Benedikt K. schrieb:
> yalu wrote:
>
>> Der Sinn von D8/D6 und D9/D7 erschließt sich mir nicht ganz. Möglicher-
>> weise sollen sie die Drain-Source-Spannungen begrenzen, indem sie bei
>> Überspannung das Gate angesteuern, so dass die MOSFETs leitend werden
>> und die Spannung abbauen.
>
> Genau das ist der Zweck.
> Da würde ich mich nicht drauf verlassen, dass jeder die Dioden
> anklemmt.
Hmm, aber schön ist das in meinen Augen nicht. Was würde passieren, wenn
jemand die Freilaufdioden tatsächlich weglässt?
Erst wird die Drainspannung der MOSFETs auf 16V ansteigen, so dass D8
und D9 durchbrechen. Damit ist die Gatespannung aber immer noch 0. Die
Spannung steigt also weiter an, bis die Gatespannung die Threshold-
spannung der MOSFETs deutlich überschreitet, also vielleicht UGS=4V und
damit UDS=20V. Das UGS von 4V liegt nun also, nur getrennt durch die
1Ohm-Widerstände, an den Ausgängen des Treibers ICL7667 an. Hätte dieser
die ideale Ausgangsimpedanz von 0, würden 4A in die Ausgänge
hineinfließen. Zum Glück begrenzt der ICL7667 den Ausgangsstrom, so dass
er vorerst wahrscheinlich noch keinen Schaden nimmt.
Wenn ich richtig informiert bin, ist der BUK416 für knapp 200A gut, man
wird ihn also kaum mit weniger als 100A Maximalstrom betreiben.
Angenommen, die Lastinduktivität und die PWM-Frequenz sind so hoch, dass
der Strom in den PWM-Pausen kontinuierlich weiterfließt, beträgt bei
einem Tastverhältnis von 0,5 die mittlere Verlustleistung
0,5*0,5*100A*20V=500W, die trotz des Kühlkörpers (der sowieso nur für
die sehr viel geringere Verlustleistung unter Normalbedingungen
ausgelegt ist) sehr bald zur Zerstörung der MOSFETs führt.
Sobald die MOSFETs verbrannt sind, gelangt die restliche in der
Induktivität gespeicherte Energie in den ICL7667 und von da in den
9V-Versorgungskreis. Dort tötet sie als erstes den 78L09, der nach
seinem Ableben schlimmstenfalls die volle Versorgungsspannung
durchlässt. Diese räumt ihrerseits den Rest der Schaltung ab.
Ohne die gutgemeinte Schutzschaltung aus D6, D7, D8 und D8 gingen
vielleicht nur die MOSFETs kaputt (obwohl die natürlich auch schon teuer
genug sind).
Ok, das war jetzt etwas Teufelandiewandmalerei, aber: Die Freilaufdioden
dürfen einfach nicht fehlen, und wenn doch, hat die Schutzschaltung mit
den Z-Dioden eher zweifelhafte Wirkung.
Gast schrieb:
> Wenn der nun ausrollt und somit Spannung erzeugt will ich die lieber
> kontinuierlich über die Freilaufdioden abbauen oder sieht das jemand
> anders?
Die Freilaufdioden sind dazu da, den durch Selbstinduktion erzeugten
Strom abzuleiten. Die beim Ausrollen enstehende Generatorspannung wirkt
in die entgegengesetzte Richtung, weswegen hier die Freilaufdioden keine
Wirkung haben. Die Generatorspannung liegt über die Substratdioden der
MOSFETs aber parallel zur Versorgungsspannung und ist somit meist
unschädlich.
Evtl. kann beim Bergabrollen die vom Motor erzeugte Spannung
höher als die Versorgungsspannung werden. Es ist also zu prüfen, ob die
Spannungsversorgung dadurch keinen Schaden nimmt. Wenn doch, muss in
irgendeiner Form eine Spannungsbegrenzung für die Versorgung vorgesehen
werden, im einfachsten Fall durch eine Diode in der Versorgungsleitung,
die den Stromrückfluss verhindert.
Beim Ausrollen in der Ebene kann nichts passieren, da die erzeugte
Spannung höchstens so hoch wie die Versorgungsspannung werden kann.