Gast
#1093417
Grüß euch, ich hab gerade eine Spule mit (Ferrit)Ringkern als Stromwandler missbraucht (nur um zu sehen, ob überhaupt was fließt). Zuerst habe ich sie ohne einen Widerstand zwischen den Anschlüssen an das Oszi geklemmt. Was rauskam waren Spikes, kein Sinus; schon klar warum, der Kern geht noch bevor der maximale Primärstrom erreicht ist in Sättigung. Also habe ich ein Poti drangelötet und eingestellt, bis der Sinus sauber war. Auch klar warum, dachte ich jedenfalls bis vorhin! Nun einige Tatsachen, die mich zweifeln lassen: Der Strom auf der Sekundärseite (durch den Widerstand) wird ja von der dort induzierten Spannung hervorgerufen. Diese induzierte Spannung ist am höchsten, wenn der Primär_strom_ die größte Steigung hat (also bei den Nulldurchgängen). Zwischen dem Primärstrom und dem Sekundärstrom (der wegen R mit der Sekundärspannung in Phase ist) ist also eine Phasenverschiebung von 90°. Was daran interessant ist: Die beiden Ströme erzeugen im Ferritkern einen magnetischen Fluss, der eine höhere Amplitude hat, als wenn auf der Sekundärseite kein Widerstand wäre (also kein Sekundärstrom fließen könnte). Auch wenn die beiden Ströme magnetische Flüsse erzeugen, die gegeneinander gerichtet sind, so ist die Amplitude des gesamten Flusses im Kern trotzdem höher als die Amplitude des Flusses, der durch den Primärstrom alleine erzeugt wird. Mit anderen Worten: Wenn ich auf der Sekundärseite einen Widerstand anschließe muss der Kern erst recht in Sättigung gehen, nur eben zu einem anderen Zeitpunkt! Ich habe das (soweit möglich) simuliert, indem ich in Switchercad einen Commonmode-Linefilter als Übertrager benutzte. Auf der Primäreite ist (über einen Widerstand) eine Spannungsquelle angeschlossen und die Sekundärseite ist kurzgeschlossen. Das Übersetzungsverhältnis ist ca. 12 (n_prim/12 = n_sek). Deshalb ist der Sekundärstrom Ix(U2:1) mit 12 skaliert, da der Sekundärstrom im Kern einen Fluss erzeugen muss, der die selbe Amplitude hat wie der vom Primärstrom Ix(U2:3) erzeugt Fluss (wenn wie hier R_sek = 0 ist). Die beiden Ströme habe ich dann voneinander abgezogen (addieren führt auf das Gleiche, nur inder Phase verschoben) mit dem (erwarteten) Ergebnis, dass der resultierende Fluss im Kern eine noch höhere Amplitude hat als wenn auf der sekundärseitig gar nicht angeschlossen wäre. Und damit steh ich im Wald... Warum funktioniert es trotzdem?
