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Forum: Offtopic Neues Gesetz: Kostendeckung und Produktqualitätsmaximierung statt Gewinnmaximierung!


Autor: Vol(l)kaserne (Gast)
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Warum gibt es dieses Gesetz nicht weltweit?
Was hätte es für Nachteile, wenn Firmen statt um die billigste 
Produktionsart, das billigste Produktionsland und die 
schlechtmöglichsten Materialien bei vollem Funktionsumfang um die 
höchstmögliche Qualität wetteifern würden?
Kostendeckung reicht doch völlig aus (und damit meine ich auch die 
Investitionskosten, ordentliche Lohnkosten etc).
Gewinnmaximierung ist eine Idee aus der Hölle, die langfristig und 
global zu nichts Gutem führt.

Autor: Detlev T. (detlevt)
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Vol(l)kaserne wrote:
> Gewinnmaximierung ist eine Idee aus der Hölle, die langfristig und
> global zu nichts Gutem führt.

Nach meiner Ansicht ist "Gewinnmaximierung" eine zentrale 
Überlebensstrategie des Menschen. Schon als er noch Jäger und Sammler 
war, musste er implizit entscheiden, ob es sich lohnt, einem Tier 
nachzulaufen oder eine Wurzel auszugraben. Ob die Nahrung nämlich die 
Kalorien, die er "investiert", ihm dadurch wieder zurückgegeben werden. 
Nicht jedes "Investment" war damals erfolgreich. Das Tier rannte zu 
schnell oder man fand trotz intensiven Grabens nichts nahrhaftes. Die 
größte Überlebenschance hatte daher derjenige, der bei der 
Nahrungsbeschaffung den Weg wählte, der den größten Gewinn versprach.

Bei Unternehmen ist das nicht anders. Dürreperioden übersteht dasjenige 
am ehesten, das sein Verhältnis von Aufwand und Gewinn optimiert. Ein 
Unternehmen, das in guten Zeiten nur auf Kostendeckung arbeitet, wird 
sofort Verlust machen, wenn irgendetwas nicht so passiert, wie geplant. 
Wer sollte diese Verluste ausgleichen?

Es ist richtig, dass die Firmen nicht alles machen können, was sie 
wollen. Dass es Arbeitsschutz und Zwangsversicherungen gibt. Aber über 
die soziale Marktwirtschaft sollte man nicht hinausgehen. Da müsste man 
erst einmal erklären, was da der qualitative Unterschied zu einer 
staatlich gelenkten Wirtschaft ala DDR ist und ob das wirklich der 
bessere Weg war, allen zu nützen.

Autor: Vol(l)kaserne (Gast)
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>Bei Unternehmen ist das nicht anders. Dürreperioden übersteht dasjenige
>am ehesten, das sein Verhältnis von Aufwand und Gewinn optimiert. Ein
>Unternehmen, das in guten Zeiten nur auf Kostendeckung arbeitet, wird
>sofort Verlust machen, wenn irgendetwas nicht so passiert, wie geplant.
>Wer sollte diese Verluste ausgleichen?

Mal sehen, was passiert den zur Zeit, wenn ein Unternehmen schlechte 
Zeiten hat? Wird der Gewinnfond genutzt, um die Mitarbeiter zu behalten?
Nein, es werden erstmal spontan 6% der Mitarbeiter entlassen. Klar, 
logisch, die Lohnkosten sind ja auch ein dicker Batzen.
Schlechter kann es bei Kostendeckung als (Minimal!)-Ziel auch nicht 
laufen.

Zumal das ja nicht heißen soll, dass es keine Gewinne geben "darf". Aber 
diese sollten dann nicht rigoros abgeschöpft, sondern z.B. in einen 
Notzeitenfond gelegt werden, ganz genau wie es der Jäger und Sammler 
auch gemacht hätte, er legt die Nüsse, die er nicht essen kann, in eine 
dunkle Ecke und nascht im Winter davon.

Also die Idee ist hier nicht Planwirtschaft wie in der DDR, bitte nicht 
falsch verstehen!

Autor: Detlev T. (detlevt)
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Vol(l)kaserne wrote:
> Mal sehen, was passiert den zur Zeit, wenn ein Unternehmen schlechte
> Zeiten hat? Wird der Gewinnfond genutzt, um die Mitarbeiter zu behalten?
> Nein, es werden erstmal spontan 6% der Mitarbeiter entlassen.

Er wird dazu genutzt, 94% der Mitarbeiter zu behalten ;). Auch wenn das 
bei den aktuellen Zahlen der Arbeitslosigkeit nicht offensichtlich ist: 
Der Faktor Arbeitskraft ist genauso wie Rohstoffe und Kapital ein 
grundsätzlich begrenztes Gut. Es macht aus grundsätzlichen Erwägungen 
wenig Sinn, diese an einem Produktionsstandort zu halten, wo sie nicht 
gebraucht werden.

> Also die Idee ist hier nicht Planwirtschaft wie in der DDR, bitte nicht
> falsch verstehen!

Sehr konstant bist du in deinen Vorstellungen nicht. Einmal soll es nur 
Kostendeckung geben, ein anderes Mal sollen Gewinne gemacht, aber nicht 
ausgeschüttet werden.

Und erklär doch einmal den grundsätzlichen Unterschied der 
DDR-Planwirtschaft zu deinem Modell. Gibt es keine Gewinne oder werden 
Gewinne nicht ausgeschüttet, gibt es keine Zinsen auf das eingesetzte 
Kapital. Mögliche Kapitalgeber könnten ihre Investitionsentscheidungen 
also nicht nach maximaler Verzinsung ausrichten. Also müsste der Staat 
die Investitionen steuern, und damit auch indirekt, was wie in welchem 
Umfang produziert wird. Wenn die Preise durch Kostendeckung gegeben 
sind, schreibt er so (indirekt) auch die Preise vor.

Autor: Tyler Durdan (Gast)
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Kommunismus mit geplanten Produkten hoher Qualität geht nicht. Das 
Problem hoher Produktqualität ist zB ein gesättigter Markt und damit 
Firmenschließungen. Frag mal die Firma Singer danach. Angeblich sind die 
an der guten Qualität der Nähmaschinen fast abgenippelt.

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