Guten Abend,
kenne mich mit Analogtechnik wenig aus und bin eher in der
Digitaltechnik bewandert, deshalb meine Frage zu einer OPV Schaltung.
Möchte kleine Ströme, bzw. Spannungen über mehrere Dekaden hinweg
verstärken. Hierzu habe ich bereits das hier im Forum gefunden:
Beitrag "Strom- Spannungswandler im uA/nA Bereich (100nA.100uA) für uController"
Daraufhin habe ich (fast genau, s.u.) die mittlere Schaltung mit den
Dioden (Temperaturkompensation mit einer zweiten Diode) aus
http://www.elexs.de/messen6.html genommen und aufgebaut. Dabei habe ich
die folgenden Bauteile verwendet (ganz schöne Fummelei das mit dünnem
Draht zusammenzubrutzeln):
- OPV = TLC 272 CD SMD und auch TS 912 D
- VCC- = GND
- VCC+ = +5V
- Dioden = BAT 54C SMD
- Rs = 22k bzw. 150k (150k statt der 160k)
Als Messgröße/Eingangsspannung dient ein Silizumphotoelement. Dies ist
mit GND an IN+ der 1. OPV Stufe angeschlossen (die ja auch auf GND
liegt) und mit dem anderen Pin an IN- der 1. OPV Stufe (die
"Spannungsquelle" liegt also direkt zwischen den beiden OPV Eingängen).
Mit einem DMM kann ich zwischen IN- und IN+ der 1. OPV Stufe je nach
Helligkeit zwischen 0mV und ca. 80mV messen. Der Ausgang hat jedoch
immer eine feste Ausgangsspannung, völlig unabhängig von der Spannung
zwischen den Eingängen. Was geht hier schief??? Stehe total auf dem
Schlauch.
Würde mich von jedem über eine Hilfe sehr freuen. Vielen Dank,
Holger
Auf die Gefahr hin, hier ein großes Geheimnis zu verraten:
Du weißt, das bei den Siliziumfotoelmenten der AusgangsSTROM dem
Logratihmus der Beleuchtungsstärke proportional ist?
Wenn Du Deine Schaltung geringfügig anders aufbaust, d.h. den
Eleemetstrom nutzt, hast Du als Ausgangswert einen dem Logarithmus des
Beleuchtungsstärlke proportinalen Spannungssignal.
Stichwort ist: I/U-Konverter mit OPV, auch als invertierende
Grundschaltung betitelt.
hth,
Andrew
Hallo Andrew,
bitte nicht lachen: nein, das wusste ich nicht.
Wenn ich dich richtig verstehe, reicht also
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/1/1b/Inverting_Amplifier.svg/180px-Inverting_Amplifier.svg.png
vollkommen aus? Werde es also mal mit einem einfachen Widerstand als
Rückkopplung versuchen und testen.
Schon mal danke für die schnelle Hilfe, evtl. reicht das ja schon.
Holger
P.S. Mich würde natürlich trotzdem interessieren, warum die Schaltung so
nicht läuft
Hallo Holger,
> Als Messgröße/Eingangsspannung dient ein Silizumphotoelement. Dies ist> mit GND an IN+ der 1. OPV Stufe angeschlossen (die ja auch auf GND> liegt) und mit dem anderen Pin an IN- der 1. OPV Stufe (die> "Spannungsquelle" liegt also direkt zwischen den beiden OPV Eingängen).
Es handelt sich bei der Quelle eher um eine Stromquelle als um eine
Spannungsquelle.
> Mit einem DMM kann ich zwischen IN- und IN+ der 1. OPV Stufe je nach> Helligkeit zwischen 0mV und ca. 80mV messen. Der Ausgang hat jedoch> immer eine feste Ausgangsspannung, völlig unabhängig von der Spannung> zwischen den Eingängen. Was geht hier schief??? Stehe total auf dem> Schlauch.
Das hört sich für mich so an, als hättest Du die Diode verkehrtherum
eingebaut. Der Photostrom muß zum (-)Eingang des OPV hinfließen, sonst
kann er gar nicht über die Rückkopplungsdiode weiterfließen.
Außerdem kann die Schaltung ohnehin nur positive Spannungen ausgeben
(--> Versorgungsspannung).
http://focus.ti.com/lit/an/sboa061/sboa061.pdf
Abb. 4 zeigt Dir die Richtung, in die die Photodiode gepolt sein muß.
Die Richtung kannst Du mit dem Digitalvoltmeter (Diodeneingang)
nachmessen.
Gruß,
Michael
@ Andrew Taylor (marsufant)
>Auf die Gefahr hin, hier ein großes Geheimnis zu verraten:
Wie gefährlich.
>Du weißt, das bei den Siliziumfotoelmenten der AusgangsSTROM dem>Logratihmus der Beleuchtungsstärke proportional ist?
Das glaube ich kaum. Es ist eher die Spannung.
>Wenn Du Deine Schaltung geringfügig anders aufbaust, d.h. den>Eleemetstrom nutzt, hast Du als Ausgangswert einen dem Logarithmus des>Beleuchtungsstärlke proportinalen Spannungssignal.
Nöö, das hat er auch ohne jegliche Zwischenschaltung.
>Stichwort ist: I/U-Konverter mit OPV, auch als invertierende>Grundschaltung betitelt.
Damit hat ein einen linearen Zusammenhang zwischen Beleuchtungstärke und
Ausgangsspannung. Siehe
Lichtsensor / Helligkeitssensor
MFG
Falk
Was der Poster braucht, ist ein Stromlogarithmierer. Den kann man selbst
bauen, oder auch fertig kaufen. zB den AD8 8304, der macht 8 Dekaden,
oder 160dB, da muss man gut sein, das zu erreichen.
Hallo zusammen,
vielen Dank für eure Ratschläge. Werde morgen wohl mal ein paar Sachen
neu kaufen müssen und ein wenig probieren.
Wenn ich es richtig verstehe, ist die Schaltung mit dem Logarithmierer
und der Temperaturkompensation nur was für erhöhte Anforderungen, bzw.
auch nur für prof. Layout und Fertigung geeignet. Werde es also mit
einer "einfachen" Widerstandsbeschaltung versuchen.
Dank,
Holger
Hallo Holger,
> Wenn ich es richtig verstehe, ist die Schaltung mit dem Logarithmierer> und der Temperaturkompensation nur was für erhöhte Anforderungen, bzw.> auch nur für prof. Layout und Fertigung geeignet.
Der Logarithmierer ist nicht mehr und nicht weniger professionell als
die anderen Schaltungen auch.
Die Temperaturkompensation braucht der Logarithmierer nur deshalb, weil
die Kennlinie der Diode stark temperaturabhängig ist. Allerdings ist die
Temperaturkompensation schon eingebaut - also keine Angst, wenn ein oder
zwei Bauteile mehr in der Schaltung sind.
Ein Widerstand ist im Hinblick auf die Temperatur wesentlich gutmütiger
und braucht deshalb bei einfachen Anwendungen keine
Temperaturkompensation.
Schau Dir auch mal die Datenblätter von OPA380 bzw. OPA2380 an. Das sind
schnelle Spezialbausteine für solche Anwendungen.
> Werde es also mit> einer "einfachen" Widerstandsbeschaltung versuchen.
Das kannst Du natürlich machen. Allerdings wolltest Du, wenn ich das
richtig lese, die Ströme über mehrere Dekaden hinweg verstärken.
Mit dem Widerstand wirst Du schnell entweder zu einer Sättigung des OPV
kommen oder Probleme mit der Auflösung bei der AD-Umsetzung bekommen.
Solche Probleme hast Du beim Logarithmierer eher nicht. Der Logarithmus
ändert sich schließlich linear mit der Anzahl der Größenordnungen, um
die sich der Strom ändert.
Wenn Du eine solche Schaltung aufbauen willst,
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/1/1b/Inverting_Amplifier.svg/180px-Inverting_Amplifier.svg.png
solltest Du für Deine Anwendung übrigens R1=0 wählen. Dann hast Du einen
Stromverstärker.
Gruß,
Michael
Also unter der Annahme, dass das Photoelement eine positive
Spannung(bzw. Strom) ausgibt würde ich mal sagen, dass das nicht gehen
kann nach Beschaltung aus dem ersten Post weil die Ausgangsspannung des
OPs negativ sein müsste er aber als niedrigstes Potential GND nur hat,
tiefer kommt er also gar nicht. Ins Datenblatt des OPs hab ich nun auch
nciht geschaut aber bei einer Eingangsspannung von 0-80 mV könnte das
auch kritisch werden. Ist ja nicht selten so, dass die Eingangsspannung
ein (paar) Volt von der Betriebsspannung des OPs entfernt sein muss
damit dieser noch richtig arbeitet.
Hallo Michael x2 ;=)
also gut: das Problem mit der linearen Verstärkung über ein R in der
Rückkopplung habe ich nun gerade selber beim Basteln erfahren: die
zweite OP-Stufe gibt relativ schnell fast 5V aus (also max). Also sollte
es doch ein Logarithmierer sein...
Das Teil will aber ums Verrecken (noch) nicht laufen! :=(
Es freut mich aber zu hören, dass diese Schaltung auch "Anfänger"
geeignet ist. Insofern bin ich da guter Dinge. Mein Basteltrieb ist
zumindest geweckt.
Die OPA380 bzw. OPA2380 habe ich mir mal angesehen, kann ich hier in der
Umgebung aber nicht bekommen (nach 2 Telefonaten). Lt. Datenblatt sehe
ich da zusätzlich kein "nichtlineares Bauelement" in der Rückkopplung.
Insofern: warum Spezialbausteine/besonders geeignet, sind doch "nur"
zwei fertig verschaltete OPs?
Die erste Stufe (invertierend) möchte also eine negative Spannung
ausgeben, kann dies aber nicht, da nur GND vorhanden. Hmmm, sehe ich
ein, klingt logisch. Also hätte ich doch die folgende Möglichkeit:
- In+ der ersten Stufe nicht auf GND ziehen, sondern mittels
(hochohmigen) Spannungsteilers auf z.B. 1 V bringen (5V Quelle ist
vorhanden, 1Meg und 250k), oder? Die zweite Stufe ist ja nur eine
Verstärkung, die ich verringern würde, indem ich R1=R2 setze (z.B. je
100k), also Verdopplung insgesamt. So dürfte die auch nicht in die
Sättigung kommen.
Was macht die Einspeisung nach den Dioden (5V mit den 22k) genau? Würde
die jetzt weglassen wollen...
So langsam glaube ich verstehe ich diese Schaltung auch nahezu komplett
(freu) ;=)
Danke für eure Hilfe, bin mal wieder ein großes Stück schlauer. Morgen
ist Bastelpause, aber Mi geht es weiter. Gruß,
Holger