Kompletter 1,2 GHZ PC auf Eurokarte selbst machbar?

OP #1078558
Lesenswert?

Hallo,

Habe mal aus meinem Vaio Laptop (im Wert eines Kleinwagens) das 
Mainboard nach einem Kaffee-Unfall ausgebaut und war echt verblüfft als 
mir eine Eurokarte entgegen kam.

512MB Ram, 1,2Ghz ULV Intel, PCI Express steckplatz, ramsteckplatz, 
Intel Grafikchip, Soundchip, etc pp. und das alles auf einer 
Europlatine.

Habe mal Fotos angehängt im Direkt-Vergleich zum AVR Funk 
Evaluationsboard.


Jetzt meine Frage, nehmen wir an ich würde mir selbst einen solchen PC 
auf Eurokarte bauen wollen.

- Ist das überhaupt möglich zu einem adequaten Preis?
Interesse hätte ich nämlich schon an einem solchen Projekt.

- Also auf dem Board hat es den Chipsatz gesprengt, würde es möglichsein 
die CPU, Speicher etc "abzulöten" und in eine eigene Schaltung 
einzubauen?

- Vermutlich müsste man mehr Lagen als nur 2 Wählen für die Eurokarte 
gell?


Ich meine so kompliziert sieht das nicht aus, bis auf die 0402 
Widerstände eventuell die man unter einem Mikroskop löten müsste :)

Edit: Was mich auch sehr interessieren würde ich einen PC mit allem 
Möglichen schnickschnack auf ARM basis zu bauen!
Angehängte Dateien:
Gast #1078570
Lesenswert?

@ Daniel Cagara (cagara)

"- Ist das überhaupt möglich zu einem adequaten Preis?"

Ist es nicht. Da muß man auf so viel achten (Signallaufzeiten, Abstände 
und Verlegung der Leiterbahnen für störungsfreie Funktion etc), daß Du 
bei funktionierender Fertigstellung mitbekommst das Prozessoren mit 64 
Kernen Standard sind.
#1078572
Lesenswert?

Daniel Cagara wrote:

> - Ist das überhaupt möglich zu einem adequaten Preis?

Die Existenz solcher Notebooks beweist, dass es möglich ist wenn man 
davon genug verkauft um die Entwurfskosten auf die Masse umlegen zu 
können.

Für den normalen Hobbybastler allerdings ist es nicht möglich, denn 
Erfahrung bei Hochfrequenzbussen, Multilayern und BGA-Löten ist dafür 
Voraussetzung.

Und billiger als eine Fertigplatine wird das sowieso nicht.
Gast #1078573
Lesenswert?

> Ich meine so kompliziert sieht das nicht aus

Notebook-Mainboard:

Multilayer mit mindestens vier, meistens sechs Lagen
Buried Vias und Semiburies Vias
Finepitch-Bauteile mit 0,5mm Pinabstand
Feinleitertechnik mit weniger als 10 mil Leiterbahnbreite
Impedanzkontrolliertes Layout:
Signallaufzeiten müssen auf allen Busleitungen möglichst gleich sein

Ist überhaupt nicht kompliziert. Kann man locker zu Hause mit der 
Tonertransfer-Methode machen, so ein Mainboard.
Gast #1078579
Lesenswert?

Also wahrscheinlich sind mind. 6 Lagen nötig. Außerdem Microvias und 
Blindvias. Ein Prototyp in dieser Technologie wird ganz schön teuer. Ich 
schätze ca. 2000-3000 Euro. Abgesehen davon, daß man schon viel 
Erfahrung im digitalen Highspeed-Layout-Design benötigt. Deinen Chipsatz 
kriegst mit Heißluft ab und auch den neuen wieder drauf. Das ist 
machbar, auch in der Küche.
Gast #1078581
Lesenswert?

Wo willst du denn die Bauteile herbekommen? ;) Ich würde sagen, die 
gibts nicht für 1,50 beim Reichelt. Oder etwa von dem Originalboard 
ablöten? Aha...

Wenn du in der Richtung was basteln willst, kauf dir einen von den 
primitiven 8-Bit Gameboyprozessoren und bastel was drum, damit bist du 
genug beschäftigt...
OP #1078595
Lesenswert?

Danke euch allen für eure Antworten ...

Ich werde es lassen :) Dachte mir eigentlich, kann ja so schwer nicht 
sein ... Signallaufzeiten und Impedanzen kamen mir aber nicht in den 
Kopf.
Dachte es wäre mit Target3001, einem Autorouter und einigen Bauteilen 
aus "Elektroschrott" getan ...

Naja habe mal wieder alles unterschätzt :) Wer weiss vielleicht kann ich 
das board ja schlachten, die RAM Bausteine würden sich an einem ARM 
glaube ich wohl fühlen :)
Gast #1078620
Lesenswert?

>die RAM Bausteine würden sich an einem ARM glaube ich wohl fühlen :)

Kommt auf DEN ARM an. Gibt ja nur einen...
Ich nehme mal an du meinst aber eher 7er oder 9er à la ST, Atmel, NXP.

Wenn du die RAMs dann nach dem Ablöten wieder reballt hast, wirfst du
sie aber dann doch besser weg, denn oben genannte ARMs können mit
deinen DDR(2)-RAMs auch nichts anfangen.

Oder ich täusche mich und du hast doch andere ARMe im Visier.
OP #1078624
Lesenswert?

ARM-Fan wrote:
>>die RAM Bausteine würden sich an einem ARM glaube ich wohl fühlen :)
>
> Kommt auf DEN ARM an. Gibt ja nur einen...
> Ich nehme mal an du meinst aber eher 7er oder 9er à la ST, Atmel, NXP.
>
> Wenn du die RAMs dann nach dem Ablöten wieder reballt hast, wirfst du
> sie aber dann doch besser weg, denn oben genannte ARMs können mit
> deinen DDR(2)-RAMs auch nichts anfangen.
>
> Oder ich täusche mich und du hast doch andere ARMe im Visier.

Leider hatte ich tatsächlich den ARM7 bzw 9 im Visier :)
Naja irgendwas wird man mit den schicken Teilen doch anfangen können ...

Ich frage jetzt mal so ... gibt es irgendwelche interessanten 
Lernexperimente die ich damit durchführen könnte?
Gast #1078772
Lesenswert?

Hallo!
Ich frage mich ob diese doch so teure Notebook nicht reparierbar ist?
Kaffee- oder Colaunfälle hatte ich bei meinen Kunden schon genug. Dabei 
hilft meistens die betreffenden Teile auszubauen, diese zu reinigen 
(Isoprop, Dest. Wasser etc), zu trocknen und wieder einzubauen. Hatte 
damit bisher immer 100% Erfolg und die Geräte gehen immernoch :)
Grüße,
Bernhard
Gast #1078972
Lesenswert?

Sinnvoll: Notebook bei ebay verkaufen. Bringt locker noch 100€...
Wenig sinnvoll aber interessanter: Für Hobbybastler nutzbare Bauteile 
wie Spulen, Mosfets, Kondensatoren runterlöten und etwas sinnvolles 
damit bauen.
#1078991
Lesenswert?

Bernhard wrote:
> Hallo!
> Ich frage mich ob diese doch so teure Notebook nicht reparierbar ist?
> Kaffee- oder Colaunfälle hatte ich bei meinen Kunden schon genug. Dabei
> hilft meistens die betreffenden Teile auszubauen, diese zu reinigen
> (Isoprop, Dest. Wasser etc), zu trocknen und wieder einzubauen. Hatte
> damit bisher immer 100% Erfolg und die Geräte gehen immernoch :)
> Grüße,
> Bernhard

Kann ich nur zustimmen. Einfach ein paar Tage in 96% Isopropanol legen 
und dann ein paar Tage gut trocknen. Klappt immer dann, wenn möglichst 
schnell nach dem Unfall keine Spannung mehr anlag, also Akkus 
rausgenommen. hab damit schon PDAs gerettet, die eine Dusche Orangensaft 
bekommen hatten, und viele Handys usw.
Muss aber wirklich Isopropanol sein, keinefalls Spiritus oder sowas.

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren