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Forum: Offtopic Lösemittel gesucht


Autor: Karl-heinz Strunk (cletus)
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Hi,

womit kann ich Kunststoffe, mit denen die gängigen Chips eingegossen 
sind, lösen?

Am besten: Womit hat es bei euch geklappt?

Autor: Gast (Gast)
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Karl-heinz Strunk wrote:
> Hi,
>
> womit kann ich Kunststoffe, mit denen die gängigen Chips eingegossen
> sind, lösen?

Du kannst es wahrscheinlich garnicht.

Möglich ist es, aber das Zeug ist derart aggressiv, dass man sowas nur 
machen sollte, wenn man sich damit auskennt! Das klingt jetzt vermutlich 
böser als es gemeint ist, aber lass besser die Finger davon.

Autor: Aahh (Gast)
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Das sind duroplaste. die loest man nicht.

Autor: Karl-heinz Strunk (cletus)
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Es geht nur um die Machbarkeit.

Meinst du ich gehe los und plansche auf einen Versuch hin mit 
Königswasser und FCl rum?

Autor: Klötus (Gast)
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...
Meinst du ich gehe los und plansche auf einen Versuch hin mit
Königswasser und FCl rum?
...

Ja

Autor: Unbekannter (Gast)
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Da gibt es verschiedene Chemikalien, die Chip-Gehäuse auflösen können. 
Die Namen sind mir entfallen (Google). Allerdings ist das ganze Zeug 
wirklich übel giftig.

Nichts was man im Baumarkt oder so bekommt.

Autor: Karl-heinz Strunk (cletus)
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OK, jetzt kann ich die "Neuen" verstehen.

Leute, ihr seid schlimmer als jede Apotheke!

Autor: Kobaltchlorid (Gast)
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Kunststoffgehäuse von ICs löst man mit heisser konzentrierter 
Schwefelsäure auf. Der Chip selber bleibt dabei intakt, allerdings lösen 
sich die Kupferanschlussdrähte auch auf. Ausserdem wäre noch zu 
bemerken, dass dabei jede Menge Dämpfe aus den Zersetzungsprodukten des 
Kunstststoffs entstehen, weshalb man das nur in einem säurefesten Abzug 
machen sollte. Dass heisse konzentrierte Schwefelsäure sehr gefährlich 
ist, sollte selbstverständlich sein -> nur bei geschlossenem Abzug 
machen oder Schutzvisier, Gummischürze, langarmige säurefeste Handschuhe 
anziehen.

Zusammenfassend gesagt, ist das Auflösen des Kunststoffgehäuses 
technisch nicht sehr schwierig, aber in einer normalen Wohnung nicht 
machbar.

Autor: Karl-heinz Strunk (cletus)
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Kobaltchlorid wrote:
> Kunststoffgehäuse von ICs löst man mit heisser konzentrierter
> Schwefelsäure auf. Der Chip selber bleibt dabei intakt, allerdings lösen
> sich die Kupferanschlussdrähte auch auf.

Ah, ok, Danke.

Ging in dem Fall darum, die Bondigdrähte zu erhalten.

Schade, dass es kein Lösemittel, ähnlich wie bei Polystyrol gibt...;-)

Autor: Benedikt K. (benedikt) (Moderator)
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Ich denke es gibt schon Lösungsmittel, die die Bonddrähte intakt lassen.
Es gibt ja diverse Seiten im Internet auf denen offene ICs zu sehen 
sind, und teilweise steht dabei, dass die ICs noch voll funktionsfähig 
sind (und ich meine jetzt nicht mit nem Waferprober kontaktiert, sondern 
im orginalen Gehäuse). Ich habe da noch irgendwas im Kopf, dass dieses 
Lösungsmittel nur das Gehäuse zersetzt, Metalle aber nahezu nicht 
angreift.

Autor: Dr. G. Reed (Gast)
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Ich dachte, man nimmt konzentrierte Salpetersäure ?

Autor: Karl-heinz Strunk (cletus)
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Benedikt K. wrote:
>  Ich habe da noch irgendwas im Kopf, dass dieses
> Lösungsmittel nur das Gehäuse zersetzt, Metalle aber nahezu nicht
> angreift.

Das wäre geil ;-)

Gefunden bei meiner Suche hatte ich allerdings nichts.

Autor: Иван S. (ivan)
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> womit kann ich Kunststoffe, mit denen die gängigen Chips eingegossen
> sind, lösen?

Hallo Karl-Heinz, Du koenntest es mit Dichlormethan oder auch mit Tetra 
probieren, das sind gängige Lösungemittel für Kunststoffe und Harze.

Btw: warum ist dieser Thred in /ot, meines Erachtens würde er gut in 
eine der regulären Gruppen passen.

Autor: Sven P. (haku) Benutzerseite
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Chlormethan ist auch nur ne Säure und löst Thermoplasten und Acrylglas 
und all son Zeuchs auf, oder irre ich mich da?

Tetrachlormethan wird außer mit Aluminium vermutlich garnix machen und 
ist mittlerweile verboten.

Autor: Иван S. (ivan)
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Sven Pauli wrote:
> Chlormethan ist auch nur ne Säure

Kommt auf das von dir verwendete Säuremodell an. Als "klassische" Säure 
würde ich Dichlormethan jedoch nicht bezeichnen, aber ich bin kein 
Chemiker.

> und löst Thermoplasten und Acrylglas und all son Zeuchs auf, oder irre ich > 
mich da?

Ganz recht, du irrst nicht. Deshalb hatte ich es auch empfohlen :-)

> Tetrachlormethan wird außer mit Aluminium vermutlich garnix machen

Die Reaktion mit Aluminium ist nur besonders exotherm, Tetra ist jedoch 
auch ein gutes Lösungsmittel für Harze.

> und ist mittlerweile verboten.

Für die Forschung, und dazu zähle ich Karl-Heinzens Verusche jetzt mal, 
wird es wohl auch noch bei euch "drüben" in der BRD zugelassen sein. DCM 
ist auch krebserregend (vermutlich). Einen Verusch wert wäre eventuell 
auch was von diesen kleinen Fläschchen mit "Silikonentferner" aus dem 
Baumarkt.

LG, Iwan

Autor: Fuzzy (Gast)
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Chlormethan ist keine Säure, das ist ein Gas, du meinst vermutlich HCl, 
Chlorwasserstoff, was in Wasser gelöst Salzsäure gibt.

Mit selbst herstellbaren oder käuflichen Chemikalien sehe ich keine 
Chance, das die Kupferbondingdrähte stehen bleiben. Die HNO3/H2SO4 wird 
die Bondingdrähte oxidieren und auflösen. Bei Aluminiumdrähten könnte es 
eventuell mit >95% HNO3 mit darin gelöstem HF gehen, es darf kein Wasser 
drin sein, da dieses die Passivierungsschicht aus Aluminiumfluorid 
auflöst.


Mit normalen Lösungsmitteln geht es bekanntlich nicht, allerdings soll 
sich Epoxidharze in aprotonischen Lösungsmitteln wie Dimethylsulfoxid, 
Dimethylformamid oder Hexamethylphosphorsäuretriamid lösen. Dabei 
bleiben auch alle Bondingdrähte stehen.

Die Lösungsmittel kochen alle relativ hoch, man kann seinen Chip darin 
kochen und warten bis sich das Epoxid auflöst. Eventuell davor die 
unterseite mit mehr Epoxid verstärken, damit die Oberseite gezielt 
aufgelöst wird und nicht plötzlich der Die komplett ohne Plastik 
daliegt.
Die ersten beiden kann man glaube ich bei Ebay.com bekommen, das 
letztere ist besonderst nett, da noch aprotonischer, allerdings auch 
schön giftig und somit schwer erhältlich.

Autor: Maurice R. (Gast)
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Was zur hölle soll denn FCl sein? Meinst du HCl oder HF? Von letzterem 
würde ich dir auch abraten, außerdem ist es sinnlos mit Säuren an 
Kunststoffe zu gehen.
Das beste LM für kunststoffe was ich kenne ist GBL aber dann steht 
gleich die Polizei vor der Türe.

Autor: Maurice R. (Gast)
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>außerdem ist es sinnlos mit Säuren an
Kunststoffe zu gehen.
Unter Normalbedingungen natürlich.
Bei höherer Temperatur sieht das dann schon wieder anders aus.

Autor: Maurice R. (Gast)
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>Tetrachlormethan wird außer mit Aluminium vermutlich garnix machen

Echt? Was macht das denn mit Al hab da nämlich keine Idee ausser eben zu 
Aluminiumchlorid reagieren.
Soll nicht als Anmache rüberkommen, weiß es echt nicht und hab davon 
auch noch nie was gehört also klär mich auf.
Aber das es verboten ist denke ich nicht immerhin hab ich in meinem 
letzten Labor oft mit dem Zeug gearbeitet.

Autor: Thilo M. (Gast)
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Wir haben aus 'nem 20m³-Behälter Schwefelsäure (96%) mal was abgezapft, 
das Zeug wird lila und zähflüssig an der Luft und frisst auch 
Kabelbinder auf. ;)
Warm gemacht widersteht dem Zeugs sicher kein Kunststoff, um die Metalle 
halbwegs zu erhalten kommt es auf ein exaktes Timing an.

Autor: Sven P. (haku) Benutzerseite
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Der Reihe nach, ich bin ja auch nur Chemie-Leistungskurs...insofern 
spiegelt das hier nur meinen bescheidenen Wissensstand wieder.

Zu Иван S. (ivan):
ICs sind aber meistens in Duroplaste vergossen, oder haste schonmal so 
nen Käfer zerschmelzen sehn? Schwarze Sitsche kommt da öfter mal raus, 
aber ernsthaft als Thermoplaste stuf ich das Zeugs nich ein.
Als Säure im Sinne von "Protonendonator" kommt das schon hin, würd ich 
meinen.

Zu  Fuzzy (Gast):
Gas und Säure schließt sich doch nicht aus, oder? HCl ist auch ein Gas, 
genauso wie H2CCl2 (Dichlormethan). Trotzdem ists sauer, auch in Lösung, 
z.B. in Wasser.

Maurice R. (Gast):
Naja, zu Laborzwecken ist das schon was ganz Andres. In "unserer" 
Chemiesammlung steht auch noch allerhand Verbotenes rum (Benzol, 
Kalium... ist mittlerweile alles im Unterricht verboten).
An die Reaktion mit Al kann ich mich nur nach Lehrbuch erinnern, habs 
nie selbst nachvollzogen oder probiert g

Autor: Maurice R. (Gast)
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Ja mir ist das schon etwas peinlich muss ich ehrlich zugeben da ich 
Chemielaborant gelernt habe.
Hab aber nach 2 Jahren in dem Job eingesehen das ich da nicht glücklich 
werde, also mach ich jetzt Abendschule um in was Technisches studieren 
zu können.

Autor: Ooohhh (Gast)
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So nebenbei.. die Bonddraehte sind aus Gold, nicht Kupfer. Gold und 
Silizium bilden ein Eutektikum.

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