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Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Wie funktionieren die LCD-Games von Anfang der 80iger?


Autor: Bernd T. (bastelmensch)
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Hallo Leute,

als erstes mal "ja", ich habe Herrn Google zu meiner frage befragt.

Leider habe ich keine Antwort gefunden.

Die Frage ist, wie funktionieren die LCD-Games von Anfang der 80iger 
Jahre?

µComs und CPUs waren damals ja noch Irre teuer.
Heute ist da sicher ein kleiner µCom eingebaut, kostet ja auch (fast) 
nichts mehr.

Aber wie war das damals? Mit einer CPU diese Teile zu realisieren ist ja 
wie mit Spatzen auf Kanonen schießen.

Weis da jemand was? Irgendwelche Ideen?

Mein erster Kontakt mit Videospielen war 1982 mit einem Tri-Screen von 
VTech. Ich habe es geliebt und heute ist mir mal wieder eines in die 
Hände gefallen. :-)

Gruß Bernd

Autor: Teplotaxl X. (t3plot4x1)
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Wahrscheinlich mitm ASIC

Autor: Christoph Z. (rayelec)
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Das waren IMHO maskenprogrammierte 4-Bit CMOS-Mikrocontroller.

Autor: Jean Player (fubu1000)
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Bernd wrote : Aber wie war das damals? Mit einer CPU diese Teile zu 
realisieren ist ja wie mit Spatzen auf Kanonen schießen.

Mensch die armen Kanonen ^^.

Gruß

Autor: Johnny (Gast)
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> Mit einer CPU diese Teile zu realisieren ist ja wie mit Spatzen auf Kanonen 
schießen.

Wieso? Ist sicher besser einen uC zu nehmen als das Ganze diskret 
aufzubauen!

Wenn Du solche Computerspiele aufschraubst, wirst Du sehen, dass sie 
sehr günstig gemacht sind. Also meist ist der Chip (nur Silizium) direkt 
auf die Leiterplatte gebondet und dann mit so einem Sprutz schwarzer 
Masse fixiert.

Autor: Benedikt K. (benedikt) (Moderator)
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Ob in der 80er das Bonden direkt auf eine Platine (inkl der 
Ausbeuteprobleme und dem Aufwand) wirklich schon billiger war als ein 
SMD IC?
Ich kenne aus der Zeit eigentlich nur DIL und QFPs.
Je nach Stückzahlen dürfte es ein ASIC oder ein Maskenprogrammierter 
Controller sein.

Autor: Jean Player (fubu1000)
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@johnny : der Spruch geht andersrum, deswegen meinte ich zynisch die 
armen Kanonnen^^.

Gruß

Autor: Bernd T. (bastelmensch)
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Benedikt K. wrote:
> Ob in der 80er das Bonden direkt auf eine Platine (inkl der
> Ausbeuteprobleme und dem Aufwand) wirklich schon billiger war als ein
> SMD IC?
> Ich kenne aus der Zeit eigentlich nur DIL und QFPs.
> Je nach Stückzahlen dürfte es ein ASIC oder ein Maskenprogrammierter
> Controller sein.

Also in meinen (7 Stk.) VTech Tri Screen sind die berüchtigten schwarzen 
Kleckse.

Interessant ist ja, was unter den Klecksen ist. Da ich keinen Zugang 
mehr zu einem Röntgenaparillo habe, kann ich shclecht nachschauen. ;-)

Aber danke mal an alle für die Antworten.

Die 4 Bit-Controller hatte ich ganz vergessen. Das wäre natürlich eine 
möglichkeit die schon damals nicht so extrem teuer war.

Als ich mein erstes LCD-Game bekam, hat es 50.-DM gekostet. 3 kleine 
LCDs, Biepston und ein paar Knöpfe.

Gruß Bernd

Autor: Benedikt K. (benedikt) (Moderator)
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Bernd T. wrote:

> Also in meinen (7 Stk.) VTech Tri Screen sind die berüchtigten schwarzen
> Kleckse.

Interessant. Aus welchem Jahr stammen die Teile die du hast?
AFAIK ist irgendwann (ich glaube so gegen Ende der 80er) eine (der 
wenigen) Produktionsstätte von der IC Vergussmasse abgebrannt, daher 
gabs dann einen massiven Schub bei den direkt auf die Platine gebondeten 
ICs.

Autor: yalu (Gast)
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@Benedikt K.:

Die meisten Armbandquarzuhren, die Ende der 70er populär wurden, wurden
m.W. damals ebenfalls schon in "Kleckstechnik" gefertigt.

Autor: Bernd T. (bastelmensch)
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DIe Teile sind aus dem Jahr 1982-84.

Autor: Johnny (Gast)
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Auch schon die meisten (sehr günstigen) Taschenrechner aus dieser Zeit 
waren bereits mit direkt bonden und dem schwarzen Sprutz gefertigt, kann 
mich noch gut daran erinnern, da ich schon damals als Kind alles 
auseinander genommen hatte.
Heutzutage geht sogar direktes bonden auf Flexprints, hab ich kürzlich 
in einem (auch schon ein paar Jahre altem) CD-Brenner entdeckt.

Autor: Klaus2 (Gast)
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...Matel (?) Baseballspiel von 1975: DIL, 4bit MCU, evtl 
maskenprogrammiert. Sonst fast nix ausser direkt gebondeten LEDs für die 
Bases und den Ball.

Find ich auch alles SEHR interessant, diese alten Gerätchen - ebenso die 
alten Taschenrechner für 2.50 vom Trödelmarkt...

Klaus.

Autor: Christian K. (Gast)
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Benedikt K. schreibt:
> AFAIK ist irgendwann (ich glaube so gegen Ende der 80er) eine (der
> wenigen) Produktionsstätte von der IC Vergussmasse abgebrannt, daher
> gabs dann einen massiven Schub bei den direkt auf die Platine gebondeten
> ICs.

Ich weiß nur von der Explosion in einer Epoxidharz-Fabrik in Japan
am 4. Juli 1993. Sumitomo hatte bis dahin einen Marktanteil von 60%
für die Vergußmasse von IC-Gehäusen. Als Folge dessen verteuerten sich
insbesondere die Preise von Speicher-ICs:

http://findarticles.com/p/articles/mi_m0EKF/is_/ai_14145152
http://findarticles.com/p/articles/mi_m0EKF/is_/ai_14072811

Christian.

Autor: Benedikt K. (benedikt) (Moderator)
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Christian K. wrote:

> Ich weiß nur von der Explosion in einer Epoxidharz-Fabrik in Japan
> am 4. Juli 1993. Sumitomo hatte bis dahin einen Marktanteil von 60%
> für die Vergußmasse von IC-Gehäusen.

Ah genau. Das meinte ich. Danach haben etliche Firmen auf direkt 
gebondete ICs umgestellt, da hierfür weniger Vergussmasse gebraucht 
wird.

Ich hätte aber nicht gedacht, dass direkt gebondete ICs schon so früh 
eingesetzt wurden. Ich kannte aus dieser Zeit vor allem nur QFP ICs wenn 
der Platz dafür reichte.

Autor: Johnny (Gast)
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Hiu das waren noch Zeiten, hab gerade eine coole Website zu dem Thema 
gefunden:
http://www.gameandwatch.ch/

Autor: Guido Körber (Gast)
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Also der originale Gameboy hatte eine Z80 CPU. Die 6502 wurde auch gerne 
für Spiele verwendet, aber eher für Konsolen und Arcade.

Bei den Minispielen, die es heute z.B. im Kaugummiautomaten und bei den 
bekannten amerikanischen Pappbrötchenketten gibt, war praktisch 
Digitaluhrtechnik drin. 4 Bit Prozessoren werden auch heute noch für 
Billigstanwendungen eingesetzt, meist auch mit MaskenROM. Auch bei den 
heutigen Strukturbreiten rechnet sich das noch, da die Treiber für die 
LCDs relativ viel Platz einnehmen und der kleine Prozessorkern mit wenig 
Speicher dann den Chip nicht nennenswert vergrößert.

Autor: Gast (Gast)
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>>Heutzutage geht sogar direktes bonden auf Flexprints
Naja bei meinem uralt Gameboy war das auch schon so :)
Sonnst hätten die ja mit Flexkabel 120 (oder so) Zeilen und Reihen auf 
der Platiene zum Display verdrahten müssen. Die Steckverbinder währen 
ganz schon groß geworden

Autor: Bernd T. (bastelmensch)
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Also das mit der Digitaluhrtechnik macht Sinn.

Ein Uhrenquarz ist in den Geräten von mir verbaut.

Und eine Uhr mit Alarm haben die auch.

Wer wissen will wie die Teile von mir aussehen:

http://www.handheldmuseum.com/index.html

-> VTECH -> nach Tri Screen suchen

Gruß Bernd

PS: Ich sammle Geräte aus der Tir Screen Reihe. Wer eines verkaufen 
will, kann es mir anbieten. ;-)

Autor: Christian S. (manatarms)
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Epson und Samsung hatten und haben viele 4-Bitter mit LCD-Controller. 
Bauen hier immernoch ab und zu was mit den Dingern.

 Man könnt ja mal so ein Spiel ein bissel aufbohren wenn man gerade 
nicth weiss, was man tun soll. Kelcks abkratzen und dann en pic oder 
msp430 mit lcd controller reinfädeln. USB Anschluss nicht vergessen sum 
upload der HighScores ;)

Autor: Jörg Rehrmann (Firma: Rehrmann Elektronik) (j_r)
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Bernd T. wrote:

> Die Frage ist, wie funktionieren die LCD-Games von Anfang der 80iger
> Jahre?
>
> µComs und CPUs waren damals ja noch Irre teuer.

Soo teuer waren sie nun auch nicht. Bereits um 1980 gab es die für 
damalige Verhältnisse recht preiswerte Atari 2600 Spielkonsole, die mit 
einer 6504-CPU (28-Pin-Version des 6502) arbeitete zusammen mit einigen 
Peripherie-Chips und maskenprogrammierten ROMs in den Game-Modulen. 
Davor gab es die primitiven TV-Pingpong-Spiele, die in dem legendären 
AY-3-8500 integriert waren.

Jörg

Autor: Bernd T. (bastelmensch)
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Jörg R. wrote:
> Soo teuer waren sie nun auch nicht. Bereits um 1980 gab es die für
> damalige Verhältnisse recht preiswerte Atari 2600 Spielkonsole, die mit
> einer 6504-CPU (28-Pin-Version des 6502) arbeitete zusammen mit einigen
> Peripherie-Chips und maskenprogrammierten ROMs in den Game-Modulen.
> Davor gab es die primitiven TV-Pingpong-Spiele, die in dem legendären
> AY-3-8500 integriert waren.

Keine Ahnung was das 2600 1980 gekostet hat.

Als ich mein erstes VTECH Tri Screen bekommen habe, hat das 2600 mit 
einem Joystick und OHNE Spiel locker 549.-DM gekostet.

Das war immerhin 11x der Preis vom LCD Game.

2 Jahre später habe ich das 2600jr für 179.- DM mit einem Joystick (ohne 
Spiel) gekauft.

Autor: Bernd T. (bastelmensch)
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Christian S. wrote:
> Epson und Samsung hatten und haben viele 4-Bitter mit LCD-Controller.
> Bauen hier immernoch ab und zu was mit den Dingern.
>
>  Man könnt ja mal so ein Spiel ein bissel aufbohren wenn man gerade
> nicth weiss, was man tun soll. Kelcks abkratzen und dann en pic oder
> msp430 mit lcd controller reinfädeln. USB Anschluss nicht vergessen sum
> upload der HighScores ;)

Wenn ich mal echt nicht mehr weis was ich tun soll und alle meine 
Projekte umgesetzt habe, der Baum gepfanzt, das Haus gebaut und der Sohn 
gezeugt ist, dann denke ich mal drüber nach... :-)

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