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Forum: HF, Funk und Felder frage zu leistung von transceivern


Autor: Thomas (Gast)
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Hi Leute

mich beschäftigt seit geraumer Zeit eine Sache mit den Senderleistungen 
von Funktransmittern. Man liest ja immer wieder dass viele Satelliten so 
gebaut wurden, dass sie auch von Amateurfunkern abgehört werden können.

Jetzt hab ich mir mal durchgelesen, was die denn so für Transceiver 
verwenden und mich hat die geringe Leistung schon sehr erstaunt. Da war 
die Rede zwischen 300 und 500 mW im ISM-Band (430 irgendwas MHz). Mit 
solchen Leistungen kommt man auf der Erde aber nicht weit. Ich kann mir 
aber auch nicht vorstellen, dass die Amateurfunker 5m-Schüsseln auf dem 
Dach haben.

Wo liegt mein Denkfehler?

Autor: Bernhard (Gast)
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Bei Freiraumausbreitung reichen kleinste Leistungen. Path Loss bei 433 
MHz und 36000 km beträgt 176 dB, bei +27 dBm (500 mW) kommen -149 dBm am 
Empfänger an, das sind 8 nV an 50 Ohm. Um auf 0.2µV (typ. 
Empfindlichkeit eines Amateurfunkgerätes) zu kommen, braucht es 28 dB an 
Gewinn. Das kommt mit dem Gewinn der Sendeantenne und dem Gewinn der 
Empfangsantenne durchaus hin. Wenn es nicht geostationäre Satelliten 
sind natürlich erst recht, weil dann die Entfernung geringer ist.

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Thomas wrote:

> Da war
> die Rede zwischen 300 und 500 mW im ISM-Band (430 irgendwas MHz).

:-)

Amateurfunk ist im Bereich zwischen 430 und 440 MHz der Primärnutzer.
Das ISM-Band bei 433,92 MHz ist nur ein ganz kleiner Teil dieses
Afu-Bandes.

Autor: Thomas (Gast)
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ah das macht sinn. Mit dem ISM Band hab ich mich wohl etwas vertan, ich 
hab nur gelesen, dass die meisten Frequenzen so zwischen 430 und 440 Mhz 
liegen und wollte dem Kind einen Namen geben.

Was braucht man denn um auf diesen Frequenzen mit ca. 500 mW - 1 W 
senden zu dürfen? Irgendwo stand dass man mit Funkzeugnis Klasse E mit 
bis zu 75 W senden darf. Wenn ich das habe, muss ich mir dann eine 
Frequenz zuteilen lassen oder wie wird das geregelt, weil wenn jeder 
(Funkamateur) mit 75 W da reinsendet....

Im speziellen gehts mir um eine Datenfunkübertragung, die ich aufbauen 
möchte. Allerdings hab ich gemerkt, dass die lizenzfreien Modems, 
entweder viel zu sehr in der Leistung beschränkt sind oder nur kurze 
Betriebszeiten haben dürfen.

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Thomas wrote:

> hab nur gelesen, dass die meisten Frequenzen so zwischen 430 und 440 Mhz
> liegen und wollte dem Kind einen Namen geben.

Nur eine Vermutung: das dürfte viel damit zusammenhängen, dass das
Band von 430 bis 440 MHz weltweit ein sogenanntes Exklusivband ist,
d. h. der Amateurfunk ist der einzige Funkdienst dort.  (Der schmale
ISM-Band-Teil spielt in dieser Hinsicht keine große Rolle, erstens
sind die Leistungen dort gering, zweitens kann man den einfach
auslassen.)

> Was braucht man denn um auf diesen Frequenzen mit ca. 500 mW - 1 W
> senden zu dürfen? Irgendwo stand dass man mit Funkzeugnis Klasse E mit
> bis zu 75 W senden darf.

Ja, ein Amateurfunkzeugnis der Klasse E gestattet dir dort in
Deutschland bis zu 75 W Sendeleistung.  Allerdings musst du beim
Abstrahlen von mehr als 10 W effektiver Leistung (also einschließlich
des Antennengewinns) eine Erklärung abgeben, in der du nachweist, dass
du die zulässigen Personenschutzgrenzwerte für alle diejenigen
einhälst, die sich im Strahlungsbereich deiner Antenne befinden
können.  Da wirst du aber mit deiner geplanten Leistung noch drunter
liegen, wenn du nicht gerade mit großen Antennen arbeitest.

> Wenn ich das habe, muss ich mir dann eine
> Frequenz zuteilen lassen oder wie wird das geregelt, weil wenn jeder
> (Funkamateur) mit 75 W da reinsendet....

Die Frequenzwahl erfolgt freizügig und eigenverantwortlich auf
sogenannter non-interference-Basis, d. h. du unternimmst alles dir
Mögliche, um andere nicht zu stören.  Vom weltweiten Amateurfunk-
Dachverband (IARU) gibt es sogenannte Bandpläne, die die einzelnen
Amateurfunkbänder aufteilen und festlegen, in welchen Bandabschnitten
mit welchen Betriebsarten gearbeitet werden soll.  Das verfolgt das
Ziel, möglichst wenig gegenseitige Störungen zu erzeugen, um bspw.
die Satelliten-Bereiche frei von terrestrischen Störungen zu halten.
Auch wenn es kein striktes Gesetz im Sinne einer nationalen Gesetz-
gebung ist, so ist doch jeder Funkamateur gehalten, diese Bandpläne
einzuhalten.

> Im speziellen gehts mir um eine Datenfunkübertragung, die ich aufbauen
> möchte.

Hmm, Amateurfunk hat hier zuweilen seine eigenen Spielregeln.  Erstens
solltest du dir gewärtig sein, dass er öffentlich ist: jeder darf
mithören.  Eine Verschlüsselung der Übertragung ist ausdrücklich
unzulässig.  Zweitens ist er zwar Experimentalfunk, aber beispiels-
weise kein Ersatz für ein WLAN oder sowas.

Je nachdem, was du machen willst, könnte DMR466 ja eventuell eine
Alternative für dich sein:

http://www.bundesnetzagentur.de/media/archive/5524.pdf

Diese Allgemeinzuteilung regelt eigentlich erstaunlich wenig, was ich
so auslegen würde, dass du alle Freiheiten bezüglich Modulations-
verfahren etc. besitzt.  Die restlichen Anforderungen muss das
verwendete Funkgerät einhalten.  Da du auf Handfunkgeräte mit
integrierter Antenne limitiert bist, solltest du dir eins aussuchen,
was eine möglichst große Antenne besitzt (die meisten Geräte sparen
da ein wenig, damit es schön klein und niedlich und am besten nicht
viel größer als ein GSM-Telefon aussieht).

Ich weiß nicht, ob jemand spezielle DMR466-Geräte baut, ansonsten
müsstest du dir ein klassisches PMR466-Gerät durch externe
Beschaltung zur Datenfunke umbauen.  Ich kenne mich mit digitalen
Modulationsverfahren im Amateurfunk nicht sehr aus (ich mache am
liebsten Morse-Telegrafie mit einer Handtaste auf Kurzwelle, sieh's
als Nostalgie-Tick an, wenn du willst :), aber von der Sache her
solltest du hier 9600-Bd-Packetradio-Technik der Funkamateure an
einer PMR466-Handfunke nachnutzen können.

Autor: Detlef _a (detlef_a)
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>>Ich kenne mich mit digitalen Modulationsverfahren im Amateurfunk nicht sehr 
>>aus (ich mache am liebsten Morse-Telegrafie mit einer Handtaste auf >>Kurzwelle,

gibt doch nur 'kurz' und 'lang' beim Morsen, also volldigital ;-)

Cheers
Detlef

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Detlef _a wrote:

(Morsetelegrafie)

> gibt doch nur 'kurz' und 'lang' beim Morsen, also volldigital ;-)

Das ist natürlich richtig :), aber unter "Digimodes" werden gemeinhin
irgendwelche elektronisch codierten und decodierten Verfahren
verstanden.  OK, das geht mit CW mittlerweile auch...

Autor: Jens (Gast)
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> Im speziellen gehts mir um eine Datenfunkübertragung, die ich aufbauen
> möchte.

Dafür wirst du eine spezielle Lizenz benötigen. Ich denke nicht, dass 
die Art der Datenübertragung sich mit den Regeln des Amateurfunks 
vereinbaren läßt, unabhägig davon, ob du in Besitz eines 
Amateurfunkzeugnisses bist.

> Allerdings hab ich gemerkt, dass die lizenzfreien Modems,entweder viel
> zu sehr in der Leistung beschränkt sind oder nur kurze Betriebszeiten
> haben dürfen.

Viele Nutzer teilen sich wenige Frequenzen. Damit sich das Signal nicht 
über hunderte Kilometer ausbreitet und dort andere Nutzer stört, hat der 
Gesetzgeber die max. Leistung begrenzt (meist 10mW).

Wenn du ein Signal über größere Entfernungen drahtlos übertragen willst, 
wäre ein GSM-Modem die Alternative. Die Reichweite ist dadurch nahezu 
unbegrenzt, nur ein Funknetz wird benötigt.

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