Das ist dann die Pest oder Cholera Rechnung...
lässt man einen Rechner sinnlos im Leerlauf die meiste Zeit angeschaltet
(und Strom verbrauchen)
- oder -
lässt man ihn, während der Zeit in der er angeschaltet ist, was
Sinnvolles für die Forschung berechnen und dafür (etwas) mehr Strom
verbrauchen?
Die Frage würde den Rahmen der Petition sprengen. Erstmal geht es darum,
die Grundlage für den Einsatz zu schaffen. Falls wir erfolgreich sind,
würde ich davon ausgehen, dass man sich der Einfachheit halber am D-Grid
orientiert.
bin mir da nicht so sicher ob das ne gute Idee ist!
Da sitzt dann irgendwo auf'm Amt ne dicke alte Dame die sowieso schon
genervt ist weil irgendwer irgendwas von ihr will, und dann dröhnt auch
noch die ganze Zeit der Lüfter vom Rechner auf 110%
Ich finde es ja schon grauenhaft wenn das Altera los legt und des im
Büro für ne Halbe Stunden laut wird, den ganzen Tag über möchte ich das
nicht haben!
Und zum Thema Stromverbrauch, ein durchschnittlicher (moderner)
Officerechner braucht ~50W im idle - wenn da der dualcore 4000+ mal los
legt sind's 100Watt - also 100% Mehrverbrauch!
>Und zum Thema Stromverbrauch, ein durchschnittlicher (moderner)>Officerechner braucht ~50W im idle - wenn da der dualcore 4000+ mal los>legt sind's 100Watt - also 100% Mehrverbrauch!
Seh' ich auch so. Fassen wir mal die Nachteile zusammen:
-erhöhter Stromverbrauch
-Sicherheitsproblem (Intranet muss physikalisch ans Internet gekoppelt
werden)
-mangelnde Koordinationskontrolle bzw. schwer nachvollziehbare
Berechnungen (Der Geheimdienst hätte eher Freude daran)
> -erhöhter Stromverbrauch
Diesen erhöhten Stromverbrauch muss man in Relation zu den damit
erreichten Zielen setzen. Jede Art von Forschung verbraucht Energie in
der einen oder anderen Form - sei es nun ein Supercomputer oder ein PC,
der mit einem DC-Client im Hintergrund läuft. Es ist eine Frage der
Abwägung, die jeder für sich entscheiden muss. Ich für meinen Teil habe
mich entschieden, dass Energieaufwand für die Forschung sinnvoller ist,
als Energieaufwand für überflüssige Kurzstreckenautofahrten, veraltete
Glühbirnen als Beleuchtung oder sogar eine warme Dusche. Jetzt mal im
Ernst: duschst Du nicht warm, weil es Energie verbraucht? Siehst Du aus
dem selben Grund nicht fern? ;) Ich denke, Forschung ist die sinnvollste
Art, Energie einzusetzen und fördere gleichzeitig Energieersparnis an
Stellen, die weniger sinnvoll sind (z.B. durch Umstieg auf
Energiesparlampen etc.).
> -Sicherheitsproblem (Intranet muss physikalisch ans Internet gekoppelt> werden)
Die sind (fast?) alle physikalisch ans Internet angeschlossen.
> -mangelnde Koordinationskontrolle bzw. schwer nachvollziehbare> Berechnungen (Der Geheimdienst hätte eher Freude daran)
Glaubst Du, die würden irgendwelche 0815-BOINC-Projekte installieren?
Abgesehen davon, dass das garnicht Sinn der Sache wäre, gibt es alleine
an deutschen Universitäten schon Projekte, die Ausreichen würden,
sämtliche Rechner auszulasten. Ansonsten muss Software, die an Behörden
eingesetzt wird, sowieso zertifiziert werden (aber nochmal: es geht in
der Petition nur um nicht sicherheitskritische Systeme)
Es gibt in vielen deutschen Unis oder Forschungsinstitutionen bereits
Grids, das prominenteste dürfte das D-Grid sein, das schon lange für
diverse Forschungsprojekte rechnet. Wieso nicht einfach die restlichen
Behördenrechner dort ankoppeln? Dort wird Software wie Globus
eingesetzt, die schon auf Herz und Nieren von den entsprechenden Gremien
geprüft und zertifiziert wurde und die Berechnungen kommen aus
vertrauenswürdiger Quelle. Das sind selbstverständlich die
Grundvoraussetzungen jeder Grid- oder Distributed Computing-Aktivität.
@Lautstärkeproblem: Man kann die Berechnungen auch auf - sagen wir mal
80% - drosseln. 80% für die Forschung sind immer noch besser als 0% für
die Forschung.
Frost wrote:
>> -erhöhter Stromverbrauch> Jede Art von Forschung verbraucht Energie in der einen oder anderen Form> - sei es nun ein Supercomputer oder ein PC,
Großrechner sind aber deutlich effizienter als PCs.
Das stimmt, aber Großrechner (und die dazugehörigen Gebäude häufig auch)
müssen extra für diesen Zweck gebaut werden (auch Energieaufwand) und
brauchen eine starke Kühlung, die PCs sind schon da. Das müsste man
einmal genau durchrechnen... aber ich bin da sehr optimistisch aus
DC-Sicht.
Dazu kommt, dass wir leider viel zu wenige Kapazitäten im
Großrechnerbereich haben, trotz aller Bemühungen auch in Deutschland
(D-Grid) - und Rechenzeit an einem Großrechner kostet daher in der Regel
eine Menge Geld oder steht in zu geringem Umfang für viele
Forschungsgruppen zur Verfügung. Oder nehmen wir mal Folding@home als
Beispiel: Es gibt garkeinen Supercomputer, der groß genug wäre, dieses
Projekt zu ersetzen - selbst wenn er ausschließlich dafür rechnen würde.
>es geht in>der Petition nur um nicht sicherheitskritische Systeme
Was sind denn bei dir nichtkritische Sicherheitssysteme? Überall wo
Beamte herumlaufen, werden sensitive Daten verarbeitet. Ob das nun das
Umweltamt oder die Bücherei ist.
Und überhaupt Stromkosten; Ich wohne hier in einer Großstadt im Osten.
Die Stadbücherei wurde hier aus Kostengründenin in ihren Öffnungszeiten
beschränkt. Personal wurde entlassen, die Entleihgebühren erhöht. Warum
soll hier der Steuerzahler die Stromrechnung auch noch übernehmen? Wäre
eine öffentliches Engagement, wie BOINC, da nicht besser geeignet?
> Was sind denn bei dir nichtkritische Sicherheitssysteme? Überall wo> Beamte herumlaufen, werden sensitive Daten verarbeitet. Ob das nun das> Umweltamt oder die Bücherei ist.
Nicht sicherheitskritisch ist für mich ein System, auf dem sich keine
sensitiven Daten befinden, bzw. die möglichst sogar von einem Image aus
arbeiten. Z.B. reine Recherche-PCs in Bibliotheken (alleine das sind bei
Bundesbehörden schon eine Menge), öffentliche Info-Terminals etc.
> Und überhaupt Stromkosten; Ich wohne hier in einer Großstadt im Osten.> Die Stadbücherei wurde hier aus Kostengründenin in ihren Öffnungszeiten> beschränkt. Personal wurde entlassen, die Entleihgebühren erhöht. Warum> soll hier der Steuerzahler die Stromrechnung auch noch übernehmen? Wäre> eine öffentliches Engagement, wie BOINC, da nicht besser geeignet?
Diese Petition betrifft nur Bundesbehörden - die Kosten würden
grundsätzlich in den Bundeshaushalt fallen, nicht an klamme Kommunen
etc. Ich denke, dass diese Kosten relativ gering ausfallen werden, da
die PCs zunächst einmal nicht länger laufen müssten, als bisher auch.
Kosten würde als erstes die Differenz zwischen bisheriger Auslastung
(vielleicht so 5%) und der erhöhten Auslastung (so 80-100% würd ich mir
da vorstellen). Alte PCs haben da sowieso keinen nennenswerten
Unterschied, ob sie nun idlen oder unter Volllast laufen - spannender
wird es bei modernen Systemen. Hier fällt der Unterschied
zugegebenermaßen etwas größer aus, aber nicht in dem Umfang, wie man
vermuten könnte (hab da was von 20-50 Watt Unterschied oderso in
Erinnerung). Man sollte dabei beachten, dass Behörden Großabnehmer sind
und als solche bei weitem nicht die Kosten haben, wie unsereiner.
Dann müsste noch Installation und Wartung finanziert werden -
Softwareseitig sehe ich hier keine Kosten (außer ggf. bei einer
Zertifizierung durch das BSI, die sich aber im überschaubaren Rahmen
halten dürften). Und ob die Admins in ihrer Arbeitszeit eine
Gruppenrichtlinie mehr verschicken oder nicht, macht IMHO kaum einen
Unterschied. Bezahlt arbeiten tun sie so oder so.
Gefühlsmäßig würde ich sagen, dass die Ausführung der Petition weniger
Geld kosten würde, als wenn die Marine bei einer Übung mal wieder ne
Kormoran-Rakete verschießt... und das ist IMHO nun wirklich eine weniger
sinnvolle Sache ;)
unabhängig von allem für und wieder - gibts eigentlich irgendeine
erfolgreiche Petition? Ist diese Einrichtung effektiv irgendwas wert
oder ist das nur ein weiteres Deckmäntelchen der Schein-Demokratie?
hmm, eine der grössen Petition (meines wissen nach) wurde vor kurzem mit
der Vorratsdatenspeicherung begraben, die hatten mehrere tausend
(zehntausend) Unterschriften was aber niemand interesierte, die VDS kam
trotzdem :(
Im übrigen hab ich dort auch unterschrieben, das war einen Sache die ich
wirklich unterstützen konnte!
> gibts eigentlich irgendeine> erfolgreiche Petition? Ist diese Einrichtung effektiv irgendwas wert> oder ist das nur ein weiteres Deckmäntelchen der Schein-Demokratie?
Ist gar nicht mal die entscheidende Frage. Viel wichtiger wäre, dass
über Petitionen wie die der EAR angemessen im deutschen Abendfernsehen
berichtet würde. Nicht mal das findet statt (da erfährt keine Sau von).
Statt dessen wird viel eher berichtet, ob Boris B. sich von seiner
Freunddin getrennt hat oder ob ein neuer Zeichentrickfilm bald in die
Kinos kommt.
> Nicht sicherheitskritisch ist für mich ein System, auf dem sich keine> sensitiven Daten befinden, bzw. die möglichst sogar von einem Image aus> arbeiten. Z.B. reine Recherche-PCs in Bibliotheken (alleine das sind bei> Bundesbehörden schon eine Menge), öffentliche Info-Terminals etc.
Die sind aber trotzdem u.U. an ein Netz mit zu schützenden Daten
angeschlossen. Zum Beispiel das Bibliotheksnetz, an dem auch Rechner mit
Kundendaten hängen.
> Dann müsste noch Installation und Wartung finanziert werden -> Softwareseitig sehe ich hier keine Kosten (außer ggf. bei einer> Zertifizierung durch das BSI, die sich aber im überschaubaren Rahmen> halten dürften). Und ob die Admins in ihrer Arbeitszeit eine> Gruppenrichtlinie mehr verschicken oder nicht, macht IMHO kaum einen> Unterschied. Bezahlt arbeiten tun sie so oder so.
Und wenn wegen dieser neuen Software die Kisten absemmeln? Sind das dann
auch noch "keine Kosten"? Nebenbei: Die Admins werden es dir danken ;)
Zum Abschluss noch was konstruktives: Was in der Petition vorgeschlagen
wird, das kostet Geld, das lässt sich nicht wegdiskutieren. Dises Geld
könnte man auch als Bezahlung für private Rechenpower im Rahmen der
blabla@home-Programme verwenden. Für den Verbraucher bedeutet das Geld
ohne Arbeit, für die Forscher billige Rechenleistung.
> Die sind aber trotzdem u.U. an ein Netz mit zu schützenden Daten> angeschlossen. Zum Beispiel das Bibliotheksnetz, an dem auch Rechner mit> Kundendaten hängen.
Wenn das der Fall ist, ist dieses Netz mit den zu schützenden Daten auch
ans Internet angeschlossen - ich hab schon eine Menge Recherche-PCs in
Bibliotheken gesehen, aber noch keinen ohne Internetanschluss. Auf den
allermeisten Behördenrechnern mit sensiblen Daten findest Du Windows und
die sind mit dem IE online... DA lauern IMHO die wirklichen
Sicherheitslücken.
> Und wenn wegen dieser neuen Software die Kisten absemmeln? Sind das dann> auch noch "keine Kosten"? Nebenbei: Die Admins werden es dir danken ;)
Deswegen muss der Kram vorher entsprechend geprüft und zertifiziert
werden (z.B. vom BSI). Das World Community Grid samt eigener
BOINC-Variante wurde in den USA beispielsweise bereits für den Einsatz
in Behörden zertifiziert und wird dort großflächig eingesetzt.
> Zum Abschluss noch was konstruktives: Was in der Petition vorgeschlagen> wird, das kostet Geld, das lässt sich nicht wegdiskutieren. Dises Geld> könnte man auch als Bezahlung für private Rechenpower im Rahmen der> blabla@home-Programme verwenden. Für den Verbraucher bedeutet das Geld> ohne Arbeit, für die Forscher billige Rechenleistung.
Also die Forscher selbst haben ja gerade kein Geld. Wenn Du meinst, dass
der Staat die Privatleute bezahlen soll - der dafür notwendige
bürokratische Aufwand würde die Kosten IMHO erheblich treiben.
> Wenn das der Fall ist, ist dieses Netz mit den zu schützenden Daten auch> ans Internet angeschlossen [...]
Es ist ein zusätzlicher möglicher Angriffspunkt, und das wird nicht
gern gesehen. Die dicken Lücken in Windoof selbst machen keinem was aus.
Frag mich nicht warum, ist halt so.
> Deswegen muss der Kram vorher entsprechend geprüft und zertifiziert> werden (z.B. vom BSI). Das World Community Grid samt eigener> BOINC-Variante wurde in den USA beispielsweise bereits für den Einsatz> in Behörden zertifiziert und wird dort großflächig eingesetzt.
Das wird zwar nicht 100% vor Abstürzen sichern, aber nennen wir es mal
"sicher genug". Aber für lau gibt es das trotzdem nicht.
> Also die Forscher selbst haben ja gerade kein Geld. Wenn Du meinst, dass> der Staat die Privatleute bezahlen soll - der dafür notwendige> bürokratische Aufwand würde die Kosten IMHO erheblich treiben.
Aber wenn der Staat nicht zahlt, wer zahlt dann die Installation,
Wartung etc. der Clients auf Behördenrechnern?
Jawohl macht mal. Ich will doch sowieso wissen was auf allen Rechnern
getrieben wird.
Sehe schon meine großen und schnellen Erfolge vor mir:
Angeklagter, Sie haben damals am 30.06.2009 um 14:31 in der Bibliothek
XYZ ein Buch über Militärtechnik ausgeliehen. Dort wurden die
Eigenschaften des Sprengstoffes ABC genau beschrieben. Und dann fanden
wir in ihrer Wohnung noch den speziellen Rohrzucker, dessen Destilltat
verbunden mit der Essenz von Fleischbrühe, ein wichtiger Grundstoff für
einen hochexplosiblen Sprengstoff ist. Und genau dieser Sprengstoff
sollte für den Terroranschlag in Angsthausen verwendet werden. Außerdem
wissen wir aus sicherer Quelle, dass Sie im ersten Semester einen
Zusatzkurs in Chemie belegten und was für Seiten sie im I-Net während
ihres Studiums besuchten! Dank der Vorratsspeicherung von Daten kann
hier lückenlos nachgewiesen werden, welche Intensionen der Angeklage für
diese abscheuliche Planung und eventuelle Ausführung der Tat hatte. Das
wir hier ein paar Gesetze umgehen mussten ist wohl wahr, aber zum Schutz
des deutschen Volkes konnten wir nicht anders handeln. Ich glaube die
Beweislage ist klar meine Herren Geschworenen.....
Mit solchen gewaltigen Mittel bekomme ich jeden Gegner ganz klein, man
muss nur richtig recherchieren und verknüpfen. War es nicht ein schöner
Schachzug, dem Volk unter dem Mantel der Terrorgefahr alles in
Scheibchen zu verkaufen.
Achso da fällt mir ein, diese blöde Pute an der Kasse im Lecker-Markt
hat mich heute morgen so komisch angesehen. Die ist doch nicht ganz
koscher oder will sie mir ans Leder? Naja meine Jungs sollen mal alle
Daten über sie Sammeln, etwas finden wir dann schon.