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Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Welches Digitalmultimeter taugt was/mehr (vorliegend: Amprobe vs.Extech)


Autor: rocksteady (Gast)
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Hallo Alle Beisammen!

Ich hoffe mein Anliegen ist nicht zu off-topic, aber da Ihr stets so 
tolle Fachwissens-Tipps gebt, dachte ich mir, dass Ihr mir vielleicht 
auch bezüglich der folgenden Fragestellung helfen könnt:

Ich möchte mir ein neues DMM zulegen. Im Laufe der Recherchen bin ich in 
verschiedenen Foren über mehrere Kommentare gestossen, dass je nach 
Hersteller die Genauigkeitsangaben ein "dehnbarer" Begriff sein sollen.

Da ich keine Fehlinvestition tätigen möchte, wäre ich um weiterhelfende 
Tipps und Produktratschläge bezüglich der von mir favorisierten Produkte 
sehr dankbar.

(PS: Vielerorts wird vehement für die Marke Fluke votiert, 
wahrscheinlich aus Profisicht auch aus gutem Grund. Da diese Produkte 
aber meist leider weit über meinem Investitionsrahmen liegen, bringen 
mir gut gemeinte Ratschläge, dass ich ein Fluke-Gerät kaufen soll, eher 
wenig.)


Kriterien, wie Wasserdichtheit, Baustellentauglichkeit, Robustheit 
spielen für mich eigentlich keine Rolle. Schwerpunkt ist die Genauigkeit 
(eher für den elektronikbereich und nicht "elektrik") und zusätzlich die 
Funktionsvielfalt.


Nach meinen Abklärungen habe ich zwei Marken bzw. Geräte aufgrund des 
Preisleistungsverhältnis und meinem Budget ins Auge gefasst. Amprobe 
(Meterman) und Extech.

Grundsätzlich wäre ich sehr am Amprobe 38XR-A Digitalmultimeter 
interessiert:
Shortdoc: http://www.amprobe.eu/de_DE/downloadfile/26/beschreibung_1/
Manual (ausführliche Messwertfehler auf S. 12): 
http://www.amprobe.eu/de_DE/downloadfile/26/anleitung_1/

(alternativ käme ev. auch das günstigere 37XR-A in Frage)


Nun habe ich aber beim Recherchieren noch die Geräte von Extech gesehen, 
insbesondere EX530 (oder alternativ, das etwas weniger genaue EX520)
Shortdoc: 
http://www.extech.com/instruments/resources/datash...
Manual ex530 (ausführliche Messwertfehler auf S. 14) 
http://www.extech.com/instruments/resources/manual...
Manual ex520 (auführliche Messwertfehler auf S. 12) 
http://www.extech.com/instruments/resources/manual...

Auf dem Papier hätten die Extech Geräte zwar etwas weniger Funktionen, 
dafür aber eine höhere Genauigkeit (sogar für diese Preisklasse nach 
meinem Gefühl eher überdurchschnittlich).

........................................................................ 
........................................................................ 
.........................

Nun habe ich aber wie eingangs erwähnt gelesen (teils auch hier im 
Forum), dass gewisse Marken die angegebenen Genauigkeitstoleranzen 
anscheinend in der Praxis nicht wirklich erreichen. So soll anscheinend 
unter anderem Extech trotz vielversprechenden Genauigkeitstoleranzen 
nicht an Geräte wie Amprobe (Meterman) herankommen, wenn es um die 
tatsächliche Messgenauigkeit geht, auch wenn Datenblätter anderes 
suggerieren. Kann das jemand bestätigen, widerlegen oder weitere Infos 
dazugeben?

gibt es noch weitere wichtige Kriterien, welche ich in Bezug auf die 
vorliegende Produktauswahl beachten müsste?

........................................................................ 
........................................................................ 
........................


Ich habe diesbezüglich auch einige Berechnungen zu veranschaulichenden 
Vergleichszwecken angestellt, die ich bei Bedarf noch mit ins Forum 
stellen könnte (In Bezug auf die Digits fiel mir auch noch auf, dass die 
Messwertbereichsgrenzen, counts und displaystellen das 
Vergleichsresultat ebenfalls recht beeinflussen)

Bei beispielsweisen 1.5V und 12V DC erscheinen mir die Unterschiede 
vernachlässigbar.
Bei beispielsweisen 95mA DC sind da schon deutliche Unterschiede:+- 0.53 
(38xr-a), +- 1.3 (Ex520) und +- 0.98 (EX530) [Wobei hier die 
Bereichsgrenzen noch etwas ins Gewicht fielen]
Bei beispielsweisen 28.7kOhm ergeben sich ebenfalls deutliche 
Unterschiede: +- 0.20 (38xr-a), +- 0.13 (Ex520) und +- 0.090 (Ex530)


Für Eure geschätzte Hilfe und Ratschläge danke ich Euch schon im Voraus

MfG

rocksteady

Autor: Hannes Jaeger (pnuebergang)
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> gibt es noch weitere wichtige Kriterien, welche ich in Bezug auf die
> vorliegende Produktauswahl beachten müsste?

Ja, dass du überhaupt einen Händler findest, der dir das jeweilige Gerät 
verkauft. Deutsche Distributoren zieren sich ungemein "an Privat" zu 
verkaufen. Spätestens wenn du von außerhalb der EU importieren musst, 
können die Versandkosten und Steuer den Spaß verderben.

Autor: 8020A (Gast)
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Ich habe hier ein Fluke 8020A, Baujahr so um 1978.

Bei der Kalibrierung hat sich herausgestellt, dass in allen
Gleichspannungsmessbereichen alle 3 1/2 Digits signifikant sind.

Das nenne ich doch mal Stabilität und Genauigkeit ;-)

Ein gebrauchtes Fluke 8600 kann man übrigens schon für 20-30 Euro 
abstauben.

Autor: Einspruch (Gast)
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Die TrueRMS-Bandbreite der beiden Aspiranten ist nicht gerade üppig...

Autor: rocksteady (Gast)
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Vielen Dank für die bisherigen Antworten und Tipps.

Wie ich im ersten Post bereits erwähnte, ging es mir weniger um eine 
Diskussion "Fluke und der Rest der Welt". Es bestreitet auch niemand, 
dass dieser Hersteller wohl mutmasslich die besten Produkte herstellt. 
Ich hätte auch gern ein Aston Martin, aber...

[Ausserdem scheint mir der Vergleich etwas zu hinken, ein 
Einstiegsfluke, wie das 113 hat auch grössere Ungenauigkeiten (mehr %, 
aber weniger digitsfehler) und kostet, trotzdem ca. CHF 200.-, die mit 
den von mir nachgefragten Modelle im Funktionsumfang vergleichbaren 
FLuke DMM 177 und 179...kosten aber ca. CHF 400.-, was ja erheblich 
höher angesiedelt ist. Auch bei Occassionsgeräten, gibts ja das Risiko 
der ungewissen Vorgeschichte und die Zusatzkosten der Nachkallibrierung, 
weshalb ich davon eher absehen wollte.]

Ehrlich gesagt, bin ich als Hobbybastler ja selbst etwas erschreckt, 
dass es für CHF 250.- - was für mich schon eine ordentliche Stange Geld 
ist - nicht möglich sein soll, ein akzeptabel genaues Multimeter zu 
erwerben. (Ich lass mich ja auch gerne auf noch nicht berücksichtigte 
Produkte hinweisen, und eines besseren belehren).

Für weitere Empfehlungen oder Erfahrungen betreffend meines 
Originalposts, wäre ich daher sehr dankbar. Hat den niemand Erfahrung 
mit den nachgefragten Modellen oder einer breiten Palette von DMM's?

Mfg

Rocksteady

Autor: Chris W. (squid1356)
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Ich habe zwar selber zwei schöne Fluke Geräte, ein sehr altes, sehr 
"benutztes" aber immer noch sehr genaues 8062A sowie ein neues 117. Ok, 
gerade das alte spricht ja für die Marke, aber dies nur mal am Rande.

Es gibt natürlich auch viele andere wunderbare Geräte. Du hast leider 
nichts zu deinen "Messaufgaben" geschrieben. Was möchtest du denn 
hauptsächlich an deine Strippen legen?? Sicher kann man dich dann besser 
beraten, also zähl doch mal auf...

Ich bin sicher beide von dir vorgestellten geräte sind für dich in 
Ordnung.

Extech kommt aus Spanien, die sind hauptsächlich im Bereich der 
nichtelektrischen Größen zu Hause, stellen aber sicher auch gute 
Multimeter vor. Deren "Hauptargument" für die 500er Serie ist allerdings 
die Robustheit. Das gebe ich zu bedenken.

Amprobe (Beha/ Amprobe) ist ein Deutscher Hersteller und zählt eher zum 
günstigen Segment. Besser allerdings als zB Benning würde ich behaupten.

Zum Schluß:
Solltest du dennoch das Glück haben für gut unter 100€ an ein altes 
Fluke zu kommen, und es ist dir egal ob das Ding automatische 
Bereichswahl hat oder nicht so modern aussehen, dann hast du mit dem 
Fluke sicherlich nen "zuverlässigen Partner" der mit einer 
Neukalibrierung sogar noch viele Jahre sehr genau mißt. Muss man sich 
halt überlegen.
Aber wie gesagt, ich will dich nicht genau wie viele andere unbedingt zu 
Fluke überreden, manchmal hat man ja hier das Gefühl Fluke hat seine 
Agenten im Forum ;-)

Autor: Import (Gast)
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Autor: rocksteady (Gast)
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Hallo Christoph

Besten Dank für Deinen Beitrag und Deine Gedanken zu meiner 
Problemstellung.

Zuerst mal, würde ich das Gerät beruflich benötigen, würde wohl auch bei 
mir kein Weg an Fluke vorbeiführen :-) , so viele Leute können sich ja 
schlecht täuschen..

Damit ist aber auch schon Punkt zwei angesprochen: Ich würde mich eher 
als Hobbybastler und Elektronikenthusiast bezeichnen. Ursprünglich habe 
ich ja mal vorgehabt ein Gerät für ca. CHF 70.- zu kaufen. Nach einigen 
Datenblätter kam ich dann aber zum Schluss, dass dies noch nicht viel 
mit "Messen" nach meiner Interpretation zu tun hat. Ich hoffe aber sehr, 
dass dieses Ziel, nämlich einigermassen zweckmässige Präzision für CHF 
250.- möglich sein wird.

Meine "Messaufgaben" zu beschreiben fällt mir gar nicht so einfach. Ich 
gehe nämlich davon aus, dass sich das Elektronikwissen in Zukunft 
verbessert und somit auch der Aufgabenbereich sich erweitern könnte. Für 
die Gegenwart würde ich vorsichtig mal definieren, den Bereich von 
Elektronik/Unterhaltungselektronik, Probeschaltungen, ev. KFZ.. Somit 
meiner Meinung nach am ehesten DC V und DC A, sowie Frequenzen und 
allenfalls Temperatur - dies aber so genau wie möglich.
Da ich aber Geräte auch mit einer gewissen Zukunftstauglichkeit 
anschaffen möchte und auch gewisse noch unerwartete Aufgabenbereiche von 
dem Gerät abgedeckt werden sollten. (Deshalb bin ich auf das Amprobe 
xr-a38 gestossen, da da ja auch AC+DC TrueRMS integriert wäre / als auch 
eine allenfalls nützliche Schnittstelle - Obwohl mich die Teils hohen 
Digitstoleranzgrenzen bei der Gesamten Linie schon etwas stören).

Auf die genannten zwei Marken bin ich übrigens anhand der gängig 
angebotenen Geräte gestossen unter Berücksichtigung der Preise sowie der 
angegebenen Genauigkeitsgrenzwerte. Die Beiträge in diesem Forum waren 
dabei auch sehr hilfreich, einerseits gibt es gewisse Stimmen die Extech 
und andere Geräte des "blauen C" als einiges ungenauer als in den 
datenblätter angegeben befinden. Im Gegensatz soll Amprobe/Meterman 
Fluketechnik enthalten, was ja dann wieder besser sein müsste. Nähme man 
aber nur die Datenblätter, welche ich gepostet habe, müssten die Extech 
eher genauer sein. Die ganze Sache ist daher ein wenig verwirrend.

(Dein Argument bezüglich der extech 500 Linie habe ich auch bemerkt, die 
400er Linie ist aber einfach einiges ungenauer und sonst hat es in 
meinem Preisrahmen nichts genaueres als die genannten Produkte - oder 
ich habe es nicht gesehen...)


Ich bin daher gespannt auf Deine Analyse aufgrund meiner erweiterten 
Angaben.

Mfg Mirco

Autor: rocksteady (Gast)
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PS: Messbereiche: und natürlich Widerstände :-) Habe etwas gejuffelt

Autor: Chris W. (squid1356)
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rocksteady wrote:
> Elektronik/Unterhaltungselektronik, Probeschaltungen, ev. KFZ..
okay, ich wills mal etwas vorsichtig formulieren: man kann einfach 
schlecht
sagen was das perfekte gerät ist, ich trage mal ein paar Tips 
zusammen...

Wenn du eher in der Analogtechnik zuhause bist, ist der 
Niedervoltbereich und besonders der Bereich mit Strömen im µA Bereich 
interessant. Denn man will ja häufiger mal nen Basisstrom am Transistor 
oder Offsetstrom am OP prüfen. Hier werden "genaue" Multimeter schnell 
teuer.

Für Digitaltechnik würde ich das mit den Strömen eher nicht als K.O. 
Kriterium ansehen. Hier sind Frequenzen interessanter (Stichwort: Takt).

Im Auto widerum sind die hohen Ströme interessanter.

Widerstände misst so gut wie jedes Multimeter ordentlich. Du wirst wohl 
eher selten in den Genuß kommen Widerstände weniger 1% Toleranz zu 
benötigen, da kommt fast jedes Multi mit.

Für Kapazitäten gilt gleiches, hier ist meist eher ne ungefäre 
Einschätzung
nötig.

Du siehst es kommt halt immer drauf an was man so macht.

Übrigens weder Extech noch Amprobe haben etwas mit C. zu tun. Lass dir 
da nix einreden. C. ist lediglich der einzige Deutsche Distributor für 
Extech. Amprobe kriegt man fasst überall. Und da wären wir schon beim 
Punkt: tendenziell würde ich dir eher Amprobe empfehlen. Das hat ja auch 
noch einige nützliche Zusatzfunktionen wie RS232, DutyCycle (gut für 
PWM) usw..
Aber bitte stütze dich nicht ausschließlich auf meine Meinung, ich habe 
beide Geräte noch nicht in der Hand gehabt.

Autor: rocksteady (Gast)
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Besten Dank für Dein Feedback Christoph.

Im Moment würde ich tatsächlich eher sagen, dass das Hauptaugenmerk auf 
die Analogtechnik bzw. Versuchsaufbauten, Kleingeräte, LED und einem 
Schwerpunkt auf den genauen Niedervolt sowie uA und mA Strombereich 
liegt.

Aber auch Deine weiteren Hinweise sind nützlich, danke!

Ich bin daher gespannt, was andere Forenteilnehmer - hoffentlich - noch 
an Inputs beitragen werden.

Mfg Mirco

Autor: Nick (Gast)
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Vom Preis-Leistungs-Verhältnis finde ich das MS8218 von MASTECH 
interessant!

Autor: Chris W. (squid1356)
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Nick wrote:
> Vom Preis-Leistungs-Verhältnis finde ich das MS8218 von MASTECH
> interessant!

MASTECH = China

Autor: rudo (Gast)
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vor kurzem habe ich auch etwas preiswertes und brauchbares gesucht:
habe voltcraft VC940 genommen, (die kalibrierte Ausfuehrung natuerlich), 
reicht doch, wenn die Kalibriernormale von Fluke kommen ;)

Autor: Chris W. (squid1356)
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rudo wrote:
> reicht doch, wenn die Kalibriernormale von Fluke kommen ;)
... das heißt aber nicht daß die VC dann genauso "genau" sind!

Autor: rudo (Gast)
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besser sind Fakten: geliefert wurde es mit Protokoll z.B.:
0 - 9 - 26 - 7 - 11 - 7 - 14 (% von Toleranz) fuer die DC-Bereiche in 
aufsteigender Folge (die erste Null fuer den Nullpunkt).
mal sehen, wie es nach dem naechsten Kalibrieren aussieht.
soll keine Werbung fuer C* sein, ich steh z.B. auf meinem Keithley K2000 
...

Autor: Chris W. (squid1356)
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ich hatte noch nie ein voltcraft. du kannst ja mal berichten wie die 
teile so sind.

Autor: rudo (Gast)
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Voltcraft: wir benutzen tatsaechlich etliche voltcrafts fuer einfache 
Messungen im Prueffeld, ein M 3860 wird z.B. auch regelmaessig 
kalibriert. Ein Wechselstrombereich von letzterem ist ausserhalb der 
Toleranz, (wird aber nie gebraucht). Die Entscheidung fiel vor ca. 
10Jahren, Fluke wollte damals ca. 200,-DM und C* nur 50,- fuers 
kalibrieren, zur Zeit sinds beim C* ca. 38,-€. Defekte oder Ausfaelle 
gabs bisher noch nicht, ab und an mal ne Sicherung ;)

Autor: Chris W. (squid1356)
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hört sich nicht schlecht an. ich bin sowieso der meinung viele haben 
hier einfach nur vorurteile gegenüber den vc.. so schlecht wie sie hier 
oft geredet werden sind sie sicher nicht.

Autor: rocksteady (Gast)
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@ rudo:
Du würdest diesfalls die Voltcraftgeräte uneingeschränkt empfehlen? 
Haben Eure Erfahrungen gezeigt, dass die angegebenen Spezifikationen bei 
VC9** eingehalten werden?

@ all:
Anbei habe ich zu Vergleichszwecken ein paar Berechnungen betreffend der 
Genauigkeiten gemacht. Kann mir dazu jemand sagen, ob ich das System 
richtig verstanden habe? gewählte Bereiche passend nach Prüfwert. Alle 
Werte +/-:

            38XR-a          VC920                        AM140 
_
            9999digits      40000counts      4000mode    50000counts

DC 1.5 V    0.009 (0.25%+5) 0.0022(0.08%+10) 0.008       0.0007(0.03%+2)
DC 12V      00.08 (0.25%+5) 00.020(0.08%+10) 00.08       00.006(0.03%+2)

DC 95mA     00.53 (0.5%+5)  001.15(1%+20)    002.0       000.30(0.1%+20)
DC 300mA    002.0 (0.5%+5)  003.20(1%+20)    004.0       000.50(0.1%+20)

   7.8kOhm  0.047 (0.5%+8)  -              00.14(0.5+10) 00.014(0.1%+6)
  28.7kOhm  00.23 (0.5%+8)  -              00.25(0.5+10) 00.035(0.1%+6)

AC 230V     003.8 (1.2%+10) 001.55 (0.5%+40) not specif
                                                         002.44(0.8%+60)
AC+DC 230V  004.5 (1.5%+10) 004.15 (1.5%+70) not specif

AC 500mA    0.033 (2.5%+20) 00.033 (2%+20)   0.010
                                                         005.40(1%+40)
AC+DC 500mA 0.035 (3%+20)   00.065 (3%+50)   0.055


(mittlerweilen kam noch ein weiteres Gerät in die nähere Auswahl: 
Amprobe AM140. Die Spezifikationen, insbesondere im DC Bereich klingen 
vielversprechend. 
http://www.amprobe.eu/de_DE/downloadfile/16/anleitung_1/ Was mich etwas 
stört, ist, dass gewisse Bereiche als unspezifiziert ausgewiessen werden 
und dass der AC und AC+DC Bereich nicht separat ausgewiesen werden. 
Wobei der nur AC Bereich wohl ähnlich wie bei anderen Geräten eher 
besser sein müsste, oder? Hat oder kennt jemand das Gerät?)

Nebst dem richtigen Verständnis der Messfehlertoleranzen würde mich 
natürlich auch nach wie vor interessieren, was ihr zu den mittlerweilen 
3 Produkten meint bzw. welches ihr favorisieren oder empfehlen würdet?

Besten Dank schon im Voraus für alle Tips und Infos.

Gruss Rocksteady

Autor: Norgan (Gast)
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> Du würdest diesfalls die Voltcraftgeräte uneingeschränkt empfehlen?

Ich bin zwar nicht Rudo, aber nein, dass kann man nicht. Der Grund ist 
einfach: Voltcraft stellt nicht selber her, sondern kauft bei anderen 
Herstellern ein und lässt die eigene Marke draufdrucken. Dabei wechseln 
auch die Hersteller.

Hat der Voltcraft-Einkäufer ein gutes Händchen, dann versteckt sich 
hinter der Voltcraft-Marke ein gutes Gerät. Hat er oder sie ein 
schlechtes Händchen ...

Im Gegensatz zu echten Marken sind Aufkleber wie Voltcraft daher 
schlecht einzuschätzen. Ein Nachfolgemodell kann von einem völlig 
anderen Hersteller mit einer völlige anderen Qualität kommen. Bei einer 
echten Marke kann man mit wesentlich besserer Wahrscheinlichkeit 
abschätzen wie die Qualität eines Modells ist (auch da gibt es mal 
Ausreißer).

Autor: Telefonfritze (Gast)
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Und wo braucht man Genauigkeiten unter 1% in der Analogtechnik.
Oder sogar im KFZ-Bereich?
Nenn doch mal Beispiele, das kann ich mir beim besten Willen nicht 
vorstellen.

Telefonfritze

Autor: SG (Gast)
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Hallo,

ich glaube mittlerweile nicht mehr an "gute" oder "schlechte" 
Markennamen. Mittlerweile kann es sich doch keiner mehr leisten bei den 
garantierten Angaben (Toleranzen) nur anzugeben (zu lügen).

Wer eine sachliche Entscheidung für den Kauf treffen will muß diese auch 
sachlich begründen können. Und das geht nur anhand der (vom Hersteller 
garantierten) Genauigkeit. Schließlich sollte auch jeder (Käufer) den 
Unterschied von Auflösung und Genauigkeit kennen. Leider geben die 
Kataloge/Datenblätter oft gar nicht den zugehörigen Bezugswert der 
Toleranz an. Oft fehlen auch die Frequenzbereiche in denen die Werte 
gelten.

Zum Beispiel lieferte eine Messung mit TrueRMS-Multimetern am Ein- und 
Ausgang eines Schaltnetzteils (ohne sinusförmige Stromaufnahme und 
DC-Ausgang) Werte, die bei der Berechnung einen Wirkungsgrad über 100% 
liefern. Mir war auch vor der Messung klar, daß die Werte nicht genau 
werden, aber einen so heftigen Gesamtfehler der Messung hatte ich nicht 
erwartet.

Bei analogen Meßgeräten ist die Klassentoleranz (z. B. 2) anzugeben und 
dann gilt dieser Wert über den gesamten Meßbereich. Bei Multimetern z. 
B. im Spannungsmeßbereich und sehr wahrscheinlich auch in den anderen 
Meßbereichen ist aber der Toleranzwert auf den aktuellen Meßwert zu 
beziehen! Es wäre schön, wenn die Hersteller das auch in die Anleitungen 
schreiben würden. Und das muß man den Katalog-Geschäften vorhalten!

Bei einem Multimeter weist das neuere Datenblatt genauere Werte für das 
gleiche Multimeter auf! Die Typbezeichnug wird aber unverändert 
beibehalten: VC...

> Und wo braucht man Genauigkeiten unter 1% in der Analogtechnik.

Ich benötige z. B. für einen Differenzverstärker eine Genauigkeit von 
±1%. Wer die Schaltung dazu kennt weiß, daß hier Widerstände mit einer 
Toleranz von ±0,1% nötig sind. Um diese z. B. für Versuchsaufbauten 
auszumessen oder zu kontrollieren muß ein Multimeter mit besseren Werten 
her.

Wirtschaftlich macht es aber kaum Sinn ein teures Multimeter zu kaufen 
um 2,-- EUR für die "teuren" Präzisionswiderstände einzusparen. 
Allerdings hat mir ein bekannter Versender schon einmal andere 
SMD-Widerstände eingetütet als aufgedruckt. Und das ist eben bei den 
kleinen SMD-Bauformen nicht mehr anders zu kontrollieren als mit einer 
hinreichend genauen Messung.

Als ich mir folglich die gängigen Meß-Vertreter angesehen habe war ich 
doch etwas überrascht. Diese Geräte kann ich bestenfalls als Schätzeisen 
bezeichnen. Ich kenne kein Multimeter unter 100,-- EUR, welches eine 
aktzeptable Meßgenauigkeit im Widerstandsmeßbereich aufweist. Vielleicht 
hat ja jemand einen Tipp?

MfG
SG

Autor: Induktor (Gast)
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> Und wo braucht man Genauigkeiten unter 1% in der Analogtechnik.
> ...das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.

In der Tat, dazu reicht offensichtlich dein Vorstellungsvermögen nicht 
aus.

Autor: Raimund Rabe (corvuscorax)
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Bevor wieder einige anfangen sich gegenseitig 'Antikomplimente' an den 
Kopf zu schmeissen, wollte ich meinen 'Senf' auch noch dazu geben.

Vorab wollte ich noch erwähnen, das ich bei uns in der Firma für 
Kalibrierungen zuständig bin, d.h unsere Produkte abgleiche/einstelle 
und anschließend kalibriere. Dafür verwenden wir hier eben hochgenaue 
'Schätzeisen', deren Messwerte rückführbar bis zu den Normalen sind, die 
bei der PTB in Braunschweig stehen.

Um es einmal ganz krass zu sagen - es gibt nichts was wirklich genau(!) 
ist.
Selbst die Normalen müssen unter genau definierten 'Umgebungen' gehalten 
werden, damit sie sooo genau sind - das aber nur so nebenbei.

Genau dieser Punkt ist aber ein wichtiges Kriterium für viele 
Handmultimeter oder kleineren Tischgeräte der Low-Budget-Reihe. 
Laborgeräte werden halt überwiegend in Laboren mit z.B. mehr oder 
weniger exakt eingehaltener Raumtemperatur und -feuchte eingesetzt. 
Hand- oder Tischmultimeter nimmt man ja auch schon mal mit ans Auto, das 
in der kalten Garage steht. Muß ich jetzt noch erwähnen welches Gerät 
genauer mißt?

Der Hype um "ich habe aber das genauere Schätzeisen" finde ich stark 
übertrieben. Für den Hobbyelektroniker reicht fast immer ein 
3-1/2-stelliges Schätzeisen völlig aus - nicht zuletzt aufgrund meiner 
jahrzehntelangen Praxiserfahrung. Wer anfängt, wie bereits bei einem 
früheren Post erwähnt, Differenzverstärker aufzubauen, wo er meint 
Widerstände auf 0,1% genau ausmessen zu müssen, der kommt dann eh nicht 
umhin sich ein genaueres Multimeter in der gehobenen Preisklasse 
anzuschaffen, denn da reichen tatsächlich die 3-1/2- bis 4-1/2-stelligen 
nicht mehr aus. Nennt er dann ein Keithley 2000 sein Eigen, ist es 
Pflicht dies regelmaßig zur Kalibrierung zu geben. Bauteile haben halt 
die (negative) Eigenschaft zu altern und ihren Wert zu ändern (z.B. die 
Teiler-Widerstände).

Damit kommen wir zu einem weiteren Punkt, der die die Low-Budget- von 
den High-End-Geräten unterscheidet: Die mehr oder weniger begrenzten 
Möglichkeiten die (immer) vorhanden Messfehler zu korrigieren. Bei 
Geräten von sagen wir mal unter 20,-Euro gibt's häufig gar keine 
Möglichkeit etwas einzustellen. Bei Geräten von unter 200,-Euro gibt's 
i.d.R. immer mindestens die Möglichkeit Gain und Offset einzustellen, 
während man bei High-End-Geräten sogar noch Linearitätsfehler mittels 
Software rausrechnet, da entsprechend ermittelte Korrekturwerte in 
irgendeiner Art von Speicher hinterlegt sind. Solche Maßnahmen/Methoden 
schlagen sich logischerweise dann auch unmittelbar im Preis nieder.

Also, 'rocksteady', Du hast eigentlich keine Chance die reale 
Genauigkeit Deines Multimeters zu kennen, solange Du keinen 
Kalibrierschein dazu hast. Meine Empfehlung wäre folgende: Kauf Dir 
eines der von Dir favorisierten Multimeter, und schau, ob Du irgendwo 
eine Vergleichmessung mit einem (hoch-)genauen und kalibrierten 
Schätzeisen durchführen kannst. Sollte das Gerät dann nicht den 
Spezifikationen entsprechen, ist das ein guter Grund das Multimeter 
(gegen Erstattung des Kaufpreises) an den Händler zurück zu geben.

Autor: rudo (Gast)
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>@ rudo:
> Du würdest diesfalls die Voltcraftgeräte uneingeschränkt empfehlen?
> Haben Eure Erfahrungen gezeigt, dass die angegebenen Spezifikationen bei
> VC9** eingehalten werden?

"Uneingeschränkt empfehlen" - kannste fast nix mehr.
Einige VCsxx haben halt den Vorteil, dass du fuer +50,- Flocken einen 
Kalibrierschein dazu bekommst - mehr nicht.

btw, auch die Markenhersteller schnitzen sich die Bauteile nicht selber, 
da kann beim Lieferantenwechsel etwas aehnliches passieren wie den 
C*-Typen beim OEM-Geschaeft.

Beispiel: Mehr als 10 Jahre lang habe ich oft auf mein Fluke 8000A mit 
der Faust draufhauen muessen, damit es dann wieder richtig anzeigt. Den 
Fehler hatte das Ding von Anfang an. Erst spaeter habe ich den Fehler 
selbst finden koennen: der Sockel fuer den A/D-Wandler war miese (keine 
gedrehten Kontakte). Jetzt ist seit Jahren Ruhe, keine Schlaege mehr 
noetig.
Das 8000A hat den Vorteil: es ist zwar nur 3,5-stellig, aber die letzte 
Stelle stimmt - auch im Ohmbereich - und ohne kalibrieren zu muessen ;).

Autor: wolfgang gaerber (Gast)
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Hallo !

Habe heut mal verglichen :

EXTECH EX520 EX530 und FLUKE 179

Generell:

LCD Lesbarkeit von EXTECH ist deutlich schlechter..
Autorange vom EX520 ist langsam
Fluke179 zeigt deutlich stabilere Werte, aber weniger genau aufgelöst.
Bei der Extech Frequenzmessung (MHz möglich) gibts ganz schöne 
Abweichungen.
(kann das Fluke gar nicht)
Beide EXTechs waren so kalibriert dass sie etwas weniger anzeigen...

Im Labor würde ich das Fluke den ExTechs vorziehen... - für 
Frequenzmessung und uA Stromverbrauch gibts i.a. auch andere 
Messmethoden.

Für den Rauhen Einsatz sind die EX aber Spitze und leistbar.

Das Fluke hat so eine stabile Anzeige dass man fast glaubt - es 
"erkennt" die Kalibrierquelle und nullt die letzte Ziffer...

Autor: Michael W. (Gast)
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Äähh... Dein Beitrag ist als Hinweis ja nicht schlecht - aber diese 
Diskussion brach vor (nahezu) 6 (in Worten: sechs) Jahren ab - haste 
aber gesehen, oder...???

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