Ansteuerung Bohrfräsplotter

Gast #1078298
Lesenswert?

Vorab: Ich hätte das auch bei PC Hard- und Software fragen können aber
das währe auch wieder nicht ganz richtig.....

Ich möchte meinen Eigenbau Fräsplotter ansteuern und  bin am hin und
her überlegen. Steuerung ist nun soweit fertig, das ich mit Richtung
und Takt jeden Motor drehen lassen kann. Nun frage ich mich ob
ich einen speraten PIC oder  AVR verwenden soll und über die 232
PH Plotter Befehle verwenden soll oder alles gleich im PC per Software
die Schritte steuern soll. Verwende hier (nur) Linux. Wenn ich den Pic
 oder AVR nehme kann ich problemlos am Rechner weiterarbeiten
ohne das in der Verarbeitung die Zustellgeschwindigkeit irgendwie
ändert aber der Aufwand ist viel höher. Nur über die 232 mit etwas 
Digital-IC
ist schnell aufgebaut, nur habe ich bedenken, das ich da Probleme
bekomme wenn der Rechner unterschiedlich last bekommt.
Hat von euch schon mal jemand sich damit beschäftigt und kann mal
ein paar Erfahrungen mitteilen.

Danke und Gruß
Moderator Persönliche Seite #1078358
Lesenswert?

May wrote:
> ja und warum genau. Immerhin ist der Aufwand recht hoch.

Hoch?  Hmm.  Ich finde, gemessen am mechanischen Aufwand ist der
Controller für die Steuerung peanuts.

Du entkoppelst es damit komplett.  Eigentlich hast du die Argumente
ja schon selbst genannt.

> Und wenn ich zum Beispiel aus Eagel etwas fräsen lassen möchte
> geht das ja nun nicht Problemlos per HP Code.

Eagle kenne ich nicht, keine Ahnung.  Vermutlich müsste man die
Kontur ermitteln und dann abfahren lassen, vielleicht macht das von
Michael genannte Programm ja auch das.

Sagt ja auch niemand, dass du nun im Controller unbedingt komplettes
HPGL implementieren musst, aber zumindest eine Untermenge.  Es ist
eben halt ein Unterschied, ob du jeden einzelnen Schritt auf dem Host
einzeln steuern musst, oder ob du sagen kannst: "Fahre zu Position
(100,232) und setze dort das Werkzeug an."  Letztlich wirst du beim
Implementieren feststellen, dass HPGL eigentlich in erster Linie gar
nicht viel mehr ist als genau diese Anweisungen.
#1078411
Lesenswert?

das problem sind nicht einzelne linien.

die problematik sitz bei vielen aneinandergesetzten linien die man 
möglichst in einem zug durchfahren möchte.

da schrittmotoren nicht unendlich schnell beschleunigen können (+/-) 
steht man hier vor dem dem problem schritte zu verlieren.

also braucht man am ende jeder linie rampen.

das mag für einzelne einfach sein, aber auch da ist je nach winkel schon 
recht komplex. bei aneinandergesetzten linien finde ich das nicht mehr 
soo trivial.

darum mein vorschlag mit der software. da hpgl nicht komplex ist konnte 
das meine fräse auch. nur gerber war ihr nicht beizubringen da meine 
ganzen cam-programme zuviele funktionen vorausgesetzt hatten und es nur 
ein 16er pic war.
Gast #1078420
Lesenswert?

"also braucht man am ende jeder linie rampen"

Nicht nur am Ende, auch am Anfang aber das braucht man nur
am Anfahren von Startpunkte. Beim Fräsen ist man eh langsamer und
braucht eher keine Rampe.

Ich kannte das linuxCNC aka EMC2 noch nicht und werde es mir mal
jetzt  ansehen, wobei ich mittlerweile etwas in Richtung separaten
Controller tendiere.




ps.
Anderseits währe es schon schön wenn sich das Ding jetzt
irgendwie schon mal dreht (Ohne Taster und Funktions-Generator) ;-)
Gast #1078436
Lesenswert?

HPGL  EXCELON  ... sind einfach zu machen, da kann ich dir eine
PC Vorlage geben, die du dann einfach in den uC umcodierst.
EMC2 ist naja, du mußt Linux wechseln (echtzeitfähig) usw, da ist
es vielleicht besser, du lädst dir eine EMC2 CD runter, welche ohne
Installation auskommt. Wenn du den uC als Dongle machst, z.B.
usb oder rs232 mit Spannung von RS232 borgen, dann hast du beide 
Möglichkeiten, mit nur sehr geringen Mehrkosten (Stecker), würde ich
dir ev empfehlen. Auch ist es möglich, G-Code so zu prozessieren,
daß aus Kurven Linien gemacht werden, also G1. Das bläht den G-Code auf,
aber es befreit den uC, Kurven zu implementieren.
Wenn du offline was machen willst, brauchst du einen Buffer, ein i2c 
oder
spi Speicher genügt dafür.
Gast #1079578
Lesenswert?

Nein, bei HPGL sowie Excelon gibt es keine Fräßtiefe, bzw ist diese 
Hardcodiert, oder eventuell als Variable. Es gibt nur pen-up oder 
pen-down oder drill (excelon). Bei beiden ist eine Konstante vorhanden, 
welche die Bohrtiefe definiert. Die Farben sind halt dead code. 
Deswegen, weil der Orginalcode auch auf dem Bildschirm die Platine sowie 
die Verfahrenswege visualisierte. Da ich nicht den Compiler sowie die 
Lib benutzte, habe
ich den Code rausgeklammert, oder weggelöscht, sodaß ich ihn unter DOS
mit TURBO-C compilieren konnte. Die Grafikausgabe war für mich nich von
Interesse. Die Constante kannst du problemlos in eine Variable 
umdefinieren. Z-Tiefe ist G-Code, der ist aufwendiger als HPGL sowie
EXCELON. Zum Platinenbohren macht dieser Code gute dienste, und ein
HPGL/EXCELON Interpreter in der Bohrfräße ist auch eine feine Sache.
Für G-Code empfehle ich dir entweder Linux mit EMC2 oder DOS mit
CNCPRO, beides Kostenlos. Zu CNCpro gibt es Sourcen.
Gast #1079580
Lesenswert?

>Die (Fräs-)Tiefe wird über den Umweg der Farbe genommen?

Naja, ob die Tiefe oder das Werkzeug. Die LPKF-Isolationsfräse in 
unserer FH war nur eine 2,5D-Maschine, was soviel bedeutet, dass man nur 
zwei Zustände "PenUp" und "PenDown" kennt.
HPGL ist ja auch eigentlich eine Möglichkeit, Stift-Plotter anzusteuern.

>G-Code  = Gerber Code ??

Ob Gerber da mit reinspielt, weiß ich nicht.
G-Codes werden beim Programmieren von Werkzeugmaschinen wie CNC-Fräsen 
oder CNC-Drehbänken benutzt. Quasi die Programmiersprache für 
Feinmechaniker bzw. Zerspanungsmechaniker, man könnte es auch mit einer 
SPS vergleichen - die programmiert man auch anders als andere 
Controller/Rechner.

Hier steht etwas mehr zu dem Thema:
http://de.wikipedia.org/wiki/Computerized_Numerical_Control

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren