung von einem Mischpult.
Am Mikro direkt, ohne Verstärker, wirst du praktisch nichts messen
können. Ein Oszi hat da üblicherweise nicht genügend Empfindlichkeit.
Du brauchst also unbedingt den Verstärker. Der aus dem Link ist schon
mal ganz gut. Da du maximal 5V Amplitude am Ausgang haben willst,
Solltest du den OPA schon mit +/-15V versorgen - wenn sie schon
vorhanden sind.
Die angegebene Schaltung kannst du so lassen (allerdings auch noch
weiter vereinfachen, s.u.), schließe nur den Pin 4 des OPA an die -15V
an. Das muss dann schon gehen. Nur die Verstärkung von ca. 5000 (1mV auf
5V) wird nicht mit nur einem OPA zu erledigen sein. Aber auf 0,5...1,5V
solltest du schon kommen, allerdings mit einer Einschränkung in der
Bandbreite (bei v=1500 geht der LF356 noch bis ca. 3kHz). Ein Zweiter
dahinter mit einer vergleichbaren Beschaltung, und deiner
Ausgangsspannung steht (fast) nichts mehr im Wege, zudem wäre damit auch
die Audiobandbreite leicht zu schaffen. Aufpassen, dass das
Ausgangssignal nicht auf das Eingangssignal übersprechen kann, sonst
pfeift es nur.
Zur Vereinfachung:
Wenn du eine symmetrische Versorgung hast (+15V, GND, -15V), dann werden
alle mit dem Massesymbol bezeichneten Teile an GND angeschlossen (außer
Pin 4 des OPA - der kommt an -15V). Desweiteren kannst du dann R1 und R6
(s. o.) entfernen und C1 und C5 durch einen Draht ersetzen. C2 würde ich
lassen, da bei der hohen Verstärkung sonst ein größerer DC-Offset
entstehen könnte. Ebenso R2, damit der Eingang nicht offen ist, wenn mal
kein Mikro angeschlossen ist.